All language subtitles for Monsieur Claude 1

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Original subtitles

Rashid Abdul Mohamed Benassem. Wollen Sie die hier anwesende Isabelle Suzanne

Marie Verneuil zu Ihrer rechtmäßig angetrauten Ehefrau nehmen?

Ich will.

Isabelle Suzanne Marie Verneuil.

Wollen Sie den hier anwesenden Rashid Abdul Mohamed Benassem zu Ihrem

rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen?

Ich will.

Kraft meines Amtes. Erkläre ich Sie hiermit zu Mann und Frau.

Wollen Sie den hier anwesenden David Maurice Isaac Benny Schuh zu Ihrem

rechtmäßig angetrauten Ehemann nehmen?

Ich will. Kraft meines Amtes erkläre ich Sie hiermit zu Mann und Frau.

Wollen Sie den hier anwesenden Shao-Pierre Pauling zu Ihrem rechtmäßig

angetrauten Ehemann nehmen?

Ich will.

Kraftbubes Antis, erkläre ich Sie hiermit zum Mann.

Und jetzt bitte lächeln!

Ich sehe da jemand, der nicht lächelt.

Wunderbar. Zubleiben, bitte.

Das wird ein Gemetzel werden. Aber nein.

Odile sagt, sie haben den besten Rabbi verpflichtet. Und wenn, er wird am

Schniedel meines Enkels herumschnippeln. Also ich bitte dich, Claude, reiß dich

zusammen. Denkst du vielleicht, ich freue mich darüber?

Ich wäre auch über dich in Ordnung geblieben. Mach dir nicht schwer.

Ich weiß nicht, ob ich das ertrage. Ich habe neulich eine grauenhafte Reportage

über die Beschneidung von Mädchen.

Hallo, alle miteinander.

Hallo Marie, hallo Claude. Wie war die Fahrt? Sehr gut, danke.

Ich sehe aus wie eine Tonne, ich weiß.

Aber nein, du siehst toll aus. Du bist wunderschön.

Wisst ihr schon, wie ihr ihn nennen wollt?

Nein, wissen wir noch nicht, Mama.

Wir schwanken noch zwischen Antoine, Lucas und... Und Mahmoud.

Mahmoud?

Mir gefällt Mahmoud.

Welcher Name gefällt euch am besten? Mir gefallen alle drei.

Aber ich gebe zu, bevorzugen würde ich Lucas oder Antoine.

Naja, mit dem Namen Mahmoud wird man es nicht so leicht haben.

Klingt wie Mammut, oder?

Sieht doch ganz kultiviert aus.

Und Mann, ich dachte ernsthaft, er kollabiert.

Ich schwöre, beim Leben meines Sohnes, ich bin nicht konvertiert. Das hätte ja

wohl gerade noch gefehlt. Warum lasst ihr ihn nicht taufen? Vielleicht wäre

Benjamin später gerne Katholik, wer weiß. Mama, zum 153.

Mal, die Beschneidung macht aus Benjamin keinen Juden.

Außerdem ist es hygienisch, es beugt Infektionen vor. An meinem wurde nicht

rumgeschnippet und ich bin gesäubert. Claude, ich bitte dich also. Hallo

Schwieger-Mami, hallo Schwieger-Papi.

Viel Spaß. Wie oft denn noch? Ich will nicht Schwieger-Papi genannt werden, das

bringt mich auf die Palme. Entschuldigung, ich mach das nicht mehr.

Hallo, Charlie.

Hallo, Marie. Hallo, Xiao.

Wann fahrt ihr nach China zurück?

Morgen Abend.

Oh, dann machen wir morgen bei uns zu Hause ein großes Familienessen.

Gute Idee. Dann koche ich die Spezialität meines Landes.

Dampfgegartes Dim Sum vom Hund.

Das war ein Scherz.

Leute, es fängt an!

Die Beschneidung. Das ist aber wirklich kein Grund, gleich so loszustürzen. Was

sollte denn der blöde Witz? Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat.

Den versteht bloß ein Teil.

Der Champagner schmeckt seltsam. Ob der koscher ist?

Das komische Ding kratzt.

Dermaßen höllisch. Trink aus und dann haben Sie tatsächlich Muskelschmerzen.

Ich kann doch jetzt nicht schon gehen.

Knut, Marie.

Hier bitte, das ist für euch.

Oh, vielen Dank, David. Was ist das?

Die Vorhaut von Benjamin.

Oh. Aber das ist eine große Ehre.

Das glaube ich gern. Was sollen wir damit machen? Nun, traditionell wird die

Vorhaut im Garten der Familie vergraben. Na ja. Wenn Sie also... Und da wir

keinen Garten haben, dachte ich, ihr könntet sie in Chino vergraben. Wenn ihr

so daran hängt, hättet ihr sie nicht abschneiden sollen.

Nicht doch, mein Mann macht Spaß. Gib mir diese vor.

Danke, Marie.

Unter den Apfelbaum, oder?

Was

ist,

Marie? Schmeckt es dir nicht? Doch, doch, schau. Wunderbar.

Es ist nur ein bisschen trocken. Ein bisschen trocken? Ein bisschen ist gut.

Was ist das für Fleisch?

Straußenfleisch.

Straußenfleisch? Normalerweise nimmt man Schwein. Das ist weniger trocken. Aber

heute... Ja, ja.

Natürlich.

Also, ich esse zwar kein Schwein, aber ich bin kein Fundamentalist.

Ich trinke sogar Wein. In der Hinsicht war ich nicht besorgt.

Bei mir ist es genauso.

Nur Schwein.

Aber das ist Tradition. Was will man machen? Ich bin Franzose.

Trotzdem muss es nicht immer Coco-Vein oder Krebseset sein.

Was für ein Blödsinn, Papa.

Ein Späßchen am Rande, das war nicht ernst gemeint, das war ein Scherz.

Ausgezeichnet, Claude.

Der wird noch zum Arschkriecher mutieren.

Jetzt ist Benjamin wach.

Darf ich ihn nehmen, Schatz? Ja, sicher, wenn du möchtest.

Geh. Und, wie ist das mit euch? Esst ihr noch Schwein?

Keine Sorge, Papa, ich bin immer noch eine echte Französin. Wo ist das

Häschen, mein Schatz? Na, wo ist es denn, mein Schatz? Wo ist es denn?

Er hört überhaupt nicht auf zu lächeln. Er scheint jedenfalls nicht

traumatisiert zu sein. Er hat überhaupt nichts mitbekommen. Nichts mitbekommen?

Ihr habt ihm die Vorhaut abgeschnitten. Es ist nicht, als wenn ihr ihm einen

Lutscher gegeben hättet. Entschuldige, David.

Ich finde es geradezu barbarisch. Ich versichere dir, Claude, mit acht Tagen

ist das Nervensystem des Kindes noch nicht vollständig ausgeprägt. Darum

machen es die Juden in diesem Alter. Nicht wie die Muslime. Die machen es mit

sechs.

Was willst du damit sagen?

Dass Muslime Barbaren sind? David sagt nur, dass es am besten ist, es so früh

wie möglich zu machen. Der Unterton wäre nicht nötig gewesen. Entschuldige mal,

Isabel. Was ich damit sagen wollte, war, dass der arme kleine Kerl ganz schön was

durchmachen musste.

Also... Chill.

Im Ernst, Rashid, das war doch bestimmt eine Qual. Überhaupt nicht. Meine

Erinnerung daran ist positiv.

Ich würde es morgen nochmal machen lassen. Das glaube ich nicht. Das ist

gelogen. Dieses ewige Heckmeck zwischen Juden und Arabern. Vielleicht könnt ihr

mal endlich Frieden schließen.

Hast du irgendwas zu melden?

Wir machen Heckmeck, wann wir wollen.

Nicht wahr, David? Ganz genau, Rashid. Wir kommunizieren wenigstens. Das ist

nicht wie bei euch Chinesen. Man weiß nie, was ihr denkt. Was willst du damit

sagen? Dass der Chinese falsch ist? Auf keinen Fall. Ich sage nur, dass sich der

Chinese nicht anstrengt, auf andere zuzugehen.

Ist es denn nicht so?

Ich halte mich da raus.

Dazu habe ich keine Meinung, Xiao. Er ist der einzige Chinese, den ich kenne.

Ich stimme David zu.

Kein Lächeln, kein Guten Tag.

Seit sie alle Tabakleben übernommen haben, denke ich darüber nach, nicht

mehr zu rauchen.

Die Araber, die verstehen wenigstens was von Geschäften.

Ach ja?

Wenn wir Chinesen nichts von Geschäften verstehen, erklär mir mal, warum wir

wirtschaftlich Weltmarktführer sind. Ja, ja, zugegeben, das haben Sie clever

angestellt. Es stimmt doch, David, wegen der Chinesen habt ihr doch Konkurs

anmelden müssen.

Oder?

Könnten wir das Thema wechseln?

Also, was macht ihr in den Ferien? Wir fahren nicht weg. Ich muss meine

Ausstellung vorbereiten.

Ja, deine Gemälde werden zunehmend lebensbejahender, Cherie. Klasse.

Claude, sie ist eine Mimose, das weißt du doch. Ich bin nicht schwerhörig.

Ich bin keine Mimose. Ich bin sensibel. Ja, Liebling, ich weiß.

Und was habt ihr gestern Abend gemacht?

Wir waren in Montmartre, in einem volkstümlichen Bistro.

Na toll, gibst du mir die Adresse? Aber natürlich. Es war grandios.

Bedauerlicherweise sind wir auf dem Rückweg in Barbès gelandet. Das war auch

volkstümlich. Was willst du mit volkstümlich andeuten?

Nicht, doch nicht böse sein, Rashid. Aber für Leute wie uns, die in einer

kleinen Provinzstadt wohnen, ist Barbès ein Shop. Und was für einer. Zum Glück

hatte ich meinen Pass dabei, denn von jetzt auf gleich war ich in Bab-el-Wed.

Jetzt gehst du aber wirklich zu weit. Na was denn, es stimmt doch. Da war nicht

ein einziger Franzose auf der Straße.

Woher willst du das wissen? Hast du die Leute nach ihren Papieren gefragt?

Och, was soll denn dieser Ton, Rashid? Können wir nicht sachlich miteinander

diskutieren? Sachlich diskutieren? Deine Bemerkungen sind von Anfang an

grenzwertig. Wie grenzwertig?

Grenzwertig.

Rassismusverdächtig. Ich und Rassist?

Bitte, ich bin Republikaner und Gullist wie schon mein Vater. Ich bin ruhig, ich

akzeptiere nur nicht, dass man mich einen Rassisten nennt. Ich habe immerhin

drei von meinen vier Töchtern Männern mit Migrationshintergrund überlassen.

Während ihr... Was habt ihr denn für Frankreich getan?

Papa, erstens hast du uns nicht überlassen, zweitens, der Gull ist nicht

mehr am Leben und drittens, krieg dich wieder ein.

Marie, wir fahren nach Hause.

Nein, Claude, warte, es gibt auch noch Dessert. Nein, danke, ich mag keine

Litschis.

Entschuldigt. Es gibt gar keine Litschis.

Das war ein Treffen der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus. Ich habe

noch nie so empfindliche Leute gesehen.

Sie sind wirklich nicht einfach. Ich ertrage sie langsam nicht mehr.

