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Original subtitles

Oft denke ich,

dass man nur durch seine Erinnerungen kreativ sein kann.

Wenn man sie ignoriert, kann man nichts Neues schaffen.

Wir sahen jeden Abend fern.

Das Aufrollen dieser erinnerungslosen Geschichte bildete

einen krassen Kontrast zur Welt tags�ber.

Die schwarzen H�nge des Fujiyama, die Figuren einer anderen Zeit,

und die Gegenwart von Akira Kurosawa.

30. Oktober 1984, Szene 40.

Ein alternder Vater teilt sein Gut auf seine 3 S�hne auf.

Er ist unf�hig, die Treue des J�ngsten zu erkennen

und st��t bei den �lteren auf Undankbarkeit.

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Wenn er sagt: "Ist Kurogane da?" Sieh Kurogane an.

So sollst du reagieren.

Versuchen wir's.

Dort dr�ben.

Und sprich laut, sonst h�ren wir nichts.

Du sollst sie nicht reinlassen,

sondern mich rauslassen!

Das war gut so.

Geht dorthin.

Wenn ihr beide das h�rt,

reagiert ihr nicht.

Dreht euch um und tut �berrascht.

Diese Reaktion ist sehr wichtig.

Lange Proben.

Kurosawa macht oft stundenlange Proben.

Am Ende steht ein einziger Take. Kein zweiter zur Sicherheit.

Die Sicherheit ergibt sich aus der vorangegangenen Arbeit.

Tatsuya Nakadai spielt den Hidetora.

Es geht um K�nig Lear, und dann wieder doch nicht.

Es ist eher Lears Echo, das zwischen den Mauern der Burg,

die Kurosawa am Fujiyama bauen lie�, widerhallt.

Nakadai, der den doppelten Helden in Kagemusha spielt,

hat bereits vor 20 Jahren f�r Kurosawa gearbeitet.

Sp�ter finden wir noch weitere Beispiele f�r diese Kontinuit�t.

Bei der folgenden Probe

sagt Nakadai zweimal seine Replik falsch.

Er benutzt spontan das moderne japanische Wort,

und nicht sein poetisches Synonym.

Beide Male berichtigt ihn Kurosawa mit ausgesuchter H�flichkeit.

Wir jedoch k�nnen dies nicht �bersetzen

und nur ungef�hr wiedergeben.

Nakadai, dein Gesichtsausdruck ist versteinert.

Dass Hidetora seine Macht verloren hat, macht ihn traurig.

Fertig!

Bitte!

Zu lang!

Sprich zu Ende und dreh dich dann sofort um.

Kann ich's mal versuchen?

Gut, streck dich.

Macht das Tor auf!

"�ffnet das Tor!"

Deine K�rperhaltung war perfekt.

- So mach ich's dann? - Ja.

- Gleiche Szene, andere Kamera. - Verstanden.

- Sehe ich dorthin? - Genau.

- So? - Ja.

Und noch etwas...

Streck dich erst und dreh dich dann um.

- Erst strecken? - Genau.

�ffnet das Tor!

Dann f�hrt ihr ihn raus.

Dein R�cken muss Unentschlossenheit vermitteln.

Itoh, kannst du das einrichten?

Er muss die Personen vor ihm verdecken.

Sie m�ssen v�llig von ihm verdeckt sein.

Er ist einen halben Schritt dahinter. W�re ein ganzer nicht besser?

Aber nein.

Vater,

wenn Ihr allein w�rt, w�re es mir ein Vergn�gen.

Vater,

Ihr seid abgetreten, wozu braucht Ihr jetzt noch ein Gefolge?

Macht das Tor auf!

�ffnet das Tor.

Unser Material, abgesehen von den Bildern, besteht aus Kassetten

mit Gespr�chsfetzen, die Freunde Kurosawas aufgenommen haben;

Bildern von Ran, dem Film, der noch auf Eis gelegt war;

und schlie�lich diesem fehlerhaften Wunder der Technik Videorekorder,

mit dem wir uns immer wieder Kurosawas alte Filme ansehen.

Bei einem solchen Dreh darf man sich diese fremde Sch�nheit

nicht zu eigen machen, sich nicht mit ihr wichtig tun.

Nat�rlich kommt diese entlehnte Sch�nheit dennoch durch,

aber wir werden versuchen, das zu zeigen, was wir sehen,

von unserem Standpunkt aus.

