All language subtitles for La vie de Brian Jones_ ARTE

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Original subtitles

Okay, here we go. And now, I'd like to introduce to you the fabulous Rolling

Stone.

I wanna tell you how it's gonna be.

You're gonna give your love to me.

In den frühen 60ern gründet Brian Jones mit seinen Rolling Stones die größte

Rockband der Welt.

Die selbsternannten Rivalen der Beatles schieben Welthits wie Satisfaction,

Painted Black, Lady Jane oder Jumpin' Jack Flash.

Brian Jones erfindet auch einen neuen Helden, den schicken, dekadenten Star

-Musiker, den man nicht zum Schwiegersohn haben möchte.

Ein bei Eltern verhasstes Helden-Epos, weil es skandalös ist und schlecht

endet.

Brian Jones und seine Stones fordern die althergebrachte väterliche Autorität

einer erstarrten britischen Gesellschaft heraus, indem sie ein anderes Bild des

gesellschaftlichen Erfolgs aufzeigen und vor allem eine andere Lebensart.

Viele Leute aus allen Altersgruppen sehen sich die Beatles an, weil die ein

Zeitphänomen sind.

Zu uns kommen die Kids für eine wilde Party.

Doch während die Stones Ruhm erwerben, verliert Brian den Anschluss und

verschwindet allmählich bis zu seinem Tod mit 27 Jahren.

Damit gründet er den traurigen Club der 27.

dem viele weitere Künstler wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Kurt Cobain oder

Amy Winehouse folgen sollten.

Wer war Brian Jones wirklich?

Was hat ihn dazu gebracht, seinen größten Traum aufzugeben?

Wieso hat er sich aus seinem eigenen Leben gelöscht?

Ohne Brian Jones gäbe es die Rolling Stones nicht. Vielleicht irgendeine

andere Band aus Dartford bei London mit Mick und Keith.

Aber die würden nicht The Rolling Stones heißen.

Brian gab der Band ihren Namen.

Er wollte eine Band gründen, die Blues spielt, der damals nicht kommerziell

war.

Blues war sehr obskur und nur wenige wussten, was damit anzufangen war.

Er suchte jedes einzelne Mitglied seiner Band selbst aus.

Er entschied, welche Stilrichtung wir spielen.

Er schrieb den Veranstaltern und Agenten in den Clubs und Pubs, um dort auftreten

zu dürfen.

Er verhandelte die Gagen und behielt meist den Großteil für sich.

Das Ganze war allein sein Ding. Er war der Liebling der Mädchen.

Er bekam damals all die Fanpost und alles Lob ab.

Er sah am besten von uns allen aus.

Brian war die Rolling Stones.

Das war seine Band.

Brian Jones kommt am 28.

Februar 1942 in Shertonham zur Welt.

Sein Vater Louis Jones ist Flugzeugingenieur.

Seine Mutter Luisa, Klavierlehrerin.

Wir sind meilenweit entfernt vom Arbeiterproletariat, dem Keith Richards,

Charlie Watts und Bill Wyman entstammen, die mit Mick Jagger und Brian Jones die

Rolling Stones bilden sollten.

Brian wächst in einem England auf, das sich allmählich von den Verwüstungen des

Zweiten Weltkriegs erholt.

Die Jugendlichen drücken immer deutlicher ihr Bedürfnis nach einem

Bruch mit ihren Eltern aus.

Sie entwickeln modische und musikalische Vorlieben, die dem Wunsch entstammen,

ihrem Körper eine neue Freiheit zu gewähren und ihrem Leben einen anderen

Sinn zu geben.

Seine Familie war spießig und verklemmt, auf typisch britische Art.

Zum Beispiel starb Brians jüngere Schwester jung an Krebs.

Seine Familie verlor darüber kein Wort.

Die Briten nennen das Stiff Upper Lip, mit steifer Oberlippe. Man redet nicht

über seine Probleme.

Brians Verhältnis zu seinen Eltern, vor allem zu seinem tyrannischen Vater,

hatte großen Einfluss auf sein Leben.

In der Welt von Brians Vater bedeutet ein rechtschaffenes Leben gute

Schulbildung, Universität, Arbeit, Haus, Familie.

Brian aber ging andere Wege.

Ich glaube nicht, dass Brians Eltern wirklich schlecht waren, im Sinne von

nicht gut oder hartherzig.

Sie wussten einfach nur nicht, wie sie mit einem Jungen wie Brian umgehen

sollten.

Eigentlich ein brillanter Schüler, vernachlässigt Brian den Unterricht für

den Jazz, was seinen Vater nur noch mehr enttäuscht.

In Coffee Bars verführt er zahlreiche Mädchen.

Zwei werden schwanger, darunter eine 14-Jährige.

Sie konfrontieren ihn mit seiner Verantwortung.

In beiden Fällen wird eine Abtreibung vorgeschlagen, die die Familien der

Mädchen ablehnen, sodass die Kinder zur Adoption freigegeben werden.

Familie Jones vertuscht den Skandal und zahlt die Kosten.

Weitere Kinder kommen zur Welt, die Brian offiziell nicht anerkennt.

