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Original subtitles

Wieso gehst du nicht ans Telefon?

Aber okay - jetzt bin ich ja hier. Also reden wir persönlich, ja?

Aber ich wüsste nicht, worüber wir reden sollen.

- Ach nein? - Nein.

Aber meine Partner und ich, wir denken, es gibt Unstimmigkeiten.

Mich hat so ein großkotziger Däne angerufen.

- Mogens? - Ja, ich glaub, so hieß er.

Aber von euch lass ich mir nichts mehr sagen.

Es interessiert mich 'nen Dreck, was für 'nen Deal ihr -

dein Boss oder du - mit Löfgren hattet.

Das ist jetzt mein Laden. Also, verpiss dich.

Okay.

Wenn du nicht rangehst, wenn ich anrufe,

dann komm ich wieder.

Du schläfst jetzt 'ne Nacht drüber, dann ruf ich an und will 'ne Antwort.

Pizdo.

- Wie bitte? - Pizdo jedna.

- Ich versteh Serbokroatisch. - Ich fick deine Mutter.

Ich fick deine Mutter, Arschloch!

Scheiße. Du bist so ein Idiot.

Aber es war dieselbe Person. Er.

Sie haben also vielleicht jemanden schräg von der Seite gesehen,

aber Sie können dennoch ohne jeden Zweifel

meinen Mandanten der Körperverletzung bezichtigen?

Er war es. Ich hab ihn doch gesehen.

Sie haben vorhin gesagt, dass, und ich zitiere,

dass es "sehr schrecklich war, das Ganze".

Es wäre also nicht verwunderlich,

wenn man in einer solchen Situation wegsieht.

Haben Sie für einen Moment weggesehen?

Keine weiteren Fragen, Herr Vorsitzender.

Es ist okay, dass ihr fahrt.

Ihr seid ja nicht lange weg und vielleicht ist es ja gut für uns.

Ich find mein Federmäppchen nicht, Papa.

Äh, guck mal in der Schreibtischschublade!

Und du bist sicher, dass du fahren willst?

Ich brauch das im Moment.

- Ich hab's gefunden! - Sehr gut, super!

Nur eine Frage, äh:

Ist...

- Ist Geir in Oslo? - Nein.

- Aber er wohnt auch nicht hier. - Ich brauch nur etwas Zeit für mich.

Okay? Kommt ihr?

Nur noch eine Frage.

Wenn du gesagt hast, "Yoga", warst du beim Yoga oder bei Geir?

Oder Kino mit 'ner Freundin, war das dann auch Geir?

Siehst du nicht, dass sich alles ausschließlich

um den Job dreht, den du nicht gekriegt hast,

um deine Chefin, die du hasst.

Gib mir nicht die Schuld für deine Untreue.

Nein. Aber können wir uns nicht wenigstens,

wenigstens darauf einigen, dass es,

dass es schwer ist, okay?

Und wenn es schwer wird, ist Geir da?

- Hör auf. - Ich habt euch mit 16 kennengelernt.

Kann es sein, dass du ihn nie vergessen hast?

Er war die ganze Zeit deine große Liebe, was?

Ich weiß es nicht.

Solltest du vorhaben, mich zu verlassen,

dann sei so fair und sag es auch.

Ich bitte dich nur um etwas Zeit.

Um eine Woche.

Nur etwas Zeit.

Ich hab ja keine Wahl.

Kommt ihr?

Beeilung!

Zu beschäftigt?

- Was tust du hier? - Ich war Zeugin.

Okay.

Hör zu, ich bin etwas in Eile. Gibt's irgendwas? Sonst ruf mich an.

Hab ich gerade. Ich versuch dich seit 'ner Woche zu erreichen.

Wir müssen das mit dem Haus in Angriff nehmen.

- Denkst du nicht? Mamas Hausstand. - Hm.

Interessierst du dich für die Bruchbude?

- Wurde ja auch Zeit. - Ich will's einfach loswerden.

Und ich will das Geld.

Gieriges Miststück.

Kannst du morgen?

Ich glaub, wir brauchen höchstens drei Abende.

- Kriegst du das hin? - Ja.

Was heißt das?

- Gut. Okay. - Okay.

- Gut. - Gut. Bis morgen.

So gegen 19 Uhr, ja?

Was wissen wir noch über das Opfer, Pavle Agutoli?

Also, er war der neue Besitzer des Lokals und...

Sorry.

Sollen wir vielleicht noch mal anfangen?

Nein, nein, macht weiter.

Der Mord sieht aus wie eine Art Abrechnung oder Rache.

Vielleicht zwischen zwei Banden.

Dort verkehrten auch regelmäßig polizeibekannte Straftäter.

Also, ich wage nicht mal daran zu denken,

dass das hier der Startschuss für einen neuen Bandenkrieg ist.

Aber irgendeine Form von Schuss war es ja wohl.

Also, mehrere.

Danke, dann fangen wir mit der Zeugenbefragung an.

Steinar, was ist los?

Du kommst zu spät, du wirkst nicht sonderlich anwesend.

Ich habe private Probleme,

die mich hier nicht beeinträchtigen sollten.

Das ist unprofessionell und es tut mir leid.

Es hat nichts mit Alex zu tun?

- Nein, nein. - Na gut.

Haben Sie den Schützen erkannt?

Ich saß so da, in Todesangst.

Man bereitet sich nur drauf vor, zu sterben.

- Sie haben nichts gesehen? - Nein.

Was war nach den Schüssen?

Ich hab mich unterm Tisch versteckt.

Und was haben Sie gesehen?

Nichts.

Nichts?

- Haben Sie den Täter gesehen? - Nein.

Sie sind Kellner im Restaurant Paesan?

Ja, stimmt.

Ich war im Keller, das Fass wechseln.

Daher hab ich nichts gesehen.

Ich hab nur die Schüsse gehört.

Wie viele waren es?

Ich habe zwei gehört.

- Aber gesehen haben Sie nichts? - Nein.

Nein.

Und gesehen haben Sie ihn auch nicht?

Nein, ich saß mit dem Rücken zu ihm.

Was ich mitbekommen hab, war 'ne Frau, die geschossen hat

und dann rausgerannt ist.

- 'Ne Frau? - Ja.

Können Sie sie beschreiben?

Also, die Haarfarbe zum Beispiel.

Ich bin mir nicht ganz sicher.

Woher wissen Sie, dass es 'ne Frau war?

Sie bewegte sich irgendwie weiblich.

Okay. Also hat sie mit dem Hintern gewackelt, ja?

Hatte sie eher große Brüste? Hatte sie 'nen Rock an?

- Steinar! - War sie süß?

Haben Sie nach den Schüssen mit wem gesprochen?

Oder sind Sie gefallen und haben keine Erinnerung?

- Nein. - Also?

