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[Männergesang] Holla ho...
[Singen weiter]
[Gesangsende]
[Alle] Guten Morgen, Königliche Hoheit!
Grüß euch Gott! [Königliche Hoheit lacht]
lch hab einen! Oh! Was für ein Bursche!
Kinder, kommt her, ich hab einen!
Der Papi hat einen Fisch gefangen. - Was ist los? Was ist denn?
Kommt mit zum See! Der Papi hat einen Fisch gefangen.
Kommt! Schaut euch ihn an!
Wartet doch! So wartet doch auf mich!
Kommt schnell! Schaut ihn euch an!
Oh, wie groß! - Das ist ein Bursche, was?
[Mädel] Der hat wenigstens 1 0 Pfund!
Mami, der Papi hat einen Fisch gefangen! - Ja, so groß!
Petri Heil!
Jetzt muss einer die Angel halten. - lch! - lch!
Seid still, der Gackel soll's halten. lch hole das Netz.
Geh weg! - lch will's halten! - lch! lch!
Gackel! - Papi, der Gackel ist ins Wasser gefallen!
Das hat mir noch gefehlt!
Hast die Angel? - Ja, aber der Fisch ist weg!
Bravo! Gehen wir frühstücken!
[Kindergeschrei]
Nicht so schnell! Schreit doch nicht so! Steigt doch nicht auf den Tisch!
Maxi, nimm deinen Hut ab!
Habt ihr mir etwas überlassen? Lasst mal schauen. - Ja, ich denke schon.
Zwei, vier, sechs...
Gackel!
Jetzt schaust aus wie eine getaufte Maus! Und du auch!
Thomas, kleiden Sie sie um! - Ja, legen Sie die Prinzen trocken!
lch auch! - lch möchte auch Weißwürstel essen!
Nehmt's euch!
Max, du isst ja wieder wie ein Holzknecht! - Weil's mir schmeckt!
Du sollst den Kindern ein gutes Beispiel sein. - Die essen ja ohnehin wie ich!
Hm... ja, leider.
Wo ist die Sissi? - Ausgeritten.
Und Nene? - Nene mag keine Weißwurst.
[Max] Da reichen die Würste! [Bub] Dürfen wir kegeln gehen?
[Ludovika] Ja, geht. [Jubelgeschrei]
Es hämmert es hämmert... Also, bitte... schau dir das an.
Nicht einer hat ein Besteck benützt.
Und warum? Weil du immer mit den Fingern isst!
Schau, Herzerl... Seit 25 Jahren versuchst du mich zu erziehen.
Ja. Weil ich darauf Acht gebe, dass unser Haus nicht ganz verbauert.
lch muss doch ein bisserl an unsere Zukunft denken.
Helene ist heiratsfähig. Und wer besucht uns? - Herr Johann Petzmacher.
lch lasse bitten! - Ein Gastwirtssohn aus Wien...
Küss die Hand, Königliche Hoheit.
Guten Morgen.
Ja, ja! - Servus, Maxl!
Servus. Wann bist du angekommen? - Schon gestern Abend.
Und wo bist du abgestiegen? - Beim neuen Postamt.
Der Postmeister hat da tele... tele... Na, wie heißt denn diese...
neumodische Erfindung? Hab's schon, telegrafiert hat er.
Das ist sehr interessant. Das haben wir zwei uns auch schon angeschaut, gell.
Stell dir vor, der klopft so auf seinen Tisch: Titititi...
Und in München hörst du das. - Du, das imponiert mir gar nicht.
lch kann auch telegrafieren: Thomas! Titititi...
Sehr wohl, Königliche Hoheit. - Was hast du telegrafiert?
Einen leichten Rotwein, bitte. [Beide lachen]
Na, was gibt's Neues in Wien? - Nur das Attentat auf unseren Kaiser.
Das liegt den Regierungsherren noch sehr in den Gliedern.
Alle zittern, Tag und Nacht. Der einzige Mann in der Hofburg ist Soferl.
Wenn Sie "Soferl" sagen, dann meinen Sie wohl die Mutter seiner Majestät,
lhre Kaiserliche Hoheit, die Erzherzogin Sophie?
Dieselbige, ja, hm... Ja, und jetzt will die Soferl... Entschuldigen Sie,
lhre Kaiserliche Frau Schwester ihren Franzl... Pardon, hm... ihren Kaiser, hm...
[Max lacht]... unseren Kaiser, den will sie jetzt verheiraten.
Erzählt man sich, mit wem? - Nein, das erzählt man sich nicht.
Ah, ein 49iger... so... großartig.
Wenn dir der nicht schmeckt, dann schmeckt dir keiner!
Mir schmeckt ein jeder.
Ah...
[Max] So...
Jetzt trinken wir auf dein Soferl!
lch mag sie zwar nicht, aber da sie mir Anlass zum Trinken gibt,
soll sie leben, und die künftige Kaiserin von Österreich dazu. - Prost!
Juhu!
Das war doch die Sissi! - Sicher wieder auf diesem wilden Pferd.
Sissi! - Guten Morgen!
Spring über die Rosen! - Nein! Du, hör auf!
Sporen geben!
Juhu! - Bravo!
lch komme aus den Aufregungen nicht heraus! - Ein Prachtmädel!
[Hund bellt] Mittermeier!
Bin schon da, Prinzessin. Na, ist die Gretl gut gesprungen?
Fabelhaft. Wie ein Reh auf der Flucht.
Heute kriegt sie eine Hand voll Hafer mehr. - Ja, das hat sie verdient.
Wo ist denn das Vogelfutter? - Dort hab ich's hingelegt. Komm, Gretl!
Hier ist die Milch für den Xaverl. - Wie geht's ihm denn?
Ganz munter. Er trinkt nur von lhnen. - lch hab ihn auch gefunden.
Xaverl! Komm, Xaverl, frühstücken.
Barri, Bella, pfui! ln die Ecke! Lasst doch den Xaverl frühstücken!
Xaverl, stoß ihn weg. So ist's gut. Bravo, lass dir nichts gefallen.
Recht hast, Xaverl. Wehr dich nur. Stoß ihn weg!
ln die Ecke mit euch drei Schlimmen! Pfui!
Komm, Xaverl, komm.
Komm her zu mir, so...
Ja, jetzt schaut's.
Hm, das schmeckt, Xaverl, gell. Das ist fein, ja...
Guten Morgen, Prinzessin.
Guten Morgen, Frau Stöckl. Was macht denn die Gicht?
Na ja, den Regen spür ich halt in den Fingern.
lch bringe lhnen einen Franzbranntwein.
Aber nur zum Einreiben! Die trinkt doch immer deinen Franzbranntwein.
Aber nein, das mach ich nie. - Ja.
Guten Morgen, Papi!
Schau! - Ja, lieb!
Wie er die Drei anschaut. Ruhig! Schaut, dass ihr rauskommt!
Großartig bist du heute geritten und wundervoll gesprungen.
Zur Belohnung darfst du mit auf den Bock. - Wirklich?
[Es klopft an der Tür] Was ist, Baronin?
Dieser Brief wurde soeben abgegeben, Königliche Hoheit.
Aus Wien? Aus der Hofburg?
Das ist ja herrlich! Prinzessin Nene soll sofort zu mir kommen!
Wundervoll!
Du hast mich rufen lassen, Mama? - Ja, mein Kind.
Nene, du... lch bekam eben einen Brief von Tante Sophie.
Sie schreibt... von dir. - Von mir?
Ja. Schwöre mir, sprich zu niemandem ein Wort.
Vor allem nicht zu Papa. Darum hat mich Tante Sophie ausdrücklich gebeten.
Diese Nachricht ist nur für uns beide. - Was schreibt die Tante Sophie?
Sie schreibt... [Sissi] Mami!
Mami? - Ja? - lch darf mit Papi auf die Jagd.
Schrei doch nicht so.
Also, was schreibt Tante Sophie? - Dass sie uns am 1 7. August in lschl erwartet.
Und dass... ich wage es nicht auszudenken. - Was denn?
Dass du Kaiserin von Österreich wirst. - lch?
Ja, stell dir dieses Glück vor! Franz- Josef ist jung, hübsch, mächtig, reich...
Unermesslich reich. Die ganze Welt wird dich beneiden!
Auslassen, Barri! Pfui, pfui! Mami!
Was ist denn? - lst die Nene bei dir? - Ja.
Kommt sie auf die Jagd? - Nein. Nene hat jetzt keine Zeit. Geh allein!
Gut, ich gehe alleine. Bussi! - Ja, Bussi!
Du, Mama! Es wird doch Papa auffallen, wenn wir nach lschl fahren.
Daran hab ich auch schon gedacht. Was machen wir nur?
Vielleicht ist es das Beste... wir nehmen die Sissi mit.
Damit diese Reise wie ein harmloser Ausflug aussieht. Ach, ich bin so glücklich!
lch auch! Aber ich kann mir das alles nicht erklären.
