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Original subtitles

DER HOLOCAUST (1933-45) DER SYSTEMATISCHE VÖLKERMORD

AN EUROPÄISCHEN JUDEN WÄHREND DER ZEIT DES NATIONALSOZIALISMUS IN DEUTSCHLAND.

DER HÖHEPUNKT DER JUDENVERFOLGUNG WAR DANN DIE "ENDLÖSUNG DER JUDENFRAGE".

DIESES PROGRAMM DER MASSENVERNICHTUNG WURDE 1942 BESCHLOSSEN

UND VON ADOLF EICHMANN MIT EINER MÖRDERISCHEN EFFIZIENZ DURCHGEFÜHRT.

EICHMANN, (KARL) ADOLF (1906- 1962) SS OBERSTURMBANNFÜHRER.

ER WAR VERANTWORTLICH FÜR DIE DURCHFÜHRUNG VON HITLERS "ENDLÖSUNG"

UND FÜR DIE VERWALTUNG DER KONZENTRATIONSLAGER,

IN DENEN 6 MILLIONEN JUDEN UMKAMEN. NACH DEM KRIEG VERSTECKTE

ER SICH IN ARGENTINIEN UND VERSUCHTE SO, DEN NÜRNBERGER PROZESSEN AUSZUWEICHEN.

DER FILM BASIERT AUF

OFFIZIELLEN ISRAELISCHEN VERNEHMUNGSPROTOKOLLEN (1960-1961)

Maseltov!

Kommen Sie bitte mit. Mordecai Tormer erwartet Sie draußen.

"Premierminister David Ben-Gurion lehnte einen Kommentar zum jetzigen Zeitpunkt ab.

Es wird aber innerhalb der nächsten Minuten zu einer Notfall-Sitzung kommen."

Diskretion ist wichtig. Sie dürfen mit niemandem reden!

- Sir? - Ah, hier kommt er. Lassen Sie uns reingehen.

"Bei einer Notfall-Sitzung am heutigen Nachmittag

hat Premierminister David Ben-Gurion bekannt gegeben,

dass Adolf Eichmann, der wegen seiner Beteiligung an der Ermordung

von 6 Millionen Juden durch die Nazis gesucht wurde,

nunmehr ein Gefangener auf israelischem Boden ist.

Ihm wird wegen seiner Verbrechen an der Menschheit

und dem jüdischen Volk der Prozess gemacht."

Ich weiß.

Pass auf deinen Kopf auf.

Komm nicht zu spät zu meinem Arzttermin.

- Würde ich das jemals tun? - Ja, aber ich liebe dich trotzdem.

- Guten Morgen, Benjamin. - Guten Morgen, Vera.

Da ist er ja. Hallo. Kommen Sie mit.

Hier lang.

Guten Morgen!

Dieses Personal sammelt Augenzeugenberichte von Überlebenden

und nimmt Zeugenaussagen auf.

Aber Sie sind der Einzige mit Gesamtüberblick.

Mit den Beweisen, die sie Ihnen vorlegen, werden Sie entscheiden,

- was Eichmann gefragt wird und wann. - Ja.

Wie ich Sie kenne, bin ich sicher, dass Sie sehr schnell genügend Beweise haben.

Das wird aber nicht vor morgen sein.

Captain Avner Less,

lassen Sie mich Ihnen den unbestechlichen Hans Lipmann vorstellen.

- Wie geht es Ihnen? - Gut, danke.

Hans wird Ihnen assistieren.

Bitte, Sir. Lieber Mister Wärter.

Merci. Gracias. Danke schön.

Leck mich am Arsch!

Ah, da ist er also.

Der schlimmste fleischgewordene Alptraum aller jüdischen Menschen.

Keine Sorge. Es besteht kein Risiko für Sie und Ihre Familie.

Risiko?

Es waren ganze 15 Jahre. Wir wollen Gerechtigkeit.

Lass die Vergangenheit Vergangenheit sein. Vergiss es.

Nein, Sarah. Wir wollen, dass die Welt erfährt, was dieser Mann getan hat.

- Rache? - Wenn du es unbedingt so nennen willst...

- Ja, will ich. - Sollte er nicht seine gerechte Strafe in einem Prozess erhalten?

Avner, was passiert, wenn er für schuldig befunden wird?

Er wird nicht exekutiert. Also, was soll das?

Und wer übernimmt die Vernehmung? Wen haben wir, der so ausgebildet ist?

- Niemanden. - Niemanden.

Also lasst ihn uns und aufhängen oder gleich erschießen.

So sparen wir Geld. Unsere Gesetzesverfahren sind eine Farce.

Ja, aber die Regierung kann die Todesstrafe nicht genehmigen.

Wie lange ist das hier bei uns schon verboten?

- Seit der Gründung Israels. - Ja, 13 Jahre. - Zwölf Jahre.

Ich glaube, es ist schon 13 Jahre her.

Meiner Meinung nach zollen wir ihm zu viel Respekt, wenn wir ihm den Prozess machen.

Absolut! Richtig!

- Also bekommt er einen Prozess, der... ... der ihn entlastet. Ich meine,

Welche neuen Informationen soll das bringen?

Was gibt es noch herauszufinden? Er ist ein Mörder.

Jeder Jude, der glaubt, er verdiene einen Prozess, verrät seine eigenen Leute.

- Richtig. - Findest du nicht, Avner?

Ich finde, wir brauchen noch mehr Wein.

Ist alles okay, mein Freund?

Ja.

Ja.

Was hat der Arzt gesagt?

Ich bin offiziell auf dem Wege der Besserung.

- Das ist wundervoll, oder nicht? - Sarah!

Ich habe Polio der Wirbelsäule.

Ja, aber du hast immer genug Energie für zwei Leute gehabt.

Ja, vielleicht. Aber jetzt nicht mehr.

Der Arzt sagt, es war ein großer Fehler, Kinder zu bekommen.

Aber Avner und ich wollten eine Familie. Die Kinder sind ein solcher Segen.

Ich will einfach nicht, dass sie mich in einem Rollstuhl sehen.

Wir haben 60 Verwandte verloren. Stell dir das vor.

Dieser Mann ist verantwortlich,

dass 60 Menschen unserer Familie nicht mehr hier sind.

Man sollte jemanden bezahlen, der ihm in den Kopf schießt, damit es vorbei ist.