Seine musikalische Entwicklung hat absoluten Vorrang.

Er hat wahrscheinlich mit 14 oder 15 angefangen Gitarre zu spielen und hat

mit Mitschülern kleine Bands oder Duos gegründet.

Als Teenager hat er zwischen Klavier, Klarinette und Gitarre hin und her

gewechselt.

Ich habe Brian im Frühjahr 1960 kennengelernt, da war er 18.

Eines Tages kam er zu einer unserer Sessions.

Im Philbys Basement war das, glaube ich.

Er spielte zwei, drei Stücke mit uns und das war sehr beeindruckend. Er kannte

die Akkorde, den Rhythmus. Und wenn ich sagte, lass uns Tin Roof Blues spielen

oder irgendein anderes Stück, dann kannte er es. Und er kannte von

Schallplatten andere Spielarten des Jazz.

Wie ein Forscher stieß Brian auf bestimmte Musiker, fand deren Einflüsse

heraus und entdeckte so Künstler früherer Jahre wie Elmore James.

Jeden Tag hörte er stundenlang immer wieder dieselben Platten, um hinter

deren Geheimnisse zu kommen.

Brian gehörte zu den ersten in Europa, die herausfanden, wie man eine Gitarre

offen stimmt, um sie als Slide-Gitarre zu spielen.

Und das war für die Rolling Stones sehr wichtig.

Brian war allein.

Es gab keine Gleichaltrigen, die seine Interessen teilten. Er hatte eigene

Ziele und wollte weg von dem Ort, an dem nichts passierte und wo er unterdrückt

wurde. Und der Blues wurde zu seinem Fluchtvehikel.

Alexis Corner hatte eine Band in London, die die Art von Musik spielte, die Brian

auch spielen wollte.

Brian hatte das aus Zeitschriften erfahren und war ganz aus dem Häuschen.

In der Zeit um 1960 trat ich gelegentlich mit der Chris Barber Band

auf, die damals sehr populär war.

Nach unserem Auftritt in Cheltenham sprachen Brian und ein Freund mich an.

Wir kamen in die Garderobe und wir kamen ins Gespräch.

Brian sagte, ich gehe nach London und Alexis meinte...

Tu das nicht.

Deine Interessen sind sehr speziell und haben nichts mit dem angesagten,

traditionellen New Orleans Jazz zu tun.

Du wirst dich schwer tun.

Aber Brian ließ sich nicht sagen.

Für Alexis Korner war diese Musik eine Art Forschungsprojekt.

Indem er sich mit den unterdrückten Afroamerikanern identifizierte, drückte

er sein Mitgefühl für sie auf.

Für Brian aber bedeutete diese Musik etwas anderes. Er erkannte deren

gewaltiges Potenzial als Musik der Teenager-Rebellion.

Jeden Samstagabend veranstaltete Alexis Corner im Ealing Club Blues Sessions,

bei denen eine ganze Generation junger Musiker auftrat.

Beeindruckt von Brian Jones' Talent und Entschlossenheit, ruft den Corner zu

sich auf die Bühne.

Brian nennt sich jetzt Elmore Lewis, eine Kombination aus den Vornamen des in

Vergessenheit geratenen Bluesmusikers Elmore James und seines Vaters.

Am 7. April 1962 kommen Mick Jagger, Keith Richards und Dick Taylor, um den

englischen Flight-Gitarspezialisten kennenzulernen.

Ich war mit Mick zur Schule gegangen.

Ich, mein Freund Robert Beckwith und Mick mochten Rhythm & Blues.

Und wir fanden heraus, dass Alexis Corner einen Rhythm & Blues Club in

Ealing eröffnet hatte.

Eines Abends stellte er auf der Bühne einen jungen Mann aus Cheltenham vor,

Brian Jones.

Mick, Keith und ich waren begeistert. Der Typ ist echt gut.

Und natürlich beglückwünschten wir ihn nach seinem Auftritt und kamen ins

Gespräch.

Brians ehrgeiziges Projekt nimmt Form an.

Per Kleinanzeige rekrutiert er Ian Stewart als Pianisten. Es folgen Nick

als Sänger, Keith an der Gitarre und Dick Taylor am Bass.

Kurz darauf tritt Charlie Watts der Band bei, die sich anfangs allein dem Chicago

Blues widmet, gefolgt von Bill Wyman als Ersatz für Dick Taylor, der die Pretty

Things gründete.

Im Januar 1963 bestreiten die Rolling Stones ihr erstes Konzert im Ealing

Club.

1963 trat ich mit einer Londoner Band auf einem Jazz und Blues Festival in

Richmond Park auf, einem Open Air.

Wir spielten auf einer der Bühnen und nach unserem Auftritt schlenderte ich zu

einem anderen Festzelt und wunderte mich, was dort wohl los sei.

Ich sah nämlich eine Schlange von Leuten, die auf irgendwas zu warten

schienen. Und in dieser Schlange gab es hunderte junge Frauen.

Also ging ich rüber und sehe Brian, der sich total freut, mich zu sehen.

Das ist meine Band, sagt er. Ich habe sie zusammengebracht.

