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Original subtitles

-Suchen Sie etwas? -Nein, ich kaufe nur etwas ein.

Wir haben auch im Untergeschoss Schuhe.

-Wissen Ihre anderen Kunden das auch? -Mama.

Welche gefällt dir besser?

Verzeihen Sie.

Mir gefällt die hier.

-Brauchst du da unten eine Brieftasche? -Mama, bitte.

Na schön. Wir bezahlen schnell und gehen nach Hause.

-Gut gemacht! -Und nicht ein einziges Mal gestottert.

Aber jetzt ist es Zeit, ins Bett zu gehen, Bo.

Du weißt, morgen ist ein großer Tag. Komm her, Oma drücken.

-Wir sehen uns nach deiner Reise. -Komm her.

-Gute Nacht, Mr. G. -Nacht.

-Nicht heiraten, bevor ich zurück bin. -Nicht ohne meinen Trauzeugen.

Gute Nacht.

-Muss ich auch schon ins Bett? -Vielleicht.

Gute Nacht.

Ich rufe dich an, wenn Bo abgereist ist.

Mrs. Spearman.

-Ihr seht euch ja morgen. -Gute Nacht.

Was ist los, Mamie?

Er war noch nie so lange weg.

Er besucht nur seine Cousins.

-Er soll wissen, woher er kommt. -Mehr als Chicago muss er nicht kennen.

Er soll sich nicht so sehen, wie die Leute da unten gesehen werden.

Leute wie ich?

Selbst du hast Mississippi verlassen.

Mamie, Bo wird erwachsen.

Du musst ihn gehen lassen.

Das Gesicht kenne ich. Damit sagst du:

"Das ist meine Sache. Geh nach Hause." Wo ist meine Handtasche?

-Hier ist sie. -Ach ja, da.

Ruhe dich auch etwas aus. Na komm schon, Schatz.

-Ich rufe dich morgen an. -Ist gut.

-Gute Nacht, Mama. -Gute Nacht, Schatz.

Ein schöner Tag hier in Chicago. Sicher mampfen Sie schon Kaugummi.

Sie sind entspannt und haben es bequem.

Die Sonne scheint Ihnen ins Herz und auf Ihre Stadt.

Ich habe den für dich gebunden.

Du verpasst noch deinen Zug.

-Bo, wenn du dort ankommst... -Nicht schon wieder. Ich war schon mal da.

Nur einmal. Und da hast du dich mit einem anderen Jungen angelegt.

Er hat mich... geärgert.

Du hast das Recht, für dich einzustehen, aber davon rede ich nicht.

Dort gelten andere Regeln für Schwarze. Hörst du mir zu?

Ja.

Sei vorsichtig bei Weißen. Du darfst sie nicht falsch ansehen.

Das weiß ich.

Verhalte dich da unten unauffällig.

So?

MILITÄR DER VEREINIGTEN STAATEN

Zieh doch die Manschettenknöpfe an statt den Ring deines Vaters.

Die sehen so schön an dir aus.

Nein, Mama. Ich möchte den Ring tragen.

Danke.

Geh runter. Ich muss mich selbst fertig machen.

-Onkel Mose! Wheeler! -Guten Morgen, Mamie.

-Morgen, Preacher. Morgen, Wheeler. -Miss Mamie. Bo.

Du reist viel zu früh wieder ab aus Chicago.

Ich wollte doch nur Familie und Freunde sehen.

-Besuche du uns mal. -Einsteigen!

Ich bin hier sehr zufrieden.

Bo, halt dich eng an deine Cousins.

Sorge mit Tante Lizzie dafür, dass Bo sich oft meldet.

-Ich muss wissen, dass es ihm gut geht. -Keine Sorge, wir passen auf ihn auf.

Auf Wiedersehen, Mamie.

-Also gut. Komm, Bobo. -Tschüss, Mama.

-Noch einen Kuss. -Ich muss los.

Hör auf Preacher. Bleib immer bei deinen Cousins.

-Sei vorsichtig. -Ich weiß schon Bescheid.

Weißt du was?

Ich brauche in den Ferien keine Uhr. Zieh sie jeden Tag auf.

Letzte Aufforderung! Der Zug fährt ab!

-Tschüss, Mama. -Komm, Bobo. Mamie.

TILL KAMPF FÜR GERECHTIGKEIT

Zeit umzuziehen.

So, drück einfach das Hüllblatt zusammen,

damit du dir nicht in die Finger schneidest.

Guckt mal, wie groß der ist.

Woher ist der Ring?

Von meinem Vater. Er starb als Held im Krieg.

Kann ich ihn mal anprobieren?

-Vielleicht später. -Na gut.

-Bo? -Geht es ihm gut?

Aus den Tiefen eines antiken Grabs

ertönt ein Geräusch, das die Welt erschüttert.

Triff die Mumie, Simmy!

-Hör auf! -Bring uns bloß keinen Ärger ein.

Dann werdet ihr eben gefeuert. Ich habe genug vom Pflücken.

Was wollt ihr mit all der Baumwolle?

Wir verkaufen sie.

Der Besitzer bekommt seinen Anteil. Und ich bringe unseren zum Markt.

-Klingt total lahm. -Darf er so frech zu dir sein?

Wieso? Er weiß ja nicht mal, wo seine Klamotten herkommen.

Ach, ich nehme es zurück, Bobo. Die Farm ist nichts für dich.

Der Junge weiß nicht mal, was eine Dresche ist.

Doch, ist er.

Wäre fast ohnmächtig geworden.

Komm her, setz dich. Na komm.

Na, junger Mann.

Wie geht's, Kumpel?

Ich bin ganz aus dem Häuschen, was hier los ist.

Danke, Ma'am.

Sie sehen aus wie ein Filmstar.

Was?

-Wo ist Bobo? -Da drin.

Simmy, pass mal da drin auf Bobo auf.

Sehen Sie?

Komm.

Tschüss! Bis dann!

-Weg hier! -Ach so?

Sie holt die Pistole. Sie holt die Pistole! Los!

-Lauft! -Steht auf!

Lauft! Sie holt die Pistole!

-Steig ein! -Los.

Los.

Warum bist du nicht bei der Arbeit?

Ist alles in Ordnung?

Wir wollten doch zu Bo fahren. Lass uns jetzt gleich losfahren.

Jetzt gleich?

-Du fühlst dich doch nicht so gut. -Ich habe einfach Bo vermisst.

Ich vermisse ihn immer noch.

Er ist noch für eine weitere Woche weg.

Ich muss was tun, um mich von diesem... Gefühl abzulenken.

Na schön.

Ich kann nicht sofort los. Aber in ein paar Tagen vielleicht.

Versprichst du mir, dass wir hinfahren?

Natürlich.