Dann sehen wir aus wie ein paar schießwütige Bauern,

die es verdienen, ihr kleines Land zu verlieren.

Zur Hölle mit Eichmann!

Captain Less! Ihre Akten, Sir.

Vielen Dank!

Herr Eichmann, mein Name ist Captain Avner Less.

Mit Ihrer Erlaubnis werde ich Ihnen einige Fragen stellen.

Erlaubnis freundlich erteilt, Captain.

Können Sie bestätigen, dass Sie dieses Dokument unterschrieben haben?

Ja, es bestätigt, dass ich aus freien Stücken nach Israel gekommen bin,

um die Verantwortung für meine Beteiligung an der "Endlösung"zu übernehmen.

Captain, ich denke, sie werden feststellen, dass ich beweisen kann,

dass ich lediglich ein kleines Rädchen in einer einschüchternden Maschinerie war.

Jetzt natürlich auf dem Schrotthaufen der Geschichte.

Die Intention des dritten Reichs war mit Sicherheit mehr als ein Einschüchtern.

Aber natürlich. Das Reich wurde an drei Grenzen tyrannisiert.

Unser Überleben als zivilisierte Nation war in Gefahr.

Sie in Israel müssen doch wissen, wie es ist, von Feinden umgeben zu sein.

Herr Eichmann, mir wurde gesagt, dass Sie uns Ihre Version

Ihrer Rolle im so genannten Dritten Reich mitteilen wollen.

Jawoll! Fangen wir an!

Ich habe euch beide vermisst.

- Was habt ihr heute gelernt? - Über Daddy.

Können wir reden?

Vera!

Ich durfte mit niemandem darüber sprechen.

Wie kommt es, dass es jeder Jude in diesem Land vor mir wusste?

Sogar die Kinder! Und ich bin deine Frau!

Warum tust du das? Warum behandelst du mich so?

- Es war ein Befehl! - Schwachsinn! - Schwachsinn!

Was ist Ihre religiöse Zugehörigkeit?

Es gibt einen Schöpfer, der unabhängig ist vom materiellen Universum,

aber zu glauben, dass Gott getrennt ist von seinen Schöpfungen,

wie ich es oft versuchte, meinen Kindern zu erklären, ist...

Sie haben vierSöhne.

Der Zweitjüngste, Dieter,

wurde nach Ihrem Freund Dieter Wisliceny benannt.

Er war außerdem Ihr Untergebener und bezeugte in Nürnberg folgendes...

Ich weiß. Er beschuldigte mich. Er wollte seinen Hals retten.

Hat nicht funktioniert.

Wisliceny sagte aus, Sie hätten gesagt, Sie würden lachend in Ihr Grab springen,

weil Sie den Tod von fünfMillionen Juden in Ihrem Bewusstsein trügen,

was Ihnen außerordentliche Befriedigung verschaffe.

Ich sagte nicht "Juden". Ich sagte "Feinde des Reiches"!

Captain, könnte ich etwas Rotwein bekommen, um meinen Magen zu beruhigen?

Haben Sie jemals versucht, Alkohol im Krieg als Betäubungsmittel zu benutzen?

Captain, wenn Sie mich als saufenden Naziteufel darstellen wollen,

der Wagonladungen von Juden in den Tod schickte,

aufgrund eines Alkoholrausches... Ich erkenne den publizistischen Wert darin,

aber unter uns beiden: Die Exaktheit meiner Erinnerungen

an Zusammenkünfte und Personen vor 20 Jahren, wird Befürchtungen,

dass es sich nur um einen Kontrollverlust handelte, zerstreuen.

Haben Sie Ihre Bewunderung für den Führer jemals bereut?

Der Führer war ein Spiegel, hochgehalten für ein besseres Deutschland.

Als wir begannen ihn zu lieben, war es unser höheres Selbst,

das er jedem ermöglichte zu sehen.

Was war mit den Juden, die Hitler bewunderten?

Ich sympathisiere mit ihrer Position, denn ich teile ihre Überzeugungen.

Und was teilen Deutsche nicht mit Juden?

Ihre ererbte Rasse.

Des Führers Wunsch, den wir als Befehl auszuführen hatten,

war die komplette Säuberung des Blutes der deutschen Rasse von Verunreinigungen.

Warum mussten Sie dafür griechische oder ungarische Juden töten?

Ich weiß!

Ich habe noch nie einen griechischen Juden getroffen, den ich nicht mochte.

Aber so lauteten die Befehle.

Wie bewiesen Ihre Ärzte den Unterschied zwischen der deutschen Rasse und anderen?

Sie konnten beweisen, dass die angeborenen Deformationen

der slawischen Rassen fast immer sexuellen Ursprungs waren.

Lieber Klaus, Horst, Dieter, mein liebster Ricardo.

Meine geliebten Kinder. Meine vier Söhne.

Wisst ihr, wovon ich immer träume?

Es ist die wundervolle Erinnerung an uns alle zusammen.

Die glücklichen, unbeschwerten Tage des Friedens.

Erinnert ihr euch daran, wie ihr in der Garibaldi Street angekommen seid?

Eure Mutter war mit euch im Schlepptau angekommen,

um ein neues Leben in Argentinien zu beginnen.

Plötzlich hattet ihr wieder einen Vater.

In dieser Nacht, in Buenos Aires, in diesem kleinen Haus,

waren wir endlich wieder alle zusammen, in Sicherheit.

Eure Mutter hatte die Hoffnung niemals aufgegeben.

In genau dieser Nacht wurde euer jüngster Bruder gezeugt.

Eine Tatsache, die mich unendlich glücklich machte.

Weiß er, dass er seine Söhne niemals wieder sehen wird?

Mir dreht sich der Magen um.

Oh nein.

- Hey! Du solltest schon im Bett sein. - Du auch.

Ich hoffe, du denkst an unsere Sicherheit.

Hey, großer Junge! Wir gehen jetzt ins Bett.

Ich weiß, dass euch dieser Brief wahrscheinlich niemals erreichen wird.

Ich habe diese Trennung von meinen Angehörigen

schon seit einer Weile vorausgeahnt.

Eine Sache, die ich im Leben bereue, ist,

dass ich während meiner Einsätze in Polen, Berlin und Budapest

zu wenig Zeit damit verbringen konnte, euch aufwachsen zu sehen.