Aha, sage ich ein wenig skeptisch. Wo ist der Trompeter?

Nein, wir spielen elektrisch. Und er stellte mir die Mitglieder seiner Band

vor.

Als sie loslegten, war der Sound überwältigend.

Nicht nur laut, sondern energiegeladen und wirklich packend.

Und ich dachte, darauf läuft wohl alles hinaus.

Wozu also noch weiter Trompete lernen?

Die grandiose Energie der Konzerte entlädt sich auch in der Edith Grove

102, wo Brian, Keith, Mick und Brians Verlobte Pat Andrews einziehen. Sie ist

die Mutter eines gemeinsamen Kindes, des ersten, das nicht für Adoption

freigegeben wurde.

Hier führt Brian Keith in die Geheimnisse des Blues ein und kreiert

den mächtigen Garage Sound, der die Stones von anderen Bands unterscheidet.

Ich weiß noch, wie es dort aussah.

Brian zog ins Wohnzimmer, ein großes Zimmer, typisch für diese Altbauten. Die

Wohnung war riesig.

Und vor ihren Fenstern hatten sie ihre Verstärker und Boxen und das alles

aufgebaut.

Edith Grove war eine Art Ausbildungslager.

Bloß, dass sie dort der Disziplin Disziplinlosigkeit lernten.

Aber sie spielten den ganzen Tag Gitarre.

Damals war die Beziehung zwischen Keith und Brian für die Band sehr wichtig,

denn alles entstand um die Gitarren der beiden herum.

Brian gibt alles, um Gigs aufzutun.

Er beknüht Giorgio Gomerski, der im Station Hotel in Richmond einen neuen

Blutschuppen leitet.

Gomerski bucht die Stones.

versucht sich als deren Manager und nimmt sie mit in die Royal Albert Hall.

Dort treten die Beatles auf, die gerade ihren ersten Nummer-eins-Hit haben und

eine neue Ära der Popmusik einläuten.

Nach dem Konzert halfen Brian Jones und ich Neil Aspinall, dem Roadmanager der

Beatles, die Instrumente und Verstärker rauszutragen.

Als wir aus dem Bühneneingang rauskamen, standen dort 200 Mädchen, die Brian

Jones für einen der Beatles fiel.

Sie baten ihn um Autogramme, aber Brian wollte nicht.

Nein, das kann ich doch nicht tun. Ich sagte, na los, unterschreib schon.

Und er unterschrieb mit Brian Jones.

Nachdem wir alles im Lieferwagen der Beatles verstaut hatten, sind wir zu mir

nach Hause.

Brian sagte, es würde mir echt gefallen. Das würde mir wirklich gut gefallen.

Einige Monate später ersetzt Brian Giorgio Gomerski durch Andrew Luke

Oldham, einen 19-jährigen scharfzüngigen Journalisten, der zum neuen Manager und

Produzenten der Band wird.

Brian ging einen Teufelspakt ein, wie in der Legende über den Blues-Gitarristen

Robert Johnson.

Würdest du alles geben, um bewundert zu werden, um mit deiner Musik ganz groß

rauszukommen?

Brian brachte Andrew Oldman ins Spiel, weil er dachte, so würden die Stones

groß rauskommen und er selbst zum Star.

Aber der Preis dafür war hoch.

Mit Andrew Oldham verfolgen Brian und die Rolling Stones ihre Ambitionen nun

professionell. Im Mai 1963 unterzeichnen sie beim Label Decca.

Im Monat darauf erscheint ihre erste Single Come On.

Sie gehen auf England-Tour und treten Ende August in der TV-Show Thank Your

Lucky Stars auf.

Die Ereignisse überschlagen sich. Die Egos der Bandmitglieder erwachen und

ihre ohnehin schon instabile Beziehung ändert sich.

Zudem sind alle mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Ich weiß noch genau, wie er mich fast sprachlos vor Freude anrief und sagte,

sie werden eine Platte aufnehmen.

Das überraschte mich zwar, aber ich hielt es für nicht so bedeutsam.

Ich dachte, die lassen wohl irgendwo privat eine Schallplatte pressen.

Stattdessen war es die Single Come On, die eine ganze Lawine auslöste.

Ende 1964 fotografierte ich Marianne Faithfull und Andrew Luke Oldham, der

sowohl Marianne als auch die Stones managte, fragte mich, ob ich die Band

fotografieren wolle.

Brian, Mick und Keith hatten ein eindeutiges

Bösewicht-Image, ob sie wollten oder nicht.

Die Medien hatten es ihnen angedichtet und sie als Tiere beschimpft, die in

einen Käfig gehörten.

Deshalb stellten sie sich gegen die Medien, bewusst oder unbewusst.

Es ist einfach die Sache geworden, bestimmte Dinge darüber zu schreiben,

wie, oh, die Rolling Stones haben nie gewaschen, die Rolling Stones sind rüde,

sie sind schmutzig. Das ist nicht wirklich wahr. Wir nehmen keine Ahnung

davon, weil unsere Fans wissen, dass es nicht wahr ist. Wir freuen uns nicht

darüber. Die Presse schreiben, was sie wollen.