FRISEUR

Ich versuche, nicht so albern zu sein.

Sieh dich vor.

Wenn er mich ansieht, werde ich einfach wahnsinnig.

-Sei einfach du selbst. -Ich versuch's.

Es wird schon gutgehen.

-Netter Versuch. -Harter Wettbewerb.

Du bist doch so ein feiner Pinkel.

Du hältst dich wohl für witzig.

Warum hast du so gepfiffen?

Es ist jetzt drei Tage her, und wir haben seitdem nichts mehr davon gehört.

Weil dich hier keiner kennt.

-Die suchen uns vielleicht trotzdem. -Ich sage doch, es tut mir leid.

-Wir müssen es Papa sagen. -Wir waren uns einig, nichts zu sagen.

-Der schickt Bobo nach Hause. -Na und?

Siehst du nicht, was los ist?

Hier werden Schwarze für weniger umgebracht.

-Du bist einer von uns. -Lass ihn, Maurice.

Mrs. Bryant hat wohl nichts gesagt. Niemand muss es wissen.

Willie Mae, Ollie, ihr beiden verliert doch absichtlich.

Du scheinst heute alles Glück zu haben, Mamie.

Du hast immer noch nicht gesagt, was dich bedrückt.

Mir geht's gut.

Tante Lizzie hat geschrieben, dass es Bo gut geht.

Nur das wollte ich wissen.

Das ist gut. Mein Sohn Curtis reist gerade nach Mississippi.

Onkel soll die beiden zusammenbringen.

-Bo würde sich freuen. -Ja.

Es wäre schön, dort einen Freund aus der Stadt zu haben.

Er versteht einfach nicht, wie anders es da unten zugeht.

Tante Lizzie hat geschrieben, Bo hat auf den Feldern gearbeitet.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Bo in der Hitze Baumwolle pflückt.

Aber Tante Lizzie sagt, ich hätte einen fleißigen Sohn.

Das ist mein Bo.

Kaum zu glauben, dass er schon eine Woche weg ist.

Gene und ich wollen bald hinfahren.

Aber eigentlich will ich nach Mississippi, um ihn heimzuholen.

Er muss nur wieder nach Chicago kommen, dann wäre er ein glücklicher Junge.

Ich weiß nicht, warum ich das gesagt habe.

Deine Glückssträhne ist wohl vorbei, Mamie.

Sieh sich das einer an.

-Noch eine Runde? -Klar doch.

-Aber diesmal teilst du aus. -Klar. Du verlierst trotzdem.

Hier, die Karten.

Die Grand Jury lehnt eine Mordanklage im Fall Reverend George Washington Lee ab,

einem Schwarzen, der im Auto getötet wurde.

Lee stand an der Spitze der lokalen Bürgerrechtsbewegung

und wollte Hunderte Schwarze für die Wahlen registrieren.

Papa, ihr schlaft noch nicht?

Wie denn, wenn ihr nicht zu Hause seid?

-Was habt ihr heute Abend angestellt? -Wir haben nur Bobo herumgeführt.

-Na gut, gute Nacht. -Gute Nacht.

Wir geben morgen früh den Brief an deine Mama auf. Verstanden?

Ist gut.

-Gute Nacht. -Gute Nacht.

Das war knapp.

... nachdem er Dutzende Schwarze für die Wahl registrieren ließ.

Es wurde keine Anklage erhoben.

Preacher?

Preacher!

-Wer ist da? -Mr. Bryant.

Ich will über den Jungen reden.

Ich will den Jungen, der in Money gequatscht hat.

Gequatscht, Sir? Was denn gequatscht?

Mach die Tür auf, Preacher!

Du öffnest jetzt besser die Tür, Preacher!

Bobo, wach auf.

Lass mich.

-Steh auf. Da ist jemand. -Na und?

Die sind deinetwegen da.

Wer ist da?

-Ich weiß nicht, wovon Sie reden. -Du hast diesen Jungen aus Chicago.

Bist du der Nigger mit der großen Klappe?

Wer sind Sie?

Zieh dich an.

Mr. Bryant, Sie müssen das nicht tun. Er ist noch ein Junge.

-Guck lieber nicht hin. -Simmy!

Die Socken brauchst du nicht, Junge.

-Ich trage nie Schuhe ohne Socken. -Los jetzt.

-Sag nichts. -Wir erteilen ihm nur eine Lektion.

-Bleib hier, Simmy! -Bitte!

-Weg da! -Nicht!

Ich gebe ihm Prügel, wenn er was angestellt hat!

Wir geben Ihnen Geld.

-Weg da. -Wir brauchen kein Geld.

-Bitte! Er weiß nicht, was er tut. -Er wird es lernen!

Aber Mr. Bryant!

Was hast du zu meinem Bruder gesagt?

Na los, hoch mit dir.

Caroline.

Ist das der richtige Nigger?

Ja, das ist er.

Also gut.

-Lassen Sie mich los. -Sei still, Junge.

Also dann.

Sieh mich an, Junge!

Haltet ihn fest!

Dir zeig ich's!

Halt die Fresse!

Los, steh auf! Steh auf!

-Aus dem Weg, Gene! Ich muss nach Money! -Was ist denn los?

-Sie haben Bo geholt! -Wer?

Preacher hat gesagt, zwei Männer haben Bo letzte Nacht geholt! Ich muss hin!

Wir gehen rein, rufen deine Mama an

und dann Preacher und Tante Lizzy, um mehr zu erfahren, okay?

Na komm.

Wir geben dir alle Ehre, Herr.

Ehre sei Gott. Ehre sei Gott. Ja, Herr.

-Ehre sei Gott. -Ja.

Er wird ihn dir wiederbringen, Liebes.

Ja, Ma'am.

Danke.

Mamie.

Alma.

Wolltet ihr es mir nicht sagen?

Ich habe deine Frau angerufen.

Ungeachtet der Differenzen zwischen mir und deiner Mutter

bin ich immer noch dein Vater.

Wir werden Bo finden.

Dein Cousin wird uns helfen.

Erinnerst du dich an Rayfield? Rayfield Mooty.

Er war oft da, als du klein warst.

Er kennt einflussreiche Schwarze, die uns bei der Suche helfen können.

-Es ist lange her, Ma'am. -Schön, dich wiederzusehen.

Es tut mir leid.

Danke fürs Kommen, Mr. Mooty.

Ich habe...

Ich habe Mr. William Huff kontaktiert,

Anwalt der NAACP-Bürgerrechtsgruppe in Chicago.

Er will Sie gleich morgen früh sehen.

Ich habe die Adresse seines Büros für Sie notiert.

Hier.

Er hat politische Verbindungen im Staat Mississippi.