Bring mich nicht zum Lachen, ich muss das Pferd ruhig halten.

Geht alle in eure Gruppen f�r die n�chste Szene!

Ist das echtes Haar?

- Hier? - Es ist etwas zu lang.

Hier und hier ist es echt.

Das hier ist echtes Haar. Dies ist falsches.

Es sieht wie ein umgedrehtes "U" aus.

Man sieht den �bergang kaum!

Man sieht nicht, dass es ein Haarteil ist.

Ein bisschen verrutscht.

Unsinn!

Ist das echtes Haar?

Ja, das ist mein Haar.

Und die Augenbrauen, sind die falsch?

1. November 1984, 10 Uhr morgens.

Szene 53.

Die Soldaten von Hidetoras �ltestem Sohn,

das gelbe Banner mit einem Balken,

m�ssen sich vor den Toren der dritten Burg sammeln,

der Burg des j�ngsten Sohnes.

Infanterie und Kavallerie schw�rmen auf den H�ngen des Fujiyama aus.

Der Himmel ist verhangen, wie im Drehbuch vorgesehen.

Ein d�nner Bodennebel wabert.

Wir wissen noch nicht,

dass sich hier das Wetter st�ndlich �ndern kann.

Wo gehen wir hin?

- Wo gehen wir hin? - Nach da dr�ben.

Alle mal bitte dahin schauen.

Zu der Szene, wo ihr marschiert...

Die habe ich euch noch nicht erkl�rt.

Haltet eure Banner und Speere in der linken Hand.

Haltet sie gut fest.

Die rechte Hand ist 10 cm tiefer.

In der Szene danach nehmt ihr wieder die linke Hand,

und haltet Banner und Speere �ber die rechte Schulter,

so dass Banner und Speere auf der rechten Seite sind.

Achtet auf den Winkel, der ist sehr wichtig.

Ihr m�sst denselben Winkel wie euer Nachbar haben.

Und tretet euch nicht auf die F��e!

Die linke Hand muss ein bisschen tiefer.

So nicht! Mach's wie er.

So.

Geh bis hierher, ausgezeichnet.

Bis hier?

Stillgestanden! Rechtsum!

Banner und Speere schultern!

Ich kann das Tor nicht sehen.

Da sind zu viele Menschen.

Siehst du?

Ein paar davon m�ssen hier entlang kommen.

Kurosawa erteilt Befehle.

Seit Die sieben Samurai filmt er jede wichtige Szene

mit drei Kameras,

das hei�t, er muss drei verschiedene Perspektiven �berwachen,

und wir haben dreimal so viele M�glichkeiten, ins Bild zu stolpern.

Den ganzen Tag lang sahen wir

Kurosawa sich mit den �blichen Problemen herumschlagen:

ein Schauspieler trifft den Ton nicht, ein Pferd stolpert,

Wind kommt zum falschen Zeitpunkt auf,

die Sonne, die w�hrend der Proben hinter Wolken versteckt war,

lugt bei Drehbeginn hinter dem Nebel hervor.

Schlacht

Sprich mit einer tieferen Stimme.

Sonst sp�ren wir deine Gegenwart nicht.

�berleg dir, wie du nach dort dr�ben kommst.

F�r mich ist das Leben wie Bergsteigen.

Wir glauben den Gipfel zu sehen, k�nnen aber nie sicher sein.

So ist das hier an den H�ngen des Fujiyama auch.

Wir versuchen ihn zu besteigen, aber der Weg ist sehr steil.

Es ist sehr glatt.

Au�erdem...

sp�ren wir, dass der Luftdruck anders ist.

Ja, ja, wir k�nnen besser h�ren.

Etwa ein vorbei fliegendes Flugzeug.

In diesem Film wird viel zu Fu� gegangen.

Hier dr�ben.

Sind alle bereit?

Als auf die schwarze Erde Zement gestreut wurde,

damit die Pferde mit ihren Hufen Staub aufwirbeln,

halfen Regie-Assistent und Script-Girl so begeistert mit

wie alle anderen Helfer.

Es war, als s�he jeder, unabh�ngig von seinen Qualifikationen,

den Film als Ganzes, als gemeinsames Unternehmen an,

wo nicht zwischen vornehmer und niederer Arbeit unterschieden wird.

