All language subtitles for Die.Abenteuer.des.braven.Soldaten.Schwejk.-.S01E01.-.Folge.01

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Original subtitles

Oh, guten Abend, Kistihahn.

Gestatten Sie, dass ich mich Ihnen vorstelle?

Schweig. Ja, Schweig Josef.

Und wie ist Ihr Name?

Bitte?

Sarah Freit.

Ich soll Ihnen eine Geschichte erzählen.

Und ich glaube, dass meine Geschichte nicht die schlechteste ist.

Aber damit Sie mich ein bisschen näher kennenlernen...

möchte ich Ihnen Folgendes sagen.

Ich bin ein friedlicher Mensch.

Ich habe einen Handel mit Hunde.

Ich habe Hunde sehr gern.

Und eines Tages sitze ich bei mir zu Hause, das heißt in der Untermiete, und

die Frau Miller, die mir mein Zimmer vermietet, die macht gerade das Bett.

Und ich, ich reibe mir mein Knie ein mit Opodeldoc. Das ist ein Mittel gegen

Reimer. Ich bin Rheumatiker.

Und da sagt die Frau Miller zu mir, Also, jetzt haben Sie uns den Ferdinand

erschlagen. Was für einen Ferdinand, Frau Müller?

Ich, ich kenne zwei Ferdinanden. Der eine, der ist Diener beim Drogisten

Prusa und hat einmal dort aus Versehen irgendeine Haartinktur ausgetrunken. Und

dann kenne ich noch den Ferdinand Kokoschka, der was den Hundedreck

sammelt. Aber... Beide ist kein Schad.

Meint mir Herr, den Herrn Erzherzog Ferdinand, den dicken.

Frommen. Jesus Maria.

Nur das ist aber gelungen.

Wo ist ihm denn das passiert, Frau Miller?

In Sarajevo haben sie ihn mit einem Revolver erschossen.

Wie er mit seiner Frau Erzherzogin in ein Automobil gefahren ist.

Im Automobil? Na ja, so ein hoher Herr, der kann sich das erlauben.

Und er denkt doch gar nicht dran, wie so eine Fahrt im Automobil unglücklich

ausgehen kann.

Noch dazu, in Sarajevo.

Das ist in Bosnien, Frau Müller.

Das haben bestimmt die Kirken gemacht.

Wir hätten Ihnen dieses Bosnien und die Herzegowina nicht wegnehmen sollen.

Also, er ruht schon in Gottes Chance, der Herr Erzherzog. Hat er sich lang

geplagt? Nein, Herr, er war gleich weg.

Na ja, man weiß ja, so ein Revolver ist kein Kinderspielzeug.

Bei uns hat auch neulich ein Herr in Nussle mit einem Revolver gespielt und

seine ganze Familie erschossen, mitsamt dem Hausmeister. Warum den Hausmeister?

Na, der ist nachschauen kommen, wer im dritten Stock geschossen hat.

Mancher Revolver geht nicht los, Frau Miller.

Da können Sie tun und machen, was Sie wollen, da können Sie sich auf den Kopf

stellen.

Aber... Auf den Herrn Erzherzog, da haben Sie sich bestimmt etwas Besseres

gekauft. Denn einen Erzherzog erschießen, das ist eine schwere Arbeit.

Das ist nicht so, wie wenn ein Wild die Beine festerschießt. Nein, da muss man

sich vorsichtig anschleichen, da kann man nicht in Lumpen erscheinen. Da muss

man sich einen Zylinder aufsetzen, muss sich anschleichen und muss Acht geben,

dass einer die Polizei nicht erwischt.

Es waren herrlich mehrere, Herr.

Na, das ist doch selbstverständlich, Frau Miller. Schauen Sie, wenn Sie zum

Beispiel, Frau Miller, möchten einen Erzherzog erschlagen oder gar den

Kaiser, na, dann möchten Sie sich auch mit jemandem beraten, nicht wahr? Mehr

Leute haben mehr Verstand.

Der eine redet dies, der andere redet das.

Und so wird das Schwerste leicht vollbracht.

Wir sind unserer Volkshymne so schön heiß, lass uns doch liegen, Frau Miller.

Das ist nämlich der Stammband von dem Boxer, den ich noch fertig schreiben

muss.

Die Formulare habe ich mir extra drucken lassen.

Komm raus da, du Mistviech.

Da kommt schön Herr Kalif, komm, komm.

Da komm her, da kriegst was, komm her da. Komm her da, meine Bestie.

Na brav, brav, mein Hundile.

Komm her schön, so ist brav.

Frau Müller, den da, den sperren Sie draußen in den Verschlag.

Na komm, da sollst du doch was fressen, da hast du brav.

Auf dem Hof, ja?

Ich gehe inzwischen ins Wirtshaus zum Kelch.

Und wenn jemand kommen sollte, wegen dem Rattler, auf den ich mir die Anzahlung

genommen habe, da sagen sie, ich habe ihn draußen auf dem Land, in meinem

Zwinger, und ich kann ihn nicht liefern, weil ich ihm die Ohren kopiert habe, und

man kann ihn nicht transportieren, damit er sich nicht vertilgt.

Soll ich was zum Nachtmahl richten?

Nein. Ich werde beim Palliwitz ein paar Wirstolzen.

Aber ich komme nicht spät.

Mozart.

Ein fein Sommerhammer.

Einen Dreckhammer.

Die haben uns in Sarajevo was Schönes eingebrockt. In welchem Sarajevo?

Ah, meinet's vielleicht die Weinstube? Na ja, da wird sowieso jeden Tag Kraft.

Im Bosnischen, Herr Wirth.

Man hat dort den Herrn Erzherzog Ferdinand erschossen.

Was sagen Sie dazu?

Ich mische mich in solche Sachen nicht ein.

Damit kann mich ja jeder im Arsch lecken.

Sich heutzutage in solche Sachen einzumischen, das kann den Kopf kosten.

Schauen Sie, ich bin ein Gewerbetreibender. Wenn heute einer zu

mir kommt und will ein Bier oder einen Kipfel, dann schenke ich es ihm ein oder

serviere es.

Aber solche Sachen wie Sarajevo, Politik oder der selige Erzherzog, das ist

nichts für unser Hans.

Sonst, ist dort nicht einmal ein Bild vom Kaiser gehangen? Ja, da haben Sie

recht. Es ist dort geknickt.

