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Farben der Hauptpersonen: Kommissar Guido Brunetti
Paola, Brunettis Frau
Vianello, Brunettis Kollege
Patta, Brunettis Chef
Della Corte
Regina Ceroni
Franca Trevisan
Leises Stöhnen. Kommen Sie ! Eine lebt noch !
Da drüben !
Elettra Chiara Brunetti
Dr. Aurino Mara
Eine Änderung der Regeln für Importe aus Polen ist nicht in Sicht.
Wir werden in Absprache mit der Handelskammer eine Lösung finden.
Ich bin ebenfalls sicher... Ein Schuss
Zwei weitere Schüsse.
vt vt vt UNTERTITEL vt vt vt
vt vt vt UNTERTITEL vt vt vt
Danke. Ciao.
Guten Morgen, Kommissar. Guten Morgen.
Guten Morgen, Kommissar.
Guten Morgen, Signorina Elettra. Lassen Sie sich nicht stören.
Das ist eine Konzentrationsübung für das innere Gleichgewicht.
Patta will Sie dringend sprechen. Wegen Trevisan ?
Er telefoniert seit 30 Minuten mit dem Bürgermeister.
Dann war das Opfer prominent. Haben Sie ihm gesagt, wo ich bin ?
Ich habe gesagt, Sie sind in Ermittlungen unterwegs.
Für eine Polizistin haben Sie ein lockeres Verhältnis zur Wahrheit.
Er ist jetzt fertig. Wie geht die Entspannungsübung ?
Brunetti klopft.
Wo stecken Sie, Brunetti ? Setzen Sie sich.
Ich rief gestern Abend schon an. Wir haben bei Freunden gegessen.
Ihr Handy war ausgeschaltet ! Seit gestern liegt der Fall bei mir !
Trevisan saß im Stadtrat. Sein Schwiegervater ist ein Ex-Minister.
Und er war ein Freund des Bürgermeisters.
Der Bürgermeister möchte den Fall schnellstmöglich geklärt haben.
Trevisan war ein wichtiger Mann. Wurde er beraubt ?
Nein. Es war alles noch da. Seine Ehefrau ?
Unwahrscheinlich. Sie leitet den Lions Club.
Natürlich.
Sie übernehmen den Fall. Behandeln Sie ihn so, wie es angebracht ist.
Was ist angebracht ? Vermeiden Sie unnötigen Wirbel.
Den gibt es doch bereits.
Vianello hustet. Guten Morgen.
Wir fahren ins Leichenschauhaus. Sind Sie erkältet ?
Das kann man sagen. Kein Wunder bei der Kälte.
Ein Vorurteil. Erkältungen entstehen durch Viren, nicht durch Kälte.
Die Kälte schwächt höchstens unsere Abwehrkräfte.
Wieder etwas gelernt !
Die Kollegen haben alle Reisenden im Zug überprüft. Ohne Ergebnis.
Der Täter hat Trevisan zwischen Padua und Mestre erschossen.
In Mestre konnte er problemlos den Zug verlassen.
Wen besuchte Trevisan in Padua ? Das wissen wir noch nicht.
3 Schüsse, Kaliber 5,6 Millimeter.
Ein Schuss traf das Herz, zwei den Magen. Er war sofort tot.
Der Täter stand höchstens einen Meter entfernt.
Trevisan war gesund.
Nur eine Sterilisation und eine Blinddarmnarbe fallen auf.
Er hätte noch 20 Jahre leben können. Bist du sicher ?
Gut, 18. Mit der Sterilisation ?
Ein kleiner Eingriff, bei dem der Samenleiter durchtrennt wird.
Das würde ich nie machen lassen. Die Erektionsfähigkeit bleibt.
Warum hat er das machen lassen ? Dazu kann ich nichts sagen.
Vermutungen sind dein Gebiet, Guido.
Vielleicht wollte seine Frau nicht verhüten.
Sie vergessen das Naheliegendste. Vielleicht wollte er fremdgehen.
Das geht auch ohne Sterilisation. Stimmt. Aber Trevisan war reich.
Da bekommt man leicht ein Kind angehängt.
Trevisans Stimme vom Diktiergerät:
Eine Änderung der Regeln für Importe aus Polen ist nicht in Sicht.
Wir werden in Absprache mit der Handelskammer eine Lösung finden.
Ich bin ebenfalls sicher... Ein Schuss. Stöhnen.
Zwei weitere Schüsse.
Nach dem ersten Schuss ist eine Pause.
Der Täter hat aus irgendeinem Grund gewartet.
Vielleicht wollte er Trevisan sterben sehen.
Nachrichten: Bei dem Unfall in den Dolomiten starben 7 Mädchen.
Sie sind noch nicht identifiziert.
Venedig: Der prominente Anwalt Trevisan wurde im Zug erschossen.
Genaueres ist noch nicht bekannt. Das waren die Nachrichten.
Paola schaltet das Radio aus.
Ciao ! Ciao, Guido.
Du hast Wasser mitgebracht ! Natürlich.
Wie gut das riecht ! Meinst du mich oder das Essen ?
Dich. Lügner !
Ich bin hungrig wie ein Wolf. Hast du den Fall bekommen ?
Patta meint, ich hätte sonst nichts zu tun. Wo sind die Kinder ?
Raffi ist bei Sara. Und die Kleine ?
Deine "Kleine" ist 15 und fast schon eine Frau. Sie brütet über Mathe.
Na ? Ich verstehe es einfach nicht.
Das kann doch nicht so schwer sein.
Klar...
Ich schaue es mir später in Ruhe an.
Au ! Hör auf !
Du sollst aufhören ! Geh weg !
Kommt ihr zum Essen ? Ja ! Komm mit !
Wir forschen nach, warum Trevisan in Padua war.
Eine andere Frau ? Möglich.
Seine Tochter war früher in meiner Klasse.
Carlo Trevisans Tochter ? Sie heißt Francesca.
Hast du sie gut gekannt ? Viele konnten sie nicht leiden.
Ich fand sie ganz nett. Sie wechselte aber bald die Schule.
War sie auch mal bei uns ? Nein.
Ihre Mutter wollte nicht, dass sie zu anderen Leuten geht.
Und wie ist Signora Trevisan ? Mich auszufragen ist Papas Aufgabe.
Also gut. Warum durfte sie nur zu Hause mit anderen Kindern spielen ?
Ihre Eltern hatten wohl Angst vor einer Entführung.
Ich steige hier aus. Ich konnte die Witwe nicht sprechen.