Oft, wenn ich in der Dunkelheit nach Hause ging, dachte ich:

Möglicherweise sind sie schon da.

Aber am Ende des Tages wurde es ermüdend.

- Shalom. - Shalom.

Warum nannte sich Ihre Abteilung "IV B 4"?

Römisch vier stand für die Gestapo, B war die Region

und die arabisch geschriebene vier stand für Juden.

Es war eine Umsiedlungsabteilung, die mich relativ anonym blieben ließ,

was ich sehr genoss, bis all diese Nürnberg Verräter

ihre Nachttöpfe ausleeren mussten, über meiner Reputation.

Sie sollen so etwas wie der Abteilungstyrann bei "IV B 4" gewesen sein.

Es war nicht mein Job, geliebt zu werden.

Wenn ich meine Rolle überdenke,

wie unendlich lange her mir das alles erscheint,

und fast unwichtig, da es nicht von Erfolg gekrönt war,

frage ich mich, welche meine Position im Laufe der Geschichte sein wird.

Natürlich bleiben feine Verbindungen zurück.

Wenn fünfMillionen durch Schornsteine gehen,

müssen die Partikel ja irgendwo wieder runterkommen.

Nehmen Sie das hier.

1942 musste Ihr Chauffeur eine Gefängnisstrafe absitzen.

Wegen Diebstahls. Er stahl aus meinem Büro.

Einen Quadratmeter Linoleum, den ausgerechnet Sie im Auto fanden.

Ja, es war leichtsinnig von ihm, es dort zu lassen.

Die Strafe betrug vier Jahre.

Was hatte er sonst noch getan, um sie zu verärgern?

Ich weiß nicht, was Sie meinen.

Sie waren 1935 verheiratet. Aber laut der Aussage von Dieter Wisliceny,

hatten Sie Freude an diversen Affären.

Wird deswegen auch die Todesstrafe verhängt?

Ich weiß nicht, auf welche Affäre Sie anspielen, Captain.

Ich habe überhaupt keine Ahnung. Helfen Sie mir.

Zwei Dienstmädchen, drei Sekretärinnen, eine Geschäftsfrau.

Und eine Mätresse auf einem gestohlenen Hof in Österreich.

Nicht gestohlen! Das Reich transferierte alle Besitztümer an sich selbst. Legal!

Sie war Jüdin.

Sie wurde sogar von einem SS-Offizier geschieden, weil sie Jüdin war.

Ich habe keinerlei Erinnerung daran.

Lassen Sie mich Ihnen helfen.

Ein vom Reich beschlagnahmter Hof, zehn Kilometerwestlich von Dopl.

Als Fräulein Anne-Marie Schmidt einzog,

verschafften Sie ihr Arbeiter aus den Konzentrationslagern.

Nein! Diese Unterstellung, ich hätte ein

Liebesnest mit einer Jüdin in Österreich gehabt, ist zweifelsohne komisch.

Raus!

Er nimmt sich zu viele Freiheiten heraus.

- Was ist denn los? - Nichts.

- Ich bin nach Ungarn versetzt. - Nach Ungarn?

Die Farm Transfer Papiere lauten auf deinen Ehenamen.

Du kannst hierbleiben, aber ohne die Arbeiter.

Aber was ist mit den Tieren? Die Pferde?

Töte sie.

Kommt herein.

Hallo, Papa.

Hi.

- Möchtest du einen Drink? - Ja.

Wie lange hatten Sie eine Affäre mit Komtesse Ingrid von Ihama?

Ingrid war eine Baronin, keine Komtesse.

Wir kamen zusammen zu Beginn der ungarischen Deportationen

und trennten uns an deren Ende.

Es muss für einen Obersturmbannführer teuer gewesen sein,

mit einer Familie, die er unterstützen muss, eine Adlige zu beeindrucken.

Ich hörte, Sie unterstützten auch ihren exquisiten Geschmack.

Ich weiß nicht, was Sie meinen.

Eigentlich wollte ich es nicht heute zur Sprache bringen, aber

ein Geschenk, was Sie ihr machten, hatte einen Wert von 1500 Reichsmark.

"Material geliefert von Ihren Klienten."

300 Gramm reines Zahngold. Woher kam das denn?

Entschuldigen Sie?

Sie ließen zwei gleiche 24-Karat-Selbstmord- Ringe für sich und die Baronin fertigen.

Auch wenn keiner von Ihnen von den Zyanidkapseln Gebrauch machte.

Dumm wie ich war, in diesen wahnsinnigen Zeiten, als das Reich kollabierte,

phantasierte ich in Ungarn, ich hätte meine Seelenverwandte gefunden.

Geht!

Dieses Kleid hat schon meine Urururgroßmutter bei einem Ball getragen,

um die Befreiung Wiens von den Türken zu feiern.

Es wird mit nichts darunter getragen.

Ich glaube, deine Vorfahrin hätte meinen modernen Sieg gegen den Orient befürwortet.

In sechs Monaten säuberte ich Wien von jedem Juden.

Du gehst leider nicht weit genug, selbst wenn du kannst.

Ich gehe nicht weit genug?

Von 900.000 ungarischen Juden hast du nur eine halbe Million getötet.

Du bist unachtsam. Sie schlüpfen dir einfach durch die Finger.

Polen hatte drei Millionen Juden. Heute sind keine mehr übrig.

- Keine? - Keine. Dazu kommen noch 120.000 deutsche...

- Juden? - Juden, natürlich Juden!

- Mehr? - Mehr.

- 700.000 Russen. - Mehr.

- 75.000 Franzosen. - Mehr.

- 100.000 Holländer. - Mehr! - Mehr?

Mehr! Das reicht noch nicht!

Über vier Millionen Juden wurden verarbeitet.

Getötet! Benutze das richtige Wort!

Oder du wirst niemals zur herrschenden Rasse gehören.

Vielen Dank, Soldat!

Ja!

Dieses Kind hat ererbte Krankheiten in seinem Blut.

Jetzt erfülle deine Pflicht für das bessere Reich!

Nichts wird von deiner Entscheidung übrig bleiben.

Das Fleisch des Kindes wird deine Hunde füttern.

Jeder Knochen, den sie nicht fressen, wird den Boden düngen.

Du hast immer geprahlt, in Auschwitz wüchse der beste Kohl.

