All language subtitles for Wild Geese II (1985) DVDrip x264-CG

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Original subtitles

Dieser Film ist Richard Burton gewidmet.

Im Laufschritt: Marsch!

Los, lauft! Zeigt, was ihr noch kénnt!

Los, los, rennt!

Runter! Auf die Erde!

Springt!

Okay, los!

Such Captain Janders!

Wenn Du ihn hast,

sag ihm, er soll It. Fynn schicken, um den Flughafen einzunehmen.

Zurtick! Fahrt den Jeep hier raus!

Deckung!

Geht in Deckung!

Rafer!

Komm schon, komm!

Allen, bring mich um! Um Himmels willen, bring mich um!

Nein! Ich kann's nicht!

Ich verstehe sehr wohl, was Sie sagen, Mr. McCann.

- Ich tu's, Aber... - Horen Sie mit Threm "Aber" auf!

Warum, glauben Sie, habe ich Sie zum Letter des européischen Biiros gemacht?

Weil ich erwarte, dass Sie das Unmdgliche zu unserem Vorteil mdglich machen!

Wir (iberstrzen das, Sir.

Uberstiirzen? Dieser Mann ist fast 90 Jahre alt, verdammt!

Er kénnte sterben, wéhrend wir uns unterhalten.

Mr. McCann. Schon der Versuch,

ob wir jetzt Erfolg haben oder nicht, wire ein internationales Politikum!

Das ist mir scheissegal. Ich weiss, wie geféhrlich das ist.

Wir miissen es versuchen, auch wenn die Chancen eins zu einer Millionen stehen!

Wenn wir es schaffen, sieht Watergate dagegen wie ein Kinderspiel aus!

Dieser alte Mann weiss von geheimen Absprachen,

die die halbe Welt in die Luft sprengen kénnten.

Ich will ihn haben, und es ist mir egal, was das kostet!

Wenn wir Erfolg haben, wird unsere Gesellschaft ein neues Kapitel der Weltgeschichte schreiben.

Und darum geht es, Wenn wir es nicht schaffen sollten,

kénnen wir immer noch aus dem Versuch eine verdammt gute Story machen.

Sie haben doch so'n tollen Soldner an der Hand, soviel ich weiss?

Ja, Erist hier und wartet im Vorzimmer. Sein Name ist Alex Faulkner.

Sprechen Sie mit ihm. Und holen Sie Kathy dazu, ich will ihre Meinung.

Stellen Sie auf Lautsprecher, ich will mithéren.

Mr. Faulkner soll reinkommen.

Holen Sie Kathy rauf.

Miss Lukas? Mr, Faulkner ist da, wiirden Sie bitte raufkommen?

Okay, bin schon unterwegs.

Mr. Faulkner.

- Schdn, Sie zu sehen, Michael Lukas. - Sehr erfreut, guten Tag.

Kathy, das ist Alex Faulkner. Mr. Faulkner, Kathy Lukas.

- Guten Tag, Mr. Faulkner. - Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

Sie heissen beide Lukas?

Ich bin Michaels Schwester. In unserem Verein herrscht Vetternwirtschaft.

Das ist bei jedem Sender so.

- Nehmen Sie doch Platz. Kaffee, Tee? - Nein, vielen Dank. Ein Whisky ware gut.

- Wie mdchten Sie ihn? - Pur, danke.

Wieso sind Sie an einem ausgedienten Soldner interessiert?

Planen Sie 'ne neue Serie?

- Ich bin zu haben, wenn Sie wollen. - Nein, es handelt sich um etwas anderes.

Kathy hat ein paar Bander vorbereitet. Wir mochten, dass Sie sich die ansehen.

- Nachher werden wir dariiber sprechen. - Einverstanden, Mr, Lukas.

Dieser Mann ist Rudolf Hess.

Eine sonderbare und umstrittene Persdnlichkeit der NSDAP

vor und wahrend des Zweiten Weltkriegs.

Heute, bald Neunzigjéhrig, ist er Haftling in Spandau, Westberlin,

sein Leben ein Geheimnis.

Hess war einer der Grinder der NSDAP.

Er stieg auf zu Hitlers Stellvertreter,

an die zweite Position der Nazihierarchie.

Mai 1941, Wahrend sich der Krieg in Europa zugunsten von Deutschland wendete,

flog Hess alleine nach Schottland, wo er mit dem Fallschirm absprang.

Sein Auftrag: Sich als Geisel anzubieten im Gegenzug zu

Friedensverhandlungen mit der englischen Regierung.

Bis heute ist nicht bekannt, ob Hess seinen Auftrag ohne Hitlers Wissen ausftihrte

oder ob er es mit Hitler zusammen geplant hatte.

Wie Sie wissen, ist mir das alles wohlbekannt.

Ich verstehe. Es ist nur eine kleine Auffrischung fir Ihr Gedachtnis.

Nirnberg 1946,

Hess wurde in den Nirnberger Prozessen vor Gericht gestellt.

Russische, franzdsische, englische und amerikanische Kldger verhandelten

wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit

gegen die, die von der deutschen Fihrung Ubrig geblieben waren.

Die meisten der Deutschen wurden schuldig gesprochen und verurteilt

zum Tod durch den Strang oder zu langen Haftstrafen.

Hess wurde vom Vorwurf der Verbrechen gegen die Menschlichkeit freigesprochen,

aber zu lebenslanger Haft verurteilt wegen "Planung eines Angriffskriegs".

Sie wissen, dass es fast unmdglich ist, all die zu zahlen,

die einen Krieg planten in den letzten vierzig Jahren -

oder auch nur, wie viele einen Krieg begannen,

Verdammt will ich sein, wenn auch nur einer von denen ins Gefangnis gegangen ist.

Geféngnis Spandau - Berlin 1982,

Heute beinahe Neunzigjahrig sass Hess dber 40 Jahre

in Einzelhaft in einer Zelle.

Die meiste Zeit in Spandau.

Er ist heute der einzige Gefangene in einem Gebaude fiir 600 Haftlinge.

Ich glaube, das reicht fir unsere Zwecke. Oder wollen Sie noch mehr dariber héren?

Nein danke.

40 Jahre allein in einer Zelle.

Wenn es nicht Hess wire, wiirde ich wohl sagen: "Armes Schwein."

Er ist jetzt nur noch eine politische Schachfigur.

Also etwas fir Sie. Warum haben Sie mich hergebeten?

Der Preis spielt keine Rolle, Mr. Faulkner.

Wir méchten, dass Sie

Hess rausholen aus Spandau und ihn uns iibergeben.

Soll ich jetzt lachen?

Das ist ein Witz, oder?

Nein, keineswegs.

Das ist mit Abstand der verriickteste Job, der mir je angeboten wurde.

Warum wollen Sie ihn haben?

Um Schlagzeilen zu machen.

Um eine Menge wichtiger Leute blosszustellen,

die wahrscheinlich in merkwiirdige Machenschaften verwickelt waren.

Da misste eine Armee aufmarschieren, um ihn nur aus Spandau rauszuholen,

Und wenn, was dann?

Westberlin liegt mitten in der DDR - das wiirde Krieg bedeuten.

Tut mir leid, das ist ein paar Nummern zu gross fur mich.

Nein. Ich glaube, Sie verwechseln mich mit meinem &lteren Bruder Allen.

- Nein, aber wir haben von seinem Tod gehort. - Unser Beileid.

Ich glaube, dass nicht mal er sich auf so ein Abenteuer eingelassen hitte...

Schon der Gedanke, die Sache zu organisieren, erschdpft mich.

Unser letzter Ausflug nach Afrika hat in einem Blutbad geendet.

Verglichen mit dem, was Sie vorhaben, war das ein Schulausflug.

Haben Sie eine Vorstellung davon, was Sie in Berlin erwartet?

Ja, ein wenig.

Aber wir horten, dass Sie der Beste in der Branche sind.

Vielen Dank far Ihre Gastfreundschaft.

Mr. Faulkner, ich habe Ihnen schon gesagt, dass der Preis keine Rolle spielt.

Tut mir leid, die Antwort ist Nein.

Wer weiss? Als ich noch besser in Form war und etwas verrlickter...

Besser in Form und verriickter... Vielleicht hilft Thnen das wetter.

Ich kenn' einen Typ, der verrlickt genug ist, um sich dafiir zu interessieren.

Er ist genau so gut wie ich in meinen besten Tagen, vielleicht sogar noch besser.

Ausserdem glaube ich, dass er im Moment in London ist.

Rudolf Hess ist der bestbewachte Mann der Welt.

Ja, das ist er.

Aber ich kann mir vorstellen, dass Sie eine solche Herausforderung reizt, Mr. Haddad.

- Waren Sie schon in Berlin? - Nein,

Sie werden fasziniert sein von dieser Stadt.