Was auch immer kontrovers ist, ist gut.

Wenn die Presse das komplett ignorieren, freuen wir uns darüber.

Vor allem in der Anfangszeit sah Mick Jagger wie ein hübscher Londoner

Schuljunge aus.

Keith war ein bisschen wild, aber Brian mit seinen Schals und Hüten auf all den

frühen Plattenhöhlen sah aus, als hätte er eine Frisur.

Die anderen hatten bloß lange Haare, aber Brian hatte seinen eigenen Look.

Brians Image war durchgestylter, eleganter und charismatischer als das

der anderen.

Seine Haare waren eindeutig ein sehr wichtiger Bestandteil seines Images. Er

arbeitete daran, rüstete sie, machte ein großes Gewesel darum und verpasste keine

Gelegenheit, sie zu schneiden und zu waschen.

Gepflegt auszusehen, war Brian damals wohl wesentlich wichtiger als allen

anderen Bandmitgliedern.

Brian war der böse Geist, der das Bad Boy Image erschaffen hatte, noch bevor

Andrew Oldham auf den Plan trat.

Andrews Leistung bestand darin, es aufzunehmen und auf die Spitze zu

treiben. Und dieses Image der Stones ist zum heutigen Image des Rock'n'Roll

geworden.

Wenn es überhaupt einen Bad Boy in dieser Geschichte gibt, dann Brian.

Nachdem er sich in das junge Model Linda Lawrence verliebt, setzt er Pat Andrews

und seinen Sohn vor die Tür.

Ende 1963 beschließen Mick und Keith auf der Suche nach mehr Ruhe zum Arbeiten in

die Mabesbury Road 33 umzuziehen.

Andrew Oldham schloss sich ihnen bald an.

Ohne Andrew hätte es die Stones nicht lange

gegeben.

Er hatte schnell erkannt, dass man nur eine gewisse Zeit lang Stücke covern

kann, bevor die Sache langweilig wird.

Es lief zwar eine Zeit lang gut, doch die Band musste unbedingt eigene Stücke

liefern.

Der Legende nach hat Andrew Mick und Keith in der Küche eingeschlossen, damit

sie wie die Beatles ihre eigenen Songs schreiben.

Das war die Geburtsstunde eines unwiderstehlichen und exklusiven

kreativen Duos.

Andrew Oldham zieht bei Mick und Keith ein.

Brian hat es gern bequem und zieht bei Linda Lawrences Eltern ein. Im Hotel

Mama sozusagen, wo er bekocht und umsorgt hat.

Typisch Brian eben. Er hätte mit dem Rest der Band zusammenziehen können,

aber dazu war er zu bequem.

Rückblickend war das ein Fehler, weil so die Klub zwischen Brian und dem Rest der

Band entstand.

Mick und Keith,

die man in ein Zimmer gesperrt hatte, schrieben fortan die Songs.

Auch wenn Brian einen etwas anderen Musikgeschmack als Mick und Keith hatte.

Brian mochte den eher traditionellen Rhythm and Blues, der fast in Richtung

Jazz geht.

Alte Sachen wie Cannonball, Adderley und so weiter.

Mick und Keith aber verstanden es, dem Rhythm and Blues eine neue Richtung zu

geben und zeitgemäße Texte zu schreiben, die nichts mehr mit den 40ern und 50ern

zu tun hatten.

Und sie schrieben einen Song nach dem anderen.

Mick und Keith schrieben die Songs.

Mick war das Gesicht im Vordergrund.

Das war eine seltsame Konstellation.

Einerseits Mick und Keith gegen Brian, andererseits aber auch die

unzertrennlichen Keith und Brian, die wegen allem nach Mick riechen.

Und schließlich Mick und Brian gegen Keith.

Eine sehr komplizierte Konstellation.

Vermanagement durch Andrew Oldham verdrängt, den er selbst engagiert

hatte, verliert Brian nun auch die Kontrolle über die musikalische

Ausrichtung an Mick und Keith.

Und so findet Brian in Drogen ein Mittel gegen seine Frustrationen, aber auch ein

neues, unerforschtes Interessengebiet, ganz gemäß seinem Ruf als Bad Boy.

Er war der erste Stone, der jede neue Droge ausprobierte, an die er kommen

konnte. Zudem hatte er auch noch ein ziemliches Alkoholproblem.

Seine Suche war wohl Ausdruck seiner Neugierde, aber auch seiner

Unsicherheit. Beide Charakterzüge waren ständig präsent, aber irgendwann verlor

er den Überblick und trieb es zu weit.

Indem er mit Drogen seine Unsicherheit kaschieren wollte, machte er alles nur

noch schlimmer.

1965 sagten wir, wir werden niemals 25.

Und? Wir brannten die Kerze an beiden Enden ab. Und darum ging es auch. Wir

dachten, scheiß drauf, wir werden keine 25.

In München verführt Brian Jones im September 1965 während der ersten

Deutschland-Tour der Stones Anita Pallenberg.

Die beiden verbringen erst einen Abend, dann die Nacht miteinander.

Wenn sie einen Raum betrat, verstummten darin sämtliche Gespräche.