Dieser Stiefel lecker Schau mit seinem Kükenlachen.

Als würde er geschächtet wie ein Lamm.

Ich habe ja eher Probleme mit David.

Odile hat etwas Besseres verdient. Etwas viel Besseres. Sie ist ein wunderbares

Mädchen. Er ist ein Versager, der auf ihre Kosten lebt. Das heißt doch immer,

die Juden hätten ein Händchen fürs Geschäft.

Offensichtlich nicht alle.

Aber Rashid ist von allen... Der ist der Schlimmste überhaupt. Muss immer alles

auf die Goldwaage legen. Wir haben das Große losgezogen.

Ich hab extra eine normanische Apfeltarte gebacken.

Ich schäme mich.

Ich mich auch.

Aber nein, das darf man nicht ernst nehmen. Ihr kennt doch Papa, er muss

provozieren. Das ist zwanghaft bei ihm. Ich kann ihn verstehen. Für einen

Provinzler ist Babess wie die unheimliche Begegnung der dritten Art.

Ach ja?

Und wenn er gesagt hätte, ich hab gedacht, ich wäre in Peking? Was hättest

du dann gesagt? Ich leugne nicht, dass es hier auch viele Chinesen gibt. Weißt

du, wenn er gesagt hätte, dass Araber Diebe sind, dann... Dass Araber Diebe

sind? Jerry.

Das ist nicht meine Meinung. Ich hab mich nur in die Haut eines Rassisten

versetzt. Hey, jetzt scher mal die Leute nicht über einen Kamm, okay?

Was ist, wenn ich dir sagen würde, dass du einen kleinen Schwanz hast?

Was? Das rammt. Hört auf!

Wie kann man nur so bescheuert sein?

Sie braucht echt einen Typen, der sie entspannt.

Alles halb so schlimm. Wir haben Charles' normanische Apfeltat. Also, wer

möchte ein Stück davon haben?

Äh, nein, danke. Wir werden jetzt gehen.

Wir auch. Benjamin ist müde.

Das kann doch nicht wahr sein.

Hast du dich da so reingeklemmt?

Nein, der Typ vor mir muss mein Auto gegen deins geschoben haben.

Willst du mich verarschen? Die Karre stand schon da, als ich gekommen bin. So

eine Scheiße, da kommen wir nie raus.

Was bist du nur für ein Idiot?

Wegen einer Parklücke bin ich ein Idiot?

Selber Idiot. Hört auf, ihr seid ja wie Kinder.

Na, wollt ihr nicht doch noch ein Dessert?

Meine Apfeltarte ist der Hammer.

Wenn sie genauso trocken ist wie dein Strauß, kannst du sie dir direkt in

deinen Arsch schieben. Was?

David, jetzt sei doch nicht so vulgär.

Was, dann ist doch seine Schuld. Er hat die Stimmung versaut mit seinen

Anspielungen auf Schweinefleisch. Hättest du nicht Nudeln machen können,

du blöd Mann?

Das geht verdammt böse aus.

Weißt du was, David?

Vergiss unseren Termin und vergiss meine Bank. Ich helfe dir nicht bei der

Finanzierung deines beschissenen Vintage-Telefonprojekts. Als wäre ich

darauf angewiesen. Ich habe mehr Kontakte zu Banken, als du jemals haben

wirst. Dann träum mal weiter. Die Zeiten haben sich geändert. Die Juden in der

Finanzwelt, das ist vorbei. Jetzt sind wir auf Erfolgskurs. Ja, wir kaufen

alles auf. Alles.

Duville, die Kipas und selbst Israel.

Beim Grab meiner Großmutter, ich schlag dir die Fresse ein.

Na komm her, mein Falafel. Fünf Jahre Krav Maga, pass nur auf.

Gehst du nicht dazwischen? Das würden sie nicht überleben. Ja, klar.

Bist du verrückt geworden?

Ich hab mich nur verteidigt. Steht hier irgendwo Dalai Lama geschrieben?

Ein Kehlkopfschlag.

Das ist typisch für euch Chinesen.

Ah, sind wieder da, mein Baby.

Oh, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.

Hast du Hunger? Hast du Hunger?

Ja, ja, wir auch.

Wir haben bei einem sehr schlechten Chinesen gegessen.

Das war ein grauenvoller Fraß.

Wir haben auf Schuhsohlen rumgekaut.

Die Vorhaut vergraben, so ein Quatsch. Wir hätten sie in den Müll werfen

sollen. Man hat uns eine Mission übertragen, Claude. Das ist religiös,

das ist heilig. Ja, ja, religiös, heilig.

Wo ist denn die Dose?

Ah.

Das ist ekelhaft. Ich kann das nicht anfassen.

Nein, Clovis! Pui!

Clovis!

Der Idiot hat die Vorhut gefressen!

Weg!

Er hat sie gefressen.

Zeig mal her.

Denk nicht mal dran, Claude. Was?

Claude, bitte.

Außer dir, mir und Clovis wird es niemand jemals erfahren.

Voilà!

Die Dose grabe ich auch mit ein.

Wir dürfen keine Spuren entlassen.

Man hat uns darum gebeten, wir haben es gemacht.

Na los, ich brauche jetzt dringend einen kleinen Whisky.

Es ist alles in Ordnung, Madame Verneuil.

Sie haben die Arterie in einer 20-Jährigen. Aber das ist unmöglich.

Wissen Sie, ich habe keinen Appetit, ich könnte nur schlafen. Irgendwas muss ich

doch haben.

Sie haben es im Kopf. Sie haben alle Symptome einer Depression.

Am besten, Sie konsultieren einen Spezialisten. Einen Spezialisten? Sie

meinen einen Psychiater?

Vater?

Vater? Oh mein Gott, bitte nicht Sie.

Ich habe mein ganzes Leben meinen Töchtern gewidmet. Ich habe alles

aufgegeben, damit sie glücklich sind, damit es ihnen an nichts fehlt.

Mit dem Resultat, dass ich sie kaum noch sehe.

Genauso wenig wie die Enkel.

Das Familienleben ist schon schwierig genug.

Und wenn darüber hinaus noch Probleme mit der Kultur, der Religion und der

Erziehung bestehen... Das hatten wir doch schon, Madame Vernay. Alle diese

Dinge sind überhaupt nicht schlimm. Sie müssen sich anpassen. Das ist die

Globalisierung. Mein Bischof kommt aus Madagaskar. Am Anfang war es nicht

leicht, aber jetzt läuft es sehr gut.

Ja, ich weiß, Doktor.

Äh, Vater.

Ich nehme es mir übel, dass ich so denke, aber ich hätte so sehr gewollt,

dass Sie in dieser Kirche getraut werden.

Ich wurde schon hier getraut. Meine Eltern wurden hier getraut. Und meine

Tante Genevieve hatte hier Kommandant.

273 Euro, die spinnen wohl. Wie viel? Was? Wie bitte? Nichts, nicht so

wichtig. Ich habe eben an Ihre Jüngste gedacht.

Lor, nicht wahr?

Genau, ja. Vielleicht findet sie mal einen Katholiken. Nicht die Hoffnung

aufgeben. Ihr Wort in Gottes Ohr, Vater.

Was machst du? Jetzt nicht, Cherie, du bringst mich raus.

Ich sitze an meinem Vortrag über die Abänderung des Ehevertrages auf Basis

des Güterstandes der Zugewinn-Gemeinschaft. Es ist mir

wichtig, diesen Vortrag vor der Jahreshauptversammlung der Notarkammer

von Thur zu halten, diesen Freitag. Das ist überhaupt kein Grund, so übellaunig

zu sein. Nicht heute.

Ich war beim Arzt.

Und? Er meint, ich leide an einer Depression.

Och, hast du mich erschreckt.

Das kann schlimm sein. Viele Leute haben Schwierigkeiten, da wieder rauszukommen.

Ja, aber natürlich, mein Schatz. Bitte entschuldige. Meine Mädchen fehlen mir

nicht. Ja, aber ja, natürlich.

Entschuldige. Ich weiß.

Ich weiß.

Ich weiß. Ich weiß.

Und wenn wir sie zu Weihnachten einladen? Wen?

Unsere Mädchen.

Ihre Männer.

Ihre Kinder. Ich muss sehen, wie sie aufwachsen. Du weißt doch, wie es das

letzte Mal gelaufen ist.

Ein bisschen war das auch unsere Schuld. Wegen unserer negativen Vorurteile.

Statt Verständnis zu erwarten, hätten wir einen Schritt auf sie zugehen

sollen. Ach ja?

Entschuldige mal. So oft, wie wir uns bemüht haben.

Vielleicht ist das auch eine Ursache für deine Depression.

Meinst du?

Der Markt für koschere Produkte expandiert. Der Biomarkt auch.

Beides zusammen wird boomen.

Es wird verpuffen.

Verpuffen? Verpuffen. Es gibt rund 600.000 Juden in Frankreich. Wie viele

von denen essen regelmäßig Koscher? Was meinen Sie, 20%?

Ein bisschen mehr. Gut, 30% rechnen wir großzügig. Das sind 180.000. Von diesen

180.000 essen höchstens 10% Bio. Nicht wahr? Das macht nicht mal 20.000

potenzielle Kunden.

Wie Sie sehen, ist Ihre Geschäfte, die ein Mikro-Markt. Was Sie brauchen, ist

eine Bank, die Mikrokredite vergibt.

Bravo!

Sie essen wohl nicht koscher? Nein, ich esse nicht koscher. Ihre Mutter auch

nicht? Meine Mutter ist tot, Monsieur.

Dann ist ja klar, dass Sie nicht mehr koscher essen.

Pardon. Gehen Sie.

Vollidiot.

Ja, Cherie?

Und, wie ist dein Termin gelaufen, mein Schatz? Wie schon? Schlecht wie immer.

Anbleiben, das wird schon.

Biomizwa ist eine Spitzenidee.

Ich gehöre sofort wieder Ihnen, Monsieur Berger, ja?

Ich habe eine gute Nachricht. Wir fahren zu Weihnachten weg.

Skilaufen? Nein.

Nach Chinon.

Familientreffen. Ist das die gute Nachricht?

Und Jackie Chan und Arafat?

Bis dann. Ich lege jetzt auf. Ich wünsche dir was bis heute Abend.

Und jetzt zu Ihnen, Monsieur Berger.

Die können nicht beweisen, dass ich Gras hatte. Ich bin unschuldig.

Sie sind überhaupt nicht unschuldig. Halten Sie den Ball flach und lassen Sie

mich machen. Alles klar, Bruder. Kein Problem.

Und? Ich bin nicht Ihr Bruder. Ich bin Ihr Anwalt. Ja, sehr gut. Komm mal

wieder runter, Bruder. Ja, stürz dich voll rein.

Ich bin's, Schatz. Du hast mich angerufen? Ich wollte dich sprechen. Ja,

ich bin noch in Bobini.

Hast du einen Mandant?

Zur Abwechslung Gehirnlosen mit Kapuze.

Wir werden Weihnachten bei meinen Eltern verbringen. Wie, wir werden Weihnachten

bei deinen Eltern verbringen?

Na ja, Mama hat angerufen und gesagt, dass sie zum Familientreffen einladen.

So ein Vollidiot. Warte.

Halten Sie so den Ball flach?

Was hast du gesagt?

Was machst du?

