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[unheilvolle Streichermusik]]
[verzerrtes Blubbern]
[dröhnendes Pochen]
-[leises Stöhnen] -[Handy vibriert]
[schnaubt leise]
Laura Blacklock! Kommst du oder gehst du?
[Laura] Gute Frage. Mach 'nen Faktencheck und gib Bescheid.
Megaarbeit über die NGOs. Willkommen zurück.
-[Frau] Toller Artikel! -Danke.
[Stimmengewirr]
Danke.
[seufzt] Oh Mann.
[Tastatur klackert]
[geheimnisvolle Musik]
[seufzt]
FEIERN SIE MIT UNS
Lo, ich brauche dich noch kurz vor der Sitzung.
Ja, gleich.
DIE LYNGSTAD-STIFTUNG LÄDT EIN LAURA BLACKLOCK
Wie lief deine Rückreise?
Der zweite meiner beiden Flüge in einer 8-Sitzer-Turboprop
hatte nur einen Tag Verspätung. Jede Sekunde davon war ein Genuss.
Spüre ich da eine Art bitteren Jet-lag verursachten Sarkasmus,
oder sitzt das Ungemach tiefer?
[Laura seufzt]
Sie haben sie einfach ertränkt.
Ja. Ich weiß.
Die haben sie umgebracht. Nur weil sie bereit war, mit mir zu reden.
Der Mensch macht furchterregende Dinge.
Ich wünschte, wenigstens manchmal
würde der Mensch eben das nicht tun, und mich positiv überraschen.
Sprechen wir hier davon,
Hunger leidenden Kindern NGO-Gelder zu stehlen oder über dein Liebesleben?
Oh. Ja, immer schön ernst sein, danke.
Das war absolut mein Ernst.
-Ha! -[Handy vibriert]
Herrgott.
-Wer… Oh, wenn man vom Teufel spricht. -Welchen Teufel meinst du?
-Den vor der letzten Katastrophe. -Oh!
-Ben Morgan? -Ben Morgan!
-Was will er? -Ich hab keine Ahnung.
Vielleicht ein paar seiner Japan-Vinyl-Pressungen abholen,
die bei mir als Staubfänger rumstehen.
-[seufzt] -Was?
Es war nicht nötig, gleich heute wieder hier reinzuschneien.
-[seufzt] -Gönn dir erst mal 'ne Auszeit.
Das mit der Auszeit ist nicht so mein Ding. Frag doch Ben.
[Frau seufzt]
Also gut, mal sehen.
Wir hätten einen Insider zur FIFA-Korruptionsaffäre.
-Interesse? -Ich hätte was.
Eine Sache, von der ich glaube,
dass sie vielleicht meinen Glauben an die Menschheit wiederherstellen kann.
Anne Lyngstad, schon mal gehört?
Die norwegische Reederei-Erbin.
Hat Leukämie, Stadium 4.
Und ihr Mann gründet in ihrem Namen eine Stiftung.
Da kommt ja Freude auf.
Das Beste kommt doch erst.
Er möchte die Vorstandsmitglieder auf seiner Wahnsinns-Mega-Jacht
zu einer Spendengala in Norwegen bringen. Ich soll ihn begleiten. Darüber berichten.
Verstehe ich das richtig?
Diese arme Frau wird todkrank,
also beschließen ein paar Milliardäre aus ihrem Dunstkreis,
dass Krebs furchtbar ist und sie was dagegen unternehmen sollten.
Aber nur, wenn du mitkommst und erzählst, wie toll sie sind.
Ja, das trifft es. Sie brauchen mein journalistisches Flair.
Und wo liegt die Story?
Menschlichkeit in Zeiten der Unmenschlichkeit. Was willst du mehr?
Du hast doch grad von Auszeit gesprochen.
Ich meinte ein paar Tage Urlaub. Nicht innerhalb der Arbeitszeit.
Ich bin mir sicher,
der Hardcore-Enthüllungsjournalismus kommt auch 'ne Woche ohne mich aus.
[mysteriöse Musik]
[Möwen schreien]
Danke sehr. Danke.
[Frau] Willkommen an Bord der Aurora Borealis.
[Laura] Eine wunderschöne Jacht!
Äh… Verzeihung. Ihre Schuhe, Miss Blacklock.
-Meine… -Schuhe, ja.
-Irgendwas falsch an denen? -Ah, wir bewahren die Schuhe für Sie auf.
In dem Korb dort. Wir können Ihnen Slipper geben, Socken, Schuhe fürs Gym.
Einfach Bescheid sagen. Wir kennen Ihre Größen, okay?
-[Laura] Okay. Danke. -Gut.
-Geht beim ersten Mal allen so. -Ja.
Ihr erster Ritt beim Rodeo?
Ja, ist mir noch fremd, die Jacht-Etikette.
Ich nenne es gern die "Jachtikette".
Äh, ich bin Laura. Lo.
Adam Sutherland.
-[Laura] Freut mich. -[Frau 2] Champagner, Madam?
Danke.
Ach… Viel zu früh für mich, danke.
[kichert] Noch mal hallo, hi. Hi, ich bin Karla, die Chefstewardess.
Sie wohnen in Kabine 8, Steuerbordseite.
Fantastische Sonnenaufgänge.
Und Dr. Mehta, Sie in Kabine 2, neben Miss Lyngstad.
-Danke. -[Karla] Sehr gern.
Sie sind Miss Lyngstads Arzt?
Nun… Sagen wir, ich bin ein alter Freund von Richard.
Seit Anne so krank wurde, bin ich zur traurigen Dauer-Präsenz
in ihrem einst so strahlenden Leben geworden.
Eine unglaublich tapfere Kämpferin.
-Alle voller Schmuggelware? -Ausnahmslos alle.
Bitte entschuldigen Sie.
Thomas. Heidi.
-[Heidi] Robert. Du alter Schwerenöter. -[Robert lacht]
Es hat sich am Ende also gelohnt.
[mysteriöse Musik]
[Thomas] Du siehst gut aus. Hast du abgenommen?
[Robert] Ja. Das ist der Stress. Heidi! Oh, du siehst umwerfend aus!
[Kamera klickt]
Von allen Superjachten, sämtlichen Kreuzfahrten,
auf der ganzen Welt…
[Laura] Ben Morgan. Ich glaub's einfach nicht. Herrgott.
-[Ben] Ich rief dich an. -Wieso überrascht es mich nicht,
dich hier zu sehen?
-War ja klar. Benjamin, das, das ist, ähm… -[Ben] Lo und ich kennen uns bereits.
Ah, Medienkreise. Ihr habt schon zusammen gearbeitet.
Nein. Nein. Ihr habt was anderes zusammen gemacht, hä?
Lasst mich wissen, wenn ihr einen Decksmann benötigt,
um eine Neuauflage zu verhindern.
-[Laura] Das wird nicht nötig sein. Danke. -Ist zu Ende. Schon lange.
Na dann hoffe ich, es ging im Guten zu Ende?
Irgendwie, ja.
Das ist ein Nein. Das ist ein "Nein". Ich…
Und Schiff versenkt. Das ist unangenehm, vielleicht sollte ich… Leute, wenn ihr…
-Dürfte ich da… -Ja, ist wohl besser so.
Wieso trägt sie Jeans? Es gab doch einen Dress-Code, oder nicht?
[unheilvolle Klänge]
Zum ersten Mal bezeichnest du etwas über unsere gemeinsame Vergangenheit
als irgendwie im Guten.
Ich hab zum ersten Mal über unsere Vergangenheit nachgedacht.
Autsch. Eins zu Null?
Zwei zu Null.
Okay, der war gut, ist okay.
Mr. Tyler, Mr. Jensen.
[unheilvolle Musik]
Hier die Heatherleys und Miss Blacklock.
Unsere reizenden Stewardessen werden Sie nun zu Ihren Kabinen begleiten.
Und Mr. Bullmer empfängt Sie später zum Willkommensdrink.
-[Heidi] Wie in einem Raumschiff. -Laura, das ist Baronin Heatherley.
Sie hat eine Galerie für die Reichen und Berühmten, bislang in Mayfair,
nun zieht es sie Richtung Osten, auf der Suche nach… [atmet scharf]
…Zeit… Ähm… Geistigerer Gesellschaft? Oder so ähnlich.
Wie immer verzweifelt witzig, Adam.
Laura ist die Bord-Spionin auf unserer Voyage.
Oh ja, Sie, Sie sind Bullmers Journalistin?
Ja, Laura, Lo. Äh, sehr erfreut, Baronin Heatherley.
Nicht doch, was soll das?
