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Na endlich.
Ja, dann kann's ja losgehen.
Nee, wir gehen hinten rein.
Na los.
Die sollen uns mal kennenlernen.
Ausräuchern, die roten Nester.
Hier lang.
Was ist, Strelow?
Drecksschweine.
Hey!
Nichts gesehen, nichts gehört.
Das ist befremdlich.
Merkwürdig.
Untypisch.
Gut, dann müssen wir wohl oder übel auf Kommissar Rath verzichten.
Würden Sie dann bitte die Erkenntnisse
im Fall Dr. Forster zusammenfassen, Fräulein Charlotte?
Sind das hier die Unterlagen, die bei ihm sichergestellt wurden?
Ja. Mhm.
Bitte.
Gestern um 12:15 Uhr riefen die Kollegen vom Abschnitt 5 an.
Vorher wollte ein anonymer Anrufer Dr. Forster dabei beobachtet haben,
wie dieser fluchtartig den Tatort verließ.
Sie gingen dem Hinweis nach und meldeten mir daraufhin
einen Todesfall am Kurfürstendamm Nummer 201.
Dort unterhält Dr. Edmund Forster
eine Praxis für Psychiatrie und Neurologie.
Forsters Sprechstundenhilfe, Fräulein Sibylle Nachtwey,
lag tot im privaten Teil der Praxis.
Äußere Gewaltanwendung mit Todesfolge.
Hier fehlt eine Seite,
der 30. Januar.
Merkwürdig.
Der Tag des Mordes.
Geben Sie das mal bitte rum.
Die Sache sieht ziemlich eindeutig aus.
Junges Ding, nur leicht bekleidet im Bett.
Der Doktor verlässt kopflos den Ort des Geschehens.
Wir haben keine Spuren gefunden,
die auf Dr. Forster direkt am Tatort hinweisen.
Gestern Abend waren Rath und ich beim Presseball.
Warum?
Privat.
Wir waren privat dort.
Und Dr. Forster war ebenfalls anwesend?
Ja.
Gräf und ich haben ihn einen Augenblick lang gesehen.
Der Abgleich mit dem Fahndungsfoto lässt keinen Zweifel.
Nur einen Moment später war er wieder verschwunden.
Genauso wie Kommissar Rath.
Simsalabim.
- Wir haben alles abgesucht. - Heute nochmal.
Drinnen und draußen. - Oben und unten.
Von Rath keine Spur. - Oder Forster.
Er ist die ganze Nacht nicht aufgetaucht.
Nun gut.
Solange wir nichts von Rath hören,
übernehmen Sie weiterhin die Ermittlungen
im Fall Forster und Nachtwey.
Forsters Wohnhaus wird überwacht
und die Ehefrau ist in die Praxis vorgeladen.
Gut.
Sie beide arbeiten den Kalender gründlich durch.
Termine, Telefonate und so weiter.
Also diese fehlende Seite am Tag des Mordes
scheint ein wichtiger Schlüssel zu sein.
Eine Verabredung mit dem Mörder
scheint mir der Schlüssel zu sein.
Ja, das scheint wirklich so.
Es ist die Sonne, die scheint.
Sie forschen nach, ob sich was Brauchbares finden lässt.
Natürlich. - Danke.
War's das?
Nein.
Nein? Dann bitte.
Am Morgen wurden in der Cheruskerstraße
die Leichen eines SA-Mannes und eines Schutzpolizisten gefunden.
Das ist mir bekannt.
Derartige Fälle geben wir an die Politische weiter.
Auf den ersten Blick sieht es nach einem politischen Fall aus.
Aber es liegt eine erste Auswertung des ID vor.
Demnach ist dieser SA-Mann, Strelow Paul,
mit einem Messer getötet worden.
Unser Kollege, Schutzpolizist Hoffmann, wiederum
wurde stranguliert.
Man kann also von mindestens zwei Tätern ausgehen.
Da die Empörung über seinen Tod auch hier sehr groß ist,
denke ich, dass wir diesen Fall untersuchen sollten.
Da ist was dran.
Veranlassen Sie die Übernahme aus der Politischen, Herr Böhm.
Ist bereits erfolgt.
Ich danke Ihnen.
- Danke. - An die Arbeit.
Fräulein Ritter?
Ich muss was abholen.
- Darf ich bitten? - Ja.
Danke.
Was wollen Sie? - Ich soll mich melden.
Warum? - Ich soll hier anfangen. Im Archiv.