- Aber das hatte ich nicht. - Was hatten Sie nicht?

Meine Seelenverwandte gefunden.

Und das steht auf einer Transportliste? Sind Sie sicher?

Sind Sie wirklich sicher? In Ordnung. Auf Wiederhören.

Das ist es? Ah ja.

- Sie können das jetzt zurückbringen. - In Ordnung.

Und am Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde.

Wie bitte?

Das ist das erste Buch Mose. Genesis, Kapitel eins.

Das ist der Beginn der Bibel.

Auf Hebräisch.

Natürlich. Natürlich ist er das.

Sie wurden als Stellvertreter des Reichsführers in Judenfragen eingesetzt,

aufgrund Ihrer Sprachkenntnisse.

Ich habe vielleicht etwas übertrieben, aber nur, um die Juden zu schützen.

Sie sehen sich als Beschützer der Juden?

Wo es mir möglich war, ohne gegen meinen Diensteid zu verstoßen.

Wir machen später weiter.

Ja, bitte. Fragen Sie noch einmal genau nach.

Man sagte mir, ich würde Sie hier finden und nicht im Gefängnis.

Ich musste gehen. Das ist eine normale Sicherheitsmaßnahme, Herr Minister.

Lassen Sie uns allein.

Stimmt etwas nicht?

Als wir den Prozess begannen, wurden die vom Genozid Betroffenen

von der Rekrutierung für das Büro null sechs als Ermittler ausgeschlossen.

Bis heute sind wir davon ausgegangen,

dass Ihr Vater eines natürlichen Todes gestorben ist, in Theresienstadt.

- Was meinen Sie damit? - Ich meine, Avner,

dass Sie sich das hier ansehen sollten. Setzen Sie sich.

Sehen Sie! Eichmanns Unterschrift auf einerTransportliste nach Auschwitz.

Schauen Sie weiter unten! Da!

Ihr VaterAbraham Less.

Mit einem Strich seines Stiftes schickte er ihn persönlich in die Gaskammer.

Sie brauchen mich nicht, um Ihnen zu erklären, was das bedeutet.

Sobald die Medien das herausfinden, sind Sie am Ende.

Sie brauchen ein Geständnis von ihm.

Und Sie brauchen es sehr schnell, Captain.

Du musst aufgeben und ihnen das alles überlassen.

Warum bist du so aufgebracht?

Die Nazis haben auch meine Mutter umgebracht.

Aber wirklich aufgebracht, Avner, bin ich deinetwegen.

Früher oder später wird es herauskommen. Sie können kein Geheimnis bewahren.

Dies ist eine Regierung voller Beschwichtigungspolitiker.

Du bist ihr Bauernopfer.

Heute nicht.

Schließen Sie wieder ab.

Verdammt!

- Hallo? - Spricht dort Captain Less?

Hier ist Miriam Fröhlich von der "Jerusalem Post".

Ich wollte Sie fragen, ob Sie ein paar Minuten Ihrer Zeit für mich...

- Hi, Vera. - Hi.

Ich dachte, ich hole Ruth und Zackeri heute ab.

Oh, Vera. Wir wollen nicht, dass du momentan die Kinder abholst.

Sarah will es nicht. Sie glaubt, es ist zu gefährlich.

- Warum? - Du bist eine Zielscheibe.

Du Verräter!

Ich hatte schon befürchtet, dass unsere kleinen Treffen aufgehört hätten.

Ich hoffe, ich hab nichts Falsches gesagt.

Wissen Sie, was ich gedacht habe?

Wäre es ausreichend Buße, wenn ich mich bei meiner Exekution

selbst erhängen würde, als abschreckendes Beispiel für alleAntisemiten?

Wir sind derzeit verpflichtet, alles zu unternehmen, um Sie am Leben zu erhalten.

Es war nur so ein Gedanke.

Das ist Al Husseini, der Mufti von Jerusalem

und Präsident des obersten muslimischen Rats.

Er ist verantwortlich für die Vernichtung des Judentums.

Kennen Sie ihn persönlich?

Wir trafen uns, als ich Palästina im Jahre 1938 besuchte.

Wir kannten uns nicht gut. Er war von Hitler beeindruckt, nicht von mir.

Ist es, ähm...

Ist es nicht wahr, dass Al Husseini

auf Ihre Einladung hin die Konzentrationslager besuchte,

als Teil des diplomatischen Besuches, den er Deutschland 1941 abstattete?

Hat er? Ich kann mich nicht daran erinnern.

Haben Sie jemals Geschenke von ihm erhalten, zugunsten der Nazi Partei?

Niemals, niemals, niemals!

Er Iügt. Jedes Mal wenn er sich dreimal wiederholt, Iügt er.

Sie hatten Recht. Diese Geschenke hat er von Husseini bekommen.

Goldene Ketten, Münzen und einen juwelenbesetzten Dolch.

Ich wusste es!

Ich habe alles zurückgegeben.

Geh ins Bett! Ab ins Bett!

Es ist faszinierend, was sich bei unseren Nachforschungen alles herausstellt.

Ich wusste nicht, dass "Mein Kampf' sogar ins Arabische übersetzt wurde.

Fakten sind merkwürdige Sachen.

Zum Beispiel las ich in der Zeitung, der Name Ihrer Frau ist Vera.

Das ist auch der Name meiner Frau.

Was für ein unglaublicher Zufall.

Unser beider Schicksal ist vielleicht...

Möglicherweise lässt sich mein Mitgefühl für Sie ja so erklären.

Sagen Sie, Captain, wer hat Sie für Verhöre trainiert?

Die Briten? Das muss Sie zu einem sehr fairen Polizisten machen.

Britische Polizisten haben den Ruf, sehr fair zu sein, oder nicht?

Ich vermute, das schlägt den Beruf des Friseurs.

Wer hat Ihnen erzählt, dass ich Friseur war?

Es stand in der Zeitung. Noch ein Fakt.

Also teile ich meine Geheimnisse hier mit einem jüdischen Barbier.

Die Familie meiner Frau machte zur Bedingung, dass ich ein Handwerk erlerne.

Und ich musste der Nazi Partei beitreten, bevor meine Vera mich heiraten durfte.

- Rein mit euch! Los rein! - Fang mich doch!

Warte auf mich!

Mami!

Das ist eine Bestellung für Totenschädel, aber ich erinnere mich nicht.

