All language subtitles for Der Krieg und ich - S01E03 - Sandrine aus Frankreich (1942).deu_ff időzített

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Original subtitles

Wir nehmen euch mit auf eine Reise in die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Ich will auch endlich dazugehören!

Wir machen weiter, wir geben nicht auf.

Endlich sind wir Soldaten.

Ich will, dass der Krieg aufhört.

Mama, Papa, wo seid ihr?

Ich muss nur vorsichtig sein.

So etwas soll nie wieder ein Mensch erleben müssen.

Wir lassen uns nicht unterkriegen.

Der Zweite Weltkrieg. Kinder wie wir haben ihn vor langer Zeit erlebt.

Und wir wollen euch davon erzählen.

(Entfernte Zuggeräusche)

Frankreich 1942.

In einem Dorf im Süden Frankreichs lebt die 13-jährige Sandrine.

(Zwei Jahre Krieg und der Zug aus Paris kommt immer noch pünktlich.)

(Ruhige Musik, Zugbremsen)

(Nur die Reisenden sehen immer dünner und blasser aus.)

(Lautsprecherdurchsage auf Französisch)

(Spannende Musik)

Bonjour. - Bonjour.

Haben Sie vielleicht Bücher für mich?

Was denn für Bücher?

Das Alte Testament, in zwei Teilen. - Natürlich.

Eine Lieferung aus Deutschland.

Los! Los, los, los! Beeil dich!

Hier ist Teil eins. - Guten Tag.

Und Teil zwei.

Darf ich bitte bei meinen Geschwistern bleiben?

(Gott weiß, wo ihre Eltern jetzt sind.)

(Hoffentlich nicht mehr in Paris.)

(Stimmengewirr im Hintergrund)

Gehen wir, wir müssen hier entlang. - Au revoir.

Au revoir. - Seid bloß vorsichtig.

Los, los, schnell! (Ernste Musik)

Tausende Menschen fliehen in den Süden Frankreichs.

Der Norden und Westen ist von Deutschland besetzt.

Die deutschen Besatzer herrschen mit Unterdrückung und Gewalt.

Vor allem Juden werden rücksichtslos verfolgt.

Der Süden Frankreichs, die sogenannte Freie Zone,

wird noch von Franzosen regiert.

Deswegen werden viele jüdische Kinder hierher gebracht.

Kannst du mir sagen, wie du heißt?

Also, wie ist dein Name?

Jacques?

Nein, David, denk nach! Wie heißt du?

(Sie seufzt.)

Gustave?

Er hatte schon so viele Namen, viel zu viele.

Wir mussten uns ja ständig verstecken

und immer wieder fliehen.

Erst aus Deutschland nach Paris und dann hierher.

Wir mussten uns jetzt schon vier Namen merken.

Sie hat es dir grade gesagt! - Ich kann es mir nicht merken!

Pscht!

In einigen Tagen bekommt ihr neue Pässe mit neuen Namen.

Wenn die Polizei dich kontrolliert,

musst du deinen neuen Namen sagen, ohne zu zögern!

Sonst sperren sie dich ein.

Nicht nur dich. Uns alle! Verstehst du?

So, seht mal, was ich für euch gefunden habe.

Einmal das ...

(Mein Lieblingskleid?) - Ja, das ist doch was für dich.

(Und die Strümpfe hat Oma für mich gestrickt.)

Sandrine, du bist doch einverstanden?

(Wieso fragt sie überhaupt?)

(Sie hat doch schon alles verteilt.)

Aber natürlich.

Und das hier ist für ... Wie heißt du denn, mein Kleiner?

Henri. Mein Name ist Henri.

Ja! - Ja!

Gut ... (Oh, ich hab diesen Krieg so satt.)

(Ruhige Musik)

freiwillig mit dem deutschen Diktator Adolf Hitler zusammenzuarbeiten.

(Ruhige, ernste Musik)

Öffentliche Parks und Cafés sind ihnen verboten.

Sie können jederzeit grundlos verhaftet werden.

Viele Juden leben deswegen mit falschen Namen und Pässen.

Und auch wer den Juden helfen will, lebt gefährlich.

Möchtest du noch was? - Ja, gerne.

(Mann:) Pass mal auf: Was ist das?

Das Blut Christi.

Bravo! - Hervorragend!

Bald wird niemand mehr denken, dass ihr keine Christen seid.

Ja, es ist nur so, dass ...

Kommst du, Mama? - Räum bitte ab, ja?

Gibst du mir deinen Teller, bitte? Und das kleine Stück Brot?

Danke. - Ich bring das nur schnell weg.

(Sie seufzt.)

(Das Geschirr klappert.)

Ja ... Hausmusik. Na dann!