Hey, verpiss dich.

Entschuldige, ich musste bei dem Hirnlosen eingreifen.

Äh, und wer kommt denn noch?

Sag mir nicht Kichern und Bruce Lee.

Kommen Gaddafi und Woody Allen auch? Das ist nicht witzig. Mama hat eine

Depression.

Ach, das tut mir leid.

Na, habt ihr gehört, meine Süßen? Ihr werdet eure Onkel und Tanten

kennenlernen. Ja, ja.

Entschuldige, Mama.

Ging nicht eher. Der Tag war die Hölle.

Ich weiß Bescheid. Odile hat mir eine SMS geschickt. Aber natürlich komme ich.

Ich finde, das ist eine super Idee.

Gut, jetzt lasse ich dich schlafen. Dicken Schmatz.

Und drück Papa bis dann.

Das war meine Mutter.

Hab ich mitgekriegt. Sie möchte, dass die Familie zu Weihnachten

zusammenkommt.

Bin ich eingeladen?

Demnächst. Im nächsten Jahr, wenn's gut läuft.

Ein Chineser, ein Jude, ein Araber werden akzeptiert, aber ein Schwarzer?

Heirat für alle, bloß nicht für Afrikaner. Du bist doof.

Ich hab deine Familie auch noch nicht kennengelernt. Lenk mich vom Thema ab.

Von meiner Seite gibt's keine Probleme.

Sie wurden nur so weit weg, aber glaub mir.

Meine Eltern sind sehr tolerant.

Ja, bei uns in Afrika stehen jedem die Türen offen.

Egal ob weiß oder schwarz, wir sehen nur den Menschen.

Oh, Charles, tut mir leid.

Das Problem ist, dass du Nummer vier bist, weißt du? Ja, ja, schon klar.

Hab Geduld, ich muss Sie auf den Schock vorbereiten.

Ich bin der Schock?

Ja, das bist du. Du bist mein Schock.

Meine Schokolade.

So, so, mein Sahnehäubchen.

Runter damit.

Josiane, ich fahre nach Tur zum Einkaufen. Ja, Madame.

Guten Tag, Madame. Guten Tag, Monsieur.

Sie wünschen?

Also, ich hätte gern eine Pute.

Verzeihen Sie, aber ist das Rallal?

Oh ja, Madame.

Bei uns ist garantiert alles halal.

Ich

begleite

Sie hinaus.

Vielen Dank, Madame.

Shabbat Shalom. Ihnen auch ein schönes Shalalabad Shalom. Vielen Dank.

Guten Tag.

Wäre es möglich, dass ich mit dem Koch spreche?

Sind Sie von der Kirche?

Nicht doch, aber nein. Ich wollte nur nach einem Rezepttipp fragen.

Guten Abend, Cherie.

Guten Abend.

Ich mache uns eine Gemüsesuppe.

Stell dir vor, die Dubuis Jambachs sind bei uns in der Kanzlei gewesen.

Ihr Sohn Xavier verbringt die Ferien in Chinon. Lebt er nicht in Washington? Ja,

aber er will die Festtage mit der Familie verbringen.

Warum sagst du mir das? Was glaubst du wohl?

Nalor und Xavier.

Xavier Dupuis Jambart? Er ist doch aber so hässlich. Du musst wissen, was du

willst. Er ist von hier, Katholik und aus einer achtbaren Familie.

Und so hässlich ist er gar nicht. Er hat Persönlichkeit. Das Wichtigste für einen

Mann. Xavier Dupuis Jambart.

Los, beeil dich. Du verpasst deinen Flug.

Ja, ja, schon gut.

Ich ruf dich an.

Ich hab was vergessen.

Mademoiselle Laure Verneuil.

Wollen Sie mich, den hier anwesenden Charles Coffey, den ersten zum Mann

nehmen? Ist das dein Ernst? Ja, ich hab's satt, länger versteckt zu werden.

Ja, ich will.

Ich geh da mal.

Ich liebe dich.

Jetzt gibt's kein Zurück mehr.

Du musst deiner Familie die frohe Botschaft verkünden.

Frohe Weihnachten!

Ich bitte dich nur, nicht über Tabakläden zu sprechen. Das ist doch

nicht so schwer. Okay, okay, okay. Gut, wenn jemand ein Klischee über die Juden

raushaut, sowas wie, sie sind sehr präsent in den Medien oder unter den

Zahnärzten, hörst du einfach weg. Okay.

Gut. Aber ich warne dich. Wenn einer was gegen Israel sagt, reiße ich ihm den

Arsch auf.

Kannst du nicht mal aufhören mit deinem Dem, reiße ich den Arsch auf? Ganz

ehrlich, beim Grab deiner Großmutter, deines Großvaters, das ist vulgär.

Kapierst du das?

Das schockiert meine Eltern.

Was soll ich denn sagen?

Heiliger Jesus?

Ich habe keine Lust, das stundenlang zu diskutieren, aber wenn einer in einem

Atemzug Immigranten und Kriminalität nennt, bitte ich dich einfach wegzuhören

und dich zusammenzureißen, ja? Du bittest mich, ein Feigling zu sein?

Nein, ich bitte dich, cool zu sein, einfach locker.

Intelligent halt, wäre das möglich?

Ist das grün, ja.

Und wenn einer seine Witze über Chinesen macht?

Dann lachst du.

Ich gebe also den Chinesen.

Genau.

Wir sind uns demnach einig? Wir klammern alle Reizthemen aus. Israel, den Dalai

Lama, die Burka, all sowas. Ja, ja, ja.

Und vor allem, kein Wort über die Nationalmannschaft. Ja, ja, ja, ja.

Voilà. Und keiner hat's gemerkt.

Da kommen schon die ersten. 20 Euro, dass das der Chinese ist. Ach, komm hier

nicht damit und bind dir eine Krawatte um. Also jetzt ist aber gut. Es kommt

doch nicht die englische Königin zu Besuch.

Ah, gewonnen.

Du schuldest mir 20 Euro, Cherie.

Drei Stunden Verspätung. Ich flieg nicht mehr mit Emma Rock.

Hallo Mama.

Schwester jetzt? Alles klar. Papa?

Man lebt also mit einer Katrin Deneuve zusammen.

Hey, hast du mich verraten? Du hast versprochen, dass ich nach Paris fliege

und nichts passiert.

Die Sachen in meinem Koffer schindeln schon.

Ich hätte euch noch davon erzählt.

Ihr Name ist Laura.

Wir wohnen seit einem Jahr zusammen.

Seit anderthalb Jahren. Seit anderthalb Jahren?

Heißt das, ihr werdet heiraten?

Ja.

Du hast nicht nur aufgehört zu studieren, um einen albernen Beruf

auszuüben, du nimmst auch noch eine Weiße zur Frau. Nicht Papa, bitte. Und

geh gefälligst zum Friseur. Das ist wirklich unmöglich.

Das

macht

sich doch gut hier, hä?

Eugenie, Liebling.

Hallo. Oh, willst du mir das schenken?

Schenkst du mir das?

Sie sind so süß, die beiden.

Lieb, Eugenie.

Wer hat das denn gemalt?

Das ist schon lustig. Sie erinnern meiner Tante Geneviève.

Ihr erinnert mich an Tante Geneviève, ihr Süßen. Gibt es Papa?

Ist das schön?

Ja,

gefällt es euch? Es ist hübsch, nicht wahr?

Das wird Krippe genannt.

Und das hier vorn ist ein Esel.

Und wie macht die Kuh?

Und das hier seht ihr.

Das ist der kleine Jesus.

Der Sohn Gottes.

Also bis gleich.

Deine Großmutter hat ein bisschen übertrieben mit Jesus.

Er ist nur ein Prophet.

Aber er ist süß und brav. Uncle David hat völlig recht.

Hova ist nur ein Prophet.

Ja, ja.

Ja, ich weiß. Du hast es mir versprochen.

Na los.

Ich möchte eure Anwesenheit in diesem Haus, in dem unsere Mädchen aufgewachsen

sind, nutzen, um mich zu entschuldigen. Es tut mir leid, dass euch meine

Äußerungen vom letzten Mal schockiert haben. Sie waren nicht böse gemeint.

Kein Problem. Schon vergessen.

Vergangenheit. Da fehlt mir aber ein Stein vom Herzen. Ich bin Gullist. Ich

wäre sehr traurig, wenn man mich für einen Rassisten halten würde.

Was ich gesagt habe, war auch nicht so gemeint. Ein bisschen rassistisch sind

wir doch alle irgendwie.

Auf jeden Fall ist es mir wichtig, dass ihr wisst, dass wir weder was gegen die

Juden noch gegen die Araber oder die Chinesen haben.

Zumal ihr Franzosen seid, wie wir. Ja, unbedingt, das stimmt.

Naja, um ganz ehrlich zu sein, wart ihr am Anfang keine Traumschwiegersöhne.

Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel.

Nein, natürlich nicht. Mein Vater wäre durchgedreht, wenn meine Schwestern

Männer aus der Auvergne geheiratet hätten.

Also, meiner Mutter fiel es auch schwer, Odile zu akzeptieren.

Oh ja, das stimmt.

Meine Eltern waren begeistert. Bis zu dem Moment, als ich ihnen gesagt habe,

dass sie Malerin ist.

Das Wichtigste für uns ist, dass unsere Mädchen glücklich sind. Wenn sie

glücklich mit euch sind, sind wir es auch.

Und damit heißen wir euch drei herzlich willkommen in der Familie Wernöch.

Vielen Dank.

Erheben wir unsere Gläser auf die Familie.

Auf die Familie.

Schatz, was ist los?

Tut mir leid, aber... Es schneit.

Ja, na und? Das ist der Zauber von Weihnachten.

Ach so.

Auf den Zauber von Weihnachten.

Na,

war ich gut?

Du warst sehr gut.

Sicher? War's nicht ein bisschen zu viel? Nein, nein, das war gut.

Keine Ahnung.

Mama, drei Puten? Ist das nicht ein bisschen zu viel? Wir sind immerhin neun

Personen. Außerdem wollte ich meine Schwiegersöhne überraschen. Die hier ist

koscher, diese ist halal und die dritte ist von einem chinesischen Koch

mariniert worden.

Marie, ich bin gerührt, aber ich muss nicht unbedingt halal essen. Und ich

nicht koscher. Und ich nicht mariniert.

Ausgezeichnet, Marie.

Sie könnte ein Riesenerfolg in China werden.

Vielen Dank.

Darf ich von deiner Koscherin probieren?

Aber gern.

Danke.

Na gut.

Willst du mal halal trösten? Auf keinen Fall.

Das war ein Witz.

Natürlich koste ich von deiner Halal-Fute.

So ein Spaß, oder wie?

Ja, das ist wahrer jüdischer Humor. Marie und ich lieben ihn.

Wir sind Fans von Louis de Finesse. Aber Louis de Finesse war kein Jude, Mama.

Aber klar, Rabbi Jakob.

Ja, ja.

Und was ist typisch chinesischer Humor?

Es gibt keinen. Ach, wie das?

Na ja, ganz einfach.

Chinesen haben keinen Humor.

Oh.

Claude, das war ein Witz.

Eine Birne aus der Region, sehr aromatisch.

Nicht halal und bestimmt nicht koscher.