Bitte nennen Sie mich Heidi.
Äh, meine, meine Kollegin war in Ihrer Ausstellung
und sagte, sie war fantastisch.
Das ist sie. Die Künstlerin filmt sich
bei der Einnahme von Rohypnol. Dann wie sie sich an- und auszieht.
Dann wie sie in verschiedenste Posen gebracht
und der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird. Atemberaubend.
-Ähm, das klingt… -Grässlich. Selbst für mich.
-Wirklich, das ist… -[Heidi] Tommo, mein Einfaltspinsel.
Darf ich vorstellen? Richies Schnüfflerin.
-'ne Journalistin. -Mmh.
Sind Sie gut?
Ich spiele mit dem Gedanken, meine Memoiren zu schreiben.
Oh, und die Welt hält gespannt den Atem an.
[Frau] Oh! Tut mir leid, Miss Blacklock.
Ihr restliches Gepäck hätte gebracht werden sollen.
Nein, das ist alles.
Oh, soll ich das vielleicht für Sie auspacken?
So weit kommt's noch. Nein, ähm… Ich will Ihnen das Chaos nicht zumuten.
[mysteriöse Klänge]
[dröhnendes Klirren]
Na dann, Männer, laufen wir aus. Und los.
[Schiffshorn ertönt]
[Frau hustet]
[Glas klirrt]
[Richard] Freunde!
-[Frau] Hört, hört! -Römer!
-Vorstandsmitglieder! -[Heidi] Ah, jetzt wird's spannend!
-Seid willkommen auf der Aurora Borealis. -[Gäste] Aurora Borealis.
Als wir sie in Auftrag gaben,
hatten Anne und ich eine andere Zukunft damit vor Augen als das, was kam.
-Ja. -[Richard] Lässt sich nicht schönreden.
-Ja. -Der Kampf hat seinen Tribut gefordert.
Jedenfalls haben wir den Zweck, dem diese bescheidene Barke dient, überdacht,
und ihr seid hier, um unser Projekt einzuweihen.
-Ja. -So ist es. Ja.
Das mag ein ungewöhnlicher Ansatz für Charity sein.
Drei Tage auf einer, auf einer Luxusjacht. Aber das Geld,
das ihr gespendet habt, und wir reden hier von einer beträchtlichen Summe,
wird denen zufließen, die sich keine Privatärzte leisten können,
experimentelle Therapien. Also auf euch!
-Auf dich. -Hört, hört!
-[Mann] Ein Hoch! -Auf dich, ja.
[Richard] Nun, ich weiß, die meisten von euch sind hier, um Anne zu sehen.
Aber es war eine lange, anstrengende Reise für sie.
Sie, sie ruht sich aus. Also folgender Plan.
-Ja. -[Frau] Aha.
Leichtes Abendessen, eine ruhige Nacht,
und morgen feiern wir dann gemeinsam mit Anne.
-[Heidi] So machen wir's. Perfekt! -Ja.
-Gute Idee? -[Frau] Wunderbar. Wunderbar.
Hm.
Aber vorher noch eine Überraschung.
-Kommt, wir begrüßen Danny. -[Heidi] Nein, das glaube ich nicht.
[laute Rockmusik vom Schnellboot]
Danny Tyler. Ein Wunder, dass er noch lebt.
-Kann man sagen. -Dafür getan hat er nichts. Danny!
-[Frau] Wunderbar. -[Mann] Fantastisch!
-Laura Blacklock. -Hi.
Ich bin Richard. Welch Freude, Sie bei uns zu haben.
-Haben Sie vielen Dank. -[Mann] Echt nice.
Tommo, wenn du Glück hast, hat er sein Viagra dabei.
[Thomas] Oh, das nehm ich nicht, nie.
Hier. Danke. Bullmer, du alter Gauner. Wie geht's dir, Bruder?
-Jetzt, wo ich dich sehe, viel besser. -Und wie geht's Anne?
Ganz gut.
-Willkommen an Bord. -Danke.
Wow. Wer sind Sie?
Laura ist eine preisgekrönte Journalistin. Sie schreibt über unsere Stiftung.
Toll. 'ne Pressetante, die hier Mäuschen spielt.
Danke. Meine Mutter ist 'n Megafan von Ihnen.
[Danny] Autsch. Sie gefallen mir.
Okay. Die große Frage, Richard, lautet:
Befinden wir uns in internationalen Gewässern?
Ich würde gern diesen Sack voll Drogen mit all diesen wundervollen Menschen teilen.
Ich weiß nicht, ob ich dir noch 'nen Entzug finanzieren kann, also…
Hey, war 'n Scherz. Ich bin totally clean seit nineteen-seventeen.
[Heidi lacht]
-[Richard] Danny. Hier. Erstmal 'n Drink. -Er ist heute noch heiß.
Bist du hier sozusagen undercover?
Verzieh dich.
Du hast mir doch ständig gepredigt, ich würde meine Seele verkaufen.
Also kann es doch nicht wahr sein, dass Laura Blacklock hier nur Kohle macht.
Da ist er ja. Der Ben, wie ich ihn kenne.
[Laura] Jetzt weiß ich, wieso Ben mich erreichen wollte.
Und? Wie lief's? War's 'ne schöne Überraschung
-oder 'ne böse? -[Laura schmunzelt]
-Kein Kommentar. -Aber du genießt es doch ein bisschen?
Ah, der Champagner ist toll.
Du meintest, das wird 'ne Auszeit! Hab ein bisschen Spaß!
[Ben] Wir waren neun Monate zusammen. Ist 'ne Ewigkeit her.
Die ist doch gar nicht dein Typ.
Komm schon! Auf dem Bild sieht sie mega aus!
Sieh dir das an!
[Frau] Ja, sie ist hübsch, aber ein bisschen langweilig.
[leises Wasserplätschern]
[Laura stöhnt laut]
Oh, verzeihen Sie.
Ist schon gut.
Äh, mein… Sorry!
Ja, die hat 'ne Freundin von mir gemacht. Sie ist echt heiß.
[Adam] Oh ja? Dann solltest du mich ihr vorstellen. Und nicht weiter über…
Oh, wow! Ein wunderschönes Kleid! Gehen wir vielleicht noch in die Oper?
Sorry ich hab gedacht, das wäre… Ich bin overdressed.
[Adam] Nicht doch.
Ganz und gar nicht, Liebste. Sie sind unsere Glitzer-Fee.
-[Laura] Ja. -[Adam] Nur keinen Neid aufkommen lassen.
Du siehst toll aus.
-Grässlich, so overdressed. -[Ben] Steht dir.
Glitzernd.
[aufwühlende Musik]
[lebhafte Gesprächsfetzen]
[Gäste reden und lachen]
[Frau] Miss Blacklock? Wenn Sie nach dem Essen Zeit für Miss Lyngstad hätten,
-wäre sie Ihnen sehr verbunden. -Oh ja. Gern.
Danke.
[Musik klingt aus]
Ich bin Sigrid, Mr. Bullmers Sicherheitschefin.
Seit wann arbeiten Sie für die Familie?
Das ist mein erstes Jahr.
Hier.
Danke.
Wenn Sie hier warten würden. Miss Lyngstad ist gleich bei Ihnen.
-[Laura seufzt] -Die Bibliothek.
[Anne kichert]
Das Einzige auf der Jacht, das ich unbedingt selbst entwerfen wollte.
-Miss Lyngstad, danke für die Einladung. -Nennen Sie mich Anne, bitte.
Ich bin sehr froh, das Sie zugesagt haben. Ich verfolge Ihre Arbeit.
Ihr Artikel im Guardian über diese mutigen kurdischen Frauen
hat mich tief beeindruckt.
Ich wollte, dass Sie herkommen. Sie leisten wichtige Arbeit.
Sie verleihen den Stummen eine Stimme.
-Danke. -[Anne hustet]
Soll ich den Arzt rufen?
Ich… [holt Luft]
[atmet tief aus] Ich hab sämtliche Medikamente abgesetzt.
Die Tabletten, Transfusionen. Alles.
Eines Tages konnte ich einfach nicht mehr.
[ächzt schwach]
Das Dasein als Patientin wird irgendwann zu anstrengend.
Ohne die ganzen Medikamente kann man es förmlich spüren.
Wie einem die Zeit entgleitet.
Es tut mir leid.
Ich wollte Sie fragen, ob Sie mir Ihre Meinung
zu etwas sagen würden.
Aber sicher.
[Anne] Meine Rede für die Gala.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie einen Blick darauf werfen könnten.
Mein Verstand ist nicht mehr das, was er mal war.