Das ist alles, was ich tber Hess finden konnte,

(iber Spandau und iber das Vorgehen seiner militérischen Bewacher.

In dem Paket ist eine grosszligig bemessene Summe fiir Spesen und ein Ticket

nach Berlin fur den Zweiuhr-Flug morgen.

Ich kann mich nicht erinnern, Ja gesagt zu haben,

Das haben Sie nicht, aber ich glaube, Sie werden es tun.

Ich habe morgen Termine.

Sagen Sie sie ab.

Sie irritieren mich, Mrs, Lukas.

Wenn Sie sich dadurch besser fthlen, Mr, Haddad:

Ich kann bei Bedarf entzlickend sein.

Nein. Ich bevorzuge die Irritation.

Gut.

Mr. Haddad, es liegt uns viel daran, bald anzufangen.

Wollen Sie den Auftrag (ibernehmen?

Ich {ibernehme nie einen Job ohne Aussicht auf Erfolg.

Das finde ich sehr verniinftig.

Deswegen werden Sie morgen nach Berlin fliegen,

um sich Spandau selbst anzusehen.

Angenommen, ich fliege

und ich ibernehme den Job, nachdem ich mir Spandau angesehen habe:

Dann werde ich auf meine Weise arbeiten, ohne Einmischung.

Ich kriege soviel Geld, wie ich haben will. Der Preis wird ziemlich hoch sein.

Kein Feilschen, kein Handeln.

- Was meinen Sie? - Einverstanden.

Wir wollen den Mann. Wir zerbrechen uns nicht den Kopf iiber Geld.

Sehr gut, Da unser Gespréach mitgehort wurde, vermutlich von Threm Vorgesetzten,

- glaube ich Thnen. Geht das in Ordnung? - Ja, Mr, Haddad.

Alles Gute, Mr. Haddad.

Danke.

Also gut. Morgen nach Berlin.

Ich komme einen Tag spéter.

Sie stecken voller Uberraschungen.

Geben Sie mir eine Nummer, unter der ich Sie erreichen kann.

Die ist auch im Kuvert.

Thr Selbstbewusstsein ist tiberwiltigend. Ich mache Sie darauf aufmerksam:

Wenn Sie nach Berlin kommen, begeben Sie sich in meine Welt.

Ich glaube nicht, dass Sie irgendeine Vorstellung haben, wie die aussieht.

Sie kénnten es bereuen.

Oder Sie haben gar nicht mehr die Zeit dazu.

Kommen Sie aus geschéftlichen Griinden nach Westberlin oder privat?

- Geschaftlich, Monsieur, - Fiir wie lange?

Vielleicht einen Monat.

Lassen Sie ihn durch. Wir ibernehmen die Verantwortung.

Die meisten Menschen, die ich kenne, sagen Hallo.

Das taten wir doch schon am Telefon.

Gut, Wir rationieren die Begrlissungen.

Ich werde eine Weile brauchen, bis ich herausfinde, wie Sie funktionieren.

Ein seltsamer Ort far eine Verabredung.

Ich wollte immer schon in dem Stadium laufen, in dem Jesse Owens es Hitler gezeigt hat.

Gut, In Zukunft suche ich unsere Treffpunkte aus.

Was haben Sie bis jetzt von Berlin gesehen?

- Wir wollten doch iibers Geschaft sprechen. - Oh, kein privates Wort.

Irgendwann werde ich das kapieren. Also, wie lauft das Geschaft?

Ich hab' Spandau von aussen gesehen, und den Wachwechsel der Amerikaner.

Was ist das néchste?

- Ich miisste in das Geféngnis reinkommen. - Nicht einfach.

- Oder vollkommen unmaglich. - Fiir einen Mann wie Sie ist nichts unméglich.

Also: Es tut mir leid.

Warum fangen wir nicht noch mal von vorne an,

bevor unsere Beziehung ein echtes Problem wird?

Ich seh' kein Problem.

Also gut, kein Problem.

Und jetzt wiirde ich gerne wissen, wo Sie wohnen in Berlin?

Ich habe keine feste Adresse, ich bleibe mit Thnen in Kontakt.

- Hier. - Nein, danke.

- Hallo Liebling? - Tut mir leid, ich zahle nicht.

Wenn Du wiisstest, was fir eine schéne Zeit wir zusammen haben kénnten.

Du bist bestimmt die zweitbeste Matratze von ganz Berlin.

Aber meine Frau ist die beste.

- Bis irgendwann einmal. - Hor zu, Hor doch zu.

Ich geb' Dir meine Karte. Falls sie mal Kopfschmerzen bekommt.

Beweg Dich. Schnell, schnell!

Willkommen in Berlin.

Mr. Haddad.

Wer sind Sie?

Ich stelle hier die Fragen.

Was wollen Sie in Berlin?

Wir kénnen das immer so wetter machen, die ganze Nacht.

Aber das wire reine Zeitverschwendung.

Sagen Sie es mir.

Was suchen Sie in Berlin?

Woher kennen Sie meinen Namen?

Warum so bescheiden?

Ein Mann, der palastinensischen Kommando- Einheiten im Libanon so zugesetzt hat,

dass sie ein attraktives Kopfgeld auf ihn ausgesetzt haben,

Lassen Sie uns keine Spiele spielen.

Berlin ist unsere Stadt.

Wir wissen gerne genau, was hier los ist.

Dann lesen Sie doch Thre verdammte Presse.

Ich will Thnen helfen: Man hat beobachtet, wie Sie sich Spandau angesehen haben.

Sie interessieren sich far Hess, habe ich recht?

Bevor Sie wieder ohnmachtig werden, Haddad: Sie interessieren sich fir Hess.

Wer hat Sie angeheuert?

Amerikaner. Eine Fernsehgesellschaft, das wussten Sie doch.

Und Sie sollen Hess rausholen?

Ich soll rauskriegen, ob das mdglich ist.

Und was ist Thre werte Meinung, Mr. Haddad? Geht es?

Nein.

Wissen Sie, wie viele schon mit dieser Idee gespielt haben und feststellen mussten,

dass es unmdglich ist? Einschliesslich mir?

Aber was zahlt das schon.

Lassen Sie mich Ihnen sagen, in welcher Situation Sie sind.

Thre paléstinensischen Freunde waren sehr gut zu uns.

Es wire uns eine Freude, ihnen einen Gefallen zu tun.

Guten Abend, Mr. Haddad. Ich bin Colonel Reed-Henry.

Reed-Henry mit Bindestrich.

Irgendwie ist der Madchenname meiner Mutter da mit hinein geraten. Na ja.

Meine Gite, Sie sehen ja furchtbar aus. Wie flihlen Sie sich?

Uberrascht.

Wir haben Sie letzte Nacht in unserem Sektor von Berlin auf der Strasse gefunden.

Komische Sache. Ich dachte, ich seh' besser mal nach Thnen und frage, was passiert ist.

Der Arzt sagt, dass Sie Gliick gehabt haben. Nichts gebrochen, nur 'ne kleine Hirnerschiitterung.

Sie haben wahrscheinlich wahnsinnige Kopfschmerzen?

Ja, die hab' ich. Sagen Sie mal, ist das Ublich, dass Offiziere

einfach so vorbeikommen und nachsehen, wie's verletzten Touristen geht?

Es lag auf dem Weg. Ich hab' den Polizeibereicht gelesen.

Handschellen, Schiesserei. Unangenehmer Vorfall.

Und Sie wissen nicht, wie's dazu gekommen ist und wer's getan hat?

Nein, tut mir leid.

Vielleicht erkennen Sie jemanden auf den Fotos hier.

Nein.

Das ist Heinrich Strébling.

Er hat fiir Gehlen beim BND gearbeitet. Ziemlich weit rechts.

Jetzt arbeitet er in der DDR fur die Sowjets.

Seine Aufgabe ist es, Terrorgruppen in den Metropolen

der ganzen Welt zu organisieren und auszurtisten.

Ein heimtiickischer Bastard, sagt man.

Ich will Sie nicht aufhalten.

Wir wissen, wer Sie sind, Mr. Haddad. Wiirden Sie mir jetzt sagen, was Sie hier suchen?

Nein. Ich glaube nicht. Guten Tag.

Du meine Giite. Was ist mit Thnen passiert?

Jemand hat versucht, mich umzubringen.

Umzubringen?

- Wer?

Ich bin mir nicht sicher. Ich muss far "'ne Weile verschwinden.

Wenn ich hier arbeite, brauche ich 'nen Mann im Hintergrund.

Haben Sie jemand Bestimmten im Kopf?

Ja, sein Name ist Alex Faulkner.

Er arbeitet zur Zeit in Miinchen,

Faulkner? Er hat abgelehnt, als wir ihn gefragt haben.

Er ist ein verniinftiger Mann.

Vielleicht lehne ich auch ab, aber bis ich mich entscheide, brauche ich Hilfe.