Können Sie mich hören?

- Hat Sie mit Ihnen geredet? - Nein, nein.

Aber ich weiß, was ich gesehen hab.

Danke.

Trotzdem ist es eine Zeugenaussage.

Eine, die wir nicht ernst nehmen sollten.

Diese Art von Taten begehen Männer. Punktum.

Hältst du ihn für glaubwürdig?

Wir sollten dem nachgehen, was wir haben.

Er ist unser einziger Zeuge.

- Alle anderen haben zu viel Angst. - Glaubwürdig?

Der Mörder bewegte sich irgendwie weiblich.

Wenn ich sage,

ich empfinde euer Verhältnis eher als angespannt,

dann übertreibe ich wohl nicht, oder?

- Also, ich will nur den Mörder finden. - Aha.

Aber die Arbeit wird ja nicht leichter,

wenn zwei Mitarbeiter nicht am gleichen Strang ziehen.

- Aber das tun wir. - Ach, das tut ihr?

Ja.

Ist hier noch frei?

Ja, ja.

Sagen Sie, Steinar.

Können Sie mir was erklären?

Alex Beijer.

Die kam doch ziemlich überraschend. Oder wussten Sie davon?

Wo ist denn der Rest der Gang, Sie sitzen doch sonst immer zusammen?

Die hängen bestimmt am Rockzipfel der Chefin.

Wollten Sie was?

Der einsame Wolf.

Sind Sie das?

Sieht Martin Sie so?

Mehr so als Einzelkämpfer.

Genau wie der einsame Wolf

und eben nicht als Teamplayer vielleicht.

Na ja.

Ich sehe das anders als Martin.

Sie sind kein Einzelkämpfer, Steinar.

Sie sind nur ein verdammt guter Polizist, das ist alles.

So seh ich das jedenfalls.

Was wollen Sie?

Ich will, dass Sie für mich arbeiten.

Es gibt 'ne freie Stelle. Als Ermittler beim NOA.

Sie wären wie geschaffen dafür.

Mann, Steinar, Sie müssen unbedingt mit Leuten auf Ihrem Niveau arbeiten.

Ich meine, Oskar und Jenny, also,

die machen das sicher so gut sie können,

aber Sie sind zu gut für diese Truppe, verstehen Sie?

Alex Beijer wird bleiben, wo sie ist.

Mit etwas Glück sehen Sie sie nie wieder.

Nein.

Kein Interesse.

Selbstverständlich sind Sie interessiert.

Sie sind stolz.

Stolz wie der Kapitän auf dem sinkenden Schiff.

Ich brauche Informationen über einen Ulf Persson,

einen der Zeugen.

- Okay. - Egal, wie dreckig.

- Okay. - Danke.

Ja, aber.

Was zum Teufel ist los mit dir?

Ihn zu erschießen? Du solltest mit ihm reden

und du knallst ihn ab, du Idiot.

Er hat meine Mutter beleidigt.

Deine Mutter? Ich sag dir, was du tust.

Du nimmst deine Knarre, hältst sie an deinen dämlichen Schädel

und drückst ab! Tust du mir den Gefallen?

Ich regel das, okay?

Ich hab 'nen Plan, also, bleib ruhig.

Du hast 'nen Plan?

Was denkst du, wer du bist, der Chef der Olsenbande?

Nein, bin ich nicht.

Aber ich krieg das hin, Mogens, okay?

Ich hab alles im Griff.

Mach dir keine Sorgen, bleib ruhig.

Ich bin ruhig, aber du wirst jetzt diese Scheiße regeln.

Verdammtes Arschloch.

Was glaubt der, mit wem er redet? Hm?

Als ob ich 'n verdammter Vollidiot wär.

Ich könnt in Spanien sitzen mit 'ner Pina Colada und 'nem Lapdance.

Stattdessen diese Scheiße.

Fahr endlich!

Verdammt noch mal.

Scheißschweden.

- Hallo, Paul. - Hej.

Sie sehen hungrig aus.

Los, wir gehen was essen.

- Danke, aber ich hab noch viel zu tun. - Jetzt gibt's viel zu essen, los.

Nein, das geht nicht.

Sie sagen Nein?

- Ich arbeite. - Ja.

Bei uns geht's auch um Arbeit. Sie kennen mein Angebot nicht.

- Ich hab keine Zeit. - Sind Sie gar nicht neugierig?

Oder wollen Sie nicht, weil ich es bin?

Nein, nicht Ihretwegen, William.

Na los.

Kommen Sie.

Wie lange kennen Sie beide sich eigentlich?

Keine Ahnung, aber die guten Leute, die lass ich nicht mehr gehen. Hm?

So wie Sie, Paul.

- Sie lass ich auch nicht gehen. - Hm.

Die Geschäfte laufen gut. Richtig gut sogar.

Aber der ganze Papierkram.

- Da kommen Sie ins Spiel. - Ich verstehe nicht.

Papierkram, was hab ich damit zu tun?

Na, also doch neugierig.

Ich will, dass Sie in Zukunft für mich arbeiten. Als Consigliere.

Consigliere.

- Das ist nett von Ihnen, aber... - Entschuldigen Sie mich.

Merken Sie sich, was Sie sagen wollten.

Nein, danke. Für mich nicht mehr. Ich muss los.

Nein, nein, Sie können nicht gehen.

Paul hat vor, den Abend zu beenden.

Nein, Unsinn.

Nein, das wär dumm, Sie wollten was sagen.

Kommen Sie, setzen Sie sich. Es war doch so nett.

Und?

Ich höre.

Ich wollte sagen, dass ich mich nicht auf einen Mandanten festlegen kann.

Sie kränken mich, Paul.

Aber na gut. Okay.

- Sollen wir weiterziehen? - Nein.

Gute Idee. Sie kommen mit.

- Keine Widerrede. - Nein.

All in.

All in.

All in.

Haha, ich wusste es!

Na?

Ich bin raus.

War doch nett.

- Ja. - Hey.

- Mal gewinnt man und mal verliert man. - Ja.

- So ist das. - So ist das.

Es waren 400.000.

- 400. - Ja.

Ich hab dir 400.000 geliehen. Aber mach dir darüber keine Gedanken.

Hey. Geh und schlaf dich aus.

Wir reden dann morgen.

Los.

Eine Haftstrafe.

Mhm. Und noch eine.

- Und ein paar Überwachungsbilder. - Eieiei.

Perfekt. Danke.

Ulf ist noch mal da.

- Ulf? - Ja.

Ich hol ihn gerade.

Sie war 'ne Frau.

Und deshalb hat sie sich weiblich bewegt.

Was ist daran komisch?

Sie ging ziemlich schnell.

Beeilte sich weiblich, meinen Sie das?

Ja.

Also, peng, peng und sie stürmte raus?