Franz-Josef sprach in lnnsbruck kaum mit mir.
Ach, damals. Damals hatte er ganz andere Sorgen.
Die Revolution, die Flucht aus Wien, der Kampf um den Thron!
Das ist jetzt unwichtig. Das Wichtigste ist, dies ist Tante Sophies Wunsch,
und damit auch eine beschlossene Tatsache.
[Marschmusik spielt]
[Posaunen und Trommeln ertönen weiterhin]
Seine Majestät!
Küss die Hand, liebe Mama. - Grüß dich Gott, mein lieber Franz!
lch möchte mit Seiner Majestät allein sein.
Du hast doch einen Augenblick Zeit für mich? - Für Sie doch immer, liebe Mama!
Später. Lassen Sie abtreten. - Jawohl, Majestät.
So, liebe Mama. lch stehe zur Verfügung. - Aber nicht am Schreibtisch.
Was ich dir zu sagen habe, ist mehr privater Natur.
Komm, setzen wir uns dorthin. - Gerne, Mama.
Du weißt, dass ich immer nur das Beste für dich wollte. - Aber gewiss, Mama.
lch habe selbst auf den Thron verzichtet.
lch habe Österreich einen Kaiser wiedergegeben.
Nun will ich diesem Kaiser auch eine würdige Gattin in die Arme führen.
lch soll heiraten? - Ja, Franz.
Fast in jedem Land gibt es heiratsfähige Prinzessinnen.
Schon viele Mächte haben sich beworben.
Ablehnungen könnten politische Verstimmungen zur Folge haben.
Aber, wen sollte ich denn heiraten...
Deshalb habe ich ja die Wahl für dich getroffen.
Eine Wahl, die kein Land verletzt und keines bevorzugt.
Liebe Mama,
ich war lhnen bis jetzt für jeden Rat und für jede lnitiative dankbar.
Aber glauben Sie nicht, dass ich in diesem Punkt meine Wahl selbst treffen sollte?
Gewiss, mein Sohn. Obwohl du dich auf mich verlassen kannst.
Das Mädchen, das deine Frau und die Kaiserin von Österreich werden soll,
hat alle Vorzüge, die du dir nur wünschen kannst.
Es ist jung, schön, aus einem streng katholischen Haus...
Nur kenne ich es nicht. - Doch! lhr habt euch in lnnsbruck gesehen.
Es ist deine Kusine Helene, Tochter deiner Tante Ludovika und,
das ist allerdings der einzige Nachteil, des Herzogs Max in Bayern.
Mit dem müssen wir leider uns abfinden.
Merkwürdig, von der ganzen Familie ist mir gerade...
er in Erinnerung geblieben. Noch dazu in sehr guter.
Schön, was? - Herrlich!
Und merk dir eines, mein Kind: Wenn du einmal im Leben Kummer hast,
dann geh mit offenen Augen durch den Wald.
ln jedem Baum und in jedem Strauch, in jedem Tier und in jeder Blume...
wirst du die Allmacht Gottes sehen und daraus Trost ziehen.
Weißt du, dass ich sehr glücklich bin, dass ich dich als Vater habe?
Wie glücklich ich bin, dass ich dich habe,
das kann ich überhaupt gar nicht sagen.
Aber jetzt müssen wir das Maul halten, sonst vertreiben wir den Bock.
lch hab solches Herzklopfen. - Leise, leise... - Ja.
Was bringen Sie mir, Exzellenz? - Die Todesurteile...
der acht Prager Rebellen.
Was sind das für Leute?
Gymnasiasten, Hochschüler und Künstler.
Sind ihre Vorhaben so schwer, dass diese strenge Strafe gerechtfertigt erscheint?
Jawohl, Majestät. Rebellion, Aufwiegelung und Majestätsbeleidigung.
lch werde die Akten studieren. - Majestät, ich muss um sofortige Unterschrift bitten.
Die Urteile sollen bereits morgen vollstreckt werden.
Aber ich kann doch nicht so schnell acht junge Menschen verurteilen!
Majestät, die Urteile wurden von dem obersten Kriegsgericht gefällt.
Trotzdem, ich muss zuerst die Akten studieren.
Auch lhre Kaiserliche Hoheit, Erzherzogin Sophie, ist der Ansicht, dass...
lch glaube, ich habe mich klar genug ausgedrückt. - Majestät...
lch danke lhnen, Exzellenz.
Jetzt pass auf, jetzt machen wir das Bett und legen ihn hinein,
und er muss jetzt schlafen. Und das ist ein kleiner...
Seppl, gib's her! Geh, hol die anderen, Pupperl!
[Laute Trompetenstöße und allgemeines Musizieren]
Präsentiert das Gewehr! - Was machst denn mit meinem Federhut?
Das ist kein Spielzeug, leg ihn in den Kasten, marsch!
Damit ich ihn finde, wenn ich ihn brauche.
Was soll denn das sein? - Schloss Nymphenburg.
Die arme königliche Familie, es ist wohl eine Sommerresidenz!
Jetzt zeig ich euch etwas.
Jetzt wickeln wir ihn schön ein. Passt auf, so und so...
Den Bauch gut zudecken, sonst erkältet er sich, ja?
So, und dann ins Steckkissen und zudecken.
Haben wir schon wieder ein Kind bekommen? - Aber Max!
Fest zubinden, sonst fällt er heraus, hm? Und jetzt probiert ihr das alleine.
Was hat denn die Soferl geschrieben? - Sie hat mich eingeladen nach lschl...
zur Geburtstagsfeier von Franz-Josef,
und ich möchte Nene und Sissi mitnehmen.
lch darf mitfahren? - Ja, du darfst mitfahren.
lst Carl-Ludwig auch in lschl? - Natürlich, sein Bruder...
Der spukt dir im Kopf herum. - Aber Mama, geh...
Er hat dir doch einen Ring geschickt... - Wo ist der nur?
Sicher im Nähkörbchen. - ln meiner Federschachtel!
Heilige Ordnung! Wenn was Wichtiges passiert kann ich dir telegrafieren.
Aber nicht mir, sonst weckt mich der Postmeister mitten in der Nacht.
Telegrafier dem Petzmacher, der wohnt bei dem damischen Bazi,
der kann's mir berichten. - Gut, dann telegrafier ich dem damischen Bazi.
Mami, wann fahren wir? - Morgen früh! - Fein!
...während des Aufenthalts seiner Majestät in lschl strengste Kontrolle am Platz.
Strengste Kontrolle.
Ein zweites Attentat muss unter allen Umständen verhindert werden.
Unter allen Umständen. Kaiserliche Hoheit!
lch bin mir der ungeheuren Verantwortung bewusst,
die ab diesem Augenblick auf meinen Schultern lastet.
Aber Kaiserliche Hoheit können mir vertrauen.
Überwachung eines Monarchen ist meine Spezialität.
Haben Sie das schon einmal gemacht? - Noch nie! Aber theoretisch kenne ich...
jeden Winkelzug eines Überwachers. - Dann kann ich also ruhig schlafen?
Bestimmt. Kaiserliche Hoheit, ich wünsche angenehme Ruhe.
Sie können gehen. - Wohin? Äh... ach so!
Kaiserliche Hoheit, Gendarmeriemajor Böckl meldet sein Abtreten.
Um Himmels Willen, Sissi, was machst du denn schon wieder?
Die Pferde tränken! - Dazu sind doch die Kutscher da.
Wie du wieder aussiehst! - Aber das trocknet doch in der Sonne gleich wieder!
Am liebsten würde ich dich wieder heimschicken.
Und jetzt kommt Tante Sophie!
Ludovika! - Sophie! Wie ich mich freue.
lch freue mich auch.
Küss die Hand, liebe Tante. - Grüß dich, Carl-Ludwig! - Nene!
Sie ist noch hübscher geworden! - Grüß dich! - Grüß dich, Nene.
lch bin sehr zufrieden mit dir. - Da ist ja Sissi!
Du hast Sissi mitgebracht? - lch erklär's dir später.
Grüß Gott, Tante Sophie! - Grüß Gott, Sissi.
Du hast ja nasse Hände! - lch hab die Pferde getränkt.
Die Pferde getränkt? - Damit es schneller geht! Servus, Carl-Ludwig!
Sissi! Was ist das für ein Gruß?
ln lnnsbruck sagen wir immer "servus", nicht wahr?
Ja, natürlich. Schön, dass du gekommen bist!
lch freue mich auch. Schön ist's in Österreich!
Gefällt's dir? - Ja.
Dass dieses Kind da ist... - Weißt du...
Die Mama wird's mir erklären. Aber sie wird an keinem Empfang teilnehmen,
sondern mit ihrer Gouvernante von der Gesellschaft separiert!
Natürlich, sie ist ja ein Kind.
Denkst du manchmal an mich, Sissi? - Na, hörst du? Da!
Du trägst meinen Ring? Wie glücklich mich das macht.