So sahen wir Kurosawas rechte Hand in der Maske aushelfen,

den Oberbeleuchter mit dem Ausstatter Gras schneiden,

den Klappenmann Stunts �ben. H�chst ungew�hnlich.

Sind alle bereit?

Sag es deutlicher!

Komm hier herum und reite da durch.

Verstanden.

Bleib bei der Sache.

Konzentrier dich. Du reitest hier durch!

Du weichst ab. Reite geradeaus mit den anderen.

- Ist er in der Mitte? - Ja.

Dann geh in die Mitte.

Weiter auseinander!

Wartet noch etwas.

K�nnen alle bitte etwa eine Minute warten?

Geduld

Und dann, als alles bereit war, legte sich der Wind.

Hata, wir haben keinen Wind!

Gut, dann machen wir Wind.

Kannst du von da unten sehen?

Merkt er, dass wir keinen Wind haben?

- Sie flattern! - Er sagt, sie flattern.

Fertig!

Bitte!

Vorw�rts!

Treue

- Hierher! - Vorw�rts!

Versuch, hierher zu kommen!

Im Filmteam sind viele junge Gesichter.

Aber viele Mitarbeiter haben schon Dutzende Filme mit ihm gedreht.

Ishiro Honda, der Godzilla geschaffen hat,

war in den 30er Jahren mit Kurosawa Regie-Assistent.

Asakazu Nakai war der Kameramann bei 7 Samurai,

Schloss im Spinnwebwald und Kagemusha.

Das gilt auch f�r Takao Saitoh.

Sie beherrschen als Einzige die 3-Kamera-Technik.

Yoshiro Muraki hat die Ausstattung aller Filme gemacht.

Er war derjenige, der in Rotbart echte Medizin in den Schrank tat,

obwohl die Schubladen nie ge�ffnet wurden.

Der Tonmeister von Die Verborgene Festung,

Nachtasyl und Dodeskaden:

Fumio Yanoguchi.

Takao Sano, der Oberbeleuchter, ist erst seit Kagemusha mit dabei,

aber er geh�rt zur treuen Gefolgschaft von Kurosawa.

Sie sind zu siebt, wie die Samurai.

Siebte im Bunde ist Teruyo Nagami,

die am Drehort und am Schneidetisch pr�sent ist.

Sie ist am l�ngsten dabei, da sie als Script-Girl bei Rashomon anfing.

Fumiaki Okada war schon bei Kagemusha Regie-Assistent.

Ja? Machen wir diese Position.

Alle mal weiter herum kommen!

Noch einen Schritt weiter!

Wir denken: Das sind die Augen, die sahen,

wie Mifune in Das Schloss im Spinnwebwald den Pfeilen erlag,

oder wie der junge Nakadai in Sanjuro erstochen wurde.

Das sind die Ohren, die die Melodie in Dodeskaden aufnahmen.

Zu dem Zeitpunkt, als wir unseren Film schneiden,

erfahren wir, dass Yanoguchi gestorben ist.

Wir erinnern uns, wie fr�hlich und sanft er war,

wie elegant auf seine d�rre, katzenartige Art.

Diese letzten Bilder seiner Arbeit sind ihm gewidmet.

War das OK?

Das war OK.

Wir wurden mit dem Sonnensystem, das Kurosawa umgibt, vertraut:

sein Koch,

der Mann, der jeden Morgen das Wetter vorhersagte,

Vittorio, der italienische Regie-Assistent,

der von Natur aus mit 16 Bildern pro Sekunde lief,

der Produzent auf Besuch, und eine Reihe von Akteuren, die,

obwohl wir es erst nicht merkten, eine symbolische Rolle

in unserer Geschichte spielen sollten: die Pferde.

Im Zentrum dieses Systems: sensei.

Auch wir gingen dazu �ber, ihn sensei zu nennen, "Meister".

In allen Bereichen, von Ikebana bis Karate,

ist der sensei derjenige, der durch technische Perfektion

eine Art "spirituellen Vorsprung" bekommt.

Die Aura von Respekt, die Kurosawa umgibt und sch�tzt,

hat nichts von dem Terror-Regime unbedeutenderer Regisseure.

Wie die Fechtmeister alter Zeiten hat auch er keine Zeit f�r Abstraktion.

