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Oh Berlin is so nice, Berlin is so wonderful, where you come from? I come
from Spain and you, I come from Paris.
Es ist morgens um vier, wir kommen aus dem Club.
Du willst noch Bier?
Orange rot die Sonne.
Abgetanzt und abgelacht, was für eine Wonne. Die Oberbaumbrücke lädt uns ein
zum Schillen. Wollen wir noch grillen oder doch nur schwimmen?
Essen wir noch ne Pizza oder fahren nach Nizza?
Nein, nein, nein, wir knutschen aber fein. Berlin, Berlin, Berlin, Berlin is
so exciting, I do it on an.
Der Name Juwelia, genau, der Name Juwelia, der kam von einem Freund von
mir, genau, wo ich am ersten, wo ich war am ersten Tag als Juwelia, als Frau.
in die Stadt gegangen bin, genau am helllichen Tag war das, da sind wir ins
KDW gegangen.
Und der sagte dann, ah, du siehst ja aus wie Juwelier. Und das hatte er gerade da
an so einem Schild gelesen. Das war, glaube ich, so ein Juwelier.
I show my tits, das Kleid rutscht hoch.
Ja, Titi, Tanz, Bolesk, Transi, Dreaming, Tragique and Magnifique.
Ich drehe Liebesfilme in Italien. Meine Liebhaber kommen aus Spanien.
Einer kauft mir jetzt eine Wohnung.
Ach, ich habe den Laden seit 2006.
Jetzt bin ich noch zehn Jahre in dem Laden. Gott sei Dank bin ich froh, dass
ich schon zehn Jahre in den Laden bin. Guck mal, wenn ich den Laden hätte, ich
wüsste ja auch gar nicht, wohin.
Ja, ich sitze mich halt Freitag und Samstag dann in den Laden und gucke, was
passiert. Das ist eigentlich auch so mehr mein Atelier. Jetzt kommen dann
halt auch Freunde, die bringen dann ihre Freunde mit.
Das weitet sich dann schon so aus. Es ist eigentlich so eine Factory.
Es kann eigentlich jeder was machen. Es ist eigentlich so ein Open Salon.
Und wenn da nur vier Leute sitzen, ist das auch gut. Und das ist immer schön.
Und es sind dann auch süße Leute.
Es sind dann auch besondere Leute. Es sind dann auch künstlerische Leute. Und
dann auch so Menschen, die mich verstehen.
Ja, wie fühlt sich Neukölln an zu New York? Also ich sehe da schon sehr
Parallelen. Also dass ich Berlin auch, und so weiter geht es auch so in
Richtung New York.
hin verwandeln wird.
Ja.
Ich habe so viel Zeit und
so viel Freiheit, zu planen, was ich tue, dass wenn du nicht planst, dann
bist du wirklich verloren, ich denke, wirklich einfach.
Ich meine,
ich habe keine Galerie, ich habe keine stabile Galerie, also...
Es ist nicht so, als ob es eine Basis für Leute gibt, die Dinge kaufen. Es ist
schön, einen Job zu haben, wo ich nicht zu beruhigen muss.
Und es ist schön, ich arbeite nur drei oder vier Tage pro Woche.
Ich liebe alle meine Co-Arbeitenden.
Die Leute sind manchmal stressig, weil es ist wie eine posh-gay-Bar.
Ich habe viele Virgin Mojitos, das ist ein Schmerz in den Arme.
Aber ich denke, es kommt.
Ich denke, nächstes Jahr wird es gut sein. Ich habe mein erstes Solo-Show in
einer Kommerzialgalerie im Sommer.
Das ist wirklich schön.
Na, ich bin jetzt in Berlin ja hängen geblieben. Ich habe ja hier Urlaub
gemacht. Also ich bin hier, ich bin in Kleben geblieben.
Wovon hast du gelebt?
Ich habe jetzt gelebt von Sozialhilfe, ja.
In meiner WG, die haben alle von Sozialhilfe gelebt.
Und dann habe ich gemerkt, dass es auch schwierig ist, Geld zu verdienen. Und
dann dachte ich, ich gehe jetzt auch mal zum Sozialamt. Ja, dann bin ich da auch
mal hingegangen.
Und du hast jetzt bis heute, lebst du von Sozialhilfe? Nee, nee.
Aber doch die meiste Zeit deines Lebens? Ja, sehr viel von Sozialhilfe, ja.
Immer. Weil ich habe mich halt in keinen Beruf halten können.
Und dann habe ich auch Künstlerin, da habe ich auch mal Friseur sogar
angefangen.
Aber da haben die auch gesagt, das wäre nichts. Ich habe dann wirklich auch
Leute im Waschbecken vergessen.
Ich kriege hunderttausend Einladungen am Tag.
Alle wollen mein Figürchen, das finde ich stark.
Ich trinke Champagner mit Scheich Abdul in Dubai.
Ich mach mich nackig und grätsch die Beine. Schubi Dubai.
Ich bin die schönste Frau von Berlin.
Wieso lache ich jetzt eigentlich die ganze Zeit?
Als junges Mädchen.
Hast du da auch mal so gekichert?
Ich weiß.
Kein Mädchen, ich bin ja kein Mädchen.
Ich bin ja kein Mädchen.
Ich glaube, es fing in der Pubertät an. Dann habe ich mich auch immer
geschminkt, schon in der Schulzeit, die Lippen rot und die Augen immer. Ich fand
das Gesicht dann auch immer zu leer. Ich kann das auch nur heute deuten, dass ich
immer auf dem Schulhof gestanden habe und es hat niemand mit mir geredet oder
so, dass ich irgendwie auch keinen Kontakt gefunden habe.
Meine Eltern haben sich natürlich auch Sorgen gemacht.
Also die haben auch gemerkt, dass da irgendwas auch nicht mehr ist. Auch,
dass ich auch so von der Schule runtergehen sollte und auch in eine
Psychiatrie auch richtig reingehen sollte. Aber meine Eltern wollten das
nicht. Und da haben die Ärzte auch gesagt, der wird es auch mal schwer
haben. im Leben. Heute, wenn ich so zurückblicke, denke ich, oh, ich hab's
ja eigentlich doch schwer gehabt, wenn ich dann in die U-Bahn in Dortmund sogar
noch eingestiegen bin, wo die dann gesagt haben, du kannst dich von uns
wegsetzen, du gehörst nicht zu uns.
Sie liegt an der untersten Stufe der Kellertreppe,
vertrocknet, vergiftet von einem Rattenjäger. Sie kam aus einem alten
Abflussruhr und in ihrem Bäuchlein viele Kinderlein.
die nun quieken und quietschen.
Mama, wo bist du nur?
Doch die Rattenmama ist tot.
Es kam ein Rattenjäger mit einem silbernen Koffer. Im ganzen Haus roch es
nach Ratte.
Sie nagten alles an, den Schaumstoff vom alten Polsterbett. Sie flitzten wie die
Pfeile.
Schossen aus jeder Ecke raus.
Oh, kleine Rattenmama, friss doch nicht den Köder.
Die Rattenmama ist tot. Was wird
aus
ihren Kindern?
Ja, ich bin Britta, Britta Steffenhagen, hallo. Und ich bin ein Teil der
Rixdorfer Perlen, worüber ich mich sehr freue. Und ich spiele Marianne, die
Barfrau Marianne. Und ich bin Johanna Morsch. Die Miese spiele ich von den
Rixdorfer Perlen. Die ist die Putzfrau und die hält immer Ordnung in der Bar.
Ich bin Inka, ich bin die dritte Perle und ich bin Julikin. Das ist die Dame
von dem, na sag ich mal jetzt, man sagt immer Horizontal, bei uns kann das aber
auch Vertikal sein, Gewerbe, Amüsierdame.
Ich war in Mainz am Theater als Schauspielerin und wir waren alle total
frustriert, wollten zurück nach Berlin.
Und dann gab es zeitgleich diesen BZ-Artikel über die schlimmen Zustände
in Neukölln.
