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- Wir sind gefechtsbereit. - Gut.
Signalisieren Sie dem Amerikaner, er soll sofort beidrehen.
Zu Befehl. Geben Sie Signal, der Amerikaner soll sofort beidrehen.
- Zu Befehl. - Wie wäre es denn,
wenn wir das Schiff mit der ganzen Besatzung gefangennehmen?
Das Gesetz ist da eindeutig.
Unser Kommandant wird dann den Kapitän und seine wackeren Spießgesellen
an den Masten aufhängen, ohne Gnade.
Und was die Passagiere, die Sklaven angeht,
- sie wird man freilassen. - Blauer Dunst bei klarer Sicht.
Jede Wette, der Bauch bei den Amerikanern ist gefüllt mit Rumfässern.
Was bist du bloß für ein schlechter Matrose, Lutschkin.
Wie kannst du jetzt an Wodka denken?
Bitte notieren Sie Folgendes, Pawlowitsch.
Wir sind auf eine Brigantine mit der Flagge der USA gestoßen.
Da es wahrscheinlich ein Sklavenschiff ist,
gab ich den Befehl, sofort beizudrehen, um es zu durchsuchen.
Daraufhin versuchte das Schiff, vor uns zu entkommen.
Aufgrund der neuen Konvention zur Bekämpfung des Sklavenhandels,
die von vielen Staaten anerkannt wurde, auch von Russland,...
- "Auch von Russland..." - ...befahl ich, das Feuer zu eröffnen.
"Zu eröffnen." Ich habe alles notiert.
Befehlen Sie, dass ein Warnschuss abgegeben wird.
Feuer frei für einen Warnschuss!
Achtung, Backbord, erstes Geschütz: Feuer!
Peters.
- Sie lassen ihren Worten Taten folgen. - Die Betsy muss jetzt beidrehen,
- sie werden sie durchsuchen. - Was nun, Kapitän?
Bootsmann, Richards!
Boy, komm.
Richards, holen Sie die Neger aus dem Kielraum,
- jeden einzelnen. - Und was machen Sie dann mit ihnen?
Ich will meinen Hals retten, und den Ihren dazu.
Richard, die Neger paarweise fesseln und über Backbord ins Wasser werfen,
- damit sie gleich untergehen. - Sehr wohl, Sir.
Ihr Boy hat alles gehört, Kapitän.
Richards! Nehmen Sie den da auch mit.
Mach schon, los!
Sie drehen leider nicht bei.
Ich fürchte, Sie schaffen jetzt Ihre Passagiere, Ihre Fracht beiseite.
Wäre nicht das erste Mal.
- Signalisieren Sie noch einmal. - Sir, die Russen geben wieder Signal.
Und was?
- Lauter! - "Sollten Sie Ihre Fracht beschädigen,
werde ich Sie zusammen mit dem Ersten Offizier und der Mannschaft
aufhängen lassen."
- Was ist denn los, Bootsmann? - Na ja, Sir,
- Sie hören doch, womit der Russe droht. - Das geht Sie nichts an. Weitermachen!
Mich geht das nichts an, aber meinen Hals, oh ja!
Den will ich dabei nicht riskieren.
Diese Ehre überlassen wir dem Kapitän und seinem Ersten Offizier.
- Wir kennen das Gesetz genau. - Was!?
Bumm!
Alle kann er nicht abknallen.
Zurück!
Also, was wollt ihr? Redet schon!
Die Neger sollen zurück in den Kielraum. Und dann müssen wir ganz schnell abhauen.
Wenn alles gut geht, dann entkommen wir. Wenn nicht, kriegt jeder, was er verdient.
Also Zuchthaus oder den Galgen.
Na schön, dann treibt die Neger in den Kielraum.
Wir befinden uns in Schussweite. Ich glaube, wir können das Feuer eröffnen.
Ich fürchte,dass wir jetzt andere Sorgen haben als diese Betsy.
- Rufen Sie den Steuermann. - Ich bin schon auf dem Weg.
Das Barometer fällt rapide. In diesen Breiten kann das Sturm
- oder sogar Hurricane bedeuten. - Diese Wolke ist der erste Vorbote dafür.
Alle Mann an Deck, Segel reffen!
Achtung! Alle Mann an Deck, Segel reffen!
Alle Mann an Deck und die Segel reffen!
Holt ein, holt ein, holt ein!
Holt ein, holt ein!
Warum holt er denn die Segel ein?
Verflucht noch mal, wir sind alte Waschweiber.
Dahin hätten wir sehen sollen. In fünf Minuten sind unsere Masten weg!
Los, schnell reffen! Auf die Masten, Jungs!
Warum, Sir? Das ist doch eine gute Gelegenheit, zu entwischen.
Sturm! Ein Sturm kommt auf!
Hey, Lutschkin, jetzt mach schon! Zum Teufel, beeil dich mal!
Das Tau hat sich verfangen! Los jetzt, ich mach dir gleich Beine!
Was ist denn mit dem Großraum-Rahsegel?
Was macht er denn da?
Das Segel wird sich losreißen!
Der ist doch nicht bei Trost.
Bring ihn mal einer zur Vernunft!
Gott sei gelobt!
So eine Niedertracht!
Alle Segel einholen! Die Segel einholen, schnell!
Ihr müsst alle zusammenhelfen, sonst gehen wir unter!
Wir müssen auf jeden Fall vermeiden, dass wir mit den Amerikanern zusammenstoßen.
Der Amerikaner ist verschwunden!
- Ist bei dem Sturm wohl untergegangen. - Ja.
Achtung, Kurs halten!
