All language subtitles for Die Protokollantin - S01E01 - Andere Gesetze.deu

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Original subtitles

* ruhige Titelmusik *

Freya Becker

Jo Jacobi

* ruhige, spannende Musik *

(Mann 1) Und dann? - (Mann 2) Hab ich ...

(Mann 1) Herr Pohl, was ist dann passiert?

* Tippgeräusche, Herr Pohl stöhnt. *

(Pohl) Sie hat gesagt, dass sie keine Lust mehr hat,

dass es ihr egal ist.

Dann hat sie so blöd gelacht dabei, da ist mir die Hand ausgerutscht.

Dann ist sie hingefallen. Mit dem Kopf auf die Kacheln.

(Mann 1) Wie oft haben Sie zugeschlagen?

(Pohl) Ein Mal.

Ich weiß nicht, vielleicht zwei Mal.

Ihre Freundin hatte eine Schädelfraktur,

Platzwunden an Stirn und Lippe, Hämatome an Bauch und Schenkeln.

Und Sie haben nur ein Mal zugeschlagen?

* Er schluchzt. *

(Kommissar) Wie haben Sie zugeschlagen? Waren das Ohrfeigen?

Faustschläge, Fußtritte?

(verzweifelt) Mh-mh, mit der flachen Hand, ganz normal.

Und dann?

(Pohl) Dann hab ich sie aufgehoben.

Und hab sie aufs Sofa gelegt.

Sie sah ganz normal aus.

(Kommissar) Was meinen Sie mit "normal"?

Sie hat ... Wie wenn sie schläft. Ich wollt sie nicht wecken.

(Kommissar) Sie schlagen sie bewusstlos und denken, sie schläft?

(schluchzt) Dann bin ich ins Bett gegangen.

Der Notruf ging um 10.21 Uhr morgens ein.

Neun Stunden nachdem Sie sie bewusstlos geschlagen haben.

Sie hätte überlebt, hätten Sie direkt Hilfe geholt.

Ja, hab ich doch!

Hab ich doch! - Aber zu spät.

Ich hab euch angerufen! Ich wollte sie nicht wecken!

Ich hab gedacht, sie schläft!

Hey, kurze Pause. Wir machen später weiter.

Was, was ist jetzt? - (Beamter) Kommen Sie, bitte.

Kommen Sie, bitte.

Was ist los? - Kommen Sie, bitte.

* Tür wird geschlossen. *

Mhm, und wann war das genau?

Gut, wir kommen dann noch mal später bei Ihnen vorbei.

Vielen Dank für den Anruf.

(Kommissar) Hey. - Das war Pohls Nachbar.

Er sei zwischen 1 und 2 Uhr aufgewacht,

weil Pohl die Musik so laut hatte,

dass man sie durchs ganze Haus hören konnte.

Tja, so ist das.

Die einen drehen ihre Musik zum Vögeln auf,

andere, um ihre Freundin zu Tode zu kloppen.

Was du immer so vor dich hin quatschst.

Wieso? Drehst du nicht die Musik zum Vögeln auf?

* Es klopft. *

Ich wollt nur sagen, dass ich jetzt gehe, ein Arzttermin.

Kirsten vertritt mich.

(Kommissar) Okay, alles klar. - Bis morgen.

(Mann) Bitte erheben Sie sich.

* Husten *

* Tür fällt ins Schloss. *

Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil:

Der Angeklagte Thilo Menken wird freigesprochen.

* lautes Murmeln *

(Menken) Danke. - Gut geschlagen.

(Richter) Die Verfahrenskosten trägt die Staatskasse.

Das Urteil wird wie folgt begründet:

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme war der Angeklagte freizusprechen.

Die Verhandlung hat nicht zweifelsfrei ergeben,

dass der Angeklagte die Tat begangen hat.

(Reporterin) Laut Urteilsbegründung des Richters bleibt ein Verdacht.

Ein Freispruch zweiter Klasse? - (Anwalt) Kein Kommentar.

(Reporter) Ist die Geschichte an "Blitz Berlin" verkauft?

(Reporterin) Manche sagen, man könne heute

den Glauben an unseren Rechtsstaat verlieren. Was sagen Sie?