Sie besaß eine bemerkenswerte Ausstrahlung. Sie war wunderschön und

hatte auch enormes Selbstbewusstsein.

Sie war das Supermodel ihrer Zeit und war sehr begehrt.

Im Vergleich zu all den jungen Mädchen, die Brian kannte, all den Püppchen, die

zwar hübsch waren, mehr aber auch nicht, die keinerlei Kultur hatten und so

weiter, war sie anders.

Ihr Großvater war Maler und sie interessierte sich für Literatur und

alles Mögliche.

Zudem war sie unglaublich inspirierend.

Anita war Brians große Liebe.

Mit Anita beginnt ein neuer Lebensabschnitt für Brian.

Plötzlich steht er mitten in der Welt der Kunstgalerien und schicken

Abendessen der Salons von Chelsea.

Eins der Fotos, die ich in der VIP-Lounge des Flughafens gemacht habe,

zeigt die beiden ganz eng beieinander. Sie hat ihren Arm um ihn gelegt und sie

schauen sich gemeinsam etwas an.

Das beschwört in mir diese einzigartige, distanzierte Einheit herauf, die

die beiden bildeten.

Ständig waren sie am Flüstern und Kichern.

Die Beziehung zwischen Brian und Anita Pallenberg war eine echte Partnerschaft

und ein epochales Ereignis nicht nur in der Geschichte der Stones, sondern in

der Mythologie des Rock'n'Roll.

Sie waren wie Spiegelbilder und das fotogenste Paar in der zeitgenössischen

Presse.

Weitaus fotogener als Mick und Chrissy Simpson, die auch ziemlich gut aussah.

Aber Brian und Anita besaßen Ausstrahlung. Sie waren der Inbegriff

der Dekadenz.

Dieses grenzüberschreitende Spiel bekommt eine teuflische Facette, als

sich Brian 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und 10 Jahre vor Punk für die

subversive dänische Zeitschrift Börge in Nazi-Uniform ablichten lässt.

Brians satirisch gemeinte Aktion stößt auf Unverständnis in der Flower-Power

-Bewegung.

Sie waren sehr schön und sehr grausam gegenüber anderen.

Aber sie besaßen große Ausstrahlung, weshalb Brian eine Zeit lang wieder im

Mittelpunkt der Stones stand.

Mit dem phänomenalen Erfolg der Single Satisfaction erfüllt sich der Traum von

Brian und den Stones.

Sie sind nun die größte Rockband des Planeten.

Im Herbst 1965 touren sie zum zweiten Mal durch die USA.

Die Aufnahmen zu Aftermath, einem Album, mit dem sie Geschichte machen sollten,

fest im Blick.

Doch Brians psychische Probleme und seine Drogensucht sorgen für Chaos.

Ich habe sie im Herbst 1965 auf ihrer Amerika-Tour begleitet.

Sieben Wochen unterwegs und jede Menge Konzerte.

Einmal stieg er einfach aus dem Auto und verschwand zwei oder drei Tage lang.

Offizieren hieß es, er habe eine schwere Grippe und könne nicht auftreten. Aber

tatsächlich war er ein paar Tage lang einfach verschwunden.

Niemand wusste, wo er war.

Im Studio war er immer öfter nicht mehr bei der Sache.

Ab und zu wachte er plötzlich auf und leistete einen unglaublichen Beitrag zu

einem Song.

Under My Thumb zum Beispiel funktionierte anfangs gar nicht, bis er

den Marimba-Part schrieb, der den Song ausmacht.

Sowas kam immer wieder mal vor.

Aber die meiste Zeit war er nicht einsatzfähig und war sich dessen

bewusst.

Gleichzeitig verstörte das die anderen Bandmitglieder, die ja nicht gerade

mitfühlend und geduldig waren, sondern meistens ziemlich viel.

Das ist ein außergewöhnlich prophetisches Bild, denn es sieht aus,

als würde Brian verschwinden.

Die anderen vier Bandmitglieder sehen auf ihn herab, als würde er immer

kleiner werden und verschwinden.

Heute erzählt dieses Foto eine Geschichte.

Damals war es einfach ein Schnappschuss.

Zwar haben Jagger und Richards alle Songs von Aftermath geschrieben, doch

leistet auch Brian einen wichtigen Beitrag.

Mit seinem Spiel auf der Darzimmer, der Marimba oder dem Vibraphon verkörpert

Brian die schillernden Farben des Swinging London, vier Monate bevor das

Beatles-Album Revolver erscheint.

Dennoch fühlt sich Brian nicht als vollwertiger Komponist anerkannt.

Für Mick, Keith und Andrew hat er bloß etwas Farbe hineingebracht.

Brian hat kaum Songs geschrieben.

Dabei habe ich immer nach Brians Beitrag gesucht.

Von außen betrachtet mag das stimmen, aber wenn man genauer hinhört, war es

Brian, der den Songs ihre exotischen Elemente verlieh, wie die Zitarre bei

Painted Black. Was wäre Painted Black ohne Brian Jones' Zitarre?

Keine Ahnung.

Das war seine Art, sich einzubringen. So auch die Dollzimmer, die er bei Lady

Jane spielte.

