All language subtitles for Call Girls of Frankfurt (1967) [Playgirls of Frankfurt] [In Frankfurt sind die Nächte heiß] LENGTH - 1;42;19 (Note IMDb Length is 85 minutes, possibly U.S. version)

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Original subtitles

Leg eine andere Platte auf, Schatz.

Ich beeile mich.

Jetzt wirst du erst richtig verwöhnt, Schätzchen.

Ich weiß noch ein paar Sachen, dass dir hören und sehen vergeht.

Ich mach mich nur wieder frisch und schnuckelig.

Und dann schickst du mir noch ein bisschen was drauf, gell?

Oder bist du schon K.O.?

Wie?

Hast du heute Ärger gehabt?

Sag's der kleinen Vera und sie wird lieb zu dir sein.

Sehr lieb.

Bist gar nicht so ein Fisch, wie du immer tust, Schätzchen. Hast nur

Komplexe.

Bist du enttäuscht?

Du bist aber komisch.

Was heißt das?

Wer hat dich überhaupt reingelassen?

Wo ist denn... Mach sofort, dass du wegkommst!

Vielen Dank.

Vielen Dank.

Frankfurt Hauptbahnhof.

Es ist Dienstagfrüh.

5 Uhr und 43 Minuten.

Ungefähr dreieinhalb Stunden, nachdem in dieser Stadt ein schreckliches

Verbrechen verübt wurde.

Um diese Zeit etwa besteigt ein junger Mann eine Taxi, nachdem er sich in den

Waschräumen des Bahnhofs geleinigt und erfrischt hat.

Den Fahrer nannte er als Fahrziel Großherzstraße 81.

Vielen Dank.

Hallo? Vera?

Was?

Vera?

Pardon, aber die Tür war offen.

Wollte dich stören, nur was mit der Dame besprechen.

Moment mal.

Aber, Messchen.

Vera.

Ich weiß nicht, ich hab sie so gefunden.

Schwein, du.

Elender Schwein.

Ich war es nicht, so glauben sie doch.

Wer bist du, Sauker?

Ich war mit Vera verlobt.

Ich heiße Peter Seitz.

Wie ist das passiert?

Ich weiß nicht.

Ich komme gerade aus Wien.

Die Tür war offen.

Dann habe ich sie gesehen.

Grauenvoll.

Dann bist du der Wursche.

Wegen dem Netzchen aufhören wollte.

Sie soll schon ein paar Mal drüber gesprochen haben.

Ich verstehe nicht.

Zu Ihren Freundinnen.

Deshalb wollte ich heute mit ihr reden.

Wer sind Sie eigentlich?

Ich bin... Egal.

Auf jeden Fall war ich mal mit Vera befreundet. Wir sind ein paar Leute, die

aufpassen, dass die Mädchen Ruhe arbeiten können.

Dann stimmt das also.

Was?

Dass die Vera... Auf den Strich gegangen ist? Na klar.

Sie war die größte Anschafferin von allen.

Dir hat sie natürlich was anderes erzählt, oder?

Ja, aber ich hab's nicht mehr geglaubt.

Bist deshalb gekommen.

Hast gesehen, was hier los war.

Und bist du der Wut, über sie hergefallen stehst?

Gib's zu, du Jung! Wie leicht waren sie selbst zu spielen, nur Theater vor.

Idiot. Denkst du uns eins lässt sich in sowas ein?

Wir müssen sofort abhauen.

Ich kann's mir nicht leisten, da hineingezogen zu werden. Und dir wird

die Polizei die Schose als Ersten anhängen. Kapiert? Mir ist schlecht.

Reiß dich zusammen. Komm, ich bring dich weg.

Aber wir können sie doch hier nicht so liegen lassen. Wir können sie doch nicht

wieder lebendig machen. Ihr müsst verduften.

Nein. So mach schon, oder willst du noch eins in die Fresse?

Wie bist du reingekommen? Die Tür war offen.

Dann bleibt sie besser offen.

Wo hast du sie kennengelernt?

Letztes Jahr, da kam sie nach Wien.

Richtig.

Eine gute Saison. Volle Kies anlegen, Haus oder sowas ähnliches.

Damals sagte sie, sie muss Stoff für ihren Chef einkaufen.

Was? Koks?

Davon hat sie nie erzählt.

Nein, sie gab sich doch als Direktrice eines großen Modesalons aus.

Du hast das gefressen?

Warum auch nicht?

Sie fuhr einen schicken Wagen, war eine charmante, intelligente Frau.

Das war sie.

Durch das Auto habe ich sie überhaupt kennengelernt.

Ich bin in einem Kaufhaus angestellt, hatte mein freies Wochenende und ging

am Heldenplatz spazieren.

Entschuldigen Sie vielmals.

Keine Ursache.

Es war meine Schuld. Wenn Sie mich nicht gestützt hätten, wäre ich ganz schön auf

die Nase gefallen. Oder auf was anderes.

Darf ich Ihnen tragen helfen?

Ja, gern. Dort steht mein Wagen. Bitte.

Danke schön. Auf Wiedersehen. Ja, hoffentlich.

Das haben Sie verloren.

Um Gottes Willen! Wie konnte das passieren?

Rausgefallen vermutlich. Wäre unangenehm mit dem vielen Geld.

Ach, Sie haben reingeguckt? Ja, ich habe reingeguckt wegen einer Adresse.

Aber als ich die Tausende gesehen habe, bin ich vielleicht losgerannt.

Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll.

Erlauben Sie, das war doch eine Selbstverständlichkeit.

Für Sie?

Ich hätte doch an jemand anderen geraten können. Sind Sie aber nicht.

Aha, das nennt man Wiener Charme?

Ach, ich glaube, ehrliche Menschen.

Gibt's auch woanders.

Oh, verzeihen Sie, ich wollte kein Fauxpas begehen.

Können Sie einer hilflosen Fremden noch einmal verzeihen? Sind Sie das erste Mal

in Wien? Ja, ich kenne mich überhaupt nicht aus.

Aber ich, wenn Sie es nicht als Aufträglichkeit empfinden, ich würde Sie

gerne ein bisschen herumführen.

Ja, kommen Sie schnell, steigen Sie ein.

So hat's angefangen.

Und wie hast du erfahren, was wirklich mit dir los war?

Erst vorige Woche.

Durch einen Schulfreund, der hier in Frankfurt wohnt.

Ich konnte es einfach nicht glauben.

Na, jetzt weißt du es.

Und ich will auch keine weiteren Einzelheiten mehr hören.

Steig in den nächsten Zug und verschwind aus Frankfurt.

Vergiss, dass du hier warst. Vergiss mich, vergiss Vera.

Sonst kommst du noch mehr in die Scheißgasse.

Raus. Und merk dir eins, Kumpel.

Du kennst mich nicht und ich hab dich nie gesehen, egal was passiert.

Und wenn du nicht folgst, geht's dir schlecht. Los.

Hallo, Sie.

Tag, Kleiner.

Na, was sagst du denn zu meinem neuen Knilch?

Fies wie immer.

Wo ist Felix?

Hinten, an eurem Klottisch.

Moin, Chef.

Ciao, mein General.

So spät? Stehst du nicht mehr auf unsere Piepen an, großer Boss?

Seid nicht so dämlich, ihr Pflasterziegen. Ihr habt ja mich, da

klappt der Laden immer.

Da fällt kein einziger Grosch unter Mamas Nachttopf, stimmt's?

Apropos von wegen unserer Beiträge.

Wenn wir euch noch weiter unsere Piepen reinschieben sollen, dann haltet uns

gefälligst als Amateurgesocks von der Pelle.

War es schon wieder die Babynutten? Genau.

Die Wanzen pushen schon in der City rum.

Wird immer schlimmer mit denen gehören. Sind prima organisiert.

Wahrscheinlich vom Heroin Harry und vom schnellen Kurt.

Was heißt organisiert? Holt die Polizei ran. Die haben doch alle kein Buch,

diese Kanallien. Sind diese dreckigen Kindertreiber auch wieder im Land?

Weck dich nicht auf, Großfürstin. Wird prompt erledigt.

Was anderes.

Ich brauch für die letzten drei Stunden ein eisernes Alibi.

Heiße Sache?

Könnte es werden.

Warum? Ist was los? So was fragt man nicht. Wenn ich's weiß, kann ich's

verpfeifen. Also? Was schaut dabei raus?

Zehn große Blaue.

Gemacht. Ich bin erst vor einer Viertelstunde gekommen, hatte vorher

zwei Amis auf der Bude. Gut. Und du?

Ich war bis vor einer halben Stunde zu Hause.

Okay. Dann haben Lilo und ich bei dir gepokert, klar?

Meinetwegen. Jetzt brauch ich aber einen scharfen Schluck.

Ich auch, mein Junge, ich auch.

Ja? Guten Tag.

Guten Tag.