Ziemlich aktuell war, glaube ich, gerade diese Rüdli-Geschichte. Und dann dachten
wir, wir müssen was machen. Und während der Recherche kamen wir dann erst
darauf, dass das Neukölln früher Rixdorf hieß und dass das der Bezirk war, in dem
man ausging.
Pferdebus nach Wichstorf hin, dort erwartet Rieke mir.
Ohne Rieke kennt ihr's ja. Ich kenn ja die Storys von den, also, weiß nicht,
von Kloppereien in den Kneipen und so. Mein Großvater hatte eine
Elektrowerkstatt im Gräfekiez und so. Also, insofern... Ja, ich hab die
beiden. Rieker Rieckchen, Rokoko, die ist mir nicht viel parpo. Die mit ihr
ins Tanzlokal. Rieker Rieckchen, wollen wir mal. Kosten, Kosten nur für die...
Also das erste Stück, was wir zum Beispiel gemacht haben, damals in der
Kneipe.
Alle fürchten sich oder die Hasen in der Hasenheide. Und das war wirklich, das
ist von 1880, ein Theaterstück aus der Zeit. Und da ist es noch so, da fahren
die dann eben von Stadtmitte mit der Droschke hier raus in den Wald nach
Rigsdorf, nach Neukölln. Wir haben ja 2007 den ersten Heimathafen gegründet
und da hatten wir nicht genug Stühle. Und da war so eine Bardame, so eine
Marianne nebenan. Und da haben wir gesagt, du, wir bräuchten doch was. Und
bevor wir überhaupt ausgesprochen hatten, hatten wir drei Barhocker da
drin. Und was macht ihr da überhaupt? Und erzählt doch mal. Und so, wo ich
wirklich gemerkt habe, das wäre in einem anderen Bezirk. So gar nicht möglich
gewesen. Ich hatte heute Morgen die Wahl zwischen Sex und Frühstück. Ich habe so
einen Hunger jetzt.
Ich hatte ja wieder Zeit für beides gehabt, aber ihr wisst ja, bei mir habt
es nur Frühstück. Und das ist von einem Mann dann?
Die Kinder sind alle von einem Mann, natürlich.
Der muss den ganzen Heimathafen unterhalten. Wir sind ja primär Frauen,
das ist natürlich sehr anstrengend. Wir dürfen aber seinen Namen nicht verraten.
Es ist aber ein Promi.
Und er hat sich freiwillig für den Job gemeldet. Wir haben sogar einen Kaffee
gemacht. Wir hatten mehrere Bewerber für den. Und nach welchen Kriterien habt ihr
den Mann ausgesucht?
Na, nach absoluter Schönheit. Und IQ.
Ohne IQ geht es gar nicht. Mir war Humor wichtig.
Naja, und Fassungsvermögen hast du mal gesagt. Wenn er nicht saufen kann, dann
sauft er nicht. Das ist ja ganz klar. Wer nicht saufen kann in Neukölln, der
überlebt nicht.
Ja, toll, Marianne. Ich habe heute auch eine wahnsinnig angespannte Plazenta.
Ach, ganz schön.
Du, aber dein Körper wird schon wissen, was er macht. Weißt ja, Muttermund tut
Wahrheit kund.
Es ist ja wirklich ein Familienbetrieb. Und du merkst halt auch, wenn du Kinder
hast, wie gut das funktioniert.
Unsere Kinder sind natürlich auch gewohnt, dann da unten rumzurennen,
während wir geschminkt werden. Ja, und wo kann man schon die Kinder mit zur
Arbeit nehmen? So selbstverständlich. Ja, genau.
Und wann hast du zum ersten Mal Sex?
Ich hatte jetzt erst mal Sex.
Ja, weiß ich gar nicht. Das fing ja alles so langsam an.
Ich weiß gar nicht, ob das Sex ist.
Mit Mädchen oder Jungen? Mit Mädchen.
Ach, mit Mädchen hattest du auch Sex?
Ja, ja, mit Mädchen. Ich war ja ein Mädchen verliebt, genau.
Und hattest Sex mit ihr? Ja, ja.
Wie war das denn?
Nee, es war eigentlich, das war mehr so experimentell.
Es hat mir eigentlich gar nicht so gefallen.
Nee? Nee.
Ich habe zum Beispiel auch immer gedacht, dass Sex falsch ist. Ich kam
mir jetzt auch gar nicht so sexuell vor irgendwie.
Weil ich dachte, ich bin jetzt auch nicht homosexuell.
Tonight I will go out, where will I go, chérie? To the piazza, oh Charlie, va
for a drink, but not alone, chérie.
I take my rosa teddy bear with me.
It doesn't matter what I wear, I am not alone with my rosa teddy bear.
He looks so lovely, looks so sweet, I think the best lover that tonight I'm
gonna meet.
I see a glittering shining in the eyes of everywhere.
No, it's me, my Rosa, Rosa Teddy Bear.
Don't touch it, chérie.
Ich bin bekannt im Reuterkies unter dem Namen Joe.
Der richtige Name ist Johanna Wilfriede Richter. Ich wohne in der Sandestraße 19
seit 1980 ungefähr und fühle mich auch von Anfang an hier sehr wohl.
Ich bin 1927 in Chemnitz geboren.
Das ist eine Stadt in Sachsen.
Und darauf bin ich auch sehr stolz.
Denn die Sachsen sind ein ganz außergewöhnliches Volk. Abgesehen von
ihrem Dialekt können sie alles gut.
Und ich kam dann hierher.
Ich habe ja Ehe geführt in Stuttgart.
Die Kinder waren dann schon sieben Jahre aus dem Haus.
Und da hätte ich sonst sofort weggehen, denn die Ehe war dann eigentlich kaputt.
Ich wollte etwas anderes, ich wollte mehr.
Kinder waren weg und das war eine tolle Zeit.
Allein als Frau in Berlin war toll.
Da war ich wieder wer.
Ich wollte ja...
Kein Feinmann wieder. Also Männer waren mir sehr suspekt inzwischen.
Das habe ich eine anderthalbe Zeit durchgehalten und dann lief mir eine
Frau über den Weg.
Es war nicht die erste, aber eine Frau.
Und das war von Anfang an ein sehr warmes, schönes Gefühl.
Ich hatte sie eingeladen und willst du mit zu mir kommen?
Zu dir oder zu mir?
Ich komme mit zu dir.
Es ist nichts passiert in der ersten Nacht, gar nichts.
Ich dachte, oh, ist das eine schöne Frau.
Sie ist heute noch schön.
Löwe, blond, schick, frech, klug.
Und wenn ich was will, das ziehe ich durch.
Dann waren wir 23, aber das ist ja zu spät, das kann ich jetzt noch nicht
erzählen. Das sind ungefähr 23 Jahre.
23 Jahre.
Von 1980.
Bis 2003 lief das genau.
Und ihr habt hier in Neukölln gewohnt?
Ich habe die Wohnung schon gehabt. Ich habe sie nie aufgegeben.
Wart ihr toleriert hier als zwei Frauen, die zusammenlebten? Gab es da
Schwierigkeiten? Wir haben uns da eigentlich gar nicht drum gekümmert. Das
war uns wurscht.
Das war uns gleichgültig.
Und es ging dann auch gut. Mein Sohn mochte sie, meine Tochter auch.
Es lief gut.
Seid ihr auch in Frauenlokale gegangen?
Wir hatten gar keine Zeit.
Wir haben gearbeitet.
Das war noch der Blumenladen? Nein, das war schon der Spielwarenladen.
Da fingen wir an, uns selbstständig zu machen.
Das ist, als die Wende war zu der Zeit, kurz danach.
Wir machen uns heute fertig mit der Filmerei.
Wie lange warst du im Spielwarenladen?
In den eigenen zehn Jahren.
Und dann war ja das Ende unserer Beziehung.
Sie hatte zu der Einladung, zu dem Fest, was ich wieder machen wollte, ihre
Mutter mit eingeladen.
Und wir konnten nicht so gut miteinander.
Da habe ich gesagt, nein, das wollte ich nicht.