Nur einen Anwalt der Kanzlei namens Martucci. Ein unangenehmer Mensch !
Wieso ? Er hatte für Trevisan wenig übrig.
Zur Witwe ließ er mich nicht. Sie sei für niemanden zu sprechen.
Als ob es um einen Empfang bei der Königin von England ginge !
Herrliches Wetter ! Bestimmt folgt ein schlimmer Winter.
Was hätten Sie gesagt, wenn heute schlechtes Wetter wäre ?
Das Gleiche. Bis später !
Erlauben Sie, dass ich Ihnen mein Beileid ausspreche, Signora.
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie Zeit für dieses Gespräch haben.
Natürlich. Signor Martucci war die rechte Hand meines Mannes.
Ich habe ihn gebeten dabei zu sein.
Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll.
War Ihr Mann in letzter Zeit beunruhigt oder nervös ?
Nicht nervöser, als er sonst durch die Arbeitsbelastung war.
Hatte er Ärger mit einem Klienten ? Nein.
Wie war sein Verhältnis zu seinen Angestellten ?
Gab es da Schwierigkeiten ? Bestimmt nicht.
Sonst hätte er es mir erzählt.
War Ihre Ehe glücklich ? Ja !
Mit wem war Ihr Mann befreundet ?
Wozu müssen Sie das wissen ?
Das Problem ist: Ich muss wissen, was er für ein Mensch war.
Er wurde kaltblütig umgebracht und ausgeraubt. Das ist das Problem !
Es war kein Raubmord.
Wir fanden übrigens in seiner Tasche ein Flugticket nach Bukarest.
Wir haben Klienten in Osteuropa. Ach so.
Firmen, die italienische Hersteller beliefern.
Der Grund sind die niedrigen Löhne in Osteuropa.
Können wir eine Liste Ihrer Klienten haben ?
Die Kanzlei legt Wert auf Diskretion.
Ich werde den Fall mit größter Diskretion behandeln.
Haben Sie noch weitere Fragen ?
Im Moment nicht. Nochmals vielen Dank, dass Sie mich empfangen haben.
Guten Tag. Guten Tag.
Ich... Bitte komm rauf, Francesca.
Wie würde meine Tochter wohl auf meinen Tod reagieren ?
Francesca Trevisan sah nicht besonders traurig aus.
Jeder Mensch trauert auf seine Art.
Die Signora arbeitet für gemeinnützige Organisationen.
Krebshilfe, eine Waisenhaus- Stiftung und so weiter.
Ihr Ruf ist so makellos wie der ihres Mannes.
Das dachte ich mir. Finden Sie mehr über diese Ost-Kontakte heraus.
Haben Sie noch 5 Minuten Zeit ? Sicher.
Wir haben das Reisebüro überprüft, das das Ticket ausgestellt hat.
Die Besitzerin des Reisebüros war früher Dolmetscherin bei Trevisan.
Und ? Sie sieht sehr gut aus.
Vielleicht hatte er was mit ihr. Das ist doch nicht Ihr Ernst.
Für irgendwas muss die Sterilisation gut gewesen sein.
Das hat Sie tief beeindruckt. Wie heißt die Besitzerin ?
Regina Ceroni. Ich ermittle im Mordfall Trevisan.
Wie eng war Ihr Kontakt zu ihm ?
Ich war mal Dolmetscherin bei ihm. Wir waren oft in Rumänien und Polen.
Seine Kanzlei baute vor 4 bis 5 Jahren ihre Ost-Kontakte auf.
Was wurde aus Ihrer Beziehung ? Bitte.
Wir hatten nie eine Affäre.
Wir haben uns sehr gut verstanden, aber der Kontakt war rein beruflich.
Seine Kanzlei bucht alle Reisen über mich.
Was Sie hier sehen, habe ich mir wirklich alleine aufgebaut.
Entschuldigung. Ich wollte nichts unterstellen.
War Trevisan seiner Frau untreu ?
Er hatte Macht. Das wirkt auf viele Frauen anziehend.
Vielleicht sollte ich nicht... Die Kanzlei ist ein wichtiger Kunde.
Ich verstehe. Danke für Ihre Offenheit.
X ist gleich...
Ich gehe zum Training. Raffi ! Kannst du mir mal helfen ?
Jetzt nicht. Da musst du alleine durch.
Papa ! Hier.
Hallo. Hallo, mein Engel.
Ist Mama noch nicht da ? Sie hat eine Besprechung in der Uni.
Wir sollen nicht auf sie warten. Gleich gibt"s Essen.
Entschuldigung.
Was verdienen Polizisten pro Stunde? Zu wenig. Warum ?
Ich habe mich über Francesca Trevisan erkundigt.
Dafür musste ich leider Mathe ausfallen lassen.
Ausgerechnet Mathe ! Was hast du herausgefunden ?
Sie hat einen Freund, der 20 ist. Sie sind ein richtiges Liebespaar.
Francesca will mit ihm abhauen, sagt ihre Freundin.
Warum ?
Sie hat oft Streit mit ihrer Mutter.
Sie hasst ihre Mutter, weil sie ihren Vater herumkommandiert hat.
Inwiefern ? Nicht so wie bei Mama und dir.
Ernsthafter. Also: Wie viel ist dir meine Arbeit wert ?
Sagen wir 20.000 Lire.
Sagen wir 30.000.
Fernseh-Nachrichten: Der Lkw kam aus Bukarest.
Er fuhr mit der deklarierten Ladung los. Die Mädchen stiegen später zu.
Padua: Der Steuerberater Rino Favero wurde tot in seiner Garage gefunden.
Die Polizei geht von Selbstmord aus.
Nach ersten Ermittlungen vergiftete er sich mit den Abgasen seines Autos.
Hast du mit Chiara Mathe gelernt ? Warte mal.
Favero sollte zum Bestechungsskandal im Gesundheitsministerium aussagen.
Woher nehmen die das ganze Geld für diese Bestechungen ?
Von uns, über die Medikamentenpreise.
Manchmal denke ich: Alles, was ich tue, ist sinnlos.
Wozu Trevisans Mörder suchen, wenn die dicken Fische doch davonkommen ?
Du kennst die Antwort. Ja.
Dann sag es. Weil man es versuchen muss.
Genau.
Warum hat sich Favero umgebracht ?
Vielleicht wollte er einer Anklage entgehen und seine Ehre retten.
Welche Ehre ? Diesen Begriff kannte er bestimmt gar nicht.
Was ist mit Chiaras Mathe-Aufgaben ? Ich verstehe sie auch nicht.