Von einem Professor Hirt von der Straßburger Universität.

Ich muss das Ganze an die Versorgungsabteilung weitergegeben haben.

Ich meine, woher hätte ich die Schädel haben sollen, die sie wollten?

Als das Dokument geschrieben wurde, waren die Skelette und Schädel

allerdings noch lebendig. Also handelte es sich bei dieser Bestellung

um lebendige Menschen. Um Juden.

Das hatte wirklich überhaupt nichts mit mir zu tun.

Die Ärzte konnten immer unabhängig in die Konzentrationslager gehen

und aussuchen, was auch immer sie benötigten.

Ich war nur ein Transportoffizier.

Wenn der Befehl für eine Lieferung an Sie ging

und Sie ihn ausführten, im Wissen darum, dass die Juden starben,

macht Sie das nicht verantwortlich?

Ich erinnere mich überhaupt nicht an diesen Fall.

Es gibt keinen Beweis, dass ich darin involviert war.

Sie könnten verbale Instruktionen gegeben haben.

Ich kann mich zwar an einen Konversation bezüglich solcher Sachen erinnern,

aber Sektion IV, meine Sektion, war nicht involviert.

Warum wurden Sie konsultiert, wenn Sie nichts von den Ermordungen wussten

und dass die Schädel in angefertigten Kästchen

nach Straßburg transportiert wurden?

Ich zerbreche mir den Kopf. Ich habe wirklich keine Ahnung.

Ich habe noch nie Angst gehabt.

Nicht mal als wir vor der Polizei flüchten müssen in den Kibbuz.

Erinnern Sie sich daran, einen Repräsentanten des Roten Kreuzes

am sechsten April 1945 in Theresienstadt empfangen zu haben?

Ja, aber ich weiß nicht mehr, wie er hieß.

Dubois. Sein Bericht lautet:

"Am sechsten April 1945 besuchten wir Theresienstadt

und hielten lange Konferenzen mit Obersturmbannführer Eichmann,

dem direkten Stellvertreter des Reichsführers bei der SS,

seines Zeichens Spezialist für alle Judenfragen."

Dubois sagte aus, er habe Sie gefragt, wer die Deportationen befohlen hat.

Aber er bekam keine Antwort.

In diesem Stadium des Krieges üben alle beteiligtenAbteilungen Druck aus

und schicken jeden hierher, nach Theresienstadt.

Wie viele Ihrer Transporte sind in die Deportationen nach Auschwitz involviert?

Da werden Sie Dr. Epstein fragen müssen.

Er sagte, Sie hätten die Zahlen.

Ist die Verlegung von Juden in die Gaskammern von Auschwitz

in Ihren Augen eine humane Art, den Druck in Theresienstadt zu verringern?

Ich habe Befehlen gehorcht.

- Wessen Befehlen haben Sie gehorcht? - Hitlers.

Aber ich dachte, Sie waren direkt Himmler unterstellt?

Worauf wollen Sie hinaus?

Ich versuche nur herauszufinden, ob Sie Befehle befolgten.

- Oder was? - Ob Sie selbst gehandelt haben.

Nein, nein, nein, nein.

Er sagt, er war ein Transportoffizier und hat nur Befehle befolgt.

Er widerspricht sich!

Bitte! Machen Sie weiter!

Da ist ein Rabbi, erlebt jetzt in St. Louis,

der behauptet, er kenne jemanden, der sah, wie Eichmann ein Baby erschoss.

- Und der ursprüngliche Zeuge? - Sie ist tot.

Dann vergessen Sie es.

Und? Wie geht es Ihnen?

Ich muss mit Ihnen über Schutzmaßnahmen sprechen. Meine Tür...

Ja, ich hörte davon.

Der diensthabende Beamte wurde gemaßregelt.

Ich versichere Ihnen, dass wir jede Drohung gegen Ihre Familie ernst nehmen.

So wie ich.

"Seien Sie unbesorgt, Sie bekommen keine Todesstrafe.

Ich werde morgen ein Gespräch mit der Staatsanwaltschaft führen."

- Ich danke Ihnen. - Stets zu Diensten.

Wer ist das?

- Captain Less? - Ja? - Freut mich, Sie kennen zu lernen.

Dr. Robert Servatius, Anwalt der Verteidigung. Gentlemen!

Haben Sie die guten Nachrichten schon gehört, Captain?

Ich bin alleAussagen und Aufzeichnungen durchgegangen.

- Wir haben nicht genug. - Genug wovon?

Genug starke Beweise gegen ihn vorGericht,

sonst wird seinAnwalt ihn nach Deutschland ausliefern lassen.

Es gibt keine Todesstrafe in Deutschland, was sehr ironisch ist.

Sie wissen, ich musste Detektive auf der ganzen Welt herumschicken.

Eine enorme Ausgabe, um mit Überlebenden zu sprechen.

Aber ich muss ihre Zeugenaussagen mit einem konkreten Geständnis stützen.

Er wird niemals gestehen. Er wird keine Schuld eingestehen.

Wollen Sie kein Geständnis, Avner?

Sie gehen das an wie ein Shtetl-Jude.

Mich interessiert nicht, ob er ein Dutzend jüdische Mätressen hatte.

Ich will ein Schuldeingeständnis.

So wie ich, Mordecai.

Ich danke Ihnen vielmals.

Ich habe nachgedacht. Wir haben wirklich viel gemeinsam.

Wie Sie war ich Polizeibeamter und befolgte Befehle.

Sie waren bei der SS, nicht bei der Polizei.

- Einfach zu vergessen. - Sie sahen zu, wie Juden erschossen wurden.

Ich wusste zuerst nicht, was vor sich ging.

Weil diese Sachen nichts mit mir zu tun hatten.

Als ich es realisierte wurde ich krank von dem was passierte.

Ich übergab mich. Ich konnte diese Unmenschlichkeit kaum ertragen.

Wir verfügen über Erklärungen, dass Sie bei Hinrichtungen zugegen waren.

Das war ich nicht. Ich würde mich an so etwas Schreckliches erinnern.

Gemäß unserer Informanten verlangten Sie, die Schlingen mehrfach zu benutzen.

Obwohl es schneller gewesen wäre, die Stricke abzuschneiden,

war Ihnen ein jüdisches Leben diese Verschwendung nicht wert.

Das ist eine Lüge. Das ist erfunden.