Und wieso sagen Sie das nicht gleich?
Name?
Doris. - Weiter?
Przybyszewski.
Wie heißen Sie?
Przybyszewski.
Ich buchstabiere.
Paula, Richard, Zacharias, Ypsilon, Bernhard, Ypsilon, Samuel,
Zacharias, Emil, Wilhelm, Samuel, Katharina, Ida?
Ja.
War nicht ganz sicher.
Przybylski.
Przybylski.
Paula, Richard, Zacharias, Ypsilon, Bernhard,
Ypsilon, Ludwig, Samuel, Katharina, Ida?
Halt wie man's spricht.
Kommen Sie, Fräulein Przybyszewski.
Hier nehmen wir die Reden auf.
Mitschneiden, nennen wir das.
Gegen die Diktatur.
Hier gibt es eine direkte Verbindung zu den Mikrofonen im Plenarsaal,
auf die nur wir zugreifen können.
Wir dokumentieren und archivieren alle Reden rund um die Uhr.
Auf jede Platte passen 3 Minuten 30 Sekunden.
Bei 3 Minuten 25 Sekunden, jetzt...
muss der zweite Plattenteller aktiviert werden.
Soweit verständlich?
Die erste Platte ist Teil 1, die zweite Teil 2 und so weiter.
Hier arbeiten Sie, Fräulein Przybyszewski.
Doris.
Und so archivieren Sie die Reden.
Auf die Platte kommen Datum und Uhrzeit.
Und daraus ergibt sich die Archivnummer.
Dann fügen Sie die Platte in den Debattenfächer ein...
und verstauen den Fächer... am richtigen Ort.
Hier tragen Sie noch die Uhrzeit ein
und platzieren die Karte in der Kartei.
Klar.
Na dann.
Viel Glück.
Ich danke, Herr Przybylski.
Harry.
Wieso sind sich die Hitlerianer sicher, die Neuwahlen zu gewinnen?
Sie könnten sagen:
"Jetzt, wo wir die Macht haben, geben wir sie nicht zurück."
Nicht bei der aktuellen Sitzverteilung im Reichstag.
Die Mehrheit haben sie, weiß Gott, nicht.
- Erst recht nicht beim Volk. - Ihr Wort in Gottes Ohr.
Ich glaub, da kommt ein höherer Schunk.
Mit herzlichsten Glückwünschen auch vom Gustl, Herr Chefredakteur.
Danke, Franzi.
Oh, Katelbach, bitte. Was soll das denn?
Zum Feiern ist mir gerade nicht zumute.
Wer weiß, wie oft wir noch Gelegenheit haben werden,
beim Gustl die österreichische Sachertorte zu genießen.
Das sind doch mindestens vier Stücke pro Person.
Nicht mindestens.
Exakt vier Stücke pro Person.
Das sind originalgenau zwölf gleichgroße Stücke.
Halt!
Was ist los?
Wenn die linksgerichteten Parteien aufeinander zugehen,
sozusagen als Notverbündete,
wie viel Prozent haben sie dann zusammen?
Die Kommunisten und Sozialdemokraten?
Das geht sich nicht aus. Die sind spinnefeind.
Aber die Mehrheitsverhältnisse
würden es womöglich trotzdem noch hergeben.
Also, bei der letzten Wahl im November,
wie viel Prozent hatte da die NSDAP?
33,1 Prozent.
Also, gut ein Drittel des Kuchens für die Braunen.
Das sind vier Stücke.
Und wie viel hatte die SPD?
20,4.
Das sind mehr als zwei, das sind, sagen wir mal drei Stück.
Und die KPD, wie viel hatten die?
16,9.
- Noch mal zwei Stück. - Zwei Stück.
Das macht zusammen...
37,3.
Oder fünf Stück.
Mehr als die Nazi.
Ja, Katelbach, aber diese beiden Parteien,
respektive Tortenstücke, reden nicht mal miteinander.
Dann müssen wir das eben ändern.
Warum habe ich denn die Stücke zusammengelegt?
Wir müssen dafür sorgen, dass die SPD und KPD zusammengehen.
Eine Einheitsfront der Linken?
Wenn Sie es so nennen wollen. - Unmöglich.
- Aber der Versuch wäre es doch wert. - Ja.
Sie reden mit den Kommunisten
und Sie mit den Sozialdemokraten.
Nein, ich habe ein Blatt zu machen, jeden Tag aufs Neue.
Keine Chance.
Sie machen das, Katelbach.
