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Original subtitles

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Ich setze Geld auf ihn, und er verliert.

Wie kann dieses Kind ihn schlagen?

Was kann ich denn dafür?

Gib mir mein Geld.

Ich hab gewonnen, gib mir das Geld.

Bruder, gib mir mein Geld! Ich hab gewonnen.

Komm schon, gib her!

Sir!

Salam, Fahim. - Salam alaikum.

Fahim!

Dieser Idiot kann überhaupt nicht fahren!

Fahim!

Komm her!

Fahim!

Bleib stehen!

Nura, warte. Nura!

Was macht ihr denn da?

Geht unten spielen!

Passt auf!

Willst du einen Schach-Großmeister kennenlernen?

Klar, Papa!

Wann denn?

Wann?

Wenn wir's zu fünft versuchen, schnappen sie uns.

Weißt du noch, was ich gesagt habe?

Erst besorgst du eine Wohnung,

Papiere,

Arbeit

Dann kommen wir nach.

Dann sind wir alle beisammen.

Nur Gott weiß, was geschieht.

Fahim.

Hör auf deinen Vater. - Beeilung!

Gib her.

Gut verstauen.

Ich hoffe, es wird euch gut ergehen.

Euch auch.

Fahim, komm jetzt. Fahim!

Mama, ich will nicht! - Fahim.

Mama, ich will nicht mit Papa weg!

Mama!

Mama!

Kannst du mich über die Grenze bringen? - Nein, das geht nicht.

Bringst du mich über die Grenze?

Nein. - Ich zahle auch.

Ich werde den Großmeister treffen!

Fahim, beeil dich!

Wer ist das? - Er hilft mir.

Aussteigen.

Papiere!

Na los, raus!

Das ist für Sie.

Lasst den LKW durch!

Der Zug kommt, beeil dich. - Ich hätte gewonnen! - Das glaub ich nicht.

Aussteigen. - Wieso denn hier?

Da ist der Flughafen.

Hier spricht der Kapitän. Wir erreichen

Paris-Orly in 30 Minuten. Die Temperatur beträgt dort 16 Grad.

Das Meer.

Papa, das Meer!

Das Meer.

Das Meer - Nein, das sind Wolken.

Kein Fahrer!

Papa, es gibt keinen Fahrer!

Oh, lá, lá! - Was, Papa?

Frankreich!

Zidane!

Eiffelturm! Kaufen Sie Eiffelturm!

Eiffelturm, junge Frau?

Warte hier, ja?

Bis später.

Mehr. In Frankreich zahlt man im Voraus.

Okay, das reicht für drei Nächte.

Hier.

Schönen Aufenthalt in Paris.

Ich hab genug Leute in meiner Küche,

aber wenn sich was ergibt, rufe ich an.

Vielen Dank, alles Gute.

Job? Job?

Bitte, Job. - Hier gibt's keinen „Job. No Job.

Madame

Danke,danke.

Papa,

wann treffe ich den Großmeister?

Bald.

Monsieur?

Nein, keine Sorge. Es ist alles in Ordnung.

Wir sind vom Roten Kreuz. Keine Sorge. - Wir wollen Ihnen helfen. Rotes Kreuz.

Nein, Sie wollen mir meinen Sohn wegnehmen. - Wir sind nicht von der Polizei.

Keine Polizei. Verstehen Sie Französisch? Wir wollen Ihnen helfen.

Kommen Sie, wir geben Ihnen was zu essen.

Kommen Sie ins Warme.

Ich bring euch um, Ousmane und Samba! Was soll das? Hebt das wieder auf!

Auf die muss man aufpassen. - Guten Tag.

Ihr fahrt gleich zurück nach Dakar! Ich hab's satt mit euch.

Willkommen bei France Terre d'Asile.

Hier wird's Ihnen gefallen.

Das Bad ist da drüben.

Sie können bleiben, bis Ihr Asylantrag entschieden ist.

Kinder schlägt man nicht.

Nächstes Mal schlage ich Sie, verstanden?

Guten Appetit!

Guten Appetit.

Das kann man nicht mitessen. Du musst das Plastik abmachen.

Guck mal.

Fahim, wenn du uns Schach beigebracht hast

Schach.„

Dann gehen wir Fußball spielen. - Danach. - Fußball.

Zidane. Kicken. - Okay.

Moment mal - Kann er so ziehen?

Kann er nicht. - Nein - Ist er tot?

Ist er...

Ich meine, ob er tot ist. - Tot

Da haben wir's.

Es gibt einen Schachklub, nicht weit von hier.

Die Website ist Mist.

"Mist"?

Die Website.

Der Klub ist sehr gut.

Hier. Okay? - "Mist" Klub "Mist".

Sie sind echt charmant.

Der ist schwarz, der gewinnt. - Klar.

Jeder weiß, dass die Schwarzen gewinnen. - Gewinnen

SCHACHKLUB CRETEIL

Eliot, du bist tot!

Louis.

Ich? - Ja.

Läufer schlägt Läufer. Vielleicht.

Vielleicht?

f4-f3, Abzugsschach.

Du hast keine Dame mehr, du bist tot.

Max.

Nee, ich bin tot.

Na?

Wer kriegt es raus?

Schachklub "Mist"?

Was will der?

Fahim.

Ich will Weltmeister werden.

Wir sprechen hier Französisch.

Die Anmeldung ist im September, aber der Kurs ist schon voll.

Also geh.

Ich weiß! Der Bauer!

Also weißt du's doch nicht.

Alex, was machst du da? - Ich klicke mit dem Kuli.

Wie bitte? - Ich klicke mit dem Kuli.

Du klickst mit dem Kuli?

Und du, Luna? Wie steht's bei dir aus?

Springer e1? - Schon besser.

Aber der Turm schlägt g2.

Schach. -Tja

Der Springer schlägt den Turm? - Was ist mit meiner Luna los?

Man muss die Gefahr durch den Läufer bannen.

Na also!

Alle raus!

Du bleibst hier.

Na los.

Ach, schon wieder.