Er hat Kontakt zu Bürgermeister Daley,

dem Abgeordneten Dawson und Gouverneur Stratton.

Ich kenne die NAACP,

und er scheint die richtigen Leute zu kennen,

die mir helfen können, Bo zu finden.

Dann sehe ich Sie in Mr. Huffs Büro, morgen früh um neun Uhr.

Danke, Ray.

Bis bald.

Mr. Huff, das ist Mrs. Bradley.

-Danke, dass Sie uns empfangen. -Und Mr. Mobley.

Danke. Ich achte Ihren Cousin sehr.

Die United Steelworkers wurden auch dank ihm zu einer starken Gewerkschaft.

Das wusste ich nicht.

Arbeiten Sie?

-Ja, bei der Air Force. -Als einzige Schwarze im Büro.

Mrs. Bradley.

Sind Sie verheiratet?

-Nein. -Jedenfalls noch nicht.

Wo ist Emmetts Vater?

Louis Till starb in Übersee vor etwa zehn Jahren.

Im Krieg.

Und Mr. Bradley?

Sie haben viele Fragen.

Und keine scheint etwas mit meinem Sohn zu tun zu haben.

-Ich wurde über Ihren Fall informiert. -Bo ist kein "Fall".

Ich habe zwei Telegramme: eins an Gouverneur White in Mississippi,

eins an Gouverneur Stratton, hier in Illinois.

Die sollten über Emmett Bescheid wissen.

Wir ermitteln in den Mordfällen Lamar Smith und Reverend Lee.

Sie kämpften für das Wahlrecht der Schwarzen.

Wegen deren Schicksale schreibt die Presse auch über Emmetts Entführung.

Aber der Druck ist nicht groß genug für eine großangelegte Suche.

Als Ihr Anwalt würde ich gern die Presse in Chicago einschalten.

Dann wird auch anderswo berichtet.

Sie müssen mit Reportern sprechen

und vor Kameras treten.

Deshalb wollen wir sicherstellen, dass Sie in der Gunst der Öffentlichkeit stehen.

Lieber stelle ich Ihnen ein paar Fragen, als dass Reporter später etwas finden.

Der Reverend und Mr. Lee wurden getötet, kurz bevor Bo dort ankam.

Ich weiß, dass es diese weißen Bürgerräte überall in Mississippi gibt.

Glauben Sie, dass die was damit zu tun haben?

Wenn Weiße angehalten sind,

Schwarze von Wahlen oder Fortschritt abzuhalten,

ohne dabei Gewalt anzuwenden,

ist es nur eine Frage der Zeit, bis jemand doch Gewalt anwendet.

Konzentrieren wir uns auf die Suche nach Bo.

Warum nennen Sie ihn Bo?

Als ich mit ihm schwanger war,

brachte die Freundin meiner Mutter immer Geschenke für ihn und sagte:

"Hier ist noch eins für Klein Bobo."

Nach seiner Geburt blieben wir dabei.

Er war ein perfektes Baby.

Eine Steißlagengeburt, und er hatte seine Probleme, aber...

er war ein perfektes Baby.

JUNGE VERSCHWUNDEN

Wir wohnen gegenüber und haben über Emmett gelesen.

Vielleicht erkennt ihn ja ein Leser.

Es ist mir egal, was Bo in diesem Laden getan oder nicht getan hat.

Sie haben mein Kind, und ich brauche es zurück.

Hallo? Mr. Huff?

Ja, ich hole Mamie.

Klingt nach guten Nachrichten.

Mr. Huff?

Er hat geantwortet?

Der Gouverneur will mit Mr. Huff über Bo reden.

Danke. Danke fürs Bescheid sagen, Mr. Huff.

Ist gut, ich melde mich.

Ein Reporter hat angerufen.

Er wollte es dir nicht selbst sagen.

Bos Leiche wurde in einem Fluss gefunden.

Preacher hat ihn beim Sheriff identifiziert.

Er hat den Ring erkannt, den Bo am Finger trug.

Es tut mir so leid, Mamie.

Er ist...

Er ist tot.

Dies ist eine Eilmeldung.

Wir unterbrechen das Programm für eine Eilmeldung.

Die Leiche von Emmett Louis Till wurde im Fluss bei Money, Mississippi gefunden.

Till, ein Schwarzer aus Chicago, wurde entführt, als er auf Verwandtenbesuch war.

Noch einmal die Eilmeldung...

JW Milam war bereits wegen der Entführung in Polizeigewahrsam,

doch jetzt droht ihm eine Anklage wegen Mordes an Till.

Zwei oder drei Zeugen haben bestätigt,

dass es sich bei der Leiche aus dem Fluss um Emmett Till handelt.

Die Leiche trug den Ring...

... dieser Lynchmord, dass Mississippi

die Überlegenheit der Weißen durch Morde an Kindern aufrechterhalten will.

Weil er ein Junge war, haben sie es getan.

Sie mussten beweisen, dass sie überlegen sind.

Und zwar, indem sie einen 14-jährigen Jungen entführen.

Du musst was essen.

Die Mörder hatten keine Skrupel,

denn im gesamten Staat gibt es keinen einschränkenden Einfluss von Anstand.

Hass ist wie ein Virus im Blut der Bürger von Mississippi.

Sie können nicht anders.

Das war Roy Wilkins, der Leiter der NAACP...

Dürfte ich Mamie sprechen?

... zum Mord am 14-jährigen Schwarzen Emmett Till.

Der Sheriff trifft bereits Vorbereitungen für die Beerdigung in Mississippi,

wo Tills Leiche gefunden wurde.

... fordern die Behörden auf, den Mord zu untersuchen und Anklage zu erheben...

-Mein aufrichtiges Beileid. -Halt.

Ich kann nicht.

Bos Leiche muss hierher geschickt werden.

-Sein Grab darf nicht in Mississippi sein. -Das wird nicht gehen.

Sorgen Sie dafür.

Mr. Huff bewirkt sicher, dass Mr. Daley oder der Gouverneur sich dafür einsetzen.

Die wollen Bo dort verscharren, als wäre er nur irgendeine Leiche.

Er ist mein Baby.

Ich muss ihn sehen.

-Ich rede mit Mr. Huff. -Danke.

Wissen Sie...

Sie stehen gerade im Fokus der Öffentlichkeit.

Und...

es wäre im Interesse eines Politikers, Ihnen in einem Wahljahr zu helfen.

Das ist eine Gelegenheit.

Einige Organisatoren und Vorstandsmitglieder der NAACP

haben mit dem Justizministerium über ein Gesetz gesprochen,

das Lynchmord zur Straftat nach Bundesrecht macht.

Was Reverend Lee passiert ist, war ein Lynchmord.

Lamar Smith: ein Lynchmord.

Emmett...