Wann machen wir die Geschenke auf? Heute oder morgen früh? Morgen früh wie immer,

also wirklich, Isabel.

Heute gehen wir doch in die Messe.

Natürlich, Mama, die Messe. Die dürfen wir nicht verpassen.

Auf gar keinen Fall. Ja, ja, macht euch nur lustig.

Und wie läuft's da drüben? Wunderbar.

Alkohol, das Beste, was es gibt, um Völker zu vereinen.

Es war eine super Idee, uns zusammenzubringen. Gefällt es euch

wirklich? Oh ja, und wie!

Aber ja, meine kleine Mama, wir haben sehr viel schon gemacht.

Du hast Sorgen. Aber nein, es geht mir ausgezeichnet.

Wenn unsere Jungs spielen und ich die

Marseillaise höre, kriege ich jedes Mal Gänsehaut.

Geht mir auch so. Ich bekomme Gänsehaut.

Bekomme ich auch, obwohl ich Fußball nicht mag. Wollt ihr mich verschaukeln?

Denn für gewöhnlich singen Spieler deren Herkunft also mit

Migrationshintergrund...

Untertitelung des ZDF, 2020

Jetzt hab ich Gänsehaut.

David, was ich noch sagen wollte.

Wenn du bei der Bank vorbeikommen willst, wegen deines Vintage-Telefons...

Nein, das hab ich aufgegeben. Ich such seit drei Jahren nach Investoren.

Nein, ich glaub, das war totale Scheiße. Jetzt hab ich was echt Großes.

Na, bereit?

Koscheres Bio.

Wieso hat der Schlitzaugen? Das ist doch ein Schneemann und nicht Buddha.

Der hat doch keine Schlitzaugen. Doch, doch.

Er hat recht, es gibt keinen chinesischen Schneemann.

Wenn das so ist, dann...

Vielleicht kommt er von mir.

Eine Kippa.

Ich verpasse ihm einen Bart.

Schneeballschlacht? Im Ernst? Ja.

Mit einem Araber? Bist du verrückt?

Aber es ist kalt, Leute.

Los, auf geht's.

Scheiße. Also?

Na komm, trau dich. Er wirft aber zuerst.

Im Ernst? Worauf wartest du? Los!

Halb so schlimm, Rashid. Das erinnert ihn bestimmt an seine Jugend, hab ich

recht? Ja, alles gut.

Wir sind hier, um euch zu holen. Wir gehen in die Messe.

Ja, sofort.

Verdammter Schnee.

Er wird's verkraften.

Du gehst wirklich zur Messe? Naja, man muss offen sein. Der Chinese wieder.

Der Arschkriecher vom Dienst.

Sieh mal, wer da kommt.

Familie Benneton.

Wie schön, dass ihr alle mitgekommen seid.

Das ist ein wichtiger Moment für euch Katholiken.

Außerdem macht es uns große Freude, Ihnen mit der Familie zu teilen. Unsere

Religionen sind ja irgendwie verwandt. Ganz genau. Und ich bin der

Arschkriecher.

Claude! Claude!

Claude!

Ach, guten Abend, Jean-Jérôme. Lange nicht gesehen.

Pardon. Guten Abend, Claude Hilt.

Jean-Jérôme.

Willst du uns nicht deine Schwiegersöhne vorstellen?

Hä? Wo wir schon nicht bei den Hochzeiten waren?

Ich werde euch später bekannt machen.

Sonst bekommen wir keinen Platz mehr.

Los, los, los. Geht schon vorwärts.

Charles, vor den Weißen musst du dich in Acht nehmen. Vor allem vor den

Franzosen. Die Franzosen sind böse und dumm.

Ich weiß, wovon ich rede. Sie haben mich während meiner Laufbahn im 3. Regiment

der Marineinfanterie unterdrückt.

Wenn ich nicht schwarz wäre, wäre ich General geworden.

Nicht bloß Adjutant. Leg doch mal eine andere Platte auf. Nicht die Weißen sind

schuld, sondern du mit deinem schlechten Charakter. Ganz egal, ob schwarz, gelb

oder rot.

Du hast dich nie mit deinen Vorgesetzten verstanden.

Psst. Fahr schneller.

Wir verpassen noch die Messe.

Schade.

Hast du gewusst, dass die Franzosen eine Süßigkeit haben, die sie Mohrenkopf

nennen? Aber nein, Papa, die gibt es nicht mehr. Die wurden verboten.

Ich bin mir sicher, dass es die noch gibt. Ich kenne die Franzosen.

Ich habe bloß was von Negerküssen gehört.

Hör auf da hinten, dich hat keiner gefragt.

Untertitelung des

MDR

Ist der nicht schön?

Ich bin gar nicht glücklich, weil es ist traurig, wenn Familien sich entzweien.

Keine Angst, mein Schatz, Mama weint vor Freude.

Erwarten wir Besuch? Nicht, dass ich wüsste.

Lor, Schatz, machst du bitte auf?

Xavier,

du Prision-Bar?

Frohe Weihnachten, Lor.

Was machst du hier? Du bist nicht in Washington?

Nein, über die Freitage bin ich hier. Oh, Claude, sieh nur, wer da ist.

Oh, Xavier, was für eine Überraschung.

Mein Gott, ist der hessisch.

Xavier, Sie sehen blendend aus, wie immer. Das machte gute amerikanische

Luft. Wusstest du, dass Xavier in einer großen Bank in Washington arbeitet?

Für einen Pensionsfonds. Das ist bemerkenswert. Das ist viel besser. Es

sind Leute wie Sie, die die Welt regieren, Xavier.

Was hätten Sie gern? Grünen Tee? Schwarzen Tee?

Schwarzen. Schwarzen. Sehr nett, dass Sie so überraschend vorbeigekommen sind.

Und du, Lo, was machst du jetzt so? Ich arbeite bei LCI.

Das wundert mich nicht.

Wieso? Alle Journalisten bei LCI sind grandios.

Ich bin in der Rechtsabteilung.

Wer sind

die Leute?

Welche Leute?

Sind das Ihre Gärtner?

Und Sie haben es geschafft, dass Sie Weihnachten arbeiten?

Das sind unsere Schwiegersöhne. Ja, genau.

Entschuldigen Sie bitte, wie dumm. Ich habe gedacht... Ja, auch das ist

überhaupt nicht schlimm.

Also du... Du arbeitest also in der Rechtsabteilung?

Ja, das sagte ich gerade. Ja, habe ich doch richtig verstanden.

Ich finde es nicht.

Streue dich ein bisschen an.

Da ist es! Ich habe Charles Guffi! Mein großer Bruder, da steht dein Name!

Was denkst du denn? Ich spiele den Pontagnac. Die Hauptrolle in dem Stück.

Du darfst uns aber keine Schande machen.

Hoffentlich bist du wirklich gut.

Charles, dein Vater will mit dir sprechen. Ach so?

Ich habe nichts gemacht. Ich habe das eingehend mit deiner Mutter besprochen.

Und wie gewöhnlich ist sie mit mir einer Meinung.

Charles, wir akzeptieren diese Heirat. Ja.

Vielen Dank, Papa. Aber du musst drei Bedingungen erfüllen.

Erstens, die Hochzeit ist Anfang Juli in Frankreich.

Warum Anfang Juli? Weil wir da sowieso nach Frankreich wollen und ich die

Flugtickets schon bezahlt habe.

Flieg ich auch mit, Papa? Du hältst den Mund.

Zweite Bedingung.

Sie übernehmen die Kosten für die Hochzeit.

Das ist doch wohl selbstverständlich. Der weiße Mann hat Afrika geplündert.

Drittens, bei der kleinsten rassistischen Bemerkung deiner

Schwiegerfamilie Schwarzen gegenüber.

Hau ich Ihnen auf den Kopf.

Hä? Du haust ihn auf den Kopf?

Jawohl, mein Sohn, ich hau Ihnen auf den Kopf.

Sekunde mal, Papa, das wirst du nicht. Alles wird wunderbar. Die Eltern von Law

sind sehr tolerant. Die anderen Töchter sind mit einem Chinesen, einem Juden,

einem Araber verheiratet.

Was ist das denn für eine Familie?

Sind das Kommunisten?

Sie sind doch im Grunde ganz nett. Ich würde nicht mit Ihnen in Urlaub fahren,

aber Sie sind nett.

Du weißt, dass uns das bevorstehen könnte, nicht wahr?

Das ist ja das Schlimme.

Laura, du musst dich beeilen. Du wirst deinen Zug verpassen. Ich fahre erst

heute Abend.

Ich muss mit euch sprechen.

Also, ich... Ich werde heiraten.

Was, schon?

Wie schon?

Siehst du, ich wusste, dass Sie und Xavier das perfekte Paar sind. Oh nein,

nicht Xavier.

Den vergesst ihr am besten sofort.

Und wie heißt er aus der Welt?

Charles. Charles? Wie Charles de Gaulle?

Ja.

Sag mir, dass er Katholik ist.

Ist er Katholik? Ja?

Natürlich ist er Katholik. Das heißt, ihr werdet kirchlich getraut? Aber ja,

seine Familie ist sehr religiös.

Aber ich muss euch trotzdem vorwarnen.

Er ist... Na ja, wie soll ich sagen?

Er ist... Ja?

Er ist Schauspieler.

Als wenn das eine Rolle spielen würde. Selbst wenn.

Das ist doch egal, oder? Vollkommen egal.

Es gibt keine dummen Berufe.

Kann ich dich umarmen? Wenn du möchtest, Mama.

Meine Schätze.

Wir werden das Anfang Juli hier machen. Dein Vater und ich haben auch im Juli

geheiratet. Ein wunderbarer Monat. Wir sollten die Kirche reservieren. Im Juli

wollen viele heiraten. Das besprechen wir mit Vater.

Wartet, ihr habt ihn doch noch nicht mal kennengelernt.

Ja, aber natürlich. Wir müssen uns kennenlernen. Oh ja.

Wann wirst du ihn uns vorstellen, deinen Charles? Ich hoffe, bald schon. Bald. Er

ist gerade auf Tournee im Ausland mit einem Theaterstück. Wenn er wieder da

ist, treffen wir uns. Oh, wir uns jetzt schon freuen. Oh ja. Los, das feiern

wir. Oh, Charles.

Eine von vieren. In Anbetracht der Umstände haben wir es doch gar nicht so

schlecht getroffen.

Ja, du hast recht.

Auch wenn unsere Schwiegersöhne sympathisch sind, es entspannt. Ich habe

gewusst, dass meine kleine Laura mich nicht enttäuschen würde.

Sie war schon immer was Besonderes.

Auf der einen Seite stark, aber andererseits auch zerbrechlich.

Sie ist weise und reif.

Das ist wahr.

Ja.

Ach, mein kleines Mädchen.

Untertitelung. BR 2018

Setzt meine Krawatte? Ja. Kein Problem in der Nase? Nein, es gibt nichts zu

veranstalten. Vielen Dank. Meine Eltern werden dich lieben.

Zehn Minuten zu spät. Eins ist wenigstens sicher. Chinesisch ist er

nicht.

Dem Himmel sei Dank.

Die beiden linker Tisch.

Ist das der Fahrer?

Das ist nicht der Fahrer Claude, das ist Charles.

Sag mal, hast du ihnen gesagt, dass ich schwarz bin? Sie gucken so komisch.