Schon Zigarettenpause? - Wir haben ‘nen Neuen.

Ein junger Emigrant. - Der ist richtig gut.

Sein Vater meint, der Klub wäre Mist. Das ist gar nicht nett.

Eine Partie.

A tempo.

Beenden.

Dreimal derselbe Zug. Remis.

Das war's.

Schwarz kann nicht gewinnen, trotz einiger Vorteile.

Ich habe nicht "gewinnen" gesagt, sondern "beenden".

Nix gewinnen.

Und jetzt bist du tot.

Was soll das? - Der ist gemein, mit dem spiel ich nicht!

Patsch! Gute Idee. Sollte ich auch machen.

Lauf nicht weg. Du spielst sehr gut. Melde dich bei uns an.

Madame, er versteht sowieso nichts. - Wo will er denn hin?

Fahim Idiot. - Idiot hin oder her. Aber ganz allein in Creteil?

Was denn? Ich hab nichts gemacht.

Guten Appetit.

Fahim! - Mama!

Hörst du mich? Hallo!

Hallo? - Geht's dir gut?

Mama, geht's dir gut? - Hörst du uns nicht?

Mama, hörst du uns? - Hallo!

Das funktioniert nicht.

Mama! - Hörst du uns?

Hörst du mich nicht?

Manchmal ist der Wurm drin.

Heißen Sie Mohammad oder Mohammed? - Mohammad.

Mohammad, gut. Wie viele Kinder?

Kinder? Drei? Okay.

Das Asylverfahren dauert lange. Wir warten seit 14 Monaten.

Außer, du bist wichtig. Minister oder Olympiasieger.

Weder das eine noch das andere.

Oder dein Vater sucht sich eine Frau. - Der ist zu dünn. Er sieht aus wie Snoop Dogg.

So redet man nicht vor Fahim! - Er versteht's eh nicht. - Dann seid still!

Sonst steck ich euch ins Waisenhaus.

Ich verstehen kleines bisschen.

Guten Tag.

Also

Mohammad Nura, warum beantragen Sie Asyl in Frankreich?

Warum beantragen Sie Asyl in Frankreich?

Fahim, geh draußen spielen. Das wird eine Weile dauern.

Ich höre.

Ich habe Angst um meine Familie zu Hause.

Er hat gehört, dass es in Frankreich sehr gute Sozialleistungen gibt.

Wenn es klappt, holt er seine ganze Familie nach.

Macht er sich über mich lustig? - Keine Ahnung.

Arbeit und Wohnung finden,

sich integrieren Bemühen Sie sich darum?

Sie sagt, dass es mutig war, hierherzukommen.

Sie tut alles, damit Ihr Antrag schnell genehmigt wird.

Vielen Dank. Ich brauche Ihre Hilfe wirklich dringend.

Was?

Er sagt

Übersetzen Sie's bitte.

Sie wollen sowieso versuchen, nach England zu kommen. Das hat er gesagt.

Ist ja großartig.

Sie müssen mir konkrete Beweise für Ihre Notlage vorlegen, okay?

Alles in Ordnung, keine Sorge. Wir kommen wieder auf Sie zu.

Ihre Eingangsbestätigung.

Die Eingangsbestätigung. - Danke.

Wiedersehen.

Tja, bis dann.

SEPTEMBER 2011

Bist du der Neue? - Ja. - Schon am ersten Tag zu spät.

Das fängt ja gut an.

Was ist denn passiert? - Der Monsun, Monsieur.

Der Monsun? - Der Monsun.

Der Monsun!

Na? - Das ist schwer.

Es ist etwas kompliziert:

Wie verlegt man Leitungen zwischen den Häusern

und versorgt jedes Haus mit Gas,

Strom und Wasser, ohne dass die Leitungen sich kreuzen?

Was machst du da? - Nichts.

So sollen wir das nicht machen. - Doch.

Gleich erwischt sie dich. - Dann bist du tot. - Sie bestraft dich.

Zeig mal, Fahim.

Du bist mausetot. - Ich zeig's euch mal:

Es gibt keine zweidimensionale Lösung, aber Fahim kam auf die Idee,

in drei Dimensionen zu denken. Bravo, Fahim. Sehr gut.

Er hat's geschafft.

Du bist gut in Mathe. Spiel doch mal Schach, das gefällt dir bestimmt.

Hab ich was Komisches gesagt? - Schach ist sein Leben.

Weißt du was?

"In der Schule, ich spreche Französisch."

Wow! Bravo, mein Sohn.

"Ich spreche Französisch."

Die Lehrerin stinkt an den Füßen.

"Die Lehrerin trinkt an den Füßen." - Nein, sie stinkt!

Guten Appetit!

Bravo.

Hallo? Hallo?

Eine Frau ist schwer verletzt. - Legt sie flach hin.

Hier brennt es überall. - Sammelt die Verletzten ein.

Fahim?

Fahim? - Ich mag ihn nicht.

Er ist so dick. Ich hab Angst vor ihm!

Red keinen Unsinn. Seinetwegen sind wir aus Bangladesch gekommen.

Jedes Kind in Bangladesch würde gerne mit dir tauschen. Komm jetzt!

Namasta Sagatama.

Shagotom.

Das klingt ganz anders

Hier steht in Lautschrift: "Namasta Sagatama."

Auf nichts ist Verlass. Also: Shogotom.

Bitte auf Französisch, Madame.

Du sprichst schon Französisch?

Wow, nach sechs Monaten? Bravo. Da hast du wohl eine gute Lehrerin?

Sie stinkt an den Füßen?

Madame Ach so, die Lehrerin?

Ja, aber sie ist doch trotzdem eine gute Lehrerin.

Darauf kommt's doch an.

Jedenfalls bin ich sehr froh, dass du wieder zu uns gekommen bist.

Es stimmt, dass Sylvain

Monsieur Charpentier. Er heißt Sylvain.

Er ist ein bisschen grob, ein bisschen

ein bisschen unwirsch, ein bisschen

streng, ein bisschen

Er kann auch ziemlich kalt sein.

