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Jedes dieser Eier verspricht neues Leben.
So ist das seit 400 Millionen Jahren.
Als Überlebenskünstler stehen Insekten kon kurrenzlos an erster Stelle.
Sie beherrschen die Erde.
Willkommen in der Welt der Insekten!
Das Leben auf unserem Planeten, so wie wir es kennen, wäre ohne Insekten nicht möglich.
Sie bestäuben Pflanzen, und verwerten Abfall.
Sie sind die wirklichen Bewahrer der Natur.
Drei Viertel aller Insektenarten leben im Regenwald.
In diesem undurchdringlichen Gewirr von Pflanzen entdecken wir eine andere Welt.
Unsere Geschichte beg innt in dieser verlassenen, baufälligen Hütte,
mitten im Urwald.
Stellen wir uns einmal vor, wir hätten die Größe eines Fingernagels.
Dann würden Regentropfen wie Kanonenkugeln auf uns zuschießen,
und ein Grashalm erschiene uns so hoch wie ein Wolkenkratzer.
Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie wären ein Insekt, oder dieser Gliederfüßer.
Aber Vorsicht!
In dieser Welt lauert die Gefahr überall.
Das ist Papilio.
Papilio ist eine Raupe, bis jetzt noch.
Sie hat ihre wunderbare Metamorphose noch vor sich.
Die Eih ülle ist reich an Protein.
Ein guter Beg inn für Papilios weitere Reise.
Das ist Hierodula.
Er ist eine männliche Gottesanbeterin.
Hierodula gehört zu einer großen Familie mit nahezu 200 Brüdern und Schwestern.
In seiner ersten Lebensminute rutscht er, noch als eine Larve, an einem Faden hinab
und macht sich, wieder nach oben kletternd, auf den Weg in seine Welt.
Er sieht bereits aus wie eine kleine Gottesanbeterin.
Innerhalb weniger Tage wird dieser kleine Jäger seine erste Mahlzeit
erbeutet haben, eine Fruchtfliege in der Größe einer Brotkrume.
Diese Drachenkopf-Heusch recke ist hungrig.
Sie durchstreift die grünen Straßen nach Nahrung.
Im Regenwald steht jedes Lebewesen, sobald es geschlüpft ist,
auf der Speisekarte eines anderen Tieres.
Papilio jedoch ist in Sicherheit,
denn wie sie ist die Heuschrecke ein Pflanzenfresser.
Hierodula ist, wie alle Gottesanbeterinnen, ein Fleischfresser.
Er lebt allein und jagt allein.
Jetzt gerade putzt er sich!
Am liebsten mag Papilio Zitronenblätter von dem Baum, auf dem sie gesch lüpft ist.
In nur wenigen Wochen wird Papilio das Hundertfache an Gewicht zu legen.
Das wäre so, als würden wir an einem Wochenende so schwer
wie ein Flusspferd werden!
Während Papilio wächst, entwickeln sich 2 dunkle Punkte, die wie Augen aussehen.
Dadurch täuscht sie vor, eine Sthlange zu sein und schreckt Angreifer ab.
Nach wenigen Wochen ist Hierodula ein geübtes Raubtier.
Seine Waffen sind die spitzen Stacheln an den Beinen.
Zum Fixieren seines Ziels verfügt Hierodula über spezielle Augen.
Hunderte einzelner Linsen machen jedes seiner Augen hyperempfindlich,
so kann er die kleinste Bewegung wahrnehmen.
Mit seinen beiden Augen kann er Entfernungen absolut präzise erfassen,
das ist für das Beutetier tödlich.
Zuerst werden Kopf und Flugmuskeln verspeist.
Das sind die besten Stücke, reich an Proteinen!
Insekten sind Fressmaschinen.
Nichts ist vor ihrem Kiefer sicher.
Eine faulige Banane: der Himmel auf Erden für einen Rüsselkäfer.
Diese kleinen Sauger sind Läuse, die sich gerade am Saft
einer Rosenknospe laben.
Blattschneiderameisen arbeiten koordiniert zusammen
und bringen auf diese Weise eine Rekordernte ein.
Hierodula braucht pro Tag eine Mahlzeit.
Papilio muss fressen und fressen.
Hier wird Grünes nie knapp. Auch die hungrigste Raupe wird satt!
Die tropischen Regenwälder bedecken nur 2% der Erdoberfläthe,
beherbergen aber die meisten Tier- und Pflanzenarten. Mit gutem Grund:
Im Dschungel herrschen Tag für Tag Sonne, Dampf und viel Regen.
Bei diesem Wetter brauchen sogar Insekten Regenschirme.
Auf ihrer Suche nach Nahrung ist Papilio in gefährliche Gesellschaft geraten.
Ihre Augen können nur Hell und Dunkel unterscheiden.
Sie kann Hierodula nicht wahrnehmen.
Nun, Hierodula ist bereits satt und zeigt kein Interesse.
Bei allen Insekten ist das Skelett auch ihre äußere Hülle.
Es besteht aus einer robusten und vielseitigen Substanz: Chitin.
Bei Hierodula ist dieses Material hart und schützt ihn wie eine Rüstung.
Auf dem Boden entspinnt sich ein Kampf zwischen zwei Chitinpanzern.
Das Ziel: den Gegner auf den Rücken zu werfen.
Die Waffen: drei teuflische Chitin-Dornen.
Der Preis: ein Weibchen.
Die Regel: der Erste, der auf den Rütken fällt, hat verloren.
Gemessen an ihrer Größe, gehören diese Nashornkäfer zu den
stärksten Lebewesen auf der Erde.