[sanfte, gefühlvolle Musik]
[Anne schnieft]
Sie verschenken Ihr Vermögen.
Das ist sehr großzügig.
Wie kommen Sie dazu?
Es geht um Gleichgewicht.
Darum, zurückzugeben, was man genommen hat.
Und wir haben uns so viel genommen. All die Jahre.
Die Stiftung wird Menschen übergeben, die weitaus klüger und gütiger sind,
als Richard oder ich es je waren.
[Gesprächsfetzen]
[seufzt] Das ist, ist Wohltätigkeit ohne Ego.
Als Futter für die Würmer ist man nicht mehr egoistisch.
Setzen wir unser Gespräch morgen fort? Hier vielleicht?
Ich stehe Ihnen gerne zur Verfügung.
[Anne] Und Laura?
Danke.
[Tür wird geöffnet]
Hey, Glitzer-Lady.
Und? Nachtschicht?
Schwänze ich gern, wenn dir was Hübscheres vorschwebt.
[Laura] Hm…
Ich wüsste nicht, wieso ich zweimal den gleichen Fehler begehen sollte.
Autsch.
Obwohl du ein toller Fehler warst.
-Ja? -Mmh.
-So wirklich toll? -Mm…
Für mich und Gott weiß für wie viele andere.
[kichert]
Oh…
Schon okay.
Tut mir leid, dass ich am Ende so 'n Arsch war.
-Das warst du, oh ja. -Ich weiß.
Entschuldigung angenommen.
[Wasser rauscht]
[unheilvolle Musik]
[Musik klingt aus]
[gurgelnder, gellender Schrei]
[tiefes Dröhnen]
-[gedämpfter Schrei] -[Poltern]
[verzerrter Schrei und Rauschen]
[dumpfes Scheppern]
[Frau] Richard. Was ist hier los?
[bedrohliche Klänge]
Wer ist diese Frau?
[Richard] Anne!
-[Frau] Du bist völlig verrückt! -[Richard] Nein! Nein!
-Halt die Klappe! Halt deine Scheißklappe! -[Poltern]
-[Frau] Lass mich los! -[Brüllen]
[weiterhin Poltern]
[Ächzen und Keuchen]
[Wellen rauschen]
[lautes Platschen]
[Laura keucht]
[düstere, bedrohliche Musik]
[Laura keucht] Oh mein Gott.
[Handy vibriert]
ANRUF KABINE 8
[Frau] Bleiben Sie, wo Sie sind.
Kabine 8. Sie sagt, jemand sei über Bord gegangen.
Was? Code Oscar, Code Oscar. Jemand ist über Bord gegangen.
[Alarm schrillt]
Meldung Mann über Bord. Steuerbord, Kabine 10.
10? Fahrt verringern, auf manuell. Mann über Bord, Mann über Bord.
Die gesamte Crew an Deck!
[Mann] Alle Augen aufs Wasser!
Mayday, hier ist die Aurora Borealis, fordern dringend Hilfe an.
[Karla] Ich hab die anderen Passagiere nicht geweckt.
-[Kapitän] Gut. Sie ist in Kabine 8? -Ja.
-Alles klar. -Sehr gern.
Danke, Karla.
Ich hab ein Aufklatschen gehört, bin auf den Balkon, da sah ich jemanden im Wasser.
Wir werden die Person finden.
-Keine Sorge. -Wen sahen Sie?
Ich weiß es nicht. Es ging alles viel zu schnell,
aber es war wohl die Frau von nebenan, aus der Kabine dort.
Aus Kabine 10?
[Laura] Ja.
-[Karla] Oh Gott. -Was ist los?
Äh, wir hatten Meldung, ein Gast sei über Bord gegangen.
Was? Wer?
Ich weiß es nicht. Ich glaub, es war eine Frau. Ich bin nicht sicher.
[Danny] Herein.
Mann über Bord?
Was ist denn los?
Wo ist Lars?
In Kabine 6.
-Wissen Sie, wo er ist? -Wir suchen einen Gast aus Kabine 6.
Lars Jensen. Alle ver… Oh, oh, Miss Blacklock.
Alles unter Kontrolle. Wenn Sie freundlicherweise…
Wird wer vermisst, müssen wir suchen.
Jemand wird vermisst? Liebling, hast du schon gehört?
Sie ist nicht da. Ich hab geschlafen, ich weiß nicht mehr,
wann sie ins Bett ist. Sie glauben doch nicht… Oh mein Gott!
[Mann über Funk] Mr. Jensen wurde gefunden.
[Mann] Mr. Jensen?
Ja?
Wer hat Mann über Bord gemeldet?
Laura Blacklock, die Journalistin.
-Kabine 10, hat sie gesagt? -Ja, Sir, das ist ja das Merkwürdige.
[Richard] Keine Sorge, Liebling. Schlaf weiter, ich kümmere mich.
Da war eine Frau, sie war ungefähr so groß wie ich, sie hatte blondes Haar,
trug einen Hoodie, kam aus der Dusche auf mich zu, und… Sie…
Ich war versehentlich hier, bin vom Flur rückwärts hier rein, drehte mich und da…
In dieser Kabine war nie ein Gast, Miss Blacklock.
Diese Kabine stand immer leer.
Der Gast, der hier wohnen sollte, hat vor zwei Tagen abgesagt.
-Sie… -Ja, so ist es.
[unheilvolle Klänge]
Da war Blut an der Scheibe. Da draußen war Blut. Dort!
[mysteriöse Musik]
Da war, da war jemand auf dem Balkon! Da war…
Moment. Nein, da war jemand aufm Balkon, da war jemand! Ich kann's beweisen.
Äh, das Schiff hat geschwankt, und sie hatte geraucht,
da hab ich die Stummel eingesammelt…
Was? Sie sind nicht da.
Die Kabinen werden zweimal täglich gereinigt, also…
Äh…
Aber… Bitte, ich, ich bilde mir das nicht ein.
[Mann über Funk] Keine Vermissten.
Danke, widerrufen Sie bei der Küstenwache den Notruf.
Die Küstenwache! Sie haben… Die sind informiert?
-[Kapitän] Ja, natürlich. -Die werden auch weitersuchen.
Wir haben die Suche eingestellt, Ma'am. Wir sind vollzählig an Bord.
Jemand ist draußen im Wasser und lebt vielleicht noch.
Ich denke, wir sollten alle wieder schlafen gehen. Es ist ziemlich spät.
[Kapitän] Gute Nacht, Miss Blacklock.
-[keucht] Sie können do… Sie… -Tut mir sehr leid, Miss Blacklock.
Nein. Hören Sie, hören Sie! Das, das kann doch nicht…
[Kapitän] Hinweis an die Crew:
Kabine 10 ist bis zum Erreichen des Hafens in Norwegen gesperrt.
[Funk] Verstanden.
Ähm, Miss Blacklock, geht es Ihnen auch ganz sicher gut?
Möchten Sie einen Tee, oder… Nein? Okay, dann eine gute Nacht.
[Laura schnauft]
[keucht aufgeregt]
[düstere, bedrohliche Musik]
[Musik klingt aus]
[Klopfen an Tür]
-Hallo. -[Tür geht auf]
[Frau] Sie haben gerufen?
Äh, ja, das Internet ist tot. Ich komm nicht rein.
Oh, tut mir furchtbar leid, Miss Blacklock,
aber das System spinnt zurzeit. Die IT sieht es sich schon an.
Ich kann Ihnen gerne was zum Lesen bringen.
Schon gut. Danke.
-[Frau] Okay. -[Tür geht zu]
[Gesprächsfetzen und Gelächter]
Mr. Bullmer?
Oh bitte, nennen Sie mich Richard.
Die Frau, die ich gestern in Kabine 10 gesehen hab…
Muss Ihnen nicht peinlich sein, Laura. Sie dachten eben, es sei real und…
-Es war real. -Ach…
Ähm, ich möchte die Crew sehen. Es wäre möglich, dass eine aus Ihrer…
…eine aus meiner Crew sich für 'ne heiße Dusche heimlich in Kabine 10 verzieht?
Die Gäste sind vollzählig. Wer käme sonst infrage?
Sie haben recht. Kommen Sie. Auf zur Crew.
[tiefes Wellenrauschen]
[Richard] Außer unserem Chefingenieur und dem Kapitän, die auf ihren Posten sind,
während wir auf Fahrt sind, ist das hier unsere Crew.
-Es tut mir leid, Ihnen solche Umstände… -Erkennen Sie jemanden wieder?
[mysteriöse Musik]
Ich verstehe schon. Journalistischer Instinkt.