Jawohl, Kurs halten!
Na los, Jungs, das muss alles blitzen.
Hast du gehört? In drei Teufels Namen...
Mann über Bord! Da treibt jemand im Meer!
Was ist los?
Ich habe ihn auch gesehen. Alle Mann an Deck, sofort!
Sofort alle Mann an Deck kommen!
- Barkasse klarmachen! - Barkasse klarmachen!
- Lasst ihn nicht aus den Augen! - Jawohl.
Sofort Steuerbord herablassen!
Mann über Bord.
- Mehr nach links, nach links. - Da, ich habe ihn.
Beeilt euch, es kommt auf jede Sekunde an!
Das Kommando über die Barkasse übernimmt
- Leutnant Gorelow. - Zu Befehl.
Der Kapitän will Ihnen offenbar eine kleine Freude bereiten.
Anscheinend sind Sie sein Liebling.
Das wäre mir neu. Aber dagegen spricht auch nichts.
Ich bin gegen die Prügelstrafe und kein Karrierist.
Was wollen Sie damit sagen, Leutnant?
Ablassen!
Suchen Sie den Mann Richtung Nord-Nordwest!
Er ist nicht mehr zu sehen. Hoffentlich findet ihn Gorelow.
Ich vertraue auf Gorelow. Er weiß, dass es um ein Menschenleben geht.
- Ob er noch lebt? - Das Wasser ist warm hier. Vielleicht, ja.
Wisst ihr, dass es hier nur so wimmelt von Haifischen?
Wenn die ihn schnappen, dann war's das.
Ja.
Matrose zu sein, ist verdammt kein Spaß, sondern eine gefährliche Sache.
Ivan Ivanovich, wird Gorelow ihn wohl auffinden?
Es gab eben einen Wortwechsel zwischen Gorelow und Tschebykin, Doktor.
Er ärgert sich, dass er übergangen wurde.
Der Kapitän mochte Tschebykin noch nie. Und jetzt noch dieser Vorfall...
Welcher Vorfall denn?
Tschebykin hat Lutschkin geschlagen.
Ach ja. Eigenartig...
Bis jetzt war er ein Gegner von Handgreiflichkeiten.
Und doch hat er sich hinreißen lassen. Seltsam...
Nun, bei dem Sturm war die Korvette in Gefahr.
Für Tschebykin war das ein willkommener Anlass, die Beherrschung zu verlieren.
Ich denke, der Kapitän wird Tschebykin auf ein anderes Schiff versetzen lassen.
Jetzt hat er einen Grund.
Die Barkasse kommt zurück!
Wir haben einen Jungen aus dem Wasser geholt,
er ist kaum noch bei Bewusstsein.
- Ins Lazarett mit ihm. - Beeilt euch.
- Hören Sie. - Ja?
- Wieder Kurs aufnehmen. - Ja.
Alle Mann auf die Plätze, Kurs wieder aufnehmen!
Auf die Masten, Fahrtrichtung Steuerbord!
Beeilt euch, Jungs. Schnell!
Na? Brav, sehr brav.
Jetzt bist du wieder bei Kräften.
Warum hast du Angst, mein Kleiner?
- Hab' doch keine Angst. - Er ist sehr schreckhaft,
- er fürchtet sich vor jedem. - Ich merke es. Nicht mal lächeln tut er.
Na, unterhalten wir uns mal mit ihm.
Nur in welcher Sprache soll man denn mit dir reden?
Sprichst du Französisch?
Gut, jetzt wissen wir, dass uns weder Französisch noch Deutsch weiterbringen.
Aber andere Sprachen kenne ich nicht, mein Kleiner. Höchstens noch Latein.
Was glaubst du, ob er wohl Lateinisch versteht?
Eher nicht. Woher sollte er es auch können?
Ja, ich glaube ebenso, dass er es nicht versteht.
Versuchen wir es doch mal mit Englisch. Leider nur bin ich darin schwach.
Aber probieren wir's.
Sprichst du Englisch? Wie geht es dir?
- Was hat er gesagt? - Ich habe es nicht genau verstanden.
- Es hörte sich an wie "Oh". - Ja, das meine ich auch, "Oh".
Rufe doch bitte Leutnant Gorelow, er spricht gut Englisch.
Ja.
Hab' keine Angst.
Verstehst du das?
Hab' keine Angst vor mir.
- Er ist sehr eingeschüchtert. - Ja, ja, allerdings.
Wie heißt du?
Sag, wie heißt du?
Sag es mir.
- Mein Name ist Boy. - Was hat er gesagt?
Er hat gesagt, dass er Boy genannt wird.
Und wie heißt dein Schiff?
- Betsy. - Betsy?
- Was, was, was, was? - Das heißt, er stammt von dem Schiff,
- auf das wir vor vier Tagen gestoßen sind. - Ist ja interessant.
Die Sammlung hat zwei Rubel und 35 Kopeken gebracht.
Allzu viel ist das leider nicht,
aber es wird dem Negerlein fürs Erste helfen.
- Haben alle gespendet? - Ja, bis auf den Schreiber und Lutschkin.
Ich verstehe gar nicht, wozu der Schwarze unser Geld braucht.
Ich glaube auch, dass dein Sechser den Kleinen nicht weiterbringen würde,
in drei Teufels Namen.
Warum werden Sie denn gleich bissig, wenn es mich angeht?
Lutschkin hat auch nichts gegeben, da redet keiner von drei Teufeln.
Nun halt aber mal den Rand. Bei Lutschkin ist nichts zu holen.
Er steckt bis zum Hals im Sumpf, seinen Lohn hat er längst versoffen.