Das war nicht schlecht.

Ich hatte mit der Tötung von Juden nichts zu tun.

Ich habe niemals einen Juden getötet.

Und ich habe niemals jemandem befohlen, einen Juden zu töten.

Vielleicht ist es das, was mir ein relativ ruhiges Gewissen verschafft.

Vielleicht bin ich schuldig, weil ich bei der Deportation geholfen hab.

Aber Karbonmonoxid war nicht effizient genug,

also entwickelten Sie andere Tötungsmöglichkeiten.

Es ist nicht Ihre Intention als Kommandant hier, die infrage gestellt wird,

aber Ihr Verständnis von Effizienz.

Zyklon B wurde entwickelt, nach erfolgreichem Einsatz

bei der Entlausung von Kleidungsstücken.

Bei menschlichem Ungeziefer wird es genauso effizient sein.

Wenn dieses neue Gas in diesem Raum korrekt zum Einsatz gebracht wird,

braucht man keinerlei Pausen einzuhalten, innerhalb des Gesamtzyklus.

Hatten Sie offiziell Kenntnis davon,

dass die neue Technik der Vergasung mit Zyklon B weiterging?

Ich wusste es. Jeder wusste es.

Wieso hatte Deportation für Sie nichts mit den Tötungen zu tun?

Es war nicht mein Job, zu entscheiden, wer ausgesucht wurde und wer nicht.

Wisliceny hat in seiner NürnbergerAussage vermutet,

es existiere eine anhaltende Kultivierung des Todes in Ihrer Abteilung.

Ich sage Ihnen mal, wie verlässlich seine Aussagen sind.

Sie sagen, es gäbe Wege, Hitlers Befehle zu umgehen.

Es gab einen Weg und nur einen Weg:

eine Pistole zu nehmen und sich zu erschießen.

Aber ich gehorchte. Ich habe immer gehorcht.

Ich kann nicht aus meiner Haut, Captain.

So war meine Einstellung zu dieser Zeit.

Wenn ich einen Befehl bekam, gehorchte ich, weil ein Eid ein Eid ist

und ich den Eid geschworen hatte, loyal zu sein.

Ich verweigere die Verantwortung für Dinge, die mir nicht befohlen wurden

und nichts mit meiner Abteilung zu tun hatten.

Gleichzeitig bin ich keiner dieser Leute, die nach dem Ende des Krieges sagen:

"Ich war schon immer dagegen. " Die suchen nur nach billigen Entschuldigungen.

Ich bin nicht besonders hungrig heute Abend.

Wie viele Juden wurden aus Ungarn deportiert, während Ihrer Stationierung?

Darüber haben wir doch schon so oft gesprochen!

Wie viele?

Vielleicht 450.000.

Ist es wahr, dass Sie dem jüdisch zionistischen Rettungskomitee in Budapest

gesagt haben, sie könnten nur dann die Juden retten, wenn sie kooperieren würden?

Was kostet es, mit Ihnen zu kooperieren, Herr Eichmann?

Ich habe niemals Geld genommen, um Juden freizulassen.

Ich habe hier das Geschäftsbuch von Doktor Kasztner,

dem Vorsitzenden des jüdisch zionistischen Rettungskomitees in Budapest.

Eichmann sagte:

Kasztner! Ich muss diesen jüdischen Abschaum aus den Provinzen rauskriegen

und keine Argumente oder Tränen können das verhindern!

Machen Sie sich keine Sorgen, falls alle ungarischen Juden vergast worden sind.

Besorgen Sie mir ein paar Lastwagen

und ich liefere Ihnen polnische odertschechische Juden.

Es steckt ein Körnchen Wahrheit darin,

vermischt mit viel theatralischer Garnierung.

Aber sogar Kasztner hat kein Geld erwähnt.

"Jüdischer Abschaum im Austausch gegen Lastwagen."

Das sind schlimme Wörter. Solche Wörterhabe ich sicher nicht benutzt.

- Also waren Lastwagen die Währung? - Ja, wir hatten einen Engpass.

Kasztner hat Sie außerdem gebeten, die Überladung der Deportation zu reduzieren,

die Tatsache, dass 90 Personen in einen Triebwagen gepfercht wurden,

der nur auf 40 ausgelegt war.

In den meisten überfüllten Wagons waren nur kleine Kinder.

- Wohin sind die Kinder dann gekommen? - Dachau.

- Captain? - Ja?

- Haben Sie einen Moment für mich? - Wer sind Sie?

- Ich arbeite für die "Post". - Ich kann nicht mit Ihnen reden!

Ich weiß das von Ihrem Vater.

- Was wollen Sie? - Ihre Geschichte.

Ich bin nicht die Schlagzeile. Eichmann ist es.

Ist es angebracht, dass Eichmanns Vernehmungsbeamter

der Sohn von einem der vielen ist, die in Auschwitz vergast wurden?

- Ist das Ihr Aufhänger? - Ja, ist eine tolle Story.

Können Sie es beweisen?

Wenn ich bluffen würde, wären wir nicht so weit gekommen.

Wie haben Sie es herausgefunden?

- Geben Sie mir zwei Wochen. - Exklusiv?

Ich will alles wissen. Ich will Avner, den Mann:

- wer er ist, was er ist, sein Familienleben. - Familie? Nein!

Wollen Sie die Zeit, Avner?

Ich brauche zwei Wochen.

Ich gebe Ihnen eine.

Ich muss auflegen.

Avner, was kann ich für Sie tun?

Sie könnten aufhören, Ihren Schwanz von einer Journalistin lutschen zu lassen.

Musst du wirklich noch mal weg?

Du siehst müde aus.

Schläfst du gar nicht mehr?

Deine Kinderwerden fragen, wo du bist.

Ich habe noch fünfTage. Fünf.

Wurde die Deportation aller Zigeuner in die Konzentrationslager

von Ihrer Abteilung IV B 4 durchgeführt?

Nicht aller Zigeuner! Nur derjenigen aus Deutschland.

Alle Zigeuner, die im Dritten Reich verhaftet wurden,

kamen nach Auschwitz und wurden vergast.

Ich weiß nur, dass wir Termine einhalten mussten und...

Was waren die Richtlinien?

- Richtlinien? - Für die Vernichtung der Zigeuner.

Die Richtlinien für Zigeunerwaren einfach.