Und er ist der beste Mann, den ich kenne.

Und wir miissen ihn bezahlen?

Der Preis spielt keine Rolle, Miss Lukas. Richtig?

Sie haben recht.

Gut. Sobald ich ihn erreicht habe, regeln Sie das mitihm.

Bis dahin werde ich unterwegs sein.

- Wo wollen Sie hin? - Irgendwo da.

- Ah, Bayern. - Ja.

Ich kenne einen hiibschen kleinen Gasthof in der Nahe von Miinchen.

Ich fahre Sie dahin.

- Gesellschaft brauche ich nicht. - Ich verstehe, aber ich brauche Sie lebendig.

Ausserdem wiirde ein Ehepaar im Urlaub nicht wetter auffallen, verstehen Sie?

Ich weiss, das es gefahrlich ist, Hassan, aber es ist ndtig.

Ich nehme sofort Kontakt mit ihm auf.

Sag ihm, dass ich nur eine halbe Stunde entfernt bin.

Ruf mich zuriick. Verlange Louis Dubois.

Was lesen Sie da?

Einen Brief, den Hess 1962 seiner Frau geschrieben hat.

Nach so vielen Jahren im Gefangnis verstehe ich, warum die Chinesen,

wenn das Schicksal ihnen wohl gesonnen war, auf den Markt gingen und

gefangene Vogel kauften, um sie freizulassen.

Beriihrend.

Riihrend? Es ist interessant.

Ich wusste nicht, dass die Chinesen das machen. Hess interessiert mich keinen Deut.

- Hallo? - Ich habe Faulkner erreicht.

Ja. Danke.

Faulkner weiss Bescheid. Er wird uns hier treffen.

Guten Morgen!

Morgen,

Ich habe mir gedacht, vielleicht wollen Sie ein wenig Gesellschaft?

Nein? Das habe ich befiirchtet.

Aber ich mdchte ein wenig Gesellschaft.

Wir kdnnten uns etwas unterhalten.

Was Sie wahrscheinlich auch nicht wollen.

Sie sind im Libanon aufgewachsen, waren Sie da auch auf dem College?

Aufgewachsen bin ich dort eigentlich nicht. Ich bin in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren.

Die Familie meines Vaters stammt aus dem Libanon.

Nach der Highschool sind wir wieder dorthin gezogen.

Ich bin dann auf die amerikanische Universitat in Beirut gegangen.

- Was haben Sie da studiert? - Medizin,

- Medizin?

Und?

Nichts. Ich habe aufgehdrt.

Wieso?

Sie tragen einen Ehering an Threr Kette um den Hals.

Sind Sie verheiratet?

Ich war's.

Geschieden?

Meine Frau und unsere drei Jahre alte Tochter

wurden erschossen in einem Dorf, stidlich von Beirut.

Und meine Mutter. Und mein Vater,

Ich bin in den Krieg gezogen, und der Tod wurde mein Geféhrte.

Er hat mich nie mehr verlassen.

Das tut mir sehr leid.

Runter, runter!

Alles in Ordnung.

Ich habe den Innenhof von Spandau gesehen. Es gibt nur einen schwachen Punkt.

Die Truppenunterkunft.

Wenn ich's also schaffe, mit ein paar Mannern (ber die Mauer zu gehen, was dann?

- Verdammt. - Lassen Sie mich das machen.

Ich helfe Ihnen.

- Ich weiss nicht... - Ruhig.

.İn welcher Zelle er ist, ob er taglich von Zelle zu Zelle verlegt wird,

wann der Wachwechsel stattfindet, wie viele Wachtposten da sind.

Aber ich werde ihn finden. Und dann?

Wie kriege ich einen 89 Jahre alten Mann da raus?

Und dann noch raus aus Berlin?

- Sie kénnen... - Still halten. Ruhig und schan still halten.

- Sie kdnnen nicht eine ganze Armee bestechen? - Vier Armeen? Nein, das kann ich nicht.

Gut, so ist gut.

Und dann ist da noch die Berliner Polizei...

In deiner Liebe fahl' ich mich so reich,

Dass ich nicht tausche um ein Konigreich!

Bastard!

Was? Ich kréne Euren Liebesakt mit einem Shakespearesonett,

und Dir féllt nur eine schmutzige Bemerkung (iber meine Eltern ein. Ich bin verletzt.

Alex, Du bist verrtickt.

Da stimme ich Dir zu.

Was mich argert, ist, dass das das einzige Sonett ist, an das ich mich erinnere.

Trotz meiner teuren Erziehung.

Raus! John, willst Du den Kerl einfach so stehen lassen?

Mein Gott, Sie sind entziickend!

Wie bist Du hier reingekommen?

John, Du weisst, dass man mich das nicht fragt. Ich kenne teuflische Wege.

Nicht zu fassen. Bitte, wirf ihn raus!

Ich versichere Thnen, dass ich es gut meine, nicht wahr, John?

Ja, er meint es meistens gut.

Er hat uns beobachtet. Sie sind krank!

Ich weiss. Aber ich bin sicher, Sie hatten Mitleid,

wenn Sie wiissten, welche Holle es ist, das Leben eines Voyeurs zu fiihren.

Sie sehen aus wie durch den Reisswolf gedreht. Verdammt taktlos.

Jemand eine Erfrischung? Darf ich Sie Kathy nennen?

Wenn ich geniigend Geld zur Verfiigung hatte, konnte ich ein Regiment ausstatten.

- Das diirfte reichen. - Danke, Alex.

Was ist?

- Was hast Du? - Nichts.

Ich bin einmal von der falschen Sorte Moskito gestochen worden.

Hin und wieder besteht das Biest darauf, dass ich mich an diesen Vorfall erinnere.

Nur ein kleiner Anfall von Malaria.

Davon habe ich nichts gewusst.

Das ist kein Problem.

Dafiir gibt's Pillen.

Wie ist das mit Deinem Bein passiert?

Das war wirklich ein romantisches Abenteuer.

Wo war ich denn da? Angola, Namibia?

Nein, Kensington High Street in London.

Ich war auf dem Weg zu einem Kammermusikkonzert. Da hat mich so ein Scheiss-Motorrad umgefahren.

Mein Bein war viermal gebrochen.

So sehe ich wenigstens interessant aus, nicht?

Nein.

Pass auf, John. Ich humple schneller als Du laufen kannst.

Was kommt als néchstes?

Such' ein paar sichere Unterkiinfte, mach' Dich unsichtbar und halt' mir den Riicken frei.

Mein lieber John, ich sehe die Verantwortung, Dich am Leben zu erhalten, als Akt des Vertrauens,

der Liebe und der Freundschaft.

Und da ich im Moment bankrott bin, auch als eine finanzielle Notwendigkeit.

John, ein britischer Armeewagen ist vorgefahren,

Ein Bursche, der wie ein Soldat angezogen ist, ist gerade ausgestiegen.

Der Countdown lauft. 10,9,8,7, 6.

Lass ihn kommen.

Das ware dumm, 'nen Soldaten direkt vor der Haustiir zu killen.

Ich halte Dich nur auf dem Laufenden.

Lass Dein Funkgerat an.

- Mr. Haddad? - Ja?

Colonel Reed-Henry richtet seine Empfehlung aus. Er wiirde sich freuen, wenn Sie mit ihm ausgehen.

- Jetzt? - Ja, Sir.

Er wiirde gerne mit Thnen durch die Kneipen ziehen.

Er meint, dass Thnen das Spass machen wiirde.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich halte es fiir sehr ratsam.

Da sind Sie ja. Auf die Flisse, mein Kind.

- Aber warum? - Auf die Flsse, dauert nur'n paar Minuten.

Hiibsch, finden Sie nicht? Die Deutschen erheben das Vulgare zur Kunst.

- Wie war's mit einem Drink? - Nein, danke.

- Sagen Sie mir, warum ich hier bin. - Gut, kommen wir zum Punkt.

Wir kénnen hier offen reden. Das ist zu laut, um abgehdrt zu werden.

Selten, sogar fir Berlin.

Bemerkenswert, wen man hier alles trifft.

Der Herr dort ist der Kommandant des russischen Sektors.

Sie wollen Hess aus Spandau rausholen?

- Ist die Frage ernst gemeint? - Ziemlich ernst.

Sie werden es nicht schaffen. Niemand wird das.

Es war doch Strdbling, der Sie in die Mangel genommen hat?

- Warum?

Hat was mit einer Palastinensergruppe zu tun,

Nun, ich kdnnte Ihnen bei dieser Sache mit Hess behilflich sein.

Und warum wollen Sie das?

Die Anwesenheit von Hess in Spandau ist einer von mehreren Griinden,

die den Sowjets das Recht geben, Truppen im britischen Sektor zu stationieren.