Also, Brüder, wirklich - ein Teufel war dieser amerikanische Kapitän.
Der Unmensch hat ein wehrloses Kind misshandelt,
ein Negerkind. Der arme Junge hat den ganzen Rücken voller Striemen.
Ja, man hat den armen Jungen geschlagen.
Aber das haben wir auch durchgemacht, als wir noch Leibeigene waren.
Nur hat man in Russland inzwischen den Bauern die Freiheit gegeben.
Bei den Amerikanern gibt es jedoch immer noch Leibeigene.
- Ja, so ist es. - Schon komisch.
Sowas nennt sich ein freies Volk.
Hast du nicht gehört, was jetzt aus dem Negerlein wird?
Am Kap der guten Hoffnung lassen wir ihn in Kapstadt, gleich nach unserer Ankunft.
Was sollen wir auch mit diesem ungläubigen Schwarzen?
Das sind ja Wilde, keine Menschen.
Wilde, ja, aber immer noch Menschen. Menschen wie wir.
So ein Federfuchser, was der sich einbildet.
Was sollen wir ihm bloß anziehen?
Das haben wir uns noch gar nicht überlegt.
Jawohl, Euer Wohlgeboren. Darüber haben wir noch nicht nachgedacht.
Ja? Wer ist denn da?
- Ich bin's, Euer Wohlgeboren. - Was ist mit dir, Lutschkin?
- Bist du etwa krank? - Nein, Euer Wohlgeboren.
Ich habe Kleider für den Kleinen dabei,
damit er nicht so nackt ist. Maß hatte ich schon vorher genommen.
- Darf ich sie ihm geben, Euer Wohlgeboren? - Nur zu, mein Freund, wunderbar.
Während wir noch überlegen, hat er schon alles besorgt.
Na ja, ich hatte doch meine Freizeit, Euer Wohlgeboren.
Sieh mal, Maximka.
Ich habe Kleidung für dich mitgebracht.
Sehr gut!
Halte mal.
Lass mal sehen, ob sie dir passen, und trage sie in Gesundheit.
Na los, Maximka.
Warum sagst du eigentlich Maximka zu ihm, Lutschkin?
Na ja, Euer Wohlgeboren. Maximka ist schon richtig.
Wir haben ihn am Tage des Heiligen Maxim gerettet, also muss er Maximka heißen.
Es kann doch nicht sein, dass das Negerlein ohne Namen herumläuft.
- Ja, Maximka, ein hübscher Name. - Na,
da sitzt ja alles wie angegossen, nicht wahr?
Also marsch, komm rasch aufs Deck, Maximka.
Oben scheint die liebe Sonne.
- Gestatten Sie, Euer Wohlgeboren? - Nur zu.
Warum bist du immer so ernst, mein Kleiner?
Hast es nicht leicht gehabt, hm?
Na komm, Maximka. Du sollst auch eine Mütze bekommen.
Und ein paar Schuhe besorge ich dir ebenso.
Bald schon wird unser Maximka diese amerikanischen Unmenschen vergessen haben.
Er weiß, dass er es bei den russischen Matrosen gut haben wird.
Das heißt also, Lutschkin, du willst für deinen Maximka so eine Art Amme sein.
- Na ja, sozusagen. - Siehst ja auch aus wie 'ne Amme.
Maximka soll uns Russen in guter Erinnerung behalten.
Natürlich.
Also bist du eine Negeramme.
Meinetwegen, aber eins könnt ihr euch hinter die Ohren schreiben:
Sollte hier ein Schuft sein, der es wagt, Maximka auch nur ein Haar zu krümmen,
dann muss ihm klar sein, dass er es mit mir zu tun bekommt -
mit Lutschkin persönlich.
Ein Kind zu schlagen, ist und bleibt die größte Sünde,
ob es nun unser Kind ist oder ein Schwarzes.
Eins ist wie das Andere und du musst gut zu allen sein.
Genau, Lutschkin. Nur könnt ihr euch gar nicht sagen, was ihr auf dem Herzen habt.
Er dir nicht und du ihm auch nicht.
Keine Sorge, das wird schon gut gehen.
Er ist zwar ein Schwarzer, aber hat einen verdammt hellen Kopf.
Hey!
Zur Wodka-Verteilung antreten, Jungs!
Ach, das klingt wie Musik.
Warte hier, Maximka, das dauert nur eine Minute.
Ich bin gleich wieder zurück, verstanden?
Ist das klar? Bleib hier.
Recht so.
Ich fürchte, die Amme wird das Kind im nächsten Hafen in Wodka umsetzen.
Das ist Wodka. Sehr guter Schnaps, Maximka,
- wirklich sehr gut. - Sehr gut.
So ein braver Kerl, versteht wirklich alles.
So, mein Kleiner, und jetzt gibt es Essen.
Du hast doch bestimmt Hunger.
Er versteht jetzt schon alles.
Ein richtiger Schlauberger ist das.
Na, nehmen wir Maximka in unsere Gemeinschaft auf?
Was soll diese dumme Frage? Setz dich mit deinem Negerlein.
Ich habe ja nur gefragt, weil er ein Neger ist.
Ich bin aber der Meinung, dass jeder Mensch das Recht hat zu essen.
Nur ein ausgemachter Narr wie der Federfuchser
kann so albernes Zeug über die Schwarzen sagen.
Na dann.
Das ist lecker, Maximka, sehr gut, Brüderchen.
Gut soll es dir schmecken!
Lutschkin. Maximka.
Maximka.
Lutschkin, geh fort. Geh fort und ruf ihn dann.