Kann ich bitte Herrn Schimeck sprechen?

Geschäftlich? Wir waren Schulfreunde.

Aha, na ja, bitte kommen Sie.

Ja?

Ein Freund von dir?

Entschuldige bitte die Störung.

Ja, das ist eine Überraschung.

Was magst denn du in Frankfurt?

Ich muss dich dringend sprechen.

Allein.

Geht's euch Boden, Kinder?

Da bin ich baff.

Dass du zu mir kommst, nach dem Wirbel, den du damals gemacht hast wegen der

Vera?

Was hast denn?

Ist der nicht gut?

Vera ist ermordet worden.

8.30 Uhr.

Während Peter Seitz dem Bekannten aus Wien seine Schilderung der letzten

Stunden gibt, sind im Haus Großherzstraße zwei dort wohnende

spanische Gastarbeiter auf die offene Wohnung der Paterni aufmerksam geworden.

Der Kellner Pablo behauptet, dass ihm die geöffnete Tür bereits vor drei

Stunden aufgefallen sei.

Sein Freund Manuel sagt das Gegenteil. Der andere zögert, die Wohnung zu

betreten. Er hatte eine Differenz mit der Inhaberin. Dann aber lässt er sich

überreden.

Frau Paterni?

Das Wohnzimmer, ganz voll Blut. Die Spanier haben sie umgebracht.

Da sind sie. Ich habe sie drinnen bei ihr erwischt. Alles voll Blut.

Das könnt ihr der Polizei erzählen.

Alles musste der Polizei erzählen.

Der Kerl in der Wohnung kann nur Alfons gewesen sein.

Der kontrolliert die Weiber.

Vielleicht hat er sie umgelegt, weil sie abspringen wollte.

Dass du Depp deinen Koffer in der Wohnung vergessen hast.

Ich war doch völlig durcheinander.

Also mich schreib ab.

Ihr habt genug Zores mit der Kieberei.

Die Polizei da ist scharf wie Reibsand.

Du bist doch der einzige Mensch, der mich näher kennt.

Ich brauche keinen Stunk.

Bei der geringsten Kleinigkeit schiebt man uns Ausländer ab.

Entschuldige bitte, dass ich dich belästigt habe.

Jetzt spiel noch die beleidigte Leberwurst. Was soll ich dir denn raten?

Soll ich vielleicht sagen, dass ich sie abgestochen habe?

Ich wollte mich ja nur mit jemandem aussprechen. Schön, das hast du getan,

jetzt schleichte ich.

Und dass du mir niemanden herschickst, der bei mir da zum Herumstehen anfängt.

Natürlich nicht.

Ich fahre jetzt in ihre Wohnung zurück und rufe die Polizei an.

Was sagst du, wo du in der Zwischenzeit warst?

Ich bin ziellos durch die Straßen gelaufen, weil ich so konfus war. Ich

halte dir die Daumen.

So ein Mist, so ein Elendiger.

Hallo?

Bitte die Mordkommission.

9.15 Uhr.

Die alarmierte Funkstreife ist kaum eingetroffen, als kurz darauf auch unser

Kommander von der Mordkommission am Tatort erscheint.

Zunächst ist nicht zu klären, wer der anonyme Anrufer im Dezernat war, der uns

verständigt hat.

Dessen ungeachtet beginnen sich die Räte der Polizeimaschinerie zu drehen.

Während die Untersuchungen anfangen, unterzieht mein Assistent Bossel die

Hausbewohner den ersten Verhör.

Zwei Stockwerke tiefer befasse ich mich selbst mit den zunächst wichtigsten

Zeugen. Ich heiße Joachim Reinisch und bin leitender Kommissar der Abteilung 3

im Frankfurter Polizeipräsidium.

Wer soll es denn sonst gewesen sein? Jeden Tag liest man was in der Zeitung

von dem Ausländergesindel, dem Dreckigen.

Aufhören! Wir sind kein Gesindel, wir sind anständig. Messerstecher seid ihr,

Sagiten! Wir arbeiten und schuften, damit die Deutschen können sich leisten

noch mehr freie Zeit.

Unverschämter Dreckig, Zigeuner! Wir plagen uns, damit Sie können auf Urlaub

fahren, zu den dreckigen Zigeunern. Für die deutschen Ausländer immer nur sind

lästige Fremde. Was glauben Sie, wie denkt man woanders über die Deutschen?

Na,

Doktor, fertig?

Stiche in Halsschlagader und Herz.

Es muss gegen drei Uhr früh geschehen sein.

Den genauen Bericht bekommen Sie nach der Obduktion.

Danke, Doktor.

Sie waren also nur kurze Zeit in der Wohnung.

Wir die Wahrheit sagen, wirklich.

Jedenfalls hatte der eine, der Pablo, ein Verhältnis mit der Paterni. Ja, ja.

Das ist nicht Wahrheit. Lügen Sie doch nicht, da schuldet ihr doch sogar Geld.

Es ist nur ein Justiz, ja.

Na, wie war das?

Also ich nichts verstehen.

Wir nicht wissen, ob Sie ihr Geld schuldig waren.

Natürlich, sie weiß es.

Vorgestern haben Sie miteinander deswegen gestritten.

Es war am Nachmittag. Ich habe zufällig auf dem Gang Kleider ausgebürstet. Ich

habe jedes Wort gehört.

Na?

Senorita.

Sag bloß, dass du das Geld nicht hast.

Tut mir leid.

Bambino ist krank. Ich muss Geld schicken. Meine Frau nach Cordoba.

Bambini! Bambini!

Wie schafft ihr euch an, dass ihr euren Weibern dutzend weisse Kinder anlegt,

wenn ihr sie nicht erhalten könnt?

Senorita, nächsten Monat. Ich zurückzahlen.

Ich pfeife auf nächsten Monat. Ich habe deinen Schuldschein.

Wenn du das Geld nicht binnen drei Tagen zurückgezahlt hast, gehe ich zu deinem

Chef und zur fremden Polizei.

Und jetzt, Feuerer, verschwinde!

Senorita, Sie waren immer so freundlich. Ich habe Ihnen ein bisschen Spanisch

gelernt. Dafür bin ich auch extra bezahlt.

Ja, ja, Sie, Sie, aber ich in dem Lokal nicht können verdienen so viel. 1000

Mark. Ich nicht können.

Dann bock dich woanders aus. Hättest du dein Gehalt nicht verzockt. Ich war

betrunken. Man hat mich betrogen.

Sie nicht gehen dürfen zu meinem Chef. Ja, wir werfen ihn aus.

Das ist mir egal.

Ich lasse mich nicht um meine ersparten Kohlen bringen.

Capito? Ich bringe Geld.

Nächste Woche.

Wenn Sie gehen zu meinem Chef.

Es geschieht ein Unglück.

Was? Du willst mir drohen? Du fieser Kneipenkuli!

Mach, dass du rauskommst!

Sie sind keine Frau! Sie sind Bestie!

Sie, es ist wahr, aber ich rede in Cholera, im Zorn.

Man hat nichts Wissen, was man redet. Pablo nichts haben Liebe mit Senorita.

Er mir alles erzählt.

Lassen Sie mal.

Wann sind Sie nach Hause gekommen?

Unser Lokal sperren um drei.

Ich sofort gehen.

Und da war die Tür da oben also offen.

Sie, Sie.

Sie sind vorbeigegangen und haben sich nichts dabei gedacht.

No.

Wie spät war es eigentlich, als Sie zur Arbeit gingen? Halb sieben.

Und da war die Tür da oben zu.

Sie, Sie.

Wieso waren Sie eigentlich zwei Stunden später wieder zurück?

In Fabrik haben wir einen Streik gemacht heute. Mich nach Hause geschickt.

Und da war die Tür wieder offen.

Sie?

Bringen Sie die zwei ins Präsidium. Sie müssen das zum Protokoll geben.

Herr Kommissar, wir haben diesen Koffer gefunden.

Scheint jemand bei ihr vergessen zu haben.

Täterseits.

Kennt denn jemand im Haus?

Nee.

Nein.

Schade.

Das gibt's doch gar nicht. Das gibt's doch gar nicht. Ich hab Sie doch gestern

noch gesehen.

Sie können Sie jetzt nicht da rein. Aber ich muss, ich muss. Ich hab doch hier

die Wäsche. Tu dir nichts an. Gib das Zeug einstweilen zu mir. Ja, aber das

ist doch gar nicht möglich. Was ist hier los?

Herr Kommissar, der Mann ist von der Wäscherei, welche für die Tote

gearbeitet hat.

Das ist der Dieter Lorenz. Der kommt schon seit zwei Jahren ins Haus.

Das ist doch furchtbar.

Und gerade die, die war immer so nett zu mir.

Sie haben die Paterni gut gekannt?

Gut? Meine Güte, ich hab sie halt gekannt.