Das geféllt uns ganz und gar nicht.

Und wir versuchen, ihnen das Leben so schwer wie mdglich zu machen.

Dieser Mensch weigert sich einfach, zu sterben,

Es ist klar, dass wir Hess nicht so einfach freilassen kdnnen,

immerhin sind 20 Millionen Russen im Krieg umgekommen.

Die politischen Auswirkungen wiren unabsehbar.

Aber wenn jemand wie Sie ihn befreien wiirde, dann wire das etwas anderes.

Vorausgesetzt nattirlich, dass nicht die britische Armee mit der Wache an der Reihe ist.

Die Franzosen I6sen die Amerikaner nachste Woche ab. Die Zeit drangt?

Mehr oder weniger, ja.

Soweit ich weiss, ist immer, egal, welche Armee Spandau bewacht,

einer von Hess' personlichen Wachen ein Brite?

- Ist das richtig? - Ja.

Und jetzt wollen Sie mich fragen, warum wir so wild darauf sind, dass Hess verschwindet.

So wild, dass ich sogar mit Thnen darlber spreche.

Warum ich ihn nicht einfach vergiften lasse oder so.

Antwort: Die Vorschriften der Alliierten verlangen eine Autopsie, bei der

alle vier Machte vertreten sein missen.

Dann wire ich dran.

Hess muss sich morgen einem medizinischen Check-up unterziehen.

Wann immer es notwendig ist, wird er von einem Militérkonvoi

ins britische Militarkrankenhaus am Dickens Weg gebracht.

Meiner Ansicht nach ist das die einzige Schwachstelle im ganzen Sicherheitsnetz.

Wenn Sie also am Osttor von Spandau sein kénnten, morgen um 10.00 Uhr frih?

Noch was: Ich muss Uber alles, was Sie vorhaben, unterrichtet sein, Im Voraus.

Sie erreichen mich hier.

Es miisste klappen.

Ich mochte fast, dass es nicht klappt.

- Wenn ich dariiber nachdenke... - Kathy.

- Ja? - Du bist nicht meinetwegen hier.

Ja, ich weiss.

Ich nehme Dein Angebot an.

Konntest Du das nicht etwas weniger unpersdnlich sagen?

Nein.

Jetzt soll ich Dich wohl fragen, was Dein Preis ist?

Alle Spesen zahlbar, wenn ich sie brauche, plus 400000 amerikanische Dollar.

Die Halfte auf eine Schweizer Bank sofort, die andere Halfte, wenn ihr Hess von mir kriegt.

Gut. Abgemacht.

Und wetter, was kommt jetzt? Ein Handedruck?

- John?

Da steht ein scheusslicher Kerl unter einem Baum, einen Block rechts von Dir.

Sieh ihn Dir mal an.

Ich sehe den Typen, Den kenne ich.

Und jetzt schau mal nach links. Da ist noch so ein Stinktier.

Alles klar.

Ob die mich wohl kidnappen oder umlegen wollen?

Auf jeden Fall miissen sie aufgehalten werden.

- Wann, jetzt? - Ja, jetzt.

Das erfreut das Herz, immer zu Ihren Diensten.

Hor zu: Es gibt da einen kleinen Innenhof im tlirkischen Viertel. Schreib's Dir lieber auf.

Oranienstrasse 188.

Ich weiss nicht, wo Du steckst, Alex. Aber vier sind hinter mir her.

Einer fahrt 'nen schwarzen Ford.

Und einer ist 'ne Frau.

Ich sehe sie. Geh einfach wetter.

Ich versteh' nicht, warum die nichts unternehmen.

Der Fahrer spricht sténdig, wahrscheinlich Anweisungen.

Alex, wo zum Teufel bist Du! Sprich!

Das nenne ich Perfektion.

Zwei flir mich, eine fur Dich.

Vielen Dank, Colonel.

Warum hast Du Dich nicht gemeldet?

Du weisst doch, ich rede nicht bei der Arbeit. Ich kann mich sonst nicht konzentrieren.

Ich sehe mal nach...

Thre Freunde sind alle tot, verstehen Sie?

Sie nicht. Weil Sie das jetzt zu Strdbling bringen werden.

Die Narbe gibt's umsonst.

Ein Unfall in der Heerstrasse. Das wire wohl der beste Ort.

Ich werde Hilfe brauchen.

Welcher Art?

Zugang zu einem der Wirter in Spandau. Jemand in der Nihe von Hess.

Das kann ich arrangieren.

Meine Manner werden sich als Einheit der britischen Militarpolizei ausgeben.

Wir miissen gut vorbereitet und ausgerdstet sein.

Auch das.

Ich werde Hess gegen eine Leiche austauschen.

Wie lange dauert es bis zur Autopsie?

Geschitzte zwei Stunden, bis alle im Hospital sind.

Das Hauptproblem ist: Wie kommt er raus aus Berlin.

Wenn Sie Hess aus dem Konvoi bekommen, wird der britische Geheimdienst den Rest ibernehmen.

- Wo wiirden Sie ihn hinbringen? - Das besprechen wir ein andermal.

Wie ich hérte, hatten Sie wieder einen Zusammenstoss mit Strébling.

Die deutsche Polizei ist ziemlich aufgeregt.

Das war unvermeidbar.

Kdnnen Sie nicht etwas gegen Strobling unternehmen?

Nein, kann ich nicht. Das ist Ihre Sache.

Strobling hat uns jahrelang die Holle heiss gemacht.

Seine Verbindungen zu den Terrorgruppen sind sehr eng.

Und er weigert sich, sich zur Ruhe zu setzen.

Uns gefallt die Situation. Ich kann nicht zulassen, dass Sie ihn téten.

Ebenso wenig, dass er Sie totet.

Sie halten mich auf dem Laufenden.

Das ist mein Mann.

Gehen wir zu ihm.

Kommen Sie! Steigen Sie ein.

Ich fénd's besser, wenn wir beide auf der Strasse waren.

- Wie ich sehe, haben Sie Freunde gefunden? - Ein paar.

Sie sagen, dass Sie mir etwas anzubieten haben, Was ist es?

Ich habe es satt, dass Ihre Leute standig hinter mir her sind.

Bis jetzt haben Sie drei verloren. Ich verspreche Thnen, es werden mehr.

Mr. Haddad. Ich habe nicht die Absicht, meine Manner Thretwegen zu verheizen,

Ich habe gehdrt, dass die Palastinenser Sie in London knapp verfehlt haben.

Ich habe sie wissen lassen, dass Sie hier sind. Die werden das erledigen.

- Sie werden sie zuriickpfeifen. - Wirklich? Warum?

Ich weiss jetzt, wie man Hess entfiihren kann.

Wenn das wahr ist, wiirde ich ihn gerne haben.

Ich ware Ihnen sehr verbunden.

Ich habe vor, Thnen Hess zu iiberlassen.

Aber Sie arbeiten noch immer far diese amerikanische Gruppe, oder?

Wieso dieser rasche Seitenwechsel?

Wenn es um mein Uberleben geht, arbeite ich nur fir mich selbst.

- Also verhandeln wir. - Einverstanden.

Ich verlange freie Hand in Berlin.

Keine Einmischung von Thnen oder irgendjemandem, den Sie kontrollieren.

Zweitens: Wenn ich Thnen garantiere, dass ich Thnen Hess lebend tbergebe,

will ich, dass die palastinensische Jagd auf mich abgeblasen wird.

Flir immer.

Thr Leben gegen das von Hess. Das erscheint mir fair.

Wann wiirde ich ihn bekommen?

In ein paar Wochen spétestens.

Ich vermute, Sie wollen mir nicht verraten, wie Sie das anstellen wollen?

- Nein, - Oder wo Sie ihn mir Gibergeben werden,

Noch nicht. Sind wir im Geschaft?

Das sind wir.

Wenn Hess frei ist, werde ich es arrangieren, dass die Jagd auf Sie abgeblasen wird.

Nein. Ich will das jetzt.

Wenn ich Hess nicht ausliefere, und ich bin immer noch am Leben,

- kénnen Sie sie wieder auf mich hetzen. - Abgemacht.

- Wer garantiert mir das? - Vertrauen Sie mir.

Ich bin jederzeit fir Sie zu erreichen. Unter dieser Nummer.

Viel Gliick, Mr. Haddad.

- Mr. Haddad? James Murphy. - Guten Abend.

Meine Frau ist beim Bridge.

- Scotch, Sir? - Ja, gerne.

Wissen Sie, Hess...

.« ist ein starrkopfiger alter Teufel. Aber irgendwie bewundere ich ihn.

Wie ist sein Gesundheitszustand?

Er ist ziemlich fit far sein Alter.

Er hatte ein paar Mal Asthmaanfélle. Aber das ist alles. Er spricht auf Ephedrin an.

Hat der Colonel gesagt, was ich vorhabe?