Es gab keine.

Und warum wurden alle Zigeuner vernichtet?

Das weiß ich nicht. Das war eins von diesen Dingen, ganz plötzlich

geht der Befehl raus und man stellt keine Fragen.

Eine halbe Million Zigeuner,

abtransportiert zur "besonderen Behandlung" von Abteilung IV B 4. Einfach so?

Weiterhin sagte Waneck in Nürnberg aus: "Eichmann kam um Hass zu sehen,

nachdem Hass seitens des Reichsführers Befehle

zur Ausrottung der Juden erhalten hatte."

Ich weiß nicht, was Sie meinen.

Ein weiterer verurteilter Mann, der versucht, von sich selbst abzulenken.

In diesem Brief geht es um die Produktion von Gas, oder nicht?

Er verwischte sein Spuren, weil er wusste,

dass er eines Tages dafür zur Rechenschaft gezogen werden könnte.

Hat Ihre Abteilung, IV B 4, irgendwelches Aufsichtspersonal gestellt,

für die Transporte zu den Vernichtungslagern von Riga, Auschwitz und Dachau?

Ich war nur ein Transportoffizier.

Ich wurde nicht konsultiert, wenn Politik gemacht wurde.

Nicht wenn man den vorliegenden Zeugenaussagen glaubt.

Sie sagen, Sie hatten nichts damit zu tun?

Was soll das, Captain?

Was war Ihre Einstellung bezüglich der totalen physischen Zerstörung

der jüdischen Menschen im Rahmen der so genannten "Endlösung"?

Ich will keine Verantwortung von mir weisen für das, was ich getan hab,

aber ich bin und war niemals ein Antisemit.

Ja?

Meine lieben Kinder. Ich bin so stolz auf euch.

Dass ihr, meine Söhne, Söhne des Vaterlands seid.

Gesunde deutsche Jungs.

Euer Vater ist derselbe Vater, den ihr immer hattet.

Aber die Welt hat sich weiter bewegt und das müssen wir auch.

- Du musst uns aufwecken, Daddy! - Tut mir Leid.

- Ich habe David selber angezogen. - Gut gemacht, Hannah.

Gut gemacht!

Wie fühlst du dich?

Es tut mir so Leid. Ich habe dich vernachlässigt.

Dieser Mann hat uns auseinander gebracht.

Er hat deine Seele angefressen.

Keine Trauben?

War nur ein Scherz. Schäle mir bitte eine Orange.

Erinnerst du dich an den Orangenhain im Kibbuz am Abend?

Diese magische Stunde nach dem Sonnenaufgang,

wenn die Orangen glühten wie eine Million kleine Monde.

Weißt du noch, wie wir im Meergeschwommen sind?

- Ich erinnere mich. - Damals waren wir sorglos. Fast schon verwegen.

- Dann wurde ich krank. - Aber im nächsten Jahr hast du Orangen gepflückt.

Ja, weil du dich um mich gekümmert hast.

Und ich werde mich wieder um dich kümmern,

so wie damals, als wir in Haifa gelebt haben.

Ich werde nie wieder Orangen pflücken.

Doch, das wirst du!

- Was ist mit Eichmann? - Ich bin fertig mit Eichmann.

Du sagtest, du hast noch zwei Tage.

Ja.

Mach die zwei Tage.

Dann ist es vorbei.

Sie sind doch vertraut mit Bruno Wanecks Aussage in den Nürnberger Prozessen.

Er sagte: "Während des Ausrottungsprozesses wurde offensichtlich,

dass nur Vergasung in Betracht kam, weil Eichmann befohlen hatte,

in Masse zu eliminieren, was durch Erschießungen unmöglich war

und auch zu schwer für die involvierten SS-Männer,

bezüglich der Erschießung von Frauen und Kindern."

Ich hatte nichts, nichts, nichts zu tun mit Vergasungen.

Und wer gab dann die Befehle?

Der Führer. Ja.

Heydrich sagte mir, dass Hitler die Ausrottung der Juden beschlossen hatte.

Und die Wünsche des Führers waren das Gesetz.

Waneck sagte folgendes aus:

"Eichmann hatte eine bestimmende Stellung und war direkt Himmler unterstellt."

Die Wahrheit ist, ich war niemals direkt Himmler unterstellt.

Also ist Wanecks Aussage extrem weit hergeholt.

Sie wird bestätigt vom Kommandanten von Auschwitz, Rudolf Höss.

Die Zurückweisung von Höss' monströsen Lügen

wird doch keinerlei Auswirkungen auf meine Strafe haben, oder?

Es wird möglicherweise nicht bei der Genfer Konvention erwähnt,

aber etwas Gleitmittel auf den Fingern wäre höchst willkommen.

Wir sind fertig.

"Dies ist ein ruhmreiches Kapitel in unserer Geschichte.

Eines über das wir leider nicht öffentlich sprechen können.

Aber wir wissen doch genau, wie schwierig es heute für uns wäre,

wenn wir die Juden immer noch hätten."

Posen am 4. Oktober 1943.

Himmler hielt eine Rede vor hochrangigen SS-Offizieren.

Erinnern Sie sich an den Leitgedanken seiner Rede bezüglich der Judenfrage?

Mir wurde niemals gesagt, dass Himmler eine solche Rede hielt.

Niemals. Niemals. Niemals.

Es war nicht nötig, Reden darüber zu halten, woran der Führer glaubte.

Wir wussten es alle.

"Oktober 1943.

Himmler besucht gefangen genommene sowjetische Soldaten,

die auf ihren Abtransport in Konzentrationslager in Riga warten.

Sein Stellvertreter Adolf Eichmann ist verantwortlich..."

Er leugnet nach wie vor jede Verbindung zu Himmler. Warum?

Alle mal herhören! Bitte hören Sie zu!

Bitte finden und prüfen Sie die gesamte Kommunikation

zwischen Himmler und Eichmann. Sofort. Vielen Dank.

Ich habe es.

Gut gemacht!

Der erzwungene Marsch der Juden aus Ungarn

zwischen Oktober und Dezember 1944 verwirrt unsere Detektive.

Noch immer?

Es scheint Unklarheiten bezüglich Ihres Status gegeben zu haben

und ob Sie den Befehl bekommen haben, dieseArbeit durchzuführen.

Natürlich wurde es mir befohlen.