Das mache ich. Ich bin fest überzeugt, dass er antworten wird.
Maximka!
Dir wird die Puste ausgehen, Lutschkin. Hör auf.
Nein, er hat eben noch kein richtiges Vertrauen zu uns.
Deshalb kapiert er auch noch nicht, was wir sagen.
Nun, versuchen wir es gleich noch mal.
Diesmal rufst du ihn.
Maximka.
- Maximka. - Hey...
- Lutschkin. - Zu Befehl, Euer Wohlgeboren.
- Lebt sich dein Freund Maximka gut ein? - Das wird schon werden, Euer Wohlgeboren.
Allerdings macht es viel Mühe. Er ist ja ein aufgewecktes Bürschchen,
nur fällt es ihm schwer, sich an seinen neuen Namen zu gewöhnen.
Das werden wir gleich haben. Boy, komm mal her.
Dein Name ist Maximka. Verstehst du das?
Maximka. Und sein Name ist Lutschkin.
Lutschkin. Verstehst du das?
- Ja, tue ich. - Gut... Und jetzt du.
- Versuch' es mal. - Maximka.
Oha! Ist ja unglaublich, Euer Wohlgeboren.
Lutschkin. Ja!
Und das hier ist die Blus'.
Verstanden, Maximka? Blus'. Und das ist die Hand.
Aber Lutschkin, warum sagst du denn Blus'? Du darfst nicht falsch mit ihm sprechen.
Na ja, Blus' klingt ausländischer, Euer Wohlgeboren.
Das ist für Maximka besser verständlich.
Ja, und alle, die du hier siehst, sind Brüder und Matrosen.
Sag das mal, Maximka: Brüder und Matrosen.
"Brüder."
- Brüder. - "Brüder."
- Brüder. - "Brüder."
Keine Sorge, er wird's schon noch richtig aussprechen.
Bestimmt wird er es sagen. Ach, du Maximka...
Ja, iss nur, Maximka. Iss den Zucker vor dem Schlafengehen.
Ist gesund für dich.
Ach du, bist ein lieber Kerl.
Hast wohl noch kein gutes Wort gehört, du armer Junge.
So,
schlaf, Maximka.
Schlaf jetzt, morgen musst du früh aufstehen.
Du bist zwar Passagier,
aber musst wie ein Matrose leben.
So verlangt es die Schiffsordnung.
Ich kenne unseren Bootsmann.
Er ist ein Mensch mit viel Verstand, der bestimmt keinen umsonst prügelt.
Aber wenn er in Wut gerät, kann es schon mal passieren, dass er dir eine langt.
Gewöhn' dich lieber gleich an die Ordnung hier.
So, und jetzt schlaf.
Bist ein braver Kerl, Maximka.
Schlaf gut.
Ach, Schuhe braucht unser Maximka auch. Was ist ein Mensch ohne Schuhe?
Natürlich, ohne geht es nicht.
Sag, was meinst du: Gibt es einen Spruch gegen Trunksucht?
Schon möglich, dass es Menschen gibt, die einen solchen Spruch kennen.
Aber ich glaube, bei dir wird er kaum noch helfen.
Na ja, da magst du recht haben,
- dass es für mich zu spät ist. - Lutschkin.
Hey, Lutschkin.
- Was willst du? - Soll ich dich besprechen?
- Danach wirst du nie mehr trinken. - Was?
Ganz sicher. Wenn ich schwindle, will ich tot umfallen.
Für drei Dollar sage ich den Spruch und schon bist du geheilt.
- Du schwindelst mich doch an. - Nein, lieber sterbe ich.
Ich weiß nicht, ich versuch's lieber ohne deinen Spruch.
Ich werde mir das verdammte Saufen auch so abgewöhnen.
Drei Monate sind vergangen, seitdem Maximka auf die Bogastia kam.
Die ganze Mannschaft hat das lustige und aufgeweckte Negerlein liebgewonnen.
Lutschkin ist ganz vernarrt in seinen Maximka.
Ich kann es nicht mehr ändern.
Der Junge muss morgen in Havanna an Land gesetzt werden.
Wir können ihn nicht um die ganze Welt herumschleppen.
Ja, ja, ich weiß... Der arme Lutschkin.
Er hält Ausschau nach der Küste und ahnt nicht, was ihm bevorsteht.
Sobald er Land erblickt, bedeutet das den Abschied von seinem Maximka.
Ja, so ist es. Er muss sich von ihm trennen.
Bootsmann!
- Zu Befehl, Euer Wohlgeboren. - Wo hast du denn nur deine Augen?
Sieh dir das Großbaumstabsegel an. Was soll das?
- Es flattert etwas. - Es flattert etwas? Die Brassen anziehen!
Zu Befehl, Euer Wohlgeboren!
Die Brassen beim Großbaumstabsegel anziehen,
in drei Teufels Namen!
Holt durch, holt durch,...
Maximka, sag mal Brüder.
Brüder.
Bist ein braver Kerl, Maximka.
- Er ist jetzt ein richtiger Schiffsjunge. - Ja.
Maximka. Maximka.
Nur zu, Maximka, iss etwas.
Danke.
Vielen Dank.
Lass es dir schmecken.
Du hast ja ein Messer, zeig es mal her.
Wie ein echter Matrose. Wer hat dir das Messer gegeben, Maximka?
Lutschkin.
Ein Goldjunge.
Sehen Sie mal, wie er zu seinem Lutschkin rennt.
Lutschkin, Maximka hat dir was mitgebracht. Schmeckt gut.
Ach, mein lieber Junge.