Trägst du auch meinen? - lch habe ihn nie vom Finger gegeben. - Nett von dir.
Sissi, wenn du nicht nach lschl gekommen wärst,
wäre ich nach Possenhofen gekommen. lch wollte die Verlobung abwarten.
Welche Verlobung? - Das ist vorläufig noch ein Geheimnis.
Aber warum ist Onkel Max nicht mitgekommen?
Er hätte doch hier ein großes Jagdgebiet. Gemsen, Hirsche, Steinböcke...
Wirklich? lch werde ihm sofort schreiben, er soll kommen.
Telegrafier ihm! Das geht rascher. - Aber nichts sagen!
lch will Mama überraschen. - lch glaube, wir müssen gehen.
Ja, wir kommen schon. - Du, wir sehen uns bald.
Ja, natürlich.
Deshalb sind alle Straßen, Stege, Wege, Brücken, Flüsse...
und so weiter, die nach lschl führen, strengstens zu bewachen.
Jawohl! - Wie einer verdächtig oder renitent ist, sofort auf Eis legen!
Jawohl! - Besser einen Rebellen mehr verhaften,
als einen Unschuldigen laufen lassen. - Jawohl!
Abtreten!
Wo ist mein Körbchen? lch hab's in den Koffer getan.
ln den Kleiderkoffer? Prinzessin, die schönen Kleider!
Das ist es, sieh mal, mein Schatz!
Sehr schön. Und bedenken Sie, wir brauchen eine Steigerung für den Ball!
Wir gehen auf einen Ball? - Du doch nicht!
Warum denn nicht? lch kann doch schon tanzen.
Aber du bist doch noch ein Kind. Wo ist mein venezianischer Schal?
Sag, Sissi, wie gefällt dir die Frisur? - Ganz gut.
Ja? - Das Haar gehört nur etwas höher, weißt du. So!
Aber Sissi, was treibst du denn?
Tante Sophie erwartet uns zum Tee. - Was soll ich da anziehen?
Aber gar nichts. - Gar nichts?
Du bist nicht eingeladen. - Fein, dann geh ich fischen.
Die schöne Frisur! Bringen Sie's in Ordnung!
Prinzessin! - Da ist es!
Sissi, was machst du wieder für eine Unordnung!
lch hab mein Körbchen gesucht. - Komm! ln dein Zimmer, sonst werde ich verrückt!
Moment mal! Mein Angelstock. - lhr Angelstock. Hinein jetzt mit dir.
Mami, sperr mich nicht ein! lch will fischen gehen!
Nein, du bleibst jetzt da drinnen. Es hämmert, es hämmert...
Warum hab ich sie nur mitgenommen?
Entschuldigen Sie, wo ist hier das Telegrafenamt?
lmmer weiter, immer weiter. - lmmer weiter, danke.
Halt! Was haben Sie mit dem Fräulein gesprochen?
lch hab gar nichts gesagt. - Sie haben doch gedeutet.
Ja, gedeutet hab ich schon. - Warum haben Sie gedeutet?
Weil mich das Fräulein was gefragt hat. - Was hat sie gefragt?
Was sie Sie gefragt hat! - Wo das nächste Telegrafenamt ist.
Warum lassen Sie sich das aus der Nase ziehen? Weg!
Sie sollen weggehen!
So.
Bitte.
Also, was haben wir da...
Darf ich zuschauen, wenn Sie telegrafieren? - Oh ja, gern.
Herrn Jo-hann Petz-ma-cher...
Pos-sen-ho-fen. Das ist wohl in Bayern, nicht wahr?
Ja, am Starnberger See. - Aha!
Post-haus. War... ein-gesperrt.
Bin durchs Fen-ster...
Schick-cket so-fort...
Das kann der Petzmacher lesen? - Nein, der bekommt's aufgeschrieben.
Pa-pi-li mit Geweh-ren...
Kai-ser kommt heu-te...
vier Uhr.
Sis-si.
Das heißt Sissi? - Ja.
Sagen Sie, haben Sie den Apparat erfunden?
Nein, den hat ein Herr Morse erfunden und ein Herr Siemens gebaut. - Aha.
Also, danke. - Bitte. - Auf Wiedersehen!
Moment. Sie müssen doch bezahlen! - Ach so.
Ja, ich habe aber kein Geld.
Und da lassen Sie mich telegrafieren?
Hören Sie, ich bringe lhnen das Geld später.
Nehmen Sie doch einstweilen diesen Ring, ja?
lst das auch echtes Gold? - lch weiß nicht, ich glaube schon.
Nicht zerbeißen, ich brauche ihn noch!
Zwanzig Worte, das macht 60 Kreuzer. - 60 Kreuzer?
Das wird er schon wert sein. - Glauben Sie?
Ja.
Also, bringen Sie mir das Geld. - Ja.
lch empfehle mich. - lch empfehle mich auch.
Böckl, Grüß dich Gott! - Keine lntimitäten. Bin dienstlich hier.
Was hat diese Person soeben telegrafiert? Wo fängt es an?
Du kannst das nicht lesen. - Wieso?
Es sind nur Punkterl und Stricherl! Bitte. Lies.
"War eingesperrt...". Aha! Eine Entsprungene...
Telegrafierst du? - Wer denn? - Du!
Dann gib das weg!
"Bin durchs Fenster..." - Hat sie was angestellt?
Ruhig! Fragen stelle ich, nicht Sie! "Bin durchs Fenster..."
Wer telegrafiert jetzt wieder? - Ah!
Der Gmunder fragt, wer telegrafiert hat. Da muss ich gleich antworten.
Hast du ihm endlich telegrafiert wer... - Ja, ein Depp.
lch bin im Dienst! - lch auch.
Ach so, entschuldige. - Bitte. - "Schicket sofort Papili..."
Wer ist denn Papili? Ein kroatischer Name! "Mit Gewehren"!
Das ist ja ein regelrechter Überfall auf den Kaiser!
Das ist... Ein Überfall!
Natürlich! Sie geht zur Allee, wo der Kaiser durchkommt. Meinen Helm!
Etwas noch. - Keine Zeit! - Wie soll ich zu meinem Geld kommen?
Sie hat mir diesen Ring anstatt Geld gegeben.
Du hast ihn genommen? Du bist ein Hehler!
Was bin ich? - Ein Hehler! Der Ring muss gestohlen sein.
Gib ihn zurück! - Den verwahrt die Polizei!
Wenn du im Dienst bist, bist du ein Hornochs!
Das ist Amtsehrenbeleidigung! Stehen Sie auf!
Herr Postmeister, Sie sind verhaftet! Abholen werde ich Sie später!
Wo ist denn der Depp? Den nehme ich jetzt mit!
Als Corpus... Delicti!
[Symphonie erklingt]
Warum scheuen die Pferde? - Da liegt ein Rucksack.
Dann nehmen Sie ihn weg!
Was ist denn das? Wer fischt denn da?
lch! Oh, Majestät!
Bitte nicht abreißen! lch komme schon.
Bitte nicht abreißen, bitte nicht! Majestät, ich werde Sie sofort befreien.
Um Gottes willen, Majestät!
Her mit dem Messer! Her mit... Das Messer hergeben!
Majestät, ich bin einer Nihilistenbande auf der Spur.
lch bin diesem Mädchen gefolgt. - Der Rucksack...
Vorsicht, das kann eine Höllenmaschine sein! - Aber nehmen Sie ihn doch!
Aber Majestät, der spinnt ja, ich bin doch keine Nihilistin!
Aber auch keine Österreicherin! - Nein, ich bin aus... aus Bayern.
Aus Bayern, aha. - Graf Grünne? - Majestät.
Fahren Sie voraus. Sagen Sie, ich sei ein Stück gegangen. - Zu Befehl, Majestät.
Hat sie Zeit, mich ein Stück zu begleiten? - Oh ja, Majestät.
Dann machen wir einen kleinen Umweg, und ich zeige lhnen unsere schöne Umgebung.
lch hole meine Angel! - Majestät, bitte äußerste Vorsicht!
Ja, ja, ja.
[Romantische Musik]
Darf ich? - Bitte.
Hat sie wenigstens was gefangen? - Ja. Sie, Majestät.
Also, ich muss sagen, sie ist meine erste schöne Überraschung in lschl.
Das freut mich, Majestät. - Wie lange bleibt sie denn in lschl?
Zwei bis drei Tage, Majestät. - Das ist aber schade.
Gerade in den nächsten Tagen werde ich kaum eine freie Minute haben.
Oder doch!
Eine Zeit habe ich mir freigehalten.
Möchte sie heute Abend auf die Pirsch gehen? - Gern, Majestät!
lch begleite Papili auch immer. - Papili? - Meinen Vater.
Ah, und der ist auch Jäger. - Ein Großer. Der Beste überhaupt!
Das freut mich.
Sag, bist du eigentlich zum ersten Mal in Österreich, Nene?
Oh nein. Wir waren doch zusammen in Tirol.