(Er spielt "Für Elise" von Ludwig van Beethoven.)

Sie haben meine Sachen, mein Zimmer und jetzt noch Papa.

Sandrine! - Ich mein ja nur, dass das ...

Die drei haben absolut nichts und niemanden.

Weder Vater noch Mutter, gar nichts.

Sie bei uns aufzunehmen, ist das Mindeste, das wir tun können.

Mama!

Sandrine, was stört dich wirklich?

Aber, hast du überhaupt keine Angst um Papa?

Es wird doch jeden Tag gefährlicher!

Und er versteckt Juden, als ob er unverwundbar wäre!

(Motorgeräusch) Still! Sei leise!

(Klaviermusik)

Los, versteckt euch! Schnell, schnell!

Komm, komm! Los, versteckt euch!

(Motorgeräusch, ernste Musik)

Die Polizei sucht gezielt nach Juden,

deswegen müssen sie sich ständig verstecken.

Manche leben jahrelang auf Dachböden oder in Kellern.

Sie haben ständig Angst, entdeckt zu werden,

sind oft tagelang ohne richtiges Essen.

Nicht nur in Frankreich ist es so, sondern überall in Europa,

wo die Nationalsozialisten und ihre Helfer die Macht haben.

Nicht niesen dürfen oder husten, das geht wirklich auf die Nerven.

Abwarten ist das Schlimmste, was es gibt.

(Passiert jetzt das, wovor ich mich schon immer gefürchtet habe?)

Von Paris bis Bordeaux heißt es,

dass dieses Dorf ein Zufluchtsort für Juden ist.

Glauben Sie wirklich, Sie könnten das geheim halten?

Wir wissen genau, was hier vor sich geht

und welche Rolle Sie dabei spielen.

(Bitte, Papa, tu einfach, als ob du nichts weißt.)

Monsieur Dubois, pardon, Major Dubois,

ich tue nur meine Pflicht.

Sie führen mit Ihren Hetzreden die Bewohner absichtlich in die Irre.

Sie fordern auf, Kleider und Essen zu spenden und Juden aufzunehmen.

Ich weiß nicht, was ein Jude ist, ich kenne nur Menschen.

(Eine Pendeluhr tickt.)

Diese Menschen gefährden aber nicht nur Sie, Sie persönlich,

sondern auch Ihre Familie und das ganze Dorf.

Ich gebe Ihnen eine letzte Chance,

Ihr Leben und das Ihrer Angehörigen zu retten.

Nennen Sie mir die Namen aller Juden, die sich im Dorf befinden.

(Papa, bitte sag ihm, es gibt hier keine Juden.)

(Nur eine kleine Lüge und wir sind alle gerettet.)

Ich bin ein Hirte. Ein Hirte lässt seine Herde nicht im Stich.

Ich gebe Ihnen keinen Rat, sondern einen Befehl!

Wenn Sie die Gesetze nicht respektieren, werden Sie verhaftet!

Ich respektiere Gesetze, die weit über Ihre Vorschriften hinausgehen.

Menschlichkeit, Nächstenliebe.

Mitgefühl.

Barmherzigkeit.

(Angespannte Musik)

Wie Sie wollen.

(Schritte)

Mein Gott, Papa, was hast du getan?

(Er seufzt.)

Mit Worten wie "Nächstenliebe" und "Mitgefühl"

können die Nationalsozialisten nichts anfangen.

Für sie zählt das Recht des Stärkeren, so handeln sie auch.

Schwachen wird nicht geholfen, sondern sie werden ausgegrenzt,

ja, sogar verfolgt.

(Ernste Musik)

Für jeden überzeugten Christen stellt sich die Frage,

ob man sich dagegen wehrt und sein Leben riskiert,

indem man anderen Menschen hilft.

(Kirchenglocken)

Wenn die Gesetze der Machthaber unmenschlich sind,

dürfen wir sie auf keinen Fall befolgen,

sondern müssen dem Willen Gottes gehorchen.

Nur wenige haben den Mut und leisten Widerstand.

Sie hören auf ihr Herz und nicht auf die Nazis.

Und zwar nicht nur mit Worten,

Denn allein durch Gebete ist noch niemand gerettet worden.

Und nun möge Gottes Segen mit euch allen sein!

(Die Kirchentür geht auf.) Papa!

und wegen verbotswidrigen Umgangs mit Juden.

Nein, nicht! - Sandrine! Ganz ruhig.

Kommen Sie freiwillig mit oder müssen wir Gewalt anwenden?

(Langsame Musik)

(leise:) Seid vorsichtig.

Wir werden für Sie beten. - Merci, Madame.

(Die Gemeinde singt ein Kirchenlied auf Französisch.)