Du wirst gut mit ihm auskommen und Fortschritte machen.

Er soll der beste Lehrer sein.

Er hat viele zu Champions gemacht. Das ist zwar lange her,

aber vielleicht bist du der Nächste?

Die Mitgliedschaft kostet 90 Euro

90 Euro?

90 Euro Aufnahmegebühr. Komm, wir gehen.

Nein, Fahim, bleib da. Ist schon gut.

Ich trag dich einfach ein. Das ist Monsieur Charpentier bestimmt recht.

Wir müssen nichts bezahlen.

Danke vielmals.

Ich kann nur ein neues Wort pro Tag lernen.

"Shogotom" kenne ich jetzt.

Bravo.

Das hab ich dir beigebracht.

Du hast gut gespielt.

Du scheinst zu verlieren, aber du wirst es schaffen.

Wie denn?

Luna, wenn du ihm vorsagst, bring ich dich um.

So?

Du meinst, den Läufer nach a6?

Nein - Doch, du Austernkopf!

Austern haben keinen Kopf.

Kommt her.

Läufer a6.

Ein raffinierter Trick, der Weiß rettet.

Die Züge müssen sitzen, sonst ist man verloren.

Zu spät.

Was? - Wir kommen zu spät.

Nein, wir sind pünktlich.

Mein Vater sagt: "Nicht zu spät."

Doch, zu spät.

Er sagt: "Zu spät." - 20 Minuten sind doch gar nichts.

In Bangladesch ist keiner pünktlich, keiner wartet, und alle sind glücklich.

Ich hasse Ausreden und glückliche Menschen.

Also - Was?

Und ich hasse Diskussionen.

Also, komm her.

Man muss wissen, was man spielt, sonst

Alles klar?

Alles klar?

Gut.

Weiß verfügt hier über eine Kombination, die es erlaubt, den Bauern nach h6 zu ziehen.

Ehe man sich da hineinstürzt, muss man über den letzten Zug nachdenken.

Über die Schlusspointe, die allem einen Sinn gibt.

Interessiert dich das nicht?

Wann spielen wir, Monsieur Sylvain? - Schach ist kein Spiel, Monsieur Fahim.

Schach ist Krieg. Ein Krieg zwischen zwei Gehirnen.

Kein anderer Sport ist so brutal.

Kasparow, das "Biest aus Baku", hat das gesagt.

Während der Partie

sah der russische Meister seinem Gegner in die Augen,

als könnte er in ihn hineinschauen und ihn vernichten.

Fahim,

an die Tafel.

Komm. Was machst du jetzt?

Angriff. - Nein.

Erzähl keinen Unsinn.

Das ist kein Unsinn! - Sieh hin.

Denk nach.

Und ihr?

Ihr guckt gar nicht aufs Schachbrett.

Was machen wir jetzt? Max?

Ich Nein.

Da vielleicht hier.

Geht das auch im ganzen Satz?

Alex?

Fragen Sie lieber jemand anders.

Vielleicht den Turm ziehen, der auf d5 steht?

Vielleicht hältst du einfach die Klappe, wenn du keine Ahnung hast?

Luna?

Luna.„

Tja, in diesem Fall müssen wir

Lass sie ruhig lachen, mach weiter.

Ja

"Denn beim letzten Verse sticht er."

Die Pointe.

Ohne diesen letzten Zug steht Weiß mit leeren Händen da.

Okay, Zigarettenpause.

In der Pause machen wir Sport. Das ist Pflicht.

Ja, Sport setzt Hormone frei, die gut für die Konzentration sind.

Der ist ätzend. - Was? - Mach deine Übungen,

sonst sag ich's Monsieur Charpentier. - Eliot will Fahim verpetzen!

Der ist ätzend. - Fahim, mach's wie die anderen.

Der ist ätzend.

Genau. Mit mir lernst du schnell Französisch. Louis. - Fahim.

Ammu. - Einfach nur "Ammu"?

Nein, er meint seine Mutter. Er nennt sie Ammu.

Das ist interessant. Fahim hat etwas verwechselt:

"le maire", den Bürgermeister, und "la mere", die Mutter.

Das nennt man "homofon".

Was ist das? - Derselbe Klang, aber nicht dasselbe Wort.

Gibt es noch ein Beispiel mit "Ia mere"?

Fahim?

"La mer" Ganz viel Wasser.

Genau. Das Meer, in dem man schwimmt. Sehr gut.

Die Antwort liegt auf dem Schachbrett, Max.

Er hat keine Ahnung. Wenn er so toll ist, warum spielt er dann nicht mehr? - Was ist?

Wenn du's wissen willst, lern Französisch.

Schachmatt.

Hör auf! - Gut gespielt.

Was ist, Max? Verlierst du? - Der macht so einen Krach!

Nicht ich, sondern mein Kuli.

Sag deinem Kuli, wenn er das im Turnier macht, dann bring ich dich um. Klar?

Die Zeit ist um, die Partien sind beendet.

Post mortem. Aufräumen. - "Pause mortelle"?

"Post mortem." Sylvain erklärt dir,

warum du schlecht spielst, egal ob du verlierst oder gewinnst.

Fahim?

Lass mal sehen.

Nicht übel.

Du hättest eher gewinnen können. - Aber ich hab gewonnen.

Luna, deine Notation.

Esel!

Schön. - Danke. - Du hast gut gespielt.

Bis Samstag, Mathilde.

Warum sind Sie so streng mit Fahim? - Er hört nicht und spielt mit Wut im Bauch.

Er ist jung.

Bobby Fischer, Großmeister mit 15.

Magnus Carlsen, Großmeister mit 13.

Sergei Karjakin mit 12.

Fahim ist schon alt. - Erlebt mit seinem Vater im Flüchtlingsheim.

Viktor Kortschnoi, Asyl in der Schweiz.

Boris Spasski floh nach Frankreich,

Fischer nach Island, Kasparow - Schon gut, Sie haben recht.

Schach Nichts als Schach.

Das sind alles Nebensächlichkeiten, die gehören nicht in Ihre Akte.