Aber die Fliegen haben immer auf ihn geschissen.

Und da habe ich es am Boden gegeben.

Sie wissen ja, es kann sich irgendjemand der Bemerkung erlauben und man kann

Unannehmlichkeiten haben. Aber wie ist das nicht?

In Sarajevo hat es aber böse aussehen müssen, Herr Wirt.

Ja, und die Zeit ist immer sehr heiß in Sarajevo.

Ich kann mich erinnern, wie ich gedient habe.

Da haben wir unseren Herrn Oberleutnant immer ein Eis am Kopf legen müssen.

In welchem Regiment haben Sie gedient?

An solche Kleinigkeiten erinnere ich mich nicht.

Da habe ich mich immer an Dreck darum gekümmert.

Und war auch nix drauf neugierig.

Schönen guten Abend, wünsch ich allerseits.

Grüß Ihnen.

Ein Bier.

Ein schwarzes. Ja.

In Wien, da haben Sie heute auch Trauer.

Na also.

Er ruht schon in Gottes Schoß, der Herr Erzherzog.

Er hat es nicht einmal erlebt, dass er Kaiser geworden ist.

Das in Sarajevo, das haben die Serben gemacht.

Da irren Sie dann bei, lieber. Da irren Sie dann aber gewaltig. Das haben die

Türken gemacht.

Wegen Bosnien und der Herzegowina.

Hast du diese Türken gern?

Hast du diese heidnischen Hunde gern?

Was? Ein Gast ist wie jeder andere, auch wenn es eine Türke ist.

Für uns Gewerbetreibende, da gibt es keine Politik.

Bezahl dein Bier und setz dich hin und quatsch, was du willst. Das ist mein

Grundsatz.

Gut, Herr Wirth, aber Sie werden doch zugeben müssen, dass es ein großer

Verlust für Österreich ist.

Was heißt großer Verlust?

Unersetzlicher Verlust.

Weil der Ferdinand, der lässt sich nicht durch jeden beliebigen Trottler setzen.

Nur noch dicker hätte er sein sollen.

Wie meinen Sie das?

Na ja, dann hätte ihn schon früher in aller Ruhe der Schlag getroffen.

Aber so ist es ein Skandal und bleibt auf der ganzen Familie sitzen.

Sie gestatten? Es gibt nämlich Beispiele.

Schauen Sie, bei uns in Budweis, da war ein Viehhändler, ein gewisser Bratislav

Ludwig. Und der ist erstochen worden.

Und wenn dem sein Bruder, der Bohuslav, später auf den Markt gekommen ist, hat

niemand von ihm was nehmen wollen, weil jeder gesagt hat...

Das ist der Bruder von dem Erstochenen. Das wird genauso ein Lump sein.

Sie ziehen aber merkwürdige Vergleiche.

Zuerst sprechen Sie vom Erzherzog und dann von einem Viehhändler.

Ich möchte mir nicht erlauben, jemand mit jemandem zu vergleichen. Nein, ich

sage nur, ich möchte bitte nicht in der Haut von der Frau Erzherzogin stecken.

Denn was wird passieren?

Sie wird wieder einen Erzherzog heiraten.

wird wieder nach Sarajevo fahren und wird wieder Witwe werden.

Wie kommen Sie denn da?

Schauen Sie, wie gesagt, es gibt Beispiele. Zum Beispiel in Sliv.

In Sliv, da war ein Häger, der hat auf den hässlichen Namen Pinscher gehört.

Der war verheiratet, hat zwei Kinder gehabt und dem haben die Wilddieben

erschossen.

Da hat die Frau nach zwei Jahren wieder einen Häger geheiratet, einen gewissen

Chablut-Petit aus Midlovach.

Mit dem hat sie wieder zwei Kinder gekriegt und denen haben auch die

Wilddieben erschossen. Dann hat sie doch ein drittes Mal geheiratet.

Selbstverständlich, aber diesmal keinen Häger, sondern einen Schweinsschneider

aus Vodnan und mit dem hat sie auch zwei Kinder gehabt. Und der hat wieder sie

mit dem Schlachtmesser erschlagen und jetzt sind die sechs Weißlinge allein

geblieben. Und wie sie ihm dann beim Kreisgericht in Pisek zum Tod verurteilt

haben, da hat er dem Richter die Nase abgebissen und hat gesagt, er bereitet

überhaupt nichts.

Er hat schreckliche Dinge über unseren Herrn Kaiser gesagt.

Was hat er denn gesagt?

Ich weiß nicht. Aber es muss so furchtbar gewesen sein, dass sich

niemand getraut hat, es zu wiederholen. Es waren keine gewöhnlichen

Beleidigungen, wie man sie begeht, wenn man ein bisschen betrunken ist.

Welche Majestätsbeleidigung begeht man denn da? Ich bitte Sie, meine Herren,

sprechen Sie von was anderem. Ich habe sowas nicht gern.

Man lässt was fallen und das kann manchmal verdresen.

Was für Majestätsbeleidigungen begeht man schon.

Trinken Sie mal ein paar Glas. Wir lassen sich die österreichische

Volkshymne vorspielen und Sie werden sehen, was Sie reden werden.

Na was zum Beispiel?

Nein, also der alte Herr hat das wirklich nicht verdient. So viel Unglück

hat er.

Zuerst haben sie ihm seine Frau, die Elisabeth, mit einem Dolch durchbohrt.

Dann hat er seinen Sohn Rudolf verloren im zarten Mannesalter.

Den Johann Ort, seinen Onkel, der ist auch weg, der ist abhandengekommen.

Seinen Bruder, den Max in Mexiko, den haben sie irgendwann an einer

Festungsmauer niedergeschossen und jetzt den zweiten Onkel. Nein, also wirklich,

da muss man eiserne Nerven haben.

Wenn es zum Krieg kommt, dann melde ich mich freiwillig und lass mich für

unseren Kaiser in Sticke reißen. Krieg? Na, selbstverständlich. Na, glauben Sie,

der Kaiser wird sich das gefallen lassen? Nein, wird er sagen. Er wird

sagen, aha, ihr habt mir meinen Onkel erschlagen. Na, warte nur, jetzt kriegt

es einen in die Kusche.

Krieg muss sein mit den Türken. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen.

Mehr brauchen Sie auch nicht zu sagen.

Kommen Sie mit mir auf den Gang.

Dort werde ich Ihnen etwas sagen.