Wir haben die Gelegenheit,

diesen Moment auszunutzen, um das Gesetz durchzubringen.

Vielleicht führt es zu einer Anklage. Oder gar Verurteilung.

Ich kann darüber gerade nicht nachdenken.

Ich will nur, dass Bos Leiche herkommt.

Der Fall hat gerade öffentliche Aufmerksamkeit.

Es geht nicht nur um Emmett.

Mr. Mooty, mein Sohn ist tot!

Sorgen Sie dafür, dass Mr. Huff sich heute darum kümmert.

Ja, Ma'am.

Rayfield kann uns jetzt zum Bahnhof bringen.

Ich habe einen Rollstuhl für dich besorgt.

Nur zur Sicherheit.

Nicht, dass du hinfällst.

Preacher hat wieder angerufen. Er will sich immer noch bei dir entschuldigen.

Tante Lizzy kommt her, er muss dableiben.

Er muss die Arbeit beenden und mit dem Staatsanwalt reden.

Ich frage mich immerzu:

"Warum passiert das?

Warum hat Er mir mein Kind genommen?

Was soll ich tun?"

Ich muss mich von Mama verabschieden.

Ich habe ihm gesagt, er soll hinfahren.

Ich wollte, dass er hinfährt.

Ich habe es ihm gesagt.

Ich habe ihm gesagt, er soll hinfahren.

Oh mein Gott!

Mein Sohn!

Mein Sohn! Mein einziges Kind!

Mein einziger Sohn!

Oh Herr, hol ihn aus dieser Kiste!

Hol ihn aus dieser Kiste raus!

Hol ihn aus dieser Kiste, er kriegt keine Luft!

Er kriegt keine Luft!

Oh Herr, sei gnädig!

Oh Herr, hab Gnade!

Zeig mir, was ich tun soll.

Oh Herr, zeig mir, was ich tun soll

und gib mir die Kraft, es zu tun, oh Herr!

Ich muss Sie vorbereiten.

Nehmen Sie das Laken weg.

Oh Gott!

Lasst uns allein.

... wir müssen überlegen, wie es weitergeht, mit der Kirche reden...

Gene, kannst du zu mir nach Hause gehen

und Emmetts schwarzen Anzug holen, den er letztes Weihnachten anhatte?

Mama weiß, wo er ist.

Und mein schwarzes Kleid, das Bo gefallen würde.

Und seine passende Krawatte.

Emmett liebte den Anzug.

So möchte er gesehen werden.

"Gesehen?"

Bo ist nicht in dem Zustand, gesehen zu werden.

Er ist in genau dem richtigen Zustand.

Alle Welt soll sehen, was mit meinem Sohn geschehen ist.

Mrs. Bradley, kann ich ihn nicht wenigstens etwas herrichten?

Keiner wird glauben, was ich gesehen habe.

Nein. Die Leute müssen es selbst sehen.

Was möchten Sie denen sagen, die das getan haben?

Was ist das für ein Gestank?

Der Geruch stammt von der Leiche meines Sohnes.

Er kam heim zu mir mit dem Gestank von Rassenhass.

Sein Gesicht ist entstellt, seine Zähne fehlen.

Ihm wurde in den Kopf geschossen.

Und nun möchte ich, dass Amerika das bezeugt.

Kommen Sie bitte mit.

Hier, Miss Bradley...

-Haben Sie eine Botschaft für die Täter? -Gibt es eine Trauerfeier?

Gene, bitte komm zu mir.

WIRD MISSISSIPPI DEN MORD AN EMMETT TILL IGNORIEREN?

Die Nachrichten über das Begräbnis des ermordeten Emmett Till im offenen Sarg

verbreiten sich im Land.

Viele sind geschockt über den brutalen Mord an einem Kind.

Ich bin auch Mutter. Es hätte jeden treffen können.

Man muss Amerika und der Welt zeigen, was genau passiert ist.

Ihr macht eine Monstrositätenschau aus seinem Tod.

-Wie mutig. -Wir wollen friedlich trauern.

Das hört sonst nicht auf. Ich bin auf ihrer Seite.

Meiner Meinung nach beginnt die Schuld bei Mrs. Bryant.

Ich möchte, dass Mrs. Bryant bestraft wird, die beiden Männer,

und jeder andere, der daran beteiligt war.

Der Druck sollte beim Präsidenten der USA beginnen

und bis zur Gemeinde von Money, Mississippi, reichen.

Ich ruhe nicht eher, als bis das passiert, und wenn ich dafür selbst nach Money muss.

-Haben Sie irgendwelche Beweise? -Ich weiß, dass das mein Sohn ist.

KIRCHE GOTTES IN CHRISTUS

Du bist nicht mehr nur mein Bo.

Tante Lizzie.

Simmy und Maurice sind bei ihrem Daddy geblieben.

Es war wohl zu viel für sie.

Es tut mir so leid.

Als diese Männer kamen, habe ich alles versucht.

Wir alle haben es versucht.

Ich gehe nicht zurück.

Ich habe meine Sachen gepackt und bleibe für immer hier.

Preacher und die Jungs kommen nach.

Ich kann nicht hinsehen.

Wir müssen.

Es tut mir leid, Miss Mamie.

ZWEI MÄNNER DES MORDES AN CHICAGOER JUNGEN ANGEKLAGT

Mein Kind ist tot,

und ihr wird man nichts anhaben.

Carolyn Bryant wird man nichts anhaben.

Mordanklage gegen zwei weiße Männer in Mississippi zu erheben ist nicht einfach.

Sie haben das geschafft, Mamie.

So.

Ihre Verteidiger...

werden anzweifeln, dass es sich bei der Leiche um Bo handelt.

Ohne Leiche gibt es keinen Mordfall, nur eine Anklage wegen Entführung.

Sie kennen Ihr Kind besser als jeder andere.

Sie haben die Leiche gesehen.

Niemand wüsste es besser als eine Mutter.

Gehen wir heute nicht zu deiner Mutter?

Ich muss nach Mississippi zum Prozess.

Ich kann bezeugen, dass es Bos Leiche war.

Wann sollen wir los?

-Gene, ich muss ohne dich hinfahren. -Was?

-Mr. Mooty hat veranlasst... -Ich komme mit!

Mr. Huff und Mr. Mooty halten es für keine gute Idee.

Es ist mir egal, was sie denken!

Sie sagen uns immerzu, was zu tun ist.

Ich mache mit, weil auch ich Bo verloren habe.

Ich würde alles für ihn tun.

Sag mir:

Inwiefern hilft es Bo, wenn du dein Leben riskierst?

Das schreiben sie dort über mich. Die stellen mich als Schlampe dar.

Zwei Reporter haben schon nach meinen Ex-Männern und nach dir gefragt.