Ja, Sir. Hat er,

Wir kénnen nicht warten bis zum nachsten Check-up.

Wir miissen den Zeitpunkt bestimmen und den Konvoi zwingen,

den kiirzesten Weg zum Hospital zu fahren. Das ist durch die Heerstrasse.

Das bedeutet, wir miissen einen Notfall inszenieren, Schaffen Sie das?

Ja, Sir. Wenn ich ihm eine Injektion gebe, mit Propranolol,

bekommt er einen akuten Asthmaanfall.

Er kollabiert. Und wenn sie ihn nicht sofort wegschaffen, stirbt er.

Wie wiirde das ablaufen?

Man wiirde ihn schnellstméglich auf die Intensivstation des Hospitals bringen.

Geben Sie mir zwei Tage vorher Bescheid, dann kann ich ihn préparieren,

wann immer Sie es wiinschen. Sagen Sie mir nur genau, wann.

- Konnen Sie seine Ambulanz markieren? - Ja, Sir.

Ein Leuchtklebeband auf der rechten hinteren Seite.

- Wiirde das geniigen? - Ja.

Vielen Dank. Sie waren eine grosse Hilfe.

Da wire noch etwas, Sir.

Ich war Stabsfeldwebel bei der irischen Garde.

Colonel Reed-Henry hat mich gebeten, Ihre Leute wie bei der koniglichen Militérpolizei zu drillen.

Sagen Sie mir nur, wo und wann,

- Sie werden ein sehr beschéftigter Mann sein. - Ja, Sir. Ich geniesse das.

Das Leben als Geféngniswarter ist nicht mein Ideal.

Was fiir einen Wagen soll ich anfahren?

Einen Mercedes-Krankenwagen.

Er wird in einem bewaffneten Militarkonvoi fahren.

Ich will, dass er auf die Seite kippt. Du wirst tiber diese Schienen schlittern.

Das Timing muss perfekt sein.

- Was fiir'n Wagen soll ich fahren? - Das liegt bei Dir.

Kann ich den Krankenwagen préaparieren, damit ich ihn optimal erwische?

Nein, auf keinen Fall. Und keine Schutzvorkehrungen ausser dem Sicherheitsgurt.

Ich will nicht, dass die denken, es kdnne etwas anderes sein als ein normaler Verkehrsunfall.

Du bist zu schnell, kommst ins Schleudern und fahrst hinein.

Die Strasse miisste nass sein, dann komme ich besser ins Schleudern.

Gut, da tiberlegen wir uns was.

Das Kunststtick ist 25000 amerikanische Dollar wert.

- Ich mach's. - John? Geh auf Deinen Wagen zu.

Und wenn ich sage "Runter", lass Dich fallen.

- Gut. Lass uns gehen. - Das ist Faulkner. Wo ist er?

Unwichtig. Geh' wetter.

Runter!

Versuch' Dich daran zu gewshnen, dass Du von Zeit zu Zeit auf den Arsch fallen musst.

Danke, Alex.

Ich schicke den beiden Idioten noch einen dezenten Abschiedsgruss hinterher.

Ich versichere Thnen, ich habe nichts davon gewusst.

Wir haben ein Abkommen. Sie sollten sich besser daran halten.

Das habe ich getan. Irgendwas ist schief gelaufen.

Ich garantiere Ihnen, dass das nicht wieder passieren wird.

Ich entschuldige mich fur die Unannehmlichkeiten.

- Entschuldigen Sie, kénnen Sie mir helfen? - Ja. Vielleicht.

Wiirden Sie sich das bitte mal ansehen? Ich habe mich verirrt wie ein Kind im Wald.

Wenn ich nur wiisste, wo ich bin. Ich leg's mal hier her.

Wenn Sie mir erstmal zeigen kénnten, wo der Ku'damm ist?

- Keine Ahnung, wo der ist... - Warten Sie mal, ich wiirde sagen...

Los, rein da. In den Wagen.

- Mr. Haddad? - Woher haben Sie diese Nummer?

Das ist unwichtig. Ich habe Ihre Freundin.

Das war's.

- Mr. Haddad? - Ich bin hier?

Ich schwire auf Versicherungen. Vor allem, wenn sie umsonst sind.

Sie und ich, wir sollten uns spéter treffen. Und uns unterhalten.

Guten Tag.

Was wollen Sie?

Sie haben einen Attentater, der fir Sie arbeitet. Colonel Faulkner.

Ich will, dass der Mann aus seinem Versteck kommt. Damit wir ihn umlegen kdnnen.

Das werde ich nicht tun.

Wenn Sie dariiber mit mir sprechen wollen, kénnen wir aufhéren.

Und wenn ich Thnen sagen wiirde, dass sein Leben gegen das Ihrer Freundin steht?

Dann tdten Sie sie.

- Sie tiberraschen mich, - Ach ja?

Schauen Sie mal unauffallig auf meine linke Hand.

Es macht mir nichts aus, zu sterben,

Wie war's? Mein Leben gegen Ihres. Gleich hier.

Keiner von uns will das. Nehmen Sie das Ding weg.

Noch nicht. Ich habe Thnen versprochen, Hess auszuliefern.

Wenn ich das tue, kriege ich Kathy.

Oder ich werde Hess téten.

Einverstanden.

Und Faulkner?

Gut, wir lassen ihn am Leben. Aber Sie bringen ihn dorthin, wo ich ihn im Auge behalten kann.

Colonel Faulkner im Auge behalten?

Sie scherzen.

Nein, ich scherze nicht, Mr. Haddad.

Ich stelle einen Mann fir Sie ab, bis das alles vorbei ist.

Er wird sich darum kiimmern, dass Sie unsere Abmachung einhalten.

Ich habe das Madchen, Sie behalten Faulkner

und kriegen einen neuen Mitarbeiter.

Exzellent. Nun?

Das ware Verschwendung gewesen,

Ich habe eine Frage. Reine Neugier.

Warum wollen Sie Hess?

Ich arbeite jetzt fir die Sowjets aus rein personlichen Griinden.

Ideologie spielt dabei keine Rolle.

Ich liebe sie wirklich nicht.

Genauso wenig wie die Englénder oder Amerikaner, die mein Land zweimal zerstdrt haben.

Ich bin immer noch Deutscher.

Hess weiss von geheimen Gipfeltreffen und Machenschaften -

wenn das der Gffentlichkeit bekannt wird,

sind Russland und England fur alle Zeiten vor der Welt blamiert.

Was dann mit mir geschieht, spielt keine Rolle mehr.

Das ist Ihr Mann, von der IRA.

Er kann sich nicht mal mehr erinnern,

wie viele britische Soldaten er in Nordirland getétet hat.

Wir tauschen Terroristen aus, weil wir neue Gesichter brauchen.

Wie kann ich sicher sein, dass Kathy nichts passiert?

Ich werde Ihnen erlauben, mit ihr zu telefonieren.

Hourigan wird die jeweiligen Nummern haben.

Mr. Hourigan - Mr. Haddad.

Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

Du kannst mich auch mal, Mr. Hourigan.

- Joseph! - Schén Dich zu sehen!

Jamil,

Pierre.

Michael! Es geht ihr gut. Ich werde Thnen spater alles erklaren.

Hallo Alex, wie geht's Dir?

Patrick Hourigan. Das sind Joseph, Jamil, Michael, Pierre und Alex.

Wir werden hier zusammen wohnen und arbeiten.

Wir werden uns abwechseln mit putzen und kochen.

Michael und ich werden uns das Schlafzimmer teilen.

Alex bekommt das kleine Schlafzimmer fir sich allein.

Hourigan, Joseph und Jamil teilen sich das grosse Schlafzimmer.

Pierre schlaft daheim.

Moment mal. Ich schlafe nicht in einem Zimmer mit Fellachen.

Uberleg' Dir was mit Deiner Einteilung.

Du! Was passt Dir denn nicht an Italos?

- Italos? Ich meinte Fellachen. - Fellachen?

Dann tut's mir leid. Ich dachte, Du héttest was gegen Italos.

Die Araber. Die Bastarde da.

Du solltest ein bisschen vorsichtig sein. Der Boss ist namlich auch ein Fellache.

Und ausserdem sind das Juden.

Du kénntest da in ernste Schwierigkeiten kommen. Oder willst Du unbedingt im Klo schlafen?

Da war's doch besser, Du teilst Dein Schlafzimmer mit einem Italo?

Okay. Du bist wenigstens ein Weisser.

Ein Weisser, ja.

Das ist Dein Gliickstag, alter Ire.

Du teilst Dein Zimmer mit einem britischen Armeeoffizier: Alex Faulkner.

Ich bin Sergeant Major Murphy. Guten Abend, meine Herren.

Hat jemand von Ihnen eine formale militérische Ausbildung?

Ja, Ich.