Sie sind verhaftet.

Sie kommen sofort mit auf die Polizeidirektion. Verzeihen Sie bitte

schön, das muss ein Irrtum sein. Sie müssen mich mit irgendjemand

verwechseln. Ich habe nie irgendetwas gesagt, was irgendjemand beleidigen

könnte. Sie haben sich einer Reihe strafbarer Handlungen schuldig gemacht,

unter denen Majestätsbeleidigung und Hochverrat noch die geringsten sind.

Kommen Sie. Und wer wird mein Bier bezahlen? Die Polizei oder unser Herr

Kaiser?

Na gut.

Also, ich habe zwei Bier gehabt und dann gibst du mir noch einen Schligowitz,

weil ich muss gehen, weil ich bin nämlich verhaftet.

Sind Sie verheiratet? Ja.

Kann Ihre Frau das Geschäft führen, wenn Sie nicht da sind?

Sicher.

Dann übergeben Sie ihr den Betrieb.

Abends um 9 Uhr werden wir Sie abholen.

Ja, aber wofür ich? Ich war doch so vorsichtig.

27 Heller.

Dafür, dass Sie gesagt haben, dass die Fliegen auf den Kaiser geschissen haben.

Man wird Ihnen den Kaiser noch aus dem Kopf treiben.

Da kränkt ich nicht.

Ich, ich gehe wegen Hochverrat hin. Prost.

Der Spaß wird Ihnen noch vergehen. Los.

Nein, bitte nach Ihnen.

Das könnte Ihnen so passen. Wenn ich vorausgehe, möchten vielleicht die Leute

glauben, dass ich was Besseres wie Sie bin.

Wenn man Sie in meiner Gesellschaft sieht, weiß jeder, dass Sie ein Lump

sind. Los.

Das wissen Sie sich schuldig gemacht haben, beweist, dass Sie alle fünf Sinne

beisammen haben.

Hochverrat, Majestätsbeleidigung, Beleidigung der Mitglieder des

kaiserlichen Hauses.

Und das alles in einem öffentlichen Lokal, das ist Aufwiegelung.

Was sagen Sie dazu?

Es ist viel.

Und allzu viel ist ungesund.

Gut, dass Sie das wenigstens einsehen.

Meine Gehorsams, ich sehe alles ein.

Strenge muss sein. Ohne Strenge möchte niemand nirgendswohin kommen.

Halten Sie's Maul, reden Sie erst, wenn ich Sie frage.

Verstehen Sie?

Meine Gehorsams, dass ich verstehe.

Mit wem verkehren Sie?

Mit meiner Bedienerin.

In hiesigen politischen Kreisen haben Sie keine Bekannten? Oh ja.

Ich lese die Reichspost.

Das heißt, nur wenn mir der Pferdefleischhändler Homolka das

Hundefutter drinnen einpackt.

Raus! Bitte, wenn Sie vielleicht einmal ein Hunderl brauchen möchten, ich könnte

Ihnen eins verschaffen.

Scheren Sie sich raus!

Ich weiß überhaupt nicht, was die von mir wollen.

Ich habe zwei Studenten, die Serben sind, im Wirtshaus die Zeche bezahlen.

Ich bin unschuldig. Ich

bin

unschuldig. Ich bin

unschuldig. Ich bin Vorsitzender des

Wohltätigkeitsvereins Sopromil.

Im August haben wir neue Vorstandswahlen.

Wenn ich dann nicht zu Hause bin, kann es sein, dass man mich dann nicht mehr

wählt. Ich überlebe diese Schande nicht.

Das sind Ihre Sorgen.

Ich habe eine Papierhandlung.

Das ist leider kein Beweis für Ihre Unschuld.

Guten Abend allerseits, Herren und Herren. Guten Abend.

Guten Abend.

Guten Abend.

Na,

sind Sie auch wegen dem Franz Ferdinand da?

Ich habe nichts zu tun mit euch Hochverrätern. Ich sitze nur wegen

versuchten Raubmord.

Guten Abend.

Ich bin unschuldig.

Ich bin unschuldig. Das hat doch damit nichts zu tun. In Zeiten.

die so gefährlich sind, dass man auf Erzherzigen schießt, muss man sich

gefallen lassen, dass man auf die Polizeidirektion gebracht wird.

Da, ich bin auch schon hier.

Das ist aber lustig, dass du schon da bist. Ich freue mich, dass jener Herr

das Wort gehalten hat, dass du bald kommen wirst. So eine Pinklichkeit ist

eine schöne Sache.

Ja, aber hier ist doch gar kein Platz mehr.

Warum? Je mehr unser sein werden, desto lustiger wird uns sein. Und

jener Herr wird schon dafür sorgen, dass wir noch mehr werden.

Haben Sie davon gelesen?

Nein.

Wissen Sie davon?

Nein.

Aber Sie wissen doch, worum es sich handelt.

Nein, darum kümmere ich mich nicht.

Aber es sollte Sie doch interessieren. Ich weiß nicht, was mich da

interessieren sollte. Ich rauche meine Zigarre, ich trinke meinen Schwarzen,

ich esse mein Abendbrot und lese keine Zeitungen. Die Zeitungen lügen.

Wozu sollte ich mich aufregen?

Sie interessiert also nicht einmal der Mord in Sarajevo?

Ich kümmere mich überhaupt um keinen Mord, ob das in Prag ist, in Wien, in

Sarajevo oder in London. Dazu sind die Behörden da, die Gerichte, die Polizei.

Wenn jemand irgendwo erschlagen wird, Recht geschieht ihm. Warum ist der Tottl

so unvorsichtig und lässt sich erschlagen?

Kommen Sie mit.

Sie sind verhaftet.

Diese Biester. Zuerst haben sie mir seine Majestät, den Kaiser, verschweint

und dann...

bringen Sie mich noch ins Kriminal.

Das werde ich diesen Fliegen nie verzeihen.

Naja, aber das ist ja nicht so schlimm.

Früher war es viel schlimmer, eingesperrt zu sein. Jetzt gibt es keine

spanischen Stiefel, keine Vierteilen, alles haben wir.

Britschen haben wir, dann haben wir Bänke, Tische, wir kriegen Suppe, wir

kriegen Brot, jeden Tag einen Krug Wasser und den Abort haben wir direkt

vor der Nase.

Überall, wo man hinschaut, nur der Fortschritt.

Schräg zum Verhör.