Mr. Huff hatte recht. Ich werde auch verurteilt.

Die Geschworenen werden mich beobachten,

wenn sie über die Mörder meines Sohnes urteilen.

Ich muss mein Ansehen schützen,

wenn Bo auf die Art Gerechtigkeit widerfährt.

Ich sollte mitkommen, Mamie.

Du musst im Moment auf andere Weise für mich da sein.

Bleibst du dabei?

Du kennst mich gut genug, um die Antwort zu wissen.

WIEDER EIN NIGGER WENIGER

Seit der Tallahatchie-Flut gab es nicht mehr so viel zu erzählen wie jetzt...

Ich kann nicht verstehen, wie eine zivilisierte Mutter

die Leiche ihres Kindes öffentlich zur Schau stellen kann.

Ich denke, das kommt daher, dass die NAACP

eine gewöhnliche Straftat in Mississippi aufbauschen will.

Du fährst nicht.

Mamie, es ist zu gefährlich für dich, jetzt nach Mississippi zu reisen.

Die Sheriffs geben Autokennzeichen von Schwarzen an Klan-Leute weiter.

Mr. Huff und Mr. Mooty sorgen dafür, dass ich sicher reisen kann.

Ich fliege nach Memphis,

dann bringen mich Leute von der NAACP nach Clarksdale.

Dort holt mich der Leiter ab und bringt mich zu jemandem

in einem Ort namens Mound Bayou.

-Du willst allein fahren? -Ich versuche, für Bo stark zu sein.

Was willst du da unten tun?

Etwas, das du nicht tun kannst.

Wenn meine Aussage irgendwie helfen kann, muss ich dorthin.

Ich muss für mein Kind da sein.

Und was ist mit meinem Kind?

Ich komme mit.

Ich weiß, das war nicht abgemacht.

Aber lieber komme ich mit, als dass sie allein dorthin fährt.

Mach dir keine Sorgen. Ich werde bei dir sein.

Ich verspreche es.

Ich brauche dich nicht nur, wenn es mir schlecht geht.

Ich werde mit dir mitkommen.

Danke.

-Ich weiß, du bist nicht einverstanden. -Nein.

Aber ich weiß, dass du es tun musst.

VERSICHERUNGEN

Mound Bayou gibt es schon seit über 70 Jahren.

Hier leben nur Schwarze.

Wir haben eigene Geschäfte und eigene Schulen.

Alle Schwarzen, die am Prozess teilnehmen, wohnen hier.

Hier ist es am sichersten.

Dr. Howard gründete hier den Regionalrat für schwarze Führungskräfte.

Er ist auch der Chefchirurg hier im Hospital.

Er hat viele Geschäfte aufgebaut, auch eine Lebensversicherung.

So habe ich ihn kennengelernt. Er hat mir meinen ersten Job gegeben.

Danke fürs Fahren, Mr. Evers.

Bitte nennen Sie mich Medgar.

Mrs. Bradley?

Die Bilder von Ihrem Sohn in der Zeitschrift...

haben Leben verändert.

Meine Frau ist mit unserem Sohn hier.

Wir helfen beide bei den Ermittlungen in dem Prozess.

Ich verspreche Ihnen,

wir tun alles, was wir können, damit Emmett Gerechtigkeit widerfährt.

Wir nennen Dr. Howards Haus die "Kommandozentrale".

Reporter für die Schwarzen-Presse arbeiten von hier aus.

Sie helfen auch bei den Ermittlungen.

Wie sehen die Ermittlungen aus?

Wir suchen Zeugen, die den Mut haben auszusagen.

Hier entlang.

-Das ist Miss Murdock. -Miss Bradley.

-Miss Turner. Mr. Booker. -Freut mich, Ma'am.

Das sind mein Sohn Darrell und meine Frau Myrlie.

Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen.

Mr. Carthan.

Einen Moment.

Das hier ist Amzie Moore.

Er leitet den Regionalrat für schwarze Führungskräfte.

Und ich bin Dr. Theodore Howard.

Willkommen in Mound Bayou.

Mrs. Bradley.

-Mr. Carthan. -Sir.

Ich möchte nur sagen,

dass es uns eine wirklich große Ehre ist, Sie hier bei uns zu haben.

-Danke. -Danke.

Nun, was möchten Sie trinken?

Nicht viele Leute nutzen ihr Geld so.

Wir brauchen Geld für den Freiheitskampf, den wir gerade führen.

Wir brauchen Geld, um Schwarze zu schützen,

die einfach nur von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen wollen

oder vor Gericht aussagen möchten.

Ich hatte ein gutes Leben in Chicago, bevor sie mir Bo genommen haben.

Ich machte mir kaum Gedanken über die Welt abgesehen von Bo und mir,

meinem Job, meiner Familie und meinen Freunden.

Haben Sie darüber nachgedacht, was Sie nach dem Prozess tun?

Nach dem Prozess?

Sie haben sicher daran gedacht, Ihre Tätigkeit für die NAACP fortzuführen.

Oder für den Regionalrat.

Ihre Geschichte zeigt die Dringlichkeit von Rechten für Schwarze,

mehr als alles andere, was im Land geschehen ist.

Ich bin an die Öffentlichkeit gegangen, weil ich will, dass diese Männer bezahlen.

Das will ich auch.

Doch ich glaube nicht, dass Gerechtigkeit von zwölf Geschworenen hergestellt wird,

die genauso aussehen, wie die zwei sogenannten Männer, die angeklagt sind.

Und unser Kampf und Ihre Geschichte

müssen weitergehen.

Sie werden nicht mit einem einzigen Urteil enden.

SUMNER EIN GUTER ORT, UM EINEN JUNGEN AUFZUZIEHEN

-Das ist die Mutter. -Gehen Sie bitte zur Seite.

Mrs. Bradley, warum sind Sie hier?

-Sagen Sie was. -Werden Sie aussagen?

Schon gut, Daddy.

Ich möchte bestätigen...

Was soll denn das?

Nein...

Wie können Sie es wagen?

Schon gut, Mamie.

Gehen Sie schon.

Amzie.

Mrs. Bradley, das ist Ruby Hurley. Sie gehört auch zum Team.

-Es ist mir eine Ehre, Sie kennenzulernen. -Danke.

Freut mich, Sie kennenzulernen.

-Wir fühlen mit Ihnen. -Danke.

Hallo, Nigger.

Ich habe da drüben acht Sitze für Sie und Ihre Nigger-Reporter.

Der Rest kann stehen.

Sind Sie Mamie?

-Was ist das? -Das ist eine Scheißvorladung.

Ich dachte, ihr aufmüpfigen Nigger könnt lesen.

Lass dich nicht provozieren. Komm.