Nein, das habe ich vergessen.

Aber das vergisst man noch nicht.

Dein Vater trifft der Schlag.

Guten Tag, Papa.

Guten Tag, Mama.

Das ist mein Charles.

Du hättest mich vorwarnen können, dass sie weiß sind.

Das war ein Witz. Ja, aber natürlich was sonst. Es war ein Witz. Lor hatte uns

gesagt, dass Sie Schauspieler sind.

Offensichtlich ein Komiker. Offensichtlich ziehen wir Spaßvögel an.

Unsere drei anderen Schwiegersöhne machen auch gern Witze. Dann werden wir

uns ja gut verstehen.

Kennen Sie sie schon?

Nein, nein, aber Lor hat's mir erzählt. Ihre Familienzusammensetzung ist

außergewöhnlich. Ja, und mit ihnen haben wir alle Farben des Regenbogens

zusammen.

Glücklicherweise haben Sie nicht fünf Töchter. Warum?

Die Fünfte hätte wohl einen Roma geheiratet.

Ein Roma!

Der ist wirklich gut.

Sehr lustig. Das ist sehr witzig, Charles.

Abgesehen von seiner Frisur ist er sympathisch. Finde ich auch. Und gut

erzogen. Humor hat er auch.

Viel Humor.

Außerdem sieht er gut aus. Ja, ganz genau. Er hat nicht nur Stil, er ist

groß und er ist sportlich und... Ja, er ist auch hübsch.

Das ist wohl wahr.

Stell dir vor, wie unsere Enkel aussehen.

Diese Hochzeit bringt das fast zum Überlaufen.

Ich kann nicht mehr.

Was haben wir dem lieben Gott getan?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß es nicht, Sherry. Ich weiß es wirklich nicht. Ich dritte euch.

Also...

Wir sind ohnmächtig, wir können nichts machen.

Nein, können wir nicht.

Claude!

Was machst du denn da?

Du siehst doch, was ich mache, ich hacke Holz!

Um diese Zeit? Na und, es entspannt mich!

Sie haben sich schlecht erzogen. Da müssen wir gar keinen anderen Grund

suchen. Und wer ist schuld?

Sie zum Studium nach Paris zu schicken. Ich bin damals dagegen gewesen. Was

willst du damit andeuten, dass es meine Schuld ist? Das will ich nicht sagen.

Aber wenn du mich fragst, warst du ihnen gegenüber manchmal nicht streng genug.

Wovon reden wir? Von deiner religiösen Erziehung, Nächstenliebe und so weiter?

Und was hat es genutzt? Das Ergebnis sehen wir ja.

Ich gehe die großen Bäume an der Einfahrt verändern. Ja, geh die großen

Bäume fällen.

Genau, was ich gesagt habe. Wir haben sie schlecht erzogen.

Ab mit dir in die Ecke.

Claude?

Geht es dir gut? Alles gut.

Lass mich bitte.

Geht es dir wirklich gut? Das habe ich doch gesagt. Hast du es nicht über mir

am Hintern zu kleben?

Mein Gott, Sigoulène.

Das ist nun wirklich kein Verlust.

Entschuldige, Cherie.

Ich habe mir furchtbar weh getan.

Eine afrikanische Hochzeit ist schon extrem.

Man weiß, wann sie anfängt, aber nicht, wann sie aufhört. Das werden sie nicht

überstehen.

Lucie! Nicht mit der Hake auf ihren Kopf! Nein!

Andererseits sind sie inzwischen an Misch-Ehen gewöhnt. Ja, aber das ist es

eben. Genau das macht sie fertig.

Wie man in Afrika sagt, der letzte Axt-Tipp fällt den Baum.

Ach, da kommt sie ja.

Ihr wolltet mich sehen? Klar, du Geheimniskrämerin. Du hättest uns sagen

können, dass du heiratest. Warum erfahren wir es zuletzt? Entschuldigt,

ich hatte so viel um die Ohren.

Wieso zieht ihr eine Miene wie zu einer Beerdigung?

Habt ihr ein Problem damit, dass er schwarz ist?

Nein. Warum denn?

Also wirklich, Laura.

Wir sind doch nicht rassistisch. Wir doch nicht.

Mama hat eine Depression. Willst du ihr den Rest geben? Ich glaube, ich spinne.

Ihr nehmt die Kerle, die ihr wollt, und ich muss mich jetzt opfern? Wir wollen

dich nur bitten, nachzudenken, bevor du dich bindest. Du bist ihre letzte

Hoffnung auf einen normalen Schwiegersohn, wie sie ihn sich

vorstellen. Ach so?

Meiner ist wenigstens Katholik.

Er ist festen Willens, alle Bäume zu fällen.

Er sagt, dass sie ihm Angst machen. Die Bäume machen ihm Angst? Isabel, du musst

mit ihm sprechen. Ich kann einfach nicht mehr.

Ich leg mich hin.

Aber Mama, es ist 17 Uhr.

Schon?

Die Zeit vergeht.

Er hat eine Motorsäge? Er fällt jeden Baum.

Wie die im Amazonas. Und Mama, liegt sie nach wie vor nur im Bett? Sie steht

nicht auf. Sie geht nicht mal zur Messe. Dann ist es wirklich schlimm.

Sie hat nur am Tag meiner Geburt die Messe verpasst. Wir wollten eigentlich

nach Venedig. Sie sollte auf Benjamin aufpassen.

Hören wir auf, uns was vorzumachen.

Dieser Schwarze bedroht den Familienfrieden. Da ist was dran.

Und gerade jetzt, wo es anfing harmonisch zu werden.

Wisst ihr was? Das erinnert mich an den Film der Soldat James Ryan.

Drei Brüder sterben im Kampf. Sie schicken eine Armee, um den Vierten zu

seiner Familie zurückzubringen. Hier haben wir drei astreine Französinnen,

die mit Immigrantensöhnen verheiratet sind. Die Vierte will man davor

schützen. Du redest von einem Kriegsfilm. Das ist eine Metapher. Eine

Metapher. Drei Kanaken und ein Schwarzer. Für deine Eltern ist das

schlimmer als Fukushima.

Gestern hatte ich einen Traum, der bestimmt etwas mit meinem Problem zu tun

hat.

Ich höre hinzu.

Gut, also ich habe zwei schwarze Enkel im Kinderwagen geschoben.

Und ich habe mich irgendwie geschämt.

Und weiter?

Ich habe mich nicht geschämt, weil ich schwarze Enkel habe, sondern weil alle

dachten, ich sei das Kindermädchen der Botschaft von Gabum.

Bin ich ein Rassist?

Und Sie, was glauben Sie?

Ich... Ich habe eine Idee.

Wie wäre es, wenn wir es schaffen, dass Charles Ballor unten durch ist? Wir

müssen nur seine Schwachstelle finden.

Die Schwarzen sind scharf, ihre Achillesferse sind die Frauen.

Das ist doch ein Klischee. Nicht alle Schwarzen sind scharf. Geh in einen

antillischen Club und schau dich um. Er ist nicht von den Antillen. Er ist

Afrikaner. Die sind völlig anders. Ich sag nur Scheinehe. Wer weiß?

Vielleicht will er auf die Art nach Frankreich kommen. Und Chinesen wollen

das nicht. Doch, aber er ist nicht gelb, sondern schwarz.

Zu seinem Glück übrigens.

Ich will keinen zweiten Chinesen in der Familie. Ich würde keinen zweiten Araber

akzeptieren. Und schon gar keinen Marokkaner.

Kann ich voll verstehen.

Einen Aschgenasen würde ich töten.

Monsieur, ich kann Ihnen nicht weiter zuhören. Oh nein, Madame, alles nur

nicht das. Ich liebe Sie. Es war gewissermaßen Liebe auf den ersten

Blick. Seit acht Tagen laufe ich Ihnen überall hinacht. Sie haben es bemerkt.

Durchaus nicht, Monsieur. Oh doch, Madame.

Eine Frau merkt, wenn man ihr folgt.

Diese Selbstgefälligkeit! Ein Schwarzer in einem Video?

Das ist modern.

Wieso ist ein Schwarzer modern?

Ich habe keinen Schimmer. Das letzte Mal war ich mit fünf im Kasperletheater.

Sieh dir mal den Chinesen an.

Was soll das? Ihr beginnt auf die Tür.

Raschid, komm wieder runter.

Entschuldigen Sie bitte.

Raschid, gut jetzt.

Dein Glück. Hör auf.

Guck da hin. Ich glaube, dass er sie vögelt. Die Liebe steht über allem.

Selbst wenn. Sie stehen zu ihrem Wort, Madame.

Sein Blick.

Ich wette, er hat was mit ihr.

Er ist Schauspieler, sie spielen. Das ist kein Spiel mehr, das ist echt.

Und wenn sie einen Beweis für seine Untreue hätten, würden sie ihn dann

betrügen? Ja, ja, augenblicklich. Oh, welche Freude.

Ich muss scheißen.

Eine Stunde schon, was treibt der?

Der Vögel, die Rothaarige hinter den Kulissen. Hast du dir gefallen?

Ich bin total stolz auf dich.

Das bist du?

Er ist die Rote hinter den Kulissen und schon macht er die Nächste klar.

Das sind Maschinen, diese Schwarzen. Los, Verfolgung aufnehmen.

Ich mag Paris.

Es ist wirklich schön. Ich liebe diese Stadt.

Besonders.

Hey,

mach dich nicht lustig. Bist du eifersüchtig? Du redest zu viel, Vivian.

Gehen wir ins Bett.

Der Mann ist tot.

Los, mach ein Foto. Ja, ja, doch.

Los, drück ab, drück ab.

Es tut mir so leid für dich, Lor. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, aber du

musst dich der Realität stellen. Die Schwarzen, ich hab das kaum gesehen.

Jedes Mal. Seid ihr total bescheuert? Das ist seine Schwester.

Das ist seine Schwester? Ja, das ist seine Schwester Vivian. Sie ist für eine

Woche in Paris.

Pardon. Sehr witzig, wirklich.

Seine Schwester!

Es dauert nicht mehr lang, bis ich zusammenbreche. Unsere Eltern sind zu

Zombies mutiert.

Und ihr wollt uns unbedingt auseinanderbringen.

Ich breche zusammen, da habt ihr es.

Wir werden dir helfen, versprochen. Weißt du was, deine Hochzeit wird die

schönste der Familie Verneuil.

Ich habe heute Morgen am Ufer der Loire eine Feldmaus gesehen.

Ich höre Ihnen zu.

Ich hatte als Kind eine Heidenangst vor Feldmäusen.

Obwohl sie putzig sind und ungefährlich.

Und weiter?

Ich habe mich gefragt, ob diese Angst vor dem fremden Unbekannten nicht

daherkommen könnte.

Es könnte doch sein, dass ich diese irrationale Panik vor Feldmäusen einfach

übertrage. Und zwar auf Ausländer.

Glauben Sie, das ist möglich?

Und Sie, was glauben Sie?

Feldmäuse? Feldmäuse, ja.

Also du glaubst, dein Rassismusproblem kommt von Feldmäusen? Nicht Rassismus,

Angst vor dem Unbekannten. Na gut, von mir aus. Der Psychologe tut mir richtig

gut. Er spricht nicht viel, aber ich mache Riesenfortschritte. Du vergleichst

unsere Schwiegersöhne mit Ratten und glaubst, das ginge dir besser? Nicht

Ratten, mit Feldmäusen. Mäuse sind putzig. Ist doch völlig egal.