Aber um den nötigen Druck aufzubauen, schlage ich,
wie gesagt, einen gemeinsamen Appell
der geistigen Elite dieses Landes vor.
Hier, bitte.
Wollen Sie nichts?
Nicht den Naziteller.
Ja, nicht schlecht, aber...
Aber?
Vielleicht noch der Feinschliff.
Deswegen sind wir doch hier.
Mein Mann hatte immer wieder längere Phasen der Nervosität,
der Schlaflosigkeit.
Aber so wie jetzt hatte ich ihn noch nie erlebt.
Da hinten gibt es einen Privatbereich.
Er übernachtete da, wenn es die Arbeit verlangte.
Die junge Frau, die wir im Bett fanden,
- Sibylle Nachtwey... - Ja.
Kannten Sie sich?
Sibylle war die Tochter meiner ältesten Freundin.
Sie war nur mit einem Nachthemd bekleidet.
Warum hat sie hier übernachtet?
Sie verlor ihre Wohnung, Anfang Dezember.
Februar sollte sie umziehen.
Wir haben etwas Entzückendes gefunden in Friedenau.
Sie hatten keine Vorbehalte, dass Ihr Mann und Sibylle Nachtwey
einige Nächte gemeinsam verbrachten?
Hören Sie.
Dieser Anschlag galt meinem Mann, nicht der armen Sibylle.
Wie kommen Sie darauf?
"Es muss uns gelingen, alle Kräfte zusammenzufassen,
die in der Ablehnung des Faschismus einig sind.
Die nächste Gelegenheit dazu ist der 5. März."
Letzte, die letzte Gelegenheit.
Sehr gut.
Und jetzt der Zusatz.
"Wir richten an alle den Appell ..."
Den dringenden Appell.
Den dringenden...
"Den dringenden Appell zu helfen,
dass die SPD mit der KPD in diesem Wahlkampf zusammengeht."
Punkt.
Nein, Ausrufezeichen.
- Stark. - Sehr stark.
Das gehört an alle Litfaßsäulen in der ganzen Stadt.
Das will ich meinen.
Also, wen wollen wir als Unterzeichner?
Je prominenter desto besser.
Das hier hat alles mit seiner Zeit im Lazarett zu tun.
Er hatte Angst vor dieser Zeit, Angst vor seiner Vergangenheit.
Aber er durfte nicht darüber reden, was er erlebt hat.
Und ich darf es auch nicht.
Das Lazarett, in dem Ihr Mann...
Pasewalk, westlich von Stettin.
Aber dort werden Sie nichts mehr finden.
Wo dann?
Die betreffenden Zeilen sind von meinem Mann unterstrichen.
Und als Letzten noch den Zweig.
Stefan oder Arnold?
Arnold. - Stefan.
Arnold. Gut.
Ich kümmere mich um die Zustimmung der Herrschaften.
Zahlen, bitte. - Nein. Bitte. Nein, nein.
Herr Heymann, Sie zahlen doch nicht Ihre eigene Geburtstagstorte.
Na gut, dann mache ich das eben.
Franzi, machst du dem Litten die Rechnung?
Sehr gern, Herr Katelbach.
- Oh! - Was?
Ja, fix Laudon!
Gehen wir besser hinten raus.
Ich schleich mich doch nicht feige raus.
Wenn Sie wollen,
dass unser Appell das Licht der Öffentlichkeit erblickt,
dann folgen Sie uns.
Wir sehen uns morgen.
Sie gehen rechts, wir beide links. - Alles klar.
Bis morgen. - Viel Erfolg.
Aufruf an das deutsche Volk.
Über 14 Jahre sind vergangen seit dem unseligen Tage,
da von inneren und äußeren Versprechungen verblendet,
das deutsche Volk der höchsten Güter unserer Vergangenheit, des Reiches,
seiner Ehre und seiner Freiheit vergab
und dabei alles verlor.
Seit diesen Tagen des Verrates
hat der Allmächtige unserem Volk seinen Segen entzogen.
In tiefster Bekümmernis
sehen Millionen bester deutscher Männer und Frauen
aus allen Lebensständen die Einheit der Nation dahinsinken
und sich auflösen in ein Gewirr politisch-egoistischer Meinungen...
...der Revolution das Bild einer herzzerbrechenden Zerrissenheit.
Die versprochene Gleichheit und Brüderlichkeit erhielten wir nicht,
aber die Freiheit haben wir verloren.