Und weil ich Nein sagte, na gut, dann gehen, Gustav, der Hund, wir gehen.
Ich sagte, bitte.
Schluss war.
Nach 25 Jahren? Nach 23 Jahren, nach 23, Schluss.
War das schwer für dich, die Trennung? Sehr schwer.
Ich habe zwei Jahre nicht darüber gesprochen.
Nichts, kein Wort darüber gesprochen.
Und jetzt bin ich froh, dass es so ist.
Ich bin frei.
In meiner Lebensbiografie stand immer Freiheit vor Sicherheit.
Immer. Aber du bist ja sehr kommunikativ. Du fliegst ja gern neue
Freundschaften. Kein Problem.
Ich habe geholfen, wo ich konnte.
Ich bin ein sehr sozialer Mensch.
Es ist wichtig, das Fotografieren.
Ich zahle ja 405 jetzt.
Und bist eingezogen? Ich bin mit 226 eingezogen. Dachte ich, das kannst du
dir leisten.
Und du hast nie Probleme mit Jugendbanden gehabt oder Kriminalität?
Wir haben doch weiter hinten in Neukölln die Schule.
Wie heißt die denn nochmal?
Die Rüttli-Schule.
Bin ich täglich dran vorbeigefahren, war gar nichts. Habe ich nichts gemerkt.
Wir hatten doch den Puff an der Ecke.
Ruhe.
Nichts.
Jetzt nun, nun kommen die Weinleute.
Aber es ist ein ganz anderes soziales Umfeld.
Jetzt sind wir ja nur sechs Kaffees oder wie viel. So viel Kaffee können wir gar
nicht trinken.
Das ist ohne schon schwer hier rüber zu kommen. Und trotzdem
kennst du immer noch viele neue Leute.
Ich kenne mehr Junge als Alte. Jetzt gibt es keine Alten mehr hier.
Zum Geburtstag, das waren 80% Junge. Es waren 51 Leute da.
Am 2.
Juli bin ich 89 geworden.
Das ist halt, wenn man gern lebt. Das strahlt man aus. Ich lebe sehr gern.
Ich möchte auch noch länger leben wollen.
Und wenn du das ausstrahlst, dann kommst du zurück wieder.
Wenn du auf dein Leben zurückblickst, wie ist das?
Verrückt und schön.
Verrückt und schön.
Ich bereue nichts.
Gar nichts.
Ich wüsste nicht, was ich bereuen sollte.
Vielleicht, dass ich einen falschen Mann geheiratet hätte. Ich hätte schon gar
nicht geheiratet.
Ja, und da gibt es nichts zu bereuen. Es gibt nur noch zu erleben jetzt.
Und es wird wahrgenommen.
Und ich?
Ich. Du, du, du.
Und ich.
Du, du.
Und Reuterplatt.
Reuterplatt. Reuterplatt.
Reuterplatt. Reuterplatt. Reuterplatt.
Guck mal.
Im Publikum.
Nicht Mädchen.
Mädchen? Nicht Mädchen, no.
Ah. Sie gucken mich an. Spendig.
Schau mal. Ich glaube, sie gucken mich an.
Ne, ne, ne. Sie gucken mich an.
Ich habe nicht richtig verstanden, ich habe nicht richtig verstanden,
was hast du getan, was hast du getan, was hast du getan, bitte,
bitte, bitte.
Naja, ich habe mich jetzt an die Sexualität erst so langsam
herangetastet, das war dann erstmal peinlich, das war irgendwie alles
peinlich und so.
Dann hatte ich ja Lothar mit 25, da war Sex dann schön.
Dann war ich auch zum ersten Mal in jemanden verliebt, der dann auch in mich
verliebt war. Ich war ja immer früher unglücklich verliebt.
Meine Galerie heißt von Elvis G.
und habe hier seit 2010 viele Jahre Künstler ausgestellt, die eben noch
nicht so bekannt sind, die gerade am Anfang sind.
Und habe dann eben irgendwann, als ich diese Sache gemacht habe, auch meine
Sachen hier ausgestellt.
Diese Arbeit kam eigentlich gar nicht als Kunst, sondern ich habe mich
verliebt in einen jungen Mann und habe dann als Liebeserklärung 100 Tage lang
jeden Morgen ein Foto von mir gemacht, vor der gleichen Wand.
Alles fing ja mit dem ersten Klotz an, der Titel, wo ich dann ich liebe und das
dann aber nicht ganz ausgeschrieben habe. Und da wusste ich auch noch gar
nicht, dass ich diese 100 Fotos mache. Irgendwann habe ich mir das Ziel
gesetzt, 100 Tage zu machen.
Aber das war eben der Anfang, das war eigentlich die Liebeserklärung. Und dann
habe ich nach diesem einen Foto am nächsten Tag noch ein Foto gemacht und
noch eins und noch eins und so weiter.
Jedes Klöpfchen erzählt eine kleine Geschichte, was ich eben erlebt habe
oder was ich mit ihm zusammen erlebt habe damals oder was ich mir erhofft
habe zu erleben.
Ja, das zum Beispiel mag ich mit dem Tütü.
Da hat er sich an der Filmhochschule beworben und musste da in einer Übung in
einem Tütü auftreten.
Und deswegen habe ich das auch nachgemacht.
Und dann gibt es eben die, wo ich dann am Anfang noch fröhlich war und leicht
und geflogen bin.
Und die Reaktion von dem jungen Mann auf die Bilder, ja, die war so, dass er gar
nicht darauf reagiert hat.
Und dann habe ich mal nachgefragt und er hat gesagt, ja, ja, das sind seine Wisch
-und-weg-Bilder. Er wischt die auf seinem Handy so gleich in den Papierkorb
und schaut sie sich gar nicht groß an.
Und irgendwann hat er sich daran gewöhnt, dass er diese Bilder bekommt,
hat sie auch angeschaut.
irgendwann zu schätzen gewusst und hat jeden Tag darauf gewartet. Also wenn ein
Foto dann irgendwann mal später kam, erst mittags oder so, hat er dann
nochmal geschrieben, ja, wo bleibt denn das Foto?
Das war ungefähr so um den 50. Tag, wo er dann mir gesagt hat, dass er mich
definitiv nicht als Freund haben möchte.
Da schneide ich dann einfach meinen Schwanz ab, weil er hatte damit
gespielt, dass er bisexuell ist und das war dann aber wohl definitiv doch nicht
der Fall, beziehungsweise hat er mir das mitgeteilt. Dann dachte ich, naja.
Wenn er eine Frau will, dann ist der Penis der Haupthinderungsgrund. Also
habe ich den auf dem Bild abgeschnitten.
Es gibt natürlich die traurigen Bilder.
Erst war die Anfrage, in einem Buch veröffentlicht zu werden.
Da dachte ich, naja, das kann ich ja machen, Kunstbücher liest sowieso
keiner. Und dann kam es da raus und dann kam eben die Anfrage des Online.
beim Art Magazin zu veröffentlichen. Und da ist natürlich schon der Schritt, sich
zu überlegen, will man das, wenn man meinen Namen googelt, dass man solche
Bilder findet.
Und inzwischen ist es aber so, es wurde veröffentlicht und ich habe mich dazu
entschlossen. Und der hatte mich dann sehr unterstützt und war auch dann bei
den Ausstellungen da, ist in den Galerien gezeigt worden, auch als erstes
hier in meiner Galerie, aber dann auch in anderen hier in Berlin und in
München.
Mein Name ist Misha Badasyan. Ich bin Sozialarbeiter und Performancekünstler
gleichzeitig. Ich bin Armenier in Ruhe von Geborenheit und hier film seit
einigen Jahren tätig als Künstler.
Aktivist und was auch immer. Du machst auch Videos.
Genau, ich mache auch selber Videos. Wir haben jetzt neulich eine Doku gemacht
zum Save the Date, zu meinem Projekt.
Erzähl nochmal, was macht Save the Date?
Oh.