Und für mich gehört das ebenso zum Songwriting wie der Text oder die

Akkordfolge.

Er hatte versucht, Songs zu schreiben, war aber viel zu ungeduldig, um dran zu

bleiben.

Es dauert seine Zeit.

Neben der Geduld fehlte ihm auch das Selbstvertrauen.

Es gibt in einem englischen Satz der Ausdruck, was in der Musik den

Unterschied ausmacht. Du musst dir selbst erlauben, etwas zu tun.

Er hatte mir nie einen seiner Songs vorgespielt.

Deshalb war uns nicht klar, ob er überhaupt wollte, dass wir seine Songs

spielen. Wahrscheinlich schon, aber weil er so schüchtern war, traute er sich

wohl nicht, uns zu sagen, dass er einen guten Song hat.

Deshalb kamen wir gar nicht erst auf die Ideen einzubeziehen. Es ging uns

jedenfalls nicht darum, ihn auszuschließen.

Nick und Keith ließen nicht locker.

Und diese Hartnäckigkeit ist eine Frage des Charakters. Ich glaube, Brian war

einfach irgendwie unreif.

Wie die Figuren aus den Romanen Tolstois oder Scott Fitzgerald.

Die haben Träume und Pläne, wissen aber nicht so recht, wie sie sie umsetzen

können.

Und statt sich zu überlegen, wie sie ihre Ziele erreichen können, gehen sie

lieber einen trinken.

Allmählich fühlte sich Brian also ausgegrenzt und bemitleidete sich

selbst.

Während der Aufnahmen zu Between the Buttons wurde Brian immer

unzuverlässiger.

Das war sicher ein Problem, weil die anderen seinen Input und seine Mitarbeit

brauchten.

Brian war ein außergewöhnlich talentierter und vielseitiger Musiker,

der mit jedem beliebigen Instrument zurechtkam.

Auf vielen meiner Fotos aus dieser Zeit sieht er wie ein Wrack aus, furchtbar.

In meiner Erinnerung war er stoned und verkatert,

ein richtiger Wrack.

Seit einigen Monaten hat die Polizei, angeheizt vom moralischen Rache

-Selbstzug des Boulevardblatts News of the World, die Rolling Stones im Visier.

Am 12.

Februar 1967 macht Scotland Yard eine Razzia in Keiths Anwesen Redlands, wo er

mit Mick Jagger, Marion Faithfull und anderen Gästen von einem Acid-Trip

runterkommt. Vier Amphetaminpillen und etwas Cannabis werden beschlagnahmt.

Um Abstand zu gewinnen und in Medien zu entkommen, reisen Mick und Keith nach

Marokko ab.

Brian und Anita begleiten Keith in dessen Bentley.

Doch unterwegs wird Brian, der erkrankt ist, in Tarp ins Krankenhaus

eingewiesen. Sies und Anita setzen die Reise zu zweit fort.

Immer wieder wirft man ihnen vor, sie hätten doch bei ihm bleiben müssen.

In Frankreich kann man aber nicht in einer Klinik bleiben.

Wer kein Patient ist, wird vor die Tür gesetzt.

Außerdem waren die Stones noch nicht die Superstars von heute, sondern Leute, die

als unerwünscht galten.

Wir alle wurden schief angesehen wegen unserer langen Haare, der seltsamen

Klamotten und so weiter.

Wieder auf den Beinen kommt Brian in Marrakesch an, wo er plant, mit

traditionellen Sufi-Musikern zusammenzuarbeiten.

Keith und Anita sind sich zwischenzeitlich näher gekommen und

eines Morgens reist das Liebespaar ohne weitere Erklärung ab.

In Marokko fühlte sich Brian betrogen.

Aber er verhielt sich etwas kindisch. So in der Art, die sind einfach weg, haben

mich im Stich gelassen.

Aber wenn sie geblieben wären, wäre es vielleicht zu einem noch viel

schlimmeren Drama gekommen.

Und während sich zwischen Anita und Keith eine Beziehung entwickelt, hört

sie nie auf, Brian zu lieben und sorgt sich sehr um ihn.

Die beiden schreiben sich oft.

Brian hat mir 1967 einen Haufen Briefe gezeigt, die er nach dem Drama in

Marokko sorgsam aufbewahrt hatte.

Glaubst du, ich kann sie zurückerobern?

Brian wollte Anita unbedingt zurückhaben.

Trotzdem hätte er nicht wie ein Witwer trauern müssen, denn es gab immer jede

Menge Mädchen an unserer Nähe.

Einige Tage nach dessen Rückkehr aus Marokko durchflucht die Polizei Brians

Wohnung.

Am selben Tag werden Mick und Keith die Anklagepunkte mitgeteilt.

Wir wurden unter grotesken Umständen festgenommen.

Wir waren gerade aus Paris zurück und das Telefon hörte nicht mehr auf zu

klingen.

Ständig riefen Journalisten an und fragten, hat man euch verhaftet?

So, was meinen Sie?

Sie hielten das für einen Trick der Journalisten, auf der Suche nach

Schlagzeilen.

Dann klingelte es an der Tür. Ich öffne.