-Und der Chefingenieur? -[Richard] Ist ein Mann.
Sie suchen eine Frau, richtig?
[Musik klingt aus]
Ich hab Sie gestern Nacht hoffentlich nicht geweckt?
Schon gut. Ich konnte schnell wieder einschlafen.
Würde es Ihnen jetzt gut passen? Unser… Gespräch von gestern fortzusetzen?
Oh… Ich, ähm…
Ehrlich gesagt fühle ich mich zu schwach. Die… ganzen Medikamente.
Die rauben mir alle Kraft.
Es ist wohl besser, ich geh jetzt schlafen.
Oh…
Tut mir leid.
Ich hoffe, es geht Ihnen bald besser.
[seufzt]
[Laura] Oh Mann, die halten mich alle für verrückt.
Nicht überbewerten. Niemand wird nachts gern aus dem Schlaf gerissen.
-Wird schon. -Ich hab mich nicht getäuscht!
-Es war dunkel. -Nein, als ich sie in Kabine 10 sah,
war es nicht dunkel! Sie war da! Sie kam aus der Dusche.
Wir sahen uns in die Augen. Redeten! Sie hat mit mir gesprochen.
Und auf einmal soll sie verschwunden sein?
Was hattest du in ihrer Kabine zu suchen?
-[Laura] Ich wollte dir aus dem Weg gehen. -Hä?
Du hast… Grace auf dem Gang deine Fotos gezeigt, und da…
[Ben kichert]
Warte.
Du hast hier schon viele Fotos gemacht, oder?
-Gib her. -Ja. Immer gern.
-Unsere Ankunft. -Ja.
Wenn es ein Foto von ihrer Ankunft gibt, kann niemand leugnen, dass sie existiert.
Ist mein Job. Ich muss von allen Fotos schießen.
Ha!
[Ben] Die sind nicht von der Jacht. Da wirst…
Warte, warte! Wow, du hast 'ne Menge Zeit mit den schrägen Vögeln verbracht.
[mysteriöse Musik]
[Laura hält Luft an]
Oh mein Gott, das ist sie! Das ist sie! Das ist die Frau, die ich gesehen hab!
-Das ist sie! -[Ben] Da…
-[atmet erregt] -Lo, das ist 'ne Fremde.
Das Foto hab ich vor Monaten auf einer Party geschossen.
-Lo, warte! Hey! -[Handykamera klickt]
[Ben] Whoa! Hey, hey, mach mal langsam! Lass uns erst drüber reden, okay?
[Laura] Ich hab sie gefunden! Die Frau in Kabine 10.
Das ist sie.
-Was für ein Foto ist das? -[Ben] Das war, glaub ich, im Mai.
Müsste bei Adams Ground Show Party gewesen sein.
Ja. Hatten 'ne Menge Spaß.
Ich verstehe nicht. Diese Frau hier… ähnelt der Frau,
die Sie angeblich in Kabine 10 gesehen haben, richtig?
Nein, nein. Das ist die Frau, und sie war auf einer Party von einem Ihrer Gäste.
Aha.
Wer ist sie?
-Äh, ich… -Adam, wissen Sie's?
Keine Ahnung. Wer? Äh…
Nein. Hab sie noch nie gesehen.
Sie sind auf dem Foto mit ihr.
Äh, na ja. Keine Ahnung, da waren haufenweise Frauen wie sie. Alle sehen so…
-Sie ist 'ne Frau! -Das ist wahr. Adam umgibt sich gern
mit einem ganz bestimmten Typ Frau.
[Adam] Ja, danke, Tommo. Aber dich hat keiner gefragt.
Wissen Sie was? Ähm… Lo. Laura.
Ich habe keine Ahnung, wer diese Frau ist.
-Okay? -[Laptop klappt zu]
[Robert] Laura, was Sie gestern durchlebt haben,
muss außerordentlich traumatisch für Sie gewesen sein.
Aber wurden Sie nicht erst vor einigen wenigen Monaten Zeugin eines Mordes?
-[Laura schreit] Elena! -[Schreie]
[lautes, verzerrtes Dröhnen]
Ich, ähm… Woher… wissen Sie das bitte?
Rowan hat mir gesagt, was sie mit der Frau gemacht haben,
die du interviewt hast.
-Und das erzählst du denen? Wieso? -Ich war um dich besorgt, Lo.
[Robert] Solche Bilder tauchen häufig wieder an der Oberfläche auf.
Ganz besonders in den Minuten zwischen Schlaf und Wachsein.
-[Grace] Armes Ding. -[Danny] Sie müssen sich dem hingeben.
Ich sehe immer süße Menschlein wild um mich herumtanzen.
Das ist irgendwie sehr schön.
Gott, ich glaub das nicht.
[Grace] Das braucht einem nicht peinlich zu sein.
[Heidi] Adam, sag die Wahrheit, hast du eine blinde Passagierin reingeschmuggelt?
[Adam] Wollte ich, aber sie hat nicht in meinen Koffer gepasst.
Laura, wenn es Ihnen hilft, wird Sigrid versuchen,
die Frau auf dem Foto ausfindig zu machen. Aber bedenken Sie auch,
was der Anlass dieser Reise für uns alle ist.
Für mich, für meine Frau und für meine Gäste.
Ich finde, Sie sollten sich bei uns wohlfühlen, entspannen können.
Sig! Würden Sie Miss Blacklock unten im Spa anmelden?
-Für was Wohltuendes, das wäre doch… -[Sigrid] Gern.
…vielleicht hilfreich, oder?
[Frau] Eine Mischung aus Vulkanasche, subarktischem Torf und pflanzlichen Ölen.
Wenn Sie duschen, aktiviert die Hitze die Wirkstoffe.
Das löst die Spannungen, beruhigt die Muskeln.
-[Röcheln und Schreie] -[Laura keucht]
[atmet nervös]
[ächzt leise]
[unheilvolle Musik]
[Schritte]
[Musik wird dramatischer]
-[Frau] Alles in Ordnung? -Wer ist da drin gewesen?
Wann?
Na gerade eben! Während ich unter der Dusche stand.
Waren Sie das?
Ich habe Handtücher zur Wäscherei gebracht. Ist was passiert?
Haben Sie was hingeschrieben?
Oh, hey. Uh, schlammig.
Waren Sie in meiner Kabine?
-In Ihrer Kabine? -Der Behandlungskabine.
Äh, nein.
Ich komme gerade aus der Sauna, jetzt würde ich mir eine Massage gönnen.
Wenn das okay ist? Sie sind besessen von mir, hä?
[bedrohliche Musik]
[Laura] Ich will mir die Videoüberwachung ansehen.
[Karla] Und was genau?
Den Spa. Ähm, die letzten 20 Minuten. Alle, die rein oder raus sind.
Tut mir leid, die Videoüberwachung wird abgeschaltet,
-wenn Gäste an Bord sind. -Die Kameras laufen nicht?
[Kapitän] Genau.
-Wieso das? -Das ist völlig normal auf so einer Jacht.
Mit solch prominenten Gästen. Die fühlen sich einfach wohler im Wissen…
…unbeobachtet zu sein.
[leises Wasserplätschern]
[atmet angestrengt]
[keucht]
-Scheiße! -[entfernte Stimmen]
[seufzt]
[bedrohliche Klänge]
Fuck, ist das hoch.
Oh Scheiße!
[wimmert]
[keucht] Oh mein Gott.
[atmet laut aus]
Die haben gesagt, in der Kabine ist nie jemand gewesen. Das ist die Jungfernfahrt.
Wenn da nie jemand drin war, wessen Haar ist das?
-[Ben seufzt] -Denn die, der es gehört,
-ist über Bord gegangen. -Okay, die Leute hier
liegen dir nicht besonders.
Jetzt hör mal, ich hab keine Art… So was wie post-traumatische Episode. Ich bilde…
-Ich bilde mir diese Dinge nicht ein. -Nein, das sage ich gar nicht, Lo.
Ich meine nur, das ist nicht deine verfluchte Verantwortung!
[seufzt] Sieh mal.
Die nächsten 36 Stunden sitzen wir hier fest.
Wenn Nilssen die Frau auf dem Foto nicht findet
und dir das immer noch Bauchschmerzen bereitet,
gehen wir zwei mit den Haaren
zur Polizei und melden sie als vermisst. Aber wie jetzt hier weiterzuforschen,
bringt dich nur in Schwierigkeiten.
Diese Leute regieren die Welt!
Oder treffen zumindest die, die die Welt regieren zum Mittagessen.