Deine Albernheiten gehen mir auf die Nerven.

Und hör auf, auf die Fotos zu spucken.

Ich habe einen Blick in dein Projekt geworfen. Bio-Mizwa.

Ich gebe zu, es gefällt mir. Ist das wirklich wahr?

Meinst du, es hat Potenzial? Ja, aber naja, 600.000 Juden, das ist ein zu

kleiner Markt. Warum machst du nicht Halal-Bio? Bist du verrückt? Halal?

Willst du, dass mich meine Mutter umbringt? 5 Millionen Muslime.

Es wäre zu überlegen.

Ernsthaft.

Oh, da sind unsere Verliebten.

Guten Tag.

Guten Tag, guten Tag, guten Tag.

Oh, die Paparazzi.

Bonjour.

Guten Tag, Sean.

Schönen Sonntag. Wir wollen also keinen Schwarzen in der Familie?

Also, das kann man doch nicht sagen.

Ich still das mal kalt.

Ich komm mit.

Wenn du uns eins nicht vorwerfen kannst, dann ist das Rassismus.

Doch, ein bisschen schon. Wir haben keine Ausrede dafür.

Wir können uns nur entschuldigen.

Wir haben uns beschissen verhalten. Ist überhaupt nicht schlimm. Ich verstehe

das. Niemand teilt gerne einen Kuchen mit seinem farbigen Bruder. Nein.

Dann sind wir der Kuchen?

Ist bloß eine Metapher.

Das meinte ich nicht so.

Wer ist wer?

Lass mich raten. Das ist einfach. Ciao nehme ich an.

Ja klar, das ist eindeutig. Im Augen.

Ideal. Jetzt wird es schwieriger.

Nichts sieht mehr wie ein Semit aus, als ein zweiter Semit.

Mit einem Blick auf die Nase würde ich sagen, David und Rashid. Das ist voll

das Schwarze getroffen.

Also willkommen in der Familie.

Ja, danke.

Sag

mir

nicht, dass du zum Angeln fährst. Doch. Aber Charles und Laure warten auf uns.

Regel das ohne mich. Ich wüsste nicht, warum meine Anwesenheit so wichtig wäre.

Na hör mal, es ist ein ergreifender Moment für deine Tochter und für uns

auch. Was ist denn los mit dir? Du wirst dich doch nicht über die Hochzeit

freuen. Doch.

Wir haben 2013, die Welt hat sich verändert.

Man muss tolerant sein und weltoffen und ein Ohr für andere haben. Du machst mir

Angst, Marie.

Im Ernst, du machst mir wirklich Angst.

Ah, deine Eltern. Ich wollte dir noch sagen, ich habe übertrieben, was die

offenen Türen in Afrika angeht, dass wir nur den Menschen sehen. Ein bisschen

deutlicher vielleicht? Ja, ja, ja.

Also mein Vater ist genau wie deiner, nur in schwarz.

Na dann.

Guten Tag, ihr zwei.

Guten Tag, Madame. Guten Tag, Monsieur.

Hallo, Laure. Geht's dir gut? Aber ja, und dir?

Geh da weg, Viviane.

Ihre Eltern sind nicht da. Wir hatten gesagt, 18 Uhr.

Ah, da kommen sie.

Setzt euch hierher.

Wir stellen uns hinter euch.

Guten Tag.

Wir sind erfreut, Sie endlich kennenzulernen, Monsieur und Madame

Kofi. Wir freuen uns genauso wie Sie.

Nicht, André?

Gut, womit fangen wir an? Mit dem Hochzeitsessen? Wir wollen es doch

traditionell, oder?

Traditionell? Und was heißt das?

Französisch natürlich.

Wir sind in Frankreich. Und warum nicht traditionell afrikanisch? Pardon?

Wir könnten mischen.

Erster Gang afrikanisch, zweiter französisch. Ich bin dabei.

Super, eine Mischung wie wir beide.

Einverstanden. Aber das Hauptgericht ist afrikanisch.

Bei den Weißen sind die Portionen immer so klein.

Dann haben Sie noch nichts von Cazolet gehört, Monsieur.

Oh doch, ich weiß sehr gut, was Cassoulet ist, Monsieur.

Und trotzdem, ich bleibe dabei.

Verstehen Sie das bitte nicht falsch. Er will damit sagen, dass bei afrikanischen

Hochzeiten sehr viel gegessen wird.

Oh ja, wir werden alle Verwandten satt kriegen müssen. Darf ich fragen, wie

viele Verwandte Sie haben?

Wenn wir die mitzählen, die in Frankreich leben, die hier in Abidjan,

die Traurig in Deutschland und die Koulibaly in Italien, sind wir etwa 400.

Papa, aber die müssen doch nicht alle kommen. Schämst du dich für deine

Familie? Nein, aber die Traurig kenne ich nicht mal. Wer sind die Koulibaly?

Du hältst den Mund.

Für uns, Monsieur, ist die Familie sehr wichtig.

Die Familie ist für uns genauso wichtig. Was glauben Sie denn?

400 Personen unterzubringen, das wird schwierig.

In dieser Gegend gibt es sehr wenig Hotels.

Also mein Sohn hat mir gesagt, dass Sie ein großes Anwesen haben.

Was haben Sie sich vorgestellt, dass wir auf Schloss Chambord wohnen?

Nein, nein, nein. Völlig unmöglich.

Wenn wir im Garten Zelte aufstellen, dann würde es gehen. Und warum keine

Hütten? Papa!

Bei Rashids Hochzeit sind auch viele gekommen. Da haben wir im Garten Zelte

aufgestellt. Das ist sehr nett gewesen, nicht?

Rashid, das sind Beduinen. Die sind daran gewöhnt. Wir in Abidjan schlafen

in massiven Häusern.

Und was die Finanzen angeht, wie wollen wir das machen? Das regeln wir später.

Ich ziehe es vor, sofort darüber zu sprechen, dass wir uns da richtig

verstehen. Was ist los?

Heißt das, Sie vertrauen uns nicht?

So ist es gut, Papa. Lasst uns über was anderes reden.

Gute Idee. Sprechen wir darüber, was getanzt werden soll.

Ich hoffe, Sie mögen den Coupé de Calais, Monsieur Verneuil. So leid es

mir tut. Der sagt mir nichts.

Coupé de Calais, Coupé de Calais, Coupé... Coupé, Coupé,

Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé,

Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé, Coupé,

Coupé, Coupé, Coupé, Coupé.

Die nisten sich zu 400 ein und Idi Amin will nicht zahlen.

Er hat gesagt, er regelt das später. Später? Nein, das kenne ich zur Genüge.

Und womit will er zahlen? CFA-Frau?

Nein, nein, nein, das sage ich dir. Ich gebe, was das Geld angeht, nicht nach.

Das ist eine Frage des Prinzips.

Wo gehst du hin? Ich schlafe auf der Couch. Dein Rassismus geht mir auf die

Nerven. Oh.

Geh mit deinen Feldmäusen spielen, verrückter Alte.

Das habe ich gehört.

Faschist.

Links, Katholiken!

Wie mich der Weiße von oben herab behandelt hat, hat mir überhaupt nicht

gefallen. Hast du seinen misstrauischen Blick gesehen, als wir von Geld

gesprochen haben?

Ich schwöre dir, wenn du die Hochzeit meines Sohnes versaust, werde ich

streiken.

Was? Streiken?

Streiken!

Ich hab ihn geschaut. Mein Vater wird alles tun, um die Hochzeit zu

sabotieren. Meiner auch. Das wird ein Desaster.

Ein Hoch auf die wilde Ehe.

Ich hatte mir einen Teppich aus weißen Rosen vorgestellt, der von hier bis dort

geht. Geschmückt mit weißen Bändern.

Was halten Sie davon? Sie haben freie Hand, Gerald.

Diese Hochzeit soll der schönste Tag Ihres Lebens werden. Das wird er sein.

Der kleine Schuppen ist hässlich. Den machen wir dem Erdboden gleich.

Josiane, was machen Sie?

Madame hat mich gebeten, Ihr Schlafzimmer für die Gäste

vorzubereiten.

Was soll das mit unserem Schlafzimmer? Aber...

Das ist doch das Mindeste. Wenn die Kofis uns in Afrika empfangen hätten,

hätten sie bestimmt dasselbe getan.

Mein Bett, meine Tochter, was kommt als nächstes? Meine Kreditkarte?

Entschuldigung, was?

Wenn Sie so freundlich wären, mir das zu geben. Nicht doch, ich mache das schon.

Er kommt im Bubu? Na und?

Er trägt sonst immer Anzug.

Ich wette, er will deinen Vater provozieren. Aber nein.

Ich flieg nie wieder mit Air Force.

So ein Widerling. Er hat mich nicht mal begrüßt. Was ist passiert? Er war sauer,

weil er nicht Business Class geflogen ist. Hat er Business Class gebucht?

Er hat einmal ein Upgrade gekriegt und jetzt will er das jedes Mal haben.

Ich ertrag deinen Vater einfach nicht mehr. 35 Jahre mit ihm, du bist eine

Heilige.

In echt ist sie noch viel hübscher.

Komm in meine Arme, meine Tochter.

Eine Bemerkung und ich hau ihm auf den Kopf.

Papa, ich bitte dich. Kannst du nicht einmal cool sein? Ich bin doch nicht

Onkel Benz.

Voilà, eine kleine Erfrischung vor dem Abendessen.

Vielen Dank, Madame Darnoy. Sie können Marie zu mir sagen, Madeleine.

Wir haben unser Schlafzimmer für Sie vorbereitet. Das Beste im Haus. Aber das

mussten Sie doch nicht. Das ist doch selbstverständlich. Wir sind doch jetzt

eine Familie.

Sie werden entschuldigen, aber noch nicht.

Ich hoffe, dass ihr Schlafzimmer nicht feucht ist. Feuchtigkeit kann ich

überhaupt nicht vertragen. Es ist sehr feucht, an der Grenze zum Schimmel. Wenn

es Ihnen lieber ist, Monsieur Coffey, Sie finden sicher ein Hotel südlich der

Loire. Das Klima ist dort trockener.

Also was das Bankett angeht, haben wir einen Koch gefunden, der uns eine

französische Vorspeise machen kann und einen Hauptgang von der Elfenbeinküste.

Wunderbar. Super.

Wir essen Artikel und gedämpften Fisch mit Yamakuchi.

Was?

Niyamakuchi. Und wir werden doch weniger sein als erwartet.

Ach so? Und wie viele?

Um die zehn ungefähr.

Alle anderen haben abgesagt.

Wir haben doch Anzahlung geleistet. Was machen wir denn?

Haben Sie keine Rücktrittsversicherung abgeschlossen? Haben wir nicht.

Das hätten Sie tun sollen. Der afrikanische Mann ist unberechenbar.

Gefällt sie Ihnen?

Sie ist hübsch. Sie gefällt mir.

Ich habe für die Messe an eine Bibelstelle gedacht, die wir gemeinsam

vorlesen könnten.

Hier.

Das ist meine Lieblingsstelle.

Guten Tag, Madame Verneuil. Guten Tag, Vater.

Sie sind früh dran.