Und sehe, wie sich Polizisten, die ich als Reporter hielt, auf mich stürzen.

Wir haben einen Durchsuchungsbefehl.

Sie haben die ganze Wohnung durchsucht und eine alte Flasche mit einem

restflüssigen Amphetamin gefunden.

Eine trübe, verschimmelte Brühe, die selbst der verzweifelte Junkie links

liegen gelassen hätte.

Dann fanden sie noch ein Fläschchen.

Was?

Kokain hieß es.

Kokainfund verkündeten die Schlagzeilen am nächsten Tag.

Als wir die Wohnung verließen, hatte sich direkt gegenüber ein Fernseh-Team

positioniert und diese Aufnahmen gedreht. Die waren informiert worden.

Es gab Leute, vor allem bei Polizei und Justiz, die es auf Brian abgesehen

hatten. weil er am meisten ins Auge stach.

Ich glaube, sie hatten sich auf ihn konzentriert und wollten ihn

drankriegen.

Das Establishment sah in dieser Atmosphäre vor 60 Jahren in einer Band

wie den Rolling Stones einfach eine Bedrohung der Moral.

Sie nahmen Drogen gegen mit so vielen Frauen wie nur möglich aus und

beeinflussten viele junge Heranwachsende der Babyboomer-Generation.

Man hielt sie für gesellschaftsbewaffnet.

Anfangs lief es eigentlich nicht schlecht, denn am ersten Tag hatten wir

viel zu lachen.

Auf Fotos sieht man, dass hunderte Mädchen, Schaulustige, Fotografen usw.

da waren.

Sie kamen uns vor wie im Zirkus. Es war unglaublich.

Brian sorgte sich allerdings um seine Eltern.

Nachdem man uns festgenommen hatte, litt er sichtlich unter der Vorstellung,

seine Eltern könnten sich vorwürfelig machen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass Brian in diesem Anklagepunkt unschuldig war.

Noch in der Nacht seiner Festnahme rief er mich äußerst bekümmert an und schwor

mir, er sei unschuldig.

Ich glaubte ihm, und nichts wird meine Meinung je ändern können.

Brians Anwälte sagten, ihr solltet euch besser trennen.

damit er nicht beide verhaftet werde.

Außerdem sollte Brian die anderen Stones nicht sehen.

Das war absurd.

Um Brian ging es sichtlich schlechter.

Eins war klar, wenn er sich schuldig bekennt, bekommt er nie wieder ein Visum

für die USA und könnte damit nicht mehr mit den Stones arbeiten.

Es war wichtig, sich nicht der Gnade der Geschworenen auszuliefern.

Brian stieg auf Qualudes um, ein Beruhigungsmittel, und auf Barbiturate.

Die waren im Grunde legal und man riskierte deshalb keine Strafen.

Sie gaben Brian Halt, isolierten ihn aber vom Rest der Band.

Mick und Keith hatten auf unschuldig plädiert und kommen mit einem Freispruch

bzw. drei Monaten auf Bewährung glimpflich davon.

Bei einer Pressekonferenz gibt sich Mick arrogant und fies.

Während Brian in Schuldgefühlen versinkt, und seine drei Jahre auf

Bewährung als Bestrafung annimmt.

Anfang 1968 kehren die Stones mit der Aufnahme von Beggars Bankade zum Blues

zurück, der Brian so am Herzen liegt.

Sowohl körperlich als auch mental in schlechter Verfassung trägt er nur wenig

zum Album bei.

Seine bemerkenswerte Slide-Gitarre in No Expectations sollte sein letzter Beitrag

sein.

Im Dezember 1968 veranstalten die Stones eine Show fürs britische Fernsehen.

Wie sollte Brians letzter öffentlicher Auftritt mit seiner Band sein?

Für den Rolling Stones Rock'n'Roll Circus waren ein Tag Probe und ein

ganzer Drehtag eingeplant.

Die Rolling Stones waren da, The Who, John Lennon, Eric Clapton, Taj Mahal,

Jeff Wattal und Marianne Faithfull.

Brian aber schien nicht wirklich bei der Sache zu sein.

Gegen halb zehn...

10 Uhr abends sind wir mit den Proben fertig und ich fahre zu meiner Freundin

nach Hampstead, London zurück.

Um halb zwölf klingelt das Telefon.

Brian, der mit zitternder Stimme sagt, ich komme morgen nicht.

Ich frage, warum nicht? Und er,

ich halte das nicht aus, die sind alle so gemein zu mir.

Die nehmen mich nicht mehr ernst, ich kann nicht mehr mit denen

zusammenarbeiten, das war's.

Er klang sehr traurig. Wir redeten ein bisschen und am nächsten Tag kam er dann

doch.

Mit seinem Drogen- und Alkoholmissbrauch, seinem fehlenden

Realitätssinn in einer unbarmherzig gewordenen Musikindustrie, Seinem

grenzenlosen Hedonismus und seiner Unzuverlässigkeit hat sich Brian ins

Abseits manövriert.

Den Rolling Stones fällt er nur noch zur Last.