Ja, Save the Date ist so ein Kunstprojekt, wo es darum ging, dass ich
meinen Körper mit 365 Menschen geteilt habe. Ich ging jeden Tag auf ein Date,
ein Jahr lang.
Und das Thema war Einsamkeit.
Ich wollte meine eigene Einsamkeit darstellen, aber auch die Einsamkeit in
der Gesellschaft, in der Schwulen-Community.
Ich habe mit jedem Mensch Sex gehabt. Das war wie gesagt meine Grundbedienung.
Ich musste kommen.
Und das war das Schlimmste, weil 80% von meinen Dates war nicht wirklich, worauf
ich stehe sozusagen.
Am Anfang fand ich es irgendwie interessant, mit einem Menschen zu
schlafen, den du nicht so geil findest. Und das heißt, du musst irgendwie drüber
hinweg. Und danach fand ich das einfach abartig und ekelhaft.
Ich habe ein Mittel für mich gefunden, um das auszuhalten, das Gewalt.
Ich habe angefangen, Menschen zu schlagen.
Es war schon eine Art von Spiel natürlich.
Aber ich habe immer noch ein Problem. Seitdem ich mein Projekt fertig gemacht
habe, hatte ich maximal zehn Dates mit schwulen Männern.
Ich glaube, das ist nicht nur mein Ding. Ich muss wirklich sehr viel warten, bis
ich darüber hinweg bin.
Ich habe ein neues Projekt gemacht, dieses neue Video Touch.
Bei diesem ersten Video habe ich Menschen zusammengetan, die aus
verschiedenen Ländern kommen.
Für viele Menschen, die bei dem Video mitgemacht haben, war es schwer nackt zu
sein. Für sie war es ein befreiendes Gefühl, dass sie endlich mal frei sein
können.
Die warme Luft, die streichelt mich, denn du hast dich verliebt in mich. Der
Sommer darf nie enden, wir halten uns an Händen. Doch unsere Koffer sind gepackt,
Mensch, ich glaub, ich mach mich nackt. Es möchte niemand fort, zurück in meine
Heimat sollten. Nein, nein, nein, wir knutschen aber fein. Berlin, Berlin,
Berlin, Berlin is so exciting, I do it on an.
Brückenfall auf Riding, wo gehen wir hin, wo gehen wir aus?
Meine kleine, süße Pussy-Maus.
Scheißegal.
Berlin is so wonderful.
You must go there and there.
I love Berlin.
All the world is coming to Berlin.
Willkommen zu Federer Musik in Martin Luther.
Wir werden jetzt gleich den Chor der Geflüchteten erleben.
Mein Name ist Ala.
Ich komme aus Syrien.
Als Student habe ich eine Studenten-Visa hier in Deutschland.
Ich studiere Geologie.
Mein Name ist Dani.
Ich komme auch aus Syrien.
Ich bin hier in Deutschland seit zwei Jahren.
Ich bin auch in Düsseldorf.
Ich bin Opernsteller.
Wir haben zusammen Konzerte begonnen.
In Berlin und aus Berlin und in vielen Städten.
Nachdem wir das entschieden haben, haben wir etwas Besonderes gemacht.
Für unsere Kultur und um sie mit der deutschen Kultur zu teilen. Das war die
Idee des Choirs.
Wir haben diese Idee angefangen, indem wir ins
Flüchtlingsgebäude gingen. Das war das größte in Berlin, das
Flüchtlingsgebäude.
Heute ein Song, der Klassiker von Beethoven, Freude.
Und drei traditionelle Song. Syrien-Traditionelle.
Ich wünsche mir, dass ich in der Zukunft ein sehr berühmter Musiker werde. Mit
Dani natürlich.
I love to work with him so much.
Lothar, wie hältst du das eigentlich mit mir aus?
Das fragen sich auch immer alle Leute.
Also ich würde es jetzt selbst nicht mit mir aushalten irgendwie.
Wieso? Ich meine, für mich bist du ja Stefan.
Ja, genau.
Ich bin halt mehr Stefan Kladen. Und so wie es ist, ist
es ja gut. Vielen Dank, dass du mich so nimmst, wie ich bin, dass du mich
genommen hast. Vielen herzlichen Dank, dass du mich so nimmst.
Aber ich bin schon eigentlich ein weiblicher Mann. Ich muss das jetzt
endlich mal akzeptieren. Ich bin eigentlich weiblich und ich bin
eigentlich ein Hermaphrodit, oder? Nein,
gar nicht.
Du bist eigentlich, wenn man so will, ein Gelegenheits-Transvestit. Ja, eine
Gelegenheits-Transsexuelle, Gelegenheits-Postituierte. Du bist auch
nicht transsexuell.
Ja, ich bin der Lothar, der...
Freund und Lebenspartner von Juwelia. Das sind jetzt 28 Jahre.
Jetzt am 1. November dieses Jahr sind es 28 Jahre.
Das ist unglaublich.
Den Lothar habe ich jetzt auch in der Bar kennengelernt, in Dortmund.
Da bin ich ausgegangen und war ja damals auch auf Partnersuche, was halt auch
sehr schwierig war, besonders auch jetzt in Berlin, also überhaupt und so.
Ich stand kurz vor der Paarung, kann man jetzt sagen.
Das war Anfang November 1988 in Dortmund.
Das war in Dortmund.
Da hast du Grafik studiert. Da habe ich Grafik studiert, ja.
Grafikdesign. Da habe ich noch richtig Plakatmalerei gelernt.
50er Jahre Plakatmalerei. Ein Lehrer, der müsste heute schon über 100 sein.
Wir haben uns in so einer spulen Diskothek in Dortmund kennengelernt. Und
dann habe ich ihn gesehen und dann hat er mich gesehen. Und das war dann doch
Liebe irgendwie auf den ersten Blick bei mir. Und da habe ich gedacht, der ist es
jetzt. Ich war ja immer auf der Suche und es hat nur keiner gepasst.
Und dann stand er dann da hinten an so einer Wand, auch gut beleuchtet, relativ
gut beleuchtet. Und der ist mir also sofort aufgefallen.
Dann habe ich auch ein Lied darüber geschrieben mit ganz vielen Spiegeln an
der Wand.
And now it's forever love on the first view.
Ich sah dich und du sahst mich und tausend Engel. Ja,
das war die Liebe auf den ersten Blick.
On the first of November, but now it's forever.
Mein Name ist Bernhard Beutler, ich bin von Beruf Kameramann und wohne seit 1988
in Neukölln.
1988 war Neukölln natürlich sehr viel anders als heute.
Man kann so etwas überspitzt sagen, es gab damals nur Pürken und deutsche Pols.
Aber ich fand es trotzdem schon damals sehr sympathisch, weil dieses Berliner
Motto Leben und Leben lassen ist in Neukölln, war immer schon sehr stark
ausgeprägt. Und es war billig. Also man konnte für wenig Geld eine kleine
Einzimmerwohnung mieten, so wie das damals war.
Ofenheizung und irgendwie 100 Mark oder sowas hat es gekostet.
Also die Gentrifizierung macht mir keine Angst, aber sie ist natürlich ein
Problem, weil...
Nur Köln wird immer teurer und Gentrifizierung bedeutet ja auch, dass
eigentlich Leute in den Szenebezirk gehen und sich dann dort Eigentum
kaufen, sodass die, die den Szenebezirk eigentlich ausmachen, die Künstler, die
alternativen Leute und so weiter, die müssen dann weg und die reichen Leute,
die sich dann Eigentum gekauft haben, sind nicht mehr im Szenebezirk, sondern
sind in einem Schickimicki-Totenviertel, weil sie das verdrängt haben, was gerade
den Bezirk attraktiv gemacht hat.
Meine Wohnung ist nicht sehr teuer geworden, dadurch, dass ich hier sehr
lange wohne. Aber es ist natürlich absehbar, dass wenn die Mieten, die
Vergleichsmieten sehr stark steigen, dass es dann in Zukunft vielleicht nicht
mehr bezahlbar sein wird.
Noch geht's.
Ich bin Joaquin La Havana. Ich bin fast 35 Jahre hier in Deutschland, in Berlin.