Naja, wir haben viel zu besprechen. Das erste Mal, dass eine Verneuil-Töchter

kirchlich heiratet. Ich bin aufgeregt. Auf jeden Fall strahlen Sie und es freut

mich, dass Sie gekommen sind. Vielen Dank.

Darf ich Ihnen Madame Cofie vorstellen? Guten Tag, Madame Cofie. Guten Tag,

Vater. Sehr erfreut. Ich bin die Mutter von Charles.

Charles? Der Bräutigam.

Sie meinen, der den Lord heiraten wird?

Natürlich. Ihr zukünftiger.

Warum lacht er so komisch?

Was haben Sie denn, Vater? Nichts, entschuldigen Sie bitte.

Bin gleich da.

Er ist eine frohe Natur. Immer gut aufgelegt.

Das war's, Alter. Du verlierst.

Das ist der Schläger, der ist beschissen. Meiner ist auch nicht

besser.

Rashid, darf ich dich mal was fragen?

Jetzt nicht, wir beenden erst das Match. Zwei Sekunden, wir sind nicht bei

Olympia. Okay?

Was würdest du sagen, wenn ich ins Halal-Geschäft einsteige? Halal, du?

Ja, das Bank gibt mir einen Kredit.

Aber wohlgemerkt, hochwertiges Halal.

High Level, 100% Bio.

Heißt dann Arabio.

Arabio? Ja, Arabisch, Bio, Arabio.

Hab ich mir ausgedacht.

Ziemlich bescheuert.

Was habe ich dir gesagt?

Findest du es auch beschissen? Der hat recht. Am besten du bammelst dich auf.

Grundsätzlich ist es eine richtig gute Idee.

Aber ein Jude und ein Chinese, die den Muslimen ihr Business wegnehmen, könnte

gefährlich für euch werden.

Scherz, ihr braucht einen Anwalt.

Einen Araber.

Was wollen wir machen?

Ist er dabei?

Er ist dabei.

Danke, Leute. Hatte eh die Schnauze voll von der Pflichtverteidigung in

Bourbigny. Was für ein schönes Land dieses Frankreich doch ist.

Ja, wir haben uns bei Gericht kennengelernt.

Isabelle hat meinen Mandanten verklagt und gewonnen.

Ja, was sonst?

Ich habe den Prozess verloren und eine Frau gewonnen.

Und Sie, Schau? Wir beide sind uns wie Sie vollkommen banal auf der...

Arbeit näher gekommen. Ich war eigentlich immer in den Miesen und hatte

großes Glück, auf einen verständnisvollen Bankier zu treten.

Heißt das, dass Sie mit Ihren Kundinnen schlafen?

Nein, ich nehme sie zur Frau.

Wie war es bei euch? Ihr habt uns das nie erzählt.

Wir haben uns im Theater kennengelernt und... Es reicht, ich habe genug gehört.

Ich werde schlafen gehen.

Ich gehe auch schlafen, ich bin hundemüde. Was? Aber Papa...

Du

schläfst noch nicht? Ich stelle mir diesen Bokassa in meinem Bett vor und

finde meinen Frieden nicht.

Was soll das? Du hast mich doch gefragt.

Was hat dich nur geritten, ihn unser Zimmer zu geben?

Mama, was habt ihr mit meinem Selbstporträt gemacht?

Habt ihr es verkauft? Verkauft? Aber nein.

Ja stimmt, das hübsche Gemälde ist nicht mehr an seinem Platz.

Normalerweise hängt es da. Geh und frag deinen Vater.

Ihr habt es bestimmt verkauft.

Ich hab keine Kraft.

Odile, Isabel, kümmert euch doch mal um eure Schwester. Mein Kurs fängt an.

Haben Sie es verkauft, oder? Sehen Sie, über kurz oder lang werden sich die drei

Metzgereien zusammentun müssen.

Papa?

Ja? Warum hast du Ségolens Gemälde verkauft?

Einen Augenblick.

Toll, jetzt ist sie völlig am Ende.

Ihr denkt doch nicht wirklich, dass ich... Wer soll denn sowas kaufen?

Ich wollte es auf den Dachboden bringen, wo es hingehört. Da ist es mir

runtergefallen. Wisst ihr, wir haben es nur an die Wand gehängt, wenn Ségolène

nach Chinon kam. Ah, gar keine dumme Idee. Ja, was hast du denn gedacht?

Entschuldigt, ich hab Besuch.

Wo waren wir stehen geblieben? Das Dach wurde 2007 gedeckt.

Wasser- und Abwasserleitungen... Papa, was machst du?

Monsieur Perez, setzen Sie die Besichtigung fort. Ich komme gleich.

Ihr wollt das Haus verkaufen? Ja, ich verkaufe das Haus. Eure Mutter wird

selbstverständlich ihren Anteil bekommen.

Die Kanzlei Verneu-Cruzé lasse ich vorerst ruhen. Bertrand wird ohne mich

klarkommen. Und ich mache eine Weltreise.

Ich habe keine Zeit mehr zu verlieren.

Warum seht ihr mich so an? Das habe ich alles euch zu verdanken. Ihr habt meinen

Gefallen am Exotischen geweckt. Mit ein wenig Glück finde ich vielleicht auch

eine Frau.

Ja, eine Tahitianerin oder eine Papua, eine Eskimo. Alles ist möglich bei den

Verneus. Du willst Mama verlassen? Sie wird es verkraften, Schatz. Sie wird es

verkraften. Eure Mutter und ich teilen sowieso nicht mehr dieselben Werte. Von

daher... Da, was habe ich euch gesagt?

Im Moment steht sie voll auf Zumba. Mama macht Zumba? Ja, eure Mutter summt.

Monsieur Perez?

Komm mit.

Den ganzen Tag die Beschallung mit Sumba-Rhythmen, das macht die Ohren

kaputt!

Mein Psychologe hat mir körperliche Betätigung empfohlen. Zumba tut mir so

gut. Ich hab Mordspaß. Ich hab auch Mordspaß.

Weißt du, dass Papa das Haus verkauft und auf Weltreise geht? Dann soll er

doch gehen.

Zumba.

Sollen die Alten nebeneinander sitzen?

Auf gar keinen Fall.

Sego, alles klar?

Wollen alle Kaffee? Außer Mama und Madeleine. Sie möchten einen Tee.

War das ein Abendessen. Es war schrecklich.

Ich bin deprimiert.

Ja, das bin ich auch. Wir müssen mit den anderen reden. Das können wir nicht für

uns behalten. Sigolin dreht uns total durch.

Und Lore wird sich vielleicht schuldig fühlen. Aber nein, Lore ist stark. Sie

kann nichts dafür, wenn sich unsere Eltern trennen.

Nein, heute nicht. Ich habe keine Lust.

Das fängt ja gut an.

Dabei sind wir noch nicht mal verheiratet. Das ist nicht witzig.

Gute Nacht.

Gute Nacht.

Ein sehr guter Freund von mir war Jude.

Ach, war das? Er hieß Levi, war Zahnarzt.

Hat mir alle Zähne neu gemacht.

Sehen Sie sich die Qualität an.

Oh, la la.

Ja, wunderbar.

Monsieur Verneuil. Oh, ja? Ich würde gern unter vier Augen mit Ihnen reden.

Aber das geht jetzt nicht. Ich bin verabredet, Monsieur Coffey. Es ist

wichtig. Also gut, ich höre. Ich habe unter vier Augen gesagt.

Da es nicht zu vermeiden sein wird, dass wir uns jetzt häufiger sehen, wäre es

mir lieber, wenn die Dinge zwischen uns klar sind, Monsieur Verneuil.

Ich sehe die Hochzeit nicht gern, ich bin dagegen.

Das hatte ich verstanden.

Ich bin kein Rassist, aber ich hätte es vorgezogen, dass mein Sohn eine Schwarze

heiratet. Eine Afrikanerin von der Elfenbeinküste. Ich bin auch kein

Fremdenhasser. Und ich hätte es auch vorgezogen, dass meine Tochter einen

weißen Franzosen heiratet. Dann sind Sie auch nicht damit einverstanden? Aber

natürlich nicht. Und ich habe gedacht, Sie wären ein Kommunist.

Was? Ich und ein Kommunist?

Ich bin Gullist, Monsieur.

Ah, das bin ich auch.

Abgesehen von seiner Afrika-Politik natürlich.

Die war eine Katastrophe. Na ja, die afrikanischen Politiker haben schon

kräftig davon profitiert. Schon komisch. Es ist immer unsere Schuld. Es ist immer

die Schuld der Weißen. Da haben Sie recht, Monsieur. Ihr habt uns

ausgeplündert und tut es noch. Ihr nehmt uns all unsere Reichtümer. Ihr lasst

nichts übrig. Nicht mal den Kakao. Ja, natürlich. Wir nehmen nur. Wie sieht's

mit der Hochzeit aus? Sie wollten sich doch zur Hälfte beteiligen.

Wo bleibt mein Scheck?

Das ist doch wirklich lächerlich. Ach so. Ja, Monsieur. Wir sprechen über

Geopolitik und Sie langweilen mich mit Ihren Geldgeschichten. Ich langweile

Sie? Sie langweilen mich auch? Ich habe Ihretwegen auf dem Dachboden geschlafen.

Achtung! Wenn Sie nicht aufhören, mich anzuschreien, dann werde ich... Werden

Sie was?

Oh, es hat einen angebissen.

Ist ja schwer.

Hilfen Sie mir.

Ach, ein fetter Fisch.

Los, los, los, los. Das ist ein Hecht, ein Prachtig, schon klar. Nicht

aufgeben. Ziehen, ziehen.

Er muss müde werden. Er muss müde werden.

Gib auf, er ist müde.

Wow, da kann Kate Middleton einpacken.

Alles gut? Super, unsere Eltern trennen sich meinetwegen, aber sonst ist alles

gut.

Sigur Lin, du kannst nichts dafür. Das ist nicht deinetwegen. Im Grunde sind

wir alle dafür verantwortlich.

Sie hat nur eine kleine Depression.

Das ist normal, mein Schatz. Das ist mir auch so gegangen bei meiner Hochzeit.

Der kleine Vogel hat bloß Angst, das Nest zu verlassen, oder?

Was ist denn, Sigoulay?

Ach ja, bei dir ist das ja normal.

Ich habe tausend Dinge zu erledigen. Ich verschwinde.

Ihr wisst nicht zufällig, wo euer Vater ist?

Nein.

Ist der schwer? Oh ja.

Scheiße! Verdammt nochmal! Ich dachte, er wäre tot. Ich auch. Ich dachte, ich

hätte genug zu geschlagen.

Wird's denn gehen?

Ich war bei der Marineinfanterie. Da wird mich wohl so ein kleiner

französischer Fisch nicht umhauen.

Gut, also wo waren wir stehen geblieben? Wir waren bei der Hochzeit.

Ich sage es Ihnen noch einmal, ich bin dagegen.

Vollkommen dagegen.

Und was sollen wir machen, Monsieur Koffi? Den Pfarrer entführen oder was?

Ich gebe zu, dass ich daran gedacht habe.

Das habe ich auch.

Na, kleine Portionen auf den Tellern der Weißen. Für eine Vorspeise ist es

ordentlich.

Koffi, wir nehmen noch eine.

Nein, es ist sehr entspannt.