Also wissen Sie auch, wie viele Schüsse fielen?

- Wie er sagte, peng, peng, peng. - Ich sagte nur "peng, peng".

Zwei? Drei?

Es war auf jeden Fall sehr laut.

Bedeutet das, mehr als drei?

Es ist schwer, sich zu erinnern.

Es war ein schreckliches Erlebnis.

Also wahrscheinlich drei.

Sicher, drei. Ja, drei.

Wissen Sie, was Verdunklungstaktik ist?

Wenn jemand eine falsche Aussage macht,

damit die Wahrheit nicht ans Licht kommt.

Man wirft ein paar Nebelkerzen, und alles wird undurchsichtig.

Aber das haben Sie ja bestimmt gelernt,

als Sie im Knast saßen. Oder?

- Wer hat Sie kontaktiert? - Niemand.

- Wer? - Ich versuche nur, Ihnen zu helfen.

- Wer war es? - Ich sag jetzt kein Wort mehr.

Kein Wort. Oder halt, jetzt fällt's mir ein.

Ich hab überhaupt nichts gesehen oder gehört.

Absolut gar nichts.

Und was sagen Sie jetzt?

Danke.

Und? Glaubst du ihm immer noch?

Wieso hast du mir nicht gesagt, dass er mal kriminell war?

Jetzt weißt du's doch, oder?

Man spielt keine Spielchen unter Kollegen.

Es ist nur ein winziger Schritt

von einem charmanten, unkonventionellen Polizisten

zu einem schlechten.

Steinar hatte recht,

die Tatperson ist offensichtlich keine Frau.

Hej! Sie da! Hallo!

Sie haben mich zu ihm befragt.

Sie haben mich zu ihr befragt.

Aber nicht zu der Frau da.

- Da saß auch jemand? - Das sage ich doch.

Ich hab sie gerade gesehen, aber Sie haben mich nicht nach ihr gefragt.

- Sind Sie sicher? - Nachdem Sie mir begegnet ist? Ja.

Die haben wir übersehen.

Nein, sie stand nicht auf der Liste. Sie muss vorher weg sein.

- Wie sah sie aus? - Dunkel.

Also, dunkle Haare.

Ungefähr so groß und um die 30.

- Sie sind sicher, dass sie dort saß? - Ja.

Ich kannte sie ja schon.

Sie ist irgendwie anders.

- Etwas speziell. - Wieso?

Speziell.

Eigen.

Sie sitzt immer allein, macht irgendwelche Dinge.

Zeichnen oder Schreiben oder so was.

Und Kopfhörer. Ständig Kopfhörer.

- Wissen Sie, wie sie heißt? - Keine Ahnung.

Aber sie hat mal 'nen Anruf gekriegt.

Und ich meine, sie sagte: Mia.

Oder auch Fia.

- Wahrscheinlich Mia. - Danke.

Wenn sie Stammgast ist, müsste sie in der Nähe wohnen.

Oder zumindest auf Söder.

Checken wir die Kreditkartenbelege der letzten Monate,

taucht sie vielleicht auf.

Genau. Das ist 'n Ansatz.

Aber Mia? Fia? Wir haben keinen Nachnamen.

- Hast du 'nen anderen Vorschlag? - Nein.

Ich sage nur, das wird ein riesiger Arbeitsaufstand.

- Aufwand. - Meine ich doch.

Okay, wie oft kommt ein Stammgast?

Mindestens einmal die Woche.

Wie viele Quittungen macht das im Monat?

- In zwei Monaten? - Viele.

Richtig. Der Ausgangspunkt war, dass sie leicht zu finden ist.

Aber Mia, Fia, vielleicht auch Pia.

Er sagte: "Wahrscheinlich Mia."

Wir gehen von Mia aus. Demnach sollte Mia oder Maria auf der Karte stehen.

Angenommen wir finden sie. Und dann?

Wer sagt, dass sie nicht genauso viel Angst hat wie alle anderen?

Also, wenn ich dich richtig verstehe,

findest du, dass das zu viel Aufwand ist,

um einen Kronzeugen zu finden, Steinar?

Äh, nein.

Ich sag nur, es wird schwer.

Also, sonst nichts.

Private Probleme.

Willst du drüber reden?

Es geht doch nicht um mich.

Ah, du hast keine privaten Probleme.

Nein.

Keine. Aber Steinar.

Ah.

Wenn jemand private Probleme hat,

die auch noch die Arbeit beeinträchtigen,

sollte man dann seine Hilfe anbieten?

Oder muss man es sogar?

Hängt davon ab, was das für Probleme sind.

Ja. Aber das hat er nicht gesagt.

Sondern nur "private Probleme".

- Soll ich mich umhören? - Nein, nein. Nein, nein.

Ich wollte nur mal drüber reden.

Hier drin hab ich mich schon immer gegruselt.

All ihre verdammten Geschichten im Suff.

Da drin musste man sitzen

und zuhören, sonst ist sie richtig ausgeflippt.

Ich hätte mich fernhalten sollen, so wie du.

Ja, am besten wir bestellen einen Container

und dann weg mit dem Krempel.

- Gibt's nichts, was du haben willst? - Nein.

Du kannst alles haben. Ist mir scheißegal.

Meinst du, wir kriegen sechs Millionen dafür?

- Mit neuen Böden da oben schon, ja. - Wie lange dauert das?

Hast du es so eilig?

Nein.

Ich hab nur einen Tipp für eine Investition gekriegt.

Das dauert schon ein paar Monate.

Investition?

- Du bist ja drollig. - Wieso?

Ich hab ewig nicht gespielt, falls du das denkst.

Ich hab doch gar nichts gesagt, Paul.

Ich hab nur gefragt, ich...

Eine Immobilie.

Aber man muss schnell sein. In einem Monat ist es zu spät.

Ich hab all meine alten Spielschulden zurückgezahlt.

Aber die Bank gibt mir nichts mehr.

Ich könnte dir doch so lange was leihen.

Ich will nicht, dass wir das mit dem Verkauf überstürzen.

Das wär nicht gut. Was brauchst du?

400.

400 Kronen? Die hab ich in bar.

Wusste gar nicht, dass du so eine Komikerin bist.

Ich versuche, es so hinzukriegen,

dass du das Geld in ein paar Tagen hast.

- Ist das okay? - Klar.

Wir haben morgen den Termin bei der Maklerin.

Wie wär's, wenn ich dich abhole.

Weiß nicht, ob's klappt. Im Moment ist die Hölle los.

Wieso können wir das nicht zusammen machen?

Ich wusste nicht, dass das so ein Geschwisterding ist.

Zweite Etage.

Hej.

- Hallo. - Tut mir leid, dass ich zu spät bin.

Das sind dann noch mal 100.000.

Ja.