Verzeihen Sie bitte, das muss ein Irrtum sein. Man hat mich erst vor ganz kurzer

Zeit von dort hinausgeschmissen. Reden Sie euch ans Sparren und kommen Sie mit.

Jawohl.

Auf Wiedersehen, Pallides.

Auf Wiedersehen.

Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen. Ja, ich weiß schon mehr.

Auf Wiedersehen.

Stets Beleidigung, Beleidigung der Mitglieder des kaiserlichen Hauses.

Aufbiegelung in einem öffentlichen Lokal.

Alle oben angeführten Beschuldigungen gegen mich, gewohnt auf Wahrheit.

Unterschreiben Sie?

Ja, wenn Exzellenz sagen, ich soll das unterschreiben, werde ich es

unterschreiben. Mir kann es nicht schaden, aber wenn Exzellenz sagen, ich

soll es nicht unterschreiben, dann werde ich reigen, bis man mich in Stücke

reißt. Dann unterschreiben Sie. Unterschreiben Sie.

Soll ich noch was unterschreiben?

Morgen früh werden Sie ins Strafgericht überführt.

Ja, bitte um wie viel Uhr, damit ich um Gottes Willen nicht verschlafen soll?

Raus!

Also hier geht alles wie am Schnee.

Eben habe ich gestanden, dass ich herrlich den Herrn Erzherzog Franz

Ferdinand erschlagen habe.

Leider muss ich euch morgen verlassen.

Wird es dich hängen?

Nichts genaues weiß man nicht.

Also das hier erregt mein Wohlgefallen. Die Steine sind solide, die Gitter schön

fest. Da wohnen Menschen, die was auf sich halten.

Sind Sie der Schweig?

Ich denke schon, Herr Gnaden.

Weil schon mein Vater war ein Schweig und auch meine Mutter war eine Schweig.

Bitte nehmen Sie doch Platz, Herr Schweig.

Herr Schweig?

Ich habe geglaubt, ich habe kein Recht auf Herr, weil ich bin doch verhaftet.

Man kann doch trotzdem höflich miteinander reden, nicht?

Also bitte.

Sie haben sich da eine hübsche Geschichte eingebrockt.

Sie haben hübsch viel auf dem Gewissen.

Ich habe immer viel auf dem Gewissen.

Vielleicht mehr wie Sie, Herr Ragen.

Hat man auf der Polizei Druck auf Sie ausgeübt, damit Sie das hier

unterschreiben? Aber woher denn? Aber nein, ich werde mich doch wegen einer

Unterschrift nicht herumstreiten.

Fühlen Sie sich eigentlich ganz gesund, Herr Schweg?

Nicht ganz.

Ich habe Reimer im Knie, im Rinken.

Sie sollen erklärt und verbreitet haben, dass bald ein Krieg ausbrechen wird.

Das stimmt.

Der bricht aus in kürzester Zeit.

Werden Sie manchmal von Anfällen gepackt? Nein.

Nur einmal, da bin ich am Karlsplatz beinahe von einem

Automobil gepackt worden. Aber das ist schon.

Wissen Sie was, Herr Schweck?

Wir werden jetzt hübsch eine Kommission von Gerichtsärzten zusammenstellen und

Sie hübsch untersuchen lassen.

Inzwischen ruhen Sie sich hübsch aus.

Ich bin auch schon einmal von dir untersucht worden.

Damals, als ich wegen Diebstahl von Damenwäsche vor die Geschworenen

gekommen bin, sie haben mich für schwachsinnig erklärt.

Wie ich beim Militär war, da haben sie mich den Tierärzten vorgeführt und die

haben konstatiert, dass ich ein Riesig bin.

Hoch, Kaiser Franz Josef!

Was ist schwerer, Radium oder Blei?

Also, bitte, ich möchte sagen, Blei ist eine sehr schwere Sache.

Aber wenn Sie mich so fragen, na dann, dann ist es doch bestimmt das

andere, was?

Radium? Ja.

Bitte, meine Herren, was ist Radium?

Wissen Sie, wo Wilhelm Tell gelebt hat?

Also ich meine, der Terlich, Terlich Wilhelm, das ist der bucklige Schneider,

gleich neben der Goldenangans im Budweis, was?

Können Sie mir den genauen Erddurchmesser angeben?

Ich glaube, dass ich das nicht treffen möchte.

Mir genügt das.

Noch eine Frage, bitte.

Wie viel ist 12.823 mal 15.498?

726. Ich glaube, es geht Ihnen vollkommen.

Führen Sie den Angeklagten weg.

Dankeschön. Mir gelingt es auch vollkommen.

Ich empfehle mich, meine Verehrung, die Herren.

Bitte kommen Sie mit.

Sehr gerne.

Schreiben Sie bitte.

Die Kommission bescheinigt dem vorgeführten Josef Schweck völlige

geistige Stumpfheit und angeborenen Kretinismus.

Überführung in die psychiatrische Klinik, um festzustellen, wie weit sein

Geisteszustand für die Öffentlichkeit und für seine nähere Umgebung gefährlich

ist. Kommt!

Bis zum nächsten Mal.

Umdrehen. Meldersems, tauglich für alle Waffengattungen.

Was haben Sie gesagt?

Machen Sie drei Schritte nach vorne und drei zurück.

Sagen Sie, können Sie nicht bis drei zählen?

Oh ja, ich kann schon, aber ich denke mir, auf ein, zwei oder auf drei

Schritte kommt es mir nicht ab.

Also los, hinsetzen.

Singen Sie.

Sofort, los, was Ihnen gerade einfällt. Bitte, ich kann nicht. Sie sollen

singen. Jawohl.

Fromm und wider, wahr und offen, lacht ihr recht und fliegt

und still,

lacht, wenn's ihr... Dann sind Sie schon einmal auf Ihren Geisteszustand

untersucht worden.

Melde georsamst, dass ja.

Man hat mich vom Militär wegen Blödheit und Idiotie entlassen. Sie können sich

bitte bei den 91ern in Budweis erkundigen.

Also ich glaube, Sie sind ein Simulant. Ein Simulant von schwachem Verstand.

Was?

Bringen Sie seine Kleider und schicken Sie uns den Kerl vom Hals.

Er ist entlassen, der Kerl.

Dankeschön.

Danke, Gehorsams.

Was soll das?

Bitte, ich möchte den Herren nicht meinen Hintern zeigen, damit sie nicht

glauben, sie missen mich.