Einmal in der Woche bin ich gekommen und hab die Wäsche geholt und gebracht.

Die war immer so nett zu mir, hat mir immer ein oder zwei Mark Trinkgeld

gegeben. Sagt Ihnen der Name Peter Seitz etwas.

Peter Seitz?

Nein, warum?

Wir suchen ihn.

Sie sind der Kommissar? Ja.

Mein Name ist Peter Seitz. Ich habe eine Aussage zu machen.

Werder! Werder hat zugebracht!

Du, du, du, Werder!

Werder!

Werder!

Herr Seitz, gehen wir.

Erst die Nitribit, dann die arme Helga Mathura und jetzt die Paterni.

Und da soll die Couchakrobatik auch noch Spaß machen.

Spaß soll das Geschäft auch noch machen?

Na, du bist gut.

Was ist, Schwestern?

Ruhetag? Du kannst mich mal.

Uns bringen heute keine zehn Pferde mehr auf die Rennbahn.

Es sind doch schon Friseusen umgebracht worden, ohne dass die anderen deswegen

gestreikt haben.

Wir sind aber keine Friseusen, du Abkocher.

Der gehört schon längst einen Tritt in den Hintern.

An diesem Abend sind nicht bloß die Sperrbezirke von gewissen Fräuleins

gemieden, auch in den erlaubten Gässchen lässt sich kaum eine der käuflichen

Damen sehen.

Eine Art Panik ist ausgebrochen. Wer wird die nächste sein?

In bestimmten Vierteln und Quartieren gibt es keinen anderen Gesprächsstoff.

Aber auch woanders greift dieses Verbrechen in die Schicksale von

Menschen ein.

Keine Angst, meine Liebe, in sechs Monaten ist alles vorbei.

So was soll ja schon da gewesen sein.

Lassen Sie sich in einem Monat nochmal anschauen. Auf Wiedersehen. Und Kopf

hoch.

Danke, Frau Landura. Ich brauche Sie nicht mehr. Ist recht, Herr Doktor.

Guten Nacht. Guten Abend,

Frau Doktor.

Lies.

Ich verstehe nicht.

So.

Vera Patel.

Deine Patientin. Die Frau eines angesehenen Fabrikanten, den du im Club

kennengelernt hast.

Das ist ja entsetzlich.

Ich habe ja keine Ahnung, dass ihr eine... Feine Praxis hast du. Ich bin

richtig stolz auf dich.

Also, ich finde das so unerhört.

Nicht nur du, mein Lieber.

Wir essen um halb neun.

Hallo? Ja, bitte, Herr Staatsanwalt Visenius.

Hier ist Dr. Freitag.

Hallo,

Victor?

Ja.

Ja, ja, ich hab's eben gelesen.

Unangenehm, na und wie?

Ja, gibt's irgendwelche Anhaltspunkte? Warum?

Das interessiert mich natürlich.

Wir sitzen im selben Boot, mein Lieber.

Ja.

Na, ich weiß es eben.

Also gut.

Du rufst mich an.

Ja, gut. Danke. Bis dann.

Andere Position.

Gut.

Links herum.

Sehr gut.

Neue Position.

Ja.

Wirst du abgeholt? Nein.

Ah, na nun, Herr Direktor.

Ja.

Haben Sie das gelesen? Von der Paterni, ja.

Pech, ne?

Ja, dann wissen Sie ja auch, warum ich da bin. Keine Ahnung.

Oh.

Bitte? Aber Sie haben doch auf diesen blöden Partys... Wo Sie dabei waren.

Ja, ja.

Also diese Bilder möchte ich gerne haben.

Welche? Ja, heißt das?

Ich habe sie nicht mehr.

Ich meine, ich kann sie natürlich besorgen, aber das kostet ein starkes

Geld. Also Geld spielt keine Rolle. Wo sind die Bilder?

Ein Freund von mir hat sie.

Privatsammler. Aber warten Sie, ich rufe ihn mal an.

Ist was?

Nichts. Kundschaft.

Nein.

Bin gleich wieder da.

So. Na, was ist? Er ist einverstanden?

Gott sei Dank.

20.000.

Hä? Wie?

Ja, die Presse ist halt noch mehr dafür.

Natürlich erscheinen Ihre Bilder mit einem schwarzen Balken über dem Gesicht.

Na ja, aber Sie wissen doch, einen Herrn Nickel erkennt man doch auch so.

Und Ihre Gattin, mich an ihrer Stelle, würde diese Gedanke sehr beunruhigen.

Ja, ich, äh, ich überlege es mir noch.

Aber schnell, womöglich bis morgen, ja?

Haben Sie den Alfons Teves holen lassen, Bosse?

Bereits unterwegs.

Das sind die Adressen, die wir aus dem Notizbuch der Paterne ermittelt haben.

Ja, Tante, wir verständigt.

Na?

Haben Sie sich die Sache überschlafen oder bleiben Sie bei Ihrer gestrigen

Aussage? Ich bleibe dabei.

Auch dabei, dass erst um 5.30 Uhr in der Früh in Frankfurt angekommen sind?

Die Toilettenfrau am Bahnhof und der Taxischofür müssen das bestätigen. Was?

Dass Sie nicht schon mit einem früheren Zug hier eintrafen?

Ich war vorgestern Nachmittag noch in Wien. Es gibt andere, schnellere

Möglichkeiten, hierher zu kommen als die Bundesbahn.

Reden wir von was anderem.

Sie waren also mit ihr verlobt, obwohl die Paterne der gewerblichen Unzucht

nachgingen? Wie oft soll ich denn noch sagen, dass ich davon zum ersten Mal vor

ein paar Tagen erfahren habe?

So oft wir Sie danach fragen. Das ist nun mal so bei der Polizei.

Ihr angeblicher Freund hat Ihnen nachher auch von dem Gespräch erzählt, dass er

mit Ihrer damaligen Braut hinter Ihrem Rücken geführt hat.

Ja, aber erst später.

Vorher trafen wir uns zufällig am Trabrennplatz in Wien.

Vera war gerade zu Besuch.

Zwei Koka, bitte.

Herrlich ist es hier.

Ich fühle mich wie eine Schneekönigin.

Sieh mal, setzen wir auf den da, Amor.

Der muss uns ja Glück bringen.

Setz doch nicht aufs Hirn, Gfeu.

So ein Leben könnt ihr draußen haben.

In einem halben Jahr seid ihr Millionärinnen.

Geh, schneid nicht auf.

Und in Frankfurt, ich weiß nicht. Aber ich, ich kenn ein paar Marl, denen hab

ich geholfen. Hättet schon jede ihren eigenen Wagen.

In Frankfurt.

Dreimal was mit Orange-Geschmack.

Ja, Peter, servus. Das ist eine Überraschung.

Der Harry Schimeck. Ich dachte, du bist in Deutschland.

Na ja, ich wohne in Frankfurt. Ich bin auf einem Abstecher da.

Und wem treffe ich? Die.

Ein Schulfreund, Vera Paterni, meine Verlobte. Sie lebt auch in Frankfurt.

Ach so.

Es freut mich sehr, Sie kennenzulernen.

Na ja, der Peter hat ja schon immer einen sehr guten Geschmack gehabt.

Gehst du her?

Vera ist Direktrice in einem großen Modesalon.

Ah, da bin ich baff.

Modebranche, ha?

Sehr interessant.

Ja, sehr.

Komm, ich möchte gern setzen gehen.

Tja, ich muss erst zahlen. Darf ich die Gnädige begleiten? Ich bin ein

ausgesprochenes Glücksschwanderl. Ich bin gleich wieder da.

Setz doch für mich ein Zehner auf Sieg. Achtung, Achtung!

Rennen Nummer vier, der große Press von Wiener Wald wird in wenigen Minuten

gelaufen. Die Pferde begeben sich zur Parade.

Was soll der Quatsch? Ich wollte ein paar Worte mit dir allein sprechen.

Dein Kavalier ist doch stolz, dass ich so galant bin. Er hat keine Ahnung. Wer,

wenn du?

Wink ihm doch.

Servus.

Hallo.

Wenn der Alphons das mit der Verlobung erfährt, haut er dich krumm und schief.

Wer soll ihm das verpeifen?

Ich zum Beispiel.

Ein billiger Penner bist du.

Stimmt, deshalb will ich mich verbessern.

Wie wäre es, wenn du für unser Team am Aufriss gehst?

Mir fehlt was Attraktives.

Ich werde dein Angebot an Alfons weitergeben. Besser nicht, wenn er nicht

weiß, dass dir was passiert.

Mist dich nicht in meinen Weg, ich habe keinen Schiss. Aber zur Not eine

Rasierklinge, mit der ich dir in die Visage fahren kann.

Was da gesprochen wurde, hat mir Harry erst am nächsten Tag verraten, als er

mir am Westbahnhof auflauerte.