Getreu dem Befehl des Generalfeldmarschalls
wollen wir beginnen.
Möge der allmächtige Gott unsere Arbeit in seine Gnade nehmen,
unseren Willen recht gestalten, unsere Einsicht segnen
und uns mit dem Vertrauen unseres Volkes beglücken.
Nun, deutsches Volk,
gib uns die Zeit von vier Jahren, und dann urteile und richte uns!
Denn wir wollen nicht kämpfen für uns,
sondern für Deutschland!
Ausweis, Uhr, Schmuck ablegen.
Taschen leer.
Ausweis, Schmuck, Uhr ablegen.
Taschen leer?
Was immer Sie tun,
es ist vollkommen illegal.
Und man wird Sie dafür zur Rechenschaft ziehen.
- Ach ja? - Oh ja.
Guck mal nach.
"Dringender Appell", so, so.
Ab in den Dunkelarrest.
Heymann? O Gott!
Das ist ja eine Unverschämtheit.
Hallo?
- Ruhe. Ruhe. - Wo ist denn die Nachtwache?
Moment.
Ach.
Herr Kriminalrat, entschuldigen Sie die Störung.
Ich wollte Sie sprechen, bevor die anderen kommen.
Guten Morgen, Fräulein Charlotte.
Guten Morgen.
Ist Kommissar Rath aufgetaucht?
Bisher noch nicht. Aber es geht um etwas anderes.
Ich möchte mich erst einmal ein wenig präsentabel machen.
- Natürlich. - Und es würde nicht schaden,
wenn ich einen Happen zu mir nehmen könnte,
um das Gedankenkarussell in Schwung zu bringen.
Haben Sie schon gefrühstückt, Fräulein Charlotte,
oder macht man das nicht mehr in Ihrer Generation?
- Selbstverständlich. - Gut.
Dann laufen Sie bitte rasch rüber zu Dobrin und besorgen uns was.
- Ja. - Die wissen, was ich möchte.
- Gut. - Wenn Sie wieder zurück sind,
trage ich eventuell auch wieder etwas auf meinem Hals,
das man als Gesicht bezeichnen könnte.
- Für Kaffee sorge ich. - Ja.
Guten Morgen.
So zeitig?
Und der...
- Ihr... - Nein.
Kommissar Rath ist noch nicht zurück.
Und Sie? Also um diese Zeit?
Pathologie.
Um die Zeit kriegt man immerhin einen Termin.
Ja.
Der Neue ist wohl sehr eigen, hört man.
Mhm.
Haben Sie etwas von Herrn Heymann gehört?
Auch nicht?
Gut, trotzdem vielen Dank, ja? Auf Wiederhören.
Was, zu Hause auch nicht? - Offenbar nicht.
Bei seiner Geliebten auch nicht.
Wann haben Sie sich gestern getrennt?
Nachmittag um vier. Nach dem Mutzbauer.
Heymann ist nach rechts und Litten und ich in die andere Richtung.
Ich rufe Dr. Litten an. - Das ist eine gute Idee.
So, nun schießen Sie mal los.
Dr. Forster hatte gegen Ende des Krieges
einen bekannten Patienten. Einen Prominenten, könnte man sagen.
Na ja, einen sehr prominenten.
Wen?
Oha.
Darf ich?
Bitte schön.
Hitler wurde im Oktober 1918
ins Lazarett in Pasewalk eingeliefert.
Angeblich erblindet bei einem Gasangriff.
In seinem Buch
nennt er die Zeit im Lazarett "ein dunkles Zwischenspiel".
Die Heilung von der Erblindung
beschreibt er als "Kraftakt seines eigenen stählernen Willens,
um in dieser dunkelsten Stunde des deutschen Reiches
für ein neues Ziel zu leben."
Der letzte Satz: "Ich aber beschloss Politiker zu werden."
Ja, ist mir bekannt.
Kann keine Zeitung mehr aufschlagen, ohne diese Geschichte zu lesen.
Hitler erwähnt Dr. Forster mit keiner einzigen Silbe.
Wundert Sie das?
Nein, denn...
wissen Sie, was Dr. Forsters Fachgebiet dort war?
Helfen Sie mir auf die Sprünge.
In Pasewalk leitete Dr. Forster das Lazarett
für Kriegszitterer und Schüttelneurotiker.
Gibt es darüber Unterlagen?
Alle Unterlagen zu den Lazaretten
liegen im Zentralen Heeresarchiv in Karlshorst.