Lass es nicht herunter!

Ich habe ein Recht darauf.

Ich will mich nicht... Sie können mich doch nicht vor Mittagessen

hinausschmeißen. Was soll dieser Krach? Stellen Sie sich zum Teufel. Lass mich

nicht vor Mittag mal hinauswerfen. Das kommt mir so vor, wie wenn man mich für

ein Straßenmädel halten möchte. Ich werde Ihnen zeigen, für was wir Sie

halten. So viel Reden schiebe ich dir nicht. Polizei!

Was gibt's da?

Der remitente Bursch fühlt sich nicht wohl in der Freiheit.

Das kann man leicht ändern.

Sie sind arretiert.

Wo ist denn Ihr Kommissariat?

In der Saingasse. Kommen Sie! Kommt überhaupt nicht die Frage, bis dass wir

dort sind, ist dort auch schon das Essen ausgegeben. Und ich habe einen Anspruch

auf mein Essen, ob ich ein Verrichter bin oder ein Verbrecher.

Auch noch Widerstand gegen die Staatsgewalt? Was kommt Sie da

herzustellen? Kommen Sie!

Obst in Art werden, was?

Obstruktion gegen die Ordnung?

Stecken Sie hinters Gatter.

Wissen Sie, was das ist?

Ich nehme an, das heißt Einsätze. Aber das ist nicht so schlimm. Ich nehme es,

wie es kommt, meine Herren. Machen Sie sich hier nicht zu breit. Ich bin ganz

bescheiden und ich bin dankbar für alles, was Sie für mich tun.

Mein Herr, wie spät kann es bald sein?

Es ist jetzt Mittag.

Bis zum Abend, da ist noch lang.

Nehmen Sie mir den Riemen.

Ich will Schluss machen.

Ja, aber herzlich gern.

Bitte schön.

Nur schade, dass da nirgendwo ein Haken ist.

Der Riegel vom Fenster wird Sie nicht halten.

Wissen Sie was? Das Beste wird sein...

Sie hängen sich kniend an der Pritschen auf, so.

Bitte, ist ein bisserl umständlich.

Ich am Kinderchen.

Bin hier seit 6 Uhr.

Wegen Trunkenheit und unsittlichem Lebenswandel, meine arme Frau.

Ich muss ins Büro.

Ja, was haben Sie denn angestellt?

Ich kann mich selber nicht erinnern, was ich aufgeführt habe.

Ich weiß nur, dass ich betrunken war und dass mich rausgeschmissen haben,

irgendwo.

Sind Sie vielleicht einer Dame zu nahe getreten?

Nein, ich soll sie bloß verprügelt haben und mit dem Taschenmesser den Hut

zerschnitten. Und dann habe ich angeblich die Marmorplatten von meinem

Tisch zertrümmert und dem Herrn am Tisch den Mann in den Kaffee gespuckt. Und das

war der Bezirkshauptmann. Ui, na dann sind Sie verloren.

Was?

War Ruhm in dem Kaffee?

Tja. Wenn Ruhm drin war, wird es furchtbar, weil Ruhm ist da ja.

Ich muss ins Büro.

Strick! Ja? Ab zur Polizeidirektion.

Na bitte, das muss ein Irrtum sein. Der Herr wartet schon seit sechs in der

Früh. Ich bin erst seit Mittag. Ich hab ja Zeit.

Na so schön.

Widerschaft und nicht in Verfestigung.

In dieser ernsten Stunde bin ich mir der ganzen Tragweite meines Entschlusses und

meiner Verantwortung vor dem Allmächtigen voll bewusst.

Mal halten und weiter dienen. Das ist das Beste.

Ja, und Stern, Stern fürs Vorderland. Ja, ja, halten Sie Kuschen. Sie bringen

sich leicht ins Unkrieg.

Was halten Sie von der Lage?

Geht mir das große Schlucken wieder an, bei Tag und bei der Nacht.

Denken Sie an unsere tapferen Soldaten an der Front?

Woher denn? An unsere Rindviecher natürlich im Schluck.

Wie durch ein Metzger. Und wir machen die Rindweiskonserven für die Kampf.

Hoch!

Hoch! Also Franz Josef, diesen Krieg, diesen Krieg gewinnen wir.

Es

tut

mir sehr leid, dass Sie wieder in unsere Hände gefallen sind.

Wir haben gehofft, dass Sie sich vielleicht bessern werden, aber wir

haben uns getäuscht.

Herr Bladen, der Schein trinkt leider manches Mal.

Benehmen Sie sich nicht so blöd. Für uns ist es gewiss sehr unangenehm, Sie in

Haft zu halten.

Und ich kann Ihnen versichern, dass meiner Meinung nach Ihre Schuld gar

nicht so groß ist. Bei Ihrer geringen Intelligenz sind Sie zweifellos

verleitet worden.

Sagen Sie ja spät. Wer verleitet Sie eigentlich dazu, solche Dummheiten zu

machen?

Herr Gnadl, ich weiß von keinen Dummheiten. Da ist das keine Dummheit,

wenn Sie vor dem Kriegsmanifest einen Menschenauflauf hervorrufen und das Volk

mit Ausrufen aufwiegeln, Hochkaiser Franz Josef, diesen Krieg gewinnen wir.

Herr Gnadl, verzeihen Sie, aber ich habe nicht untätig bleiben können.

Ich war so aufgeregt, ich habe gesehen, wie die Leute vor dem Kriegsmanifest

stehen und wie sie es lesen und es herrscht keine Freude, kein Hoch, kein

Hurra, kein gar nichts, wie wenn das die Menschen nicht angehen möchte.

Da kann man nicht undächtig bleiben. Schauen Sie, wenn schon Krieg ist, da

muss man ihn gewinnen. Da muss man den Kaiser hochrufen. Das wird mir niemand

ausreden. Oder hätten Sie niedergerufen?

Holte der Teufel.

Sie sind entlassen.

Aber wenn Sie noch einmal herkommen, werden Sie nicht mehr ausfahren. Und Sie

werden direkt ins Militärgericht auf den Ratschien wandern. Haben Sie verstanden?

Jawohl. Vergelt's Gott tausendmal, Christiane.

Und, Herr Gnadl, bitte, wenn Sie einmal ein Hunderl brauchen, sich nur

vertrauensvoll an mich wenden.

Herr Gnadl, ich habe nämlich einen Hundehandel.