Haben Sie Dokumente, die Ihren Asylantrag rechtfertigen?

Sie fragt, ob Sie Ihren Asylantrag zurückziehen wollen.

Nein. - Wenn Sie nicht kooperieren, haben Sie keine Chance.

Geben Sie nicht auf, wir helfen Ihnen.

Lügner! Du Flasche!

Was ist? - Hau ab, du Idiot!

Wer ist das? - Was ist los? - Er hat gelogen, Madame!

Passen Sie auf Ihren Sohn auf. - Der übersetzt Unsinn.

Was willst du hier? - Du lügst.

Lügner! - Ich rede hier mit deinem Vater. Geh weg.

Was ist los, Raj? - Er lügt.

Was? - Warum lügst du? - Raus hier. Hau ab.

Hau selber ab! - Wie reden Sie denn mit ihm? - Papa? Der lügt!

Ich dolmetsche, was dein Vater sagt. - Stimmt nicht!

Hau ab! - Gehen Sie, Raj.

Sofort. - Raus!

Madame - Raus, hab ich gesagt! - Raj, Sie gehen jetzt.

Mit Ihrem Fall befasse ich mich später.

Ich besorg Ihnen einen anderen Dolmetscher. - Ich kann das übernehmen, Madame.

Na gut, machen wir's erst mal so.

Frag sie, warum er das getan hat. - Warum hat der Dolmetscher gelogen?

Vielleicht sabotiert er Sie, um einen Inder zu bevorzugen. Das kam schon vor.

Er macht das wohl für die Inder. Wir sollen abgelehnt werden.

Ich brauche Berichte über alles, was Ihnen passiert ist.

Fotos, Zeugenaussagen, Presseartikel

Wir sind bloß wegen dem Schach hier.

Schach?

Inwiefern?

Mein Vater sagt, dass er gegen die Regierung war.

Um ihn zu bestrafen, wollten sie mich kidnappen.

Weil man mich durch das Schachspielen kannte.

Papiere! - Er braucht Hilfe.

Arschloch!

Dich mach ich fertig.

Wir wissen, wer du bist.

Mein Vater und ich, wir mussten meine Mama zurücklassen.

Mama ist zu Hause.

So ist das.

Das müssen Sie alles beweisen.

Morddrohungen, politische Probleme etc.

Es ist wichtig, den Richter zu beeindrucken.

Lasst euch Passfotos machen. 35 mal 45 Millimeter. Okay?

Hast du ein Foto von deiner Mama?

Sag deinem Papa, dass er einen Job braucht. Das ist sehr wichtig.

Und wenn er keine Papiere bekommt?

Dann muss er zurück nach Bangladesch. - Und ich?

Du kommst dann in ein Heim.

So steht es im Gesetz. Das ist nun mal so.

Fahim, was hat die Frau gesagt?

Nichts.

Ich brauche fünf Euro.

Fünf Euro? - Ja.

Fahim, mein Sohn, weißt du

Ich habe dir - Ich weiß, Papa.

Aber man soll nicht lügen.

Magnus Carlsen ist hier erst 13.

Er ist auf Augenhöhe mit dem Großmeister Sipke Ernst.

Es ist die letzte Partie des Turniers. Ein ausgeglichenes Spiel.

Also

Springer nach g6.

Bauer schlägt Springer.

Das erste Opfer.

Dann schlägt die Dame e6.

Schach.

König h8,

h5 schlägt g6.

Der Springer zieht nach h8, um die Position zu verteidigen.

Der Läufer schlägt h6 und peng

Der zweite Sargnagel.

Nein, er spricht noch kein Französisch,

aber er ist ein Super-Typ.

Also, hör zu:

Wenn du was von einem kleinen Job oder auch einem großen Job hörst,

dann vergiss nicht, mich anzurufen.

Okay? Ja, danke. Also

Vielen Dank.

Dieser Krach macht mich wahnsinnig.

Turm schlägt h6.

Das dritte Opfer.

Sylvain, bitte etwas leiser.

Sind Sie deshalb hier?

Also, könnt ihr mir folgen?

Der König ist schwach, wenn

seine Dame weg ist.

Na schön. Zigarettenpause.

Warum ist sie reingekommen? - Was hat er für ein Problem?

Wenn er Mathilde sieht - Dann dreht er durch.

"Dreht er durch"? - Er wird verrückt.

Du kennst doch "verrückt"? Das ist dasselbe. - Wie Luna bei dir.

Träum weiter, Alex.

Er tut nix? - Wie beim Schach: Theoretisch weiß er alles, aber praktisch versagt er.

Sylvain ist eine Flasche.

Schön gesagt. Perfekt.

Er macht Fortschritte. - Ja.

Ich sagte "Zigarettenpause". Los, alle raus. - Es ist zu kalt, Monsieur.

Wo ist Fahim?

Zieh das an.

Fahim, geh nicht ohne Mantel raus, wenn's schneit.

Ich habe keinen. - Denk nächstes Mal dran. - Er sagt doch, er hat keinen.

Ist aber echt praktisch.

Also, da ihr keine Zigarettenpausen mögt,

spielt ihr jetzt blind.

Ja! - Wach auf.

Stellt euch das Schachbrett vor.

Malt euch die Reihen und Linien aus.

visualisiert.

Auf einem Schachbrett gibt es mehr Abenteuer als auf allen Weltmeeren.

Und los.

e4.

c5.

Springer f3.

d6.

d4.

Springer schlägt d4.

Die Sizilianische Verteidigung.

Sehr aggressiv. Die Lieblings-Eröffnung von Bobby Fischer und Kasparow.

Springer schlägt d4.

Du hast es im Kopf, Fahim. Nur im Kopf.

Springer f6.

Sehr gut. - Springer C3.

96-

Die Drachenvariante. Eine schneidige Fortsetzung. Aber auch riskant.

König h1.

Dame g1. Schach.

Turm schlägt Dame. - Sieh an.

Springer f2.

Ich bin Schachmatt.

Ein Ersticktes Matt. Fantastisch!

Ich sehe, dass die hübsche Luna dich inspiriert.

