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EINE NETFLIX ORIGINAL DOKUREIHE
KALIFORNIEN 1968
Keiner hatte in diesem Jahrhundert so gute Aussichten auf das Präsidentenamt
wie Robert Francis Kennedy.
Meine Damen und Herren, bitte gehen Sie auf den Bürgersteig.
Lassen Sie die Autokolonne vorbei.
Bitte gehen Sie auf den Bürgersteig.
Kommt!
Die Begeisterung hier in Kalifornien war Kennedy bereits bekannt.
So ist es in jeder Stadt:
Ein Menschenauflauf und eine völlig lahmgelegte Innenstadt.
In Kalifornien war es geradezu irrsinnig.
Sie mussten ihn im Auto festhalten, weil die Menschen überall an ihm zerrten.
Er wurde angefasst
und sogar aus dem Auto gezogen,
wobei sich der Mann, der ihn hält, die Hüfte verletzte.
Gott schütze Sie!
Er galt als junger, revolutionärer, radikaler Mensch,
der etwas ändern wollte.
Er äußert sich häufig über die drei Themen,
die viele Amerikaner auf die Palme bringen:
Vietnam, Bürgerrechte und Armut.
Wir können etwas für die Menschen in den Vereinigten Staaten tun,
und für den Frieden im Rest der Welt.
Aber kein anderer Politiker zieht so viel Hingabe und Misstrauen auf sich.
Ich war anfangs nicht für Robert Kennedy,
weil ich ihn für einen reichen Kerl hielt, der eben Lust auf Politik hatte.
Ich glaube, er versucht, das Vermögen des Vaters
und den Ruhm des Bruders auszunutzen.
Die John-Kennedy-Hasser der frühen 60er -
einige Südstaatler, Geschäftsleute und Konservative -
sind nun die "Bobby-Hasser" der späten 60er.
Ich hatte kein gutes Bild von ihm.
Ich kannte ihn nur aus der Justizbehörde
und vom Abhören von Martin Luther King.
In einigen Fällen kann das Abhören von Telefongesprächen
sehr hilfreich sein.
Anfangs wollten Präsident Kennedy und sein Bruder Robert Kennedy
bei den Bürgerrechten nicht zu schnell vorgehen.
Was Martin Luther King betrifft,
so haben wir eine Pause gefordert.
Die Menschen sind auf die Straße gegangen
und haben ohne Sinn und Zweck für Aufruhr gesorgt.
Aber er sah das Leid.
Das veränderte ihn.
Er entdeckte seine Nächstenliebe.
Er befasste sich mit großer Aufrichtigkeit mit menschlichen Werten
und wollte unbedingt das Richtige tun.
Er wollte gerecht sein.
Es leiden nicht nur die Armen.
Es leiden nicht nur die, die eine bessere Bildung fordern.
Es leiden nicht nur die, die keine Arbeit haben.
Das ganze Land leidet.
Und keiner von uns kann zufrieden,
glücklich oder voller Freude sein,
während dieser Krieg anhält und Geld verschlingt
und Amerikaner ihr Leben in der Verwüstung in Vietnam verlieren.
Die Kampagne in Kalifornien war wirklich wunderbar.
Der Stimmenanteil entwickelte sich sehr gut.
Dann, am letzten Tag der Kampagne...
verloren wir ihn.
Das Foto zeigt Robert Kennedy und mich auf dem Boden.
Und es zeigt einen Freund von mir, Cap Hardy, der sich über mich beugt
und mir einen der Kennedy-Hüte aufs Gesicht legt,
weil er mich für tot hält.
Bob und fünf andere wurden angeschossen bzw. erschossen.
Ich wurde zuerst getroffen, mitten in die Stirn.
Es war sehr schwer, mit dem Verlust von Robert Kennedy zu leben,
weil er uns so viel Hoffnung gegeben hatte.
Ich lernte Bob Kennedy in den frühen 60ern kennen.
Ich arbeitete damals für die Gewerkschaft der Autobauer an Bürgerrechten,
Arbeiterrechten und so weiter.
Und ich habe viele wichtige Akten im Lagerraum hier,
in denen es um die Arbeiter- und Friedensbewegung geht.
Aber vor allem auch um den Fall von Robert Kennedy.
JETZT R.F.K. UM 4 UHR 44 MORGENS
Das hier war der wichtige Moment, als Robert Kennedy
zum Ende von César Chávez' 23-tägiger Fastenzeit flog - da bin ich.
1968 wurde ich Teil von Bobs Präsidentschaftskampagne.
Ich war für den Bereich Arbeit zuständig.
In den späten 60ern kamen viele Kräfte zusammen,
wie die Antikriegs- und die Arbeiterbewegung,
die Studentenbewegung, Krieg gegen Armut.
Es war eine sehr lebendige, dynamische Zeit,
und glücklicherweise hatten wir Bob Kennedy, der uns mit anführte.
Robert Francis Kennedy
wurde am 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts, geboren.
Er war eins von neun Geschwistern, vier Jungen und fünf Mädchen.
Sohn von Rose und Joseph Patrick Kennedy.
Sein Vater, ein Einwanderer der zweiten Generation,
war Bostons jüngster Bankpräsident
und wurde dann amerikanischer Botschafter in Großbritannien.
Es ist meine erste Europareise, und ich bin aufgeregt.
Ich konnte nicht schlafen.
Sie wussten schon als Kind, dass Geld nie ein Problem sein würde.
Haben Sie deshalb andere Prioritäten?
Ich glaube ja. Es ist ein großer Vorteil.
In unserer Familie war klar,
dass wir aufgrund der enormen Vorteile,
die anderen fehlten,
eine besondere Verantwortung anderen gegenüber hatten.
Sie haben den Ruf, ein Kämpfer zu sein,
weil Ihr Vater den Wettbewerbsgeist in der Familie gefördert hat.
Ja, es gab viel Wettbewerb in der Familie, aber ich lag als Nummer 7 weit hinten.
Ich musste nur überleben!
Ich traf Robert Kennedy erstmals, als er zur Milton Academy kam.
Er spielte sehr gern Football.
Gewinnen war ihm wichtig. Ohne Sieg war man niemand.
Er kämpfte hart, aber war dabei sehr fair.
Wenn jemand schikaniert wurde,
stellte er sich auf die Seite des Schwächeren.
Ein Teil seines Gerechtigkeitssinns kam wohl daher,
dass er Katholik war.
Er war sehr religiös.
Als eins der späteren Kinder
musste Bobby sich und seinem Vater viel beweisen.
In Harvard spielte Bob mit einem gebrochenen Bein im Gips
und verdiente sich sein Abzeichen gegen Yale.
Das war noch keinem seiner Brüder gelungen.
Er unterbrach sein Studium und diente mit der Navy im Zweiten Weltkrieg.
Anschließend studierte er Jura an der University of Virginia.
Bob Kennedy wurde einmal nach seiner wichtigsten Entscheidung gefragt.
Seine Antwort: Ethel heiraten.
Senator, Sie haben eine außergewöhnlich politische Familie.
War es unausweichlich, dass Sie in der Politik landen würden?