Ich habe die Menge auf dem Karlsplatz beobachtet.

Und der Lorde Jubel? Nicht gerecht, aber es ist so, wie die Reichspost schreibt.

Eine stumme Ergriffenheit, ein heiliges Feuer, das nach innen schlägt.

Das ist ja der Schweg.

Welcher Trottel hat ihn denn auf freien Fuß gesetzt?

Der Trottel bin ich.

Entschuldigen Sie, aber ich habe mir so viel Mühe gegeben, diesen ausgekochten

Verbrecherding festzumachen. Und so einen lassen Sie laufen? Was grenzt Sie

an fahrlässigem Landesverrat?

Der Schweg ist so blöd, dass ihm seine Taten allein gar nicht einfallen können.

Der hat Hintermänner.

Die müssen wir finden.

Aber wie? Dafür haben wir ja unseren tüchtigen Geheimdienst. Geben Sie sich

halt ein bisschen Mühe.

Jetzt ist er missträusch gegen mich.

Einen Politischen fängt man nicht mit Politik.

Dem muss man privat kommen oder geschäftlich und dabei aushorchen.

Er handelt mit Hunden.

Mein Sohn ist Unteroffizier bei den 38ern. Sie sind schon in Serbien.

Da war mein Schwager.

Der ist schon verwundert am Boden.

Mein Bruder liegt auch schon im Lazarett.

Dem haben sie ein Bein abgenommen.

Ihr Verlust, das entführt habe ich.

Besonders bei den Offizieren.

Ja, wenn Sie einmal einen Verwundeten finden, dann schlagen Sie ihn kalt.

Na,

da bin ich wieder.

Ein Bier.

Der Fahri wird's noch nicht zurück.

Sie haben ihn zehn Jahre aufgebrummt vor einer Woche.

Na so.

Da hat er ja schon sieben Tage hinter sich.

Neue Gäste?

Die sind harmlos.

Vorsicht, ist die Mutter der Weisheit.

Zeigten Sie ihn so, dass man unendlich vorsichtig sein muss. Also, dass man

einem Unschuldigen fünf Jahre aufbrummt.

Das habe ich schon gehört, aber zehn ist ein bisschen viel.

Wie Sie ihn abgeführt haben nach dem Urteil, hat er auf den Gang geschrien.

Es lebe der freie Gedanke.

Guten Abend.

Guten Abend.

Guten Abend.

Und der Herr Brettschneider, geht er nicht mehr her?

Er war ein paar Mal hier, hat ein oder zwei Bier getrunken

und zugehört, wie die Gäste vom Fußball reden.

Immer wenn sie ihn sehen, reden sie vom Fußball.

Ist ihm noch jemand auf den Reim gegangen?

Nur ein Tapezierer aus der Quergasse.

War das ein dummer Mensch?

Ungefähr wie mein Mann.

Fritz Schneider hat ihn gefragt, ob er auf die Serben schießen möchte.

Da hat er ihm gesagt, dass er nicht schießen kann.

Dass er einmal bei einer Schießbude war und dort die Krone durchschossen hat.

Dann sind sie fortgegangen und der Tapezierer ist nicht mehr

zurückgekommen.

Manch einer wird nicht mehr zurückkommen.

Einen Ruhm, einen Topf.

Ein Bier, bitte.

Also, unsere haben so schlecht geschossen, es ist ein Skandal. Na, da

kann man ja nichts gewinnen.

Geschossen? Wo?

Beim Fußballmatch gegen Italien.

Na, zum Glück haben sie noch den Schiedsrichter verprägelt.

Seit wann interessieren Sie sich für Fußball, Herr Schweck?

Je, just der Herr Brettschneider.

Ich hätte fast nicht erkannt, ich hab so ein schlechtes Gedächtnis. Das letzte

Mal haben wir uns doch, wenn ich mich nicht irre...

auf der Polizeidirektion gesehen, was?

Ja, vergiss mal das. Warum?

Ich müsste Ihnen alle Hände kissen für die vielen schönen Erlebnisse, was ich

gehabt habe durch Sie.

Wieso? Na, schauen Sie, unser einer hat doch sonst nur Umgang mit Hunden,

Bastarden. Und auf einmal lernt man unsere Beamten kennen. Also das ist

schon ein kolossaler Unterschied, muss man sagen.

Na, tun Sie nicht so, als ob es Ihnen gefallen hätte. Na, aber hat mir doch

gefallen. Besonders im Ehrenhaus. Also ich sage Ihnen, dort herrscht eine

Freiheit.

wie sie sich nicht einmal die Sozialisten treiben.

Und keiner schämt sich für was.

Einer war dort, der hat sich ausgegeben für die heilige Dreifaltigkeit,

nur damit er drei Portionen bekommt.

Was trinkst du denn? Ich bin schon beim Rum. Ein Rum und ein Bier.

Wissen Sie, ich bin nämlich heute irrtwegen privat gekommen.

Ach so?

Ja, ich habe auf der Polizeidirektion erfahren,

dass Sie Hunde verkaufen.

Ich brauche da einen Rattler oder einen Spitz oder sowas. Das kann ich Ihnen

alles verschaffen. Aber für Sie wäre vielleicht am besten ein Polizeihund,

der alles ausschnüffelt, der so auf die Spur des Verbrechens fiel.

Oder vielleicht wäre auch gut ein Spitz. Ich weiß einen, einen Spitzen, bei einem

Wirten in Davids.

Der hat keine Zähne, also kann er nicht beißen. Oder ein Rattler.

Ein Ratschloss, ein kleiner, den kann man auf den Arm nehmen.

Je kleiner, desto teurer. Wirklich wahr.

Ich habe einen Hund, das ist ein Hinterhund.

Vier Lämmer, so groß.

Der kostet 50 Kronen. Und dann habe ich einen, der ist für Rindviecher.

Der kostet nur 25 Kronen.

Jetzt ist aber eine Frage.

Soll es ein alter oder ein junger Hund sein? Soll es ein Hund oder ein Hindu

sein? Ist mir ganz egal.

Bringen Sie mich morgen um 7 Uhr Abend hierher, einverstanden?

Einverstanden. Aber in diesem Fall bin ich gezwungen, Sie leider Gottes um

einen Vorschuss von 30 Euro einzubieten.

Ohne weiteres.

Bereit? Ja. Im Papier? Papier.