Du bist der Einzige, der an Lutschkin denkt.
- Iss du es. - Nein. Nein, du.
Iss es, das ist ein Befehl. Ich sage es sonst dem Bootsmann.
Bitte nicht sagen Bootsmann, in drei Teufels Namen.
Na ja, ist schon gut, Maximka.
- Ist schon gut, Lutschkin. - Ach, du...
- Sieh nur! Sieh nur! Was denn?
- Was hast du denn? - Da, sieh nur!
Hast du aber gute Augen. Richtige Seemannsaugen, Maximka.
Ich sehe Land!
Grünes Land in Sicht!
Alle beurlaubten Matrosen Backbord zum Landurlaub antreten!
Beeilt euch! Beeilt euch,
in drei Teufels Namen...
Blauer Dunst bei klarer Sicht.
Ich verstehe...
Maxim, wer hat dir das erlaubt? Du willst ein Matrose sein?
Stillgestanden! Los, mach das du wegkommst.
Soll Lutschkin auf Landurlaub? Er betrinkt sich nur wieder sinnlos.
Er kann auch hierbleiben, wenn Sie es befehlen.
Ich möchte aber anmerken, Lutschkin hat sich sehr gebessert.
- Wie meinen Sie das? - Er trinkt nicht mehr, gar nichts.
Sogar seine Schnapsration lehnt er ab.
Der Grund ist wohl der kleine Neger.
In diesem Sinne tut es mir leid, wenn Sie gestatten,
dass wir uns von dem Kleinen trennen müssen.
Aber es vergehen ja noch zwei Monate, bis wir Hongkong anlaufen.
Verzeihung, aber sollten wir ihn nicht an Land bringen - hier in Havanna?
Die Neger sind hier genauso versklavt wie in Amerika.
- Ja, ja. - Wir nehmen den Jungen mit nach Hongkong,
zum englischen Gouverneur.
Ich glaube, jetzt wird sich Lutschkin sicher vor Freude betrinken.
Da haben Sie ganz bestimmt recht. Ich lasse ihn lieber gar nicht an Land.
Dass Sie kein Vertrauen in Lutschkin haben, kränkt ihn.
Er ist ein einfacher Mensch, doch Maximka hat in ihm edelste Gefühle geweckt.
Ich finde, man sollte ihm vertrauen.
Ach, mein Guter, so einfach ist das nicht, auch wenn ich derselben Ansicht bin.
Wenn aber Lutschkin nur einen Tropfen Schnaps trinkt,
kann er nicht wieder aufhören und fängt dann an zu toben.
Ich verstehe, aber trotzdem pflichte ich Leutnant Gorelow bei.
Das freut mich sehr. Ich erkläre mich bereit,
für Lutschkin mit meiner Offiziersehre zu bürgen.
Brüder, Brüder, seht nur! Da ist Lutschkin mit seinem Schäflein.
Lutschkin! Komm, ich lade dich zu einem Schnaps ein.
- Warum tust du das? - Es heißt,
Maximka hat Lutschkin von der Trunksucht abgebracht.
Ich will ihn mal auf die Probe stellen.
Lutschkin, ich spendiere Rum!
Blauer Dunst
bei klarer Sicht.
Ich hole ihn zurück. Der wird seinen Maximka heute bei mir versaufen,
jede Wette.
Hey, was gehst du mich so an?
Mach dich nicht über andere lustig.
Du elende Schreiberseele wirst es nicht mehr erleben, dass sich Lutschkin besäuft.
Na ja, das wollen wir mal abwarten.
Sieh mal.
Maximka, dieser Vogel erinnert an einen Storch.
Die bauen bei uns ihre Nester auf dem Dach.
Man sagt, Storche bringen Glück.
Mir haben sie aber keines gebracht.
Sieh mal, Maximka.
Und dabei gibt es hier Tabak in Massen, die schönsten und allerbesten Sorten.
Bloß kaufen kann sie niemand...
Lutschkin, Bootsman, Bootsman!
Der Bootsmann von der Betsy, er will Maximka mitnehmen.
Das ist nicht möglich, den haben schon längst die Haifische gefressen.
Nein, nicht Bootsmann, nicht Betsy.
Maximka, Maximka Angst gehabt.
Das hier hat er auf anderem Auge.
Na also...
Warum bist du hier, Lutschkin, und bummelst nicht mit den Anderen?
Euer Wohlgeboren, wir sehen uns die Stadt an. Hier gefällt es uns,
die Lieder sind hier so schön. - Aber Lieder gibt es in jeder Kneipe.
Fehlt es dir etwa an Geld?
Pass auf, Lutschkin. Ich habe dich geschlagen, wohl ziemlich grundlos.
Ich möchte das wiedergutmachen. Hier, amüsier' dich gut.
- Na los, nimm schon. - Danke vielmals, Euer Wohlgeboren.
Viel Spaß.
Und er ist nüchtern zurückgekommen?
Ja. Ich freue mich, dass Lutschkin die Prüfung so gut bestanden hat.
Was soll ich sagen?
Mich rührt diese Liebe zwischen Lutschkin und Maximka sehr.
Ich bin sicher, dass der Kleine, wenn es nötig wäre,
sein Leben für Lutschkin geben würde.
Glauben Sie das wirklich? Sie sind ein Romantiker.
Meinetwegen. Auf jeden Fall würde er sofort sein Leben hingeben.
Ich bezweifle, dass alle Offiziere, selbst die von Adel, genauso empfinden.
Ihr Vertrauen in menschliche Qualitäten könnte Sie noch teuer zu stehen kommen.