Ich wäre immer in der Politik oder im Staatsdienst gelandet.
Wir wurden in dieser Atmosphäre groß.
Mein Großvater war Bürgermeister von Boston. Er war im Kongress.
Mein Vater hatte viel mit Politik und Staat zu tun.
Mein ältester Bruder Joe war vor seinem Tod in der Regierung.
Und nach dem Krieg war mein Bruder Jack in der Politik.
Und ich war an seinen Kampagnen beteiligt.
Das amerikanische Volk hat sich bei der Wahl eindeutig geäußert.
General Dwight D. Eisenhower wird gewählt.
Die Republikaner sind wieder an der Macht.
Im Kampf um Massachusetts erringt John F. Kennedy
einen der wenigen Siege für die Demokraten.
Das ist der Kennedy-Zauber.
Kennedys feurige Kampagne führte zu einer politischen Sensation.
Bobby hat die Kampagne geleitet
und kann uns einen aktuellen Überblick über die Endergebnisse geben.
Die Situation vor ungefähr 20 Minuten war,
dass du mit etwa 70.000 Stimmen vorne liegst.
-Du bist wohl froh, dass es vorbei ist. -Ja, bin ich.
Okay.
Ich habe Jack Kennedy sehr bewundert.
Er war ein Held im Zweiten Weltkrieg, und wir wurden Freunde.
Aber bei Bobby war ich immer zwiegespalten.
Als Menschen mochte ich ihn sehr.
Ich spielte Tennis bei ihm.
Wir haben zusammen gelacht.
Er hatte eine tolle Familie.
Seine Frau, Ethel, war wunderbar.
Aber für mich bestand Bobby Kennedy
aus zwei Menschen.
Die andere Seite von Bobby war ein sehr entschlossener junger Mann.
Er war sehr ehrgeizig und aggressiv
und räumte alle mit den Ellbogen aus dem Weg.
Als junger Mann bekam Bobby eine Stelle als Anwalt
und jagte mit diesem furchtbaren Joe McCarthy Kommunisten.
Er ist weit gereist, hat viele verhört und einige terrorisiert.
In den Fabriken für Verteidigungswaffen arbeiten Kommunisten.
Es gibt auch in der Regierung Kommunisten,
die unbehelligt sind.
Die Frage ist: Geben Sie dem FBI
alle Informationen, die Sie
über Angehörige der kommunistischen Verschwörung haben?
Bei dieser Frage verweigere ich Ihnen die Antwort.
Bobby war irre, was Kommunisten anging.
Das mit den Kommunisten war damals ein einziger Wahnsinn.
Dann bekam er den Job im McClellan-Ausschuss
für Gewerkschaftsführer und ihre Verbindung zum organisierten Verbrechen.
Der Anwalt des Ausschusses befragt Gewerkschaftsführer Jim Hoffa.
Sagten Sie: "Dieser Hurensohn, ich breche sein Rückgrat"?
-Wer? -Sie.
Zu wem?
Zu irgendjemandem. Haben Sie das gesagt?
Sie wissen nicht mehr, ob Johnny Dio in Ihrem Zimmer war?
Der Mann, der dafür angeklagt war, Victor Riesel Säure ins Auge zu spritzen?
Sie wissen nicht, worüber Sie gesprochen haben?
Es war bestimmt nichts Wichtiges. Und ich kann mich nicht erinnern.
Und er sah, wie viel Macht es brachte,
die Menschen über den McClellan-Ausschuss zu verfolgen.
Sagen Sie mir eins:
Haben die Fernsehübertragungen der Anhörungen einen Wert?
Ja, einen ausgesprochen hohen.
Mrs. Kennedy, wissen die Kleinen,
dass ihr Vater in diesem Sommer zum Fernsehstar avanciert ist?
Ja, das tun sie, Mr. Murrow.
Das galt besonders dann,
als die Anhörungen überzogen und Mickey Mouse verspätet anfing.
Die Kinder waren sehr unzufrieden.
Menschen, die die Jimmy-Hoffa-Anhörungen gesehen haben,
schreiben uns später oft
und geben uns weitere Spuren, die wir verfolgen sollten.
Das war eine etwas unheimliche Seite von Bobby.
Jack Kennedy sagte im Scherz:
"Weißt du, Neil, ich liebe Bobby. Er ist mein Bruder und ein toller Typ.
Aber im Herzen ist er ein Polizist,
und wenn er sonst niemanden zum Verhaften hätte,
würde er Rose verhaften."
Es war ein Witz, aber das trifft es ganz gut.
Das sind die Einwohner von Wisconsin,
wo nächsten Dienstag die Vorwahlen stattfinden.
Hier in Wisconsin sind auch Jack Kennedy und Hubert Humphrey.
Aus einer gut ausgestatteten Zentrale in Milwaukee
leitet Bobby Kennedy ein fähiges Team politischer Helfer an.
Sie wollen Humphrey eine vernichtende Niederlage beifügen.
Bobby war als Kampagnen-Leiter am allerbesten.
Er hatte gelernt, dass Verlieren schlecht ist, und er liebte seinen Bruder.
Er wollte es für ihn.
Es gibt im ganzen Land Unterstützung für ihn,
ausgehend von Neuengland, aber auch im Mittleren Westen und um die Rockies.
Viel hängt davon ab, wie gut er bei den Vorwahlen abschneidet.
Für mich verkörperten die Kennedys eine neue Generation
und eine große Veränderung in Amerika.
Eine neue Generation wird hier in Amerika die Macht übernehmen.
Das Land wird weiterkommen.
Wir müssen hier in den USA stark genug sein,
um den Frieden zu bewahren.
Wir werden nicht stillstehen.
Wir werden uns den Problemen stellen und unser Ansehen in der Welt erneuern.
Das wird Senator Kennedy als Präsident für uns erreichen.
Das Selbstbewusstsein der Kennedys hatte viele Quellen,
aber die Familie war ganz sicher die Hauptquelle.
Sie waren in jeder Beziehung eng verbunden
und unterstützten sich gegenseitig.
Die Kennedy-Frauen kommen.
Erst Ethel. Dann die Senatoren-Schwestern.
Ich fühle mich im Vergleich zu den Kennedys
wie ein Kleinhändler, der gegen eine große Kette antritt!
Ich werde oft gefragt: "Welche Kennedy sind Sie denn?"
Bei meinem Bruder Jack sind sich die Leute oft nicht sicher, welcher Kennedy er ist.
Er kam vor drei Monaten her, um zu entscheiden,
ob er in Wisconsin antreten sollte.
Er saß im Flugzeug neben einer kleinen, alten Dame.
Sie sah ihn an und sagte: "Sie sind einer der Kennedy-Jungs, oder?"
Und er sagte: "Ja."
"Sie machen Ihre Arbeit als Rechtsbeistand
für den Senatsausschuss sehr gut."
Jack sagte: "Das bin ich nicht. Das ist mein Bruder." Dann sagte sie...
"Ihre sieben Kinder sind so reizend."
Und Jack sagte: "Das bin ich auch nicht. Das ist mein Bruder."