Die Anwälte haben die Klientenliste immer noch nicht geschickt.
Die Witwe behauptet: Sie weiß nichts über die Geschäfte ihres Mannes.
Das Telefon läutet. Hallo ? Moment bitte.
Jemand will Sie sprechen. Er hat keinen Namen genannt.
Brunetti. Mit wem spreche ich ? Übermorgen wird Trevisan beerdigt.
Können wir uns dort treffen ? Worum geht es ?
Das besprechen wir dort. Geben Sie mir Ihre Nummer.
Nein. Sie werden es verstehen, wenn wir uns unterhalten haben.
Woran erkenne ich Sie ? Ich sehe wie ein Polizist aus.
Der Anrufer hat aufgelegt.
Martucci ist immer in ihrer Nähe.
Er nimmt seine Aufgabe als Trevisans rechte Hand sehr ernst.
Was hört man in der Kanzlei über ihn ?
Er ist Sizilianer, trat vor 2 Jahren in die Kanzlei ein.
Er brachte eine Reihe wichtiger Klienten mit.
Trevisan versprach ihm damals eine Teilhaberschaft.
Martucci ist Teilhaber ? Eben nicht.
Trevisan brach die Absprache. Wie unfreundlich von ihm.
Das ist Francesca, die Tochter.
Kommissar Brunetti ? Capitano Della Corte von der Polizei Padua.
Was kann ich für Sie tun ? Ich ermittle im Fall Favero.
In Padua ? Ja.
In seinem Adressbuch stand Trevisans Nummer.
Das ist nicht ungewöhnlich. Es stand kein Name dabei.
Insgesamt stehen 4 Nummern ohne Namen in dem Buch:
Trevisan, die Pinetta-Bar in Mestre und zwei Anschlüsse in Bukarest.
Warum kommen Sie nicht ins Büro ? Faveros Tod war kein Selbstmord.
Aber mein Chef hält den Obduktionsbericht zurück.
Offiziell, um Presserummel zu vermeiden.
Favero hatte 4 Milligramm Rohypnol im Blut.
Mit dieser Menge Schlafmittel kam er nicht mehr bis in die Garage.
Was wissen Sie über die Telefonnummern in Bukarest ?
Erinnern Sie sich an den Lkw-Unfall in den Dolomiten ?
In dem Lkw fand man die Leichen von 7 jungen Rumäninnen.
Ich rief die Nummern in Bukarest an.
Dahinter verbarg sich mal eine Spedition namens Voinea.
Aber die Büros wurden 2 Tage nach dem Unglück aufgelöst. Komisch, oder ?
Vergleichen Sie Trevisans Telefonlisten mit Faveros.
Wegen Übereinstimmungen, zum Beispiel der Pinetta-Bar ?
Genau. Geben Sie Informationen bitte nur an mich persönlich.
Zunächst muss ich Erkundigungen über Sie einholen.
Das habe ich auch getan.
Was ist das für ein Land, in dem Polizisten so arbeiten müssen ?
Entschuldigen Sie die Störung. Haben Sie einen Termin ?
Es dauert nicht lange. Nur eine Formalität.
Wir warten noch immer auf die Klientenkartei Ihrer Kanzlei.
Wozu brauchen Sie die ?
Ein Klient könnte in den Mord verwickelt sein.
Haben Sie eine Vorstellung von unseren Klienten ?
Natürlich ist es unwahrscheinlich. Aber ich kenne das Mordmotiv nicht.
Vielleicht hängt es mit Trevisans Beruf zusammen.
Ausgeschlossen. Bitte geben Sie mir die Kartei.
Sonst beantrage ich eine richterliche Verfügung.
Wollen Sie mir drohen ?
Warum tun Sie nicht Ihre Arbeit ?
Finden Sie den Mörder !
Wenn man mich nicht behindert, tue ich das gerne.
Der Fall überfordert Sie offenbar.
Deshalb wühlen Sie im Privatleben der Familie Trevisan herum.
Wir reden von den Klienten der Kanzlei.
Sie ziehen Erkundigungen in der Umgebung der Trevisans ein.
Gestatten Sie mir noch eine Frage: Kennen Sie den Namen Rino Favero ?
Was ? Er nahm sich in Padua das Leben.
Es stand in allen Zeitungen. Ich kenne ihn nicht.
Wieso fragen Sie ?
Würden Sie das schriftlich bestätigen ?
Ich kannte Rino Favero nicht. Genügt Ihnen das nicht ?
Das brauche ich schriftlich.
Ich schicke einen Kollegen vorbei. Auf Wiedersehen.
In der Liste der Telefongesellschaft fehlen alle Ortsgespräche.
Das darf doch nicht wahr sein ! Ich fühle mich wie Sisyphos.
So ist das Leben in der Unterwelt. Der Stein rollt immer wieder hinab.
Ein schrecklicher Gedanke.
Ich kenne den direkten Weg zur Unterwelt der Telefongesellschaft.
Wie ist der ? Mein Freund Giorgio arbeitet dort.
Er besorgt die fehlenden Nummern.
Rufen Sie ihn an. Sehr gerne, Kommissar.
Signorina ! Sie kennen sich doch in Farbpsychologie aus.
Wie wirkt grün auf den Menschen ? Sehr beruhigend.
Dann tragen Sie das bitte öfter.
Ich frage mich, ob Elettra Ihre Sekretärin oder die des Chefs ist.
So lange er sich die Frage nicht stellt, ist doch alles in Ordnung.
Ich habe Francesca angerufen. Sie will sich mit mir treffen.
Was hast du ? Chiara hilft mir.
Das will ich nicht ! Reg dich nicht auf, Mama.
Du sollst nicht spionieren ! Ich arbeite für die Polizei.
Du kannst nicht einfach aus deinen Freunden Informationen herauslocken.
Papa macht das auch. Er ist Polizist.
Meine Freunde wissen auch, wer ich bin.
Ich sage den Leuten, welche Folgen ihre Aussagen haben können.
Aber Chiaras Erkundigungen haben andererseits rechtlich kein Gewicht.
Die Leute können später leugnen. Hier geht es um etwas anderes.
Es geht um Loyalität. Es ist ein Vertrauensbruch !
Chiara horcht ihre Freundin aus. Das ist doch nicht strafbar.
Es ist schlimmer. Seine Freunde zu verraten ist Unrecht !
Moment, Moment !
Wir hatten Schwarzarbeiter in der Wohnung. Das ist strafbar.