Ich bin wirklich sehr erstaunt darüber,
wie Sie Chopin spielen und dabei so verwerfliche Gedanken...
- Meine Herren! - ...haben können.
- Leutnant Gorelow! - Reaktionär! Leuteschinder!
Genug! Leutnant Gorelow, wegen Verletzung der Dienstordnung
muss ich Sie mit Arrest bestrafen. Bitte suchen Sie sofort Ihre Kajüte auf!
Entschuldigen Sie bitte. Zu Befehl.
Und Sie gehen zu provokant gegen den Leutnant vor. Was soll das?
- Und überhaupt... - Was meinen Sie?
Überhaupt bitte ich Sie,
in Zukunft keinen überflüssigen Streit mehr anzufangen. Verstanden?
Keine Frage, das war natürlich etwas zu spitz formuliert.
Und doch ist es nicht richtig, dass wir Offiziere wegen eines Matrosen...
- Das sehe ich anders. - Ich bitte Sie...
Doktor, Doktor, kommen Sie her. Sie könnten mal die nächste Karte anlegen.
Ich bin der festen Überzeugung, der Kapitän hat diesen Streit bald vergessen.
- Meinen Sie? - Ganz bestimmt.
Sie vergessen, dass Tschebykins Vater Admiral ist, sein Onkel Minister.
Der Kapitän würde damit seine ganze Karriere aufs Spiel setzen.
Es wäre für mich unmöglich, mich über andere Offiziere der Korvette zu beklagen.
Aber was dieser Leutnant Gorelow so von sich gibt,
fußt auf den Werken zweifelhafter Autoren, wie Dobroljubow und Tschernichowski.
Und das Schlimmste ist, Sie werden keineswegs mit aller Strenge verurteilt,
von Seiten des ersten Offiziers. Wenn man im Ministerium erfahren sollte,
dass auf einem Kriegsschiff...
Haben Sie vielen Dank.
Allerdings meine ich, dass sich der erste Offizier seiner Pflichten bewusst ist.
Überdies ist er ein würdiger Patriot.
Was Russlands Flotte angeht, halte ich eine Einmischung meinerseits für unnötig.
Aber Ihnen möchte ich unbedingt empfehlen,
wenn Sie sich in unserer Gemeinschaft nicht wohlfühlen sollten,
dass Sie einen Antrag zur Versetzung auf ein anderes Schiff einreichen.
Ich danke Ihnen für diesen Rat.
Ich kann Ihnen gerne dabei helfen, wenn wir im Hafen von Hongkong sind.
Ach ja, bald müssen wir Abschied nehmen, Maximka.
Warum Abschied nehmen?
Du wirst in Hongkong bleiben. Wohin denn sonst mit dir?
Ich verstehe nicht.
Na ja, das heißt, du musst runter vom Schiff. Du bleibst am Ufer.
Lutschkin fährt weiter, Maximka bleibt hier.
Bitte, bitte, Ufer nicht. Maximka, russisch Matrose.
Sag doch, Maximka, willst du russischer Matrose werden?
- Ja. - Brüder, wollen wir fragen,
ob er bei uns bleiben kann, hm?
Soll er auf der Bogatyr bleiben, was meint ihr dazu?
- Natürlich. - Wo soll er denn sonst hin?
- Er hat niemanden. - Sagt es dem Bootsmann.
- Komm mal her. - Was wollt ihr?
Maximka möchte gerne bei uns bleiben. Wir sind alle dafür, dass es erlaubt wird.
Seien Sie so gut, melden Sie es dem ersten Offizier.
Maximka will es selbst und die ganze Mannschaft bittet darum.
Na schön, Maximka ist wirklich ein ordentliches Bürschchen,
in jeder Beziehung ein richtiger Schiffsjunge.
- Nur, der Kapitän... - Was denn?
Ob er einen Schwarzen aus dem Negerstand auf einer russischen Korvette möchte?
Das könnte womöglich ein Haken sein.
Den Haken können wir doch beseitigen.
Wir werden Maximka von seinem Negerstand befreien.
- Wie denn? - Nun, er nimmt den russischen Glauben an
und wird dadurch ein Neger von russischem Stand.
Das würde gehen. Ich werde es dem ersten Offizier melden.
Wäre es nicht möglich, dass Maximka auf der Korvette bleibt?
Ist Lutschkin der Fürsprecher?
Die ganze Mannschaft setzt sich für den Kleinen ein.
Und ich möchte es auch unterstützen.
Das ist unmöglich, leider ganz unmöglich.
Der Kleine stammt aus einer englischen Kolonie.
Ich muss ihn zum Gouverneur bringen. Ist das Beiboot klar?
Jawohl. Wollen Sie jetzt zum Gouverneur?
Ja, eine offizielle Visite. Das muss sein.
Mich wird Leutnant Gorelow begleiten.
Ja, er wartet Sie schon.
Für Ihren liebenswürdigen Empfang, Mylord,
möchte ich mich gerne mit einer Mitteilung revanchieren.
Wir haben im Atlantischen Ozean einen kleinen Jungen aufgefischt,
es handelt sich um einen englischen Untertanen.
Oh.
Es ist ein Negerjunge, der von der Sklavenküste Afrikas entführt wurde.
Was sagen Sie dazu?
Ah.
Ich denke, die Situation ist Ihnen klar.
- Aber hier wird er sicher zugrundegehen. - Ja...
Ich meine,
da wir ihn im Ozean gefunden haben, im Niemandsland sozusagen,
will ich der Bitte der Mannschaft nachkommen.
Vielen Dank. Haben Sie vielen Dank.