Schließlich sagte sie: "Ich wünsche Ihrem Bruder viel Glück
bei der Präsidentschaftskandidatur."
Er sagte: "Nein, nein, nein. Das bin ich."
Sie haben die Ehre und das Privileg und treffen hier
Bob Kennedy, Senator Kennedys Sohn - Bruder!
Vielen Dank. Leider konnte meine Mutter heute nicht hier sein.
Und meine Schwester Pat konnte auch nicht kommen,
und meine Schwester Eunice, und meine Schwester Jean,
mein Schwager Peter Lawford, mein Bruder Teddy,
mein Cousin Joe Gargan oder mein Cousin...
Sie müssen sich mit mir zufriedengeben. Vielen Dank.
Vielen Dank an meinen Bruder Bobby,
der die Kampagne geleitet und organisiert hat,
so wie bei meiner Kampagne für den Senat 1952.
Er spielt dabei die wichtigste Rolle.
Wir sind in Los Angeles eingetroffen, wo große Aufregung herrscht.
Senator John Kennedy aus Massachusetts
führt die demokratische Nominierung mit Abstand an.
Aber auch Stevenson und Johnson haben viele Befürworter,
die überzeugt sind, dass Kennedy aufgehalten wird.
Ich war beim Nominierungsparteitag 1960.
Wir hatten das Gefühl, eine Welt schaffen zu können,
in der sich Demokratie und soziale Gerechtigkeit durchsetzen.
...für ein fruchtbares Amerika
und eine friedliche Welt für die ganze Menschheit.
Hier ist der hervorragende Senator aus Massachusetts, John F. Kennedy!
Ich half Bob Kennedy beim Nominierungsparteitag 1960,
Stevensons Delegierte ins Lager von Jack Kennedy zu holen.
Ich verstand mich gut mit Bob.
Ich sah, wie effektiv er war.
Bobby Kennedy und Abe Ribicoff, Kennedys Debattenführer,
erflehen, erringen und erschmeicheln Stimmen.
Doch einige der Chefs der Demokraten waren überzeugt,
dass Lyndon Johnson gewinnen würde.
Johnson war im US-Senat eine wichtige Figur für die Demokraten,
die noch überwiegend von südlichen Politikern kontrolliert wurden.
Stimmen Sie Senator Kennedy zu,
der Sie für seinen Hauptgegner hält,
weil Sie mehr Delegierte haben als alle anderen?
Ich respektiere Senator Kennedy sehr,
und vielleicht hat er mehr Informationen über meine Delegierten als ich.
Während der vier Stunden dauernden Nominierungsrunde
geht das Ringen um Stimmen weiter.
Senator Kennedy, 104,5.
...diese Stimme gibt Senator Kennedy die Mehrheit.
Gouverneure, Bürgermeister und Senatoren
bilden einen Geleitschutz für den jungen neuen Chef.
Morgen muss er in einem ganztägigen Kampf den Vizepräsidenten wählen.
John Kennedy bot Lyndon Johnson den Posten als Vizepräsident an.
Alle waren verblüfft.
Er besprach sich 15 bis 20 Minuten lang mit Senator Johnson,
und zwar in dessen Zimmer.
Bobby war auch überrascht.
Bobby war nicht dafür, Johnson als Vizepräsidenten zu nominieren.
Man kann sich im Bereich Politik und öffentliches Leben
keine zwei unterschiedlicheren Menschen vorstellen.
Johnson, der Händeschüttler, der Tyrann,
der Drücker, der Ins-Ohr-Flüsterer,
der zu jeder Tages- und Nachtzeit anrief.
Sie mochten sich einfach nicht.
Bobby ging zu ihm und sagte: "Meinen Sie das wirklich ernst?
Nehmen Sie den Posten an?
Das ist nicht ungefährlich.
Wollen Sie nicht lieber im Senat bleiben?" Und so weiter.
Johnson wusste, dass Bobby ihn nicht mochte.
Und das verzieh er ihm nie.
Da ist Senator Kennedy. Und Senator Johnson neben ihm.
Sie werden zum ersten Mal zusammen fotografiert.
Wir werden in diesem Herbst um die Menschen kämpfen,
und wir werden gewinnen.
Die Kandidaten nehmen den Kampf auf. Und es geht hoch her.
Wir haben viel zu tun.
Die Arbeit an der Registrierung wird uns sehr helfen.
Viele Wähler zu motivieren, könnte uns am 8. November den Sieg bescheren.
Etwa 3,6 Millionen Menschen im Staat New York sind nicht registriert.
Die meisten von ihnen würden wohl die Demokraten wählen.
Ich glaube, es gibt einen starken Trend für Senator Kennedy und die Demokraten.
Wir sind zuversichtlich.
Während sich Nixon mit Kennedy anlegt,
macht sein Vize Henry Cabot Lodge damit Schlagzeilen,
dass er um die Stimmen der Schwarzen wirbt,
die in den großen nördlichen Staaten entscheiden.
Es muss ein Schwarzer im Kabinett sitzen, und ich gehe noch weiter.
Wenn Nixon gewählt wird, kommt ein qualifizierter Schwarzer ins Kabinett.
LODGE WILL SCHWARZEN IM KABINETT
Der Tanz um das Thema Hautfarbe ist in diesem Land sehr heikel.
Die Kennedys traten mitten
in einem Moment des Umbruchs für Amerika auf.
Der größte schwarze Star, Jackie Robinson,
hatte sich gegen die Demokraten gewandt
und sich den Republikanern angeschlossen.
KENNEDY NICHT EHRLICH
Die Demokraten suchten bekannte Schwarze, und sie wandten sich auch an mich.
Meine Karriere zeigte steil nach oben.
EIN BELAFONTE-ABEND
Ich hatte das Gefühl, die Kennedys hätten sich sehr viel mehr
in den Diskurs um Bürgerrechte und schwarze Rechte einmischen sollen.
Und ich kannte Bobby Kennedy anfangs nur
aus seiner Zeit bei Joe McCarthy.
Und alle, die an der Bewegung beteiligt waren,
wurden ständig verdächtigt, Sympathisanten der Kommunisten zu sein.
LUTHER KING IN KOMMUNISTENSCHULE
Bobby stand uns anfangs eher argwöhnisch gegenüber.
Und das beruhte auf Gegenseitigkeit.
Als John zu uns kam,
hatte ich das Gefühl, dass er nicht viel wusste, und das habe ich ihm auch gesagt.
Bevor ich ihn unterstützen konnte, musste ich wissen,
was er vom neuen Stern am Horizont hielt,
von Martin Luther King Jr.
Martin Luther King wird bei einem Sitzstreik in Atlanta verhaftet
und zur Zwangsarbeit verurteilt.
Schwarze Führer fürchten um sein Leben.
King wurde verhaftet,
aber John Kennedy sagte nicht viel zu dem Thema.
Kennedy wollte etwas tun, wollte etwas sagen,
aber er wusste, es könnte seine Chance auf die Mehrheit im Süden
und den Wahlsieg in den Südstaaten gefährden.