Was hast du mit meinem Mädchen gemacht?

(Frau) Du Schwein, wo ist sie? - Lass ihn los!

(Frau in Beige) Komm, komm, komm.

(Frau weinend) Was haben sie gemacht?

* traurige Musik *

* langsame, spannende Musik *

Sie haben ihn freigelassen.

* Miauen *

* Er pfeift. * Bamm!

* Telefon * Ja, probier.

Ja.

Hallo?

Hey, Freya.

Du, wir, wir backen hier gerade. Du blödes Ei.

Ah, was denn?

"Apple Crumble." Klingt gut.

Ich wollt nur wissen, was Tabea zum Geburtstag möchte.

Tabea, die Tante Freya lässt fragen, was du dir zum Geburtstag wünschst.

Ich mach schon. "Hallo, meine Süße."

"Die Reitstiefel, die es im Laden bei Papas Restaurant gibt."

Die, äh ... Da wollte ich mich drum kümmern.

Vielleicht könntest du 'nen Reithelm besorgen oder so?

Was macht ihr denn da? - Wir backen.

Freya, ich muss Schluss machen. Bis morgen, tschüss.

Jo, hast du meine Kette gesehen?

Ähm ...

Die mit dem kleinen Jade-Buddha, die du mir geschenkt hast.

Nee, Spatz, aber ... Weißt du, wann du sie zuletzt getragen hast?

Gestern.

Ich hab sie im Bad in die Schmuckschatulle getan.

Und jetzt ist sie nicht mehr da. Mhm.

Wahrscheinlich hat sie Elisabetta.

* Tabea rührt etwas. *

(zu Tabea) Geh dir mal die Hände waschen.

* Tür fällt ins Schloss. *

Jasmin.

Hey. Sie ist mein Glücksbringer.

Ich hab übermorgen doch das Casting.

Das ist ein schlechtes Zeichen, Jo.

Mh-mh, es gibt keine schlechten Zeichen.

Die taucht wieder auf.

* lautlos *

* ruhige Musik *

* leises Seufzen *

Du musst aufstehen, Mama.

Es ist Zeit.

* Sie erschrickt. *

* leise, triste Musik *

* getragene Musik *

Das Urteil ist zum Kotzen. Ein Schlag in die Fresse. Sonst nichts.

Kann ja sein, aber juristisch ist dagegen nichts einzuwenden.

Menken hat gestanden. Bei unserer Vernehmung.

(Frau) Er hat sexuellen Missbrauch zugegeben.

(Mann) Er hat Rotz und Wasser geheult. Ihr wart dabei.

Und dann hat er alles widerrufen.

Angeblich hätten wir Druck auf ihn ausgeübt. Was 'n Scheiß!

(Frau) Das hab ich nicht gemeint, Yanik.

Ich hab lediglich festgestellt, dass er widerrufen hat.

Das darf er - egal, wie wir's finden.

Ich mache diesen Scheißjob seit 40 Jahren.

Ich weiß genau, ob jemand schuldig ist. Ich bin doch kein Idiot.

(Frau) Wir hatten keine Beweise.

Wir haben die Leiche von Sandra nie gefunden.

(Frau) Der ist müde, hat keinen Bock mehr.

Das kann ihm keiner verdenken.

* Sie stöhnt. *

Und? Wie war's beim Arzt? Alles gut?

Alles gut.

Was halten Sie von dieser Pohl-Geschichte?

Keine Drogen, kaum Alkohol - er müsste bemerkt haben,

dass seine Freundin verletzt war.

Bleibt nur die Frage, warum er keinen Notruf angerufen hat.

Freya.

Sie waren bei den Vernehmungen mit Menken dabei.

Glauben Sie, dass er es war? Ja.

Wird Zeit, dass ich aufhöre.

Ich werd bitter.

* Ein Mädchen lacht. *

(Mädchen 1) Hast du ihn angerufen? - (Mädchen 2) Nein.

* sentimentale Musik *

Guten Abend, Frau Becker. 'n Abend.

Ich sage Ihrem Bruder, dass Sie da sind.