Lutschkin. Komm, setz dich zu mir.
Ich gebe einen aus, auf deine Gesundheit.
Ach nein. Heute soll Maximka seinen Spaß haben und sich alles ansehen.
- Ist ja zum letzten Mal. - Na ja, eben deshalb.
Das muss begossen werden, wo ihr doch heute Abschied feiert, du und Maximka.
Wir trinken dann auf sein Wohl, dass er vorwärtskommt im Leben.
Denn schließlich ist er ab jetzt ganz allein und verlassen. Na komm schon!
- Wo gibt es schon Glück auf der Welt? - Jetzt komm!
Du verfolgst einen wie die Pest.
Alles wird dem einfachen Mann genommen. Ich selber verliere nun auch Maximka.
Warum habe ich mir wohl das Saufen angewöhnt?
Warum, frage ich dich, Schreiberseele?
Warum hat man mich zum Matrosen gemacht?
Mit welchem Recht, frage ich dich.
Meine Frau hat den Herren gefallen.
Jawohl...
Ja, ja, so war es.
Hey! Gin her!
- Gin, na macht schon! - Lutschkin, jetzt hast du aber genug.
Du übertreibst wieder.
Hab' keine Bange, Maximka. Ich versaufe dich nicht, mein Freund,
und gebe dich auch nicht wieder her.
Du elende Schreiberseele, willst du mir meinen Maximka wegnehmen?
Du Schurke, sag die Wahrheit!
- Ich schlag' dich tot! - Lutschkin,
bei dir ist schon wieder Windstärke 12.
Ich verdufte mich jetzt,
sonst gibt es vielleicht wieder blauen Dunst bei klarer Sicht.
Bleib gesund, mein Lieber.
Hey!
Maximka, mein bester Freund.
Hey!
Gin.
Hey, ihr da.
Wo ist Maximka?
Maximka!
Maximka!
Lutschkin!
- Boy! - Sir, Sir!
Bitte mir nichts tun, Sir!
Nein, Sir, bitte lassen mich, Sir!
Was ist denn?
Hast du inzwischen verlernt, wie man Stiefel putzt?
Ich werde es dir schon wieder einbläuen.
Sir, Sir, nicht prügeln bitte. Maximka putzt die Stiefel gut.
Schon wieder Maximka? Hier heißt du Boy.
Die Peitsche her!
Na los, wird's bald!
Stell dich hin!
- Wer ist da? - Erlaube mir zu melden, Sir,
- der russische Matrose ist aufgewacht. - Wie lange hat er geschlafen?
Beinahe 52 Stunden. Das Pulver hat gut gewirkt, Sir.
Er kann auch ein fauler Kerl sein. Schlafmützen nützen mir nichts.
Na, dann mal sehen, was er mir für einen Schatz gebracht hat.
Los, komm! Du musst dolmetschen.
- Lutschkin! - Boy.
- Maximka! - Boy!
- Maximka! - Dageblieben!
Lasst ihn.
Na warte!
Lutschkin...
- Wo hat man die Mütze gefunden? - In der Nähe der vierten Mole.
Dort liegen vor allem kleine Schiffe.
Wir haben ihn fünf Tage umsonst gesucht.
Vielleicht ist er ja untergetaucht und hält
den Negerjungen irgendwo versteckt. Dann verlieren wir in Hongkong nur Zeit.
Nein, ein russischer Matrose bricht seinen Diensteid nicht.
Ihm muss etwas zugestoßen sein.
Der Polizeichef meint, dass man ihn betrunken gemacht
und auf ein Handelsschiff gebracht hat, das dringend Matrosen sucht.
Das ist auch meine Meinung.
Wir geben ihm noch drei Tage.
- Suchen Sie im Gebiet der vierten Mole. - Jawohl.
- Und dann noch etwas, Leutnant Gorelow. - Ja?
Lassen Sie unsere Matrosen mit voller Stimme singen.
- Singen? - Ja.
Unsere russischen Lieder.
Hör mal zu, Inder.
Was will man von mir, hm?
Wo bin ich hier?
Wo ist mein Maximka?
Hm? Maximka...
Mein kleiner Freund Maximka.
Maximaga...
- Boy. - Maximka, Maximka Boy!
Boy...
- Lutschkin! - Maximka!
Sag schnell, Maximka, wo sind wir hier reingeraten?
- Was will man denn von mir? - Lutschkin, Maximka verloren.
Betsy, Betsy.
Maximka verloren. Lutschkin soll jetzt hier arbeiten,
- Matrose werden auf Betsy. - Was soll das?
Das werde ich nicht tun.
Lutschkin ist ein russischer Matrose, klar?
Ich bleibe hier nicht!
Lutschkin gab sein Fingerchen. Lutschkin gab sein Fingerchen.
Oh, Maximka jetzt Prügel, Kapitän.
- Prügel, verloren, Maximka. - Wein nicht, Maximka.
Hab' keine Angst, mein Kleiner.
Solange wir im Hafen sind, ist noch nichts verloren.
Man wird uns rausholen.
Noch nie sind Russen von ihren Brüdern im Stich gelassen worden.
Hier sollen die Handelsschiffe liegen.
Ja, Euer Wohlgeboren. Hier ungefähr muss es sein.
- Du bist wohl müde, was? - Euer Wohlgeboren,
wollen wir nicht dort hinrudern? Da werden Lichter aufgesteckt.
Lutsch...
Lutschkin, hier! Maximka ist hier!
Hey, Bootsmann.
- Hier bin ich, Sir. - Unten schreit der Boy des Kapitäns.