Vera war an diesem Wochenende ohne Auto gekommen und ich hatte sie gerade zum

Zug gebracht.

Achtung, Achtung, der Personenzug nach links über St.

Költen am...

Abfahrt 11.25 Uhr auf Gleis 3.

Dann glaub's nicht.

Das war ja nur ein Hinweis, weil wir schließlich miteinander befreundet sind.

Du lügst, wir wollen doch heiraten. Vera will ihr Geld in einen gemeinsamen

Betrieb investieren. Ja, die Marie, die sie am Strich verdient hat.

Sag das nicht noch mal.

Ich liebe diese Frau und sie liebt mich, ich weiß es.

Warum nicht?

Ab und zu braucht so eine auch was fürs Herz.

Und morgen geht sie dann mit einem von ihren dicken Freiern in die Heier und

spült ihm für ein Hunderter die sinnliche Salome vor.

Verschwinde, du Drecksack! In Frankfurt heißt sie Nestchen, weil sie mit jedem

ins Bett hupft.

Spinnst du?

Der

Ritter

ohne Furcht und Tadel.

Vorgestern haben sie sich plötzlich entschlossen, hier mal nachzusehen.

Vera wollte nie, dass ich Sie besuchen komme. Ich war unglücklich, beunruhigt.

Ich wollte Sie überraschen. Und Sie haben Sie überrascht. Mit wem?

Bitte glauben Sie mir doch.

Es gibt Leute, die können glauben, was sie wollen.

Das sind glückliche Geschöpfe.

Ja.

Führt sie rein.

Alfons mit Gefolge.

Sie werden ihn jetzt eternifizieren.

Moin.

Guten Morgen.

Noch früher hätten Sie mich wohl nicht holen können, was?

Hier ist bessere Luft als in euren Bumsläden um diese Zeit.

Geschmackssache.

Nun? Jawohl, das ist er.

Meint er mich, Herr Kommissar?

Es scheint so.

Aha.

Ich habe ihn nämlich noch nie gesehen.

Sie müssen die Wahrheit sagen. Ich habe den Herren alles erklärt. Ist sie nicht

wohl in der Birne? Ich kenne sie nicht.

Ich schwöre Ihnen.

Keiner faxen, Thewes.

Der Mann hier war mit der Paterni verlobt.

Er behauptet, sie in der Wohnung getroffen zu haben.

Hat eine genaue Beschreibung von ihnen geben können.

Ach da, Herr Wettermehf.

Kann ja sein, dass das Nessi mal von mir gesprochen hat. War ja mal ganz gut mit

mir. Keine Opern, Alphons.

Für Sie immer noch Herr Thewes, Herr Kriminalminister.

Vielleicht hat der Kleine mich in der Kneipe beobachtet und will mir was

anhängen. Warum?

Was weiß ich, Eifersucht.

So sagen Sie es doch! Boden weg, Gammler!

Lieber Herr Thewes, haben Sie ein Alibi für die gestrige Nacht?

Ja, aber natürlich, lieber Herr Kommissar. Die beiden hier können

bezeugen, dass ich bei Ihnen... Schon gut, schon gut.

Na, dann können wir ja wieder abzwitschern.

Mit Ihnen hätte ich mich doch gerne unterhalten.

Kann ich mir vorstellen.

Das wollen andere auch.

Nur müssen die dafür bezahlen.

Du wartest draußen, Schwester.

Der Herr Kavalier kann dann abziehen.

Sagen Sie, Thelis, haben Sie gestern die Mordkommission verständigt?

Aber, Herr Kommissar, wofür halten Sie mich?

Dann war es Harry.

Harry Schimeck!

Herr Kommissar, auf Wiedersehen.

Worauf Sie sich verlassen können.

Herr Kommissar, ich schwöre Ihnen... Lassen Sie ihn in seiner Telefon.

So eine miese Laus, Hackfleisch sollte man aus der machen. Jetzt wissen wir

doch wenigstens, wer uns das eingebrockt hat. Den doofen Wiener hat er doch auch

auf dem Gewissen.

Trommelförder haben die Jungs zusammen.

Den werde ich schon zeigen, was sie davon haben, wenn sie uns da unter die

Quere kommen.

Wo treffen wir uns? Bei dir?

In der Garage, bei Emil.

Auch die Puppen sollen kommen. Wir brauchen zwei bis drei Wagen.

Und die Kanonen.

Mit Feuerwerk?

Was willst du denn machen?

Aufräumen.

Alles klar?

Alles. Der Heroin-Harry und sein Kruppzeug werden einen duften Abend

haben. Dann los. Toi, toi.

Wagen 3 ist fertig.

Emil, du sollst dich beeilen.

Okay.

Die falschen Nummer sind montiert?

Montiert. Gut als.

Den Gruß von Alfons! Was ist

los?

Könnt ihr schwimmen, ihr zwei Windelgören? Na, was wüssten du, du

gefärbte Dost? Geh doch selber ins Wasser, Wasserstoffjule.

Ich bin hier in der Zählmischung.

Verstanden, danke.

Am scharfen Weg haben sie uns auch die Zähne gezogen.

Jutta und Heidi überfallen.

Organisierter Zoff.

Alfons? Nein, nein, der Erzbischof.

So, dann nimm doch was.

Wir verlieren ja unser Gesicht.

Was soll ich denn machen?

Profinuten verprügeln?

Lass dir was einfallen, Partner.

Du bist der Fachmann. Ich bin stiller Teilhaber.

Privatmann. Von einer verhungerten Autovertreterin kannst du dir auch nicht

den Playboy leisten.

Wer mitverdienen will, muss auch mitarbeiten.

Ja.

Wie schaut's denn hier aus?

Wir fallen ab, bombardiert!

Hute sich doch rum in deiner Bude!

Bravo, der feine Kutz sitzt auch da rum, während wir Spießruten laufen.

Fäklinge! Hush!

Geht's euch boden, Kinder?

Ach!

Die Konkurrenz.

Und wenn das nicht reicht, lassen wir euch noch einen ganz anderen Marsch.

Für dich habe ich noch ein paar Überraschungen, du Gruftspion.

Alfons, das finde ich aber gar nicht nett unter Kollegen.

Wir sind keine Kollegen, du Stinker.

Das war die letzte Warnung, kapiert?

Ja,

dann wäre es doch das Beste, wenn wir die Sache bereinigen.

Und zwar bald, damit da Ruhe ist.

Einverstanden.

Aber unter uns.

Wenn du bei den Polypen wieder singst, dann... Mach doch nicht in die Hosen.

Wir kommen nur mit uns zum Club.

Fein. Würde mir auch Spaß.

Um fünf bei der Raffinerie. Ich werde dort sein.

Wir können es haben. Wir stellen ihn aus. Okay, kurz. Okay. Aber schnell.

Das ist nicht Alfons. Das sind Schwäger von ihm. Der putzige Bagage.

Bis zum nächsten Mal.

Ich hoffe, dass du nicht unsere Leute triffst. Ja, klar.

Hier, meine LMP, los, weg!

Die wollen abhauen, komm!

Los, jetzt ihn ab! Du machst schon!

Wir müssen verduften! Jede in eine andere Richtung! Nicht zuerst haben!

Sie flitzen! Der Harry ist zum Westhafen! Wir flaschen!

weiter, wir schneiden ihn weg!

Bleib stehen, du Miststück!

Ja, ein Jahr.

Die Wasserschutzpolizei! Bleiben Sie sofort stehen oder wir schießen!

Halt! Stehen bleiben!

Halt!

Valente!

Hat's dich erwischt?

Scheiße, ach komm, da hinten ist mein Wagen!

Die kriegen uns nicht!

Das arme Nestchen.

Und du, Saffo, du kennst vielleicht den Mörder. Du kannst nicht sprechen.

Ich werde dich zu mir nehmen.

Als Andenken an Frauchen.

Dass der Schwule so an der Paterne gehangen sein soll?

Fritzchenklee schmecken alle Suppen.

Er hat zugegeben, sie schon eine Ewigkeit gekannt zu haben.

Kunststück. Als Teilhaber von mindestens fünf Nettlokalen.

Leider den Albi für die Nacht.

Mein armes Kätzchen.

Jetzt kriegst du halt eine neue Mutti.

Wir werden die Vera immer besuchen.

Sie ruhe in Frieden.

Wenn der warme Bruder nicht seine Schnauze hält, weckt er den ganzen

Friedhof auf.

Was seid ihr bloß für Menschen?

Na, na, na, na.

Es ist eine Schande, wie Sie sich hier aufführen.

Mir geht's eben zu Herzen, Sie Rohling.

Nur Ihre Tante, sonst keine Angehörigen.

Herr Kommissar.

Na, Herr Lorenz?

Dieser Bursche aus Wien.

Hat er endlich gestanden?

Wir überprüfen gerade seine Aussagen.

Kann sein, aber es war es wirklich nicht.