Vermutlich auch die von Adolf Hitler.
Aber um die einzusehen,
bräuchte ich ein offizielles Schreiben von Ihnen.
Der politische Zusammenhang liegt ja nun auf der Hand.
Es wäre dann ein Fall für die Politische.
Herr Kriminalrat, Kommissar Raths Verschwinden
steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem von Dr. Forster.
Bekommt Regierungsrat Wendt den Fall in die Hände,
glaube ich nicht an eine unparteiische Lösung.
Davon müssen Sie mich nicht überzeugen.
Versuchen Sie Ihr Glück.
Danke.
Jetzt wollen wir mal hören, was der Neue zu sagen hat.
Nun gut,
kommen wir gleich zum Wesentlichen.
Die politische Lage verlangt unverzügliche Aktionen.
Im Sinne unserer neuen Regierung
werde ich die neuen politischen Denkweisen ohne Zögern durchsetzen.
Das System der demokratischen Irrwege liegt hinter uns.
Auch hier!
Auch hier.
Ich werde meine ganze Kraft einsetzen,
dass Ruhe und Ordnung in dieser Stadt herrschen.
Dafür werden wir mit dem heutigen Tage
5000 neue nationale Kräfte in Dienst stellen.
Und mit diesen Männern werden wir der Bevölkerung
unserer Reichshauptstadt ein leuchtendes Vorbild sein!
Furcht vor niemandem,
als vor Gott.
Heil Hitler!
Heil Hitler!
Jetzt zur Umsetzung.
- Das Personal wird aufgeteilt... - Wo ist denn Gräf?
Keine Ahnung. - ...und ausgestattet.
Herr Gräf. - Guten Morgen.
Haben Sie einen Termin? - Nein, aber ich habe eine Frage.
Bitte.
Ich habe das Gutachten von Dr. Forster nicht bekommen.
Er ist derzeit nicht auffindbar.
Herr Dr. Forster ist verschwunden, ja, das ist uns bekannt.
Könnten Sie Dr. Hirschfeld wohl fragen,
ob man das auch ohne Gutachten...
Also...
ob es auch ohne Gutachten geht?
Wenn sich die Lage hier nicht schnell ändert,
wird Dr. Hirschfeld nicht zurückkommen.
Und das hier alles?
Dann müssten wir alle zu ihm nach Zürich.
Entschuldigung, das Vermisstendezernat?
Da lang. - Danke.
Und in Bewegung bleiben. Los!
Der Nächste! Auch die anderen Ständer benutzen.
Der Nächste!
Waffe greifen und weiter!
Entschuldigen Sie, geben Sie alle Vermisstenanzeigen auf hier?
Ja.
Hier das Archiv Karlshorst, Grundmann am Apparat.
Kriminalkommissarin Ritter, Polizeipräsidium.
Sie rufen wegen einer Patientenakte an?
- Ja, das ist korrekt. - Bei uns, ja?
Das habe ich doch gerade schon alles gesagt.
- Moment mal, warten Sie. - Ja, ich warte.
Sturmführer Döbrich,
zur Unterstützung der Abteilung Mord.
Wo ist der ranghöchste Mitarbeiter?
Herr Kriminalrat möchte nicht gestört werden.
Hey, Moment mal.
Heil Hitler.
Sturmführer Döbrich, melde mich zum Dienst.
Möchten Sie ein Stück Torte?
Nein, danke.
Nehmen Sie Platz, Herr Döbrich.
Stehe lieber, Herr Kommissar.
Kriminalrat.
Wie kann ich helfen?
Aha. Das habe ich mir schon gedacht.
- Fräulein, hören Sie? - Ja.
Einsicht in Patientenakten ist bei uns nicht mehr möglich.
Wiederhören.
Das ist nicht so schlimm.
Wenn's jetzt nicht klappt, klappt's ein andermal.
Ja? - Fred.
Da kommt ja noch ein ganz kesses Pärchen.
Dir kann nichts passieren.
Ausweise, wenn ich bitten dürfte.
Die Herren Künstler.
Ist in Ordnung.
Na, da sind wir gespannt drauf, hm?
Gräf, Reinhold.
Geboren 1.10.99. - Moment, bitte.
Hier.
Dieses Dokument sollten Sie kennen?
Mhm. Kennen wir.
Transvestitenschein vom Hirschfeld.
Dieses Attest erlaubt ihm das Tragen eines Kleides.
Mhm.
Geboren in Dommersleben, Anhalt.