Also gut, dann setzen Sie sich doch bitte.

Ja. Okay.

Tja.

Ich dachte nicht, dass ich noch mal am Spieltisch landen würde,

aber so war es. War 'ne teure Lektion.

Sie werden Ihr Geld natürlich zurückbekommen,

aber das dauert ein paar Tage.

Ach, ich will das Geld nicht.

Du kannst es behalten.

- Sie wollen es nicht? - Nein.

Äh, und warum nicht?

Ich brauch ein paar Informationen.

Worüber?

Deine Schwester. Alex Beijer.

Sie leitet die Ermittlungen im sogenannten Restaurantmord.

Und leider steht nicht alles in der Zeitung. Verstehst du?

Nein. Nein, das verstehe ich überhaupt nicht.

Ich bin Ihnen Geld schuldig und das werden Sie bekommen.

Du behältst die 400.000

und dafür verrätst du mir, was deine Schwester weiß.

Verstanden?

Heißt das etwa, Sie drohen mir?

Nein! Du bist mein Freund.

Ich bitte dich um einen Gefallen.

Ich spioniere meine Schwester nicht aus.

Okay, jetzt drohe ich dir.

Informationen oder du bist tot.

Verstehst du's jetzt?

Tun Sie einfach, was er sagt.

Okay, und was müsste noch gemacht werden?

Das Badezimmer. Und die Böden.

Wenn Sie 200.000 reinstecken, rentiert sich das auf jeden Fall.

Oh. Upsi-dupsi.

Jetzt klingst du wie Mama.

Ja. Und was macht dein neuer Job so?

- Du bist ja jetzt Chefin. - Geht so.

Da ist ein Kollege, der wollte die Stelle, die ich jetzt habe.

Der ist natürlich nicht begeistert.

Und dann stecken wir noch in einem komplizierten Fall.

Es ist schon recht mühsam.

Dieser Restaurantmord, über den alle sprechen?

Mhm. Schwierig.

Das Übliche. Keiner traut sich auszusagen.

Alle denken sofort an Bandenkrieg.

Lustig, dass dein Job am Ende vielleicht zu meinem wird.

Ich hoffe, das bleibt dir erspart.

Wir haben nicht genug für 'ne Anklage.

Was habt ihr denn?

Eine Zeugin, die wir noch nicht gefunden haben

oder die verschwunden ist,

was darauf hindeutet, dass sie was gesehen hat.

Oder sie hat einfach nur Angst.

Eigentlich sollte ich mit dir nicht darüber reden.

Ich bin dein Bruder.

Trotzdem sollte ich nicht darüber reden.

Ich bin Polizistin.

Okay.

Ja, sollst du auch nicht. Ich muss los.

Ich kann dich fahren, wenn du willst.

Ich nehm die U-Bahn, das geht schneller.

Paul!

Halter: William Jensen.

Pflichtverteidiger: Paul Beijer.

Hi. Hast du mal 'ne Minute?

Nein.

- Okay. - Doch, natürlich.

Ich dachte so, wenn mich was bedrücken würde, äh,

nicht im Job, aber zu Hause,

zum Beispiel ein finanzielles Problem

oder beziehungstechnisch

oder ein Verwandter, der vielleicht krank wäre...

- Ist das so? - Ich weiß nicht.

Das war rein hypothetisch.

Aber das, was es auch wäre,

macht es etwas schwer, mich zu konzentrieren.

- Hier? - Ja, genau.

Und dann würde der Job darunter leiden.

Ist das so, Oskar?

Nein.

Nein, nicht bei mir.

Okay.

Ich glaube, dass Heidi überlegt, mich zu verlassen.

Okay.

Aber ich würde dich bitten, den anderen nichts zu sagen.

Nein, nein, nein.

Okay, alles klar.

- Das war's schon. - Und du glaubst nicht,

dass der Job darunter leidet?

Nein.

Okay.

- Danke. - Ja.

Kein Ding.

Ist Alex schon weg?

Ich glaub, ja.

Was ist?

Ich hab was über den früheren Paesan-Besitzer,

Ingmar Löfgren.

Er war Kläger in einem Gerichtsverfahren

- gegen einen William Jensen. - Und wer ist das?

Ein Däne, der hier eine Spedition betreibt.

Er taucht in Ermittlungen wegen Erpressung

und Schutzgelderpressung auf.

- Jemand, mit dem wir reden sollten? - Glaub schon.

Okay.

Was ist passiert?

Ich bräuchte erst mal was Schmerzstillendes.

- So. - Du wirst mir sowieso nicht glauben.

Nein, das hab ich noch nie getan.

Aber was war denn?

Ja, also, ich war auf dem Weg runter in den Keller,

mit so 'n paar Bildern, die ich noch hatte.

Die waren in irgendeinem Schrank, wieso auch immer.

Jedenfalls höre ich seltsame Geräusche

aus Anderssons Keller.

- Irgendjemand hat da... - Andersson vielleicht.

Nein, weißt du, das Vorhängeschloss, das war aufgebrochen.

Aha und was hast du dann gemacht?

Na ja, das was jeder andere anständige Mitbürger

mit etwas Zivilcourage auch gemacht hätte.

- Die Polizei gerufen? - Nein, verdammt.

- Ich hab dem Dreckskerl eine verpasst. - Ach, Quatsch.

Aber der kam doch aus Anderssons Keller.

Mit so einer Brotmaschine, die...

Also, ich, bäng, bäng, bäng.

Adios muchacho!

- Hast du ihn zur Polizei gebracht? - Nein.

Ich hab ihn in meinen Keller eingesperrt.

Du weißt ja, mein Schloss kann wirklich keiner aufbrechen.

- Er ist immer noch da unten? - Ja, sicher.

Weißt du, ich dachte, wir lassen ihn noch etwas da sitzen und schwitzen.

Und dann fangen wir mit dem Verhör an.

- Verhör? - Ja, good cop, bad cop.

- Warte, was hast du vor? - Ich ruf die Polizei an.

Martin, wir können vielleicht 'ne ganze Bande hochnehmen.

Mhm oder wegen Freiheitsberaubung verhaftet werden.

Ja, hallo, hier ist Martin Beck.

Wie konnten Sie sich nur auf William Jensen einlassen?

Das sagen Sie?

Ich hab ihn vertreten. Das war ein Arbeitsverhältnis.

Und was hab ich mit ihm, 'ne heiße Affäre?

Ich will jetzt die Wahrheit wissen, über das Paesan.

Der Prozess, in dem ich Sie verteidigt habe,

ich weiß, Sie waren schuldig, aber wer noch? Hm?

- William? Hat er sie beauftragt, den Typen zu schlagen? - Ja.

Er muss weg.

- Was meinen Sie mit weg? - Er muss geschnappt werden.