Ich war die letzten zwei Jahre in Kuba und ich war so gefreut.
Wunderbare Entwicklung.
Ich danke Mariela Castro, der Tochter von Raúl Castro. Sie ist die Ministerin
von Gesundheit und Familie.
Sie hat alle Möglichkeiten für Schwule, Trans und Lesben zu haben, zu
akzeptieren und zu tolerieren unseren Lebensstil.
Damals, in den 80er Jahren, viele Schwule mussten weg von Kuba.
Ich bin sehr stolz, denn mein Land endlich hat uns assoziiert als normale
Menschen, wo es alle Varianten von der Patchwork gibt. Also Sie, das ist mein
Mann, das ist mein Sohn. Wir sind jetzt seit zehn Jahren zusammen, wir kennen
uns eigentlich viel länger schon und seit drei Jahren sind wir verheiratet.
Hallo, ich bin Siboney, ich bin wie gesagt der Sohn von Joaquin.
Ja, ich lebe seit drei, fast vier Jahren eigentlich schon bei den beiden in einer
Wohnung. Und ja, viele würden sich wundern, ja, du hast zwei Väter und
gucken einen dann schief an. Mir ist es ziemlich egal, wenn mich dann jemand
schief anguckt. Und ich finde, das ist auf jeden Fall eine Bereicherung.
Wie alt bist du? Ich bin jetzt 16 Jahre und werde nächsten Monat 17.
Ich bin Kameramann und arbeite auch, nicht nur, aber auch in Krisen- und
Zielgebieten. Und seit 2011, eigentlich seit dem arabischen Frühling, bin ich
sehr regelmäßig wieder auf solchen Auslandseinsätzen.
Und das war für Joaquin nicht immer einfach zu anfangen.
Ich habe meinen Sohn gesagt, weißt du was, ich habe jemanden getroffen, der
ist sehr gerne mit.
Als Bernhard dann irgendwie in die Familie kam, war das immer so ein
bisschen, ja, der nimmt mir meinen Papa weg und das ist doch mein Papa, warum
verbringt er jetzt noch mehr Zeit mit ihm? Für Siebe hat es, glaube ich,
anfangs Angst gemacht, dass ich...
Dass es einen neuen Mann in Volkins Leben gibt. Also Bernhard ist definitiv
nicht meine zweite Vaterfigur. Er versucht es auch immer und anfangs hat
er mich mehr erzogen als mein Vater. Das fand ich gar nicht gut. Da hatte ich
auch unglaublich viel Streit mit denen.
Und schwieriger war es denn, als dann seine Mutter starb und mir dann
plötzlich die Rolle des zweiten Elternteils zukam. Das war eine große
Umstellung für mich und natürlich auch für Sivi.
Was passiert ist, vor vier Jahren ist schon Sabina getorben.
Herzinfarkt. Herzinfarkt, ja.
Die Mutter von Siboney, Sabina. Sabina Lahabana hatte meine zweite Frau.
Meine Mutter hat mich sehr mütterlich, also wie so ein Mutterkind erzogen. Also
die Mutter war heilig und der Vater war immer das Arschloch so ein bisschen. So
älter ich wurde, habe ich gesehen, okay, mein Vater hat sich wirklich darum
gekümmert, dass es mir gut geht. Und deswegen, also mein Vater ist sehr
wichtig für mich, muss ich sagen.
Ich finde es total wichtig, dass er so auch androgyn ist und halt seine
weibliche Seite zeigt bei seinen Auftritten auch.
Ich finde, jeder Mensch oder jeder Mann hat genau auch seine weiblichen Seiten
und er zeigt es halt offen.
Ich habe zweimal verheiratet zu Frauen.
Dieses Mal bin ich zu ihm verheiratet.
Ja, das ist unser offizielles Hochzeitsfoto. Das Foto habe ich selber
gemacht. Wir haben eine schamanistische Hochzeit gehabt, religiöser, bei einer
Candomblé-Priester.
Meine ganzen Schwestern waren da, meine Mutter war da, Freunde natürlich.
Das war eine schöne Feier.
Neukölln ist...
Weitaus besser ist sein Ruf. Also natürlich gibt es solche Gangs und gibt
es auch Kriminalität und irgendwie zigtausend Mal wurde in meinen Keller
eingebrochen und sowas. Das ist nervig, klar, aber dieses Klischee, dass in
Neukölln man sich quasi nicht auf die Straße wagen darf, weil man dann gleich
abgestochen wird, das stimmt nicht und das hat auch noch nie gestimmt.
Mein Vater ist ein Künstler, Überlebenskünstler auch so.
Also ich finde es unglaublich schön, wie er seine Shows gestaltet, dass er halt
so ein Multitalent ist, seine Kostüme selber macht und irgendwie versucht,
seine Kunst zum Ausdruck zu bringen und die Leute davon zu überzeugen, dass es
auch wichtig ist, tolerant zu sein. Wenn es halt nicht so viel Geld für die Shows
gibt, trotzdem das weiterzumachen und er gibt einfach nicht auf.
Hey,
wie geht's dir?
Alles gut?
Ja, mit was macht ihr euch?
Ich weiß es nicht, ich weiss es nicht.
Du willst sprechen?
Was tun wir?
Wir müssen Deutsch sprechen, wir können Englisch mehr.
Ich versuche.
Mein Name ist Josef Promis. Ich komme aus Chile.
Ich habe die letzten 19 Jahre in Los Angeles gelebt. Und ich komme jetzt nach
Berlin. Und ich mag Hollywood in Los Angeles. Es war wundervoll.
War es möglich, aus meiner Musik in Los Angeles zu leben?
Nicht einmal.
Es war sehr schwierig.
In den USA, wenn du ein Künstler bist, bist du entweder extrem reich oder sehr,
sehr reich.
Erstens habe ich die Gelegenheit, hier im Juvailia Salon zu arbeiten. Ich habe
es geliebt, es war fantastisch.
Meine Lieblingsartistin war Marlene Dietrich und all diese Sachen.
Also hatte ich sofort diese Attraktion.
Juvailia war zuerst sehr anstrengend.
Wir haben ein ganzes Musikerl geschrieben. Wir haben 14 Songs zusammen
geschrieben. Es war also sehr, sehr produktiv.
And it's a fantasy. You come in here and it's a fantasy. It's a fantasy world.
But the world lives and people come.
You speak so wonderfully.
You speak so wonderfully.
So wonderfully.
You love me. I love you. Du hast mich ja so über einen großen Klee gelohnt.
So wonderfully.
Herzlichen Dank. Now it's recorded forever.
Das Publikum, das schaut uns an. Und du spielst wunderbar.
Die Nacht singt ihr zärtlichstes Lied. Ach komm in mein Salon.
Für dich hab ich mich schön gemacht.
Auf dich wart ich die ganze Nacht.
Ich tanz grotesk. Ich tanz abstrakt. Der Mond wird schon ganz
blei.
Ich bin hier in Neukölln, 23 Jahre. Ich bekenne mich als Neuköllner Türke.
Das ist von einem Türken geschenkt, das ist von einem Deutschen.
Ich heiße Aydin Aken.
Ich will keine Politiker werden.
Ich will die Leute aufklären.
Nach meinem Studium bin ich nach Deutschland gekommen, damit ich
diese Rechtsstaat besser kennenlerne.
Ich bin also von genau Februar 1974 bis 1992 immer mit Steuersachen.
Proteste, Beschwerde, alle möglichen gemacht.
Ich habe Aktionen gemacht und alle kostenlos.
Was sich auf die Straße ging, waren fünf Türken, weil sie Türke waren, ermordet
worden. Ich hatte immer Vorsicht von Nazis.
Da darf man auf der Straße keine Angst vorzeigen.
Zum 65.
Jahr, also bis zur Rente, habe ich gesagt, jetzt muss ich für die
Gesellschaft allgemein etwas tun.
Und auf diese Weise habe ich mal zuerst mit kommunales Wahlrecht angefangen.