Nicht?

Aber wer war es denn dann?

Das ist es ja, was wir rauskriegen wollen.

Ich wusste gar nicht, dass Sie ein alter Kunde von uns sind.

Jetzt wärmen Sie bloß nicht den alten Käse auf. Das ist vorbei.

Drei Vorstrafen wegen Notzucht ist kein Käse.

Vielleicht fällt Ihnen doch noch was ein, was für mich interessant wäre.

Kann sein.

Mir fehlt ein Universalschlüssel.

Ist mir gestern aufgefallen. Den hat mir wer aus der Loge geklaut. Wieso wissen

Sie, dass er geklaut wurde?

Gefühlssache. Hab noch nie was verloren.

Ein Universalschlüssel für sämtliche Wohnungen?

Was, Hausmeister?

Sehen Sie noch mal nach. Wenn Sie ihn finden, sagen Sie es mir.

Ganz guter Dreh von Ihnen.

Was? Vielleicht stimmt's.

Vielleicht.

Aber jetzt klopfen wir uns den Doktor mal vor, dessen Rezepte sie so hübsch

aufgerufen hat.

Au! Mensch, halt still!

Wegen so einem winzigen Kratzer ließ ich mir nicht mal ein Heftpflaster

draufkleben. Ich schon.

Ich bin ja nicht der James Bond.

Halt die Schnauze, du freches Aas!

Dazu habe ich dir nicht vor der Polende geholfen.

Na, sondern weil du nicht wolltest, dass sie mich ausquetschen.

Hast leider kein Format, du Zwerg.

Nur einen vollen Rüssel.

Für dich und deine Socht ist kein Platz in Frankfurt. Merk dir das.

Übersiedel meinen Weg woanders hin.

Sehr großzügig. Stimmt.

Und wenn du es noch mal ärgerst, gibst du eine Party im Leichenschauhaus.

Komm, Felix.

Du bist ein Schatz.

Du kehrst vergroben.

Guten Tag, Herr Direktor.

Na also, haben Sie die Bilder? Ja, das heißt... Na ja oder nein? Ein Teil, mein

Freund, möchte 5.000 dazu.

Was denn?

Ihr wollt mich wohl ausnehmen wie eine Weihnachtsgans, das sind ja

Pressemethoden. Herr Nicke, ich kann doch nichts dafür, ich bin doch nur der

Vermittler. Ich muss die Bilder haben, samt den Negativen, alles.

Haben Sie das Geld?

Ja, die vereinbarte Summe. Und die 5.000?

Werde ich morgen bringen, aber kein heller Meer, lieber was ich alles

auflege. Aber das ist doch nicht nötig, Herr Nickel. Ich besorge Ihnen schon,

was Sie von mir brauchen. Rufen Sie mich morgen Mittag an und wir treffen uns

irgendwo.

Spielen Sie nicht mit mir, Zerling.

Ich lasse mir mein Leben nicht verfuschen.

Ich hätte gleich zu Ihnen kommen sollen, Herr Kommissar.

Dass ich mich an Dr. Visenius gewandt habe, war zweifellos ein Fehler.

Es war naheliegend, da er doch auch zum Bekanntenkreis dieser... der Toten

gehörte. Ja, ich habe das erst vor drei Tagen erfahren.

Dr. Visenius hat sich nach dem Stand der Ermittlungen bei uns erkundigt.

Als ich ihm sagte, dass wir seinen Namen bei den Aufzeichnungen gefunden haben,

stellte er uns unaufgefordert ein Alibi zur Verfügung.

Er hat sich inzwischen beurlauben lassen.

Ja, er ist ein korrekter Mann. Ich kenne ihn vom Golfclub. Die Paterni war also

Ihre Patientin?

Ja, aber Sie werden verstehen, dass meine ärztliche Schweigepflicht auch

jetzt noch... Natürlich.

Darum geht es im Augenblick auch nicht. Noch nicht.

Ja, wer oder was, Fräulein, Frau Paterni wirklich war, weiß ich erst seit drei

Tagen. Ja, ich zweifle nicht daran.

Sie sagten mir, die betreffende Person wurde Ihnen von einer anderen Patientin

empfohlen. Mhm.

Richtig, sie sagte mir, sie sei die geschiedene Frau eines Industriellen.

Sie kam regelmäßig zu Routineuntersuchungen.

Schön.

Aber jetzt mal ganz unter uns Pastorentöchtern.

Wie war das an diesem Dienstagabend?

Ich kam von einer Tagung im Frankfurter Hof, hatte etwas

getrunken, ließ meinen Wagen stehen und wollte noch etwas frische Luft

schnappen. Als ich an den Taunusanlagen vorbeikam.

Hallo, Doktorchen. Ja, guten Abend, Frau Paterni.

Sie können ruhig Vera zu mir sagen, wir sind doch nicht in Ihrer Praxis.

Na komm, Sie steigen Sie ein. Ich weiß doch nicht.

Ja, ich wollte eigentlich ein bisschen spazieren gehen.

Aha.

Sich die flotten Rehlein ansehen, was?

Na, na, na.

Ich bin doch verheiratet. Ach, das sind die Ärgsten.

Na, ich habe immer die Ansicht vertreten, dass jede Frau heiraten

sollte, aber nie der Mann.

Jede Ehe wird über kurz oder lang stinkfahrt. Ist nur eine Zeitfrage.

Bitte keine Philosophie um diese Zeit. Was machen Sie denn noch so spät

unterwegs?

Sind Sie so naiv oder tun Sie bloß so?

Wovon glauben Sie, dass ich mir mein Leben leisten und noch was auf die Kante

legen kann?

Na, Ihr geschiedener Gatter, dachte ich.

Die paar Mark hat er mir schon beim ersten Freund nach der Scheidung

streitig gemacht.

Ach. So ist das.

Ja, so ist das.

Ich sorge für mich selbst. Das Leben ist hart und ich will es genießen.

Aber nicht als abgehärmtes Luder in irgendeiner Fabrik oder einem

verstunkenen Laden.

Ja, da gibt es doch noch andere Möglichkeiten.

Ist das nicht egal, wofür man sich ins Bett legt?

Die einen tun es für Kleiderschmuck, Autos, Titelfotos und Filmrollen. Die

anderen tun es für Bargeld.

Ich finde letztere Sorte zwar nicht vornehm, aber ehrlicher.

Von Liebe halten Sie nichts?

Sind Sie in jede Frau, mit der Sie was gehabt haben, bis über die Ohren

verliebt gewesen?

Na also, Erotik hat selten etwas mit Liebe zu tun. Sie sind sehr sachlich.

Ich bin es geworden.

Schon als Kind habe ich gelernt, dass ich mein Dasein mehr einem sexuellen

Unfall als der Liebe meiner Eltern zu verdanken habe. Und daraus haben Sie die

Konsequenz fürs Leben gezogen?

Teils, teils.

Die Männer scheinen überdurchschnittliches Vergnügen an mir

zu finden. Und es ist nun einmal so, dass sich die Herren der Schöpfung ihren

Spaß seit eh und je was kosten lassen müssen.

Schwachheit, dein Name ist Mann.

Ich denke, Sie wollten mich philosophieren um diese Zeit.

Kommen Sie auf einen Drink zu mir.

Ich habe auch Zigaretten zu Hause.

Irgendwie hat mich dieses Gemisch von Sachlichkeit und Raffinement fasziniert.

Ja, sie erzählte mir eine der üblichen Geschichten, wie es bei ihr dazu

gekommen war.

Freundin, schlechte Gesellschaft, egoistische brutale Männer, einige

Enttäuschungen.

Ja.

Es ist halb elf.

Das Wartezimmer ist voll.

Oh, verzeihung, wir haben uns verplautert.

Kommen Sie heute Nachmittag bei mir vorbei, Doktor?

Natürlich, Herr Reinisch.

Joachim Reinisch.

Wenige Frauen?

Ich empfehle nicht.

Guten Tag.

Polizei. Ein paar belanglose Fragen.

Kann ich mir denken.

Ich werde die Scheidung einreichen, Karl-Heinz.

Mach dich doch nicht lächerlich.

Ich finde deine Beziehungen zu Patientinnen dieser Sorte gar nicht

lächerlich. Ich verbiete mir deine Unterstellungen.

Dein Hang zu geschniegelten Nichtstouren und verblöderten Partys mit diesen

Angebern und ihren stupiden Weibern ist auch keine Tugend.

Eben. Wir haben uns auseinandergelebt.

Wenn du Schwierigkeiten machst, werde ich dich zur Scheidung zwingen.

So.

Und dass du mir hübsch auf den Laden aufpasst, Mädel.

Und mach ein bisschen Umsatz, wir sind ja schließlich keine Wärmestube.

Apropos, ich komme nachher noch mal vorbei, falls Richard anruft.

Ich gehe nur mit Armand ins Kino.