Die korrekte Antwort auf diese Frage ist: Ja, Sir.

Ja, Sir.

Wie ist Thr Name?

Hourigan. H-0-U...

Héren Sie auf! Danach wurden Sie nicht gefragt.

Ich fragte nur nach dem Namen.

Hourigan, Patrick M., Sir.

Und wo haben Sie gedient?

In Threr Scheisse fressenden britischen Armee, Sir.

- Geben Sie sie mir. - Sofort, Mr. Haddad.

Hallo?

- Kathy, alles in Ordnung? - Ja, mir geht's gut.

- Haben sie Dich verletzt? - Nein,

Zwingen sie Dich zu dieser Antwort?

Nein, John, es geht mir gut, ehrlich. Mach Dir keine Sorgen.

Du fehlst mir so.

Du fehlst mir.

Michael ist hier. Bleib dran, ich gebe ihn Dir.

Hallo Kathy.

Michael!

Ich wusste nicht, dass Du hier bist.

Es tut so gut, Deine Stimme zu héren.

Und Deine, Schwesterherz, Ist alles in Ordnung?

Ja, es geht mir gut.

Wo steckst Du?

Mach Dir meinetwegen keine Sorgen, nur Du bist wichtig.

Kathy, hast Du eine Ahnung, wo Du jetzt bist?

Kathy? Kathy?

Strobling! Strobling!

Mr. Hourigan. Wie sehen Thre Schuhe aus?

Putzen Sie sie!

El Ali ist ein Mann, der fir alle Intrigen und Gaunereien zu haben ist.

Er beschafft all das, was eigentlich nicht zu beschaffen ist.

- Und er serviert ungeniessbare Drinks! - Gut far Sie, Sir.

Was kann ich fiir Sie tun?

Als erstes brauche ich sieben Passe.

Welche Nationalitat?

Ich weiss nicht. Aber sie miissten Besucher von Berlin sein, die fir einen Tag hierher kommen.

Und diese sieben Personen miissten dberredet werden, an diesem Tag in Berlin zu bleiben.

Und nicht nach Hause zurtick zu fliegen.

Uberreden, Das macht Spass.

Ich vermute, sie sollen zu einer grossen Touristengruppe gehdren?

Ja.

Ausserdem brauche ich eine Leiche.

Soll das Gesicht erkennbar sein?

Wir brauchen dieselben physischen Charakteristika, mehr oder weniger.

Es muss nur einer oberflachlichen Untersuchung standhalten.

Wahrscheinlich wollen Sie ihn auf Eis haben?

Ich kenne einen zuverldssigen Leichenbestatter.

Sie wollen mir noch immer nicht sagen, was Sie wirklich vorhaben?

Nein.

Wer hat wen angeheuert, John?

Wihrend Sie hier sind, tun Sie das, was ich sage. Es wire besser, Sie wiirden das einsehen.

Ich muss sagen, Sie haben bisher wirklich fabelhafte Arbeit geleistet, Boss.

Michael, Sie mlssen mir vertrauen, ob Ihnen das passt oder nicht.

Wenn Sie es nicht tun, garantiere ich Ihnen, dass wir alle sterben, Kathy auch.

Abteilung halt.

Dieser Hourigan ist wirklich entziickend.

Richtig charmant.

Weisst Du, was dieses Schétzchen tut?

Er gibt mir LSD Tabletten in einem Glas Schnaps als Nachttrunk.

Aus reiner Herzensgite, versteht sich.

Ich tue so, als wiirde ich's trinken und schiitte es dann ins Klo.

Und dann erzéhle ich ihm von den fantastischen Farben, die ich sehe.

Wenn er glaubt, ich sei vdllig weg, steigt er aus dem Fenster und bleibt ein paar Stunden weg.

Dann macht er Meldung bei Strébling.

Du wirfst das Zeug wirklich ins Klo?

Das ist alles, was ich finden konnte.

Eine internationale Buchmesse wird néchste Woche erdffnet.

Es gibt ein Jazzfestival, eine Tischtennismeisterschaft.

Drei Fussballspiele,

ein Kurzfilmfestival,

eine westeuropaische Wirtschaftskonferenz, und so wetter, und so wetter...

Steht alles drauf. Wann, wo, wie lange.

- In Ordnung? - Ja.

Gute Arbeit, Michael.

Ja.

26. August.

Gut.

Wissen Sie jetzt die Nationalitat?

Das legen wir gleich fest.

Am 26. findet ein Fussballspiel statt, im Poststadion in Westberlin.

Zwischen einem deutschen und einem sterreichischen Club.

Fir das El Ali zwei Karten hat. Zufall ist oft eher die Regel als die Ausnahme.

Zum Spiel kommen bestimmt Schlachtenbummler aus Osterreich,

Ja. Ich habe Verbindungen zu einem Reisebiiro, das auf solche Ausfliige spezialisiert ist.

Was fur Verbindungen?

Es gehort meinem Vetter zweiten Grades.

El Ali weiss ganz genau, was Sie wollen,

Mein Vetter hat die Namen aller Osterreicher, die bei ihm die Tour gebucht haben.

Wie lauft die Tour ab?

Sie kommen aus Wien, Landen auf dem Flughafen Schonefeld in Ostberlin.

Dann geht's durch den Checkpoint mit dem Bus zum Poststadion.

Ostberlin?

Ja. Alle Gsterreichischen Flugzeuge miissen in Schonefeld landen.

Sie werden strengstens (iberwacht im Osten.

Aber: Nach dem Spiel sind sie alle stockbesoffen.

Da herrscht vélliges Chaos.

Es ist zwar riskant - aber mit ein wenig Gllick kann man es schaffen.

Einverstanden.

Gsterreich,

Seltsame Nummer ziehst Du da ab, Baron.

Wie hast Du's gleich genannt?

Malaria.

Hourigan, tust Du mir einen Gefallen?

Dort driiben stehen irgendwo Pillen,

Bring mir drei davon und einen Schluck Wasser.

Und keinen Ton zu Haddad.

Malaria? Du siehst aus, als seist Du tot, bevor ich zurlick bin.

Immer noch lebendig? Hier.

- Danke. - Gern geschehen, Kumpel.

Sie hdren live eine Sportlibertragung aus den USA iiber AFN Berlin.

Du hast dieses Hackebeil in Deiner einen Hand

und Deine andere Hand liegt auf dem Tisch.

Du hebst das Beil, weil Du Dir die eigene Hand abschlagen wirst.

Oh doch.

Du schlagst kraftig zu, und Deine Hand wird sauber abgetrennt.

Der Raum ist voller Blut.

Du kannst das Beil sehen, nicht wahr?

Es hebt sich, scharf und sauber.

Aber wenn es Dich durchschneidet, tropft es von Deinem Blut.

Hilfe! Helft mir!

Jetzt fallt das Beil. Jetzt!

Ruhig, Alex, ganz ruhig! Ich bin's, John, Alles okay.

In meinem Koffer ist Valium, hol's her!

Ganz ruhig, ruhig. Halt durch, Du hast einen miesen Trip erwischt, sonst nichts.

Ich habe ihn, ich habe ihn.

Ich bin's, John, Ich bin da, Dir kann nichts passieren.

Nur einen Ruck, und Du hast einen gebrochenen Hals.

Du kannst zuhdren, wie er bricht, wie Du stirbst. Bist Du soweit? Ich bin's.

Und nichts kénnte mich frohlicher machen.

Noch ein falscher Zug in diesem Haus

und Du bist tot.

Der hier passt perfekt.

Mit ein wenig Nachhilfe kénnte es sein Zwillingsbruder sein.

- Wirklich sehr gut. - Danke.

Da wire noch etwas.

Tut mir leid wegen Threr Fussballkarten,

aber ich brauche Sie und ein paar Threr Freunde am 26, August.

Lassen Sie mich erklaren.

Er wird am 26, August um 21.00 Uhr iibergeben, am Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Wo bringen Sie ihn hin?

Alle Einzelheiten stehen hier drin.

Ja?

26. August, 21.00 Uhr. Haben Sie das?

Ja. Gut.

Kommen Sie nicht ohne Kathy. Sonst werde ich ihn sofort tten.

Wir sind jetzt fertig, meine Herren.

Gratulation, Sie haben ausgezeichnet mitgearbeitet.

Aber - Sie diirfen zwei Dinge niemals vergessen:

Autoritat und Prézision. Dann bin ich sicher, dass Sie es schaffen.

- Was ist denn mit Thnen passiert? - Wen geht das was an?

Ich wiirde zu gern den anderen begliickwiinschen,

Es war mir eine Ehre und ein Vergniigen, mit Thnen zu arbeiten.

Und ich méchte Thnen gerne auf gut britisch das Beste wiinschen,

Noch etwas:

Ich habe einige von Ihnen kréftig fluchen héren.