Ruht euch am Wochenende aus, damit ihr beim Turnier gut in Form seid.

Nicht ausgehen, keinen Alkohol.

Keine Drogen. - Und keinen Sex.

Und

keinen Sex.

Raus mit euch. - Tja, so ist das eben.

Und was machen Sie nun? - Keinen Sex!

Eliot, Tisch 2 mit Weiß.

Kinder, ihr habt unsere Freunde aus Creteil nicht begrüßt. Dank ihnen heißt es

Boulogne gewinnt! - Genau.

Danke fürs Kommen.

Luna, Tisch 5 mit Weiß. - Hallo, Sylvain. - Wir freuen uns, wenn Sie sich freuen.

Sehr schön gesagt. - Alex, Tisch 7 mit Weiß.

Freundlich und zufrieden.

Aufhören. - Der geht mir auf die Eier. - Dieser Idiot.

Hier gewinnt man am Schachbrett.

Wir treten Boulogne in den Arsch, okay?

Tisch 6 und 8, mit Weiß.

Wir werden sie ficken. - In den Arsch treten.

Wir treten ihnen in den Arsch!

Wo bleibt er?

Ich hab doch gesagt, wir müssen früher los! Du kommst immer zu spät.

Wir sind pünktlich losgegangen.

Der Bus war schuld. - Wir hätten früher gehen sollen.

Guten Morgen, Kinder. Das Turnier fängt gleich an.

Die Handys müssen ausgeschaltet werden.

Ihr dürft den Raum nicht ohne Erlaubnis eines Schiedsrichters verlassen.

Ihr habt eine Stunde für eure Partie

und 45 Minuten für den ersten Zug.

Danach werdet ihr disqualifiziert.

Ach du Scheiße.

Bitte nicht heute!

Schwarz startet die Uhr, Weiß macht den ersten Zug.

"In Bangladesch wartet keiner." Ich tret dir in den Arsch!

Dich hab ich nicht gemeint. Hau ab.

Sind die 45 Minuten um? - Ich hoffe, sie wurden abgeschoben.

Das wäre wenigstens eine gute Ausrede. - Das ist nicht nett, Sylvain.

Alles okay? Was war los?

Hör auf damit.

Es reicht. - 'tschuldigung.

Schwarz startet die Uhr, Weiß fängt an.

Wach auf.

Kinder, die nächste Runde beginnt.

Na? - Ich gewinne. Und du?

versuch's mit dem Kasparow-Blick.

Das haben wir schon hundertmal gesehen!

Luna, du machst genau, was ich sage, okay? Fahim, im Moment bist du Dritter.

Bei der Landesmeisterschaft steigt das Niveau. Nicht zu früh freuen.

Tu mir einen Gefallen, Kleiner. Geh Dame spielen!

Viel Glück.

Dein letzter Gegner Dufard ist zäh.

Wenn du aufs Podium willst - Ich mach ihn fertig.

Hals- und Beinbruch. - Brich dir selber was. - Nein, das heißt "viel Glück".

Dann Hals- und Beinbruch mit Mathilde. - Ja, hau ab.

Der ist nicht übel. Holst du die jetzt aus dem Ausland?

Bist du PSG? - Wusstest du das nicht?

Du bist Mohammed? Ich heiße Dufard.

Mohammad.

Araber spielen eigentlich Fußball, oder?

Und Arschlöcher spielen eigentlich kein Schach.

Der Jugoslawische Angriff. Das gibt ein Gemetzel.

Ja, so seh ich das auch.

Nicht doch!

Den Läufer nach f8.

Der Todeskuss folgt sogleich.

Hier, das kannst du aufessen. Nimm schon.

Verdammt!

Das Handyverbot gilt auch für Eltern.

Moment, ich gebe weiter.

Ja?

Er ist da, aber er versteht kein Wort.

Ja

Ist gut.

Ist das alles?

Gut, ich Sag's ihm.

Ja,danke.

Die Präfektur. Es gibt Neuigkeiten. - Präfektur? - Ja.

Französisch?

Ich habe keine Ahnung. Sie müssen da jetzt hin.

Fahim? - Bei Fahim ist Hopfen und Malz verloren.

Hopfen? - Nein, verloren.

Tot. Hinüber.

Bei Ihnen ist vielleicht noch nichts verloren, also gehen Sie!

Guten Appetit!

Dein Paki kann es weit bringen.

Schade um die französische Meisterschaft, aber du kennst die Regeln:

Ohne Papiere kein Schach. - Ja

Ich weiß.

Oh, verflixt!

Schach und matt.

Hey, willst du's nicht doch mit Fußball probieren?

Dafür gibt's ‘ne Strafe, oder?

Danke.

Ich will heim.

Dein Papa kommt bald wieder.

Nach Bangladesch.

Nura, hat alles geklappt?

Hast du gewonnen? - Hast du die Papiere?

Wir bekommen sie bald.

Ich arbeite jetzt nachts.

Mein Vater sagt, es geht voran. Und er hat Arbeit.

Wunderbar!

Es ist Nachtarbeit.

Aber was wird dann aus dem Kleinen?

Unglaublich. Er kommt mir mit der Orang-Utan-Eröffnung?

Guck mal, was ich mit deinem Affen mache!

Das nervt!

Nein, mit dir hab ich nicht geredet.

Was ist? - Ich bin’s‚ Mathilde.

Kommen Sie rauf.

Oh, Kacke - Das hab ich gehört.

Soll ich trotzdem raufkommen? - Ja, kommen Sie.

Ach du Scheiße.

Sylvain?

Gehen Sie weg? - Ja. Nein, ich kam eben nach Hause.

Jetzt bin ich hier.

Sind die Papiere schon da? - Noch nicht.

Aber Fahims Papa hat Arbeit gefunden. - Ach, super. Das ist gut.

Leider ist es Nachtarbeit. - Verstehe.

Nachts wird man besser bezahlt

Aber Fahim kann abends nicht allein bleiben.