- Stopf ihm den Mund. - Machen wir, Sir.
Irgendwo in der Nähe drückt sich eine Schaluppe herum.
Einen Augenblick, Bootsmann.
Von dem Handelsschiff dort höre ich Stimmen.
Nein, ich habe mich geirrt.
Boy, wo bist du, du Hundesohn?
Ich schlag dich tot!
Brüder! Brüder!
Euer Wohlgeboren, ich habe deutliche Rufe gehört, "Brüder"!
Das klang so jämmerlich, das war sicher Maximka.
Seid ruhig, wir wollen hören.
Maximka konnte doch "Brüder" nie aussprechen.
Rudere weiter.
Brüder! Brüder!
Halt! Ruder hoch. Jetzt habe ich es auch gehört.
Die Ruder flach aufs Wasser.
Halt, Euer Wohlgeboren! Vorsicht mit den Rudern.
Eben habe ich es noch gehört, jetzt ist es weg.
Da, ich habe ihn. Und jetzt raus mit dem Jungen!
- Hey, ihr da auf dem Schiff! - Wecken Sie den Kapitän, Richards,
und die Mannschaft. Es gibt eine Keilerei!
Hey, ihr da oben! Hört ihr mich?
- Bootsmann. - Ja?
Du bleibst auf der Barkasse. Wenn etwas passiert, melde es dem Kapitän.
- Jawohl. - Sechs Mann begleiten mich.
- Womit kann ich dienen? - Sind Sie der Kapitän?
Ja, ich führe die Mary aus den Südstaaten. Und Sie?
- Russischer Offizier von einer Korvette. - Und was wünschen Sie, Sir?
Wir wollen den russischen Matrosen holen, der auf Ihr Schiff geraten ist.
Sie irren sich. Von einem Russen weiß ich nichts.
Ich werde meine Leute und die Polizei holen.
Nur keine Drohungen.
Bring den Neuen her.
Ich weiß nicht, wer da genau auf mein Schiff geraten ist.
Mir fehlen Leute, die Nationalität ist mir da egal.
Ich weiß nur, er hat den Vertrag unterschrieben.
Hier.
- Bitte sehr. - Ja, aber ich sehe keine Unterschrift.
Und was ist das, Sir?
Ein Fingerabdruck genügt vor dem Gesetz.
Aber warum halten Sie einen freiwillig Angeworbenen hinter Schloss und Riegel?
Er ist sehr wild und unvernünftig.
Da ist er.
- Guten Tag, Lutschkin. - Guten Tag, Euer Wohlgeboren.
Der Teufel hat mich geritten. Fast wäre ich mit denen ausgelaufen.
An allem ist nur der verfluchte Wein schuld.
Ich freue mich, Brüder. Jetzt bin ich wieder bei meinen russischen Landsleuten.
Warum hast du den Vertrag unterschrieben, den Finger draufgedrückt?
Den Finger? Davon weiß ich überhaupt nichts.
Ich habe keine Ahnung, Euer Wohlgeboren.
Allerdings habe ich die Faust gebraucht
und bestimmt so manchem Gebiss hier meinen Stempel aufgedrückt.
Eine Frage, Sir: Woher haben Sie erfahren, dass dieser Kerl bei mir ist?
Das ist unsere Angelegenheit, mein Herr. Leben Sie wohl.
- Zur Barkasse! - Euer Wohlgeboren, und Maximka?
Er ist hier. Wollen wir unseren kleinen Freund diesen Bestien überlassen?
Komm, komm, Lutschkin. Es ist alles in Ordnung.
Sir, wenn ich Ihren Mann rausrücke, müssen Sie mir aber auch meinen geben.
- Und wer ist das? - Mein Boy.
Ihr Matrose nennt ihn Maximka, er hat Ihnen gesagt, wo Sie suchen müssen.
Geben Sie ihn mir zurück, meinen Diener, meinen Sklaven!
- In Russland gibt es keine Sklaverei. - Unser Schoner liegt vor den Südstaaten,
da gelten andere Gesetze.
Ich fürchte, da haben Sie sich geirrt.
Tatsächlich haben wir einen Negerjungen, Maximka.
Er ist Schiffsjunge der russischen Flotte.
Einst gehörte er einem üblen Subjekt, dem Kapitän der Betsy,
einem Sklavenhändler. Wir wollen hoffen, dass die Mary nicht die Betsy ist.
Und Sie nicht jener Kapitän sind.
Andernfalls müssten wir Sie gefangennehmen und als Piraten aufhängen.
Aber ich sehe schon, Sie sind das nicht.
Sie besitzen irgendeinen anderen Negerjungen und nicht unseren Maximka.
Im Übrigen ist er jetzt auf russischem Territorium,
zu dem Sie keinen Zutritt haben, mein Herr.
Keine Angst, Maximka. Keine Angst.
Kommt.
Also, Lutschkin, Maximka hast du viel zu verdanken.
- Vielleicht sogar dein Leben. - Das ist wahr, Euer Wohlgeboren.
So.
Nach der Lebensrettung eines russischen Matrosen
ernennen wir Maximka zum Schiffsjungen unserer Flotte.
Ich bedanke mich vielmals, Euer Wohlgeboren.
Und weil er keinen Namen hat, aber nun unser Schiffsjunge ist,
bekommt er von uns den Namen unseres Schiffes verliehen:
Maxim Bogatyr.
Augen geradeaus! Stillgestanden!
Weißt du nicht, Schiffsjunge, dass man zur Flaggenparade antreten muss?
- Reih dich ein, wie es sich gehört! - Jawohl!
Hisst die Flagge!
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