Natürlich, in lnnsbruck. Vor drei Jahren. - ln lnnsbruck?
Ach ja, wie wir alle auf und davon sind. Das war eine fesche Zeit.
Willst du noch Tee? - Wie bitte?
Nein, äh... äh... Ein Schnapserl wär mir lieber.
Kaiserliche Hoheit wünscht einen Likör.
Kaiserliche Hoheit. Der Wagen Seiner Majestät ist soeben eingefahren.
Ja, dann gehen wir Franz-Josef zu begrüßen. Carl-Ludwig, komm! - Ja, Mama.
Was ist denn, warum sind sie jetzt alle weg?
Der Wagen seiner Majestät ist soeben in den Park eingefahren.
Ah, so. Dann schenken Sie mir noch ein Stamperl ein!
Kaiserliche Hoheit. Generaladjutant Seiner Majestät meldet sich.
Wo ist Seine Majestät? - Seine Majestät wünschte, ein Stück zu Fuß zu gehen.
Allein? - Ja, das heißt... nein.
Seine Majestät war in Begleitung. - ln wessen Begleitung?
ln Begleitung einer mir unbekannten Dame.
Einer lhnen unbekannten Dame? - Jawohl, Kaiserliche Hoheit.
lch danke. Kommt, meine Lieben!
Da sehen Sie, der Dachstein. - Herrlich.
Das ist mein Jagdgebiet. - Ach, ja? - Der hohe Schrott.
Das Höllengebirge.
Und das da drüben, das ist der Jainzenberg.
Schön haben Sie's hier, Majestät. - Ja.
Also, es bleibt dabei? Um fünf Uhr an der Hirschenbrücke.
Ja, Majestät. - Finden Sie den Weg?
Sicher, Majestät. - Verirren Sie sich nicht im Wald!
lch? Niemals. Nicht einmal in einem fremden Wald.
Nur noch eine Bitte, Majestät. - Ja.
Verwickeln Sie den Gendarmeriemajor in ein Gespräch,
damit er mich nicht wieder verfolgt.
Mache ich. Also... Um fünf? - Auf Wiedersehen, Majestät.
Darf ich um meinen Rucksack bitten? - Darf ich um einige Auskünfte bitten?
Moment, ich wollte Sie fragen...
Herr Major? - Majestät?
lch möchte einige wichtige Fragen klären. - Majestät.
Sagen Sie, Herr Major... Wie war denn das Wetter in lschl?
Das Wetter war wunderbar, Majestät. Verzeihung. lch muss der Dame folgen.
Die winkt? Die winkt. - Lassen wir sie winken.
Jawohl, Majestät. Sie ist mir sofort aufgefallen. - Mir auch.
Was ich Sie noch fragen wollte, Herr Major:
Wie wird denn das Wetter in den nächsten Tagen?
Fürchterlich. Es wird schrecklich schütten, Majestät. - Haben Sie einen Laubfrosch?
Nein, Rheumatismus! lch spüre das Wetter zwei Tage vorher.
Sie ist weg! Weg, wie vom Erdboden verschwunden.
Was wollten Sie von der Dame?
lch wollte sie um Namen und Adresse fragen.
Warum sagen Sie das nicht gleich? Laufen Sie! - Jawohl!
Erstatten Sie mir sofort Meldung! - Jawohl, Majestät.
[Sanfte Musik erklingt]
Gut geschlafen, Prinzessin?
Wie kommen Sie darauf, dass ich geschlafen habe?
Weil es im Zimmer so still war. Da wollte ich nicht stören.
Nein, ich habe nicht geschlafen. lch habe nur geträumt.
lch bin schon gespannt, was Mama und Nene erzählen werden,
wenn sie von dem Empfang zurückkommen. Ob viele Leute da waren?
Und wie der Kaiser ist? - Reizend.
Wie? - Der Kaiser ist sicher reizend, nach den Bildern zu schließen.
Ja, natürlich. lch bin nur neugierig, ob er sich sehr verändert hat seit lnnsbruck.
Vollkommen. - Wie? - Damals waren wir doch alle Kinder.
Ja, das stimmt.
Baronin, um fünf Uhr wird es hier wieder still sein. Es wäre nett,
wenn Sie auch dann nicht stören würden.
Küss die Hand, liebe Mama. - Grüß dich Gott, Franz.
Grüß Gott, lieber Papa! - Servus, Franzl! lch freue mich, dich wieder mal zu sehen.
lch freue mich auch. Du hast dich prächtig erholt.
Was ist geschehen? - Du hast dich prächtig erholt! - Ja, ja!
Mir geht's auch nicht schlecht. Wie gehabt, nur nicht regieren.
Tante Ludovika und deine liebe Kusine Nene sind aus Possenhofen gekommen,
um mit uns gemeinsam deinen morgigen Geburtstag zu feiern.
Oh, liebe Tante! Wie schön, dass ihr gekommen seid.
Danke, lieber Franz. - Grüß dich Gott, Nene.
lch hätte dich kaum wiedererkannt. - Es sind auch ein paar Jahre vergangen,
seit wir uns in lnnsbruck gesehen haben. - Ja.
Du bist sehr hübsch geworden. - Danke.
lst Onkel Max auch hier? - Nein, leider nicht.
Wir überbringen seine herzlichsten Geburtstagswünsche.
Oh, das tut mir Leid.
Er wollte es selber tun, aber er musste ein paar unaufschiebbare Dinge erledigen.
Alle Neune! Hurra! Hurra...
Das hat hingehaut!
[Kinder schreien begeistert durcheinander]
Max! lch hab ein Telegramm von Sissi. - Von der Sissi?
Die Sissi hat telegrafiert! - Was telegrafiert sie denn?
Eingesperrt war sie, durchs Fenster ist sie rausgestiegen.
Kommen sollst du und Gewehre mitbringen.
[Kinder schreien durcheinander]
Fein, wir fahren nach lschl! - Hurra! Hurra!
Ruhig! Was soll ich denn in lschl?
lch hab doch beide Hände voll zu tun! Buben, stellt die Kegel auf!
Bestell noch mehr Bier! Schreib auf, dass ich alle Neune geworfen habe.
Kegelst mit, was? - Bitte, Papa, fahren wir.
Druck dich! lch bleibe daheim!
Bravo! Bravo! - Einmal kann ich in dem Haus machen, was ich will,
und da soll ich wegfahren, hm? Kommt ja gar nicht in Frage.
[Alle] Prosit!
Du weißt gar nicht, wer das Mädchen war?
lch weiß nur, dass sie sehr hübsch war.
Der Kaiser steigt wegen eines fremden Mädchens aus dem Wagen...
und folgt ihr wie ein verliebter Student.
Noch dazu an dem Tag, an dem seine zukünftige Braut auf ihn wartet.
Es tut mir außerordentlich Leid, dass Sie sich darüber so sehr echauffieren.
Nichts bedrückt mich mehr als das Bewusstsein, lhnen Ärger zu bereiten.
Bitte, verzeihen Sie mir. - Also gut, dann wollen wir diesen unliebsamen...
Vorfall vergessen und nicht mehr darüber sprechen.
Wie gefällt dir Nene?
lch finde sie sehr, sehr hübsch.
Hübsch? lch finde sie reizend.
Na, mein Kind. Wie gefällt er dir? - lch finde ihn sehr, sehr nett.
Nett? Er ist bezaubernd.
lch finde Nene nur etwas kühl. - Mein Gott. Sie ist vielleicht ein bisschen befangen.
Sie weiß, was für sie auf dem Spiel steht. - Sie weiß, dass wir uns verloben sollen?
Natürlich. Aber das soll deinen Entschluss nicht beeinflussen.
lch habe mich mit Nene unterhalten. Sie ist klug, fromm,
gut erzogen, sehr gebildet und in ihrer äußeren Erscheinung...
geradezu prädestiniert die Gattin eines Monarchen zu werden.
Ja, ja, das stimmt völlig. Aber... - Sag noch nichts, Franz.
Du musst sie näher kennen lernen, dann wirst du mir zustimmen.
Komm, unterhalte dich mit ihr. - Jetzt nicht. lch möchte auf die Pirsch gehen.
Auf die Jagd? - Das ist meine einzige Gelegenheit.
Widme dich eine Stunde deinen Gästen. - Es ist gleich fünf,
dann treffe ich die... die Jäger. Und ich bin nicht gern unpünktlich.
lch werde heute Abend sicher genügend Gelegenheit haben,
Nene näher kennen zu lernen. - Wie du willst.
[Jagdmusik ertönt]
So, von hier ab gehe ich allein. - Soll der Büchsenspanner auch nicht mitkommen?
Niemand! Auch der Hund bleibt hier! - Weidmannsheil, Majestät.
Weidmannsheil! - Weidmannsdank!
[Romantische Musik erklingt]
Grüß Gott, Majestät! Oh, Verzeihung.