Keine Sorge! Wir sehen uns wieder! - Schafft ihn weg!

Es ist eine verkehrte Welt.

Wer zur Nächstenliebe aufruft und anderen hilft,

Der französische Pfarrer André Trocmé rettet mit seiner Familie

und der Kirchengemeinde Tausende Menschen,

die von den Nationalsozialisten verfolgt werden.

Er wird dafür verhaftet.

Die französische Regierung hat riesige Gefangenenlager errichtet.

Dort sperrt sie alle ein, die Widerstand leisten

und auch Zehntausende Juden.

Sie werden an die deutschen Besatzer ausgeliefert.

Die meisten von ihnen kehren nie zurück.

(Ruhige, ernste Musik)

(Schluchzen)

Sandrine! (Schnelle Schritte)

Sandrine! Wo bist du?

Warum haben wir die aufgenommen?

Was haben wir mit denen zu tun?

Die sind ja nicht mal Franzosen!

Das ist so ungerecht!

Marie, Cécile aus meiner Klasse, die leben ganz normal

und haben auch niemals Angst.

Warum kann das nicht bei uns so sein?

Sandrine. Papa hat sich entschieden,

nicht wegzuschauen, sondern zu helfen.

Und was hat er nun davon? Sie haben ihn eingesperrt!

Weil er sich um Menschen in Not kümmert

und immer wieder zu Mitmenschlichkeit aufruft.

Also, wer macht was falsch? Papa oder die, die ihn verhaftet haben?

Sandrine, jeder hat nur ein Leben

und muss selbst entscheiden, was er damit anfängt.

Etwas Gutes, was Schlechtes oder gar nichts.

(Ruhige, ernste Musik)

Und was machen wir jetzt mit den Flüchtlingen?

Mama, ohne Papa können wir das nicht schaffen!

Mach dir keine Sorgen, mein Kind.

Du hast es selbst in der Kirche gesehen, wir sind nicht allein.

Solange unser ganzes Dorf zusammenhält,

können wir Papas Arbeit weiterführen.

Früher oder später

werden die Deutschen aus Frankreich verschwinden.

Doch im Gegenteil.

Die Franzosen haben nun in ihrem ganzen Land nichts mehr zu sagen.

Die deutschen Besatzer übernehmen alle Macht.

Und es wird immer schwieriger, ihnen zu helfen.

(Beten allein ist nicht genug, sagt Papa.)

(Aber was?)

Lieber Gott, gib mir ein Zeichen.

Ich bitte dich, was muss ich tun?

(Getragene Musik)

(Knarzen, erschrockener Laut)

(Mann:) Ich soll dich von deinem Vater grüßen.

Wann kommt er wieder nach Hause?

Das kommt ganz auf dich an. - Wie meinen Sie das?

Ich liebe Frankreich sehr.

Und ich werde es mir nie verzeihen, wenn Frankreich zerstört wird.

Zerstört? Meinen Sie wirklich?

Und ob.

Ja, aber was wollen Sie jetzt von mir?

Das ist ganz einfach.

(Angespannte Musik)

Die Juden.

Du sagst mir, wo sie sind, und das Dorf ist gerettet.

(Spannende Musik)

Und ich sorge dafür, dass dein Vater wohlbehalten zurückkehrt.

(Soll ich das tun? Alles wäre normal.)

(Kein Verstecken mehr, keine Angst.)

Nein. Niemals, nein!

(Angespannte Musik)

Überleg's dir noch mal, immerhin geht's um deinen Vater.

(Ruhige Musik)

Einigen genügen Protest und friedlicher Widerstand nicht mehr.

Sie reagieren auf die Gewalt der deutschen Besatzer und ihrer Helfer

mit Gegengewalt und schlagen selbst mit Waffen zurück.

(Ruhige, ernste Musik)

Die Rache der deutschen Soldaten auf diese Angriffe ist erschreckend.

Wenn sie die Angreifer nicht finden, zerstören sie manchmal ganze Dörfer.

Hunderte unschuldige Einwohner werden erschossen oder eingesperrt.

Lieber Gott, gib mir Kraft, ich bin nicht so stark wie Papa.

(von nebenan:) Mama, Papa! - Ich möchte helfen, aber ...

Ich habe Angst, etwas falsch zu machen.

Geht weg! Papa! Papa!

Schrei nicht so! Sei leise!

Papa ist schon eingesperrt, wollt ihr uns alle in Gefahr bringen?

Mama! Papa! Geht weg! - Was geht hier vor?

Sandrine, wir dürfen ihn nicht wecken.

Sonst schreit er noch viel mehr. - Lasst mich los!

Er hat wieder diesen Albtraum.

Er hat gesehen, wie Papa und Mama verhaftet wurden.