Oh.

Ciao. Wiedersehen, Schatz.

Wenn die wüsste.

Ach, hör doch auf.

Wo kommt man denn hin, wenn man dauernd solche Sachen denkt?

Ist es gestattet, Schwalben?

Ach, der Frageonkel vom Präsidium.

Hören Sie, es ist alles in Ordnung. Wir waren es gestern bei der Kontrolle. Ich

bin nicht von der Sitte.

Wollen Sie unser fröhliches Dasein studieren? Die lustigen Sisters in der

Kneipe? Die Fragen stelle ich, Künstlerin.

Ich hätte noch gern was über Nestchen gewusst.

Lasst sie doch endlich in Frieden, ihr Schnüffler.

Wir suchen einen Mörder, Schwalbe.

Hatte sie in letzter Zeit mit irgendjemand verdrusst? Mit wem nicht?

Die war doch unausstehlich.

Unberechenbar. Bei unserer letzten gemeinsamen Party?

Hey, du, Dicker!

Hey!

Ja, komm, meine Füße!

Ja, komm her, mach ein paar hübsche Bildschirme für meinen kleinen Miezel

hier.

Ach, diese Hüften, wenn ich an meinen dürren Klepper zu Hause denke.

Na komm, gib uns was zu trinken.

Aber gern.

Da hast du. Prost, Dicker.

I love you, darling.

Lecker, dein Schokoladen-Baby-Bärelein.

Würde ich auch gern mal dran naschen.

Lässt dich die Tunte da drüben, du Mohnblume, du.

Wer hat nicht Käse?

Sonst kannst du dir deine Spritzchen künftig woanders besorgen.

Komm, lieber tanzen, Mohnblume. Ja, Schätzchen.

Lassen wir die Kerne. Und ein bisschen nach nebenan.

Herzlichen Dank für's Zuschauen.

Sei doch mal lieb zu mir, Blacky. Get away from me.

Scram!

Solche Exzesse gibt's halt. Nicht nur in Großstädten, in jedem Provinznest

passiert das.

Direktoren, Kaufleute, Ingenieure, Künstler, hohe Beamte und kleine

Angestellte.

Manchmal sogar mit ihren Frauen.

Gibt es denn keine normalen und anständigen Menschen mehr?

In unserem Job haben wir nur selb mit ihnen zu tun.

Prost, Mahlzeit.

Seit wann sind Sie denn Moralist?

Prostitution und Perversität hat es doch immer schon gegeben.

Heutzutage regt man sich noch mehr darüber auf. Liest und spricht darüber,

weil es ein so schön verruchtes Thema ist.

Wir alle sind mehr oder minder schlecht.

Übrigens, die zwei Spanier habe ich heute entlassen.

Wie der eine die geschlossene Tür sah, müssen gerade Seitz und Teves in der

Wohnung gewesen sein.

So glauben Sie auch dem Seitz?

Ja, ist schick in Mauna Haus.

Dann können wir doch den Teves festsetzen.

Wegen wesentlich falscher Aussage.

Den hebe ich mir noch auf.

Vielleicht nutzt er uns noch.

Der Kern bleibt stecken.

Hier, lesen Sie.

Dr. Freitag war hier. Das hat er vor einer halben Stunde zum Protokoll

gegeben.

In der Wohnung der Paterne trinke ich doch noch einige Glas Whisky.

Mir war ein bisschen dusselig zumute und ich habe... Weißt du eigentlich, dass

dein Freund Victor mich auch manchmal besucht, Doktorchen?

Ja, wir sehen uns.

Ja, schau mal an.

Das hat er mir gar nicht gebeuchtet, der alte Charmine.

Du bist mir aber viel sympathischer.

Wirklich. Wie oft schlunkerst du das deinen Gönnern vor?

Ach, sei doch nicht albern.

Magst du mich?

Ein bisschen.

Wir werden uns sehr gut vertragen.

Ich mag dich sehr.

Du bist nicht so wie die anderen.

Ich bin ein ganz ausgekochter, abgebrühter Bursche, doch.

Willst du es nicht ein bisschen bequem haben?

Es ist heiß.

Sehr heiß.

Jetzt wirst du erst richtig verwöhnt, Schätzchen.

Ich weiß noch ein paar Sachen, dass dir Hören und Sehen vergeht.

Mach mich nur wieder frisch und schnuckelig.

Und dann schenkst du mir... mir noch ein bisschen was drauf, gell?

Oder bist du schon K.O.? Wie?

Hast du heute Ärger gehabt?

Sag's der kleinen Vera und sie wird lieb zu dir sein.

Sehr lieb.

Er wurde übel und ich ging. Und sie haben ihn laufen lassen?

Da ist doch endlich ein Anhaltspunkt.

Das erklärt vieles, aber nicht alles.

Sie meinen?

Ich meine, dass er nicht der Täter ist. Er ist viel zu intelligent, um es so

unkompliziert gemacht zu haben.

Niemand begeht hier ein Verbrechen, ohne etwas Dummes zu tun.

Kommen Sie mir doch nicht mit Binsenweisheiten.

Mit Beweisen.

Fakten.

Wir können auch nicht jeden Verdächtigen einsperren.

Ob seine Frau ihn von der Sache bekommen hat?

So viel ich weiß, hat die andere Interesse.

Ich habe ihm gesagt, dass ich mich scheiden lasse. Weißt du von uns? Von

mir. Du Spitz.

Es wäre immerhin möglich gewesen. Ich habe das Besteckspiel aber bald satt.

Jetzt brauche ich deinen Freund. Hast du was vereinbart? Ja, er wird die Mädels

auftreiben, die gegen deinen Alten aussagen.

Allerdings... Postet das was.

Ich habe mein Checkbuch bei mir.

Wann kann ich entsprechen?

Er erwartet dich. Ich kann leider nicht mitkommen. Ich muss gleich zurück ins

Geschäft. Wir haben Steuerprüfung. Du willst, dass ich allein?

Er weiß Bescheid. Es ist doch nichts dabei.

Komm, ich begleite dich ein Stück.

Tag, Sisa.

Rutschen den Buckel runter.

Na, hör mal.

Ist dir was übers Leberchen gelaufen?

Du, was ich dich schon lange mal fragen wollte, kannst du mir ein paar Bilder

von den Partys bei Nestchen verschaffen?

Unverkauflich. Das Geschäft mache ich schon selber.

Noch ein paar nur auf Haus, damit unser Fränzchen bessere Laune bekommt.

Du,

wenn du einen Mörder kennst, was würdest du tun?

Ich? Ich würde versuchen, es schnellstens zu vergessen.

Das wäre ja schauderhaft.

Vielleicht hast du recht.

Bitte sehr.

Bitte wollen Sie nicht ablegen, gnädige Frau.

Danke. So.

Bitte nehmen Sie Platz, Madame.

Danke. Herr Just hat mir gesagt, dass Sie... Ja, ja, der Kurtl redet ein

bisschen viel. Wir werden die Sache schon schubsen. Hat er mit Ihnen über

die Summe gesprochen?

Ungefähr. Ich bin einverstanden.

Ja, na dann wunderbar.

Na, das müssen wir doch begießen, nicht?

Ja, der Kurtl hat mir schon viel über Sie erzählt.

Und ich muss sagen, er hat nicht übertrieben.

Na ja.

Es geht ihm nichts über eine verheiratete, hübsche, vernachlässigte

Frau.

Prost. Wie meinen Sie das?

Wenn sich jemand mit dem Jost einlässt, das haben doch Sie nicht nötig.

Pardon.

Der richtet Sie doch hinten und vorne aus.

Lassen Sie mich bitte gehen.

Aber, aber, warum denn so schüchtern?

Der Kurtl hat Sie mir ganz anders geschildert.

Ich muss lassen. Warum glauben Sie, dass wir beiden Hübschen jetzt hier allein

sind?

Aber ich denke gar nicht daran.

Ja, ja, ich komm schon.

Aufmachen!

Kriminalpolizei. So, so, da bin ich barf.

Was gibt's denn?

Was war hier los?

Nichts, nichts.

Nur eine kleine Meinungsverschiedenheit mit meiner Freundin.

Womit kann ich dienen?

Ziehen Sie sich an und kommen Sie mit.

Warum denn?

Was hab ich denn ausgefressen?

Sie werden zu Protokoll geben, dass Sie der anonyme Anrufer waren, der die

Mordkommission wegen der Paterni verständigt hat.

Ach so, hat der Seitz gequatscht.

Na ja, bitte, ich habe nur meiner Anzeigepflicht Genüge getan.

Sonst noch was?

Ihre Ausweisung.

Wegen dauernden Missbrauchs des Gastrechtes.

Sie haben das Bundesgebiet innerhalb von 24 Stunden zu verlassen.

Hä?

Hey, ja, was sehen denn meine Plüschaugen?