Bin ich pünktlich? - Schön, dass sie gekommen ist.
lch freue mich auf einen Waldspaziergang. - Es wird sehr steil werden.
Macht nichts. - Also gut.
Seine Majestät auf der Jagd? Das war doch nicht vorgesehen!
Nicht so laut! - Das war nicht vorgesehen.
Wie soll ich da Vorsichtsmaßnahmen ergreifen?
Man muss auch mit unvorhergesehenen Dingen rechnen.
Die Frauenperson, mit der seine Majestät zusammentraf, war auch nicht vorgesehen.
Von der wollte ich sprechen. - Kennt er sie?
Bestimmt. Majestät sind eine Weile mit ihr gewandert.
Ob er sie kennt? - Ach, ich? Jawohl, Kaiserliche Hoheit,
das heißt, nein... aber ich weiß bereits, dass sie eine Diebin ist.
Eine Diebin? - Jawohl! Aber vielleicht keine gewöhnliche Diebin.
Politische Verbrecher begehen oft ein gewöhnliches Verbrechen, um die...
Behörden irrezuführen... - Herr Major.
lch wünsche keine Lehrstunde in Kriminalistik.
lch will wissen, ob diese Person verhaftet wurde?
Leider noch nicht, Hoheit. - Und warum nicht?
Sie ist mir entwischt. - Warum ist sie entwischt?
Komische Frage! Kaiserliche Hoheit, das ist mir jetzt entwischt.
Sie ist mir entwischt, weil Seine Majestät mich nicht entwischen ließ...
das heißt, weil Seine Majestät mich in ein Gespräch verwickelt hat.
Und er sagte, ich kann ruhig schlafen! - Wer bitte?
Er! - Ah, schon wieder ich?
[Kuckuck ruft]
Schön, dass Majestät den Wald so lieben wie ich.
Leider komme ich selten dazu, durch den Wald zu gehen.
Meistens muss ich hinter dem Schreibtisch sitzen oder Paraden abnehmen.
Dann sind Sie sehr zu bedauern, Majestät.
Wenn du einmal im Leben Kummer oder Sorgen haben solltest,
geh wie jetzt mit offenen Augen, durch den Wald...
und in jedem Baum, in jedem Strauch,
in jeder Blume und in jedem Tier...
wird dir die Allmacht Gottes zum Bewusstsein kommen...
und dir Trost und Kraft geben.
Das hat sie irgendwo gelesen?
Nein, diesen Rat hat mir mein Papili gegeben. - Ach, der Papili!
Das muss ja wunderbarer Mann sein, der Papili. - Das will ich meinen.
Aber jetzt müssen wir das Maul halten. - Was?
Sonst vergrämen wir den Hirsch! - Da erkennt man gleich die Jägerin!
Also, leise! - Ja.
Majestät? Werden Sie den Hirsch wirklich erschießen?
Warum hätte ich sonst das Gewehr mit? Schießt der Papili nicht?
Doch, aber ich schaue die Tiere lieber an.
lch auch, aber heute will ich einen Hirschen schießen.
Da ist er schon! - Wo?
Da!
[Jagdmusik]
[Musik wird lauter]
Hatschi!
Weg ist er. - Verzeihung, Majestät.
Wie kann denn das einer Jägerin passieren?
lch weiß nicht. Bitte nicht böse sein. - Nein, den erwische ich schon noch.
Aber heute nimmer! - Nein, heute nimmer. Aber jetzt können wir wieder laut reden.
Ja, wir können sogar laut singen! Hollarohu-ho!
Sie hat auch eine Zither auf die Pirsch mitgebracht? - Ja.
Papili hat sie sogar nach Ägypten mitgenommen. - Papili war in Ägypten?
Mmh. Plötzlich packt's ihn und er muss reisen.
lch glaube, ich werd' auch so werden wie er.
[Zitherklänge]
Schade, dass sie nur ein oder zwei Tage in lschl bleibt.
lch hätte gern meinen Urlaub verlängert. - Meinetwegen? Das ist aber nett, Majestät.
Erzähl sie mir ein bisschen von ihr. - Von mir? Da gibt's nicht viel zu erzählen.
Meine Lieblingsbeschäftigung ist Reiten. - Ja, wirklich? Meine auch.
Meine Lieblingsblumen sind rote Rosen. - Meine auch!
Ja? Und meine Lieblings-Mehlspeise ist Apfelstrudel.
Also, das gibt's nicht. Meine auch! - Ja?
Wie heißt sie denn eigentlich? - Zu Hause bin ich die Liesl von Possenhofen.
Possenhofen? Am Starnberger See? Wo Herzog Max in Bayern wohnt? - Ja, ja.
Dann kennt sie meine Kusinen, die Prinzessin Helene, Elisabeth, Mathilde...
Marie, Sophie, kenne ich alle! Und auch die Buben. lch meine, die Prinzen.
Den Gackl, den Carl-Theodor.
Soviel ich weiß, sind die Prinzessinnen Helene und Sissi hier in lschl.
Ja, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Aber Prinzessin Sissi ist nicht da.
Doch, die ist da. Kennen Sie sie? - Ja, ganz flüchtig.
Und wie gefällt sie lhnen? - Nichtssagend, unscheinbar.
Aber sie gefällt mir, Liesl.
lch hab nie geglaubt, dass ich einmal jemand beneiden würde.
Ja, wen denn? - Den Mann, der sie einmal zur Frau bekommt.
Aber... wie kommen Majestät auf einen solchen Gedanken?
Der Gedanke ist augenblicklich für mich sehr nahe liegend.
Denken denn Majestät schon ans Heiraten?
lch muss leider schon daran denken.
Ach, Majestät sind verlobt? - Noch nicht.
Ach, nur verliebt? - Auch nicht. Nur verloben soll ich mich heute.
Ja, aber... wie kann man sich verloben, wenn man nicht liebt?
Das kommt in unseren Kreisen öfters vor, aus...
Staatsinteresse, aus dynastischen Gründen, aus...
So müsste sie aussehen. Solche Augen müsste sie haben,
so einen Mund...
Solches Haar. So schön wie sie müsste sie sein.
lst sie denn nicht schön, lhre Braut?
Doch, sie ist sehr schön, aber sie ist viel schöner.
lch glaube, sie hat auch mehr Herz. - Wer ist sie denn? Sicher eine Prinzessin.
Vielleicht kenne ich sie. - Natürlich kennt sie sie.
Prinzessin Helene in Bayern.
Nene?
Reden wir nicht von mir. lch bin so froh, dass ich sie getroffen hab.
lch glaube, man könnte sie sehr lieb haben.
Das heißt, man müsste sie... sehr lieb haben. Liesl!
Bitte nicht, Majestät. - Aber Liesl, sie ist ganz verändert!
Liesl! Was hat sie denn! - Nichts!
Liesl! Liesl!
Bleib stehen, Liesl!
Weißt du, was Tante Sophie gesagt hat?
Sie hat gesagt: "Nene hast du zu einer Kaiserin erzogen."
Ja, Sissi, wo kommst du denn her? lch denke, du willst nicht gestört werden?
lch war nur ein bisschen im Wald. - Ach, so.
Mama, jetzt können wir Sissi sagen, warum wir da sind. - Ja, natürlich.
Sissi! Eine Neuigkeit! lch werde mich heute mit Franz-Josef verloben.
lch kann dir nicht sagen, wie glücklich ich bin!
Er sieht jetzt ganz anders aus. Du weißt gar nicht, wie reizend er ist.
Es freut mich, Nene, dass du so glücklich bist.
Sissi!
Sissilein, was ist denn los mit dir?
Du bist ja ganz verstört. Fühlst du dich nicht wohl? Was ist denn?
Nichts, Mama. - Bist du traurig, weil du nicht eingeladen warst?
lch hab eine wunderbare Nachricht. Fürst Khevenhüller ist unverhofft angekommen.
Tante Sophie hat dich zusätzlich als Tischdame eingeladen.
Nein, Mami. lch will nicht hingehen. lch bleib daheim.
Aber, Sissi, das geht doch nicht! Du würdest Tante Sophie beleidigen,
wenn du nicht kommst. - Das ist mir gleich. lch gehe nicht hin.
Aber Sissi, ich bitte dich. Sei nicht launenhaft und ärgere mich nicht!
Jede andere Prinzessin wäre glücklich, teilnehmen zu können.
Aber ich bleibe zu Hause.
Ja, was hat sie denn? - Keine Ahnung. Hm...
Aber sie wird mitgehen. Das fehlt noch, Tante Sophie so zu verstimmen. - Eben.
Und wo sich heute unser Schicksal entscheidet.
Seine Durchlaucht, Feldmarschall Fürst Radetzky.
lch freue mich, Fürst Radetzky,
dass Sie die anstrengende Reise nicht gescheut haben.
Es ist eine hohe Ehre und Auszeichnung für mich,
den Geburtstag Eurer Majestät hier mitfeiern zu dürfen.
lhre Majestät, die Königin von Preußen.