Dann hatten wir eine Idee: "Könnte er nicht Mrs. King anrufen?"
Sie machte sich große Sorgen.
Warum sollte ihr Kennedy nicht sagen, dass wir an der Sache arbeiteten
und ihren Mann freikriegen würden?
Etwas Persönliches.
Und Kennedy sagte: "Eine wunderbare Idee."
Er rief sie an.
Sprach mit ihr.
Später am selben Tag erzählte er seinen Strategen davon,
und Robert Kennedy war außer sich.
Ich wurde noch nie so durch die Mangel genommen wie von Robert Kennedy.
Er sagte: "Damit habt ihr dafür gesorgt, dass wir die Wahl verlieren."
Drei Gouverneure aus den Südstaaten sagten:
"Wenn ihr Chruschtschow, Castro oder Martin Luther King unterstützt,
wählen wir Nixon."
Und am selben Abend
rief Robert Kennedy den Richter in Georgia an, damit King freikam.
Und wir fragten Bob Kennedy:
"Sie waren so wütend. Warum haben Sie das getan?"
Er sagte: "Als ich im Flugzeug nach New York darüber nachdachte:
King mit diesem Urteil im Gefängnis,
der Unsinn der Politik in unserem Land,
und der mögliche Verlust der Wahl meines Bruders,
da wurde ich so wütend, dass ich den Richter anrief."
Wir wachten auf und erfuhren, dass sich Bobby bei den Behörden in Georgia
für uns eingesetzt hatte.
Am nächsten Tag zeigt sich, wie viel Kennedys Meinung in Georgia zählt.
King wird gegen Kaution aus der Haft entlassen.
Als sich dies herumspricht, wechseln viele Schwarze zu Kennedy.
Ich kenne die Details nicht,
aber ich freue mich natürlich über Senator Kennedys Anteilnahme
und über alles, was er getan hat, um das hier zu ermöglichen.
Ich möchte auch sagen, dass es keine politischen Gründe gab.
Ich glaube, dem Senator war es ein echtes Anliegen
aus humanitären Gründen.
So kamen viele von uns schließlich zu den Demokraten.
Es gibt in Amerika viele Schwarze, die immer noch kein Wahlrecht haben.
Aber viele von uns haben es.
Und das sollten wir nutzen.
Ich stimme für Senator Jack Kennedy.
Was ist mit Ihnen?
Ein Rekord: Über 67 Millionen Amerikaner
wählen den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten.
In seinem Haus in Hyannis Port, Massachusetts,
warten der demokratische Kandidat und seine Frau stoisch auf das Ergebnis.
Jetzt beginnt die Zeit des Wartens.
Abenddämmerung in Hyannis Port,
und die Stimmung in Bobby Kennedys Haus ist angespannt.
Es wird keinen klaren Sieg geben.
Es wird sehr knapp.
Nixon liegt nach Stimmen um Haaresbreite vorn.
Er führt auch in den Staaten und hat 173 der 269 Wahlmänner,
die er für den Sieg braucht.
Minute um Minute, Stunde um Stunde
warten die Kennedys auf eine Entscheidung,
aber sie kommt nicht.
Um kurz nach 3 Uhr morgens, Ostküstenzeit,
zeigen die Sender Bilder des Vizepräsidenten.
Es gehen noch weitere Ergebnisse ein,
aber wenn sich der Trend fortsetzt,
wird Senator Kennedy der nächste Präsident der Vereinigten Staaten.
Meine Frau und ich bereiten uns auf eine neue Regierung vor.
Und auf ein neues Baby. Danke.
John Fitzgerald Kennedy.
Die lange Kampagne geht zu Ende,
und sie war sehr erfolgreich...
Auch wenn es bei den Direktstimmen ausgesprochen knapp war.
Mr. Kennedy, hätten Sie einen Platz in einer Kennedy-Regierung?
Mir hat niemand etwas gesagt.
Und ich glaube es auch nicht,
denn ich halte es angesichts unserer Beziehung
für nahezu ausgeschlossen.
Vetternwirtschaft.
STARS BEI KENNEDY-ANTRITTS-GALA 19. JANUAR 1961
Mein Vater war sehr dafür, dass ich Justizminister werde.
Am Ende ging es eigentlich nur darum, dass Präsident Kennedy
gern jemanden in der Nähe haben wollte,
mit dem er sich austauschen konnte.
Aus dem Grund habe ich es getan.
Er hat sein Können nach zehn Jahren im öffentlichen Dienst bewiesen.
Ich nehme den Posten des Justizministers der Vereinigten Staaten an.
Ich bin mir der großen Probleme und Schwierigkeiten bewusst,
die mit dieser Position zusammenhängen.
Seine Ernennung wurde auch kritisiert.
Robert Kennedy war 35 Jahre alt, als ihn sein Bruder ernannte.
Er hatte nie als Anwalt gearbeitet.
Viele kritisierten die Vetternwirtschaft und den Mangel an Erfahrung.
Er wurde also sehr genau beobachtet.
Und das Gebäude gegenüber ist das Justizministerium.
Sie sehen vielleicht das Licht im fünften Stock,
im Büro von Justizminister Robert Kennedy.
Dieses späte Arbeiten ist ein Symbol für den Elan der Kennedy-Regierung.
Bobby war nicht zufrieden damit, wie die Dinge liefen,
und er baute das Justizministerium um.
Er lud mich nach der Wahl zu einem langen Gespräch ein.
Ich wurde sein Assistent.
Ich wusste, dass Robert Kennedy den Kern einer neuen Gruppe
junger Leute bildete,
die mit schwierigen Problemen umgehen mussten.
Ich arbeitete bei Robert Kennedy im Justizministerium.
Es war wunderbar, für ihn zu arbeiten.
Seine Ärmel waren im Büro immer hochgekrempelt.
Das zeigte, dass wir hart arbeiteten, aber auch nicht zu förmlich waren.
Hallo?
Sie haben wohl die falsche Nummer.
Okay.
-Er war dran. -Hallo?
Niemand musste Loyalität fordern.
Robert Kennedy erzeugte bei allen, die für ihn arbeiteten,
ein Gefühl der Loyalität, und er ermutigte alle, sich zu beteiligen
und über ihren Horizont hinauszugehen.
Ich glaube, er war
sehr aufrichtig in dem, woran er glaubte.
Aber er überschritt die Grenzen
bei Dingen, die in Amerika nicht passieren sollten.
Ein paar große Gangster untergraben das System, in dem wir leben,
und es muss etwas getan werden.
Und zwar vom amerikanischen Volk
und von denen mit der Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen.
Er holte viele sehr intelligente Menschen dazu
und sagte: "He, okay, wir haben eine Verfassung.
Aber wir holen uns die Leute unabhängig vom Gesetz.
Findet irgendeinen Weg,
und wir holen uns Hoffa.
Wir holen uns die Mafia.
Alle werden die volle Macht des Justizministeriums spüren."
Und plötzlich wurden alle abgehört. Die Post wurde geöffnet.
Der Müll abgeholt.
Es gab Durchsuchungen. Es gab Razzien.
Die Bürgerrechte wurden unterdrückt.