Da ist James Hicks. Wir können bei ihm und den Reportern sitzen.

-Hatten Sie Kontakt zu den Staatsanwälten? -Nur einmal am Telefon. Ganz kurz.

Es dauert hoffentlich nicht lange.

-Mr. Smith. -Ja.

-Mrs. Bradley. -Mamie.

Kommen Sie.

Bitte erheben Sie sich.

Der ehrenwerte Richter Curtis Swango hat den Vorsitz.

Bitte setzen Sie sich.

Es werden keine Fotos während des Verfahrens gemacht.

Gerichtsdiener, holen Sie die Geschworenen herein.

Ach, und bringen Sie mir irgendwann mal 'ne Cola. Okay?

Euer Ehren, wir haben gerade erfahren, dass es einen weiteren Zeugen gibt.

Wir beantragen eine Vertagung, um den Zeugen ausfindig zu machen.

Einspruch, euer Ehren! Das verzögert doch nur das Verfahren.

Einspruch abgelehnt. Es klingt nach einem vernünftigen Einwand.

-Danke, Euer Ehren. -Sie haben bis morgen früh Zeit dafür.

Die Verhandlung ist vertagt.

Die Verhandlung wird morgen um neun Uhr wieder aufgenommen.

Verhandlung vertagt.

Medgar, fahren Sie mich nach Money.

Na gut. Mach ich.

Hier ist es passiert.

Ja, Ma'am.

Der Laden ist seit der Festnahme geschlossen.

Die meisten Kunden waren Schwarze.

HALLO MAMA, WIE GEHT ES DIR? ICH VERMISSE DICH.

ONKEL MOSE LÄSST UNS HART ARBEITEN.

Eure Mama hat mir gesagt, ihr zieht nach dem Prozess in den Norden.

Daddy sagt, hier ist es nicht sicher.

Danke.

Es tut uns leid, Ma'am.

Es tut uns so leid.

Ihr konntet nicht wissen, dass das passiert.

Kommt her.

Ist schon gut.

Wo ist euer Daddy?

Willst du dich setzen?

Ich habe deine Söhne getroffen.

Es war sicher schwer für sie, dich zu sehen.

Setz dich doch.

Hattest du ein Gewehr im Haus, als sie Bo abgeholt haben?

Ich wollte dir schon erklären, was passiert ist.

Hast du schon gesagt.

-Weiße Männer klopften an meine Tür. -Ich weiß.

-Sie hatten eine Waffe. -Du hast auch eine!

Wie lange hast du tatenlos dagestanden, während sie mein Kind holten?

Hätte ich geschossen, hätten sie uns alle umgebracht!

Es wäre Jagdsaison auf jeden Schwarzen in Money gewesen!

Wir müssen hier leben, Mamie.

Bobo hat eine weiße Frau angesprochen. Weißt du, was das hier bedeutet?

Gib Bo nicht die Schuld daran!

Ich gebe ihm nicht die Schuld!

Ich musste eine Entscheidung treffen.

In einem Moment musste ich mich entscheiden.

Du hast dich für deine Kinder entschieden.

Es waren nicht nur zwei weiße Männer mit einer Waffe.

Es war jeder Weiße, der einen Schwarzen lieber tot sieht,

als die gleiche Luft wie er zu atmen.

Jeder Sheriff, jeder Richter aus der Stadt stand in jener Nacht vor meiner Tür.

Ich hatte es mit mehr als zwei Männern mit einer Waffe zu tun!

Er war mein einziges Kind.

Ich weiß.

Ziehst du deshalb nach dem Prozess weg?

Weil du vor Gericht aussagen willst?

Nie hat ein Schwarzer in Money das Wort gegen einen weißen Mann erhoben

und es überlebt.

Das ist es. Wenn er wegrennen will, haltet ihn fest.

Amzie, hier.

Nicht so laut. Du verschreckst ihn.

-Ihr sollt Willie in Ruhe lassen. -Lass uns reden.

-Er hat nichts gesehen. -Komm raus, oder wir kommen rein.

Die bringen ihn auch noch um.

Los, komm!

Wir müssen ihn hierbehalten.

Ich werde nicht weglaufen. Ich erzähle denen, was ich gesehen habe.

Was ist mit deinen Großeltern? Sagst du, sie haben Geräusche gehört?

Nein, ich habe versprochen, sie da rauszuhalten.

Wir sorgen für eure Sicherheit nach der Aussage.

Also mach dir keine Sorgen, Junge.

In Ordnung?

Er heißt Willie Reed und arbeitet auf der Farm für JWs Bruder.

Er lebt auf der Farm, nicht weit von dort, wo er gesehen hat,

wie JW, Roy Bryant und einige andere Männer Emmett mitzerrten.

Willies Familie arbeitet auch für die Milams und hat viel Lärm gehört.

Es gab noch andere Männer?

Es schmerzt, Ihnen das sagen zu müssen, aber es waren auch Farbige dabei.

Farbige haben meinem Sohn das angetan?

Arbeiter von Milam und Bryant. Sie bekamen Geld, damit sie verschwinden.

Moment.

Ich helfe dir.

Es bedeutet mir viel,

was du da tust.

Danke.

Danke.

Es ist das Richtige.

Zieh die an.

Ich kann nicht einschlafen, bevor Medgar nach Hause kommt.

Ich wollte Sie kennenlernen.

Was Sie mit den Fotos getan haben und was Sie jetzt tun, ist...

Das würde jede andere Mutter auch für ihr Kind tun.

Wie alt ist Ihr Sohn?

Zwei.

Wir hätten ihn und seine Schwester fast nicht aus Jackson mitgenommen.

Aber ich versuche, die Familie zusammenzuhalten.

Sie haben sicher von Lamar Smith und Reverend Lee gehört.

Ja, habe ich.

Medgar und ich arbeiteten mit ihnen zusammen.

Wir haben gute Arbeit geleistet.

Wir haben viele Schwarze auf die Wahlliste setzen können.

Damit wurden wir zur Zielscheibe.

Ich...

Ich glaube an das, was wir für unsere Leute tun.

Wirklich.

Aber meine Kinder sollen nicht in Angst leben.

Ich habe genug Angst für uns alle jedes Mal, wenn ich auf Medgar warte.

Emmett wollte nur in den Ferien Spaß mit seinen Cousins haben.

Er hätte nie gedacht, dass ihm was passiert.

Er wusste, dass die Dinge hier unten anders sind.

Aber ich habe ihn nie in Angst aufgezogen.

Er sollte einfach ein Junge sein.

Ohne, dass ihm seine Kindheit genommen wird.

Aber es ist doch passiert.

Wir tun das Beste, das wir tun können.

Kennen Sie Mr. Bryant?