Wenn er �ber seine Arbeit spricht, geht es um konkrete Erfahrungen.

Wenn er nach dem Grund f�r etwas gefragt wird, sagt er:

"Ich mache den Film, wie ich ihn haben will."

Pause f�r alle bis 15 Uhr.

Es muss sich weiter da dr�ben abspielen.

Finde ich auch.

Alle mal herh�ren! Alle Soldaten in ihre Gruppen.

Stellt euch auf wie geparkte Autos.

Es muss wie ein Traumschloss aussehen.

Es geht durch bis zur anderen Seite.

Um das in den Film einzubringen,

k�nnten wir so eine Aufnahme machen.

Kannst du es an der Seite abschneiden?

- Andersherum! - So machen wir's.

Wenn die Sonne rauskommt, lasst alles stehen und filmt.

Hier. Danke.

Geschwindigkeit

Das Tempo und das recht einfache Material sind am beeindruckendsten.

Innerhalb des Dreiecks der 3 Burgen bewegt sich das Team hin und her,

baut auf, baut ab und tr�gt das Material hin und her.

Sensei dreht 7 Schlachtszenen in einer Zeit,

in der ein anderer eine Partie Poker inszeniert h�tte.

Es ist, als h�tte jeder einen Doppelg�nger.

Eine Art Hochgeschwindigkeits-Kagemusha.

Einen Moment. Sind alle bereit?

OK, versucht es so!

Das war der richtige Take!

Von hier aus hat das Schwert gro�e Wirkung.

Hier kommt die Szene, wo Hidetoras zweiter Sohn die M�nner entl�sst,

die seinen Bruder verraten und sich ihm angeschlossen hatten.

Aus dem einfachen Grund, dass wer einen Herrn verraten hat,

auch einen weiteren verraten kann.

Sensei scheint blendend gelaunt zu sein.

Das wird sich bald �ndern.

- Was macht ihr denn? - Entschuldigung.

Noch mal!

Ihr drei d�rft auf keinen Fall zu sp�t reinkommen.

Ihr zwei seid hintereinander. Ihr m�sst nebeneinander sein.

Ihr da, zu Pferde...

Nebeneinander!

Beruhig dich!

So nicht! Das Pferd sp�rt die Anspannung.

- Macht auf! - Aufmachen!

Kommt zur�ck.

Kommt ein St�ck zur�ck.

Sto� sie auf!

Schau da r�ber, sonst sehen wir dich nicht.

Du machst das Pferd nerv�s!

Deshalb ist dein Pferd so unruhig.

Beruhig dich, dann sitz auf.

Sie haben eine gute Beziehung zu Pferden.

Sie m�gen Pferde, nicht wahr?

Zum Beispiel den Hengst Yama-san.

Er war selbst wie ein Filmstar.

Pferde

Die Probe der Schlachtszene lief besser.

Im Morgengrauen, kaum hell, die Soldaten noch schl�frig,

kurz nachdem der Wagen mit den R�stungen angekommen war,

dann, mit dem ersten Licht, �ffneten wir die Tore

und sahen ein paar Pferde und die Pfeile...

Ja, ja, finde ich auch.

Die Soldaten in R�stung sitzen auf...

Ruhig, Kleiner!

Ja, ich wei�, du Racker!

Wartet mal.

Ganz ruhig.

Nur einen Moment.

Bitte.

Am Set brennen die �fen

f�r die Soldaten.

Knisternde Feuer.

Diese Szene ist toll.

Das Feuer h�rt sich gut an.

Alle stehen rum. Sieht toll aus.

Schade, dass wir noch nicht filmen.

Es ist kalt, lass uns reingehen.

In Kurosawas Leben hat es von Kindheit an viele Pferde gegeben.

Reiterszenen sind in Filmen nicht ungew�hnlich.

Aber ist es Zufall, dass man einen unruhigen Schimmel sieht,

als Macbeth (Mifune), angespornt von seiner Frau,

m�rderische Gedanken hegt?

Ist es Zufall, wenn in Kagemusha

ein Pferd zweimal den Schwindler durch Abwerfen entlarvt?

Der Schwindler provozierte n�mlich das Pferd immer wieder

und wird daf�r sofort schmerzhaft bestraft.

Und als das Urteil verk�ndet wird,

erscheint das Pferd als schwarzer Teufel im Hintergrund,

in einem Bild von Pferd und Regen, auf das wir noch anderswo sto�en.