Wenn, wenn du dir die zum Feind machst…
[unheimliche Musik]
[Grace] War 'n harter Tag für Sie, hä? Wie geht's Ihnen?
Kommen Sie. Sie können mir helfen.
[Laura] Wie haben Sie und Lars sich kennengelernt?
Der Vorstand hatte die Befürchtung, dieser ganze Incel-Cäsar-Vibe sei passé.
Sie dachten, ein Wochenende mit mir, ich poste es auf Social Media,
überzeugt die Aktionäre,
dass das Unternehmen von einem Alphatier der richtigen Sorte geführt wird.
-In Wahrheit sind Sie gar nicht… -Nicht seine Freundin. Nur zum Schein.
Er kann Frauen sowieso nicht leiden, glaube ich. Irgendwie creepy.
Wollen Sie 'n Selfie? Mach ich umsonst. Kommen Sie. Boost your socials.
-Bereit? -[Kamera klickt]
Cute!
Ich bewundere Ihre Arbeit sehr.
Journalistin wäre auch was für mich gewesen.
Wäre ich nicht so… Na ja.
[mysteriöse, unheilvolle Klänge]
[lebhafte Gesprächsfetzen]
[Heidi] Sie dürfen also während der Arbeit trinken?
Wie schön für Sie.
In den Neunzigern habe ich mal für eine fantastische Galerie
in Mayfair gearbeitet. Das Mittagessen war ein Kampf auf Leben und Tod.
Es hieß "Duell der Martinis".
Schlafen Sie häufig in der Badewanne?
-Nach heftigem Streit. -[Laura] Hm…
Und worüber streiten Sie?
Daran können wir uns morgens schon nicht mehr erinnern.
Und es gibt selten blaue Flecken, also…
[Thomas] Und falls doch mal… habe ich sie.
[beide kichern]
Oh. Ihr Kragen, darf ich mal?
Halten Sie sich besser zurück.
Hab gehört, die soll man sich nicht zum Feind machen. Besonders sie.
[Frau] Kann ich bitte noch einen Schluck Wasser haben?
Wir könnten das auf dem Schloss veranstalten.
Die Heatherleys wären auch mit von der Partie.
[unheilvolle Klänge]
[Lars] Geht es Ihnen gut?
Ja, bestens. Woher kennen Sie Richard und Anne?
Ich bin eben auch reich.
Ich hab ein Tech-Unternehmen aufgebaut.
Richard war ziemlich beeindruckt und hat investiert. KI, Gesichtserkennung.
-[Richard räuspert sich] -[Glas klirrt]
[Richard] Die meisten von euch kennen den Hintergrund hinter all dem hier,
aber ich wollte Anne einen Grund geben, weiterzukämpfen.
Etwas so Wundervolles erschaffen, dass sie…
…ebenso fühlen würde wie ich. Dass, dass es wahrhaft eine Sünde wäre,
diese Welt zu verlassen, ohne einen Fuß auf diese Jacht zu setzen.
[Richard seufzt tief]
Ich bin so stolz auf dich, mein Schatz.
Und ich bin… so dankbar dafür, dass…
Tut mir leid. [räuspert sich und schnieft]
[Anne] Danke, dass ihr alle hier seid.
Ich, ähm… weiß nicht, was ich sagen soll. Ich…
-Oh, meine Süße. -[Grace] …traurig.
[Richard] Alles ist gut.
Geht's wieder?
[Anne] Tut mir leid.
Genießen wir das Essen. Cheers.
[Adam] Auf dich, meine Liebe. Cheers!
♪ To the stars, my love ♪
♪ To the sea ♪
♪ Til the wheels, my love Til they roll over me ♪
[Jubel]
[Thomas] Ist das geil. So krass schön!
Danke euch.
Anne? Deine wunderschöne Seele wird für immer hell erstrahlen, meine Liebste.
[Anne] Oh…
Weißt du noch, damals in Amalfi? Unser gemeinsames Duett?
Ja.
[Danny] Wie wär's?
Ich, ähm, ich bin sehr müde.
Klar, ich verstehe schon.
-Ich glaube, ich gehe zu Bett. -[Grace] Oh nein! Wirklich?
-Ja. -Schon gut.
-[Gitarrenklänge] -[Heidi] Schlaf gut, Liebes.
Nacht, Anne.
[Danny] Ich sing dich in den Schlaf, meine Liebe.
-[Richard] Danke, Danny. Danke. -[Anne] Oh!
-Das war es. Ich erinnere mich, ja. -[Richard] Ja, wunderschön.
Danke, Danny.
Schlaf gut.
♪ How'd you like the sound Of those four-letter words ♪
♪ They make you look so clever ♪
♪ As I fall to the Earth ♪
♪ I wanna walk through the mud And I've not seen the night ♪
♪ I wanna hold onto you, darling And make you feel all right ♪
[unheimliche Musik]
[Richard] Wir haben eine Walherde gesichtet. Nicht weit von hier.
[Grace] Doc, wollen Sie wirklich nicht mit?
-Ich bleibe bei meiner Patientin. -[Grace] Oh…
[Mann] Achtung, Leinen los. Bitte setzen Sie sich.
-[Motor dröhnt] -[Jubel]
[Frau ruft] Bye, bye.
[düstere, unheimliche Musik]
[entferntes, gedämpftes Brüllen]
-[Scheppern] -[Zischen]
[Frau] Miss Blacklock. Alles okay? Haben Sie sich verlaufen?
Ähm, ich wollte… Sie von der Crew gern etwas fragen.
Okay. [kichert nervös]
Äh, gut. Hat jemand von Ihnen diese… diese Frau an Bord gesehen?
-Nein. -M-m.
Und könnten Sie das vielleicht abfotografieren
und der restlichen Crew zeigen? Ähm, bitte, eine weitere Frage.
-[kichert nervös] -[Kamera klickt]
Wie leicht könnte man jemanden an Bord schmuggeln, ohne dass die Crew es sieht?
Ähm…
Die Eigner wollen sicherlich nicht, dass wir mit Ihnen über solche Dinge sprechen.
Sie wollten nicht zum Whale Watching?
Ich vertrage Kälte nicht gut.
Dort geht's zur Crew-Area, richtig?
Ja, ähm, ich wollte mir den Rest der Jacht auch noch ansehen.
[Laura lacht nervös]
Ich muss jetzt wieder zu Anne. Genießen Sie die Ruhe, solange sie anhält.
[Laura] Nein, nein, nein, nein, nein!
[Jubel und Grölen]
[Mann] War 'n Erlebnis, oder?
[tiefes Dröhnen, leise Stimmen]
-[Grace] Du bist kein richtiger Fotograf. -[Ben] Du bringst mich durcheinander.
Kann mich nicht wehren.
Ich bin einfach ein Kerl, der versucht, seine Arbeit zu machen.
Wir können ja später welche machen. In 'nem anderen Outfit.
[Ben] Dann bring ich beide Kameras mit.
-Willst du noch 'n Drink? -Klar. Ich komm mit dir mit.
[Ben] Okay.
[Grace] Na dann los.
[undeutliche Gesprächsfetzen]
[bedrohliche Klänge]
[Grace] Nein, dafür gibt's hier Personal.
-[dumpfer Schlag] -[Laura schreit]
-[Klicken] -[Abdeckung rattert]
Denkt daran, Gott hat uns reich beschenkt…
[spannungsgeladene Musik]
-[Gesprächsfetzen] -[verzerrte, gruselige Klänge]
[dumpfe Schreie]
Ich wusste nicht, dass du… Oh mein Gott!
Was ist los, Darling! Was ist?
-Macht dieses Scheißding auf! -Hilfe!
[schriller Ton]
[gedämpft] Hey. Sieh mich an.
Miss Blacklock.
[Ben] Lo. Alles ist gut. Wir wollen nur…
…verstehen, was passiert ist.
Das hab ich doch schon gesagt, jemand hat mich reingeworfen.
-Sie müssen es doch gesehen haben. -Nach der Begegnung bin ich zur Brücke.
Aber Sie waren allein, Miss Blacklock.
Jemand an Bord versucht, mich umzubringen.
-[Richard] Laura. -Zum Schweigen zu bringen.
[Richard] Ich kann mir kaum vorstellen, was Sie durchmachten.
-Aber außer Ihnen war niemand an Deck. -[Laura] Ich fiel nicht von selbst rein.
Und, und die Abdeckung geht auch nicht von allein zu.
Teuerste, wer sollte Ihnen etwas antun wollen?
[unheilvolle Klänge]
Da fehlt ein Knopf.
Waren Sie in meiner Kabine?