Aber ich lasse mir von der Regierung nicht einreden, es sei Unrecht.
Willst du mehr Beispiele ? Nein.
Entschuldige, Chiara. Ich wollte dich nicht anschreien.
Das hast du aber.
Ich habe nicht erwartet, dass Chiara das so ernst nimmt.
Sie will dir gefallen. Sie braucht deine Anerkennung.
Vielleicht hilft sie dir deshalb. Vielleicht.
Martucci hat sich beim Bürgermeister über Sie beschwert.
Das dachte ich mir. Fällt Ihnen nicht mehr dazu ein ?
Der Bürgermeister hat mich gerügt ! Warum hat sich Martucci beschwert ?
Weil die Telefongesellschaft die Liste der Kanzlei herausgab.
Woher weiß der das ? Er weiß es eben.
Dann der Ärger mit der Kundenkartei. Diese Familie leidet doch genug !
Sie machen das Opfer zum Täter. Verärgern Sie diese Leute nicht.
Ich brauche die Listen ! Zeigen Sie Fingerspitzengefühl !
Martucci verlangt, dass Ihnen der Fall entzogen wird.
Das kommt natürlich nicht in Frage.
Ich lasse mir von Außenstehenden keine Vorschriften machen.
Trotzdem hoffe ich, dass wir uns verstanden haben.
Ich denke schon.
Wie schön, dass mein Chef uneingeschränkt hinter mir steht.
Ist Ihr Giorgio schon weitergekommen ?
Ja. Die Anrufe sind nach Häufigkeit und Telefonnummer geordnet.
Sehen Sie.
Wunderbar. Die Dauer der Gespräche hätte ich auch gerne.
Sonst noch etwas ? Ja. Die Telefonnummer des Mörders.
Privat oder geschäftlich ? Wo man ihn eher erreicht.
Eine Bitte habe ich noch. Schauen Sie sich die Mathematikaufgaben an.
Bei mir ist es schon so lange her.
Das ist ein einfacher Dreisatz.
Natürlich. Könnten Sie mir die Lösungen aufschreiben ?
Hier Brunetti. Es gibt Neuigkeiten. Ist Ihre Leitung sauber ?
Ja. Trevisan hat regelmäßig nach Bulgarien und Polen telefoniert.
Einen Tag nach dem Lkw-Unfall rief er mehrfach in Bukarest an.
Genau wie Favero. Hallo ? Ich bin noch dran.
Von Trevisans Privatanschluss wurde oft die Pinetta-Bar angerufen.
In Padua gibt"s Probleme. Der Fall Favero wurde eingestellt.
Er gilt offiziell als Selbstmord. Was heißt das ?
Im Autopsiebericht stehen nur noch 2 Milligramm Rohypnol.
Der Staatsschutz will meine Akten. Ihre Arbeit weckt Interesse.
So kann man es nennen. Ich gehe heute Abend in die Pinetta-Bar.
Ich werde auch da sein. Sie trauen mir also noch ?
Obwohl mir der Fall entzogen wurde ?
Kennen Sie Sisyphos ? Ich liebe den Mann.
Sie streiten.
Alle Proben und Berichte von Faveros Autopsie sind verschwunden.
Der Pathologe sagt: Bei der ersten Autopsie habe er sich geirrt.
Mit 2 mg Rohypnol habe Favero noch in die Garage gehen können.
Dort habe Favero sich vergiftet. Also Selbstmord.
Der Pathologe ? Er bekommt Druck von oben.
Ich habe keine Erlaubnis zur Fortsetzung meiner Untersuchungen.
Passen Sie auf, dass Ihnen das nicht passiert.
Das Innenministerium hat sich eingeschaltet.
Wenn die Herren sauer sind, zeigen sie schnell die rote Karte.
Also Vorsicht !
Einer von uns muss die Ware hier testen.
Sind Sie vom Affen gebissen ?
Vergessen Sie"s.
Guten Abend.
Ich heiße Mara. Und du ? Guido.
Bestellst du mir einen Prosecco ? Sicher.
Prosecco für die Dame !
Du bist ein hübsches Mädchen, Mara.
Wo gehen wir hin ?
80 ?
Aber mit Zimmer. Mit Zimmer 100.
Dann eben nicht.
Na gut. Gehen wir.
Geh vor. Ich muss noch zahlen.
Warten Sie hier.
Wieso Rumänien ? Ich komme aus Polen.
Ach ! Wie ist es da so ? Eigentlich ist es überall gleich.
Man muss leben. Da hast du Recht.
Machst du das schon lange ? Nein, und du ?
Du nimmst dir bestimmt zum ersten Mal ein Mädchen.
Sicher bist du glücklich verheiratet und hast reizende Kinder.
Jetzt wissen wir ja fast alles über einander.
Du redest wohl nicht viel.
Mal so, mal so.
Komm rein, ich beiße nicht.
Wenn du noch was drauflegst, mach ich"s dir mit dem Mund.
Ohne Kondom !
Meine Figur ist ziemlich gut, oder ?
Ich tue auch was dafür. Die Kunden stehen auf mädchenhafte Typen.
Genug, das reicht.
Bin ich blöd ! Du bist ein Bulle !
Ich lege noch was drauf, wenn du meine Fragen beantwortest.
Was wollen Sie ? Keine Angst, dir passiert nichts.
Für wen arbeitest du ? Keine Ahnung.
Wie heißt der Typ ? Ich muss jetzt wirklich gehen.
Was ist mit dem Telefon ? Wird der Kerl oft in der Bar angerufen ?
Lassen Sie mich los.
Ja, vielleicht wird er dort manchmal angerufen.
Und ? Sie ist Polin.
Ihr Zuhälter ist eine kleine Nummer, ein Befehlsempfänger.
Wird sie aussagen ? Wohl kaum.
Sie ist klug und will ihren Scheiß-Job nicht verlieren.
Wie alt ist sie ? Kaum älter als meine Tochter.
Die alte Geschichte !
Man nimmt ihnen die Pässe ab, sie bekommen etwas Geld.
Ihr Verdienst wird angeblich auf einem Konto gespart.
Aber da kommen sie nie ran. Keine Chance wegzulaufen.
So weit, so gut. Was haben Trevisan und der tote Favero damit zu tun ?
Kunden waren die sicher nicht. Vielleicht haben sie daran verdient.
Muss einer der besten Anwälte Venedigs hier sein Geld verdienen ?
Wollen Sie mich auf den Arm nehmen oder sind Sie wirklich so naiv ?
Der Zuhälter heißt Silvestri.