Als John Ford Kurosawa traf, sagte er zu ihm:

"Sie m�gen Regen wirklich sehr."

Sensei antwortete: "Sie haben sich meine Filme wirklich angesehen."

Regen

16. November, 10 Uhr morgens.

Wir fragen uns, ob sensei Regen immer noch mag.

Seit zwei Tagen wird nicht mehr gedreht.

Trotz des Regens ist Toru Takemitsu gekommen, um sich umzusehen.

Er komponiert die Filmmusik f�r Ran,

und seit Drehbeginn h�ren Sie St�cke seines 1. Streichquartetts.

Er sieht die Burgen zum ersten Mal.

Lack und Gold

Maki�.

Eine alte Technik, mit der Gold auf schwarzen Lack aufgebracht wird.

Kurosawa wollte eine Nachtszene, die dieselbe Wirkung haben sollte.

Er beschloss, ein Feld mit Pampagras golden zu bespr�hen.

Das ganze Team wurde zu fr�hlichen Erntearbeitern.

Das Ganze wirkte wie ein Sowjetfilm aus den 50er Jahren.

Wir waren schnell fertig.

Da ist ein Trick dabei.

Aber es war harte Arbeit.

Das ist OK.

Wir haben ein paar gute Halme mit Wurzeln.

Davon brauchen wir viele.

Der hier ist sch�n!

Nicht so daran ziehen.

Ein bisschen von den K�pfen.

Deiner sieht gut aus.

Von wildem Gras umgeben meditiert sensei.

Nach dem Aufbau der Schienen der Kamera pr�ft er die Wirkung.

Dann bittet er um l�ngere Schienen und meditiert und zeichnet wieder

im wilden Gras und geht wieder zur�ck zur Kamera.

Es ist 12 Uhr mittags, und um 17 Uhr wird es dunkel.

Sensei hat f�r diese Szene einen Mond gemalt.

Aber so einen Mond hat die Welt seit M�li�s nicht mehr gesehen.

Um 20 Uhr ist alles fertig f�r den ersten Take.

Fertig!

Bitte!

Entz�nde eine Fackel!

Gut. Das ist ein Take.

OK, danke an alle!

"Danke, Mond.", sagte sensei.

Es ist 22 Uhr, sie packen ein.

Kurosawa gibt Anweisungen f�r den morgigen Drehtag.

Seit 10 Uhr morgens leitet er die Dreharbeiten.

Die Szene f�llt dem Schneidetisch zum Opfer.

Am 1. September 1923

suchte ein Erdbeben die K�ste von Yokohama bis Tokio heim.

Nach dem Beben gab es ein gro�es Feuer,

gefolgt von einer Nacht des Schreckens.

Tokioter schlachteten Hunderte von Koreanern ab.

Am n�chsten Tag wurde der 13-j�hrige Akira Kurosawa

von seinem Bruder in die Ruinen der Stadt gef�hrt.

Er wollte die Augen vor den Leichenhaufen

und aufgeschwemmten Leichen im Sumida-Fluss verschlie�en.

Aber sein Bruder wollte, dass er die Augen auf l�sst.

Kurosawa erz�hlt dies in seiner Autobiographie

und zitiert so seinen Bruder:

"Wenn du nicht hinsiehst, bekommst du Angst.

"Wenn du dir alles genau ansiehst, brauchst du keine Angst zu haben."

9. November 1984.

�ber 60 Jahre nach seiner ersten Erfahrung mit Grauen,

zeigt sensei wieder die Grausamkeit der Menschen in einem Film auf.

Der hat keine Beine mehr!

Das Unterteil ist weg!

Wie sieht das aus?

Etwas mehr hier r�ber!

Wie sieht es aus?

Er mag es nicht, wenn man diesen Aspekt seiner Arbeit hervorhebt,

wenn man meint, er sei von Gewalt besessen.

F�r ihn sind das "technische Probleme", die man l�sen muss.

Die Pfeile sehen gut aus. Denk dran, die Soldaten fallen hin.

Wir nehmen welche raus.

Wie f�llst du?

Auf den R�cken.

Dann nehmen wir den hier raus.

Du musst bis hierher durchkommen.

�ber diesen Strich weg.

Nach rechts!