-Nein, natürlich nicht. -Oh Gott, Sie waren in meiner Kabine.
-Lo, jetzt mach mal langsam, ja? -Äh…
Warte, wo sind meine Sachen?
-[Richard] Was genau? -Meine Sachen, meine…
Was ich anhatte, meine Klamotten, mein Mantel.
Ihre Kleidung wurde in die Wäscherei gebracht.
[Dröhnen und Rattern]
[Mann] Äh, was machen Sie da?
-Ma'am. -Schon in Ordnung. Lassen wir sie.
Okay…
Miss, wir haben, was Sie bei sich hatten, hier.
Wir haben versucht, Ihr Handy trockenzulegen.
Ich hatte einen, einen Ziplock-Beutel. Er war in der Manteltasche.
-Mehr haben wir nicht gefunden. -[seufzt]
Das war ja klar.
-[Ben] Da bist du ja. -[Laura] Halt dich von mir fern.
-Lo, komm schon. Hey, komm her. -Nein, nicht.
Scheiße, was ist mit dir?
Wer das auch war, hat meine Sachen durchsucht. Die Haare waren im Mantel!
Wie? Glaubst du, ich hab was damit zu tun?
Nur du wusstest von den Haaren. Nur du.
Es tut mir echt leid. Okay? Ja, du hast recht.
Ich hab denen, ich hab denen gesagt, dass du Beweise hast.
Die, die halten dich für verrückt. Ich hab dich verteidigt, klar?
Die Hilfe kannst du dir sparen.
Danny, echt jetzt, komm schon! Was ist mit der Gala? Du bist Main Act!
Sie hat versucht, sich selbst zu ertränken, ja? Was kommt als Nächstes?
Ich werd ihr sagen, dass sie von Bord gehen soll.
Wir hätten hier fast 'ne Leiche gehabt, hä? 'ne Leiche!
-Ich kann mir keine Skandale mehr leisten. -Danny, bitte…
-Denk noch mal drüber nach! -Das weißt du!
Irgendwas stimmt hier nicht. Ich muss hier weg. Tut mir leid. Okay?
[Richard] Anne ist ein Fan von ihr. Sie war offenbar eine gute Journalistin.
-[Thomas] Die ist 'ne verdammte Plage! -Sie gehört in die Klapse!
Kennen wir noch irgendwelche Rockstars, die nichts zu tun haben?
[Heidi] Das haben Sie toll hingekriegt. Sie Irre! Ganz toll! Wirklich!
Wie? Moment. Halten Sie das nicht für verdächtig?
Jemand schubst mich in den Pool,
-und er haut ab? -Weil er Angst davor hatte,
-was Sie als Nächstes tun. -Okay.
-[Heidi] Und uns geht es genauso! -[Thomas] Dachten Sie tatsächlich,
Danny könnte jemanden über Bord werfen?
-Keine Ahnung, wer weiß? -Und wer noch?
-Kann ich's gewesen sein? -Oder ich?
Keiner von Ihnen kann bezeugen, wann der andere zurückkam, also…
Das ist unfassbar! Nein, Sie sind un-fucking-fassbar krank im Hirn!
[Adam grölt wütend]
Da war keine Leiche im Wasser, Lo! Es gab keine verdammte Leiche!
Du hast geschlafen, schlafgewandelt, geträumt und, und dein Hirn,
süchtig nach Aufmerksamkeit, hat den Schwachsinn ganz einfach erfunden!
Also vergiss es!
Ich glaub's nicht.
Du ziehst einen runter, Lo. Bist irgendwie toxisch.
[mysteriöse Musik]
[dumpfes Poltern]
[Wind heult unheimlich]
[seufzt tief]
[Klopfen an Tür]
-[Klopfen] -[atmet zittrig]
[atmet zittrig]
[unheimliche Musik]
Warten Sie! Oh Gott.
-[lautes Poltern] -[keucht]
[atmet zittrig]
[dröhnendes Poltern]
[Maschine surrt]
[Laura] Nicht weglaufen!
[Tür fällt zu]
[gruselig-bedrohliche Musik]
-[Musik setzt aus] -[Laura atmet zittrig]
[Tür knirscht]
[unheilvolle Musik]
Wer sind Sie? Ich hab Sie ertrinken sehen!
Nein, haben Sie nicht. Jetzt haben Sie mich gesehen.
Ich bin am Leben. Und jetzt Schluss damit! Ich hab Sie gewarnt!
Das war Ihre Nachricht auf dem Spiegel? Wieso haben Sie mich in den Pool gestoßen?
Das mit dem Pool war ich nicht.
Und die Haare? Wer hat sie mir gestohlen?
Stopp!
-Er wird Sie töten! Sie müssen aufhören! -Von wem reden Sie?
-Was ist hier los? Wer ging über Bord? -Sie müssen aufhören! Er wird Sie töten!
[beide atmen zittrig]
Anne?
[kreischt]
[Ächzen]
[Schloss rastet ein]
[Wind heult unheimlich]
[düstere Klänge]
[Laura keucht und wimmert]
[ächzt]
Scheiße!
Hilfe!
[düstere, bedrohliche Musik]
[Anne] Ohne die ganzen Medikamente kann man es förmlich spüren.
Die ganzen Medikamente, die rauben mir alle Kraft.
Das war es! Ich erinnere mich, ja. Setzen wir unser Gespräch morgen fort?
[atmet zittrig]
-[dumpfes Scheppern] -[Poltern]
[hallende Schritte]
Wer sind Sie?
Ich weiß, dass Sie nicht Anne sind.
Sie wussten nicht, dass Anne ihre Medikamente abgesetzt hatte.
Und Sie wussten nicht, dass wir zu einem Gespräch verabredet waren.
Es war Anne, die über Bord ging, richtig? Und seitdem geben Sie vor, sie zu sein.
Das war so alles nicht geplant.
Wessen Stimme habe ich in der Nacht aus der Kabine gehört?
[seufzt tief]
Es war… Gott, ich war so dumm. Es war Bullmer.
Es war Bullmer, oder? Es war… Er wusste, da…
…dass… dass Anne vorhatte, ihn zu enterben.
Ich dachte nicht, dass er sie töten würde.
[unheimliche Klavierklänge]
[Frau] Ich sollte nur einen Tag Anne spielen,
um bei einem Anwaltstreffen ihr Testament zu unterschreiben.
Er sagte, das sei wie Schauspielen.
Tob dich aus und sag mir, was du davon hältst.
Ja.
[Frau] Die haben da 'ne Software, irgendwas mit Gesichtserkennung.
Er hat mich über Facebook kontaktiert.
[Piepen]
Dann hat er mich zu 'ner Party in London eingeladen. Für alles bezahlt.
Mir wurde noch nie so viel Geld angeboten.
[Richard] Du musst dich auf mich einlassen. Sonst funktioniert das nicht.
[Tür geht auf]
Richard. Was, was ist hier los?
[dramatische Musik]
-Wer ist diese Frau? Wieso sieht sie… -Anne…
-Du bist verrückt. Völlig verrückt! -Beruhige dich. Komm her!
Halt die Klappe! Halt deine Scheißklappe!
[hallend] Klappe!
[Richard] Dachtest du, du kannst mich einfach so verlassen? Fick dich!
-[Aufprall] -[Frau schreit]
Was?
[Keuchen]
-[Frau wimmert leise] -Scht!
Es ist alles okay.
Na gut.
[Frau] Ich hätte da doch niemals mitgemacht!
[Frau wimmert leise]
Niemals.
[lautes Platschen]
[Frau] Ich hätte ihn aufhalten müssen.
[ringt nach Luft]
[Alarm schrillt]
[seufzt]
Ich hätte doch nie gedacht, dass es so enden würde.
Sie haben keine Ahnung, wo ich herkomme.
Wie es ist, nichts zu haben.
Denen, die dich brauchen, nichts geben zu können.
Meine Tochter ist mein Ein und Alles.
Wie ist dein Name?
Carrie.
[Laura] Okay, Carrie, hör mir zu. Hörst du mir bitte zu?
Er benutzt dich.
Glaubst du etwa, er lässt dich, nachdem du unterschrieben hast,
einfach so gehen?
Du hast ihn bei einem Mord beobachtet. Er nimmt keinerlei Rücksicht.
Er geht auf Nummer sicher.
Mich wollte er auch schon umbringen!
Wir müssen zusammenhalten, Carrie.
Ich muss jetzt wieder nach oben.
[Tür geht auf und fällt zu]
[lautes Seufzen]
[leise Gesprächsfetzen, Lachen]
Sieh doch. Da ist Anne.