Und angeklagt.

Ja, er muss weg.

Sie können ihn anzeigen, Simon.

Ich kann ihn töten.

- Was? - Ja.

Sie haben 400.000, das reicht.

Sind Sie...

Oh Gott.

In all meinen Jahren als Verteidiger habe ich eine Sache gelernt:

Man muss nur dämlich sein, um kriminell zu sein.

Stimmt das?

Sie wollen ihn nicht loswerden. Das ist Ihr Problem.

Dadurch würde ich keine neuen Probleme kriegen?

Ich will so was nicht mal im Scherz hören, verdammt.

Ich vertrete den Rechtsstaat seit Jahren.

Der funktioniert, finden Sie, ja?

Er ist frei, ich bin frei.

Warum sind wir nicht im Knast?

William ist nicht irgendjemand.

Er ist der Mörder von Pavle Agutoli.

Ja. Er gehört zu einem Netzwerk in Kopenhagen.

Er hat von Restaurants Schutzgelder erpresst.

Und da sind jetzt einige mächtig angepisst wegen dieser Sache.

Wenn er diese Zeugin nicht findet, dann ist er tot.

- William Jensen? - Ja, sitzt nebenan.

Ayda hat den Vorbesitzer gecheckt, und da ist sein Name aufgetaucht.

Da wir nicht viel haben, wollten wir mit ihm reden.

Du hättest mich informieren sollen.

Ich dachte, Ayda hätte das.

Können wir das später diskutieren?

Wissen Sie, warum Sie hier sind?

Nein, weiß ich nicht. Aber ich hoffe, ich werde nicht verdächtigt.

Es geht um einige Informationen.

Wenn ich verdächtigt werde, dann will ich, dass ihr Bruder dabei ist.

Wussten Sie das nicht? Ihr Bruder hat für mich gearbeitet, voller Erfolg.

Sie sind Alex Beijer, ja?

Sie sind hier, weil wir was

über Ihre Verbindung zu Ingmar Löfgren wissen wollen.

Er ist ein sehr guter Anwalt, ihr Bruder.

Ich geh davon aus, Sie kennen Ingmar?

Ja, ich kenne Ingmar.

Vor ein paar Jahren gehörte ihm das Restaurant Svea,

das jetzige Paesan.

Damals hat er sie angezeigt.

Ja, richtig.

Aber er hat die Anzeige zurückgezogen.

Und wieso hat er das getan?

- Wieso er mich angezeigt hat? - Ja.

- Er war sauer und wollte sich rächen. - Weswegen war er sauer?

Fragen Sie doch Ihren Bruder, der kann Ihnen alles erzählen.

Er hat sich der Sache angenommen und den Fall in der Luft zerrissen.

Es ist nichts übrig geblieben.

Ehrlich gesagt, weiß ich immer noch nicht, warum ich hier bin,

aber wenn es sonst nichts gibt, dann würde ich jetzt gerne gehen.

- Ja. Hast du noch Fragen? - Nein.

Sie können gehen.

Okay, ich hätte mit dir reden sollen.

Ich dachte, Ayda hätte das getan. Warum sollte ich dich ausschließen?

- Keine Ahnung. - Es war ein Kommunikationsfehler.

Das tut mir leid.

Und warum sagst du mir nichts von deinem Bruder?

Mein Bruder ist Anwalt.

Es ist klar, dass er Leute vertritt, die ins Gefängnis sollten.

Wenn er in Ermittlungen auftaucht, hat das was zu bedeuten.

Dass er jemanden verteidigt hat, der in den Ermittlungen vorkommt,

bedeutet nicht, er hat was damit zu tun.

- Bravo. - Ich dachte ja, du wärst drüber weg.

Du kannst noch nicht akzeptieren, dass ich deine Chefin bin.

- Hi. - Klas?

- Diese Stelle... - Ja?

Ist die immer noch frei?

Ich erinnere mich, dass Sie nicht interessiert waren.

- Ich weiß. Aber... - Aber jetzt sind Sie es doch, ja?

Darf man fragen, was der Grund für diesen Sinneswandel ist?

- Ist das wichtig? - Ja, sind Sie denn so flatterhaft?

Erst hü, dann hott? Den einen Tag so, den anderen so?

So hätt ich Sie gar nicht eingeschätzt, Steinar.

Nach unserem Gespräch, da hab ich nachgedacht.

Mhm. Darüber, ob Sie es wirklich mit Alex Beijer aushalten.

Steinar, ich will Sie haben.

Und Sie sollten wissen, dass das eine Stelle mit möglicher - nein,

mit wahrscheinlicher Beförderung zum Kommissar ist.

- Wie klingt das? - Verdammt gut.

Denk ich doch auch.

Hier ist noch eine Maria. Rydberg.

- Wohnt sie auf Söder? - Nein.

Hier ist eine Maria Andersson.

Sie war da einmal in Woche fünf und einmal in Woche sechs.

- Wohnt die auf Söder? - Mhm.

Donnerstags, beide Male. Vielleicht macht sie das jede Woche.

Donnerstag, Woche sieben.

Mia Jungman, Folkungagatan.

Es scheint, dass alle Mia-Marias, die auf Söder leben, ins Paesan gehen.

Aber echt.

Findest du auch, dass die Stimmung etwas gereizt ist?

Ja, allerdings. Das ist echt anstrengend.

Ja, aber...

das regelt sich. Es geht nicht um uns.

Nein, es geht um Steinar.

Er ist total, na, ich weiß nicht, angespannt.

- Ich weiß nicht. - Wahrscheinlich Stress zu Hause.

- Glaubst du? - Ja. Was glaubst du denn?

Warum fragst du mich?

Ich dachte, weil du das Thema angesprochen hast.

Ich hab's nicht angesprochen. Du hast gesagt, Steinar.

Mir ging's um die Stimmung. So war's.

Hier ist noch 'ne Maria, äh, Rydberg.

Ach, die hatten wir schon.

Okay, dann haben wir also 108 Marias und Mias,

die mit Kreditkarte im Paesan bezahlt haben.

Und wie viele von denen wohnen auf Söder?

- 26. - Und im näheren Umkreis vom Paesan?

Ähm, zwölf.

Und zwar in einem Radius von 500 Metern.

Okay, dann fangen wir mal mit diesen zwölf an.

- Yes. - Mhm.

- Heidi? - Papa?

Hallo, Grete! Du bist es.

- Wie geht's dir? - Ich vermiss dich.

Ich vermiss dich auch ganz doll.

Aber bei euch ist es doch schön, oder?

- Hier kommt die Mama. - Okay.

- Ja? - Hi, also das, das...

Grete hat angerufen.

Schätzchen, ich will, dass du Mama erst fragst, okay?

Steinar, ich glaub, es ist besser,

wenn wir im Moment keinen Kontakt haben.