Sieh doch, der ganze Rauch ist hier unten!

Denk doch mal nach!

Wir schaffen hier eine k�nstliche Situation.

Die Kamera hier, die Figuren da. Dazwischen brauchen wir Nebel.

Geh mal dazwischen durch, dann verstehst du's.

Der Kabuki-Schauspieler Masayuki Mori sagt,

dass Sie Angst vor Blut haben.

Besonders, wenn es �ppig flie�t.

Das verabscheuen Sie am meisten, nicht wahr?

Das stimmt. Woher wei� er das?

Ich habe sehr lebhafte Erinnerungen an Blut.

Vielleicht habe ich Angst, weil ich es aus der N�he betrachte,

oder ich betrachte es aus der N�he, weil ich Angst habe. Ich wei� nicht.

Insbesondere beim Drehen

kann ich meine Gef�hle �ber Blut ausdr�cken.

Aber ich wei� nicht, warum ich es so verabscheue.

Feuer

"Nach oben! Seht nach oben!"

"Nicht in die Kamera schauen!"

Unsere Gesichter sieht man nie!

Wei�t du, wie die anderen hei�en?

Die sind schon zu Hause.

Die namenlosen Krieger des Fujiyama

In einer Reihe aufstellen!

Viel weiter nach vorne!

Weiter hierher.

Sonst sind sie nicht im Bild.

Aber ich kann nicht...

Denk daran, wovor du wegl�ufst!

Also soll ich weiter von links kommen?

Genau. Von links.

Das ganze Team nach hinten!

Alle nach hinten! Nach da dr�ben!

Das passiert, wenn man nicht schnell genug arbeitet!

Ich sehe nichts mehr. Keine Pferde, nichts!

Fertig!

Bitte!

Schnitt!

Nishizaki, dein Sturz ist sinnlos.

Fertig!

Bitte!

Schnitt!

- Was ist los? - Was war das?

Ich hab's! Hol Brandpfeile.

Tama, Brandpfeile!

- Sind alle bereit? - Nach hinten?

Einen Moment.

Gut, fertig.

Feuer!

Er brennt nicht richtig.

Das St�ck hier.

Ja, z�nde ihn an.

Hier kommt er!

- Beide? - Ja.

Komm r�ber zu mir.

Das schaff ich nie!

Laufen geht schneller!

Ohne einen guten Knoten geht's nicht.

- So. - Du bist der Fachmann!

Vorw�rts!

Fertig!

Bitte!

Die Mittagspause bringt uns W�rme und Essen.

Eine Schale mit kochend hei�er Suppe,

Reis und Fleischb�llchen, die akkurat aufgereiht sind.

An den H�ngen des Fujiyama wird es immer k�lter.

Der Berg wird von keiner der 3 Kameras aufgenommen.

Aber seine Gegenwart �berschattet uns.

Seit gestern hat sich die Schneekoppe verdoppelt,

alle wissen, dass wenn es schneit, nicht mehr gedreht werden kann.

Der Wettlauf gegen die Zeit ist zu einer weiteren Schlacht geworden.

Ab jetzt ist jeder weitere Nebeltag eine Gefahr f�r den Film.

Wenn ich mich ausziehe,

ist mir komischerweise gar nicht so kalt.

13 Uhr. Es wurde mitgeteilt, dass das Drehen eingestellt wird.

Die Komparsen ziehen sich in dem eisigen Wind schnell an.

Der Berg versinkt im Nebel, die Bogensch�tzen k�nnen

ihre Pfeile nicht mehr sehen. Man kann nichts mehr tun.

Die Pferde klettern zur�ck in ihre Boxen.

Im letzten Fr�hjahr waren sie extra aus den USA gekommen.

Letzten Sommer erlitten sie in Kyushu extreme Hitze.

Sie galoppierten heldenhaft vor dem Hintergrund gr�ner Wiesen,

und landeten hier in dieser Mondlandschaft.

Wir sehen zu, wie sich diese Polarstation langsam leert.

Innerhalb einer halben Stunde sind die R�stungen verstaut,

die Pfeile verpackt und die Speere geb�ndelt.

Autos und Busse mit Komparsen fahren ab wie ein Armee-Konvoi.

Ein ordentlicher R�ckzug.

Nur hat heute der Nebel gewonnen.