Warum widersprechen Sie der Aussage des Richters, dass Abhören
ein schmutziges Geschäft ist?
Ich weiß nicht, worauf Sie sich beziehen.
Robert Kennedy war der Mann,
der das Abhören von Dr. King genehmigte.
KOMMUNISTISCH
Hoover, der Leiter des FBI,
war überzeugt, dass alle schwarzen Führer Kommunisten waren.
Bobby war sein Chef.
Und Bobby unterschrieb es.
Der Justizminister, Bobby, ist ein sehr attraktiver Mensch,
aber seine große Schwäche,
die mir vor seiner Ernennung am meisten Sorgen machte,
ist, dass er sehr skrupellos vorgeht, wenn er glaubt,
auf dem richtigen Weg zu sein.
Nach dem Umbau des Rechtssystems
ersetzte Bobby Kennedys Justizministerium
die bundesstaatliche Kontrolle der Strafverfolgung
durch die Schaffung einer Bundespolizei.
Das ersetzte die lokalen Staatsanwälte.
Bobby schickte Spezialeinheiten in die einzelnen Bundesstaaten.
Im Süden war das schon viel wert,
weil dort die schwarze Bevölkerung unterdrückt wurde.
Man kann diese Jungs nicht auspeitschen,
wenn man sie nicht von uns trennt.
Man muss Weiße und Schwarze trennen.
Die Verfasser der Unabhängigkeitserklärung hatten Sklaven.
Abraham Lincoln hatte nie vor, eine Durchmischung zuzulassen.
Er sagte, man müsse die Neger nach Afrika zurückschicken.
Wir sind nicht zusammen aufgewachsen und daher nicht an sie gewöhnt.
Ich habe nie mit ihnen gelebt. Und habe es nicht vor.
Tut mir leid. Unser Management erlaubt es uns nicht, Nigger zu bedienen.
WIR WOLLEN EINFACH NUR GLEICHE RECHTE
Einer der wichtigsten Aspekte der Bürgerrechtsbewegung bestand darin,
Druck auszuüben und aufrechtzuerhalten,
um die Sympathien der Regierung zu gewinnen.
Tief in mir war etwas, das mich antrieb.
Ich konnte nicht mehr mit dem hinterhältigen System leben.
Ich dachte, Präsident Kennedy
und sein Bruder, der Justizminister Robert Kennedy,
wussten nicht genau, was passierte
und was im Süden los war.
Es gibt in diesen Gemeinschaften Ungerechtigkeiten,
und die weiße Führung weigert sich, sich mit Schwarzen zu treffen,
um über diese Ungerechtigkeiten zu sprechen.
Sie wollten nichts tun,
was die weiße Führung der Demokraten im Süden vor den Kopf stoßen würde.
Und andererseits denke ich, dass die Schwarzen,
wenn sich Weiße bereiterklären, sich mit ihnen zusammenzusetzen,
dass diese Schwarzen Verständnis zeigen
und sich mit ihnen treffen sollten.
Sie sollten nicht demonstrieren, nur um zu demonstrieren
oder um ihre politische Stärke unter Beweis zu stellen
und ohne Sinn und Zweck für Unruhe zu sorgen.
Die "Freedom Rides" wurden 1961
die erste echte Prüfung für die Regierung.
Gemischte Gruppen aus dem ganzen Land sind mit dem Bus nach Süden gefahren,
um dagegen zu protestieren,
dass Schwarze und Weiße getrennt reisen müssen.
Man ging in einen so genannten "weißen" Warteraum
oder setzte sich zum Mittagessen an eine Theke.
Wenn man auf die Toilette ging, wurde man verhaftet.
Und Robert Kennedy sagte:
"Das ist die Rolle des Bundesstaates
und nicht die Rolle des Justizministeriums."
Ich glaube nicht, dass die so genannten Freedom Riders
mit diesen Fahrten viel erreichen.
Es ist nicht klug.
Sie haben das Recht dazu, aber ich glaube, es ist nicht klug.
Menschen könnten verletzt werden.
Der Fall wird jetzt vor Gericht geklärt.
Und das ist auch der richtige Ort dafür.
Dann wurde der Bus in Anniston, Alabama, angezündet.
Als ich an einem Montagmorgen ins Büro kam, erfuhr ich,
dass ein Bus angezündet worden war,
und das bereitete mir große Sorgen.
Die Situation spitzte sich auf hässliche Art zu.
EINFAHRT NUR FÜR BUSSE
Wir trafen in Montgomery ein.
Als wir aus dem Bus ausstiegen...
fing eine aufgebrachte Menge aus Männern, Frauen und Kindern an...
mit allem, was man als Waffe benutzen konnte, auf Menschen einzuprügeln.
Wir wurden an die Wand gedrängt und verprügelt.
Ein Mann schlug mir mit einer Holzlatte an den Kopf.
Wir dachten, wir würden sterben.
Warum machen Sie weiter?
Ich glaube, es muss jetzt sein,
und ich muss bereit sein, das ultimative Opfer zu bringen,
und das ist mein Leben.
Dr. King beteiligte sich direkt an der neuen Bewegung,
als Vorsitzender des "Freedom Rider"- Koordinierungsausschusses.
Wir trafen uns mit ihm.
Wir planten eine große Versammlung in einer kleinen Kirche.
Und eine Meute versuchte an dem Abend, die Kirche niederzubrennen.
Wir haben diese wilde Meute draußen.
Sie haben ein paar Autos angesteckt.
Aber wir werden nicht aufgeben...
Wir werden nicht nachgeben, weil wir für etwas einstehen,
und vielleicht musste erst so etwas passieren,
damit die Regierung erkennt,
dass Alabama sich nicht selbst unter Kontrolle bringen wird.
Das muss von außen kommen.
Dr. King ging in den Keller
und rief Robert Kennedy an.
Er sagte ihm ungefähr Folgendes:
"Es ist eine sehr gefährliche Situation.
Wenn Sie nicht eingreifen, werden Menschen ums Leben kommen."
Als klar wurde, dass Recht und Ordnung nicht aufrechterhalten werden konnten,
schickten wir zum Schutz die Marshals hin.
Ich möchte hiermit bekanntmachen,
dass in der Stadt ab jetzt das Kriegsrecht gilt
und dass Truppen auf dem Weg nach Montgomery sind.
Wie lange bleiben die Marshals in Alabama?
Sobald der Bundesregierung bewiesen wurde,
dass der Staat Alabama selbst für Recht und Ordnung sorgen kann,
werden die US-Marshals abgezogen.
Wie effektiv waren die Marshals?
Es steht außer Zweifel, dass sie einige Leben retteten
und ein großes Blutvergießen verhinderten.
Die Interstate Commerce Commission fasste einen Beschluss,
der am 1. November in Kraft trat.
Danach mussten alle diskriminierenden Schilder im Terminal abgenommen
und durch Schilder über das Ende der Rassentrennung ersetzt werden.
In dieser Zeit entwickelten Bobby Kennedy und ich
eine gegenseitige Wertschätzung.