Deshalb hab ich mich gefragt, ob Sie eventuell

Ob ich Sie beide bei mir aufnehme? Einverstanden.

Im Moment nur Fahim.

Natürlich, nur Fahim.

Ja, aber heute ist das schwierig. Können Sie ihn heute nicht zu sich nehmen?

Nein, ich gehe aus. - Ach, Sie gehen aus? - Ja.

Tja

Das sieht nach einem Männerabend aus.

Nicht anfassen, Karpow ist am Zug! Fass das bloß nicht an.

Ach, die Bücher!

Alles fasst er an Hast du Hunger?

Ich hab noch einen Rest Blutwurst.

Sieh mal. Bloß keine Freudentänze.

Ist das Schwein?

Ach, stimmt ja. Ich Idiot.

Keine Papiere und auch noch Muslim. Da hast du's hier nicht leicht, du Ärmster.

Nimm, was du willst.

Es ist alles da, nimm.

Und dann mache ich's so.

Halt.

Stopp. Wo hast du hier Mist gebaut?

Die Hände hinter den Rücken.

Spiel mal ohne Hände. Na los.

Dame b4.

Dame b4.

Verloren.

Dein Fehler war, dass du nur angegriffen hast.

Mit einem Damentausch hättest du ein Remis erreichen können.

Ein Remis ist nix. - Doch, ein halber Punkt.

In der französischen Meisterschaft entscheidet manchmal ein halber Punkt.

Nicht zu gewinnen, ist keine Tragödie. Schlimmer ist es, die Partie zu verlieren.

Eiffelturm?

PRÄSIDENT DES FRANZÖSISCHEN SCHACHVERBANDS Anrufbeantworter

So eine eingebildete Ansage.

Peroni, hier ist Charpentier.

Der Verband antwortet nicht auf meine Mails. Was ist mit meinem Vorschlag?

Ich wiederhole: Alle ausländischen Kinder, die in Frankreich zur Schule gehen,

müssen an der französischen Meisterschaft teilnehmen können.

Ist doch nicht schwer, das ins Reglement aufzunehmen.

Nur ein einziger Satz, verdammt.

Tolle Ansage übrigens, bravo. - Gibt's ein Problem?

Ja.

Ich habe kein Nesquik. Aber ich hab dir einen Milchkaffee gemacht.

Mit viel Zucker.

Iss dein Müsli, das ist gut.

Schmeckt's?

Warum warst du nie Champion?

Was geht dich das an?

Wenn du willst, dass wir Champions werden, müssen wir wissen, warum du keiner warst.

Mit 18 war ich bei den Porticcio Open.

Das beste Turnier auf Korsika. Ich spielte perfekt.

Ich hätte mit Sicherheit gewonnen. Aber dann wurde ich ausgebremst.

Ausgebremst? Von wem?

Mein Herz hält den Wettkampfstress nicht aus, verstehst du?

Und?

Ich hatte einen Schwächeanfall. Und der andere hat gewonnen.

Wer?

Jetzt gebe ich Kurse für kleine Klugscheißer, die zu viele Fragen stellen.

Und seitdem ziehst du nur hässliche Sachen an?

Nein, ich finde meine Kleidung gut.

Du etwa nicht?

Das ist ja die Höhe.

Du spinnst doch.

Nein, ich behalte meine Klamotten.

Monsieur?

Macht's Ihnen was aus, wenn Fahim bei mir übernachtet?

Okay. - Super, dann können wir trainieren. - Ich hab schon Ja gesagt.

Yes!

Cool.

Yo, Paps. - Fahim!

Hallo, Monsieur N'Guyen. - Willkommen.

Hallo, mein Schatz - Ich hab ihn über Nacht eingeladen.

Nein, Eliot, das geht nicht. Dein Vater wird

Wir dürfen ihn nicht bei uns

Hier, Fahim. Die passen Max nicht mehr.

Doch, die sind nagelneu. - Du hast sie nie angezogen. Also gib sie ihm.

Aber du hast sie mir geschenkt. - Ich kauf dir ein Paar neue, Schätzchen.

Danke, Oma. Danke, Max. - Kein Problem.

Ich hab einen Riesenhunger

und hätte gerne ein leckeres Sandwich mit Fleisch.

Ich hab voll Kohldampf und Bock auf Kebab.

Eliot, warte!

Die hab ich euch gemacht. Hier, Fahim. Ein Sandwich.

Danke. - Lauft, lauft!

Du gehst mir langsam auf die Nerven. Hau ab nach Hause.

Du gehst mir auf die Eier. Zisch ab!

Gut. Du kannst auch sagen: "Lauf doch zu deiner Mama."

Boote!

Das Meer!

Das sind nur Tretboote, Fahim.

Und es ist nicht das Meer, sondern nur ein See.

Ein künstlicher See.

Hast du noch nie Tretboote gesehen?

Ich hab noch nie das Meer gesehen.

Fahim, willst du Tretboot fahren?

Ich will zu meinem Vater.

Okay, wie du meinst. Aber Rooney ist besser als Gerrard.

Gerrard ist viel - Ich sag's dir!

Fahim

Papa?

Er holt manchmal seine Post ab, aber dein Papa darf hier nicht mehr wohnen.

Da fällt mir ein

Hier ist ein Brief aus der Heimat.

Meine Herren

Ich bin gleich zurück.

Abfahrt zur französischen Meisterschaft in Marseille ist am Montag um 6:45 Uhr.

Bis dann, Fahim.

Du übernachtest bei mir. Ich warte draußen.

Für mich?

Ist der für mich?

Ein Geschenk.

Zum ersten Mal bekomme ich ein Geschenk.

Ich stelle ihn - Papa!

Wo wohnst du jetzt?

Keine Sorge, es ist alles okay.

Nein, es ist nicht okay! Wo wohnst du?

Es ist okay. - Fahim, was ist? Vielleicht kann ich euch helfen.

Ich will zu meinem Vater. - Aber im Moment bist du bei deinen Freunden gut aufgehoben.

Keine Freundschaft. Bloß Mitleid! - Na ja

Für solche Feinheiten ist später noch Zeit. Dein Vater arbeitet nachts.