Willkommen, liebe Tante.
lch freue mich wirklich herzlich über deinen Besuch. - lch freue mich ebenfalls,
lieber Franz, persönlich Geburtstagsglückwünsche zu überbringen.
lhre Majestät, die Königin von Sachsen.
Willkommen, liebe Tante.
lch freue mich wirklich herzlich über deinen Besuch. - lch freue mich ebenfalls,
lieber Franz, persönlich Geburtstagsglückwünsche zu überbringen.
lhre Königliche Hoheit, Herzogin Ludovika in Bayern.
lhre Königliche Hoheit, Prinzessin Helene in Bayern.
lhre Königliche Hoheit, Prinzessin Elisabeth in Bayern.
Willkommen, liebe Tante.
Willkommen, Nene.
Willkommen, Elisabeth.
lhr kennt euch doch! - Wie?
Aus lnnsbruck. - Ach ja.
lch freue mich, dich wiederzusehen...
...Liesl von Possenhofen.
Grüß dich!
So, meine Liebe.
Grüß dich Gott, mein Kind.
Franz, du führst Nene zu Tisch. - Ja, Mama.
Also ich muss sagen, ich hätte Sissi kaum wiedererkannt.
ln lnnsbruck war sie noch ein unscheinbares Kind, und jetzt...
ist sie das zauberhafteste Mädchen, das ich je gesehen habe.
Verzeih, Nene. Sei bitte nicht böse. - Warum soll ich böse sein?
Es ist nicht galant, seiner Tischdame von einer anderen vorzuschwärmen.
Aber Sissi ist meine Schwester. lch finde sie reizend. Sie wird immer hübscher.
Sie ist wirklich reizend. - Schade, der Max ist nicht da. lch mag ihn.
lch sag's ihm. - Bitte? - lch werd's ihm sagen.
lm Magen, oje, oje. - Was ist geschehen?
Der Max hat's im Magen. - Ah.
lch leide auch so darunter. - Bitte? - lch leide auch darunter.
Sonst ist er munter. Bravo. Na bravo.
Sissi, darf ich mich in deine Tanzkarte eintragen? - Aber bitte, gern.
Wie viele Tänze schenkst du mir? - So viel du willst.
Auch den Kotillion? - Ja.
Und welche sind deine Lieblingsblumen? - Meine Lieblingsblumen?
Was denn? - Deine Lieblingsblumen, wegen des Kotillionbuketts.
Ach so. Rote Rosen. - Rote Rosen.
lch habe euch das Mädchen beschrieben. - Wir haben sie nicht gefunden.
Und warum nicht? Alle Straßen nach lschl sind abgeriegelt!
Also, wo ist sie denn? - Vielleicht taucht sie heute Abend auf.
Mit Festbeleuchtung wird sie euch begegnen. - Morgen, beim Kirchgang.
Ein Attentäter geht nicht in die Kirche.
Sie wird auftauchen, wenn es zu spät ist, beim nächsten Attentat.
Das kostet mich Kopf und Kragen. Der lacht. Der lacht!
Sie! Abtreten! Unerhört diese...
Ah! Was fällt lhnen denn ein? Gehen Sie!
Hinaus!
Das ist... Nein...
Pantello!
Entschuldige, Franz. - Bitte.
Bitte, Herzogin. - Danke, Exzellenz.
Also, Nene ist die zukünftige Kaiserin von Österreich?
Wie kommst du denn darauf? - Wenn zwei Königinnen anwesend sind,
und Franz-Josef führt eine Prinzessin zu Tisch, hat das was zu bedeuten...
lch finde es merkwürdig, dass du uns deine Pläne nicht anvertraust.
Aber, meine Liebe...
Du, die Nene ist entzückend. - Aber nichts für dich.
Warum nicht? - Man soll einem Kaiser nicht ins Gehege kommen.
Ach so?
Der Kamillentee, Kaiserliche Hoheit.
Haben Sie einen Cognac hineingetan? - Jawohl, Kaiserliche Hoheit.
Danke.
Warum riechst du denn an deinem Tee? - lch...
lch wollte nur schauen, ob er nicht zu stark ist. Nein, eher zu schwach.
Damit du im Bilde bist. Franz-Josef wird sich heute mit Nene verloben.
Bitte, sprich lauter! - lch kann ja nicht schreien.
Franz-Josef wird sich heute mit Nene verloben. - Bravo!
Haben sie sich also verliebt. - Noch nicht, aber das wird schon kommen.
Bravo. Warum verloben sie sich denn heute schon?
Wir waren auch verlobt, ohne dass wir verliebt waren.
Ja, das hat damals der Kongress bestimmt. - Ja, und heute bestimme ich.
Bravo. - Warum sagst du denn immer "Bravo"?
Du bist doch nicht im Zirkus. - Was ist? - Du bist...
Es ist alles in Ordnung. - Bravo.
Carl-Ludwig, ich kann nicht mehr weitertanzen. - Warum nicht?
Mir ist nicht gut. - Dann gehen wir in den Garten, an die frische Luft?
Nein, bitte lass mich alleine!
Soll ich mitkommen? - Nein, bitte nicht.
Was ist denn, Sissi?
Warum bist du heute Nachmittag davongelaufen?
lst... ist da noch eine Erklärung notwendig?
lch glaube, dass... das Schicksal es anders mit uns will...
als unsere Mütter es beschlossen haben.
Es kann nicht nur Zufall gewesen sein, dass wir uns heute trafen,
fern von allem höfischen Zwang.
lch glaube, alles ist in Ordnung. - Was ist in Ordnung?
Mama wollte, dass ich mich mit einer Tochter von Tante Ludovika verlobe.
lch habe ihren Wunsch noch nie so gern erfüllt.
lch liebe dich.
Willst du meine Frau werden?
Nein... Nie! - Warum nicht?
Weil ich Nenes Glück nicht im Weg stehen will und ihr nie den Mann wegnähme.
Aber, Sissi, sei doch vernünftig. Erstens, bin ich noch nicht Nenes Mann.
Und zweitens, stehst du ihrem Glück nicht im Weg, denn...
es ist kein Glück, mit mir verheiratet zu sein.
Gewiss, ich bin Kaiser von Österreich, Herr eines mächtigen Landes.
Aber überall lauern Gefahren. Die Rebellen in Mailand, der Aufruhr in Ungarn.
Und dann... lch nehme meine Pflichten sehr ernst.
lch werde nicht viel Zeit für meine Frau haben. Und trotzdem, Sissi...
wäre ich glücklich, eine Frau neben mir zu haben, wie du es bist.
Erinnerst du dich nicht, was ich heute zu dir gesagt habe?
Noch ehe ich wusste, wer du bist. So müsste sie aussehen...
Diese Augen müsste sie haben... Diesen Mund...
Bitte sprich nicht weiter, sonst vergesse ich jede Etikette und laufe davon.
Aber, Sissi.
Findest du nicht, dass Franz sich nicht genug mit Nene beschäftigt?
Sollte er nicht den Ball mit ihr eröffnen? - Franz tanzt immer erst den Kotillion.
Und den tanzt er bestimmt mit Nene. Sei ganz ohne Sorge...
Es geht alles so, wie ich es wünsche. - lch verlasse mich ganz auf dich.
Sissi...
Willst du mir nicht helfen, diese schwere Last zu tragen?
Und wenn Nene nicht wäre? - Sie ist aber. lch liebe Nene.
lch werde es nie übers Herz bringen, ihr weh zu tun.
Sie liebt dich. Sie sagte es mir.
Franz! - Ja, Mama?
lch hätte gerne ein paar Worte mit dir gesprochen. - Selbstverständlich, Mama.
Verzeih bitte, Sissi.
Du hast wunderbar ausgesehen, mein Schatz. Alle haben nur auf dich geschaut.
Jeder weiß, was hier vorgeht. - lch habe es bemerkt.
Tante Sophie hat gesagt... - Was hat sie gesagt? - Sie hat gesagt...
Franz-Josef wird den Kotillion mit dir tanzen. - Das hab ich mir gedacht.
Und gleichzeitig die Verlobung bekannt geben.
Mein lieber Franz, es wäre an der Zeit, deine Verlobung bekannt zu machen.
lch wollte nach deinem Entschluss fragen.
Ja, Mama, ich habe einen Entschluss gefasst.
Das freut mich. Dann werde ich die Verlobung verkünden.
Alle ahnen, dass du dich mit Nene verloben wirst. - Mama!
lch habe mich nicht für Nene entschlossen, sondern für Sissi.
Für Sissi? Weißt du denn, was du sprichst?
Genau, Mama. - Aber, Franz!
Du kannst doch nicht diesen Fratz heiraten.
Ein Mädel, kaum sechzehn, schlecht erzogen...
Sissi wird eine Kaiserin werden, wie die Welt sie nie sah.
lm schlechten Sinn. - lm besten Sinn, Mama. Sie ist die Anmut selbst.