Ihm gehört der Fleischmarkt.

Dann kennen Sie auch Mr. Milam?

Nicht dem Namen nach.

-Aber ich kenne ihn. -Woher?

Er kam an meine Tür.

Links hielt er eine Taschenlampe, rechts eine Pistole.

Was ist dann passiert?

Er bedrohte meine Familie mit der Waffe.

Dann zerrte er meinen Neffen mit sich und fuhr weg.

Bimbo!

Und würden Sie...

Würden Sie Mr. Milam wiedererkennen, wenn Sie ihn wiedertreffen würden?

Ja, Sir.

Das würde ich.

Dort ist er.

Keine weiteren Fragen.

Der Zeuge kann gehen.

Die Verhandlung wird vertagt.

Was wollen Sie gehört haben?

Ich habe laute Schreie und Schläge gehört,

die aus dem Schuppen kamen.

Es klang nach einem Jungen.

Ich sah...

JW Milam.

Ich habe einen grünen Wagen mit weißem Dach gesehen.

Als sie wegfuhren, saßen zwei weiße Männer in der Kabine

und drei Farbige hinten.

Sie saßen neben einer Leiche.

-Das haben Sie sicher gehört? -Ja, Sir.

Wenn dem so ist, warum haben Sie dann nicht um Hilfe gerufen?

Das...

Das konnte ich nicht.

Keine weiteren Fragen.

Sie können jetzt gehen.

Haben Sie bestätigt, dass es Emmett Till war?

Nein, habe ich nicht.

Ich habe nur gesagt, es ist ein Toter.

Man erkannte nicht mal, ob weiß oder schwarz.

Danke, Sheriff Strider. Sie dürfen gehen.

Ich glaube ja, die Mutter und die NAACP haben sich das Ganze ausgedacht.

Danke, Sheriff Strider.

Der Junge ist noch am Leben.

Hatten Sie einen Sohn, der zu Lebzeiten Emmett Till hieß?

Ja, Sir.

Wie alt war er?

Vierzehn Jahre.

Lebt sein Vater noch?

Nein, Sir. Er starb im Dienst.

Als Ihr Mann, Emmetts Vater, starb, wurden seine Sachen an Sie geschickt?

Ja, Sir.

Ich gebe Ihnen hier einen Ring.

Darin eingraviert ist "25. Mai 1943".

Und die Initialen L.T. War der bei den Sachen dabei?

Ja, Sir.

Ist das der Ring, den Emmett auf seiner Reise nach Mississippi trug?

Ja, Sir.

Bitte bestätigen Sie dem Gericht und der Jury,

dass die Leiche, die Sie im Leichenhaus gesehen haben,

die Ihres Sohnes Emmett Till ist.

Das bestätige ich.

Es ist schwer zu beschreiben, was eine Mutter weiß.

Bitte.

Als ich Mutter wurde, fiel mir als Erstes auf,

dass meine Hände immerzu in Bewegung waren.

Schaukeln, Tragen, Wiegen, immer in Bewegung.

Eine Hand für ihn, eine für alles, was er brauchte.

Als ich ihn absetzte, damit er selbst seine Umgebung erkundet,

habe ich jeden Zentimeter von ihm berührt, jede Biegung.

Ich hätte ihn mit geschlossenen Augen mit den Händen erkannt.

So wie ich sein Lachen immer erkannt habe.

Das ist dasselbe, wenn man alles von jemandem weiß.

Ich habe meine Hände auf einen Fuß gelegt.

Dann habe ich... seine Knie berührt.

Ich konnte ihn erkennen,

als meine Finger an seinen Haaransatz entlangfuhren

und über die Erhebung seines Augenlides glitten.

Er war übel zugerichtet und aufgebläht.

Doch es war der Körper des Jungen, den ich gehegt und geliebt habe.

Nichts und niemand könnte mir den Blick verstellen.

Eine Mutter weiß so etwas.

Ihre Mutter würde es wissen.

Und ich wusste, dass das mein Sohn ist.

Emmett Till, ohne jeden Zweifel.

Danke.

Danke, Mrs. Bradley.

Ich denke, das ist alles, was wir wissen müssen.

Wissen Sie noch, an welchem Tag Emmett Tills Vater starb?

Ja, Sir. Am 2. Juli 1945.

-Wo ist er gestorben? -In Europa.

Hatten Sie eine Versicherung auf Emmett Till?

Ja, Sir.

Über welche Summe?

Ich hatte Policen über 10 Cent und 15 Cent.

Zwei wöchentliche Policen, die sich auf 400 Dollar beliefen.

400 Dollar?

-Und an wen sind die auszuzahlen? -Einspruch, Euer Ehren.

Einspruch abgelehnt. Die Zeugin möge die Frage beantworten.

Ich war Begünstigte der einen, meine Mutter der anderen Police.

-Hatte er je Ärger in Chicago? -Nicht mehr als jeder andere Junge.

-War er in einer Besserungsanstalt? -Wozu? Nein.

Die Schwarzen-Presse zitiert Sie so:

"Ich habe ihm mehrere Male gesagt,

dass er auf Knien um Vergebung bitten soll, wenn er Weiße beleidigt."

Das waren nicht ganz meine Worte.

Warnten Sie ihn vor weißen Frauen?

Ich sprach von weißen Menschen allgemein.

Haben Sie Ihrem Sohn gesagt, wie er sich hier zu benehmen hat?

-Mehrere Male. -Und was haben Sie zu ihm gesagt?

Ich sage Ihnen, was ich ihm erzählt habe.

Er müsste sich hier unten an einen anderen Lebensstil anpassen.

Er müsse aufpassen, wie und mit wem er redet.

Und er solle immer "Ja, Sir" und "Nein, Ma'am" sagen.

Und sollte es je Schwierigkeiten jedweder Art mit Weißen geben,

und er vor ihnen auf die Knie gehen müssen,

dann solle er nicht zögern und es tun.

Wenn er zum Beispiel jemanden anrempelt und die Person ihn anschnauzt.

Ich habe ihm gesagt, er soll demütig sein,

damit er keinen Ärger bekommt, aber...

Aber was?

Ich habe ihn 14 Jahre lang mit Liebe erzogen.

Meine plötzlichen Warnungen vor Hass drangen nicht durch.

Das hier soll ein Foto Ihres Sohnes sein.

Das wurde bei mir zu Hause zwei Tage nach Weihnachten aufgenommen.

Sagen Sie dem Gericht bitte, was das ist.

Das ist das Foto meines Sohnes,

nachdem Mississippi ihn tot nach Chicago zurücktransportiert hat.

Keine weiteren Fragen.

Und die Staatsanwaltschaft?

Auch keine Fragen.

Das Gericht vertagt sich.