Gazpacho und dann den Seebarsch vielleicht, etwas Spinat dazu?

Ja, wenn du meinst. Okay.

Hi. Was ist das?

Die Reitstiefel, die sich Tabea gewünscht hat.

Jo, du weißt doch, dass ich das nicht mag.

Ich kann Tabea selber etwas schenken.

Kannst du trotzdem. Zwei Geschenke sind doch viel besser.

Sei nicht immer so streng, Freya.

Danke.

Bitte einmal Gazpacho vorweg und danach den Seebarsch.

Sehr gerne. Danke.

Geht's dir gut? Du siehst müde aus.

Die haben diesen Menken freigesprochen.

Aber das hast du bestimmt schon gelesen.

Ja, hab ich.

Ich halt das immer weniger aus.

Du solltest den Job aufgeben. Das tut dir nicht gut.

Egal.

Wie geht's zu Hause? Was macht Jasmin?

Jasmin hat morgen 'n Casting. Sie ist etwas durch den Wind.

Und Tabea?

Tabea ist Tabea, kennst sie ja: unverwüstlich wie immer.

Auch nicht durch die Launen der Mama. Ganz der Papa.

Ein kleiner Gruß aus der Küche. Danke schön.

Guten Appetit. Danke.

Mmh.

Ich muss jetzt auch weiter. Wir sehen uns am Samstag, ja?

Gut. Okay. Lass es dir schmecken.

Bis dann. Ciao.

* Die Katze maunzt. *

* bedrückende Musik *

(Menken) "Wir haben ihr Sekt gegeben. Sie war aufgekratzt."

"Dann sind wir mit ihr ins Hinterzimmer."

(Vernehmer) "Wer ist wir?"

(Menken) "Der Rudi Dörner, Ingo Lachner und die Moni."

(Vernehmer) "Die Wirtin, Monika Schupp?"

(Menken) "Ja." - (Vernehmer) "Weiter."

(Menken) "Wir sagten Sandra, sie soll sich hinlegen

und wir spielen, dass sie die Augen nicht aufmachen darf."

(Vernehmer) "Und dann?"

(Menken) "Ich hab ihr die Strumpfhose ausgezogen und den Rock so hoch."

"Die Moni hat sie festgehalten."

"Der Ingo war der Erste. Es ging eh schnell."

* düstere Musik *

(Jasmin liest) "Du hast mir nie erzählt, was damals passiert ist."

* Sie wiederholt leise. *

Nein, jetzt lässt du mich mal reden.

Du hast mir nie erzählt, was damals wirklich passiert ist.

Du hast einfach weitergemacht so, all die Jahre.

Du hast einfach weitergemacht so, all die Jahre,

als wär nie was gewesen.

Wir haben Weihnachten gefeiert zusammen, unsere Geburtstage.

Wir sind in Ferien gefahren.

Wir haben gearbeitet, sind zusammen ins Bett gegangen

und immer warst du höflich und freundlich.

Aber nie warst du wirklich da.

Ich war immer da, du hast es nur nicht bemerkt.

Das war mein Probetext. Mhm.

Ich weiß, ich weiß.

Hey, links oder rechts?

Ähm.

Rechts. * Er macht alberne Geräusche. *

Links.

Oh, Jo! Jo, wo hast du sie gefunden?

Äh, im Auto unterm Beifahrersitz. * Sie seufzt glücklich. *

Ich bin so froh.

Danke.

Ich liebe dich.

Anne, hier ist Freya.

Tut mir leid, ich kann nicht kommen.

Es geht leider nicht. Ich hab wieder meine Migräne.

Ich hab Kirsten schon angerufen, sie ist um neun da.

Ich meld mich dann noch mal.

Bis später. * Miauen *

* Schnurren *

* spannende Musik *

(Kassierer) Tag. Zwei Euro, bitte.

Danke schön.

* spannende Musik *

* Sie startet den Motor. *

* Reifenquietschen, Hupen *

* unheilvolle Musik *

* spannende Klänge *

* Ein Motor wird gestartet. *

* düstere Musik *

* Handbremse wird angezogen. *

* Hundegebell *

Na, du?

Otto!

(Menken) Ja, Otto! Gib her!