Schämt euch!
Ich bin so viele Jahre da und komme und so weiter, zahle Steuer, aber ich möchte
auch wählen.
Ich bin nicht der Allerklügste.
Nein, die Klügste sind da oben, die die Leute einschlafen lassen.
Deshalb, ich habe Trillerpfeife.
Geht davon und mit diesem wachen sie erstmal auf.
Das heißt, die EU-Ausländer dürfen...
Der liebt Neukölln, ach wie schön, ach wie hip, ach wie trendy, Blumenmacher,
Künstler und Studenten. Und jetzt, very, very schick.
Neukölln, Neukölln, was für ein ordinärer Trip.
Früher war Bratwurst und heute ist Champagner.
Früher habe ich niemandem erzählt, dass ich aus Neukölln komme. Und heute ist
Neukölln hip, alle beneiden mich.
Es ist so wundervoll. Auf dem Hermann-Platt laufe ich herum. Mensch,
das ist ja hier wie London-Region.
Meine Eiskrim bestelle ich auf Englisch. Ich rede nur noch Deutsch-Englisch.
Hippie-Schickie-Mickey-Hipster. Alles sehr verfänglich.
Hasenheide, Drogenhändler, Polizei, Usherie.
Was schaust du nur in dem Mülleimer herum?
Ei, ei, ei.
Neukölln.
Neukölln, was für ein ordinärer Trip.
Früher war Bratwurst und heute ist Champagner.
Früher habe ich niemanden empfiehlt, dass ich aus Neukölln komme.
Und heute ist Neukölln-Hip. Alle beneiden mich.
Oh, you live in Neukölln. It's so wonderfully.
In Rixdorf ist Musik.
Neukölln hat immer sehr gelebt. Die Aussicht auf der Dachterrasse klunkert
gar nicht. Der Neuköllner Garten gibt mir voll den Kick.
Karl-Marx-Straße, Sonnenallee, Gottbusserdamm, alles, alles sehr, sehr
schick. Ich kaufe mir ein Hochzeitskleid für 5 Euro. Mensch, jetzt bin ich ja
voll weh.
Neukölln, Neukölln, was für ein ordinärer Trip. Früher war Bratwurst und
heute ist Champagner.
Er ist ja ein Künstler und er lebt auch in einer anderen Welt als ich.
Als Künstler hat er schon eine eindeutige Handschrift. Seine Bilder
würde ich unter Tausenden sofort wiedererkennen.
Davon träumt jeder bildende Künstler eigentlich, einen eigenen Stil zu haben.
den man sofort erkennt wie ein Musiker, ein Bandleader, einen eigenen Sound, den
man sofort erkennt.
Er malt seine Bilder, er macht seine Holz- und Tongeschichten, seine
Keramiken da.
Der arbeitet total viel, also der steht relativ früh auf und dann fängt er an zu
malen. Er malt dann an so einem großen Bild auch wirklich 14 Tage, drei Wochen
oder noch länger, bis das dann fertig ist.
Und das strengt ihn auch an.
Ich habe auch etwas ganz Vernünftiges, Solides gelernt, einen ganz klassischen
Handwerksberuf. Radio- und Fernsehtechniker.
Dann habe ich eine Weile erstmal nichts gemacht und dann habe ich mein
Gesangstalent auch so quasi entdeckt und hatte dann so meine ersten
Gesangsauftritte. Das war auch in einem Kabarett, einem Travestie-Lokal, das es
auch schon lange nicht mehr gibt, in der Lützower Lampe.
Und ich bin da so als fast einziger Mann aufgetreten, so im Frack oder Smoking,
je nachdem. Und die anderen Künstler waren halt so Travestie-Darsteller.
Dann habe ich wieder so allmählich zu meinem Handwerk zurückgefunden. Also ich
repariere so elektrische Geräte.
Jetzt gehe ich ins Bürgeramt und da werde ich mir den Reisepass beantragen.
Ich fliege jetzt nach New York, weil ich da eine Ausstellung bekommen habe.
Von der Elisabeth, die hat immer dieses schöne Buch gemacht. Soll ich das Buch
jetzt auch mal in die Kamera halten?
Und da werden die Sachen jetzt ausgestellt.
Ja, ja, hoffentlich werde ich nicht tot im Hatschuh-River da liegen. Hoffentlich
wird man mich nicht ermorden oder so.
Aber ich glaube, die Kriminalität, die ist auch schon runtergegangen da.
Hallo, ich war in der New York-Schule. Ich bin jetzt aufgeregt für New York.
gekommen ist. Ja, da kam damals ein kleines Mädchen in die Galerie rein.
Die war 21.
Also wir haben uns ein bisschen angefreundet. Wir sind auch immer zum
Müggelsee gefahren. Dann hat sie mich ja auch in der Wohnung besucht.
Und jetzt lebt sie halt in New York.
Und jetzt hat sie einen Buchverlag.
Das ist auch wunderschön. Das ist ein wunderschönes Buch. Das wird ein
Bestseller.
Ja, das ist wirklich sehr, sehr schön.
Ja, und dann stehe ich da halt in der Galerie und alle beneiden mich ja.
Alle finden das toll.
Naja, und dann habe ich bei meiner Fantasie, denke ich auch schon, das
Flugzeug muss notwassern. Dann sitzen wir da alle in so Paddelbooten.
Dann geht es ein bisschen so wie Titanic und es ist kalt, aber ich werde das
jetzt davon.
Ich werde das abwehren bei mir.
Erdnussbutter kostet 15 Dollar und ich denk nur Holla.
New York, die Stadt voll Glanz und Elend und die Liebe wohnt hier nicht.
Wir gingen durch den Central Park und David Bowie starb an diesem Tag.
Der Wind blieb ganz schön kalt und ich fühl mich ziemlich alt.
viel zu groß und ich mach mir spendig in die Hose.
Brooklyn, ein Trümmerfeld von vergangenem Luxus und
am Times Square Polizei mit verschiedenen Pistole soll das New York
sein.
Meine Ausstellungen in Manhattan, schön und klar, und jeder denkt, ich sei ein
Star.
Mein Buch gibt es bei Printed Matter und im MoMA-Museum, doch die
Pizza, die schmeckt ziemlich fettig.
Ja, so war's in New York.
Ja,
ich habe ehrlich gesagt Bauchschmerzen. Das kann wahrscheinlich sein, dass das
wirklich hier von diesem Wasser ist, von dem New Yorker Wasser. Und das riecht
nach Chlor. Und da bin ich ehrlich gesagt von krank geworden. Ich konnte
nicht mehr auf Toilette, ich kann nicht mehr. Vielleicht ist es auch die
Aufregung über New York, weil New York ist auch so voll. Und es ist ein
Getriebe ohne Ende.
Überall Leute, wo du stehst und gehst.
Jedenfalls kann ich nicht mehr auf Toilette und dann habe ich Apfelmittel
genommen und dann waren wir heute im Botanischen Garten und da musste ich
dann zweimal auf Toilette und die hatten keine Klobürste.
Dann hat mich Oliver in Taxi gesetzt. Oliver, du hast mich in Taxi gesetzt.
Dann hat er das Fernsehen angemacht und dann sah ich das Fernsehen hinten auf
dem Monitor und es war viel zu laut und andauernd wurde da jemand irgendwie
erschossen in New York.
Und ich habe es mir eigentlich auch sogar noch größer vorgestellt. Ich habe
gedacht, wenn ich da jetzt an Timescale, das ist noch... Obwohl es auch nicht so
glamourös ist. Es ist irgendwie auch nicht glamourös.
Also ich finde es irgendwie dirty und so shabby.
Und es ist ja auch alles so teuer. Wir haben da irgendwie ein bisschen
Lebensmittel eingekauft für Frühstück. Da haben wir fast 70 Euro hat die
Elisabeth ausgegeben.
Also 70 Dollar braucht die Wohnung.
Wo bei Elisabeth Wohnes Haus, das hat früher 1200 Dollar gekostet, das kostet
jetzt 6000 Dollar.