Beide Kämpfer sind erschöpft, aber der Sieger hat immer noch genug
Kraft, um den Gegner zu bedrohen.
Sein Preis wartet.
Der Verlierer räumt das Feld.
Papilio wurde nicht zum Kämpfen geboren, aber dafür kann sie wie
ein Weltmeister fressen.
Und weil ihre Taille ständig zun immt, trägt sie einen weichen Chitinpanzer.
Insekten sind unermüdliche Globetrotter.
Hierodula ist aus seiner Rüstung gewachsen.
Er hat sie an einem Ast zurückgelassen.
Das Herauszwängen aus dem Panzer hat ihn erschöpft,
jetzt ist Hierodula müde und verwundbar.
Er muss ganz ruhig bleiben.
Der Wind hat sich gedreht. Der Jäger wird zum Gejagten.
Hierodula kommt noch einmal davon, die Grille nitht!
Papilio beginnt ihre beeindruckende Metamorphose.
Sie hat einen Seidenfaden gesponnen, mit dem sie sich an einem Halm festmacht.
Ein paar Stunden später sprengt sie ihren Raupenpanzer auf und streift ihn ab.
Während der Verpuppung ist sie in einem harten Gehäuse geschützt.
Als Blatt getarnt, ist sie ziemlich sicher vor hungrigen Mäulern.
Der Wald ist voller solcher Täuschungen.
Die Buckelzikade ähnelt einem Dorn, bis sich ein Nathbar bewegt.
In diesem Dschungel laufen scheinbar tote Blätter herum.
Der Panzer dieser Käferlarve passt sich perfekt der Rinde eines Baums an.
Und wer kümmert sich schon um ein Bällchen aus Flaum?
Es ist eine gut getarnte Marienkäferlarve.
Man kann sich auch durch Lärm verteid igen.
Oder man macht sich groß und kräftig.
Aber bei zu viel Angeberei geht der Sthuss auch mal nach hinten los.
Um Ärger zu vermeiden, sollte man besser nicht auffallen.
Papilio versteckt sich immer noch, getarnt als Blatt.
Im Inneren hat sich eine bemerkenswerte Metamorphose vollzogen.
Zwei Wochen sind vergangen.
Für Papilio beginnt ein neues Leben.
Die Raupe hatte sich verpuppt, und die Puppe hat sich schließlich
in einen Schmetterling verwandelt.
Papilios Leben als Schmetterling dauert nur ein paar Wochen.
Sie presst Luft und eine Blutflüssigkeit in ihre noch schlaffen Flügel,
die sch immernden Schuppen fangen die Wärme der Sonne ein.
Erst nach meh reren Stunden kann Papilio fliegen.
Papilio ist keine schwerfällige Raupe mehr und findet schnell einen Partner.
Insekten sind Meister der Fortpflanzung.
Unter anderem deswegen sind sie auf unserem Planeten so dominant.
Auf der Erde leben Milliarden über Milliarden von Insekten.
Auf nur 2,5 qkm gibt es ebenso viele Insekten wie Menschen auf der ganzen Erde.
Wo Insekten sind, sind ihre Jäger nicht weit.
Diese Kolonie von drei Millionen Fledermäusen vertilgt über
zweieinhalb Tonnen Insekten pro Nacht.
Auch am Boden ist kein Insekt sicher.
Während sich die nachtaktiven Jäger zur Nahrungssuche aufmachen,
warten andere auf ihre Freihaus-Lieferung.
Nach Stunden des Zusammenseins trennt sich das Paar wieder.
Papilio legt ihre Eier eines nach dem anderen auf Zitronenblättern ab.
Auch Hierodula geht auf Brautschau.
Das Weibchen lockt ihn mit Schwänzeln und mit einem verfü hrerischen Duft an.
Aber kann man ihr trauen.
Bei Gottesanbeterinnen ist die Paarung ein tödliches Spiel.
Oft beißen die Weibchen ihren Liebhabern den Kopf ab.
Hierodula muss sich sehr vorsichtig nähern.
Er hält das Weibchen mit seinen Fühlern auf Abstand.
Sein Überleben hängt von einer ganz bestimmten, gezielten Berührung ab,
die dem Weibchen signalisiert, dass er keine Beute ist.
Eine Nacht wie diese und es werden 200 kleine Gottesanbeterinnen
auf die Welt kommen.
Hierodula hat seine Funktion erfüllt
und seinen Kopf behalten.
Papilio mag keine Blätter mehr, vielmehr locken sie die Blüten an.
Hierodula beginnt den Tag mit einer Reinigung.
Hierodula hat Hunger.
Papilio taucht ihren Rüssel wie einen Strohhalm tief in die
Blüten ein und labt sich am süßen Nektar.
Sie fliegt von Blüte zu Blüte und trägt Blütenstaub
von der einen zur anderen.
Das ist von entscheidender Bedeutung:
Ohne Bestäubu ng keine Früchte, ohne Früchte kein Samen,
ohne Samen keine Fortpflanzung.
Das Leben von Papilio nimmt seinen natürlichen Lauf.
Sie hat eine der großartigsten Verwandlungen durch lebt:
Von der Raupe...
zum Schmetterling.
Das Leben von Papilio war zwar kurz, aber erfolgreich.
Dieses sich kringelnde, hung rige Insekt ist ein Nachfahre von Papilio.
Wie einst die Mutter, beginnt diese winzige Raupe ihre Lebensreise.
Ein neuer Nachkomme in der fantastischen Welt der Insekten.
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