Ich war schon bald als Gast bei ihm zu Hause
und lernte Ethel und viele seiner Kinder kennen.
Ich sah, dass er ein toller Vater war,
und seine Kinder tobten auf ihm herum.
Im Gegensatz zu vielen anderen Männern seiner Stellung
war er nicht abwesend.
Und ich spürte in ihm eine starke moralische Haltung,
die weit über das hinausging, was er politisch ausdrückte.
James Baldwin rief mich an. Er war ein toller schwarzer Autor,
der mit den Kennedys befreundet war.
Er sagte: "Ich komme nach New York,
und ich möchte eine Gruppe Schwarzer zu einem Gespräch mit Bobby zusammenbringen.
Baldwin glaubte, dass hier ein Mensch war, dem sehr daran lag,
mehr über das zu erfahren, was vor sich ging.
Ich glaube, wir müssen einen Weg finden...
um die Regierung dieses Landes unter Druck zu setzen.
Wir müssen irgendwie erzwingen, dass sich Washington
moralisch verpflichtet.
Nicht den Schwarzen gegenüber, sondern dem gesamten Land.
Bobby bot seine Wohnung am Central Park South an.
Wir kamen in die Wohnung und haben lecker gegessen.
Er war ein guter Gastgeber,
und alles spielte sich in einem sehr freundlichen Rahmen ab.
Dann lenkte er das Gespräch auf den Vietnam-Krieg
und welche Rolle Schwarze bei der Verteidigung zu spielen hatten.
Und ein junger Mann namens Jerome Smith,
der als Bürgerrechtler fast zu Tode geprügelt wurde, sagte zu Bobby:
"Ich gehe. Ich will nichts damit zu tun haben.
Warum sind wir hier? Was für ein Spiel spielen Sie?"
Er ging knallhart zur Sache.
Und Bobby war ziemlich schockiert.
Jerome vertrat den Standpunkt, dass er sich als Schwarzer
nie dazu verpflichten würde, für dieses Land zu kämpfen.
Das brachte Kennedy in Fahrt.
Und er wurde sehr wütend.
Er hielt das für zutiefst unpatriotisch.
Der Abend in der Wohnung erschütterte ihn zutiefst.
Es war ein Riesenschock für mich, dass der Justizminister Mr. Robert Kennedy
nicht ahnte, dass ich Probleme damit hätte...
meinem Neffen zu sagen...
er solle zum Beispiel nach Kuba gehen,
um die Kubaner zu befreien
und für einen Staat zu kämpfen,
der behauptet, alles Menschenmögliche zu tun...
aber der mich nicht befreien kann.
Danach vergingen ein bis zwei Wochen.
Ich wandte mich wieder an Bobby.
Wir sprachen darüber.
Ich sagte, was ich glaubte.
Dass es eine wichtige Erfahrung für ihn war,
weil er die leidenschaftliche Seite schwarzen Denkens gehört hatte.
Weiße Menschen müssen
in sich gehen und herausfinden,
warum sie überhaupt einmal "Nigger" brauchten.
Ich bin kein Nigger, sondern ein Mensch.
Wer mich für einen Nigger hält, braucht das wohl.
Und die Weißen in diesem Land müssen sich Folgendes fragen:
Wenn ich kein Nigger bin...
und wenn ihr, die Weißen, ihn erfunden habt,
müsst ihr nachdenken, warum.
Präsidenten zu bewerten, ist ein Lieblings-Hobby der Amerikaner.
Was hat der Junge im Weißen Haus für uns getan?
Seit der Zeit von Franklin D. Roosevelt war kein Präsident mehr
so scharf kritisiert worden.
Die Kennedy-Regierung hat unserer Meinung nach
einen Fehler gemacht,
weil sie den Kongress nicht aufforderte,
das Bürgerrechtsgesetz anzunehmen.
Der amtierende Justizminister ist -
mit Zustimmung des Präsidenten der Vereinigten Staaten -
weitaus stärker für die Rassengewalt und -unruhen verantwortlich zu machen,
die sich durch das ganze Land ziehen,
als die skrupellosen Führer,
die zu Rassenunruhen anstiften und diese fördern.
Ich weiß nicht, warum sich Präsident Kennedy dazu ermächtigt fühlt.
Er hat nur um Haaresbreite gewonnen.
Es gibt weitverbreitete Arbeitslosigkeit.
Die Aufhebung der Rassentrennung führt zu Unruhen.
In Kuba hat Mr. Kennedy die erste radikale außenpolitische Entscheidung getroffen,
die versagte.
Die Invasion Kubas zu Luft und Meer wird in der Schweinebucht gestoppt.
Hallo, Jack.
-Gott... die Umfrage. -Was?
-Was, du bist auf 70% runter? -Wann?
-Gallup-Umfrage. -Wann war das?
-Vorgestern. -Ich wusste nichts.
Ja, wir sind von 76% auf 70% abgestürzt.
Das habe ich nicht gesehen. War es in der Post?
Ich habe es im Flugzeug gelesen.
Wir sind in einem Monat um 6% abgesackt?
-Seit Januar. -Seit der Kongress zurück ist.
-Okay. -Alles klar.
Ob der Präsident seine Sache gut macht,
ist eine schwierige Frage, auf die wir eine Antwort brauchen.
Unsere politische Struktur ist nicht mehr lebensfähig.
Es gibt nur noch Ergebnisse, wenn uns eine furchtbare Krise dazu zwingt.
11 Uhr 45.
Die vom Präsidenten Zusammengerufenen erreichen das Weiße Haus.
Außenminister Rusk, der Vorsitzende des Generalstabs General Taylor,
Vizepräsident Johnson,
Verteidigungsminister McNamara,
CIA-Chef McCone,
Justizminister Robert Kennedy.
Präsident Kennedy: Was ist das?
Edwin Martin: Der Sowjet-Stützpunkt auf Kuba.
Präsident Kennedy: Die Raketen sind in San Diego de los Baños?
Marschall Carter: Ja...
Es gibt gute Belege dafür, dass es für jede Abschussrampe Nachschub gibt.
Präsident Kennedy: Wie lange dauert es, bis sie schussbereit sind?
Marshall Carter: Sie könnten in zwei Wochen einsatzbereit sein.
John und Robert Kennedy saßen in einem Raum
mit den US-Streitkräften
und Vizepräsident Lyndon Johnson,
die alle für eine Invasion Kubas waren.
Wir empfehlen eine Aufklärungsmission.
Wenn das System die USA bedroht, sollten wir es mit einem Schlag vernichten.
-Das ist eine direkte Konfrontation. -Was machen wir?
Globaler Krieg, wenn es in unserem Interesse ist.
Mit Nuklearwaffen?
Wenn es sein muss.
Die Vereinigten Staaten standen nie so kurz
vor einem Atomkrieg.
Und John und Robert Kennedy standen allein.
Selbst wenn wir das alles überleben, was für ein Land sind wir dann...
Wir sagen seit 15 Jahren, dass die Russen
zuerst zuschlagen müssen.
Und jetzt wollen wir das einem kleinen Land antun?
Das ist eine verdammt schwere Last.
Das waren schwere Verhandlungen.