Und das klang nicht nach Soldaten.

Wenn das wéhrend der Operation passiert, sind Sie erledigt.

Glauben Sie mir.

Wenn Sie aber trotzdem nicht anders kdnnen, fragen Sie Hourigan, der kann's richtig.

Denn wenn Sie so fluchen kdnnen wie ein Irenschwein,

wird niemand auch nur den Versuch machen, Sie zu verstehen.

Guten Tag, meine Herren.

Reiss nicht das Maul so auf, Murphy.

Und sieh Dich vor.

Ich werd' Dir jetzt mal 'ne kleine Geschichte erzahlen.

Ich hab's gesehen, Murphy. Wie die sich die Hosenbeine zugebunden haben,

damit ihnen die Scheisse nicht in die Stiefel tropft.

Und ihre Gedérme aus der Gosse geklaubt und wieder in ihre Uniformen gestopft haben.

Und ich werde Dich genauso sehen, Murphy. Ich sehe Dich, wenn das alles vorbei ist.

Ich sehe Dich.

Was sagst Du dazu?

Du dreckiges, verlaustes IRA-Schwein.

Wie fiihlst Du Dich so, Hourigan? Toll, was?

Das war far die drei Kameraden in Belfast.

Und das jetzt ist fir mich.

Sie werden mich jetzt nicht mehr brauchen, Sir. Ich méchte mich verabschieden.

Sie schaffen's auch ohne Hourigan.

Ubernehmen Sie jetzt das Kommando! Nichts fiir ungut, Sir.

- Danke Murphy. - Sir.

Es hat sich nichts geéndert. Joseph, Jamil, schafft den Toten beiseite.

Ich {ibernehme das Kommando.

Strobling wird Kathy toten.

Keine Sorge, Michael. Ich lass' mir was einfallen.

Es gibt eine Mdglichkeit, wie wir das zu unseren Gunsten drehen kénnen.

- Es liegt ganz bei Thnen, Michael. - Was denn?

Ich biete Sie Strobling als zweite Geisel an.

Und wie soll uns das weiterhelfen?

Angenommen, Strdbling ldsst sich darauf ein:

Dann werde ich Sie losschicken, er (bernimmt Sie,

Alex wird das beobachten und Ihnen folgen.

Mit ein bisschen Gliick fiihren Sie uns zu Kathy.

Sie verdammtes Mistschwein!

Sie haben das die ganze Zeit schon geplant, oder?

Wenn Murphy Hourigan nicht getotet hatte, hétten Sie es getan,

Nein. Das war meine Aufgabe.

Und ich war die ganze Zeit nur der Spielball.

Ich habe Sie nicht gebeten, herzukommen, Michael. Ich hétte alles getan, um Kathy da raus zu halten.

Es liegt bei Ihnen.

Werden Sie es tun?

Ja.

Michael, wiirden Sie das mal anziehen?

Ja.

- Sieht gut aus. - Ich glaube, er passt.

Wie angegossen.

Ich glaube, ich habe meine Berufung verpasst. Ich bin ein verdammt guter Schneider.

- Und was kann er? - Nun, eigentlich ist er 'ne Bombe.

In gewisser Weise,

Er ist eine elegante Art von Bombe, aber er ist eine Bombe,

die Sie tragen werden, wenn Strobling Sie trifft.

Wenn Sie hier drauf driicken, dauert es noch etwa 15 Sekunden.

Dann brennt es eine halbe Minute wie verriickt, und dann explodiert es.

Ich will, dass es um 20.30 Uhr losgeht.

Das ist der Ausldser.

Sie betatigen ihn, indem Sie

da drauf driicken.

Wollen Sie's mal versuchen?

- Ja. Jetzt kann noch nichts passieren? - Nein,

Da drin ist eine Glasampulle. Sie miissen horen, dass Sie zerbricht.

Es dauert ungefahr 40 Sekunden, bevor alles in die Luft fliegt.

40 Sekunden? Gut. Wie komme ich an das Ding ran?

- Rauchen Sie? - Nein,

Dann sollten Sie jetzt damit anfangen.

- Jamil, funktioniert die Heizung? - Ja. Der Korper ist noch warm.

Lukas? Einsteigen.

Durchsuchen.

- Alex. - Ich warte auf Dich.

Ich habe sie gefunden, gar kein Problem.

Ich bin in einem alten Bus, auf der gegenliberliegenden Strassenseite.

Im Oberdeck.

- Wir sind unterwegs. - Die Adresse ist Mannhardtplatz.

Fahrt von hinten rein, das Tor ist offen.

Pierre?

Bereit, John. Auf Position.

El Ali?

Bereit. Ich warte.

John, Strébling fahrt gerade weg.

Es sind zwei Manner bei ihm. Und der Fahrer. Verstanden?

Verstanden.

Komm, John. Ich habe Dir einen Logenplatz reserviert fiir das Feuerwerk.

Die zwei da gehdren Dir. Dann komm mir nach.

Etwas humpelnd. Ja, Sir.

Was soll das? Setzen!

- Ich mdchte eine Zigarette. - Hinsetzen!

Alles, was ich will, ist eine Zigarette, nichts wetter.

Also gut.

Mach das aus!

Auf den Boden. Schnell auf den Boden!

Komm Kathy!

Nein... Michael...

Tut mir leid, erist tot.

- Komm, gehen wir. - Nein, nein!

- Wir missen hier raus! - Bitte, er ist doch mein Bruder, bitte!

- Nein, er ist doch mein Bruder! - Komm, Kathy, wir miissen gehen!

- Du weisst, wo Du uns findest? - Ja.

Dann los.

Wir - haben es versucht.

El Ali, El Ali.

Ist schon was zu sehen?

Im Gefangnis riihrt sich was.

Joseph?

Bereit, John. Wir sind da. Wir warten auf Dich.

Ich bin nur zwei Minuten entfernt.

Der Konvoi ist gerade abgefahren.

Verstanden, Konvoi gerade abgefahren.

Joseph, ich bin gleich da.

Alles klar, John.

El Ali, El Ali.

In welcher Ambulanz ist er?

Erist in der ersten Ambulanz. Ich wiederhole: Erste Ambulanz.

Verstanden, Pierre?

Verstanden. Erste Ambulanz.

Wasser bereit.

Jetzt Dickenswaldstrasse. 60 Kilometer pro Stunde.

Zwischen den Wagen sind etwa 10 Meter Abstand.

Jetzt kommen sie nach Pichelsdorf.

Die Ambulanzen wechseln die Position.

- Erist jetzt in der zweiten Ambulanz. - Verstanden: Zweite Ambulanz.

Wasser los!

Der Konvoi erreicht jetzt die Briicke.

- Wer hat hier das Kommando? - Ich!

Sir.

Tragt diesen Mann in die andere Ambulanz und bringt ihn ins Hospital.

Ja, Sir.

Wie war's denn mit ein bisschen Bewegung?

Ja, Sir! Na kommt, macht schon!

Da drin sind Verletzte, holt sie aus dem Wagen!

Los. Gib das Signal.

Wo ist Hess?

Wo sind Ihre Geiseln?

Hier ist die Adresse. Sie warten darauf, dass sie abgeholt werden.

Haddad hat zu mir gesagt: Keine Geiseln - kein Hess.

Sie haben keine andere Wahl. Also: Wo ist Hess?

Haddad hat gesagt...

Wollen Sie die Adresse haben?

Natdrlich.

Dann sagen Sie mir, wo Hess ist.

Na los!

Haddad ist mit Hess zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal gefahren.

Es war zu riskant, ihn herzubringen. Hier ist zuviel Polizei.

Fahren Sie mit unserem Landrover.

Und tragen Sie das hier.

Dann wird man denken, Sie sind von der Militarpolizei, und Sie sind sicher.

Und jetzt geben Sie mir die Adresse bitte!

Schafft ihn aus dem Weg. Wir treffen uns beim Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Wie geht's ihm?

- Alles in Ordnung. - Also los.

Wenn er zu sich kommt, gib ihm ein Beruhigungsmittel.

Haddad.

Wie geht's ihm?

Er ist wach, der Kreislauf ist stabil.

Wir haben ihn.

Pierre ist tot.

Wir miissen alle sieben Platze im Bus belegen.

Er muss mit uns kommen.

Und wir kénnen nur hoffen, dass es mit Michaels Pass klappen wird.

Besser, Du sagst es ihm.

Du begleitest Hess, Er ist Dein Grossvater, und er ist vollkommen betrunken.

Er weiss nicht, was er tut und wo er ist, Schaffst Du das?

Was soll ich sagen wegen Michael?

Komm Kathy.

Da. Meyer Tours, Bus Nummer 1.

Fahr da rein.

Die Deutschen sind jetzt ruhig, weil die Osterreicher gewonnen haben.