Ab Februar 1969 zählen die Stones nicht mehr auf ihn und beginnen mit den

Aufnahmen zu Let It Bleed, während sich Brian in sein Landhaus Cotswold Farm

zurückzieht. Nach drei Jahren ohne Auftritte in den USA planen die Stones

eine Tournee und verkünden eine neue Etappe ihrer Karriere. Mehr Rock,

weniger Pop.

Brian, der wegen seiner Verurteilung wegen Drogenbesitzes kein Visum bekommt,

wird nicht daran teilnehmen können.

Am 8. Juni 1969 suchen Mick, Keith und Charlie Cotschford Farm auf, um Brian

mitzuteilen, dass er die Band verlassen soll.

Resigniert akzeptiert Brian die Entscheidung derer, die er selbst vor

sechs Jahren engagiert hatte.

Nach ihrer Abreise bricht er in Tränen aus.

Ich verstehe einfach nicht, wie um Himmels Willen Mick und Keith darauf

kamen, Brian in seinem eigenen Haus zu besuchen und ihm zu sagen, er sei

gefeuert. Wie kann man jemanden aus seiner eigenen Band schmeißen?

Ich kann einfach nicht glauben, dass sie dachten, sie könnten das.

Es war offensichtlich, dass er in der Band keine besondere Rolle mehr spielte

und dass es wichtig war, ohne Brian weiterzumachen, wenn die Band überleben

sollte.

Das war ziemlich klar, egal wie grausam das auf

Außenstehende wirken mochte.

Ich glaube, der Überlebensinstinkt der anderen Stones sorgte dafür, dass Brian

die Band verlassen musste.

Einige Tage später wird Nick Taylor, Brians Nachfolger, der Presse

vorgestellt.

Gegen drei Uhr nachts klingelte das Telefon.

Charlie war dran und sagte, Brian ist tot.

Ich konnte es nicht glauben.

Das war ein Schlag, den du wochenlang nicht akzeptieren willst.

Du glaubst einfach nicht, dass das stimmt.

Wir haben danach wachgelegen und geredet, weil wir kaum Details wussten.

Er war in seinem Pool ertrunken.

Am 2.

Juli 1969 nimmt Brian nach einem feuchtfröhlichen Abend mit Freunden ein

Bad in seinem überhitzten Swimmingpool.

Er ist kurz unbeobachtet und ertrinkt.

Ich bin davon überzeugt, dass Brians Leben kippte.

als er das einzige Mädchen verlor, das er jemals geliebt hatte.

Das muss ein ganz schlimmer Schlag für ihn gewesen sein.

Ganz plötzlich kam es zu einer beängstigenden Verwandlung. Aus einem

aufgeweckten, begeisterten jungen Mann wurde ein stiller, verdrießlicher, in

sich gekehrter junger Mann.

Er ließ sich dann auch noch mit den falschen Leuten ein.

Ob er Drogen aus denselben Gründen nahm wie andere Alkohol trinken, weiß ich

nicht.

Aber ich bin mir sicher, dass die Trennung der Wendepunkt in Brians Leben

war und nicht die Popszene an sich.

Mick, Keith und Anita kommen nicht zur Beerdigung.

Bis heute macht man uns ständig Vorwürfe deswegen.

Du warst nicht auf der Beerdigung deines besten Freundes. Dabei hatten die Eltern

uns darum gebeten, weil sie befürchteten, dass sonst die ganzen

anderen Leute mit Drogenproblemen aus seinem Umfeld auftauchen.

Und das hat einen schrecklichen Wirbel verursacht.

Dass Keith nicht zur Beerdigung gegangen war, lag nicht daran, dass er das nicht

wollte.

Weder ich, noch Robert Fraser, noch seine engsten Freunde und nicht einmal

Alexis Corner, der kommen wollte, durften zur Beerdigung.

Der tote Rockpass gab es damals nicht.

Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Keith Moon oder John Lennon

waren alle noch am Leben.

Brian ging als erster.

Rock'n'Roll ist eine gefährliche Welt.

Er lebte ein Leben auf der Überholspur. Ein bisschen war er wie ein

Schmetterling. Aber er war ein sehr guter Musiker, der zwischen den

Instrumenten wechselte, als sei nichts dabei.

Und er war der erste in diesem Land, der eine Slide-Gitarre spielte. Heute

spielen alle Slide-Gitarre, aber er hatte damit angefangen.

Brian Jones hat die Rockmusik neu kalibriert.

Bei ihm klang sie düsterer, rauer.

Er hat der Rockmusik und der gesamten Popkultur einen Touch schwarzer Magie

hinzugefügt.

Sein Einfluss ist heute noch spürbar. Punk, Patton Smith oder Garage Rock,

alle greifen Brians Werk auf.

Aus gutem Grund, denn er zeigte uns, wie man bis an den Rand des Abgrunds geht.

Und das kann man heute noch hören.

Da, da, da, da, da, da, da.

I was walking down Main Street just the other day thinking about Brian Jones in

the final getaway. A man with a collar come to see me.

He says, son, why do you greet me this way?

What I say, what everybody needs.

Walking down Main Street just the other day thinking about Brian Jones and the

final getaway.

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