Es gab wohl nie schwierigere Verhandlungen.
Bob Kennedy hatte ein Gespür für Diplomatie.
Das wurde mir erst in dem Moment klar.
Er brachte Staat, Verteidigung, CIA und die UN-Mission zusammen,
damit sie seinem Bruder gemeinsam
die Optionen vorschlagen konnten, die ihm als Präsidenten offenstanden.
Chruschtschow hat einen Vorschlag gemacht.
Er bietet an, die Stützpunkte auf Kuba abzubauen,
wenn wir versichern, dass wir Kuba nicht angreifen.
Es wurde die Frage der Stützpunkte in der Türkei aufgebracht.
Wir sollen unsere Waffen von dort abziehen.
Er sagt, wenn wir aus der Türkei abziehen, zieht er aus Kuba ab.
Die sowjetische Reaktion aus dem Kreml.
Der russische Regierungschef sagt,
er wird keine Angriffswaffen mehr nach Kuba verschiffen
und außerdem sämtliche Raketen abbauen und entfernen,
die sich im Bau befinden.
Die ganze Welt atmet auf.
Damit ist das erste nukleare Kräftemessen der Welt vorbei.
Robert Kennedy war der zweitmächtigste Mensch der Vereinigten Staaten.
Er war nicht nur der Justizminister aus dem Justizministerium.
Er war Robert Kennedy, der Bruder des Präsidenten.
Und der Bruder eines Präsidenten, der ihm komplett vertraute,
und ihn bei jeder wichtigen Frage mit einbezog.
Ich ziehe eine Grenze
und werfe den Tyrannen den Handschuh vor die Füße,
und ich sage: Rassentrennung jetzt,
Rassentrennung morgen und Rassentrennung für alle Zeiten.
Gouverneur George Wallace versprach, sich selbst in die Tür zu stellen,
um zu verhindern, dass sich zwei Schwarze an der University of Alabama einschreiben.
Junge Leute trugen Anti-Kennedy-Schilder,
bevor der Justizminister zu einem geschlossenen Treffen eintraf.
Schilder mit: "Mississippi-Mörder", "Kennedy, koscher, Chruschtschow",
"Washington DC, eine Schande für Weiße."
Das spielte sich eine Viertelstunde vor Eintreffen des Justizministers ab.
Kennedy kam zu einem Gespräch ins Büro des Gouverneurs.
Gouverneur Wallace: Sie haben nichts dagegen, dass wir das aufzeichnen?
Robert Kennedy: Das überlasse ich Ihnen.
Gouverneur Wallace: Wir wollen das Gespräch für die Nachwelt bewahren.
Kennedy: Wäre es so furchtbar, wenn Schwarze die Universität besuchen?
Gouverneur Wallace: Es ist furchtbar, wenn die Bundesregierung Gesetze ändert
und sie Menschen aufzwingt, die sie nicht wollen.
Robert Kennedy: Die Regierung ändert keine Gesetze.
Die Bundesgerichte haben eine Entscheidung getroffen.
Gouverneur Wallace: Sie haben die Gesetze
über Rassentrennung neu geschrieben.
Seit 100 Jahren können wir getrennte Schulen haben.
Ich halte Integration für schlecht.
Es gibt nirgendwo im Land wirkliche Integration.
Das wissen Sie. Auch in Washington nicht.
Alle sind nach Virginia geflohen.
Warum holt die Regierung die Leute nicht zurück,
und sie studieren in Washington?
Robert Kennedy: Ich habe viele Städte in aller Welt gesehen,
die nicht von Weißen kontrolliert werden und trotzdem gut funktionieren.
Wallace: Nicht von Weißen,
aber auch nicht von Niggern.
Robert Kennedy: Doch, das auch.
Wallace: Ich habe nichts gegen Menschen anderer Hautfarbe.
Meine Kinder werden von Farbigen betreut.
Ich glaube nur nicht daran, es zu vermischen.
Ich werde nie freiwillig nachgeben
und ein integriertes Bildungssystem in Alabama zulassen.
JUSTIZBEHÖRDE
Susan, das Treffen im Weißen Haus findet erst um 17 Uhr 30 statt.
-17 Uhr 30? -Ja.
Wir wussten, dass es einen Kampf mit Gouverneur Wallace geben würde.
Wir fragten Bobby also, ob wir einen Film darüber machen dürften.
Wir hatten New Frontiers gemacht.
Es war ein Film im Weißen Haus, mit Kennedy.
Sie machten sich wegen Alabama Sorgen,
weil in Mississippi ein paar Leute erschossen worden waren.
Ich sagte: "Ich will Alabama filmen."
Und Bobby sagte: "Okay." Und wir machten Crisis.
Der Justiz muss den Beschluss des Bundesgerichtes durchsetzen
und den Studenten den Besuch der Universität ermöglichen.
Der Justizminister möchte Sie sprechen.
Guten Tag, General.
Wir sollten einen Plan dafür entwickeln, was passiert,
wenn General Graham dort eintrifft.
Ich bin nicht dafür, den Gouverneur abzuholen
und so aus dem Weg zu schaffen.
Es wäre viel besser, wenn wir genug Menschen hätten,
um ihn aus dem Weg zu drängen.
Ich möchte allen versichern,
dass wir nicht zulassen, dass diese Universität entweiht wird.
Natürlich gibt es Provokateure,
die von außerhalb dieses Staates kommen
und versuchen werden, Gewalt auszulösen,
um unserer Sache zu schaden.
Wenn er sich weigert,
sagt Nick Katzenbach, dass es einen Gerichtsbeschluss gibt
und dass wir ins Gebäude müssen.
Diese Sache wurde vor Gericht entschieden, nicht hier.
Er hatte seine Gelegenheit und sollte sie durchlassen,
sonst müssen wir Maßnahmen einleiten,
denn diese Studenten werden die University of Alabama besuchen.
Wenn er sich immer noch nicht bewegt, versuchen wir, vorbeizukommen.
-Schieben? -Ein bisschen schieben.
Oder es stellt sich jemand vor ihn.
Versucht, reinzukommen. Es gibt drei Türen.
Wir versuchen, jemanden drinnen zu haben, der die Tür aufmacht.
Wir sollten hier schneiden.
Um die Strategie in Alabama umzusetzen,
entsendet Robert Kennedy seinen Stellvertreter,
Nicholas Katzenbach, nach Tuscaloosa.
Alles weist darauf hin, dass er nicht aus dem Weg gehen wird.
Und er wird vor der Menge und den Reportern ein Drama daraus machen,
wenn er mit Gewalt entfernt wird.
-Wollen Sie Kerry hallo sagen? -Ja.
-Hi, Nick. -Hi, Kerry. Wie geht's?
Was machst du?
Bist du...?
Bist du bei uns zu Hause?
Nein, ich bin nicht bei euch. Ich bin weit unten im Süden.
Okay, sag tschüs.
Sag tschüs.
Tschüs! Tschüs.
Hallo?
Nick, du musst wahrscheinlich ein bisschen improvisieren.