Ich muss zur Ruhe kommen.

Ich brauch das grade wirklich.

Aber es war... es war Grete, die angerufen hat.

Ich sag nur, was ich dabei empfinde.

Aber das ist doch verdammt noch mal nicht mein Fehler.

Dann musst du das beschissene Telef...

Entschuldige.

Entschuldige.

Steinar, ich will dir nicht wehtun. Das weißt du doch.

Hallo?

Bist du noch da? Hallo?

Als ich dir gesagt hab, dass ich das Geld auf dein Konto überwiesen hab,

da, da hast du kaum reagiert.

Was?

Dieses Investment, ist das nicht mehr aktuell?

Ich hab Danke gesagt.

- Hast du's nicht gehört? - Doch.

Dann eben noch mal: Vielen Dank, ich bin so dankbar.

So war das doch nicht gemeint.

Wir sollten nicht über Arbeit reden, aber...

Dann pass auf, sonst bist du 'ne schlechte Polizistin.

Hast du mal einen Mann namens William Jensen vertreten?

Was soll die Frage?

Du weißt doch genau, dass er mein Mandant war, oder?

Also. Was für ein Spiel spielen wir hier?

Ist das 'ne Art Verhörtechnik?

Befrag mich doch einfach direkt zu William Jensen.

Die Sache ist ziemlich kompliziert.

Wir, wir,

wir klammern uns an jeden Strohhalm, den wir kriegen können.

Also läuft's nicht so gut?

- Konntet ihr diese Zeugin auftreiben? - Nein.

Haben Sie schon was rausgekriegt?

Ich hab seine 400.000.

Er hat doch gesagt, er will sie nicht.

Das ist mir scheißegal.

Shit, Sie haben nichts kapiert.

Ich werd mit ihm reden.

Ich nehm die Kohle.

- Was? - Das Geld, ich werd's nehmen.

Großer Gott, seien Sie einfach still.

Ich nehm es.

- Hej. - Danke.

Und? Neuigkeiten?

Ich hab Ihnen das Geld besorgt, ich kann es überweisen.

Kein Geld. Ich will Informationen, verstehst du das nicht?

- Das, das sind 400.000. - Ich scheiß auf 400.000.

- Was weiß deine Schwester? - Gar nichts. Vergessen wir das.

- Ich hab Ihr Geld besorgt. - Nein.

- Aber er weiß nichts. - Fresse! Misch dich nicht ein.

Belügst du mich?

- Soll ich einfach was erfinden? - Ich will, dass du nachdenkst.

Denk nach.

Es gibt einen Zeugen, aber sie finden ihn nicht.

Was für 'nen Zeugen?

- Eine Frau? 30? Dunkle Haare? - Ich weiß es nicht.

- Finde raus, wie sie heißt. - Ich hab doch keine Ahnung.

- Und wo sie wohnt. - Ich krieg nicht mehr raus.

- Du findest das raus! - Die Polizei hat doch nichts.

Du hältst dein Maul, wenn ich das sage! Ich frag zum letzten Mal, okay?

Und jetzt? Hä?

Fuck! Du mieses Schwein, ich hasse dich!

Behandelst mich wie den letzten Dreck! Verdammt.

- Simon. - Du, du steckst jetzt auch mit drin!

Verfluchte Scheiße, Mann.

Was? Nimm die Hände runter.

Das war Notwehr! Runter.

Hast du doch gesehen.

Hey, entspann dich.

Ruhig.

Reiß dich zusammen.

Weißt du, was das ist?

- Eine Waffe. - Die Tatwaffe aus dem Restaurant.

Schon ist der Fall gelöst.

So, und damit wär der Restaurantmord aufgeklärt.

Weg mit ihm.

Hey! Komm schon. Fass mit an.

Du musst dich jetzt zusammenreißen, okay?

Jetzt finden wir noch diese Zeugin und dann war's das.

Es war Simon, der Agutoli erschossen hat.

Richtig?

Meine einzige Sorge,

unsere einzige Sorge ist diese verdammte Zeugin.

- Sie wird nichts sagen. - Und was ist, wenn doch?

Sie hat mich angestarrt, als wär ich der Leibhaftige persönlich.

Sie werden mich auch umbringen.

Paul, du wirst immer ein bisschen Angst haben.

So ist das nun mal.

Aber mit der Zeit wirst du damit leben können.

Okay?

Entspann dich.

Hej.

Ist was passiert?

Kann ich 'ne Zeit bei dir wohnen?

Natürlich.

Hej. Wer ist das?

- Gita! - Ja?

- Hi. - Hej. Wissen Sie, wer das ist?

Das ist Simon Järvi, 32. Schusswunde aus kurzer Distanz.

- Okay, danke. - Okay.

Ist das sein Wagen?

Da musst du die Zulassungsstelle fragen.

Vor ein paar Tagen wurde Simon Järvi

in einem Verfahren wegen Körperverletzung freigesprochen.

Und in diesem Verfahren

wurde er von meinem Bruder, Paul Beijer, vertreten.

Ja, klein ist die Welt.

Es wäre vielleicht ganz gut, mal mit deinem Bruder zu sprechen.

Um ein klareres Bild von diesem Simon zu bekommen.

Absolut. Ich, äh, bitte ihn herzukommen.

Noch was?

Wir haben jetzt von unseren zwölf Mias/Marias,

die in der Nähe des Restaurants wohnen, Bilder gekriegt.

Der Kellner kommt später und sieht sie sich an.

Vielleicht können wir die Liste weiter eingrenzen.

Eine Sache noch: Bei diesem Gespräch mit deinem Bruder...

Da werde ich natürlich nicht mit dabei sein.

Gut.

Danke.

Ah.

- Hi. - Hi.

Wie geht's dir?

Ja, das ist schlimm. Es geht einem nahe.

- Du bist überrascht? - Man erwartet ja nicht gleich,

dass jemand, für den man gearbeitet hat, ermordet wird.

- Aber... - Hallo.

Tja, das ist mein Kollege, der mit dir sprechen wird.

- Ja. - Steinar Hovland.

- Hallo, Paul Beijer. - Bitte.

Wir sehen uns.

Wie würden Sie Simon Järvi beschreiben?

Ähm, das ist schwierig.

- Charmant, auf der einen Seite. - Und auf der anderen Seite?

Da war so eine Aggressivität unter der Oberfläche. Schlug schnell um.

- War er gewalttätig? - Mir gegenüber nicht.

Aber ich hätt es auch nicht unbedingt drauf anlegen wollen.

Das klingt, als würd ich einen Werwolf beschreiben.

Er konnte plötzlich sehr wütend werden.

Er wurde angeklagt wegen schwerer Körperverletzung.

- Was können Sie dazu sagen? - Was kann man dazu sagen?