Komm, gib her! Otto! Otto, aus!

* Otto knurrt. *

* aggressives Bellen *

Sehen Sie nicht, dass Sie den Hund aufregen?

Sag mal, bist du schwerhörig, Mutti? Hau ab hier!

So 'ne blöde Kuh. Na, komm her, Otto, komm.

* Partymusik, Kindergeschrei *

* Musik stoppt. *

Ah! Das ist nicht fair!

Boah, Tabea, was ist nicht fair?

Das ist mein Geburtstag.

Ich weiß, Maus, aber ist doch nicht schlimm.

Manchmal verliert man sogar am Geburtstag.

Ist doch nicht schlimm, oder? Komm, du kannst meinen Stuhl.

Vielen Dank, Amelie, danke schön.

Ne? Geht doch. Geht's weiter?

(Kind) Ja!

* Partymusik setzt wieder ein. *

Hallo.

Hallo. Na? Hast du das gesehen?

Tabea ist ein verwöhntes Blag. * Er stoppt die Musik. *

Von wem hat sie das wohl? Du bist raus, genau!

Geschenke kannst du auf den Gabentisch tun.

Getränke gibt's da drüben. Bringst du mir ein Bier mit?

Ja. Danke. Weiter geht's.

* Musik setzt wieder ein. *

Darf ich Ihnen ein Glas Champagner anbieten?

Danke schön. Gerne.

Ah! Komm.

Freya. Hallo.

Schön, dass du gekommen bist. Ja, ich freu mich auch.

Das ist Freya, Jos Schwester. Sie ist Tabeas Patentante.

Willy Scheer, ein Kollege von Jo.

Guten Tag. Freut mich sehr.

Ihr Bruder hat mir schon viel von Ihnen erzählt.

Tatsächlich?

Da gibt's gar nicht so viel zu erzählen.

(Willy) Das klang aber nicht so.

Ich wollte eigentlich grad ein Bier holen für Jo.

Ich komm mit. Bis später.

Der wollte mit dir flirten. Hast du das gesehen?

Unsinn.

Und du, wie geht's dir? Großartig.

Ich war bei einem Casting letzte Woche.

Die wollen mich wiedersehen.

Aber für 'ne andere Rolle, viel besser als die erste.

Ah, wie schön. Ja!

Der Regisseur sagte, das Hinken würde mir ein Geheimnis geben.

Ach, das wird schon. Mhm.

(Frau) Hey, Jasmin. - Hey!

Ich, ich muss da kurz hin.

(Jasmin) Hey!

Danke.

Freya, du erinnerst dich an Dani Richter?

Ja, natürlich. Hallo, wie geht's Ihnen?

Danke, gut.

Wollen wir mal eben kurz die Mutter anrufen? Die wartet sicher drauf.

Alles klar. Bis gleich.

Ich wusste nicht, dass du noch Kontakt hast zu dieser Frau.

Dani?

Sie ist zurück nach Berlin und ich hab sie eingeladen. Wieso?

Das hättest du mir sagen sollen.

Warum?

Weil es furchtbar ist, sie zu sehen.

Was soll das? Sie hat mit der Geschichte nichts zu tun.

Es kommt alles wieder hoch.

Es ist alles wieder da, wenn ich sie sehe.

Freya, es ist jetzt elf Jahre her.

Elf Jahre.

Irgendwann ist auch mal gut. Kriegst du das in deinen Kopf?

Mama, ja, da ist der Jo. Genau.

Die Freya steht grad neben mir.

Die will gern mal mit dir sprechen.

Ja, ich reich dich weiter.

Hallo, Mama. Na, wie geht's dir?

Und was sagt der Doktor Haller?

Aber ich dachte, du hast jetzt jemanden, der dir hilft.

* Sie seufzt. *

Mhm.

Ich geb dir den Jo noch mal, der will dir noch was sagen.

Also, Mama.

Mama.

Ja. Du, so, wie wir's besprochen haben.

Du kommst einfach erst mal hierher.

* Kindergeschrei *

Darf ich Ihnen noch ein Glas Champagner bringen?

Das ist sehr nett, aber ich muss noch fahren.