Behandle ihn so, als würdest du ihn nicht zu ernst nehmen,
als würde er nur Zeit vergeuden.
Er vergeudet die Zeit der Studenten und macht ein großes Drama.
Und ich würde so einen Tonfall benutzen.
Ja. Okay?
Viel Glück. Du schaffst das.
Der Campus der University of Alabama in Tuscaloosa
wird von der örtlichen Polizei bewacht.
Gouverneur Wallace erwartet die Konfrontation mit dem Vize-Justizminister.
Ich bin hier, um mir von Ihnen versichern zu lassen,
dass Sie diesen Studenten nicht den Zutritt verweigern werden:
Vivian Malone und James Hood.
Sie werden zur Seite treten und Ihrer Pflicht als Gouverneur nachkommen.
Ich verbiete hiermit diese illegale und unberechtigte Handlung
der Bundesregierung.
Gouverneur Wallace, ich entnehme dieser Aussage,
dass Sie in der Tür stehenbleiben werden.
Gouverneur George Wallace aus Alabama steht in der Tür der Universität.
Nachdem die Beamten gegangen sind, vergehen ein paar Stunden.
Präsident Kennedy zieht die Nationalgarde von Alabama ein.
Unterschreibst du die Erklärung jetzt?
Die Rechtsverordnung, ja. Jetzt gleich?
Alles klar.
Und sie kommen zum Campus.
Brigadegeneral Henry Graham sagt dem Gouverneur:
"Ich muss Sie leider bitten,
auf Befehl des Präsidenten zur Seite zu treten."
Er entfernt sich von der Tür. Er geht zur Seite.
Der Gouverneur fügt sich,
verspricht aber, seinen verfassungsgemäßen Kampf fortzusetzen.
Fünf Minuten nach Abgang des Gouverneurs wird James Hood als erster Schwarzer
Student der University of Alabama.
Vivian Malone folgt ihm ins Anmeldebüro.
Diese Nation baut auf dem Grundsatz auf, dass alle Menschen gleich sind.
Hast du ein Streichholz?
Es muss daher amerikanischen Studenten aller Hautfarben möglich sein,
eine öffentliche Einrichtung zu besuchen,
ohne von Truppen unterstützt zu werden.
Als Land und als Volk stehen wir vor einer moralischen Krise.
Es steht ein großer Wandel bevor,
und unsere Aufgabe, unsere Pflicht, besteht darin,
dafür zu sorgen, dass diese Revolution, dieser Wandel,
sich friedlich vollzieht.
Wer nichts tut, ermöglicht damit erst Schande und Gewalt.
Wer mutig handelt, erkennt das Recht und die Realität an.
Ich werde den Kongress der USA kommende Woche auffordern,
es amerikanischen Bürgern jeder Hautfarbe zu ermöglichen,
sich zu einer freien Wahl anzumelden und ihre Stimme abzugeben,
ohne Störungen oder Gewalt fürchten zu müssen.
Als ich Robert Kennedy 1963 begegnete,
sagte er zu mir...
Er sagte: "John, ich verstehe die jungen Leute jetzt.
Die Studenten haben mir die Augen geöffnet."
Er sagte weiter: "Wir bringen diesem Land Gerechtigkeit."
Die Methode, die in den USA derzeit am häufigsten genutzt wird,
um zu verhindern, dass Schwarze ihr Wahlrecht wahrnehmen,
ist diese Leseprüfung.
Wenn ein Mensch nach der sechsten Klasse nicht lesen und schreiben kann,
sollte er meiner Meinung nach nicht wählen dürfen...
Ist das Schulsystem in North Carolina so schlecht,
dass man nach der sechsten Klasse nicht lesen und schreiben kann?
Dann sollten wir etwas tun.
Die Regierung hat allen Bürgern gegenüber die Verantwortung,
dafür zu sorgen, dass sie ihr Wahlrecht ausüben können,
wenn ihnen dies verboten wird,
weil sie eine schwarze Hautfarbe haben.
Er ging auch in die Schlacht, wenn der Sieg keineswegs gewiss war.
Er war bereit zu kämpfen.
Ich hoffe, Sie werden sich uns anschließen,
um die Situation zu verbessern.
-Ich liebe die Verfassung zu sehr. -Ich liebe die Verfassung auch.
Das verstößt nicht gegen die Verfassung.
Der Marsch auf Washington: Das war Amerika in Höchstform.
Es war ein wunderbarer Tag.
Und daraus wurde eine erschütternde, aber wunderbare Rede
von Dr. King geboren.
"Ich habe einen Traum."
Und der andere Redner war ein junger Mann namens John Lewis.
Seine Rede war unglaublich.
Ich fordere euch alle auf, euch der Revolution anzuschließen,
die dieses Land durchzieht.
Bleibt auf den Straßen
aller Städte und Dörfer in diesem Land,
bis wahre Freiheit erreicht ist.
Wir müssen uns dieser Revolution anschließen und sie zu Ende führen,
im Mississippi-Delta und in Südwest-Georgia,
im schwarzen Gürtel von Alabama, in Harlem,
in Chicago, Detroit, Philadelphia:
Im ganzen Land demonstrieren die schwarzen Massen für Arbeit und Freiheit.
Robert Kennedy und sein Bruder, der Präsident, reagierten auf den Druck.
Sie reagierten auf den Widerstand.
Er wurde so etwas wie ein Kämpfer...
für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit.
Wir wussten, dass unsere Chance
auf ein Bürgerrechtsgesetz und ein Wahlrecht
vor allem auch den Kennedys zu verdanken war.
Eilmeldung aus Dallas.
Präsident Kennedy ist seinen Schussverletzungen erlegen.
Das sind die aktuellen Informationen aus Dallas.
Wir bringen Ihnen alle neuen Informationen, sobald sie eintreffen.
Ich wiederhole diese Eilmeldung mit größtem Bedauern.
Zwei Priester, die beim Präsidenten waren,
bestätigen, dass er erschossen wurde.
Präsident Kennedy wurde in Dallas, Texas, ermordet.
Lyndon Johnson ist Präsident der Vereinigten Staaten.
Er legte den Eid in einem Flugzeug
auf dem Weg zurück nach Washington ab.
Hier die Szene am Luftwaffenstützpunkt Andrews vor wenigen Minuten.
Als ich zum Flughafen kam,
sah ich in eine abgelegene Ecke.
Bei einem alten Truck lief jemand auf und ab.
Ich ging zu ihm.
Es war Bobby Kennedy, allein.
Er weinte.
Und ich ging zu ihm. Ich weiß nicht mehr, was ich sagte.
Wahrscheinlich: "Bob, wir weinen alle.
Wir weinen alle. Die ganze Welt weint."
Hinter dem Sarg kommt Mrs. Jacqueline Kennedy.
Zur Rechten ihr Schwager, Justizminister Robert Kennedy.
Sie helfen ihr herunter.
Es ist eine traurige Zeit für alle Menschen.
Wir haben einen unsagbar schweren Verlust erlitten.
Ich weiß, dass die Welt das große Leid
von Mrs. Kennedy und ihrer Familie teilt.
Untertitel von: Lena Karsten
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