Er lügt, Madame! - Wieso? - Guten Appetit.

Wir sind nicht hier, um den Großmeister zu treffen.

Ich hab's begriffen, Papa. - Außerdem

Du warst zu Hause in großer Gefahr.

Ja, ich verstehe.

Du musst kämpfen und ein Champion werden. Mach ohne mich weiter.

Die Polizei kann mich jeden Moment nach Hause schicken.

Wenn wir nicht zum Schachspielen hier sind, dann eben nicht.

Mein Bruder kann schon laufen. Fahad ist ein Jahr alt.

Mein liebster Nura‚

endlich habe ich deinen Brief erhalten.

Aber du schreibst darin nicht viel.

Wie geht es Fahim? Spricht er von mir? Hast du Arbeit und eine Wohnung gefunden?

Wann können wir nachkommen? Hier ist es schwierig.

Jhorna unterstützt mich zum Glück sehr.

Ich liebe dich, Nura. Ich liebe dich, Fahim.

Mahamuda.

Fahim!

Danke.

Sie haben draußen geschlafen? - Weiter geradeaus.

Was haben wir bloß angestellt?

Wohin?

Die Afghanen sind am Kanal, die Somalier an der Porte de la Chapelle

und die Bangladescher an der Porte des Lilas,

bei den Pennern.

Im WM-Finale

zwischen Bobby Fischer und Boris Spasski

hat Bobby die erste Partie verloren. Er hatte einen miesen Charakter.

Zur zweiten Partie trat er nicht an. Alle dachten, der Wettkampf wäre vorbei.

Bobby bekam einen Anruf von Kissinger, dem amerikanischen Chefdiplomaten.

Er sagte: "Spiel dich nicht so auf, tritt dem Russen in den Arsch."

In den Arsch?

Na ja, er hat es anders ausgedrückt, aber so ungefähr.

Bobby hat weitergespielt und gewonnen.

Es ist nie zu spät, Fahim.

Ich bin nicht Bobby Fischer.

Und ich bin nicht gerade der König der Diplomatie.

Sylvain!

Geh.

Geh.

Fahim! - Deinen Vater holen wir später ab. Er muss nicht draußen schlafen.

Auf nach Marseille! - Wir fahren zur Meisterschaft.

Fahim!

Geht nicht zu weit raus!

Wärmt euch ordentlich auf.

Eltern und Trainer verlassen bitte den Wettkampfbereich.

Ihr habt 90 Minuten Zeit.

Ich wünsche euch gute Partien.

Ich wiederhole: Das darf ich nicht.

Charpentier, ich ändere nicht am Wettkampftag die Regeln.

Lilla, die Anmeldefrist ist abgelaufen.

Deine Spielchen ziehen bei mir nicht.

Ja, er geht zur Schule. Ich hab deine 200 Mails bekommen.

Ohne Papiere zur französischen Meisterschaft. Wie stellst du dir das vor?

Gino Peroni

durchquert zu Fuß die Alpen,

mit seinen drei Brüdern, auf der Flucht vor dem Faschismus.

Als sie 1923 in Marseille ankommen,

steckt man sie in Baracken. Niemand kümmert sich um sie.

Man nennt sie "Itaker" oder "Makkaronis".

Aber ein Maurer gibt Gino eine Chance als Lehrling.

Er arbeitet hart.

Eines Tages heiratet er die Tochter des Maurers. Sie bekommen Kinder.

Und Enkelkinder. Sie alle studieren.

Aber Großzügigkeit lernt man nicht aus Büchern.

Wer hat dir das erzählt?

Gib ihm eine Chance.

Du gehst mir auf den Sack, Charpentier.

Hallo.

Der rote Bereich.

Seid ihr bereit für die erste Runde?

Gebt euch die Hand.

Schwarz startet die Uhr, Weiß hat den ersten Zug.

Das geht aber schnell.

Bitte!

Nicht so laut.

Ich kann mich nicht konzentrieren. - Pardon.

Gut gespielt.

Jetzt wollen wir mal sehen

Dame h6, Turm h1, der Bauer schlägt,

zwei Freibauern machen sich davon

Läufer f6, Gabel

Die Dame bewegt sich

Das klingt schön.

Obwohl ich kein Wort verstehe. Irgendwann müssen Sie's mir mal beibringen.

Das ist brillant.

Dieses Opfer ist brillant.

Also, gehen wir.

Charpentier?

Dein Junge wird es weit bringen. - Ja, ohne Papiere wird er's weit bringen.

Pakistan ist ja nicht um die Ecke.

Immer noch dasselbe Arschloch. - Nein

Er steigert sich.

Mit dieser Nummer kommst du nicht überall durch.

Selbst wenn dein Paki französischer Meister wird:

Die WM kann er vergessen. Seine Karriere ist hier zu Ende, glaub mir.

Ja, ja. Er tritt in die Fußstapfen seines Trainers!

Eiffelturm!

Stehen bleiben!

Die Hände her!

Morgen ist die letzte Runde.

Ich wollte euch noch sagen,

dass.„

ihr oft schlecht gespielt habt.

Manchmal sogar grauenhaft schlecht.

Aber ich habe Leidenschaft gesehen. Leidenschaft und Spaß.

Aus Zwergen sind Riesen geworden.

Ich will euch sagen, dass

dass ich stolz bin, euer Lehrer zu sein.

Sehr stolz.

Es ist wunderbar

Ihr seid müde. Das ist ein gutes Zeichen.

Heute ist der große Tag. - Was?

Ihr neues Kleid da, das ist

witzig.

"Witzig"?

Im Präsidentschaftswahlkampf begrüßen wir den Premierminister.

Er beantwortet Ihre Fragen

Wahlkampfversprechen Da kann man auch gleich an den Weihnachtsmann glauben.

Monsieur Muhammad, Sie halten sich illegal in unserem Land auf.

Sie hatten einen Monat Zeit zur Abreise. Nun kommen Sie in Abschiebehaft.

Sie halten sich illegal im Land auf.