Sie haben meinen Sohn noch mal getötet.

Würden die Geschworenen sich bitte zurückziehen?

Die heutige Aussage über einen vorausgehenden Vorfall

in einem Laden in Money ist irrelevant.

Euer Ehren, können wir mit der Aussage fortfahren, nur fürs Protokoll?

-Euer Ehren... -Setzen Sie sich.

Mrs. Bryant kann gern Ihre Sicht darlegen, wenn sie möchte.

Das hat jeder andere ja auch getan.

Trauen Sie sich das zu, Kindchen?

Mrs. Bryant, war noch jemand mit Ihnen im Laden,

am Mittwochabend, den 24. August 1955?

Ich war allein.

Aber die Kinder waren hinten. Im Wohnbereich.

Zu welcher Tageszeit war das?

Nach Einbruch der Dunkelheit.

Allein. Spätabends mit Ihren Kindern.

Erzählen Sie dem Gericht, was dann passierte.

Dieser Nigger kam in den Laden und machte bei den Bonbon-Gläsern halt.

-Und Sie? -Ich stand hinter dem Tresen.

Ich habe den Mann gefragt, was er wollte.

-Haben Sie ihm die Ware gegeben? -Ja.

Was haben Sie dann getan?

Ich streckte meine Hand nach dem Geld aus.

Zeigen Sie dem Gericht, wie Sie die Hand ausstreckten.

So.

Und hat er Ihnen das Geld gegeben?

Nein. Er schnappte meine Hand.

Können Sie dem Gericht zeigen, wie er Ihre Hand ergriff?

War es ein fester oder ein sanfter Griff, als er sie hielt?

Ein fester Griff.

Zeigen Sie dem Gericht, was Sie taten?

Wie haben Sie sich befreit?

Ich habe meine Hand so weggezogen.

Was hat er gesagt, als er Ihre Hand ergriff?

"Wie wäre es mit einem Date, Baby?"

Sie haben sich also befreit.

Und was ist dann passiert?

Ich wollte nach hinten gehen.

Und er ging seiner Wege?

Nein.

Er kam mir nach.

Er hat mich an der Kasse eingeholt.

Mrs. Bryant, können Sie das dem Gericht zeigen?

-Ja. -Gut.

Er nahm Ihre Hände und hielt sie hinter Ihrem Rücken fest?

Ja.

Seine rechte Hand an Ihrer rechten Hüfte?

Hier.

Und was hat er gesagt?

Er hat gesagt: "Sie müssen keine Angst vor mir haben.

Ich hatte schon weiße Frauen."

Und was ist dann passiert?

Dann kam ein anderer Nigger rein...

Ich möchte jetzt gehen.

-Soll ich Sie zum Urteilsspruch holen? -Nein.

Ich möchte Mississippi verlassen. Jetzt.

Was ist mit dem Urteil?

Ich kenne das Urteil schon.

Nach einer etwa einstündigen Beratung

kamen die Geschworenen eben mit dem Urteil "nicht schuldig" zurück.

Somit sind die Angeklagten Milam und Bryant frei.

Sie feierten lachend ihren Sieg mit ihren Frauen an der Seite

und freuten sich sichtlich...

Ihre Geschichte hat die Welt verändert.

Denn sie hatte den Mut, sie nicht für sich zu behalten,

sondern sie zu unserer zu machen.

Mamie, es ist eine Ehre, die Bühne mit Ihnen zu teilen.

Diesen Kampf mit Ihnen zu führen.

Bitte begrüßen Sie Mrs. Mamie Till-Bradley.

Das ist erst der Anfang.

Ich möchte Gott loben,

der die Quelle meiner Kraft und der Grund meines Seins ist.

Ich danke Ihnen, Mr. Mooty und der NAACP für die Einladung,

hier in Harlem, New York City, vor Ihnen allen zu sprechen.

Die Leiche meines Sohnes hatte keine Bedeutung

für Mississippis Strafrechtssystem.

Und während sie wie üblich das Opfer beschuldigten,

sah die Bundesregierung untätig zu.

Wenn dieses Land Schwarze nicht vor Hass schützen kann,

muss Amerika erst noch sein Versprechen einlösen.

Entweder Freiheit für alle, oder die Freiheit ist gescheitert!

Vor einem Monat hatte ich eine schöne Wohnung in Chicago,

einen guten Job und einen Sohn.

Wenn den Schwarzen im Süden was passierte, hielt ich es für deren Sache, nicht meine.

Jetzt weiß ich, wie sehr ich mich irrte.

Seit dem Lynchmord an meinem Sohn weiß ich:

Was irgendwem von uns passiert, egal wo,

sollte uns alle etwas angehen!

Ganz genau, Schwester.

So ist es.

-Sag, wie es ist! -Das sehe ich genauso.

Ja, genau!

MAMIES ENGAGEMENT LÖSTE EINE BEWEGUNG AUS,

DIE ZU DER VERABSCHIEDUNG DES CIVIL RIGHTS ACTS VON 1957 FÜHRTE.

SIE WIDMETE IHR LEBEN DER BILDUNG VON KINDERN

UND KÄMPFTE WEITER FÜR DIE BÜRGERRECHTE IN AMERIKA.

MEDGAR EVERS WURDE ZU EINEM HELDENHAFTEN ANFÜHRER DER BÜRGERRECHTSBEWEGUNG.

ACHT JAHRE NACH DEM PROZESS WURDE ER VOR SEINEM HAUS ERMORDET,

VOR DEN AUGEN MYRLIES UND IHRER KINDER.

WENIGER ALS EIN JAHR NACH DEM PROZESS GABEN J.W. MILAM UND ROY BRYANT ZU,

EMMETT TILL ERMORDET ZU HABEN.

SIE ERHIELTEN 4.000 DOLLAR HONORAR UND LEBTEN DEN REST IHRES LEBENS IN FREIHEIT.

CAROLYN BRYANT DONHAM WURDE FÜR IHREN ANTEIL AM MORD AN EMMETT TILL NIE BELANGT.

MAMIE UND GENE MOBLEY HEIRATETEN 1957

UND BLIEBEN BIS ZU GENES TOD IM JAHR 2000 ZUSAMMEN.

MAMIE STARB IM JAHR 2003.

DAS EMMETT-TILL-GESETZ GEGEN LYNCHMORDE WURDE AM 29. MÄRZ 2022 VERABSCHIEDET,

67 JAHRE NACH DEM MORD AN EMMETT.

DIESER FILM IST IN LIEBEVOLLER ERINNERUNG

DEM LEBEN UND DEM VERMÄCHTNIS VON MRS. MAMIE TILL-MOBLEY GEWIDMET.

Untertitel: Juliane Mascow Eurotape - Nordkurier Mediengruppe 2022

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