Ist das nicht der wilde junge Mann vom Friedhof?

Na, besser gelaunt heute?

Ach, lassen Sie mich doch in Ruhe, mit mir ist nichts zu wollen.

Sag das nicht, Süßer.

Reine Sympathiefrage.

Na, wie wär's denn?

Willst du mich nicht mal in einem meiner Lokale besuchen?

Ich lade dich ein. Ich mag solche Typen nicht wie Sie.

Selber eine Type.

Und eine widerliche noch dazu.

Es würde mich gar nicht wundern, wenn so ein Lackel wie Sie das Nestchen um die

Ecke gebracht hätte.

Sagen Sie das nicht nochmal.

Sonst könnte mir nämlich einfallen, dass es einer von euren scheinheiligen,

widerlichen Tunden gewesen ist. Sie zum Beispiel.

April, April.

Pissbruder.

Ich werde mich nochmal mit dem Franz Serling unterhalten müssen. Der weiß

angeblich, wer es war.

Edith? Du bist schon zurück? Wie du siehst.

Wir können in einer Stunde Abendessen.

Ja, wenn du dich noch mit mir zusammen an einen Tisch... Karl-Heinz, wir haben

beide Fehler gemacht. Ich auch.

Wollen wir nicht einen Strich darunter ziehen?

Hallo, wer ist das?

Ja, bitte, kann ich Herrn Nickel sprechen?

Er ist schon weg?

Zu einer Verabredung?

Aha.

Ja, danke.

Ja, er wollte sich nämlich mit mir treffen, ja.

Danke, ja, ja. Ja, dann beeile ich mich, ja.

Mein Name?

Äh...

Sie, Zerling, schlafen Sie nicht. Ich bin's, Nickel.

Der Zerling ist mit einem Stilett in den Rücken gestochen worden.

Ich weiß, was Sie sich denken.

Eine wunderbare Parallele zum Fallpartner.

Etwa nicht?

Ich stoße mich nur an den Wunderbaren.

Das haben Sie gesagt, genau wie, dass wir alle schlecht sind.

Ich wollte keine Komplexe in Ihnen wecken.

Es ist nicht meine Schuld, dass wir in einer so abscheulichen Zeit leben.

Alles ist Schuld daran.

Die Emanzipation, träge Herzen, der Wohlstand und die Gier danach.

Die Überbewertung von Sex und Erotik, das Verhältnis der Erwachsenen zur

Jugend.

Und die Jugend selbst.

Sie rebelliert mit langen Männern und mit Gewalttaten gegen unsere Ordnung.

Sie ist frühreif und infantil zugleich.

Sie ist nur aufgepfuscht.

Jedes Kind kann sich doch an so einem Stand der Türe beschaffen.

Tja, und dann liest es eben die Naked Eye Stories, Mordprozesse,

Nuttengeschichten, Bettgeheimnisse, Skandalaffären.

Und Sex und Erotik und Erotik und Sex.

Natürlich.

Presse und Polizei sind immer an allem schuld.

Schundliteratur mit Anleitung zum Töten ist jedem Steppke zugänglich.

Nein, Herr Kommissar.

Kinder sind heute keine Kinder mehr.

Nicht die Jugendlichen sind schuld, sondern wir.

Die heroischen und katastrophalen Beispiele.

Da, auf den Bildern, die der Zerling bei sich gehabt hat, ist doch dieser Nickel

drauf.

Ganz schöne Sauerei.

Ich war in Sachen Paterni bereits bei ihm.

Er hat ein Alibi. Und man schätten vor seiner Alten.

Vielleicht wollte ihn der Zerling erpressen.

Richtig.

Wenn er aber der Täter gewesen wäre, hätte er auch die Fotos mitgenommen.

Und wenn er gestört wurde?

Kein schlechter Gedanke.

Scheiße. Ciao.

Da geht der Seitz, der von Nestchen. Hallo!

Na, Sie trübe Pastete, schon raus aus dem Kahn?

Wir kennen uns von der Uni.

Das hast du mir doch erzählt.

Das ist Tina, Arbeitskameradin.

Guten Tag.

Einen Espresso bitte.

Bitte sehr.

Sie und Ihr Chef, Sie haben mir sehr geschadet.

Keine Schnulzen aus dem Altertum.

Ist doch sowieso jetzt alles in Butter, oder? Tja, ich werde morgen nach Hause

fahren. Das möchte ich auch gerne.

Die Frau ohne Herz.

Jetzt langt es mir aber.

Aber mir nicht.

Ich kann sie nämlich nicht vergessen.

Für mich war sie ein Mensch mit Herz. Mit einem Herz, das sie verschenken

wollte.

Ich vergesse nie einen Tag in Wien.

Peter.

Peter, Peter.

Wien ist schön.

Das Leben ist schön.

Die Liebe ist schön.

Ich bin glücklich.

Dann bleib doch da.

Immer zusammenbleiben?

Es wird schon werden, Peter.

Ich tue bestimmt alles, damit es möglich wird.

Du kannst auch hier arbeiten.

In der Modebranche steht dir jedes Haus offen.

Hier kann ich nicht so viel verdienen wie in Deutschland.

Ein Jahr noch, dann habe ich genug gespart.

Immer Geld und wieder Geld. Ich habe doch auch mein Gehalt und wenn wir nicht

so leichtsinnig leben... Ohne Geld ist die Ehe nur eine Krankheit. Du musst

Geld ausgeben können, wenn du welches verdienen willst.

Da bin ich anderer Meinung.

Wenn man sich wirklich liebt... Wirst du mich in einem Jahr noch lieben, Peter?

Ich werde dich immer lieben.

Mit und ohne Geld.

Ich mache es schon richtig, Peter.

Wir werden uns ein Häuschen kaufen, mit Garten.

Vielleicht eine kleine Fremdenpension an einem See.

Mit Blumen vor den Fenstern und Blick auf die Berge.

Ach Peter, ich muss raus aus dieser Atmosphäre.

Weg von diesen Menschen.

Ich hab so satt.

Du solltest ausspannen.

Das ganze Leben ist eine einzige große Lüge.

Aber wir beide, wir werden glücklich werden. Du und ich.

Wir werden Kinder haben.

Tja, mindestens ein Dutzend.

Willst du eine ganze Fußballmannschaft?

Ja, wenn schon, denn schon.

Einmal im Jahr machen wir eine schöne Reise.

An den Neusiedler See.

Ist das nicht zu weit?

Doch. Genau 20 Kilometer von hier.

Küss mich, Peter.

So war sie für mich.

Und so will ich sie auch in Erinnerung behalten.

Leben Sie wohl.

Adieu.

Adieu. Und gute Reise.

Der letzte Mord schreckte die ganze Unterwelt auf.

Razzien und Kontrollen brachten Unruhe und Unsicherheit.

Viele kleine und etliche große Gauner blieben in den Maschen der Polizei

hängen. Das Geschäft der Dienerin der Liebe geriet gewaltig ins Stock.

Da beschlossen Alfons und seine Freunde, den Fall Vera Paterni selbst auf eigener

Faust und hinter dem Rücken von uns zu Ende zu bringen.

Man dachte, dem Problem mit anderen Methoden zu Leibe rücken zu können, als

wir, die Hüter der staatlichen Ordnung.

I'm waiting since half an hour.

Get on this side. Better I drive.

Okay.

What a surprise, baby.

This must be my lucky day.

I could use a little lovin'. Got a light?

Not for you, honey.

Seit wann muss dem Saft da hin?

Der Schwule schickt's mir doch sonst immer in den Laden.

Naja, die Jungs sind neu und haben die Hosen voll. Na komm schon, du Pfeife.

Ist er das?

Ja, der liebe Spritzen-Erik.

Wie viel am Pool?

Eine.

Die letzte Mode, Boy.

Innen Leder, außen Sandpapier.

Hautsympathisch. What do you want? Gone crazy or something?

Ich möchte mich mit dir über Veras Tod unterhalten.

Das hat die Polizei schon.

Aber nicht auf unsere Art.

Sie können mich killen. Ich weiß nicht davon.

Ich liebe nicht töten.

Believe me!

Vergiss alles, Boss Ambruch. Der Main schmeckt nach Schwefel und Scheiße.

Es ist keine Freude, ihn als Schlaftrunk auszusaufen.

Bringt ihn zurück!

Ja, ja, ja, was ist denn?

Herr Nickel?

Ja, ja, der bin ich, aber was zum Teufel?

Kriminalpolizei.

Wir sollen Sie zum Kommissariat bringen.

Ja, was? Mitten in der Nacht? Ich kann nicht. Ich bin allein im Haus, meine

Frau ist verreist. Umso besser, kommen Sie mit.

Ich kann doch nicht in diesem Aufzug.

Wo ist überhaupt Ihr Ausweis? Hier.