Sie hatten einen Monat Zeit, Frankreich zu verlassen.

Nun kommen Sie in Abschiebehaft,

bis Sie nach Bangladesch zurückgebracht werden.

Fahim? - Wir kümmern uns um ihn.

Er kommt in eine Pflegefamilie.

Machen Sie sich keine Sorgen um Fahim, wir kümmern uns um ihn.

Er kommt in eine Pflegefamilie.

Nein! Wie kann das sein? - Monsieur

Leute, haltet ihn auf! - Bleiben Sie stehen. - Nein!

Ganz ruhig. Beruhige dich.

Ist ja gut, ist ja gut. - Aufhören. Aufhören.

Vorsichtig. Bringt ihn zurück.

Komm, steh auf.

Nein! - Ist ja gut, ist ja gut.

Setz dich hin. - Beruhigen Sie sich.

Sie haben diese Situation herbeigeführt, nicht wir. Klar?

Hallo?

Mathilde - Nura?

Hopfen und Malz verloren.

Hopfen und Malz

Ich hab verstanden

Ich zähl auf dich, Luna. - Ist gut, Monsieur Sylvain.

Max Du hast alle Spiele verloren. Was soll ich noch sagen?

Heute geht's um die Ehre. Wenn du's nicht für mich tust, dann für deine Oma. Okay?

Okay, Monsieur. - Dann lauf. Fahim, ich habe nachgerechnet.

Mit einem Remis im Finale gegen Dufard gewinnst du

wegen der besseren Gesamtleistung. Also spiel auf Remis.

Geh kein Risiko ein.

Du spielst auf Remis. Dieses Spiel wird ein Remis.

Schach ist kein Spiel, sondern ein brutaler Kampf.

Das hat Kasparow gesagt.

Sylvain!

Achtung, nehmt alle eure Plätze ein. Und ich bitte um Ruhe.

Alles Gute für die letzte Runde der französischen Meisterschaften

hier in Marseille.

Bitte setzt euch.

Gebt euch die Hand.

Ich wünsch dir viel Glück.

"Viel Glück." verstehst du?

Brich dir was.

Wir können doch nicht die Hände in den Schoß legen.

Läufer b5.

Ich hab dem Jungen mein Wort gegeben. Wie steh ich denn jetzt da?

Die Spanische Eröffnung.

Tja, so ist das nun mal in Frankreich.

Wir schauen bei diesem Desaster tatenlos zu.

Frankreich, ja

Ich möchte auch an den Weihnachtsmann glauben.

Die Berliner Verteidigung.

Ja, daran haben wir gearbeitet. - Sehr schön.

Da haben wir's.

Es geht nicht mehr vorwärts. Na los, bring's zu Ende. Wickle es ab.

Radio France Inter. Alle Leitungen sind belegt. Bitte versuchen Sie es später.

Geh auf Nummer sicher, Fahim.

Nein, tu's nicht.

Na komm, mein kleiner Dufard.

Dieser Schlaumeier Gib ihm den Rest!

Ein Turm weniger.

So ist es gut.

Alle Leitungen sind belegt. Bitte versuchen Sie es später.

Was soll das denn? Unglaublich!

Was, er legt seinen König nieder?

Es ist vorbei.

Sehr gut.

Großartig.

Ach ja!

Turm schlägt g7.

Du Teufelskerl. Das ist gut.

France lnter, guten Tag. - Hallo, ich habe eine Frage.

Und an wen?

An den Premierminister im Studio.

Darf ich mal deine Notation sehen?

Deine auch, bitte.

Deine Notation Danke.

Also, Dame f6, Schach.

Dame g5, Dame f6, Schach

Dame g5, zum zweiten Mal

Dame f6 und Dame g5.

Das ist ein Remis.

Dreimal dieselbe Stellung, das war's. Gebt eure Notation ab.

Er ist französischer Meister.

Wunderbar.

Er ist Meister.

Applaus für Erine. Das war sehr gut, Erine.

Und was war das für eine Spannung

für alle Zuschauer der letzten Partie

Bei den unter 12-jährigen Schülern

geht der französische Meistertitel an Fahim Mohammad!

Fahim, das war eine sehr gute Finalpartie.

Ich würde dich gerne fragen: Wie hast du das empfunden?

Dufard war gut. Aber ich hab ihm in den Arsch getreten.

Danke, Fahim. Wie ich sehe,

sprichst du sehr gut Französisch. Du lernst schnell.

Du hast also deine Revanche bekommen, Sylvain.

Du hast die Niederlage gegen mich in Porticcio nie verwunden. Oder?

Was ist los?

Willst du mir eine runterhauen?

Danke, Fressin.

Danke.

Mathilde, Ihre Frage wurde ausgewählt. Sie sind live auf Sendung, wir hören zu.

Alles klar.

Eine Frage unserer Hörerin Mathilde an Sie, Herr Premierminister.

Ja Hallo.

Nur zu, Mathilde. Der Premierminister hört Ihnen zu.

Wir haben hier einen jungen Schachspieler aus Bangladesch.

Er ist obdachlos und hat keine Aufenthaltsgenehmigung.

Er ist gerade französischer Schachmeister bei den unter 12-Jährigen geworden.

Erlebt mit seinem Vater auf der Straße.

Ihnen droht die Abschiebung. Meine Frage lautet:

Ist Frankreich das Land der Menschenrechte

oder nur

das Land der Erklärung der Menschenrechte?

Das war's.

Also,

einen Zug haben wir noch zu spielen.

Wir holen jetzt deinen Vater ab.

Man darf sich nicht ohne Bleiberecht in Frankreich

oder einem anderen EU-Land aufhalten.

Allerdings legalisieren wir den Aufenthalt einiger Menschen

wegen ihrer familiären Situation

oder wegen der Leistungen, die sie für unser Land erbringen.

Wenn dieser junge Mann eine Schach-Meisterschaft gewonnen hat,

sollten wir uns seinen Fall genauer ansehen.

Und damit warten wir nicht bis zur Wahl. Das tun wir gleich heute.

Mama?

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