Aber doch nicht gleich, oder?

Doch, ich wollte eigentlich gerade los.

Ach, kommen Sie. So ein schönes Fest.

Ich würde Sie wirklich gerne kennenlernen.

Ich fürchte, das wird nicht gehen.

Es tut mir leid.

Na, du?

* zarte Klänge *

Ich gehör nicht mehr dazu.

* Schnurren *

* bedrohliche Klänge *

"Hi, hier ist Marie. Ich bin nicht zu Hause,

freu mich aber über alle guten Nachrichten nach dem Piep."

* Piepton * Hallo, Marie.

Hier ist deine Mutter.

Ich wollt nur mal wieder deine Stimme hören.

* melancholische Klaviermusik *

(Yanik) Wussten Sie, dass Ihre Freundin schwanger war?

* Tippgeräusche *

(Yanik) Wir haben Ihre Schwester vernommen.

Sie hat uns gesagt, dass Sie davon wussten.

Sie wussten, dass sie schwanger ist,

aber nicht, ob das Kind von Ihnen ist.

Sie haben sie schon mal geschlagen, vor vier Wochen.

Sie haben ihr in den Bauch getreten,

damit, laut Aussage ihrer Schwester, "dieses Balg weggeht". War das so?

War's so?

* Tippgeräusche *

Ich hab's nicht mehr ertragen.

Herr Pohl, wollen Sie 'n Geständnis machen?

(Yanik) Gut.

Kurze Pause.

* Die Tür wird geöffnet und geschlossen.*

* Hundebellen *

(Menken) Ruhig, Otto. Otto!

Otto! * Otto bellt weiter. *

(Menken) Alles klar?

Oh, Süße!

(Frau) Lass mich in Ruhe. Ich will nicht. Es ist vorbei.

* Sie diskutieren leise. *

(Menken) Spinnt ihr? - Komm, lass uns ein Bier trinken.

(Menken) Misch du dich doch nicht ein!

Hey, wenn du jetzt gehst ... Ich mach dich fertig!

Das schwör ich dir!

(Mann) Hey, ich sag das nicht noch mal.

(Frau) Klaus!

* Otto bellt. *

(Menken) Er lässt dich hochgehen! Du blöde Fotze!

* melancholische Musik *

* spannende Klänge *

* düstere Klaviermusik *

* Otto bellt. *

* leises Stimmengewirr *

* Martinshorn *

* langsame Hip-Hop-Musik *

Schön, dass du dich mal wieder blicken lässt.

Ja, das find ich auch.

Wein, wie immer? Mhm.

Und, wie geht's?

Ganz gut. Und dir? Was macht Sami?

Ah, dem geht's gut.

Guck mal.

Das war 'n Kindergeburtstag mit 'nem Auftritt von 'nem Dino.

Alle anderen Kinder haben geheult, voll traumatisiert.

Nur Sam hat ihn angeschaut und gesagt: "Hallo, Dino."

Du musst mal wieder vorbeikommen.

Ja, das mach ich.

Ist hier noch frei?

Ja, sieht so aus.

Einen Whiskey.

Also, ich freu mich immer, wenn hier mal 'ne echte Lady reinkommt,

mit einem schönen Gesicht und stolzem Gang.

Na, Damir, was wird das? 'ne Liebeserklärung?

Ja, warum nicht?

Menken war Sandras Stiefvater.

Sie war geistig behindert und er hat viel Zeit mit ihr verbracht.

Sie hat ihn abgöttisch geliebt, hat alles für ihn getan.

Und irgendwann hat er sie mitgenommen in seine Kneipe

und sie mit seinen Freunden vergewaltigt.

Seitdem ist sie verschwunden.

Ich saß im Verhörraum dabei.

Ich hab ihn gerochen, seinen Angstschweiß,

ich hab seine Augen gesehen. Ich weiß, dass er schuldig ist.

Ich hab dir gesagt, dass ich so etwas nicht mehr mache.

Du hast es mir beigebracht, Damir.

Du hast mir beigebracht, dass manchmal andere Gesetze gelten.

Ja, aber da ging es um Marie.

Es geht immer um Marie.