Oh.
Anne?
Wo warst du denn, mein Schatz? Du hättest fast die ganze Show verpasst.
Tut mir leid.
[Richard atmet tief ein]
Anne und ich möchten uns noch mal bei euch dafür bedanken.
Dafür, dass ihr in dieser besonderen Zeit bei uns seid.
Ich liebe dich.
Es ist ein großes Privileg für mich, mein Leben mit dir verbringen zu dürfen.
So süß.
Nun, wenn wir die Aurora nicht zu den Polarlichtern bringen können,
bringen wir sie zu uns.
[Jubel und Grölen]
-[Grölen] -Oh, wunderschön. Wahnsinn!
-[dumpfe Feuerwerklaute] -[seufzt]
Hey! Fantastisch.
[atmet tief aus]
[Frau] Oh, das ist der krasse Wahnsinn!
-[Mann] Cheers! -[Jubelrufe]
[Robert] Oh, hallo. Ich hab nach ihr gesehen. Sie schläft.
Sie sollten sie nicht wecken. Sie hat ein paar aufwühlende Tage hinter sich.
Klar.
Hey, Lo?
Äh…
Falls du mich brauchst…
[düstere Klänge]
Sie kann doch nicht spurlos verschwinden. Mitten auf See. Sie muss irgendwo sein.
-Der Captain und ich werden weiter suchen. -Wenn du sie findest, beseitige sie.
Ja?
Ja?
Ich bin raus. Ich kann das nicht. So war das nicht geplant.
[Richard] Nichts ist wie geplant gelaufen. Eben darum geht es ja.
Das mit Anne war eine Sache.
Ich meine, eine Überdosis für jemanden, der im Sterben liegt, ja,
aber das hier wäre kaltblütiger Mord!
Du weißt schon noch, wo wir beide vor drei Jahren standen?
Als du mich wie ein Kind um Hilfe angefleht hast.
-Ich weiß, aber… -Glaubst du, ich weiß nicht,
dass du das auch anderen Frauen angetan hast?
-Richard, bitte! -Die wären alle aufgetaucht,
hätte ich nicht aufgeräumt.
Du hättest den Rest deines beschissenen Lebens
-im Gefängnis verbracht! -Richard.
Ich danke für alles, was du getan hast!
Ja, ich weiß, aber wir vergessen unsere Vereinbarung nicht, oder?
Nein.
[stammelt]
Ist gut, ich mache es.
Danke, Robert.
[atmet tief ein und aus]
[Richard atmet laut]
Du musst damit zur Polizei gehen!
Ihnen alles erzählen, was du mir erzählt hast!
Ich kann nicht!
Die werden mich auch verhaften. Ich bin Mittäterin. Bei einem Mord!
Die werden mir meine Tochter wegnehmen.
Nein, ich muss nur unterschreiben
und bei der Gala erscheinen. Das war's dann.
Er wird dich niemals einfach so davonkommen lassen.
Carrie, er wird dich beseitigen! Das weißt du!
Wissen die, wo ich bin?
Das nicht, aber sie suchen dich.
Wann legen wir an?
Ungefähr in zwei Stunden. Ich verschließe die Luke nicht, dann hast du 'ne Chance.
Hör zu, Carrie.
Solange du das Testament nicht unterschreibst,
wird dir nichts passieren. Bullmer braucht dich lebend.
Aber sobald er hat, was er will, bist du in Gefahr.
Aber ich lass dich nicht allein. Versprochen.
[unheilvolle Musik]
[Kapitän] An die gesamte Crew: wir ankern in 30 Minuten.
Ankern in 30 Minuten.
[Rattern]
[Adam] Hey, Lars, Lars.
Bist du dazu gekommen, dir mein, mein Album runterzuladen?
[angeregte Unterhaltungen]
[Scheppern]
-[Robert] Das ist der letzte Raum? -[Mann] Ja, Sir.
Mr. Morgan, Dr. Mehta bat uns darum, ihr noch etwas Ruhe zu gönnen.
Sie war wohl etwas aufgebracht letzte Nacht, also gab er ihn ein Sedativum.
Okay, würden Sie ihr bitte sagen, dass ich hier war?
Sicher.
Danke.
[spannungsgeladene Musik]
-[Richard] Ah, Ben. -Hey.
Vielen Dank für Ihre Arbeit in den letzten Tagen.
Ja.
Ich freue mich auf die Gala-Fotos.
[Ben] Ja, ich… ich mach mir Sorgen um Lo.
Ja. Ja, ich auch. Tja, aber sie ist in besten Händen.
Einen besseren Arzt finden Sie für kein Geld der Welt.
Er wird sich um sie kümmern, bis sie wieder auf den Beinen ist.
Äh, bisschen weit draußen geankert, hä?
Flachwasser, da kommen wir nicht näher ran.
Der einzige Nachteil, wenn man ein so großes Boot hat.
[Kapitän] An alle Passagiere: das Tenderboot legt in 5 Minuten ab.
Bitte begeben Sie sich zum Pooldeck.
[Mann] Nur noch drei Stunden bis zur Gala.
Es war uns eine große Freude, Sie die letzten Tage an Bord gehabt zu haben.
-Wir freuen uns aufs nächste Mal. -[Adam] Danke sehr, Karla.
-Wiedersehen! -'Tschuldigung.
Ben?
Bis zum nächsten Mal, Sir.
Es ist wegen Lo. Ich kann sie nicht einfach hierlassen.
Ich komme später nach.
[Adam] Können wir jetzt endlich fahren? Bitte, mir ist schweinekalt!
-[Grace] Halt die Klappe, Adam. -[Heidi] Ja, also ehrlich! Wir…
[Musik klingt aus]
[Piepen]
Okay… [keucht]
Komm, komm, konzentrier dich. Hallo? Hallo?
-[Robert] Laura. -Hallo?
[Robert] Endlich haben wir Sie gefunden! Wir waren alle so besorgt.
Kommen Sie nicht näher!
Ich will doch nur sichergehen, dass alles in Ordnung ist.
Es geht mir gut.
-Sie waren verschwunden, einen Tag lang! -Es geht mir gut.
Ich will sichergehen, dass Sie nicht selbst verletzt haben.
[bedrohliche Musik]
[keucht]
Schon okay, Laura. Wir kriegen das hin.
[keucht panisch]
-[Laura brüllt] Nein! -[Ächzen]
[schreit gellend] Nein! Nein!
Was zur Hölle?
Was war da drin?
Was war das?
Scheiße, was war da drin?
[Laura ächzt]
-Ben! Ben! Ben! -Lo…
-Lauf! Und bring die Wahrheit ans Licht! -[Laura brüllt]
[beide ächzen und keuchen]
[röchelt]
-[Ben] Hör auf! -[Aufprall]
[Robert röchelt]
Oh Gott, Ben! [keucht]
[Kapitän] Bleib, wo du bist!
[Laura schreit]
[keucht laut]
[unheilvolle Musik]
[keucht]
[sanfte, nachdenkliche Musik]
[Richard] Was ist passiert?
Ben ist tot.
[Richard] Was redest du da?
[Robert] Er hat mich angegriffen. Er wollte Laura beschützen und…
Es ging nicht anders.
Hast du die Leichen entsorgt?
Nur ihn. Laura ist ins Wasser gesprungen.
Bei den Temperaturen hat sie nicht überlebt.
[atmet tief ein]
[seufzt]
Ich lasse nicht zu, dass das schiefgeht. Verstanden?
Sie wird das Testament unterschreiben.
Und nach der Gala lässt du sie verschwinden.
[Musik klingt aus]
[Mann spricht Norwegisch]
[auf Deutsch] Ich bin etwas überrascht von dem plötzlichen Sinneswandel.
Nach unserer jahrelangen Stiftungsarbeit.
Klar.
Nun, mein Mann stand mir über all die schweren Jahre immer zur Seite.
Deshalb halte ich diese Entscheidung für mehr als angemessen.
Gut, sollen wir?
Ja.
Fühlst du dich schwach? Soll Dr. Mehta dir etwas geben?
Nein.
Mir geht's gut.
Such dir eins aus.
Das Reden bei der Gala übernehme ich. Du musst nur winken und lächeln.
Ich gehe mich umziehen. Ich hol dich dann ab.
[mysteriöse Musik]
[Mann und Frau sprechen Norwegisch]
[entfernte Unterhaltungen auf Norwegisch]
-[auf Deutsch] Security in den zweiten. -Bitte! Anne ist tot.
Ich sah sie gerade mit ihren Anwälten.
Hat sie ihr Testament geändert?