Er ist vorbestraft wegen Drogen und Körperverletzung.
Das Mädchen ist nicht registriert.
Verhaften Sie die beiden heute Abend. Und seien Sie nett zu ihnen.
Soll ich Blumen mitbringen ? Wie Sie wollen.
Martucci hat die Kartei gebracht. Sollen wir sie wirklich überprüfen ?
Nein. Ich wollte ihn nur ärgern.
Signorina Elettra ! Könnte Giorgio uns noch einen Gefallen tun ?
Ich brauche eine Liste aller Anrufe in die und aus der Pinetta-Bar.
Von September bis heute. Geht das ? Ja. Giorgio möchte Sie mal treffen.
Aber er traut sich nicht anzurufen. Das kann er jederzeit tun.
Darf er auch mal herkommen ? Sicher.
Giorgio ist uns ans Herz gewachsen. Wer ist das denn ?
Das war eine gute Idee. Das Essen war wunderbar.
Von mir aus können wir das öfter machen.
Warte mal... Was ist ?
Es ist nichts zu verstehen.
Komm. Ich erkläre es dir später.
Schön, dass du mich mal mit zur Arbeit nimmst.
Ich verlasse mich auf Sie, Signora Ceroni !
Die Schuhe sind neu ! Ich putze sie dir zu Hause.
Ich liebe dich.
Guten Tag.
Haben Sie ein bisschen Zeit ? Für Sie immer, Kommissar.
Bitte !
Wie gut kennen Sie Salvatore Martucci ?
Er ist Anwalt in der Kanzlei Trevisan.
Wie wichtig ist er dort ? Wichtiger als früher.
Sie meinen vor Trevisans Tod ?
Trevisan verweigerte ihm die Teilhaberschaft.
Aber Martucci gewann auf anderem Weg an Einfluss.
Er hat ein Verhältnis mit Franca Trevisan.
Ach ! Seit wann ?
Das weiß ich nicht. Eher 2 Wochen oder eher 2 Jahre ?
Eher 2 Jahre.
Wusste Trevisan davon ?
Er sprach über solche Dinge nicht mit mir.
Aber er wusste es ganz bestimmt.
Jeder in der Kanzlei wusste es. Und sogar ich.
Martucci kam vor 2 Jahren aus Sizilien und trat der Kanzlei bei.
Trevisan wurde damals erpresst. Er fürchtete um seine Tochter.
Martucci forderte die Teilhaberschaft.
Ich sehe da einen Zusammenhang. Warum ?
Vielleicht gehört Martucci zur Mafia.
Trevisan verweigert die Teilhaberschaft und stirbt !
Nicht jeder Sizilianer ist bei der Mafia, Vianello.
Wie heißt du eigentlich ? Ich heiße Carlo.
Und was machst du ? Ich bin Automechaniker.
Wie viel ? 100.000 Lire.
In Ordnung.
Tut mir Leid.
Paco !
Das kostet dich 2 Jahre mehr.
Polizeisirene
Der Motor lief, aber keiner stieg aus. Das machte mich stutzig.
Ich dachte erst, er schläft. Aber er bewegte sich nicht.
Ruf in der Zentrale an !
Er starb zwischen 23 und 3 Uhr ? Geht"s nicht genauer ?
Nein, da muss ich erst den Mageninhalt untersuchen.
Hast du das noch nicht gemacht ? Er ist erst seit 30 Minuten hier.
Komm doch nächstens noch früher, bevor ich die Leiche überhaupt habe.
Sind 30 Minuten viel oder wenig ? Es ist sehr wenig.
Das Kaliber war 5,6 Millimeter. War es dieselbe Waffe wie bei Trevisan ?
Ich weiß es nicht. Fragt im Labor.
Nein, fragt nicht. Denn dort wissen sie auch nichts.
Und jetzt ? Jetzt geht ihr in die Kantine.
Dort frühstückt ihr auf meine Kosten.
Ich lasse euch rufen, wenn ich fertig bin.
Gibt es Zeichen von Gewaltanwendung? Doch nicht in unserer Kantine !
Hat es bei Martucci Zeichen von Gewalteinwirkung gegeben ?
Nein. Nur die 4 Einschüsse.
Dann schlage ich die Kantine vor.
Entschuldigen Sie, Signora. Aber irgendwer musste ihn identifizieren.
Es ist schon gut.
Kann ich jetzt gehen ? Ja, natürlich.
Der Kommissar hat noch ein paar Fragen.
Mein Beileid, Signora Trevisan.
Mein Kollege war bei Signor Martuccis Familie in Rom.
Seine Frau hat sehr bestürzt auf die Nachricht seines Todes reagiert.
Seien Sie bitte offen zu mir. Jetzt nicht, Kommissar.
Beantworten Sie mir nur eine Frage.
Welche Beziehung hatten Sie zu Signor Martucci ?
Warum sind Sie so rücksichtslos ? Der Ermordete war Ihr Liebhaber.
Ihr Gatte wurde vor einer Woche ebenfalls erschossen.
Was wollen Sie von mir ?
Sie sind ja völlig überfordert. Man sollte Ihnen den Fall entziehen.
Nirgends gibt es Spuren eines Kampfes.
Alle Opfer müssen ihren Mörder gekannt haben.
Auf Trevisans Diktiergerät hört man eine Pause zwischen den Schüssen.
Der Mörder wollte ihm beim Sterben zusehen.
Es handelt sich offensichtlich um einen eiskalten Rachefeldzug.
Einer der Fahrer, die Martucci fanden, übernachtete in seinem Lkw.
In der Nacht sah er einen roten Fiat Spider. Morgens war er weg.
Vielleicht fuhr der Mörder in Martuccis Auto zum Parkplatz.
Nach der Tat stieg er in seinen eigenen Wagen um.
Das klingt einleuchtend. Brunettis Handy läutet.
Ich habe einen Zeugen. Er weiß, mit wem Favero vor seinem Tod essen war.
Mann oder Frau ? Eine Frau.
Wo ? Es ist ein Restaurant in Padua.
Wollen wir dort zu Mittag essen ? Ich nehme den nächsten Zug.
Ich hole Sie ab.
Was ist mit dem Mädchen und seinem drogenabhängigen Zuhälter ?
Beide sind seit 8 Stunden in Haft.
Der Mann hat Entzugserscheinungen. Ich kümmere mich später um sie.
Wir dürfen die beiden nicht länger festhalten.
Ich weiß.
Der Chef möchte Sie sehr gern sehen. Das passt mir jetzt gar nicht.