* Er seufzt. *

Ich melde mich.

* melancholische Musik *

(lachend) Oh, wow!

* Telefon *

Wow.

(Frau ins Telefon) Escortservice Dani Richter?

Oha, sieht toll aus.

Die Bilder sind auch auf der Internetseite.

Willst 'nen Kaffee? Wasser, danke.

(Frau) Sie können das Restaurant und Hotel selbst auswählen.

Aber wir machen auch Vorschläge, wenn Ihnen das lieber ist.

Genau. 800 Euro für vier Stunden plus 50 Euro Taxi.

Echt schön.

Wenn Ihnen die Dame nicht gefällt, bezahlen Sie nur das Taxi.

Gerne, okay. Auf Wiederhören.

Asta, das ist Jo.

Ein alter Freund und mein Geschäftspartner,

und Besitzer vom berühmten "Jozo". Berühmt, ne?

Asta: Jo, freut mich sehr. Freut mich auch.

Asta ist Webdesignerin und hatte die Kampagnenidee.

Cool, ist klasse geworden. Kompliment.

Danke. Scheint auch zu funktionieren. * Telefon *

Komm, ich zeig dir mal die Website.

(Asta ins Telefon) Escortservice Dani Richter?

(Asta) Rebecca, gern. Einen Moment.

So, wenn du hier anklickst ...

Das ist Paulina, unser Neuzugang.

Mhm. Ich glaub, ich bin vorhin an ihr vorbeigelaufen.

Kann das sein? Ja, stimmt, die war kurz hier.

Gefällt sie dir? Erinnert mich an Marie.

Findest du?

Ich weiß nicht, vielleicht - vielleicht war es nur der Gang.

Was ich noch sagen wollte, hör zu:

Dass Freya letztens so unfreundlich zu dir war, das tut mir leid.

Ach, ich werd's überleben.

Ich dachte, sie ist drüber weg.

Das wird sie niemals sein, Jo, das weißt du.

* Sie klopft. *

Wir sammeln für Großkopfs Abschiedsgeschenk.

Wellnesswochenende in Heiligendamm.

Wirklich? In Heiligendamm?

Mhm, das ist sein Traum, seit Jahren schon.

Hat er mal Yanik gestanden, als sie saufen waren.

Apropos saufen: Kennst du die neueste Geschichte vom zukünftigen Chef?

Der hat mal 'nen Chef der Devils vernommen,

und der war wohl ziemlich renitent.

Und da hat Silowski mitten in der Vernehmung die Waffe gezogen,

ihm ans Gemächt gehalten und gesagt:

"Wenn du noch ein Mal lügst, gibt's gleich Rührei."

(lacht) Rührei! Ist das nicht irre?

Das muss man sich mal vorstellen: Die Waffe war entsichert und geladen.

Ja, und angeblich war Silowski total besoffen

und deshalb haben sie ihn nach Frankfurt Oder versetzt.

Ich freu mich auf den. Kommt mal wieder Wind in die Bude.

(Radiosprecher) "Ladies and gentlemen, welcome to Violence."

* Heavy-Metal-Musik *

* Otto bellt. *

* bedrohliche Klänge *

* Er schnauft. *

* Otto fiept. *

Otto, was ist denn los mit dir, he?

* Otto bellt. *

Was ist denn los, Otto? Otto!

* lauter Pfiff *

Otto!

* entferntes Bellen *

* Bellen kommt näher. *

Otto!

* Otto bellt, Rascheln im Gebüsch * Kommst du her!

Du sollst nicht einfach so abhauen.

Hast du verstanden? Hast du das verstanden?

* Rascheln *

* Otto fiept. * Was ist denn?

Ruhig jetzt, Otto!

* Pistole klickt. *

* Otto knurrt. *

* Schuss *

* Er bellt und winselt. *

* dramatische Musik *

* spannende Musik *

* dramatische Geigenmusik *

* leise, düstere Musik *

* Sie atmet schwer. *

* Er schnauft. *

* Aufprall *

* Er schnauft. *

* Ampelfreigabesignal *

* Es klopft. * (Yanik) Morgen, Freya.

Guten Morgen. Bericht aus Potsdam.