- Wohnhaft, wo? - Torfstraße 9.
Wedding?
Kommunist ist er auch noch.
Schwule Tante reicht wohl nicht.
Sie dürfen von Rechts wegen nicht gegen mich vorgehen.
Das ist kein Erregen öffentlichen Ärgernisses.
Ich darf Kleid tragen.
Noch... darfst du.
Noch.
So, und jetzt ab zum anderen Ufer mit euch,
ihr zwei warmen Brüder.
Da seid ihr ja!
Die Polizei steht vor der Tür.
- Immer noch? - Ja, leider.
Entschuldigt, aber es gibt ein kleines Problem.
Was? - Was?
Mary.
- Nein. - Erkältet?
- Schlimmer. - Tot?
Weniger schlimm. Abgehauen nach Paris.
Gerade eben.
Wir brauchen Ersatz, sofort.
Kennt ihr jemanden?
Vielleicht.
Lass mich telefonieren.
- Ja, bitte? - Fred hier.
Wann sucht ihr euch ein anderes Lokal?
Wieso?
Du und deine Laffen macht hier alles kaputt.
Beruhige dich, Fred.
Wie du siehst, komme ich gerne hierher.
Glaubst du wirklich, Hitler lässt dir das durchgehen?
Der frisst mir aus der Hand.
- Ach ja? - Ja.
Weil ich die Drecksarbeit mache für ihn.
Aber Schwamm drüber, heute wird gefeiert!
Fräulein? - Frau.
Verzeihung. Kompliment.
Sie sehen fantastisch aus.
Was möchten Sie trinken?
Das da.
Ich hab Ersatz für Mary gefunden.
Reinhold, lass uns nach hinten gehen.
Die Luft wird plötzlich so braun.
Braune Luft? Moment, was soll das?
Statt der Gemeinsamkeiten immer das Spaltende betonen, ja?
Wo bleibt dein Sinn für Humor? Jacoby!
Dein neuer Kanzler, der verdirbt mir den Spaß.
Komm, setzt euch einen Moment!
Bitte.
Wir probieren doch nur, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.
Machen wir eben unsere Fehler, ja, aber das Leben geht doch weiter.
Tut es das?
Sieh's doch mal so,
habe ich mir die letzten 15 Jahre die Laune verderben lassen,
weil du und dein sozialdemokratisches Pack
eure verlogene Politik betrieben habt?
Ihr habt die Arbeiter und Mittellosen schon längst verloren.
Habe ich gejammert: "Oh nein, diese Sozis!
So gemein, die und ihre Journaille,
das Land regiert von Juden,
Salonkommunisten und Vaterlandsverrätern."
Hast du mich je so gehört? Niemals!
Ich bin hier hergekommen, in die Mikado Bar.
Und hab gefeiert, mit euch.
Mit dem ganzen schwulen Pack von Berlin.
- Charlotte. - Fred.
Was ist denn los?
Wir hatten einen Notfall und bräuchten deine Hilfe.
- Ah. - Reinhold erklärt's dir. Komm.
...das lila Lied!
Reinhold. Ich weiß überhaupt nicht, was ich machen muss.
Na, tanzen. Kennst du das Lied?
- Bin ja nicht das erste Mal hier. - - Na, dann los.
- Ich sag dich an? - Mhm, gut.
Meine Damen und Herren,
liebes Nachtvolk,
bitte begrüßt mit mir,
erstmals auf einer Bühne in Berlin:
Carlo Cavaliere!
Er macht das zum ersten Mal.
Also...
Nachsicht.
♪ Was will man nur?
♪ Ist das Kultur, dass jeder Mensch verpönt ist?
♪ Der klug und gut, jedoch mit Blut von eigner Art durchströmt ist
♪ Dass grade die Kategorie
♪ Vor dem Gesetz verbannt ist
♪ Die im Gefühl bei Lust und Spiel
♪ Und in der Art verwandt ist?
♪ Und dennoch sind die meisten stolz
♪ Dass sie von anderm Holz
♪ Wir sind nun einmal anders als die andern
♪ Die nur im Gleichschritt der Moral geliebt
♪ Neugierig erst durch tausend Wunder wandern
♪ Und für die's doch nur das Banale gibt
♪ Wir aber wissen nicht, wie das Gefühl ist
♪ Denn wir sind alle andrer Welten Kind
♪ Wir lieben nur die lila Nacht, die schwül ist
Edgar.
Was gibt es?
Can't find what you're looking for?
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