Er stinkt nach Morphium wie eine ganze Fabrik. Hat er Schwierigkeiten gemacht?

Bei uns?

Lasst mich los, ihr Schweine!

Soll er dir noch eine knallen?

Was fällt euch überhaupt ein?

Das war wie die Schweine.

Und jetzt singen nach den ganzen.

Ich weiß nicht, was ihr von mir wollt.

Wir wollen hören, was ihr über den Mord an Vera weiß.

Ich? Nichts, gar nichts.

Woher soll ich denn was wissen?

Komm, Sonja, mach deinen Liebling ein bisschen munter.

Schütte ihm einmal Wasser mit dem Kürbis.

Der kommt schon wieder zu sich.

Also mach dich nicht so schön, Kleines.

Sonst fliegen die Kerle auf dich und Klein Fritz hier muss leider wieder

eifersüchtig werden.

Och, Schwester.

Hau ab, ich hab mit ihm da zu reden.

Also ein Benehmen ist das wie bei Polizisten.

iPhones will dich sehen.

Jetzt? Der hat wohl ne kleine Meise unterm Pony, ich hab was vor.

Keine Zicken, Schätzchen?

Du niederträchtiger Penner, du Gorilla, du Untermensch.

Also das sag ich deinem Chef, da kannst du Gift drauf nehmen. Mit mir könnt ihr

das nicht machen.

Was fällt Ihnen ein?

Das ist Freiheitsberaubung.

Ich werde Ihnen schon zeigen, wer ich bin. Eine Liedertracht!

Zunächst werden Sie die Fresse halten und reden, wann Sie gefragt sind. Was

unterstehen Sie sich?

Das, du geiler Fettsau!

Sonst nicht unsere Art, Kunden in die Zange zu nehmen.

Aber drei tote Puppen in den letzten Jahren ist auch kein Spaß, oder?

So mit mir umspringen kann niemand.

Auch du nicht, Alphons.

Sag deinem Gorilla, dass er mich zufrieden lässt.

Ist das ein schlechter Scherz, oder?

Ist ja sehr munter, Fritzchen.

Dann werden wir dich zuerst verarschen. Weg.

Weg? Ja, wieso denn?

Ja, was geschieht denn hier?

Lässt schon sehen.

Vielleicht hast du heute Sprechtag. Wir wollen nämlich eine Menge von dir

wissen.

Beschwer dich jetzt!

Nicht schlagen, bitte.

Warum nicht?

Manche mögen es heiß.

Ich habe die Fotos geklaut. Dann hast du ihn auch umgebracht. Nein, nein, das war

ich nicht.

Ich bin nur bei ihm eingestiegen, als er weg war. Beinahe hätte er mich erwischt.

Ich konnte gerade noch davon kommen mit den Fotos. Von Zerling? Ja, ich wollte

das gleiche damit machen wie er. Halt pressen.

Da.

Felix, kennst du den?

Wen? Hinter dem Wagen von der Vera.

Ich weiß nicht warum.

Ein harmloses Bild von Nestchen vor ihrem Haus mit dem neuen Impala.

Ich glaube, ich bin dem Kerl schon mal im Haus von der Rosmarie begegnet, bevor

sie... Ja, natürlich.

Und in der Oswaldwohnung war er auch, als ich gerade kassieren war.

Der, den kenne ich doch. Der lungert immer auf der Promenade rum.

Und schaut so komisch.

Mensch, Meier mir dämmert's.

Der hat mich so gelöchert, dass ich Kundschaft werden soll.

Der kommt morgen zu mir.

Wann?

So um fünf.

Bei der Vera ist er aus und eingegangen.

Pass auf, Milo.

Wir müssen es riskieren.

Du kannst reinkommen, es ist nicht abgeschlossen.

Komm nur, Hasemann.

Ich dachte, es ist ein Freund von mir. Ich habe jemand erwartet.

Entschuldigen Sie, aber Sie haben gesagt, ich soll kommen, die Wäsche

holen.

Und jetzt bin ich da?

Das sehe ich.

Aber es passt mir im Moment nicht.

Jeden Augenblick kommt ein Bekannter.

Eine Kundschaft?

Kommt der Liebe machen?

Was geht denn dich das an, du Klotz?

Da hört sich doch alles auf.

Aber ich lasse mir gern davon erzählen.

Die anderen haben mir auch immer alles erzählt.

Wer? Welche anderen?

Alle.

Die Frauen, für die ich immer die Wäsche gefahren habe. Die Vera, die Rose.

Alle, zu denen sie immer gekommen sind.

Liebe machen.

Stier mich nicht so dämlich an, du Stinkwarze.

Mach, dass du rauskommst.

Aber ich möchte auch Liebe machen.

Sie sind so schön.

Diese Haut, diese Brust.

Du, du bist ja übergeschnappt.

Du, du, du Gritter!

Nicht auslachen!

Ich vertrag das nicht.

Die anderen haben auch immer alle gelacht.

Und ich hab so sehr darunter gelitten.

Und da musste ich mich rächen, weil sie mich so sehr gequält hatten.

Ich hab immer gelauert und gewartet, bis ich gewusst habe, jetzt, jetzt ist

wieder einer bei ihr und treibt's mit ihr. Ich bin keine dumme Stinkwarze.

Ich bin sogar sehr klug.

Die Wohnungsschlüssel hab ich mir immer verschafft.

Und dann... Kurz nachdem die Herren gegangen waren, habe ich mich

reingeschlichen.

Aber mit mir wollten sie es nicht treiben.

Da bin ich wütend geworden.

Ich will auch Liebe machen.

Weg! Geh weg, du Scheusal!

Liebe machen! Mörder!

Liebe machen!

Gib's auf, Bessie!

So ein Monstrum! So ein Tier!

Benno, Hermann!

Nein, nein, ich war's nicht.

Alles nur erfunden. Ich habe ihr Angst einjagen wollen, damit sie es mit mir

treibt.

Gemeines Arsch. Wir wissen es jetzt. Auch das mit Zerling. Der schwule Kleer

hat dir gesagt, dass der Fotograf etwas über den Norderweiß. Du hast ihn

aufgelauert und ihn kalt gemacht.

Vielen Dank.

Inzwischen hat Lido die Polizei alarmiert. Als wir am Verschubbahnhof

eintreffen, ist es aber bereits zu spät.

Da hinten, ein Unfall. Er ist tot. Los.

Na, Alfons, diesmal sind Sie dran.

Freiheitsberaubung, unerlaubter Waffenbesitz, Anstiftung zur

gewerblichen Unzucht, Nötigung.

Willst du noch mehr hören?

Einmal kommt jeder dran.

Wem verdanke ich das Vergnügen?

Ihr unterschätzt eben die Polizei.

Eine unheilbare Krankheit von euch, Dösköppen. Wir haben ein Dutzend Zeugen,

von Nickel bis Klee.

Wir liefern Ihnen den Mörder.

Wir haben sein Geständnis. Wo?

Er hat uns... Wir haben gehört, was er gesagt hat, wie er auf Lilo losgegangen

ist. Hört mir doch auf mit eurer Wahrheitsliebe.

Habt ihr Beweise?

Handfeste Fakten? Es ist sinnlos, mit Ihnen zu debattieren.

Euch käme doch jeder zu passen, um euer eigenes Gesindel reinzuwaschen. Los,

einsteigen. Der Tag ist sowieso schon verdorben.

Du wirst doch deinen am besten Busenfreund in seinen schwersten Jahren

nicht allein lassen.

Wo haben die denn Busen? Du kriegst eine prima Zelle mit Aussicht auf ein paar

schöne Mülltonnern.

Sie gefallen mir, Herr Kriminalingenieur. Sie haben Humor.

Nur mit dem Benimm-Hapaz.

Die Polizei wird die Angaben von Alfons und seiner Glücke überprüfen.

Sie kann den Fall Paterne jedoch nicht abschließen, ehe lückenloses

Beweismaterial vorliegt.

Inzwischen werden neue Gewalttaten die Öffentlichkeit erregen.

Jährlich werden etwa 1.800.000 Verbrechen im Bundesgebiet begangen.

Jeden Tag geschehen vier Morde oder Totschläge, 17 Notzugsdelikte.

15 Mal pro Stunde wird irgendwo eingebrochen. Fast täglich passiert in

Westdeutschland ein Raubüberfall.

Kriminalität aus Müßiggang und Begehrlichkeitsverbrechen steigen

weiterhin sprunghaft an.

In Frankfurt ist jeder 16.

Einwohner straffällig. In anderen Städten ist es nicht besser.

Den Luxuswagen der ermordeten Vera hat eine Kollegin gekauft.

Und so geht auch auf der Kaiserstraße für die Lebenden das Leben weiter.

Könnten wir aber nicht alle mehr dazu beitragen, überall die Kriminalität zu

behindern und Verbrechen verhüten zu helfen?

Wir alle.

Auch Sie.

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