Die Betonung liegt auf sehr. Ich bin sehr bald wieder da.
Guten Tag, Kommissar.
Ich schätze Ihre Arbeit. Ihre Methoden kann ich nicht billigen.
Wir sind jetzt in einer für uns beide sehr unangenehmen Lage.
Wir haben jetzt drei Tote ! Wieso drei ?
Trevisan und Martucci.
Oder ermitteln Sie etwa auch in Padua ?
Brunetti, Padua ist Padua und Venedig ist Venedig !
Verstanden ? Die Opfer hatten Kontakt zueinander.
Na und ? Sie treten seit Tagen auf der Stelle.
Seit 8 Stunden halten Sie zwei Menschen ohne Haftbefehl fest !
Es gibt einen dringenden Verdacht. Dann verhören Sie sie !
Später. Ich habe jetzt einen Termin.
Sie scheinen mir mit dem Fall überfordert zu sein.
Das sagen viele.
Mein Wagen steht dort.
Favero telefonierte regelmäßig mit Trevisan.
Nach dem Lkw-Unfall führten sie ein Gespräch von 20 Minuten.
Hat jemand von Ihrer Dienststelle mit meinem Chef gesprochen ?
Möglich. Gibt"s Probleme ? Nicht direkt.
Ich kann doch essen gehen, mit wem ich will.
Rohypnol kann man bei diesem schweren Wein nicht schmecken.
Kosten Sie mal. Aber nicht schlucken.
Mit diesem Zeug wurde Favero schachmatt gesetzt.
Er schöpfte keinen Verdacht.
Rohypnol, diesen Rotwein und Ente fand man in seinem Magen.
War die Ente zu Ihrer Zufriedenheit ? Wunderbar. Danke.
Ja. Danke schön.
Erzählen Sie bitte Ihre Beobachtungen meinem Kollegen.
Signor Favero und diese Dame waren öfter hier, auch am 24.Oktober.
Bitte setzen Sie sich. Wie sah die Frau aus ?
Sie hatte dunkles Haar, war Mitte 30 und elegant gekleidet.
Und sie sah sehr gut aus. Ihr Umgang war vertraulich.
Aber sie waren kein Liebespaar.
Die Frau hatte oft Geschäftsunterlagen dabei.
Sie sprachen darüber. Ich hörte natürlich nicht zu.
Einer unserer Kellner fand übrigens eine Brille.
Die Dame muss sie vergessen haben. Ich möchte die Brille mitnehmen.
Titan. Ein Designer-Modell. Den Besitzer müsste man wohl finden.
Viel Glück. Die Sehstärke kann man feststellen.
Jeder Optiker führt Buch über seine Kunden.
Es gibt 3.000 bis 4.000 Optiker in Norditalien.
Mehr wahrscheinlich.
Ich lud Sie zum Essen ein. Sie klären das mit der Brille.
Du hast das sicher schon öfter erlebt, Mara.
Stimmt.
Kann ich eine Zigarette haben ? Sicher.
Sie sind nett. Nicht jeder Polizist merkt sich meinen Namen.
Ich arbeite seit 2 Jahren für Silvestri.
Er hat mich gekauft.
Wer sind die Leute hinter deinem Zuhälter ?
Hast du Namen gehört oder kannst du jemanden beschreiben ?
Hast du irgendetwas beobachtet ? Nein, nichts.
Nur... Ja ?
Ich hörte mal, dass bald ein paar Neue aus Rumänien kommen sollten.
Sie trafen aber nie ein. Und warum nicht ?
Das weiß ich nicht. Sie sind angeblich verunglückt.
Wollen Sie Anzeige gegen mich erstatten ?
Nein.
Du kannst mir vertrauen, Chiara.
Ich heiße Mara. Kann ich gehen ?
Die Signorina geht jetzt.
Sie machen sich strafbar, wenn Sie mich länger festhalten.
Was gegen Sie vorliegt, ist eine ernste Sache.
Was soll das heißen ?
Das Telefon in der Pinetta-Bar wird seit Monaten von der SISMI abgehört.
Das ist eine Antiterror-Einheit.
Sie ermitteln im Zusammenhang mit dem Bombenattentat von Florenz.
hustend: Was soll das ?
Nach den Antiterror-Gesetzen wird man Sie hier 48 Stunden festhalten.
Ich möchte meinen Anwalt sprechen. Später.
Von den 48 Stunden sind ja schon zehn vorbei.
Warten Sie !
Gehen Sie jetzt nicht weg.
Was wollen Sie denn von mir ?
Wer ruft Sie in der Pinetta-Bar an ? Wem geben Sie das Geld ?
Ein Mann ruft mich an. Er sagt mir, wenn neue Mädchen kommen.
Ich kenne ihn aber nicht.
Er ruft einmal im Monat an und sagt, wo ich sie abholen soll.
Und das Geld ? Das Geld gebe ich einer Frau.
Wie viel ? Wie viel ! Wie viel !
Sie stehlen mir meine Zeit ! 40 oder 50 Millionen Lire im Monat.
Wie sieht diese Frau aus ? Sie ist blond.
Ihr Gesicht habe ich nie gesehen. Aber alt ist sie bestimmt nicht.
Ich gehe zu ihrem Auto und lege das Geld in den Kofferraum.
Das ist alles. Was ist das für ein Auto ?
Ein Sportwagen. Welche Marke ?
Ein roter Fiat Spider.
Warum lassen Sie mich nicht gehen ? Wir sind gleich fertig.
Vianello, rufen Sie alle Optiker im Großraum Venedig an !
Alle ? Nehmen Sie sich ein paar Männer.
Es ist dringend. Ja.
Gibt"s Neues von unserem Freund Giorgo ?
Die Listen der Pinetta-Bar liegen auf Ihrem Schreibtisch.
Haben Sie ihm meine Grüße bestellt ? Ja. Er sitzt in Ihrem Büro.
Vielen Dank. Sie helfen mir sehr.
Haben Sie noch einen Moment Zeit ? Bitte.
Worum geht"s ? Hat Elettra nichts erzählt ?
Wovon ? Von der Sache am Strand.
Ich habe einen Strafbescheid bekommen.
Wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.
Das war am so genannten Schwulenstrand.
Wie nennt man den ? Schwulenstrand.
Es war ein Missverständnis. Ich wollte mich nur umziehen.
Plötzlich steht ein Polizist da und verpasst mir die Anzeige.
Es waren nur Sekunden. Was ?
Ich war nur wenige Sekunden nackt.