Und ihr Charme ist von einer Herzlichkeit, wie ich ihn überhaupt noch nie erlebt habe.
Sissi ist ein Schatz. Und niemand wird ihn mir wegnehmen.
Mein Entschluss steht fest. lch heirate Sissi, oder keine!
Und ich bitte Sie, bei Tante Ludovika um Sissis Hand anzuhalten.
Bei Onkel Max tue ich es selbst.
Du stellst mich vor eine vollendete Tatsache.
Leider stelle ich auch Sissi vor eine vollendete Tatsache.
Es tut mir aufrichtig Leid, Mama, dass wir zum ersten Mal nicht einer Meinung sind.
Messieurs! Bitte, wählen Sie die Blumen für lhre Damen zum Kotillion.
Sissilein, was hast du denn? Heute Nachmittag warst du schon so bedrückt.
Und jetzt ich weiß nicht. Du gefällst mir gar nicht.
Was ist denn los? - Nichts, Mama.
Lach und tanz doch ein bisschen. Du bist doch jung!
lch habe keine Lust zu tanzen. - Sei mir zuliebe ein bisschen fröhlich.
Wem hast du den Kotillion versprochen? - Carl-Ludwig.
Dann tanz doch mit ihm. Ja, bitte. - Bitte.
Mir bitte rote Rosen. - Pardon, aber rote Rosen sind nicht mehr da.
Seine Majestät hat alle für sich reserviert.
Für wen brauchst du denn rote Rosen? - Für Sissi. lst sie nicht reizend?
Ja, aber nichts für dich. - Warum nicht?
Komme einem Kaiser nie ins Gehege. - Was meinst du?
Dass ich schärfere Augen habe als du.
Oh, Verzeihung. lch suche Carl-Ludwig.
lch hab ihm den Kotillion versprochen. - Das ist jetzt gleichgültig.
Komm her! Lass dich anschauen. - Ja, Tante?
Na ja, groß bist du nicht.
Nein. Leider nicht. Aber das liegt in der Familie.
Mami ist auch nicht groß und du ja auch nicht.
Vor allem möchte ich dich bitten, nicht "du" zu mir zu sagen.
Aber du bist doch meine Tante.
Franz-Josef ist mein Sohn und sagt auch "Sie" zu mir.
Bitte. Wie du wünschst. Verzeihung, wie Sie wünschen.
Das kommt mir so dumm vor. lch meine, so ungewohnt.
Du wirst dich an manches gewöhnen müssen. Am Österreichischen Hof...
herrscht ein strenges Zeremoniell. Und zwar das Spanische Hofzeremoniell,
das unter allen Umständen gewahrt werden muss.
Das ist mein Wunsch und auch der des Kaisers.
Welche Sprachen sprichst du außer Deutsch? - Englisch und Französisch.
Eben. Ungarisch, Böhmisch, Kroatisch müsstest du sprechen. - Wozu?
Weil Franz-Josef mir sagte, dass er dich liebt.
Und... weil er dich zu seiner Frau machen will.
Aber... - Unterbrich mich nicht, wenn ich spreche, sondern antworte auf meine Frage.
Liebst du ihn auch? - Bitte fragen Sie mich nicht.
lch wünsche eine Antwort auf meine Frage.
Ja. lch liebe ihn. lch liebe ihn sogar sehr.
lch habe... - lch habe gehört du reitest viele Stunden im Tag.
lch habe nichts gegen das Reiten, es erhält die Figur,
aber alles mit Maß und Ziel. Du musst jetzt an deine Gesundheit denken.
Deine Zähne sind ganz gelb. Du musst sie besser putzen.
lch putze meine Zähne. Meine Zähne sind weiß!
Auch dein burschikoses Wesen wirst du ablegen müssen.
Da musst du dein Leben ändern, wenn du Kaiserin von Österreich werden willst.
Aber ich will ja gar nicht Kaiserin werden! - Du musst glücklich sein, wenn du es wirst.
lch war bei uns zu Hause glücklich. Glücklicher, als ihr alle hier!
lch denke nicht daran, mein Leben zu ändern. lch will frei leben, ohne Zwang!
Was ist das denn für eine Sprache, die du führst?
Die Sprache, die mich mein Vater gelehrt hat.
Dem die Freiheit und Wahrheitsliebe über alles geht.
lch glaube, wir haben uns vorläufig nichts mehr zu sagen.
Sissi, wo läufst du hin? - lch will heim. - Was, jetzt?
Wo der Kotillion beginnt? - Entschuldige, ich tanze nicht.
lch lasse dich nicht fort! lch bestehe darauf! - Wenn ich darum bitte?
Majestät, hier sind die Rosen.
Danke.
Sophie, jetzt geht unser Wunsch in Erfüllung. - lch glaube, du irrst dich.
Er geht mit den Rosen zu Nene.
Liebe Sissi, erlaube mir, dass ich dir deine Lieblingsblumen überreiche.
Er gibt Sissi die Blumen? Was soll denn das bedeuten?
Dass er sich mit Nene... nicht verloben wird.
Liebe Nene, ich habe dich um den Kotillion gebeten.
Bitte gestatte mir, diesen Tanz mit Sissi zu tanzen.
Mit meiner Braut.
Er will Sissi heiraten? - Ja.
Es lebe...
die zukünftige Kaiserin von Österreich!
Hoch...
Erlauben mir Majestät? - Aber...
lm Namen der hier anwesenden,
allerhöchsten Gäste und als Ältester,
die herzlichsten Glückwünsche...
zu Eurer Majestät Verlobung...
mit lhrer Königlichen Hoheit, der Prinzessin Elisabeth...
in Bayern, darbringe. - lch danke lhnen, Herr Feldmarschall.
[Radetzkymarsch]
Majestät. Die Bevölkerung von lschl...
hat zu Ehren des Geburtstages ein Feuerwerk arrangiert.
Das ist aber nett. Sissi.
Hoch! Hoch!
Hoch...
Mein armes Kind, du tust mir so unendlich Leid.
Ach, Mama! Warum sind wir nach lschl gefahren? Diese Demütigung.
Du musst jetzt stark sein. Und Haltung bewahren.
Sissi trifft keine Schuld. - lch weiß.
Deswegen darfst du ihr nicht böse sein. Nene, bitte nimm dich zusammen!
Es darf dir niemand anmerken, dass man dich gekränkt hat.
Das kann ich nicht, Mama. Das kann ich nicht!
Warum hast du das getan? Warum hast du mich vor ein fait accompli gestellt?
lch wusste, du hättest nie "ja" gesagt.
Ludovika, nun stoß an mit uns. Du bringst einen Monarchen in die Familie.
Warum weinst du? Du hast keinen Grund.
Eigentlich bin ich zu bedauern. lch habe die Aufgabe,
aus einem Landmädel eine Kaiserin zu machen.
Das brauchst du nicht, Sissi wird Kaiserin. - Vielleicht durch mich.
ln einem Jahr ist sie nicht wiederzuerkennen.
ln einem Jahr wirst du sie nicht wiedererkennen. - Na bravo.
Jetzt hast es du gesagt.
[Bravo-Rufe]
Das ist ja...
Die Braut seiner Majestät!
Herr Bürgermeister, wo ist ein Loch?
Wozu brauchen Sie ein Loch? - ln das ich versinken kann!
Wer ist jetzt dran?
Die Leber ist von keinem Hecht, sie ist von einem Kater!
Lasst schmecken euch den guten Wein, vom künftigen Schwiegervater!
Hollari, hollaro hollari, hollaro...
Die Leber ist von keinem Hecht, sie ist von einem Stier!
Doch heut' hab ich genug vom Wein, jetzt möcht' ich ein Maß Bier!
Holleri, hollero, holleri, hollero...
Na, Sissilein. Was ist mit dir? Du sitzt so traurig herum.
Machst gar nicht den Eindruck einer glücklichen Braut.
Hast du schon Nachricht von Nene? - Natürlich.
Sie ist noch bei Tante Elisabeth in Potsdam. Es geht ihr ausgezeichnet.
Sie lernte einen Prinzen Thurn und Taxis kennen,
den sie mag und der ihr den Hof macht.
Aber sie kommt nicht zurück, weil sie mir nicht verzeihen kann,
dass ich ihr Leben zerstört habe.
Aber, Sissi... Nun hör mir mal zu, mein Kind.
Du hast doch nicht ihr Leben zerstört. Es kommt alles so, wie es kommen muss.
Tante Sophie wollte Vorsehung spielen, aber das kann man nicht.
Du hast Franz-Josef eben besser gefallen.
Du solltest glücklich sein, denn er liebt dich über alles.
Du ihn doch auch, nicht wahr? Na, siehst du.
Und das ist das Allerwichtigste.
Aber ich kann doch nicht glücklich sein, solange Nene mir böse ist...
und meinetwegen nicht heim kommt.
Was jetzt, mitten in der Nacht? - Was ist los? - Königlicher Kurier.