13. 1, 2, 3.

So.

Und jetzt trinken wir noch jeder ein Viertel Wein, auf meine Kosten.

Und dann plaudern wir ein bissl. Ich möcht gern mit Ihnen saufen, Herr

Bretschneider, aber leider, das Geschäft geht vor.

Zum Wohle.

Frau Palliwetz?

Er zahlt.

Herr Skalina?

Wir zahlen.

Zwei Bier und einen Rum.

Und Herr Schweck hatte vorher noch ein Bier und einen doppelten Rum.

Na, warte mal, Freund.

Das nächste Mal zahlst du drauf.

Es ist Marian Josef, der Herr Schweig. Guten Tag, Frau Müller.

Ja, aber ich habe ja geglaubt, dass Sie erst in ein paar Jahren zurückkommen

werden. Jetzt sind Sie froh, dass ich wieder da bin, was?

Nein, ich habe nämlich aus Mitleid einen Portier aus einem Nachtcafé

in Ihrem Zimmer aufgenommen.

Dann haben Sie es aber sehr eilig gehabt mit Ihrem Mitleid. Ich habe bitte schon

dreimal war Hausdurchsuchung. Nun haben Sie was gefunden?

Nein. Aber Sie haben gesagt, dass deswegen der Herr verloren ist. Wieso?

Weil Sie so raffiniert sind, dass Sie keine Spuren hinterlassen haben.

Jetzt weg, Frau Birat.

Hallo!

Sie, Herr.

Dass Sie mir nur das Mittagmahl nicht verschlafen.

Mir ist das einmal passiert und es wäre mir unangenehm, wenn die Leute sagen

möchten, ich habe Sie von hier hinausgeschmissen und Sie haben nirgends

mehr was zum Essen bekommen.

Wenn mich jemand wecken will, dann breche ich sämtliche Knochen.

Wenn Sie sich nicht werden anziehen, werde ich Sie so nackern, wie Sie jetzt

sind, auf die Gassen hinausschmeißen.

Es wird für Sie von großem Vorteil sein, wenn Sie in Hosen von hier

hinausfliegen. Na?

Ich hab bis 8 Uhr abends schlafen wollen.

Ich zahl der Frau pro Tag zwei Kronen fürs Bett.

Pro Person?

Wir haben ausgemacht, dass ich mir Fräuleins aus dem Kaffeehaus herführen

kann.

Lizzi, steh auf.

Na? Na, klare und gemeine, Sie werfen mich nicht raus.

Ich bin ein versehnlicher Mensch.

Ich lasse mit mir reden.

Wir haben schon lange nicht

miteinander das Vergnügen gehabt.

Ihr Polizeipökel ist in Ordnung.

Im Nachtcafé Mimosa haben nur anständige Damen Zutritt.

Und Sie geben mir mein Geld wieder.

50 Kronen habe ich Ihnen vorausbezahlt. Ja, also, Gämmer, Gämmer, ist schon in

Ordnung. Nicht wahr? Auf Wiedersehen.

Moment, Moment, Moment.

Auf Wiedersehen, Gämmer.

Servus, Marie.

50 Kronen, meine liebe Frau Müller. Ich muss schon sagen, von jedem Herrn hätte

ich mir das nicht gefallen lassen.

Na ja, bitte vergiss nicht, letzten Endes ist das ja mein Bett, nicht?

Und damals, nach dem Manöverball in Hostiletz, da habe ich auch nicht so

viel fragen müssen.

Schaust heute fast noch besser aus als in der Montur. Ja, du hast dich aber

auch gemacht.

Sollte ich dir in die Stadt mich selbstständig machen?

Nur jetzt habe ich es erreicht.

Also du, wenn es dir nicht unangenehm ist, ich muss dir sagen, es ist mir

lieber hier wie in der Rest.

Es zieht nämlich.

Und das ist nicht gut für den Rheumatismus bei einem älteren Herrn.

Und was ist mit den Hunderten?

Also, der junge Rattler, was wir am Hof versteckt haben, ist krepiert.

Und der Bernatina ist uns davon gelaufen, wie sie hier die

Hausdurchsuchung vorgenommen haben.

Da kann er ja in die schönste Schlamastik hineinkommen.

Jetzt wird ihn die Polizei suchen.

Er hat den Polizeikommissar, der ihn unterm Bett hervorgezogen hat, gebissen.

Das wird jetzt auf mich fallen. Jetzt werden Sie sagen, ich habe den Hund

angelernt, dass er Polizisten beißt.

Zuerst hat er den Bernardiner im Namen des Gesetzes aufgefordert, unter dem

Bett hervorzukommen.

Und der hat nicht wollen, also hat ihn der Polizeikommissar hervorgezerrt, er

hat ihn gebissen, der ist zur Tür hinaus und ist nicht mehr wiedergekommen.

Na schrecklich, schrecklich.

Wenn man sieht, was Sie mit Hunden aufführen, kann man nur froh sein, dass

Ihnen, Frau Müller, nichts passiert ist.

Bei mir, da haben die so Anspielungen gemacht, dass ich dumm bin.

Und dann haben sie mir den Portier von einem Nachtcafé her empfohlen, damit ich

mich nicht allein in der Wohnung fürchte. Was, Frau Müller, die Polizei

hat den Portier? Ja.

Den nämlichen, den Sie hinausgeschmissen haben. Ach, ich habe so ein Pech mit

diesen Behörden. Noch dazu jetzt, wo ich mit denen ins Geschäft kommen könnte.

Weil den Bernhardiner, den hätte man ja ohne weiteres als Polizeihund verkaufen

können.

Frau Milan, die Händin von der Frau Janacek gegenüber, ist die nicht

reifig?

Ja,

Frau Müller, Sie können schon das Nachtmahl vorbereiten für die neuen

Untermieter.

Na komm, den holen wir uns. Nicht so, auf, nicht so.

Auch nicht schlecht.

Na komm, lass dich nicht so ziehen, was ist denn?

Na geh schon.

Jetzt weg von der Dame, ihr Hundsviecher.

So was.

Siehst du, ihr seid mir ein Lumpen.

Na, gleich sind wir zu Hause.

Na ja, schon.

Kommt, Kleine, kommt.

Hopp, hopp, hopp, hopp.

Die wollen Sie alle behalten.

Na, rein, kommen, meine Herrschaften, wenn ich bitten darf.

So, da hinein, meine Herrschaften, schön.