Das hört gleich auf, wirklich. - Mama!

Nein, lasst sie gehen! - Schick uns nicht weg, bitte!

Niemals. - Geht weg! Geht weg! Bitte nicht!

Lasst sie los! Geht weg!

Komm, beruhige dich. - Mama! Papa!

Hab keine Angst.

Ich hatte schon wieder diesen Traum.

War ich laut? - Ja, ganz schön sogar.

Müssen wir jetzt wieder weg?

Nein! Das verspreche ich euch.

Eine Razzia! Schnell, versteckt euch! Schnell!

(keuchend:) Schnell.

Schnell, zieht euch an! Versteckt euch!

Lasst nichts rumliegen. Schnell!

(Aufregende Musik)

Bei einer Razzia werden ganze Straßen abgeriegelt

und jedes Haus durchsucht.

während der Naziherrschaft solche Aktionen.

Nachdem wir verraten wurden, sind sie gekommen, um uns zu verhaften.

Eine Freundin hat mich gewarnt: Monique, geh nicht nach Hause!

Es beklemmt mich, dass wir niemals hinaus dürfen,

und ich habe große Angst, dass wir entdeckt werden.

(Schnelle Schritte)

(Es klopft an der Tür.)

(David flüstert:) Könnt ihr jemanden sehen?

Niemand verlässt das Haus!

(Klirren) Machen Sie nichts kaputt!

Sie haben doch schon meinen Mann! - Nehmen Sie Platz!

(Schritte)

Du hattest deine Chance.

(Angespannte Musik)

(Er seufzt.)

Und du versteck dich, wenn dir dein Leben lieb ist! Sonst kommst du mit.

Und ich will damit Gutes tun.

Und Sie? Tun Sie nicht auch viel lieber Gutes?

Oder nur Böses?

(Spannende Musik)

(Lebhafte Musik)

(leise:) Kommt!

Einzelne französische Polizisten wechseln tatsächlich die Seite

und schützen ihre Landsleute und die Juden.

Merci. - (leise:) Geh jetzt!

Manche Polizisten warnen sogar vor einer Razzia der deutschen Soldaten,

damit sich alle rechtzeitig verstecken können.

So ist es auch in der Gemeinde des Pfarrers Trocmé in Le Chambon.

Gemeinsam gelingt es den Menschen dort,

5.000 Flüchtlinge vor den Deutschen zu verstecken.

Über 3.000 davon sind Juden.

Diese unglaubliche Hilfsaktion der Bewohner von Le Chambon

(Ruhige Musik)

Geht's? - Warte, komm her!

(Keuchen)

Keine Sorge, hier sind wir erst mal sicher. Niemand kennt das hier.

(Angespannte Musik)

(Erschrockener Laut)

(Er sagt etwas Unverständliches.)

Papa!

Bonjour, mein Schatz.

(Langsame Musik)

Ich hatte solche Angst.

Ich dachte, ich sehe dich nie wieder.

Major Dubois hat mich gehen lassen, das war unglaublich.

Gegen den Willen der Deutschen.

Papa, der Major hat uns auch nicht verraten.

Nur seinetwegen konnten wir bei der Razzia fliehen.

Es sieht so aus, als hätten wir viel mehr Helfer, als wir dachten.

Und was jetzt? Die werden uns doch finden.

Aber nein, es wird alles gut.

Bald bekommt ihr eure neuen Pässe.

Und damit könnt ihr dann über die Grenze.

Und dann seid ihr endlich ... (Klappern)

in Sicherheit.

Iss schön.

(David:) Mmh!

Wirklich in Sicherheit sind Juden nur da,

wo die Nationalsozialisten keine Macht haben.

In Länder wie die USA dürfen Juden nur einreisen,

wenn sie viel Geld mitbringen.

Doch den meisten Juden wurde von den Nazis alles weggenommen.

So bleibt ihnen nur eine heimliche Flucht

in sichere Länder wie Großbritannien oder die Schweiz.

Mit falschen Papieren und unter falschem Namen.

Habt ihr alle eure Pässe? - Mhm!

Mhm. Und wie heißt du?

Na komm, so schwer ist es doch nicht.

Ich heiße Henri. Henri!

Bald kann euch nichts mehr passieren.

Au revoir. - Danke für alles!

Au revoir. - Danke.

Danke, Sandrine. Auf Wiedersehen.

(Ruhige Musik)

(Bewegte Musik)

Bonjour. - Bonjour.

Bitte hier entlang, Madame. - (leise:) Au revoir.

(lauter:) Au revoir!

(Wir machen weiter. Wir geben nicht auf.)

(Bewegte Musik)

vor den Deutschen sicher zu sein.

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