Ich muss das vom Tisch haben. Ich möchte bald heiraten und...
Herzlichen Glückwunsch. Vielen Dank.
Er braucht doch nur einen wohlwollenden Brief von Ihnen.
Ein Schreiben, in dem die Polizei das Missverständnis entschuldigt.
Soll ich Akten fälschen ? Ich könnte die Änderung vornehmen.
Im Computer. Ist das Ihr Ernst ?
Ich sage nicht, dass ich"s tue. Aber möglich ist es.
Sollten mich Ihre Computer-Kenntnisse beunruhigen ?
Auf keinen Fall, Kommissar.
Hier ist übrigens Ihre Mathematik-Aufgabe.
Wunderbar.
Können Sie mir noch den Rechenweg erklären ?
Träum nicht, Chiara. Das ist ein einfacher Dreisatz.
Du musst nur nach x auflösen.
Papa, Francesca Trevisan will sich mit mir treffen.
Bitte sag Mama nichts davon. Halte dich bitte ab sofort da raus.
Die Polizei braucht deine Hilfe nicht mehr.
Sie will mir was Wichtiges geben. Dann soll sie mich anrufen.
Und wenn sie das nicht will ? Ich behandle das vertraulich.
Keiner erfährt etwas. Ich schwör"s. Sie will"s nur mir geben.
Wir haben den Optiker gefunden, der die Brille angefertigt hat.
Sehr gut. Raten Sie, wem sie gehört !
Nein, das stimmt so.
Hallo, ich habe Ihnen etwas mitgebracht.
Das ist ja schön. Ich musste die ganze Zeit dieses Ding tragen.
Wo haben Sie sie gefunden ? Raten Sie !
Helfen Sie mir !
Ich war in einem Restaurant essen. Hier in Venedig ?
Nein, in Padua.
Es gab Ente und Rotwein. Dann gehört sie mir doch nicht.
Der Kellner und der Optiker sind sich ganz sicher.
Das ist unfair.
Wieso lassen Sie mich hier zappeln ? Entschuldigung.
Sie haben Rino Favero regelmäßig in Padua getroffen.
Verraten Sie mir den Grund ! Das wird jetzt sehr privat.
Ich lernte ihn durch Trevisan kennen. Wir hatten eine Affäre.
Bis zu seinem Tod ? Nein. Da war die Sache lang vorbei.
Er wollte seine Frau nicht verlassen.
Am Abend seines Todes waren Sie mit ihm zusammen.
Ja. Aber unser Treffen war reine Nostalgie.
Konsequenz ist nicht meine Stärke. Ich mochte ihn sehr.
Ich halte Sie von der Arbeit ab.
Rufen Sie an, wenn Sie mir etwas zu sagen haben.
Natürlich. Danke für die Brille.
Gerne.
Sie sollen Patta sofort anrufen. Später.
Überwachen Sie Regina Ceroni !
Vielleicht trägt sie manchmal eine blonde Perücke.
Offiziell darf ich das nicht. Der Fall wurde Ihnen entzogen.
Die Frau ist dringend verdächtig. Sie hat kein Motiv.
Natürlich nicht. Sonst wäre ich schon weiter.
Was macht Sie eigentlich so sicher, dass sie es war ?
Sie ist zu freundlich zu mir. Brunettis Handy läutet.
Guido, komm sofort nach Hause. Es ist etwas Schreckliches passiert.
Ich komme sofort. Ich muss dringend nach Hause.
Kleine, hallo.
Paola !
Chiara hat ein furchtbares Video gesehen, Guido.
Francesca hat es ihr gegeben. Wie konnte das passieren, Guido ?
Chiara weint. He, he. Komm.
Es ist so schrecklich.
Wo ist das Video ?
Die Frau schreit.
Ein Taschentuch ?
Ist die Frau tot ? Ich fürchte ja.
Es gibt Grausamkeiten, da findet man keine Worte.
Aber es gibt sie.
Ich halte nicht aus, dass es so was gibt.
Ich auch nicht.
Willst du ein Taschentuch ? Danke.
Es tut mir so Leid, dass ich dich da reingezogen habe.
Ich wollte dir nur helfen.
Ich weiß. Francesca hat dir das gegeben ?
Ja. Woher hat sie das ?
Ich weiß es nicht.
Ob sie das jemals vergessen kann ? Vielleicht.
Sie ist ja noch so jung.
Wie können das diese Männer tun und sich noch für Menschen halten ?
Verlassen Sie mein Haus, Kommissar Brunetti !
Ihnen wurde dieser Fall entzogen. Dafür haben Sie gesorgt.
Ich rufe Ihren Vorgesetzten an. Erst schauen wir uns das hier an.
Das bekam ich von Ihrer Tochter. Setzen Sie sich und schauen Sie zu !
Die Frau schreit.
Diese Videos stammen von Carlo Trevisan, Ihrem Gatten.
Nein. Er hat damit gehandelt.
Nein ! Schauen Sie hin !
Die spielen das nur. Die bekommen Geld dafür.
Hier wird eine Frau vergewaltigt und ermordet.
Erotik-Videos sind nicht verboten. Erzählen Sie das Ihrem Haftrichter.
Ihr Mann ist tot, Ihr Liebhaber ist tot.
Ihre heile Welt ist zusammengebrochen.
Verzweifelte Schreie Warum quälen Sie mich so ?
Was sind Sie für ein Mensch ?!
Wer war an dem Geschäft beteiligt ? Ihr Mann, Martucci. Wer noch ?
Ein Mann in Padua. Rino Favero ! Wer noch ?
Sonst niemand.
Sie lügen. Schauen Sie hin. Die Frau schreit verzweifelt.
Da war noch eine Frau.
Aber die hat mit den Videos nichts zu tun.
Regina Ceroni. Was war ihre Aufgabe?
Ich habe Sie etwas gefragt !
Er schaltet den Rekorder aus. Die Schreie hören auf.
Sie kümmerte sich um die Prostituierten. Richtig ?
Ja.
Eine Tür wird geöffnet. Schritte.
Es tut mir alles so unendlich Leid.
Die Ceroni versucht gerade zu verschwinden. Was soll ich tun ?
Ich komme sofort. Wo sind Sie ? Fondamenta del Carmini.
Ich habe verstanden. Bis gleich.
He !
Scheiße ! Wo bleibt er nur ?
Endlich !
Vianello, kommen Sie rein ! Sie ist gerade weg.
Kommen Sie ! Schnell !
Ich lasse Sie am Bahnhof raus. Kontrollieren Sie alle Züge !