Die Annahme, es könnte freiwillig gewesen sein, ist eine Beleidigung für mich.

Eine Beleidigung?

Am 17. Oktober 1944 waren Sie in Budapest und organisierten

die erste erzwungene Marsch-Deportation,

auf der geschätzte 3000 Juden starben, allein wegen des Fußmarsches.

Wie Sie sehen können, Kasztner, bin ich zurück.

Und ich will Ihnen sagen, dass Deutschland seinen Tiefpunkt überwunden hat.

Eine neue Waffe wurde produziert, gegen die die Alliierten machtlos sein werden.

Vergeltungswaffe Nummer drei.

Im Wissen darum brauche ich noch definitiv 70.000 ungarische Juden,

20.000 Hack- und Schaufeljuden für die südöstliche Wand in der Ostmark

und fünf separate Transporte zu je 10.000 Juden,

von hier nach Österreich zu Fuß.

Ihre Liste.

Heil Hitler!

Ich glaube nicht, dass viele gestorben sind, Captain.

Außer ein paar Vereinzelten vielleicht.

Und die Zivilisten haben sich bestimmt auf den letzten Kilometern gequält.

Aber da war nichts, was ich hätte tun können.

Ich konnte gar nichts tun.

Bestenfalls hätte ich sagen können: "Behaltet eure Juden!

Ich brauche sie nicht. Auschwitz ist voll bis zum Rand."

Ja, das stimmt. Wir haben Transportlisten von Theresienstadt nach Auschwitz,

unterschrieben von Ihnen und zwar bis zum Tode

von diesen 50.000 Juden aus Ungarn, die zu Fuß gehen mussten.

Sie wussten, Sie schickten sie in den Tod,

auch wenn sie den Marsch überlebt hätten.

Ich versichere Ihnen, ich hatte keine Ahnung von ihren Qualen.

Wir verfügen über eine Zeugenaussage von einer Gruppe hochrangiger Deutscher,

von denen der kommandierende General der Waffen-SS, Juttner, einer war.

"Als wir ihn konfrontierten, gab Eichmann nichts zu.

Nachdem er begriffen hatte, dass wir Himmler Meldung machen würden,

- zog er den Marschbefehl zurück." - Das stimmt.

Die Marschbefehle wurden von mir zurückgezogen.

Aber eine Woche später begannen die Märsche von neuem.

Wirklich? Ich kann mich nicht erinnern.

Juttner sagte: "Eichmann hat, ungeachtet des neuen Befehls seitens Himmlers,

das Töten der Juden einzustellen, nochmals befohlen,

alle Juden, samt deren Kindern älter als zehn,

nach Auschwitz und Dachau zu deportieren und in die Gaskammern."

Unmöglich. Ich würde niemals einen Befehl missachten.

Hier sind Himmlers Befehle, die Sie missachtet haben.

Und hier sind die Marschbefehle, die Sie unterschrieben haben.

In Ordnung. Wir sind fertig.

Würden Sie dafür sorgen, dass meine Familie diesen Brief bekommt?

Schicken Sie ihn ab. Ich flehe Sie an.

Es ist nicht nur Dieter.

Ich mache mir Sorgen um den Kleinen.

Sechs Jahre alt. Das ist zu jung, um seinen Vater zu verlieren.

Sechs Jahre alt, sagten Sie?

Er wird bald sieben.

Er hat ein wundervolles Temperament.

Würden Sie sagen, Sie lieben ihn am meisten?

Ich liebe sie alle.

Hätten Sie sich mehr gewünscht?

Natürlich. Ich liebe es, Vater zu sein. Ich liebe Kinder.

Aber Sie haben Kinder getötet!

- Ich werde sie vermissen. - Im gleichen Alter wie Ihr Jüngster, sogar jünger!

- Ich weiß. Ich gebe das zu, aber... - 500.000 Kinder in vier Jahren!

- Ich weiß, aber... - Aber was?

Aber was?

Es waren Juden.

Hallo.

Dies ist unser letztes Interview. Ich bin versetzt nach Berlin.

Danke, dass Sie nichts über meine Familie geschrieben haben.

Also wurde Eichmann für schuldig befunden.

- Ja. - Sieben Monate lang Vernehmungen,

gefolgt von einem Prozess. War es das wert?

Ganz zu schweigen von den Ausgaben der Steuerzahler.

Wir haben ihm mehr Gerechtigkeit zuteil werden lassen als er uns.

"Der heutige Tag wird für immer in die Geschichte eingehen.

Adolf Eichmann wurde vergangene Nacht, nach einem langen Prozess, hingerichtet.

Kurz nach Mitternacht starb er den Tod durch den Strang."

"Ich war nur ein einfacher Transportoffizier.

Es war nicht mein Job, geliebt zu werden. Ich hatte nichts damit zu tun!

Ich habe nur Befehle befolgt. Ich habe niemals einen Juden getötet.

Woher hätte ich die Schädel haben sollen?

Vielleicht bin ich schuldig, weil ich bei der Deportation geholfen hab.

Ich bin und war niemals ein Antisemit."

Tausende von Menschen haben noch nie etwas von Eichmann gehört.

Und sie wissen nichts über sein Schicksal;

dass er gehängt wurde, dass es einen Prozess gab. So viele Menschen.

Heutzutage kommt es oft vor, dass man junge Leute fragt, wer Hitler war

und sie antworten: "Noch nie von ihm gehört."

Wenn Sie wirklich realisieren, was hier passiert ist,

und es waren nicht nur sechs Millionen Juden, die beim Holocaust starben,

es waren viele Millionen mehr, für deren Tod Eichmann verantwortlich war.

Wenn man das wirklich versteht,

verändert das den Blickwinkel auf viele Dinge des Lebens.

Man muss an die Demokratie glauben.

Das ist das Einzige, was die Menschheit schützen kann, vor Menschen wie Eichmann.

Es gibt so viele Eichmanns auf der Welt.

Eichmanns können nur in einer Diktaturwachsen und aufsteigen.

Aber niemals in einer wahren Demokratie.

Deshalb müssen wir für die Demokratie kämpfen.

Dafür aufstehen.

Wir müssen unser Möglichstes tun, nie wieder in eine solche Situation zu kommen.

Wir müssen die Eichmanns dieser Welt davon abhalten,

jemals wieder die Macht ergreifen zu können.

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