Sagen Sie, Madeleine, haben Sie meinen Mann gesehen?

Nein, meiner ist auch verschwunden.

Sie sind zum Angeln gefahren.

So, zum Angeln, wo wir noch so viel vorzubereiten haben.

Männer, im ruhige Kugelschieben sind sie Meister.

Sollen wir sie anrufen? Macht ihr keine Sorgen, die kommen schon. Ich habe ein

ungutes Gefühl.

Soll ich Ihnen was sagen, Claude?

Vermischung funktioniert nicht. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

Wissenschaftlich erwiesen? Ich beweise es Ihnen.

Wir nehmen Öl.

Und Wasser?

Wir verrühren es.

Es will sich aber nicht vermischen.

Das ist der Beweis. Schöner Beweis.

Nehmen wir den Cappuccino. Den was?

Den Cappuccino. Die Milch vermischt sich sehr gut mit dem Kaffee.

Das ist richtig.

Was ich sage, ist idiotisch. Und zur Strafe?

gebe ich einen Calvados aus.

Gott steh mir bei, meine Frau.

Gott steh mir bei, meine Frau.

Ähm, Calvados.

Mailbox. Wir gehen sie suchen. Weißt du, wo er zum Angeln hinfährt? Zu dem See,

wo ihr früher immer geschwommen seid.

Alles klar, kommst du?

Ganz ehrlich, was kümmert uns die Familie? Die sollen uns in Ruhe lassen.

Eine Flasche Calvados.

Sind wir hier richtig?

Entschuldige mal, hier habe ich meine Kindheit verbracht. Kein Grund, sich

gleich so aufzuregen.

Vielen Dank für alles, bis zum nächsten Mal.

Das ist wie für dich gemacht.

Falls du mit deiner Frau hierher gestrickt hast. Weißt du was, mein

Freund, jetzt heiratest du eine von der Elfenbeinküste. Ganz genau.

Na, ein Dessert, André?

Keine schlechte Idee.

Aber ein bestimmtes.

Guten Tag, Monsieur. Hallo.

Ich möchte einen Mohrenkopf. Wie bitte?

Einen Mohrenkopf. Sind Sie taub?

Koffee, suchst du zufällig das hier?

René, ruf die Polizei. Zwei Verrückte, die Ärger suchen.

Ja, ja, die erkenne ich wieder. Genau die meine ich. Alles voll mit

Mohrenköpfen. Nein, Monsieur, es ist dasselbe Rezept, aber heute nennt man

sie Schokoköpfe.

Schokoköpfe, so, so.

Das sagen Sie, weil ich hier bin. Ich bin mir sicher, vor Ihresgleichen nennen

Sie sie Mohrenköpfe.

Keineswegs. Na gut, wir werden das überprüfen, nicht, Claude? Ja, wir haben

Zeit.

Mohrenköpfe! Nein, Schokoköpfe, Schaumköpfe eventuell.

Schokoköpfe.

Das gehört meinem Vater.

Wirklich? Aber ja, das sind seine Initialen.

Hoffentlich hat er ihm nicht auf den Kopf geschlagen. Was redest du da? Hat

er damit gedroht?

Naja... Ist er ein Wilder? Ein Wilder?

Hey, pass auf, was du sagst. Machst du jetzt einen auf empfindlich? Du warst

nicht dabei.

Vielleicht hat dein Vater ihn rassistisch beleidigt.

Denkbar wär's.

Initialen auf einem Taschentuch. Das sind die Weißen.

Lassen Sie mich sofort los! Ganz ruhig. Sie machen einen großen Fehler. Ich bin

Notar. Ja, ja, schon klar. Die Größte kann es sein. Ich kenne dich nicht.

Reiner, hopp, hopp.

Werden Sie kennenlernen, das bespreche ich Ihnen.

Passen Sie auf meinen Bubu auf. Passen Sie doch auf. Ja, ist ja gut. Und los.

Ich habe Papas Taschentuch gefunden.

Was? Was ist denn passiert?

Gib mir das mal, ich bin Anwalt.

Ist offensichtlich Blut.

Wir werden Polizei und Krankenhäuser anrufen.

Und Friedhöfe.

Nein, dafür ist es noch zu früh.

Also André, jetzt mal unter uns.

Habt ihr viele Immigranten an der Elfenbeinküste? Hör mir bloß auf.

Libanesen, Araber, Chinesen.

Wenigstens habt ihr keine Schwarzen.

Der war gut.

Findest du das lustig? Mann, ja klar.

Das war doch gut. Jetzt beruhige dich mal. Du hast auch gelacht, oder? Sag mir

noch gleich.

Man kann über alles lachen, aber nicht mit jedem.

Sekunde. Ich bin also jeder?

Hey, jetzt schalt mal einen Gang runter, Albino. Ruhig Blut, Chirico. André,

André.

Verdammt.

Ja,

stimmt ganz genau.

Wunderbar. Ja, Sie haben mir sehr geholfen.

Tausend Dank. Vielen Dank, Monsieur. Wiederhören.

Man hat sie gefunden.

Sie sind doch der Gendarmerie von Chinon. Was haben Sie denn gemacht? Sie

haben gesoffen und Polizisten beleidigt.

Was? Wenn Sie Pech haben, dann...

Mama, sie werden uns ausweisen. Ich?

Die Hochzeit können wir vergessen.

Jetzt haben sie, was sie wollten.

Laura, warte. Ach, lass mich.

Das Reden überlasst ihr mir, okay? Ja.

Claude, es tut mir leid.

Dieser dämliche Albino. Mann, ich bin kein Albino. Mein Alter ist blond.

Claude, was meinst du? Ist der Typ ein Albino? Ist mir scheißegal, ob er ein

Albino ist.

Meine Nase ist hin.

Ach, endlich.

Sie holen uns hier raus. Das ist mein Schwiegersohn. Er ist Anwalt. Er holt

uns hier raus.

Ich kapier das nicht.

In welchem Verhältnis stehen Sie zu Monsieur Verneuil? Wie gesagt, ich bin

sein Schwiegersohn.

Und Sie? Sein Schwiegersohn.

Dann sind Sie vermutlich auch sein Schwiegersohn?

Ja, Monsieur.

Ja.

Wenn Sie auch sein Schwiegersohn sind, brennt mir eine Sicherung durch.

Beinahe. Wie meinen Sie das, beinahe? Ich bin der Sohn von Monsieur Coffy.

Und morgen werde ich die Tochter von Monsieur Verneuil heiraten.

Ja.

Los, verpisst euch.

Ihr sollt euch verpissen!

Ich habe nicht behauptet, dass er ein Top-Anwalt ist.

Alles gut. Mit ein bisschen Glück lassen Sie sie vor der Trauung laufen.

Wie mit ein bisschen Glück?

Mit ein bisschen Glück.

Was machst du da?

Ich fahre nach Paris zurück.

Wir sagen alles ab. Das wird sowieso nichts. So ein Unsinn.

Weil wir uns vorhin gestritten haben? Das hat damit nichts zu tun. Warum dann?

Unsere Familien werden sich nie verstehen.

Aber das ist doch egal.

Hauptsache wir lieben uns. Das sagst du jetzt, aber du wirst nicht damit leben

können.

Schau, meine Eltern wollen sich scheiden lassen.

Das nimmt dir langsam Ausmaße an.

Wollen wir unseren Kindern sagen, dass wir der Grund für ihre Scheidung waren?

Seid mal nicht böser, es tut mir so leid.

Los, wir werden Hechtknödel machen.

Du wirst sehen, André, das ist ein Genuss.

Oh, welch netter Empfang. Ist das hier eine Totenwache? Wir vier müssen uns

unterhalten. Ihr könnt euch schon mal frisch machen.

Hey, langsam.

Lass uns doch erstmal durchatmen. Wir haben Hunger. Du, hältst den Mund.

Hört mir mal gut zu, ihr zwei.

Ganz egal, wie ihr das hinbekommt. Ihr bringt uns Lor und Schal bis elf Uhr vor

den Altar.

Wenn nicht, braucht ihr nicht wiederzukommen.

Nicht wahr, Madeleine? Absolut meine Meinung. Was ist denn passiert? Gibt es

Ärger?

Wo ist meine Tochter?

Im Zug.

Ist nicht mal in der Lage, auf seine Frau aufzupassen.

Grundgültiger Lord, man sagt aus einer Hochzeit nicht aus einer Laune heraus in

letzter Sekunde ab. Was ich mache, ist Schadensbegrenzung. Ich möchte nicht,

dass ihr euch abschlachtet. Was erzählst du da? Wir sind die besten Freunde der

Welt, stimmt's, André? Ja, wir lieben uns. Wie verrückt. So sehr, dass ihr

euch prügelt, ich hab dein Taschentuch mit Blut am See gefunden.

Ach das, das war nichts. Wir haben Blutsbrüderschaft geschlossen.

Mit deiner Nase, Papa?

Dieser Zug hält nicht vor Paris. Wir würden es sowieso nicht schaffen.

Oh nein, du wirst doch jetzt nicht schlapp machen!

Oh nein!

Oh bitte, Monsieur ist ohnmächtig! Ziehen Sie doch die Notbremse!

Das ist der Finanzminister von Burundi!

Beeilen Sie sich!

Von Burundi? Psst, nicht so laut!

Machen Sie sich keine Sorgen, sie wird kommen.

Schöne Frauen kommen immer zu spät. So habe ich es gehört. Ich bin unbedeckt.

Als ehemaliger Soldat werde ich nicht viele Worte machen. In der Kürze liegt

die Würze.

Er hat leider darauf bestanden.

Heute ist ein großer Tag für die Familie Kofi.

Wir sind geradezu erleichtert. Wir konnten unseren Sohn endlich unter die

Haube bringen.

Und zu unserem großen Glück mit einer zauberhaften jungen Frau.

Ich will Ihnen nicht verheimlichen, dass ich schon angefangen hatte... mir Sorgen

zu machen. Er hatte sein Abi verhauen und ist vorgezogen, eine Karriere als

Clown zu starten.

Nicht böse sein, mein Sohn, das war ein Scherz.

Ich bin stolz auf dich.

Und ich bin stolz auf meine französische Schwiegerfamilie.

Claude. Danke. Vielen Dank.

Danke.

Ich bin auch sehr glücklich über diese Hochzeit.

Auch wenn ich, um ehrlich zu sein, ein ganz klein wenig neidisch bin.

Ja, Charles und Laure, ihr seid jung, attraktiv, intelligent.

Ihr habt das Leben vor euch und ihr werdet eine wunderbare Hochzeitsreise

machen. Und da ich das ein bisschen ungerecht finde, dachte ich mir, das

gleiche ich aus.

Marie, würdest du gern nochmal auf Hochzeitsreise mit mir gehen?

Das ist wunderbar. Wir werden eine Weltreise machen und die Gelegenheit

nutzen, Xiaos Familie in Peking zu besuchen.

Die von Rashid in Algier, die von David in Tel Aviv und zum Abschluss die von

Charles in Abidjan. Und bei der Gelegenheit hole ich meinen Scheck ab,

André. Ich werde dir das Geld überweisen. Vielen Dank.

Ein Hoch auf das Brautpaar. Ein Hoch auf das Brautpaar.

Musik

Untertitelung des

ZDF,

2020

Untertitelung des

ZDF,

2020

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