Also, von jetzt an sind wir gliicklich und besoffen,

Ab in den Bus, Du besoffenes Schwein!

Thr zwei wart auf der Herfahrt nicht im Bus.

Doch, wir waren im Bus Nummer 2.

Ein paar von den Mannern haben uns gebeten, Plétze zu tauschen.

Damit sie mit ihren Freunden Karten spielen konnen,

Das ist mein Grossvater.

Er hat zu viel getrunken,

Das ist gegen die Vorschriften.

Seamus!

Komm! Hierher!

- Mur phy? I

- Wir hatten ein kleines Problem. - Was ist passiert?

Tut mir leid. Tut mir furchtbar leid.

Das ist mein Grossvater.

In einem Punkt stimmen wir wohl (iberein, meine Herren, Es ist nicht Hess.

Sie!

Hey, Sie da!

Zeigen Sie mir Ihren Pass.

Meinen Pass?

- Den haben Sie doch schon gesehen? - Los!

Ich verstehe das wirklich nicht, ich habe meinen Pass schon ein paar mal vorgezeigt!

Zeigen Sie mir Ihre Papiere! Und zwar fix.

Warten Sie 'ne Sekunde, ich hab's gleich,

Ich habe seinen Pass namlich eingesteckt.

Hier. Sehen Sie.

Jetzt kdnnen wir anfangen, Fragen zu stellen.

Willie. Kommen Sie her!

Ich mdchte Ihnen gratulieren. Gut gemacht!

Sehr gut!

- Sie miissen einen Wodka mit uns trinken. - Nein danke, ich...

Unsinn, den haben Sie sich verdient.

Und eine Portion Kaviar.

Ich habe es gleich Ilya erzahit.

Wenn Sie Barclays Gesicht gesehen hétten,

“In einem Punkt stimmen wir wohl (iberein, meine Herren, Es ist nicht Hess."

Kommen Sie. Trinken wir auf das Ende von Hess!

- Willie, warum trinken Sie nicht mit uns? - Weil alles schief gelaufen ist.

Sie scherzen.

Schweigen Sie. Wir hdren.

Es gibt keine Entschuldigung dafr.

Haddad hat mich aufs Kreuz gelegt. Drei habe ich getdtet.

Ich war sicher, dass einer von ihnen Hess war.

Er war's nicht.

Unméglich.

- Was erzéhlen Sie denn da? - Ich sagte: Schweigen Sie.

Wer war es?

Strdbling.

Wo ist Hess?

Ich weiss es nicht.

Vielleicht sollten Sie jetzt doch etwas trinken.

Sie haben uns viele Jahre hervorragend gedient.

Aber eine Belohnung gibt es nicht.

Diese Angelegenheit ist zu delikat.

Ich bin sicher, Sie verstehen das.

Sorgen Sie dafiir, dass seine Leiche im britischen Sektor gefunden wird.

Mdchten Sie davon? Frischer Orangensaft?

Ja, gerne.

Wien, Sind wir in Wien?

Ja, hier sind Sie sicher.

Vor was?

John, er sollte ausruhen.

Ja. Haben Sie Hunger?

Nein. Ich wiirde mich gerne setzen,

Sagen Sie mir, warum bin ich hier? Wer sind Sie?

Das ist sehr kompliziert. Wenn Sie sich ausgeruht haben...

Bitte, ich bin kein Kind mehr, Sie haben mich unter Drogen gesetzt?

- Ja. - Ja, Warum?

Wir haben es geschafft. Wir sind im Gastehaus, er ist im Nachbarzimmer.

Fantastisch! Wie habt ihr das geschafft?

Nein, warte, erzahl mir die Einzelheiten spater.

Wir haben jetzt zu viel zu tun, Wo ist Michael?

- Oh, das ist unglaublich! - Michael ist tot.

Michael ist tot? Oh Gott, was ist passiert?

Er wurde gestern in Berlin getdtet.

Das tut mir so leid. Ich weiss nicht, was ich sagen soll, Kathy.

Ich will jetzt nicht dariiber sprechen.

Wie Du sagtest, gibt es zu viel zu tun,

Ich brauche mein Team morgen friih, weil ich ohne sie nichts tun kann.

Ich dachte, ich beginne mit einem kleinen Interview.

Wir sprechen Gber seinen Hintergrund, seine Flucht.

Und hoffentlich enthdillt er die geheimen Abmachungen, die er anbot.

Okay. Ich werde morgen mit dem Team da sein.

Wie flihlen Sie sich?

Ich sass hier und hérte Thnen zu, junge Dame.

Und jetzt verstehe ich.

Herr Hess, ich wiirde Thnen gerne erklaren...

Bitte. Ich mochte sprechen, Seien Sie so lieb und hdren Sie mir zu.

Was ich in der Vergangenheit getan habe, ist geschehen,

Ob ich es bedauere oder nicht, werde ich nicht hier mit Ihnen erdrtern.

Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken, Viele Jahre.

Viele Dinge, um dariiber nachzudenken und sich zu erinnern.

Ich schatze Thre Anstrengungen, mich zu befreien.

Aber ich denke, es ging nicht nur um mich?

Es war auch far Sie?

Es war fiir uns alle. Sie gehdren nicht mehr in ein Gefangnis.

Da wiirde Thnen nicht jeder zustimmen.

Wie ist Thr Name? Wer sind Sie?

Mein Name ist Alex Faulkner. Ich bin Berufssdldner.

Wer bin ich, das zu fragen?

Aber ich weiss, was Sie mich fragen wollen,

Sie denken, ich sei all die Jahre begierig gewesen

meine Geschichte zu erzahlen. All die Dinge, von denen ich weiss.

Ja, ich habe dariiber nachgedacht.

Und mich vor langer Zeit gefragt: Warum?

Was wiirde es fur einen Unterschied machen?

Was kénnte es Gutes bewirken?

Es kénnte den Lauf der Welt dndern.

Glauben Sie das?

Wird es den Lauf der Welt zum Besseren oder zum Schlechteren dndern?

Das ist nur eine Geschichte aus der Vergangenheit.

Erzéhlt von einem, der Gbrigblieb.

Vielleicht glauben sie die Leute, vielleicht nicht.

Wie sollte es der Welt helfen, wenn die Leute sie glauben?

Am besten stirbt sie mit mir.

Ich kann und will Thnen nicht helfen.

Ich bin nur noch ein alter Mann, der bald sterben wird.

Ich bitte Sie also um diesen Gefallen:

Ich will zuhause sterben.

Und mein Zuhause ist meine Zelle in Spandau.

Was mir dort bleibt ist Einsamkeit

und ein gewohnter Ort.

Ich weiss nichts von Threr Welt heute.

Ich habe Angst davor.

Und ich habe meine Welt seit langem akzeptiert.

Dort nimmt mein Leben seinen gewohnten Gang.

Ein stiller Tod erwartet mich und ist mein einziger Dank.

Bitte bringen Sie mich nach Hause.

Ich habe nichts wetter zu sagen.

Ich bin sehr miide.

Kommen Sie. Lassen Sie mich Thnen ins Bett helfen.

Ja gerne, Bitte.

Ich kann all die Menschen, die fir diese Rettung starben, kaum zahlen.

Ich erinnere mich an mindestens 19.

Wahrscheinlich waren es mehr.

Ich habe nicht um meine Rettung gebeten.

Ich kénnte all die Menschen kaum zahlen,

die starben, vor all diesen Jahren,

weil ich war, was ich war.

Abertausende?

Millionen? Ich weiss es nicht.

Ich weiss nur, dass ich es nicht verdiene, frei zu sein,

Danke, vielen Dank,

Werden mich die Franzosen nach Spandau zuriickschicken?

Ja.

Es ist... Wie war gleich noch mal Thr verdammtes Wort? Enigma? Ja.

Ein Enigma, dass ein freier Mann ins Geféngnis zuriick will, um dort zu sterben.

Das verstehen Sie nicht, nicht wahr?

Wir bauen uns doch alle unsere eigenen Gefangnisse.

Thres hat zufélligerweise Gitter.

Oder, wie ein sehr weiser Mann einst sagte:

Und tschiiss!

Wohin gehst Du?

Weit weg vom Eingang zu so einem Laden, wo ein braunes schottisches Gesoff verkauft wird,

von dem ich nicht die geringste Ahnung habe...

Mach's gut, Alex. Pass gut auf Dich auf.

Bezaubernd. Du bist wirklich entziickend.

Oh, nebenbei: Wunderbares Fest. Allerausserordentlichsten Dank!

Rudolf Hess wird heute vom Britischen Militarkrankenhaus, wo er aufgrund seines

Asthmas unter Beobachtung stand, zuriicktransportiert in seine Zelle in Spandau.

Geriichte, denen zufolge kiirzlich ein Versuch zu Hess' Befreiung unternommen wurde,

erscheinen als véllig haltlos.

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