Nebel

Danach wird die Schlacht zwischen Nebel und Film

zu einem Guerilla-Krieg.

Sensei h�lt seine Truppen bereit, auch bei einer Sicht gleich null.

Sobald sich das Wetter aufkl�rt, beginnt er zu drehen.

Manchmal improvisiert er und nutzt den Nebel f�r seine Zwecke,

um zus�tzliche Bilder f�r Rauchszenen zu drehen.

Das Wetter ist der rohe Klotz, aus dem er den Film herausmei�elt.

Ihr h�rt den Schuss und reagiert.

Denkt an den Anfang.

Genau dieses Timing wollen wir. Alles andere bringt nichts.

Einen Moment.

Macht euch bereit!

- Alle bereit? - OK!

Reiter!

Letztendlich kapituliert der Nebel.

Lauft los.

Die Sonne scheint wieder.

Sanos Helfer malen bunte Striche auf die Reflektoren.

Dieses Verfahren hat er erfunden, um auf jede einzelne Figur

eine Art Licht-Leichtmotiv zu werfen.

Diese letzten Vorbereitungen sind f�r das St�rmen der 3. Burg

durch die Truppen der beiden Br�der, das Finale voll wildem Get�se

und dem Chaos, das dem Film seinen Titel verleiht: Ran.

Chaos

Wie jeden Tag bringt der wei�e Mercedes sensei

um 10 Uhr morgens vor das Tor der ersten Burg.

Er ist zufrieden: Sogar der Nebel ist auf seiner Seite.

Wieder w�lzt er den Felsblock die H�nge des Fujiyama hinauf.

Wieder beschreibt er mit Pferden die innere Aufruhr,

die die Seele dieser alten japanischen Krieger zerr�ttete.

Man muss sich sensei jetzt... gl�cklich vorstellen.

Guten Morgen.

Ich wei� nicht, warum die Menschen fr�her

so h�flich miteinander sprachen.

Aber auf diese Weise erlangten sie eine Art Seelenfrieden,

durch den sie ruhig sterben konnten.

Diese innere Ruhe wurde angestrebt

und hatte wohl mit Zen zu tun.

Ihre N�te waren damals andere als unsere.

Sie machten viel mehr praktische Dinge im Leben.

Wie das Studium der alten Sprache.

Ihre Leben waren sehr ungew�hnlich.

F�r uns ist es leicht, von Verrat und so zu sprechen,

aber damals war das Leben hart.

Man studierte sehr flei�ig,

die Menschen waren sehr intelligent.

Das sehen wir an ihrer Schrift.

Wir fangen frontal an.

Dann drehen wir und marschieren im Gleichschritt bis zum Ende.

Alles klar?

Einheit 1, Speertr�ger Gruppe 2, vorw�rts Marsch!

Auf mein Kommando, auf der Stelle marschieren!

Schnell marschieren! 1, 2, 1, 2, links, rechts...

Im Gleichschritt! Links, rechts, links, rechts...

Gruppe...

Halt!

Im Gro�en und Ganzen war es gut.

Banner! Reiter!

Wenn ihr drin seid, stellt euch neben den Pferden auf!

Ab da die Banner nicht mehr schwingen!

Haltet sie ruhig, auch wenn es schwer f�llt!

Noch einmal!

Alle wieder zur�ck zum Ausgangspunkt!

Alle wieder in Stellung!

Noch einmal den Rauch!

Da dr�ben brauchen wir mehr Rauch!

Warum macht ihr ihn da dr�ben?

Wir brauchen den Rauch nur vorne!

- Stop! - Schnitt! Mittagspause!

Alle zur Mittagspause!

710, 70, was kommt danach?

Wenn man einen guten Computer hat,

ist die Antwort leicht.

Das ist deine Nummer, sag sie ihm nicht!

Wenn jemand etwas sehen will, m�ssen wir es ihm zeigen.

Darum geht es beim Film.

Das vergessen die meisten.

Beim Theater f�hren Schauspieler ein St�ck auf,

und am Schluss f�llt der Vorhang.

Theaterst�cke sind streng chronologisch.

Beim Film ist das etwas anderes.

Da kann man an jedem beliebigen Punkt beginnen.

Das macht die Macht des Films aus.

Stop!

Schnitt!

Geht es den Pferden gut?

Schnitt!

Danke allerseits!

Untertitel: Eclair Media

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