Und so schicke Geschäfte habe ich eigentlich auch noch gar nicht gesehen.
Wo ich wirklich sagen kann, die sind jetzt so schick, oh boah, guck mal.
Und dann denke ich auch manchmal, die Häuser, die geben ja auch gar kein Licht
ab. Hat mir Elisabeth auch gesagt gestern, hier wohnen nur reiche Leute.
Da waren ja nur so olle Fenster.
Das war ja nur so. Da denke ich, die haben ja gar keine Sonne, die reichen
Leute. Was ist da jetzt?
Ich bin Inana und bin 21 Jahre alt.
Ich komme aus Syrien, Damaskus.
Ich bin Sängerin, Schauspielerin, Musikerin.
Für Frauen in Syrien ist es wirklich schwer,
weil es, naja, erstens, es ist ein männliches...
dominant society in general.
I mean, it's not impossible for a lesbian woman to live, survive.
It's a very secretive community.
If anyone knows about it, you're completely in danger.
Literally in danger.
They could kill you.
And they wouldn't go to jail for it. It would be like an honor crime.
They would go to jail for like six months because they killed this sinner.
I was attacked by some soldiers.
They pushed me off of my bike and they punched me, kicked me and called me
lesbian and curses, you know. And you know, parents, Arabic parents,
they are...
They did not do it so that I wouldn't kill myself.
They were just too afraid of the scandal of me holding a flag saying I'm gay, you
know. Yeah, so it took them some time, but then we sold our house and we left
me, my mom and my little sister.
It wasn't mainly because I'm gay, but of course it was because of the war.
We tried a lot of smugglers because they are not all honest, of course.
But we were 15 people on a rubber boat made for two.
Und sie gaben uns zwei Paddeln.
Ich paddelte eigentlich von Bodrum in der Türkei bis auf die Kos-Insel.
Das Schrecklichste daran ist nicht, dass ich sterben werde, sondern dass meine
Mutter und meine kleine Schwester verärgert werden.
We got to Kos Island and we waited for like eight days or something for a paper
that allows you to go legally from the island to Athens.
We arranged with the airplane smugglers. We had to split and
I used a fake ID, someone else's name, and I went to Paris.
Then I flew to Paris with someone else's name.
Von Paris führte ich den Zug von Mannheim nach Berlin.
Von
Paris
nach Berlin.
Meine Mutter war 20 Tage in Athens gestorben.
Es würde nicht funktionieren, um auf dem Flugzeug zu kommen. Also musste sie
durch diese schreckliche Weile kommen, also durch Serbien und Mazedonien.
Und sie würden durch Bäume fahren und von
Polizisten und Hunden gefolgt werden.
Endlich kam sie hierher, nach Berlin.
Das ist cool.
The first time I went to a gay club?
Mann, ich war so... Die ganze Zeit war ich völlig überrascht, natürlich
nicht so, aber ich war überrascht, weil ich nie gesehen habe, dass
so viele Lesbien alle auf dem gleichen Ort sind.
In den letzten Jahren kamen sehr viele Geflüchtete zu uns, die hilfesuchend
waren und darunter waren natürlich auch LSBTI-Gepflichtete, die unter
Anfeindungen und unter Repressalien in den Unterkünften erleiden mussten. Und
wir versuchten sie zu unterstützen, haben sie auch unterstützt, auch dank
der Polizei und anderen Initiativen.
Einige von ihnen wollen nur Drogen, Party und Sex mit randomen Leuten.
Und für mich war das so großartig.
Für mich war das so, ich habe meinen Platz gefunden, ich habe meinen Platz
gefunden. Wenn Leute auf die Tür klicken, kannst du sagen, fuck off, wir
haben Sex.
Und du schließt die Tür.
Aber in Syrien, du wärst die ganze Zeit verärgert.
Es ist wie ein Imprisonment von bis zu 14 Jahren, um gay zu sein in Syrien.
It's illegal.
And basically if you're imprisoned with the government,
there is no you basically anymore.
It's just bye-bye, you've vanished.
I'm sitting on my Schminketisch und pudre mich noch über.
Ich schreibe dir noch ein Liebeslied und sende es dir nach Ruba.
Kürzschung knapp, völkler.
Ja, also ich bin Petsi Lamoda-Lorf, ich bin eine Polit-Tunte, lebe seit einigen
Jahren in Berlin-Neukölln und ich organisiere Tuntenevents und ich
schreibe gerade meine Doktorarbeit zur Schwulenbewegung der 70er Jahre.
Ich bin Marcel Weber, ich bin der Geschäftsführer vom Schwurz und jetzt
hier natürlich glücklich am Rollberg angekommen zu sein.
Ich bin Kavalier Roman, ich bin einer der beiden künstlerischen Leiter im
Schwurz. Ich bin ein Transmann und mein Pronomen ist er.
Wir sind ein Schwulenzentrum und wir sind ein Schwulenzentrum, wo sich aber
nicht nur Schwule, sondern eben auch Lesben, Transleute, weder noch wer auch
immer wohlfühlen sollen.
Das wurde seit im Herbst in zwei Jahren in Neukölln an der Rollbergstraße. Und
kurz vor dem Umzug nach Neukölln wurde ich auch von Michaela von Fisbach, also
sie hat mich damals angerufen.
Und gesagt, Patsy, du organisierst doch immer so Polit-Hundensaus und Vorträge.
Mach doch mal was Politisches im Schwurz. Ich denke tatsächlich, dass es
ein mutiger Schritt war, nach Neukölln zu gehen. Und es braucht ja immer
Mutige, die vorangehen und Pionierarbeit leisten.
Es gibt sicherlich auch einen Haufen Machos hier, aber es gibt auch alles
andere. Und ja, das war eine mutige Entscheidung.
Wie ist es bei türkisch-arabischen Community?
Trauen sich da Schwule und Lesben hierher? Ich weiß nur, dass viele
einfach empfohlen, hierher zu fahren mit der U-Bahn, mit dem Taxi.
zu Fuß kommen, weil sie in der Nähe wohnen. Und ich habe bisher überhaupt
nichts von Übergriffen mitbekommen.
Wir wissen auf jeden Fall auch, dass wir sehr viele queere Geflüchtete haben, die
gerade jetzt in letzter Zeit nach Deutschland gekommen sind.
Und tatsächlich arbeiten wir auch einfach mit ganz vielen
unterschiedlichen Gruppierungen zusammen, zum Beispiel mit der Salam
Shalom Initiative.
Das sind quasi Juden und Muslime, die sind schwul, lesbisch, hetero und die
kämpfen auch gegen dieses Bild von Neukölln als No-Go-Area oder wo es eben
diese rassistischen Zuschreibungen auch gibt. Mir ist auch in Neukölln noch nie
irgendwas passiert.
Mit der Polymorphia, die ich da organisiere, die ja immer Vortrag, Film,
Show und dann so eine Sputzparty ist, ist, dass da sehr unterschiedliche Leute
zusammenkommen. Also das sind einmal ältere, jüngere, mittelalte, Homo- und
Transleute, die da zusammenkommen.
Hallo und herzlich willkommen zur gefühlt hundertsten Polymorphia der
Welt!
Die letzte Woche lag für mich im Zeichen von Trauer und Angst.
und Wut und auch Entmutigung, muss ich tatsächlich sagen.
Und ich habe hier keine großen Worte während dieser Show zu dem Anschlag in
Orlando zu verlieren.
Ich bin einfach froh, dass ihr alle hier seid.
Die Polymorphia ist für mich nicht so, dass sie jetzt erst recht feiert,
sondern auch trotz gegenüber dem Hass, mit dem wir uns die ganze Zeit zu tun
haben und auch trotz gegenüber denen, die uns irgendwie in eine kleine Form
pressen wollen.
Diesen Beispiel jetzt bei dieser Trauerfeier zu dem Anschlag auf das Palz
in Orlando.
Da war ich mit einem Freund und wir haben uns dann bei dieser Trauerfeier
umarmt und geküsst zum Abschied.