Die haben gestern angerufen.

Es wurde ein verlassener Wagen gemeldet.

Die Fahrertür waren offen,

hinten im Kofferraum kläffte 'n Hund,

Blutspuren am und im Wagen, vom Fahrer keine Spur.

Jetzt rate mal, auf wen der Wagen gemeldet ist.

Thilo Menken.

Das ist nicht dein Ernst.

Man sieht sich immer zweimal.

* Grölen, Gläserklirren *

Also, ich bin nicht gut im Redehalten.

In den letzten Wochen, da hab ich die Tage gezählt,

bis ich endlich aufhören kann mit dem Quatsch hier.

Das könnt ihr mir glauben.

Sich jeden Tag anhören, warum jemand jemand anderen quält,

misshandelt, zu Tode trampelt, entführt, umbringt.

Warum man Kinder verhungern lässt,

die man selber in die Welt gesetzt hat.

Kleine Mädchen missbraucht und dann verschwinden lässt,

als hätte es sie gar nicht gegeben.

Und die anderen lässt man laufen aus Beweismangel.

Aber jetzt

wo ich hier wirklich gehen muss, da ist alles wieder da,

was ich an diesem Scheißjob so liebe:

Das brutale Chaos am Anfang und dann die erste Spur

und etwas wie eine Ahnung, die dann immer konkreter wird.

Ja, und dann zum Schluss, da fügt man dann

das letzte kleine, noch fehlende Stückchen in das Puzzle ein,

und für einen Moment herrscht wieder Ordnung.

Und vielleicht auch so etwas

wie Gerechtigkeit.

Auf euch! Auf euch!

Und, und: Ihr seid die Besten!

Und ich danke euch aus tiefstem Herzen für die Zeit mit euch.

Danke. - (alle) Auf dich, Chef!

Danke. - (Mann) Zum Wohl!

Danke.

Danke.

Das ist jetzt schon bitter für den, oder?

Dass er den Fall Menken an Silowski abtreten muss,

nach all der Zeit, die wir darauf verwendet haben?

In drei Wochen hat er das wieder vergessen.

Der will sich 'nen Hund kaufen, meinte er.

Apropos Hund: noch 'ne Geschichte von Silowski:

Der hat doch in Frankfurt Oder so 'ne Art Bürgerwehr geduldet,

weil die da komplett überfordert waren, die Kollegen.

Und da hat er sich natürlich jede Menge Feinde gemacht.

Und eines Nachts, mitten im Winter,

haben sie ihn komplett zusammengeschlagen, richtig übel.

Und da lag er dann ein paar Stunden. Es hat geschneit.

Man hat nichts mehr von ihm gesehen - einfach weg, weiß, vorbei.

Und jetzt kommt's:

Jetzt kommt's.

Dann kam 'n Mann mit Hund vorbei

und der Hund hat auf den Schneehaufen-Silowski gepinkelt.

* Gelächter *

Und so hat er überlebt.

Du bist ja schon verknallt in den.

Und du bist ja schon richtig eifersüchtig auf den.

(Mann) Mensch, bleib doch mal locker, Yanik.

* Stimmengewirr *

Na, Freya?

Wollten Sie sich wieder mal davonstehlen?

Ich bin ganz schlecht in Abschieden.

Sie werden mir fehlen.

Ich wollte Ihnen das schon die ganze Zeit sagen.

War nie der richtige Moment.

Ich weiß, Sie hoffen immer noch, dass Marie zurückkommt.

Das müssen Sie vergessen.

Zu lange her.

Lassen Sie sie los.

Warum sagen Sie mir das?

Weil wir uns wahrscheinlich nicht mehr sehen werden.

Machen Sie's gut.

Ja, Sie auch.

* Sie schluchzt. *

* schwermütige Musik *

"Hi, hier ist Marie. Ich bin nicht zu Hause,

freu mich aber über alle guten Nachrichten nach dem Piep."

* Piepton *

"Hallo, Marie, hier ist deine Mutter."

"Wollt nur mal wieder deine Stimme hören."

* angespannte Musik *

* aufwühlende Musik *

* Sie schließt die Tür ab. *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2018

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