So, einer nach dem anderen.

Na, schön, na, komm, komm, komm.

Guten Abend, Frau Wirkin.

Na? Ist der Herr Bretschweider schon da?

Ich habe nämlich mit dem Herrn hier eine Verabredung. Seien Sie bloß vorsichtig.

Was heißt vorsichtig?

Ihr Mann war auch vorsichtig gewesen und was hat er davon gehabt?

Zehn Jahre hat er bekommen.

Ich sage Ihnen, auch im Krieg muss der Mensch leben.

Und wenn dieser Herr mit mir einen errarischen Hundehandel anfangen will,

bitte, soll er.

Was wollen Sie denn trinken?

Na also, nein, ich warte, bis jeder herkommt. Nur Frau Palinetz, wenn Sie

hinuntersteigen, in den Bierkeller, geben Sie ein bisschen Acht, weil ich

habe da noch zwei Musterexemplare aus meiner Sammlung unten angebunden.

Ah, Sie sind aber pünktlich. Ja.

Wo ist denn gleich zwei?

Na, Sie müssen sie nicht beide nehmen, aber...

Sie hängen so aneinander, Sie sind miteinander aufgemachsen. Wissen Sie,

Sie auseinanderreißen, das wäre direkt unmenschlich.

Komm, setzen wir uns zuerst und trinken was.

Bitte.

Schön, pro Kopfplatz.

Frau Wirtin, bringen Sie uns einen Rum mit zwei Gläsern.

Ich bin heute wieder nicht im Dienst.

Und ich hoffe, Sie werden sich nicht fürchten.

Warum soll ich mich fürchten?

Fürchten brauchen sich Hexers die zwei Hunderl, weil sie verkauft werden.

Lassen Sie die Flaschen gleich da, damit Sie nicht so oft rinnen müssen.

Muss ja nicht jeder hören, wenn wir über Politik reden, ne?

Ich spreche im Wirtshaus nie über Politik.

Politik ist ein Geschäft für kleine Kinder.

Wir sollten uns aber darum kümmern, was geschieht und wohin es mit uns geht.

Ein schwacher Staat, in dem man alles laufen lässt, der ist zum Untergang

verwurtet. Habe ich nicht recht?

Ich habe nie was mit dem Staat zu tun gehabt.

Aber es ist schon möglich, dass Sie recht haben.

Ich habe mal zwei junge Bernhardiner in Pflege genommen.

Die waren auch sehr schwach.

Ich hab sie mit Kommiss Zwieback gefüttert und richtig sind sie mir

krepiert.

Ein großer Teil unserer Jugend ist unzufrieden, daher unruhig und

gefährlich. Habe ich nicht recht?

Also, wenn junge Hunde unzufrieden und gefährlich sind, dann haben sie meistens

Würmer. Da muss man sie einsperren, darf ihnen nichts zu fressen geben, muss

ihnen... jeden drei Stunden ein Refleurettin-Modell geben.

Aber die 200, die ich Ihnen da verkaufen möchte, die platzen vor Gesundheit.

Nun reden wir vom Geschäft.

Das hat ja Zeit.

Ich plätsche sehr gern mit Ihnen.

Herr Brettschneider,

Ich durchschaue sie.

Ein Geheimpolizist, der sich Hunderl kauft, hat es noch nie gegeben.

Sie wollen, dass ich noch einmal auf Sie hineinfalle?

Was reden Sie denn da zusammen?

Ich bin im Herzen ein geselliger Mensch.

Und die zwei Hunderl dort, die kennen schon mich.

Die trinken drauf.

Bitte.

Die große Dogge kostet 30 Kronen.

Und für den anderen zahlen Sie mal 80.

Ist aber schon Freundschaftspreis. So ist es recht. Wir sind Freunde.

Ich werde Ihnen was verraten.

Ich bin Anarchist.

Könnten Sie mir nicht eine Organisation sagen, wo ich mich einschreiben lassen

kann?

Reden wir nicht drüber.

Ich kenne einen Anarchisten.

Der hatte mal bei mir einen Königspurl gekauft für 100 Kronen.

ist mir zwei Raten schuldig geblieben.

Ich werde Ihnen nichts schuldig bleiben. Ich werde Ihnen alles auszwingen.

Die Mobilmachung ist ein Wahnsinn.

Was wir brauchen, ist eine Revolution.

Nicht so laut vor den Leuten.

Sie könnten Unannehmlichkeiten damit haben.

Verschweinen Sie den, Frau Wirtin.

In drei Monaten gewinnen wir den Krieg. Und dann gibt es Amnestie und Ihr Mann

kommt nach Hause.

Und dann trinken wir uns bei Ihnen einen ordentlichen Rausch an.

Rausch ist das Einzige, was ich Ihnen davon glaube.

Glauben Sie nicht, dass wir gewinnen?

Glauben Sie nicht, dass wir gewinnen?

Sie glauben doch, dass wir gewinnen.

Also wozu das immer wieder kein Gewonnen muss werden, nicht wahr? Und jetzt

möchte ich schon nach Hause gehen. Nicht bevor wir Bruderschaft getrunken haben.

Du musst wissen.

Ich bin ein Schwein, ein Lumpen. Ich habe dir verraten wollen, verkaufen an

den Geilten. Aber das ist doch Ihr Beruf.

Ihr Beruf, genauso wie mein Beruf, ist Hundehändler zu sein, nicht wahr?

Das sollst du zu mir sagen.

Und das Geld für den Hund, das ist Blutgeld.

Juh, das lohnt, damit ich dir aus... Du, weißt du was? Wenn ich du sagen darf zu

dir, dann sag ich du, ich hab eine Idee.

Du nimmst das Paar auch noch. Das kostet 150 Kroner. Und jetzt geh ich, setz dich

schön hin.

Ich bin verloren.

Ich bin ein ungetreuer Diener des Staates.

Josef, sag mal, was ich machen soll. Ich mach ein... Ja, ich werd dir sagen, was

du machen sollst. Pass auf.

Du nimmst diese vier Kunstviecher zu dir nach Hause und dort werden Sie mit ihnen

in ein Zimmer rein.

Lassen Sie sie acht Tage lang hungern und dann werden Sie sehen, wie die sich

auf Sie stürzen werden und werden Sie auffressen, mitsamt den Knochen.

Und so ersparen Sie dem Errar auch noch die Begräbniskoffer.

Amen.

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