Hat sie ihr gesamtes Vermögen Bullmer vermacht?
Anne hat mir erzählt, dass sie ihn enterben wollte.
Als Sie mich zu ihr geführt haben, das war die Nacht…
In der Nacht ist Anne über Bord gegangen. Bullmer hat sie getötet.
Und seitdem gibt sich diese Frau für Anne aus. Bullmer bezahlt sie dafür.
Hier, hier!
Lesen Sie das. Das ist die Rede, die Anne heute Abend halten wollte.
[schnaubt] Das kann doch nicht sein!
Und wenn ich's beweisen kann?
[düstere, mysteriöse Musik]
[Richard] Es erfüllt mich mit großer Freude, Sie alle hier zu sehen,
um gemeinsam die Frau zu würdigen,
an deren Seite ich schon so viele Jahre in Hochachtung verbringe.
Durch deren Vision und… Zielstrebigkeit
nicht nur das Vermächtnis ihrer Familie bewahrt,
sondern auch das Leben von so vielen von uns bereichert wurde.
[zustimmendes Raunen]
Diese Frau bedarf keiner Vorstellung. Anne Lyngstad.
-[Mann] Bravo! Anne. -[Jubel]
[Richard] Annes Wunsch nach soll heute ein Tag der Freude sein, nicht der Trauer.
Sehen wir ihn als Anfang.
Annes Großvater gründete vor 70 Jahren eine kleine Reederei.
Und nun stehen wir heute hier, bei der Gründung der Lyngstad-Stiftung,
weil wir etwas zurückgeben wollen.
Wäre Alfred heute bei uns, wäre er sicher sehr stolz auf das,
was Anne erreicht hat.
Und diesen Stolz werde ich… Ähm, Verzeihung.
-Sie können… Security. -Verzeihung, aber Anne Lyngstad bat darum,
dafür zu sorgen, dass ihre Geschichte wahrheitsgemäß erzählt wird.
Eine Sekunde Geduld bitte, wir klären das und machen gleich weiter.
Lächerlich! Diese Frau leidet unter starken Wahnvorstellungen und versucht
-seit vier… -Lasst sie sprechen!
[Gäste flüstern]
[Thomas] Was hat das zu bedeuten?
Genug jetzt. Bitte geleiten Sie sie hinaus.
-Ich sagte, lasst sie sprechen! -Das ist… Ich…
Liebling, dein Mitleid mit ihr in allen Ehren.
-Ich will, dass sie spricht. -Sie soll diesen Moment nicht ruinieren.
-[Carrie] Diese Frau ist mein Gast! -[Richard] Geleiten Sie sie hinaus!
Worauf warten Sie? Na los!
[Heidi] Richard, Anne will, dass diese Frau gehört wird. Würdest du sie bitte
-in Frieden lassen? -Ja, ist immerhin ihre Gala.
Sie haben Mrs. Lyngstad gehört. Lassen Sie sie los.
Danke.
Dieses Dokument zeigte mir Anne Lyngstad vor vier Tagen.
Diese Rede wollte sie heute Abend halten.
-Lächerlich! Die Frau halluziniert! -Anne, dürfte ich das für Sie vorlesen?
Ja, bitte.
-Ich warne Sie. Tun Sie das nicht. -[Heidi] Lass sie sprechen!
"Nach meinem Tod werden meine gesamten Geschäftsanteile
sowie Vermögenswerte liquidiert.
Das gesamte Kapital geht an die Lyngstad-Stiftung.
Der Vorsitz der Lyngstad-Stiftung wird umgehend übertragen an ein…
Mikro abschalten. Los, abschalten!
-Abschalten! -…ein unabhängiges Gremium.
Mein Mann, Richard Bullmer, wird künftig nicht mehr
-für die Stiftung tätig sein. -[Richard] Das ist eine Lüge.
Das hat sie selbst geschrieben! Sie hat das alles erfunden! Sie ist eine…
-Sind das Ihre Worte, Anne? -Ja, das sind sie.
Für wen halten Sie sich? Hm? Glauben Sie, das lass ich mir gefallen?
Was genau? Wir sagen nur die Wahrheit, oder, Anne?
Ja, Laura.
Haben Sie den letzten Willen Ihrer Frau nun gehört?
Was du da tust, ist nicht schlau von dir. Das ist nicht schlau.
[Heidi] Was ist da los?
[Richard] Weißt du was?
Äh, Ladys und Gentlemen, wir sollten es dabei belassen.
Es gibt eine andere Gelegenheit, um… Anne fühlt sich nicht so gut…
Es geht mir schon deutlich besser, Richard!
[unheilvolle Klänge]
Du bist ja nicht mal Anne! Diese Frau ist gar nicht Anne! Sie ist eine…
Wenn sie nicht Anne ist, wer ist sie dann?
Und wo ist die echte Anne? Wollen Sie Ihren Gästen noch etwas sagen?
[Frau] Keine Ahnung.
Wer ist sie?
-[Gäste schreien auf] -[alle rufen durcheinander]
-[Richard] Keiner kommt näher! -Beruhige dich!
-Bleibt, wo ihr seid! -Runter mit dem Messer!
[Frau] Bitte!
Sag, dass das gelogen war.
Sonst schlitze ich dich auf! Keinen Schritt näher!
-[Heidi] Beruhige dich! -Lass das Messer fallen, Richard.
[Mann] Herrgott!
Jetzt kommen Sie, Bullmer. Es ist vorbei!
Mach schon, beweg dich! Na los.
-[Thomas] Richard! -[Richard] Bleibt, wo ihr seid!
-[Heidi] Bitte, hör auf! -Los. Los. Los. Aus dem Weg!
Aus dem Weg!
Los, aus dem Weg!
Ihr bleibt, wo ihr seid, oder ich bring sie um!
Hör auf, dich zu wehren, oder ich steche dich auf der Stelle ab!
-Laura, was zur Hölle ist hier los? -[Laura] Das ist nicht Anne!
-Was? -Er warf Anne vor 4 Tagen über Bord.
[Heidi] Oh Scheiße!
[Mann] Was geht hier ab?
[spricht Norwegisch]
[spannungsgeladene Musik]
[Tor rattert]
[Richard] Beweg dich. Na los.
Hier runter.
Schneller! Mach das Tau los! Los!
Bullmer! Weg mit dem Messer!
Sonst was?
Es wäre wirklich besser, wenn Sie es weglegen.
-Fick dich! -[Gewehr klickt]
Was soll das…
[ächzt]
Du bleibst schön hier, du miese…
Ich hab kein freies Schussfeld!
Wie kannst du es wagen? Wie kannst du es wagen?
-[Aufprall] -[beide keuchen]
[Carrie schluchzt]
[Laura] Alles gut.
[sanfte Musik]
-[Carrie keucht] -[Laura] Schon gut. Es ist vorbei.
-[wimmert] -Es ist alles vorbei. Alles gut.
Du bist in Sicherheit. Es ist vorbei. Es ist vorbei. Alles ist gut. Alles okay.
Alles gut.
[Carrie schluchzend] Danke, dass du die Wahrheit gesagt hast.
[Sirenen in der Ferne]
[Polizisten sprechen Norwegisch]
[sanfte Streichermusik]
-[Bürogeräusche] -[Tastatur klackert]
LYNGSTAD-STIFTUNG MACHT BIS DATO GRÖSSTE SPENDE FÜR KREBSFORSCHUNG
[Musik klingt aus]
-Danke. -Ein wundervoller Artikel.
Das Praktikum hier wollte ich nur wegen Ihnen.
Wenn die Schleimspur versiegt, ich nehm 'n Tee, Milch, zwei Stück Zucker…
Bei jedem anderen wär's nur um ihn gegangen, was er tat.
Sie haben auch das Gute darin gefunden.
Das hat mich überrascht.
Ja, mich auch.
MUTMASSLICHE MITTÄTER VOR GERICHT WEGEN DOPPELMORD
[nachdenkliche Musik]
Menschlichkeit in Zeiten der Unmenschlichkeit.
Genau das brauchen wir.
-Sitzung in 5 Minuten. -Bin gleich da.
-[Handyton] -[Laura seufzt]
[Mädchen kichert]
[Carrie] Hey! Ihr geht's gut. Und mir auch.
Komm uns mal besuchen.
[energetischer Indie-Song]
[Musik: "We Were Just Here" von Just Mustard]
[Musik klingt aus]
[mysteriöse Musik]
[Musik klingt aus]
[düstere Musik]
[Musik klingt aus]
[schwermütige Klaviermusik]
[Musik klingt aus]
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