Dass alle Menschen ein faires Verfahren verdienen.

- War er schuldig? - Er wurde freigesprochen.

Hat er Ihnen gesagt, dass er schuldig war?

Ja.

Würden Sie ihn als gefährlich beschreiben?

Er hat, er hat mir Angst gemacht, ja.

Und ich weiß, dass er bewaffnet war.

Mit einer Schusswaffe?

Ja, er wedelte oft damit rum. Das hat mich wütend gemacht.

Hat er damit auch Menschen bedroht?

Das kann ich Ihnen nicht beantworten.

Das weiß ich nicht, aber ...

Es würde mich nicht wundern, wenn es so gewesen wäre.

- Hm. - Wissen Sie, ob er Feinde hatte?

Wenn man kriminell ist, so wie er es war,

dann hat man viele Feinde.

Ein Fehler, ein falsches Wort und schon wird dein Freund zum Feind.

Das ist sie.

- Mia Andersson. - Ja. Ja.

Ich bin mir ziemlich sicher.

Bondegatan.

- Gut. Vielen Dank. - Danke.

- Ich bring dich noch raus. Okay. - Ja.

Du, es gibt da was, dass ich nicht ganz zusammenkriege.

Es betrifft William Jensen.

Jensen, schon wieder.

- Du hast doch für ihn gearbeitet. - Ja, wie schon gesagt.

- Wieso warst du in seinem Auto? - Wo war ich?

Nach dem Kaffeetrinken hast du gesagt, du nimmst die Bahn.

- Aber du bist in ein Auto gestiegen. - Ein Freund, der zufällig vorbeikam.

- Das ist nicht wahr. - Was bitte ist nicht wahr?

Der Halter des Fahrzeugs ist William Jensen.

Hast du mich überwacht?

Du wolltest die Bahn nehmen, bist aber in ein Auto.

Ich hab mir das Kennzeichen aufgeschrieben.

Nicht zu fassen. Du weißt, dass normale Menschen das nicht tun.

Man schnüffelt seinem Bruder nicht hinterher wie einem Verbrecher.

- Ich fand das einfach komisch. - Komisch?

Warum warst du in seinem Wagen?

- Er war mein Mandant! - Wer war der Fahrer? Simon Järvi?

- Es lief gut. - "Gibt's Neuigkeiten?"

Ich muss eine Sache abklären, dann meld ich mich.

Hallo?

So ein verfluchter Idiot.

Gehst du mir auf den Sack, Mann.

Was würdest du denn machen?

- Sie würden ihn doch einsperren. - Aber er kommt wieder raus.

Und solche Typen haben Freunde. Wer soll dich denn beschützen?

Glaubst du, die Polizei beschützt dich?

- Also sag ich gar nichts? - Es ist zu gefährlich.

Ich muss mit dir reden.

Setz dich.

Es geht um meinen Bruder.

Ich hätte das eigentlich schon vor ein paar Tagen sagen sollen.

Kannst du bitte die Tür schließen, Oskar?

Ich will, dass du die Ermittlung übernimmst.

Wir sind übereingekommen,

dass es bedingt durch Alex' Bruder, Paul Beijer,

der sowohl für Simon Järvi als auch für William Jensen gearbeitet hat,

besser ist, Alex von dem Fall abzuziehen.

Wir wollen nicht, dass es nachher heißt, wir seien befangen.

Also, Augenblick. Was hat Paul Beijer getan?

- Er hat beide vertreten und... - Das wissen wir.

Aber was hat es mit Alex zu tun?

Sie sind ja Geschwister.

Was hat Alex getan?

Man kann wohl sagen, dass das Verwandtschaftsverhältnis

dazu beitrug, ihr Urteilsvermögen ein wenig zu trüben,

als sie, als es um eine Information ging, die sie hatte.

- Und im Klartext? - Das heißt im Klartext:

Du wirst übernehmen.

Ayda.

Ja, wir haben gerade das forensische Gutachten

über die Waffe bekommen, die bei Simon Järvis Leiche gefunden wurde.

Mit dieser Waffe wurde Pavle Agutoli erschossen.

Ich hatte darum gebeten, auf diese Verbindung zu achten,

weil ich besorgt war, dass der Mord in Arsta eine Antwort

- auf den Mord im Restaurant war. - Wir haben einen ermordeten Mörder?

Ja, so sieht's aus.

Dann sollten wir schnellstens Mia Andersson finden.

Wenn Simon Järvis Beschreibung rauskommt,

ist ihre Zeugenaussage völlig wertlos.

Und trotzdem, wir müssen wissen,

mit welcher Information Alex falsch umgegangen ist.

Unabhängig davon, was sie getan oder auch nicht getan hat.

Ermittlungstechnisch sollten wir das wissen.

Simon hat Jensens Wagen benutzt.

Und bei mindestens einer Gelegenheit mit Paul Beijer als Passagier.

Und das hat Alex seit einer Weile gewusst.

Ich sollte den Wagen schon längst zurückhaben.

Ich hab ihn mehrfach angerufen. Keine Antwort.

Was sagen Sie dazu, dass er ermordet wurde?

Simon war kriminell.

- Er verkehrte mit gefährlichen Typen. - Er verkehrte mit Ihnen.

- Er hat für mich gearbeitet, ja. - Als was?

Chauffeur. Deshalb hatte er den Wagen.

Als ich ihn anrief und mit ihm redete, hieß es:

"Ja, ja, du kriegst ihn wieder." Ist nie passiert.

Mit was für gefährlichen Typen hatte er zu tun?

Solche, die man nicht seinen Eltern vorstellt.

Solche, die Geld von Leuten erpressen.

Eigentlich hab ich 'ne gute Menschenkenntnis.

Und ich dachte, Simon wär ein guter, sauberer Junge.

Aber da habe ich mich geirrt.

Und hier unsere Topthemen: Nach Angaben der Polizei

ist der sogenannte Restaurantmord aufgeklärt.

Bei dem Täter, einem 32-jährigen Mann,

der im Süden Stockholms tot aufgefunden wurde,

handelt es sich offenbar um den Tatverdächtigen,

nach dem die Polizei die letzten Tage gefahndet hatte.

Der Mann war einschlägig vorbestraft und stand zuletzt im Mittelpunkt ...

Wo wollt ihr hin?

Die Zeugin will aussagen, aber nicht herkommen.

Martin und ich haben gemeinsam entschieden, dass ich aussteige.

Wie waren deine Worte? "Es ist nur ein winziger Schritt,

von einem unkonventionellen Polizisten zu einem schlechten."

Ich hätte es anders machen sollen,

aber ich habe die Zusammenhänge zu spät erkannt.

Okay.

- Das geht so nicht. - Was?

- Die Situation zwischen dir und Alex. - Ich weiß.