Alles klar. Ich fahre zu den Parkhäusern.
Vielleicht nimmt sie ein Auto. Ich soll die Züge allein überprüfen?
Sie schaffen das. Scheiße.
Wie bitte ? Alles klar. Ich schaffe das.
Die Dame ging vor zwei Minuten zu Ihrem Wagen.
Nehmen Sie den Fahrstuhl. Welche Nummer hat ihr Stellplatz ?
Das weiß ich nicht. Regina Ceroni !
Ich bin hier nur zur Aushilfe. Reifen quietschen.
Polizei. Folgen Sie dem Wagen ! Wollen Sie nicht selber fahren ?
Ich habe keinen Führerschein. Nun fahren Sie schon los !
Aber ich fahre nicht gut.
Oh, wenn ich das zu Hause erzähle !
Den kriegen wir nie mehr. Fahren Sie weiter.
Wohin denn ? Zum Flughafen.
Und wer bezahlt mir das ? Rufen Sie meinen Chef Patta an.
Im Kommissariat von Venedig.
Lautsprecher-Durchsage
Ein Alitalia-Flug nach Paris wird aufgerufen.
Ich wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war.
Ich kann Sie nicht gehen lassen. Was wollen Sie ?
Ich habe den Film gesehen. Welchen ?
Warum haben Sie die drei Männer getötet ?
Sie haben es verdient. Alle drei.
Kein Mensch hat das Recht über Leben und Tod zu entscheiden.
Wo wollen Sie die Grenze ziehen ?
Wie viele junge Prostituierte haben Sie kommen und gehen sehen ?
Wo die Mädchen herkommen, geht es ihnen nicht besser.
Aber diese Filme sind etwas anderes.
Wer das tut,hat kein Recht zu leben. Das wollen Sie beurteilen ?
Ich habe selbst meinen Hintern auf der Straße verkauft. Mit 19.
Jeden Pfennig musste ich meinem Zuhälter abliefern.
Prostituierte haben kein leichtes Leben.
Aber man kann sich befreien. Ich hab"s ja auch geschafft.
Wie viele Filme gibt es ? So viele Sie wollen.
Mir haben sie drei gezeigt. In der Wohnung von Martucci.
In einem Film konnte ich verstehen, was die Frau sagte.
Woher kommen diese Filme ? Aus Rumänien, aus dem Kosovo.
Von überall, wo ein Menschenleben wenig kostet.
Wer kauft diese Kassetten ? Lauter angesehene Bürger.
Das ist ein Riesen-Geschäft. Die drei wollten mit einsteigen.
Das Schicksal dieser Frauen war ihnen egal.
Sie existierten für sie nur auf der Video-Kassette.
Deshalb haben Sie sie getötet. Ja.
Und weil sie die Filme so genossen haben.
Favero war am schlimmsten.
Es hat ihn so aufgegeilt, dass er rausgehen musste.
Es hat sie alle erregt, wenn vergewaltigt und getötet wurde.
Rache ist keine Lösung. Jetzt werden andere in das Geschäft einsteigen.
Regina Ceroni wird aufgerufen. Die drei Toten ändern nichts.
Man tut, was man kann.
Wenn Sie eine Aussage machen, kann ich ermitteln.
Ich kann Händler und Kunden vor Gericht bringen.
Das schaffen Sie nie. Wer etwas will, muss es versuchen.
Geben Sie nicht auf. Sagen Sie vor Gericht aus.
Dann bin ich tot. Es geht um viel Geld.
Ich bin eine Gefahr. Bitte bleiben Sie hier.
Ohne Ihre Aussage kann ich nichts unternehmen.
Wir werden Sie beschützen.
Sind Sie so naiv oder tun Sie nur so ?
Ihnen wird nichts passieren.
Helfen Sie mir.
Brunetti. Ich brauche Schutzhaft für eine Frau.
Besorgen Sie Wachpersonal und eine Beamtin zur Betreuung !
Vianello schnarcht.
Tut mir Leid, Vianello. Ich habe Sie vergessen.
Ist alles in Ordnung ? Ja. Gehen Sie schlafen !
Haben Sie 2 Bewacher und die Polizistin organisiert ?
Natürlich.
Folgen Sie mir bitte !
Ein Gewitterregen geht nieder.
Es regnet und donnert immer noch.
verschlafen: Die haben ständig angerufen.
Du sollst dich bei Patta melden, egal wie spät es ist.
Das hat Zeit bis morgen.
Feste Schritte hallen durch die Nacht.
Die Männer läuten an der Tür.
Das Telefon läutet.
Hallo.
Regina Ceroni wurde um 5 Uhr nach Padua gebracht.
Wieso ? Sie wissen also auch nichts davon.
Ich komme sofort.
Warum wurde Signora Ceroni abgeholt ?
Ich bin wütend auf Sie. Sie haben die Frau ohne Zeugen verhört !
Ich war schon froh, dass sie mitkam. So ein Anfängerfehler !
Das Verhör ist wertlos. Ich wollte sie am Morgen verhören.
Wer hat sie nach Padua gebracht ? 3 Beamte vom Staatsschutz.
Was haben die damit zu tun ? Mäßigen Sie Ihren Ton, Brunetti.
Regina Ceroni ist weg. Jetzt können die den Fahndungserfolg einstreichen.
Die Frau ist in Lebensgefahr ! Misstrauen Sie dem Staatsschutz ?
Sie hat in Padua nicht die Sicher- heit, die ich ihr garantiert habe.
Tut mir Leid. Ihr Anruf kam zu spät.
Was ist passiert ?
Sie ist tot ?
In der Zelle erhängt. Zuvor legte sie ein Geständnis ab.
Kommen Sie !
In dem Geständnis steht:
Sie hatte mit den 3 Männern ein Verhältnis und hat sie erpresst.
Als sie nicht mehr zahlen wollten, brachte sie sie um.
Von anderen Dingen kein Wort. Das ergibt doch gar keinen Sinn.
Das sehe ich auch so.
Bei dem Geständnis waren 3 Staatsschutzbeamte dabei.
Mist ! Wir trinken erst mal einen Kaffee.
Und wie machen wir jetzt weiter ? Sisyphos.
Na, geht"s dir wieder besser ? Ja.
Hast du Lust etwas zu unternehmen ? O ja !
Ich habe einen tollen Mantel gesehen. Den zeige ich dir.
Der gefällt dir bestimmt auch. Ich hole nur noch meine Tasche.
UNTERTITEL: Peter Endres / Raimund Mehrwald
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