Und dann stand da ein Typ, der dann meinte, scheiß Schwule, auf dieser
Trauerfeier. Und dann sagte der Freund, was hast du gesagt? Malia, du hast schon
richtig gesagt, scheiß Schwule. Und dann sind da Leute gekommen, haben mit dem
diskutiert. Und er meinte dann so, ja das ist ganz schlimm, dass da Menschen
umgebracht wurden, aber zwei Männer, die sich küssen und umarmen, das will ich
nicht sehen, das ekelt mich an.
Und da ist was drin, was ja wirklich sehr alt ist. Da ist ein Neid drin auf
das, was er sich selber nicht zugesteht. Also von was ganz Konkreten wie Analsex
über dieses vielleicht weiblicher Sein.
Die erste Überlegung war, ich will was übers Arschficken singen und es muss ein
Lied sein, was ich so richtig beschissen finde. Dann habe ich mir Sarah Corner
vorgenommen und die finde ich fürchterlich.
Ich habe auch in dem Lied gesungen, geh mir nicht an den Po, singt der Hetero
und das ist der Grund wahrscheinlich dafür, dass er uns so hasst, nämlich
dieser Neid, das nicht zu tun, was so geil ist. Weil ich denke mir, wie kann
man so blöd sein und auf anale Freuden verzichten. Ich bitte um einen sehr
großen Applaus für die Hackfleischtorte der Travestie.
Das lyrische Omelette.
Applaus für Lugnuria, Rubina, Rosa...
Und jetzt lebe ich hier am Hermannplatz über dem Ficken 3000, wo was los ist.
Also immer wenn ich rausgehe, sind da Leute und das liebe ich. Also das ist
wirklich so ein Traum, den ich mir erfüllt habe.
Also es ist so eine Gleichzeitigkeit. Man hat so etwas extrem offenschwules,
das heißt auch noch Ficken 3000 mit dieser Regenbogenfahne, dann nachts mit
dem leuchtenden Ficken 3000 Schild und es geht.
Also was da so mein Problem damit ist, dass wenn ich mit meinem Freund
händchenhaltend rausgehe oder vor allem wenn ich im Fummel rausgehe, dass es
andauernd Anfeindungen gibt.
Also manchmal auch, wenn ich einfach nur Nagellack trage oder wenn ich irgendwie
mal jemandem zu schwul vorkomme. Dass dann schon über diese vierspurige Straße
draußen, weil es von der anderen Seite Leute zum Teil angerannt kommen und auf
dem Weg von meiner Haustür zum Taxi versuchen, mich da anzugehen oder zu
attackieren und beschimpfen.
Es werden wieder komplizierte Bühnenaufbauten von Löten sein.
Ich hoffe, ihr entschuldigt kurz.
Währenddessen...
Währenddessen möchte ich darum bitten, dass wir einmal aus lauter Geilheit
stöhnen. Und ungefähr hört sich das so an.
In Bezug auf die AfD und Pegida und vielleicht noch auf diese Gefahr, die
von dem islamistischen Terror kommt, das ist nichts Neues in dieser Qualität des
Hasses. Das sind natürlich neue Erscheinungsformen, die aber auf etwas
Altes zurückgreifen. Und da würde ich auch tatsächlich sagen, da kommt was auf
uns zu. Also das fühlt sich zumindest als eine sehr große Bedrohung an, was da
von rechter Seite auf uns zukommt, von dem immer konservativeren und rechter
werden in der Gesellschaft.
Der Tod von Eltern, der trifft einen natürlich immer.
Und gerade weil sie Selbstmord gemacht hat, sie hat ja Selbstmord auch immer
abgelehnt, also dass sie auch dann sowas machen könnte, also das hat mich
wirklich, also sie konnte einfach nicht mehr irgendwie.
Also wenn man dann irgendwie da nicht mehr kann, dann springt man halt aus dem
Fenster. Also ich kann das dann auch verstehen, es ging dann einfach auch
nicht mehr.
Ich weiß noch, als ich ihn zum ersten Mal besucht habe und seine Eltern da in
Korbach kennengelernt habe, die mochten mich sofort, das habe ich gemerkt. Ich
wirkte so seriös, solide, ein bisschen so Schwiegermutters Liebling vielleicht
auch. Was hatte ich für ein Verhältnis zu meiner Mutter? Ja, ich hatte jetzt
schon gut, meine Mutter hat alles für mich getan, meine Eltern haben alles.
für mich getan.
Meine Eltern wollten halt immer, das ist mir gut so. Also ich hatte eine schöne
Kindheit und eine schöne Jugendzeit und so.
Und jedes Kind liebt ja seine Eltern und auch die Mutter.
Und es ist halt dann auch schon schwer, wenn dann beide Eltern weg sind. Also es
ist dann, da fühlt man sich auch schon so ein bisschen alleingelassen.
Das ist schon eine schlimme Zeit.
Und Stefans Vater war ja Finanzbeamter.
beim Finanzamt Korbach, Abteilung Lohnsteuer. Und seine Mutter war
Chefbuchhalterin in einem renommierten Korbacher Feinkost-Delikatessengeschäft.
Also so ein Zahlenhaushalt.
Immer super akkurat. Es war alles immer super ordentlich.
Kommen nie wieder, sie waren immer für mich da.
Die Sommer der Kindheit, sie kehren nie wieder.
Nie wieder, ermahnen mich ihre Stimmen.
Nie wieder, die hopsende Amsel über den frisch gemähten Rasen.
Nie wieder, Stefan, nun lern endlich schwimmen.
Die Sommer der Kindheit, sie waren so herrlich warm, viel wärmer als heute.
Habt Dank für eure Liebe, die Obhut, die Güte,
die Zuversicht, das Leben.
Ich werde euch niemals verlieren.
Ja, mein Vater hat immer gesagt, Stefan, das Haus habe ich ja nur für dich
gebaut.
Ja, deshalb bin ich auch enterbt, habe das Haus halt nicht gekriegt, weil ich
halt auch so nicht geworden bin, wie sie wollten.
Also im Testament steht dann auch, weil meine Ausbildung auch zu teuer war, also
sie hätten mich eigentlich nicht enterben brauchen.
Das wäre echt nicht nötig gewesen.
Hier wäre ich vielleicht nie auf die Idee gekommen, irgendwie Frauensachen
anzuziehen. Hier ist ja alles so akkurat.
In Berlin ist das ja so dann auch rausgekommen. Das ist dann einfach so,
ich bin in die Stadt gezogen und das war dann einfach so, du musst das jetzt
machen.
Von Tod meiner Mutter, ja.
Ja, meine Mutter hat sich dann aus dem Fenster gestürzt auf die Kellertruppe
mit 82.
Was mein Vater dann noch zementiert hatte früher, aber sie wollte nicht alt
werden und war tablettenabhängig.
Sie hat auch noch einen Abschiedsbrief hinterlassen.
Verzeiht mir? Nee, wir werden ihr verzeihen, klar.
Aber es bleibt einem doch immer an einem Heften.
Ja, meine Mutter hat auch einen Schaden gehabt eigentlich. Sie hat immer
gedacht, ich habe eigentlich einen Schaden, aber sie hatte eigentlich einen
Schaden. Jetzt höre ich aber auch mal auf zu reden.
Jetzt geh mal weiter, ich sammere hier vor dem Haus.
Das ist echt.
Jetzt höre ich mal auf mit jammern.
Ja, traurig sein, das kann auch schön sein.
wo man traurig ist.
That roses and new money That
is the time of my word That is
my life with honey But there are the times
where will them go
Als es in Berlin grau und dunkel war und die Scheu und
Schüchtern durch die Straßen ging, da roch es nach Kohlenstaub.
Vor menschenleeren Häusern. Du brauchtest kein Geld, du
brauchtest nur Mut. Du musstest vielleicht nur jung sein.
Berlin, du und ich, wir waren so ungeschminkt. Und überall lachte mich
die große Mauer an. Und das ziemlich mies.
Doch Berlin...
Du warst immer schon ein Paradies.
Can't find what you're looking for?
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