Und was willst du dagegen tun?

Das regelt sich schon.

Wie denn?

Bald ist es vorbei.

Er war auf dem Weg raus. Dann ist er stehen geblieben.

- Warum? - Das weiß ich nicht.

Gut.

Und dann?

Ging er zurück zum Tisch, glaube ich. Und dann knallte es.

Haben Sie sein Gesicht sehen?

Hört sich an, als hätten Sie.

- Ja, ich... - Haben Sie?

Ich hätte es wohl sollen, aber es...

Das Bild ist irgendwie nicht deutlich.

- Okay. Aber er war mittelgroß? - Mhm.

Noch was? War er kräftig? Dünn?

Haare? Hatte er einen Bart? Alter? Was auch immer.

- Wie alt war er? - Ähm, 30.

- Sicher? - Nein, 35.

Haben Sie die Möglichkeit, morgen bei uns vorbeizukommen

und sich ein paar Bilder anzusehen?

- Aber klar. - Okay.

Warum jetzt doch?

Also, warum haben Sie sich plötzlich entschieden,

sich doch zu melden?

Ähm, ich hab mit meiner Nachbarin Sylvia geredet.

Danach schien es mir falsch, nichts zu sagen.

Danke.

Was denkst du?

Gegen einen Toten auszusagen, ist kein großes Risiko.

- Dann lügt sie? - Ich sage nur:

Ein Toter ist keine Gefahr.

Es steht ja schon im Netz, das mit Järvi.

- Jetzt schon? - Vielleicht hat Sie's gesehen.

Aber selbst wenn.

Wir haben die Mordwaffe mit Simon Järvis Fingerabdrücken.

Und eine Zeugin beschreibt einen Mann von circa 35.

Richtig.

Aber wer hat Simon umgebracht?

Das ist meine Frau.

Ja? Bist du das oder Grete?

- Ich bin's. - Wie geht's dir?

Es ist, wie es ist.

Genau. Wie ist Oslo?

Oslo ist schön. Wirklich schön. Aber ...

- Steinar... - Ja?

- Ich bleibe noch etwas länger. - Was?

Die Kinder haben ja Sommerferien und ich brauche noch etwas Zeit.

Du weißt jetzt schon, dass eine Woche nicht reicht?

Ist es, weil du ihn getroffen hast?

- Ich... - Ja oder nein?

Weißt du was? Sag nichts.

Das geht mich nichts mehr an, habe ich recht?

Aber, Steinar, es ist jetzt nicht so, dass ich...

Weißt Du was? Wir reden später.

Ich muss jetzt arbeiten.

Tja, das ist die Situation, die man nie wollte.

- Tut mir leid. - Schon gut.

Irgendwie bin ich nicht so traurig oder überrascht,

- wie ich sein sollte. - Aber das ist doch gut.

Ist es das?

Jetzt verstehe ich, warum du so angespannt warst.

Ich wollte Sie gerade anrufen.

Verdammt, wo bist du? Wieso gehst du nicht ran?

Ich bin in einer Pizzeria auf Söder.

Wo? Welche Pizzeria?

- Ähm, also... - Hast du Neuigkeiten?

- Napoli, aber Sie, Sie... - Ich komme dahin.

- Nein, Sie... - Ich fahre jetzt los.

Sie müssen nicht kommen, wirklich.

- Hast du endlich ihren Namen? - Nein.

Warte da, ich bin auf dem Weg.

William!

Wil...

Alex!

Wir können so nicht weitermachen. Aber es ist bald vorbei, okay?

- Was ist bald vorbei? - Ich werde aufhören.

- Du hörst auf? - Ja, nicht als Polizist.

Aber ich wechsle die Abteilung.

- Wegen mir? - Wegen allem.

Hey, es tut mir leid, dass es so gekommen ist.

Ich scheiß drauf, dass man dich abgezogen hat.

Die Zeugin hat bestätigt, dass...

- Paul! - Ich muss dir was beichten.

Was ist denn passiert?

Du musst mir jetzt genau zuhören.

William Jensen hat Pavle Agutoli und Simon Järvi ermordet.

Hast Du gehört?

Er ist gleich hier, hast du verstanden?

Halt dich fern von ihm.

- Ich bringe ihn zum Reden. - Halt dich fern von ihm, hörst du.

- Wo bist du jetzt? - Vor der Wohnung dieser Zeugin.

- Da kommt er. - Paul, du...

William Jensen. Paul ist bei ihm.

Okay. Komm mit.

- Hast du ihren Namen? - Nein.

- Aber sie wohnt hier, oder? - Ja.

Aber sie ist nicht da, wir können fahren.

Wie zum Teufel konnte er wissen, wer sie ist?

Ist sie das?

Du belügst mich nie wieder, verstanden?

Ja.

- Wer sind Sie? - Polizei. Wir suchen Mia Andersson.

- Wissen Sie, wer das ist? - Ja.

Wissen Sie auch, wo sie ist?

- Stehen bleiben. Es reicht jetzt. - Was soll das?

Wenn Sie jetzt aufhören, kann ich Ihnen helfen.

- Aber Sie müssen aufhören. - Was redest du da? Verschwinde.

Die Polizei weiß Bescheid.

Sie sind gleich hier. Es ist vorbei.

Gott, wie dämlich kann man sein?

- Weg da. - Nein.

- Aus dem Weg. - Nein.

- Aus dem Weg! - Nein!

Wo ist er?

Mia.

Mia.

Bleib bei mir. Bleib bei mir.

Komm. Komm schon.

Polizei, Waffe runter! Waffe runter!

Fallen lassen! Sofort!

Umdrehen! Umdrehen!

Runter.

Wir sehen uns vor Gericht.

Bist du okay?

Ja. Danke.

Ich danke dir.

Sie sitzen ja wieder ganz allein am Tisch, Steinar.

Wollen wir beide das nicht bald ändern.

Ach so, die ganze Gang ist hier.

Inklusive Erbsensuppe.

Ja, das sehe ich.

- Wie geht's Ihrem Bruder? - Den Umständen entsprechend.

Ach, Steinar,

wir haben ja noch was zu besprechen. Heute Nachmittag?

Daraus wird nichts.

Nein?

Klas war so nett und hat mir eine Stelle angeboten,

aber ich bleibe.

Na, so was, jetzt bin ich ja fast gerührt.

Sind Sie das nicht auch, Martin?

Der Wolf hat sein Rudel gefunden.

Dann will ich Sie nicht stören, Steinar.

Jetzt, wo Sie wieder ins Körbchen gekrochen sind.

Offensichtlich gehören Sie ja doch dahin.

Es tut mir leid.

Ich liebe Donnerstage.

Keine Überraschungen.

Und dann noch Pfannkuchen.

- Jemand Kaffee? - Oh ja!

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