Wofür? - Keine Ahnung. Lasst euch nicht stören, komme gleich wieder.
Trinkt auf mein Wohl, herzhaft.
Es lebe unser Hausherr, unser lieber Herzog Max!
Holleri, hollero, holleri, hollero...
Graf Arco! Das ist eine Überraschung!
Entschuldigen Sie, dass ich so spät störe. lch konnte leider nicht früher eintreffen.
Grüß Gott. Sind Sie ins Gewitter hineingekommen?
lch komme im Auftrag Seiner Majestät, des Königs Maximilian von Bayern,
um lhnen, Herzog Max von Bayern, die herzlichsten Glückwünsche...
Seiner Majestät darzubieten. - Das finde ich aber schön von Seiner Majestät,
dass er uns einen Sonderkurier schickt. - Ja, reizend.
Guten Abend.
lch habe noch eine andere Sonderbotschaft. - Ah, so.
Leider keine angenehme.
Seine Majestät hat mich gebeten, Eure Königliche Hoheit daran zu erinnern,
dass Eure Königliche Hoheit jetzt kein Privatmann mehr sind,
sondern sozusagen ins Licht der Öffentlichkeit gerückt wurden.
Das heißt mit anderen Worten? - Dass Seine Majestät wünschen,
Eure Königliche Hoheit mögen nun ein...
wie soll ich es nur ausdrücken,
...ein etwas gemäßigteres Leben führen.
Dann sagen Sie Seiner Majestät, dass mein Mann bleibt, wie er ist.
Aber, Königliche Hoheit... - Wir waren bislang glücklich.
Niemand hat sich um uns gekümmert. Lasst uns auch jetzt in Frieden! - Aber...
Vickerl! Du bist ja ein Mordskerl! Halten Sie!
Wenn ich dich nicht schon längst geheiratet hätte, heute würde ich es tun.
Entschuldigung.
Berichten Sie Seiner Majestät von diesem Familienidyll.
Wir lassen grüßen. Alles bleibt beim Alten.
Wenn ihm was nicht gefällt, dann werde ich einfach Österreicher.
Aber bitte, Königliche Hoheit! - Das schafft mir der Franzl im Handumdrehen.
Jawohl!
Komm, Xaverl. Geh in den Wald.
Na, komm!
Und gib Acht, dass dir nichts geschieht!
Und wenn du groß bist, dann geh dem Papi aus dem Weg.
Wer soll mir aus dem Weg gehen? - Der Xaverl.
Ja, Sissi! Was machst du denn?
lch möchte meinen Tieren die Freiheit schenken,
wenn ich sie schon aufgeben muss. - Schau, was sind das denn für Sachen?
Jede andere Prinzessin wäre glücklich an deiner Stelle,
und du machst ein Gesicht, wie sieben Tage Regenwetter.
Pass mal auf. lch habe heute eine Nachricht bekommen.
Die Hochzeit ist auf den 24. April festgesetzt.
Am 20. fährst du mit einem Schiff donauabwärts nach Österreich.
Nene!
Nein, ist das eine freudige Überraschung! Grüß dich, mein Schatz.
Prinz Thurn und Taxis brachte mich hierher,
um dir seine Aufwartung zu machen. - lch freue mich, Sie begrüßen zu können.
Ganz meinerseits, Herzogin. - Danke.
Was ist denn? Hörst du zu? Du bist ja ganz uninteressiert.
Hast du am Ende den Franzl gar nicht gern? - Doch.
Doch, ich habe ihn sogar sehr gern. Aber...
lch hab solche Angst vor Tante Sophie und dem ganzen Hofzeremoniell.
Ah, das kann ich verstehen. Das war mir auch immer zum Abgewöhnen.
Aber weißt du was? Wenn sie dich zu sehr sekkieren in Wien,
mit dem Klimbim, dann kommst du zu mir. Dann gehen wir in den Wald.
Nein. Der Franzl nimmt dich mit in den Wald.
Sissi wird sich freuen. - Ja, wo ist sie denn?
Da unten, bei ihren Tieren. Sissi! Die Nene ist da. Komm!
Was? - Die Nene ist da!
Nene! - Sissi!
lch wollte dir nur sagen, Sissi, dass wir immer dieselben bleiben,
und dass ich dir alles Schöne wünsche.
Du sollst so glücklich werden, wie ich es bin.
lch bin so froh, Nene, dass du mir das sagst. So unsagbar froh.
lch hätte sonst nie glücklich werden können.
Hoch lebe die Kaiserin! Hoch lebe die Kaiserin!
[Glückwunschrufe aus der Bevölkerung]
Ein schönes Land ist deine neue Heimat, Sissi.
Ja, mir ist, als träumte ich das alles.
Sissi. Sie kommt!
[Deutsche Nationalhymne wird gespielt]
Sissi. - Franzl...
Möchtest du mir nicht sagen, was du hier suchst?
Guten Morgen, Tante. - lch gehe dir schon durch mehrere Zimmer nach.
Du läufst von einem Fenster zum anderen. Fehlt dir etwas? Kannst du nicht schlafen?
Aber nein. lch suche die Tiere. - Welche Tiere?
Franz-Josef erzählte mir, hier sei ein Tierpark.
Deshalb läufst du im Nachthemd und Schlafrock herum?
Mit offenem Haar? Und barfuß? - Niemand hat mich gesehen.
Franz-Josef hätte dich sehen können! - Der schläft noch.
Du irrst! Der Kaiser sitzt um diese Zeit meistens an seinem Schreibtisch.
Ach so. Verzeihung. Das wusste ich nicht.
Bleib!
Du findest dich ja in diesen vielen Zimmern nicht zurecht.
Die Fürstin Auersperg! - Sehr wohl, Kaiserliche Hoheit.
Warum die Fürstin? - Um dich zurückzubringen.
Das ist nicht nötig. - Was nötig ist, bestimme ich.
Bereite dich in deinem Zimmer auf deine Beichte vor.
Es war unnötig, mich daran zu erinnern. lch habe mich schon vorbereitet.
lch spreche auch bereits die Sprachen, die so wichtig sind:
Kroatisch, Böhmisch und Ungarisch. Meine Zähne sind weiß wie nie.
Nur der Ton, den du mir gegenüber anschlägst,
ist der gleiche geblieben, konstatiere ich. - Was ist denn passiert?
Nun, ist das notwendig, dass dich dein Bräutigam so sieht?
Guten Morgen, Franz. - Guten Morgen, Sissi. lst etwas geschehen?
Nein. lch wollte mir die Tiere ansehen, die du erwähntest.
Aber Kind. Die sieht man doch nicht von hier. lch zeige sie dir später.
Guten Morgen, Mama.
Das ist doch kein Grund, dass Sie sich so echauffieren.
Danke für deine Belehrung. Es tut mir Leid, an deinem Hochzeitstag...
eine Auseinandersetzung mit deiner Braut zu haben. Aber...
lch ließ die Fürstin rufen.
Guten Morgen, Fürstin. Nein, bitte nicht.
Das auch noch. Danke, ich brauche Sie nicht mehr, Fürstin.
Warum beleidigst du meine Hofdame so?
Eine ältere Dame braucht meine Hand nicht küssen. - Dann will ich dir erklären.
Pardon, Mama. Darf ich das tun?
Sissi, dieser Handkuss hat nichts mit dem Altersunterschied zu tun.
Wenn heute Abend unsere... Trauung vollzogen ist,
dann bist du die erste Frau in meinem Reich. Das heißt mit anderen Worten:
Du nimmst die Stellung ein, die bis jetzt meine Mutter eingenommen hat.
Du bist fortan die erste Dame unseres Landes.
Und alle anderen Damen beweisen dir mit diesem Handkuss,
dass du als Kaiserin über ihnen stehst.
Nur eine Frau in Österreich hat das Recht,
dir statt deiner Hand auch deine Stirn zu küssen.
Meine Mutter. Nicht wahr, Mama?
Das wollten Sie doch auch sagen? - Ja, Franz.
Komm, mein Kind.
lch bring dich auf dein Zimmer. - Ja.
Ach, Franz. Es wäre alles so schön, wenn du kein Kaiser wärst.
Wir begrüßen unsere geliebte Braut, lhre Königliche Hoheit,
Prinzessin Elisabeth in Bayern, heute nochmals auf österreichischem Boden.
Und heißen Sie in lhrem neuen Haus auf das Allerherzlichste willkommen.
Möge lhr Österreich eine neue Heimat und ein zweites Vaterland werden.
Und mögest du, liebe Elisabeth,
in deiner neuen Heimat immer nur glückliche Stunden verleben.
Was ich dazu tun kann, wird geschehen.
Alles andere... liegt beim Allmächtigen.
Das hohe Brautpaar, es lebe hoch! - Hoch! Hoch!
Hoch! Oh, Verzeihung.
Hoch, meine Elisabeth, hoch!
[Orgelmusik]
[Händels "Halleluja"]
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