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Original subtitles

Paul!

Paul?

Rauf mit der Kiste.

(Motor startet)

Paul, den 19er.

Danke! - Bitte, bitte.

Du, Willi! Da in der Pension Flora, da duscht wieder eine.

Welche ist es denn? - Noch nie gesehen, das muss ein Neueinkauf sein.

Ma�e?

87-58-87, sch�tze ich. - Zeig mal her!

He! Mach lieber meine Karre fertig! Ich will Montag nach Rimini.

Sorg gef�lligst daf�r, dass deine Br�ute dich immer ablenken.

Hauptsache, der Typ kann immer jemand bei der Arbeit zugucken, wa? - Ja.

(Radio) ...viele Probleme. Unsere Stadt hat aber einen Mann, der sie zu l�sen wei�:

Horst Neumann, unser B�rgermeister. Denn: Auf den K�pt'n kommt es an!

Bl�dmann! Wir sind doch hier nicht auf der Nordsee.

Paul!

Paul, was ist denn los?

Paul? - Psst. Bullen!

(Polizist) Sch�nen guten Tag. Herr Schulze, ja? - �h... ja?

Siegfried Grunsky, Hauptmeister. Das ist mein Kollege Kuballa.

Sagen Sie, wir haben eine Meldung erhalten, dass ein gewisser Paul Wudke...

bei Ihnen gesehen worden sein soll. - Paul? Wat... Wer soll'n das sein?

Der Junge ist, �h... 11 Jahre alt, ca. eins f�nfzig gro�,

hat braune Augen und mittelblondes kurzes Haar mit Pony.

Ach, er reitet? - Nee, mit Pony.

Ach so, ja... Hier, ja. Und was hat er ausgefressen?

Er ist zum siebten Mal aus dem Erziehungsheim ausgebrochen.

Mit dem Pferd? - Nein, nicht auf dem Pferd! Na ja, jedenfalls soll er...

bei Ihnen gesehen worden sein. - So einer soll bei mir gesehen worden sein?

Also, bei mir verkehren nur anst�ndige Leute. Mitwenigen Ausnahmen...

Sollte er also bei Ihnen auftauchen und Sie melden es nicht... Das ist strafbar.

Das wissen Sie schon? Oder? - Nee, aber gut, dass Sie es mir sagen.

Geh ma?

Du, Willi?

Warum sind die immer zu zweit?

Na, ganz einfach: Der eine kann lesen, der andere schreiben.

"Auf den K�pt'n kommt es an". Ich kann mich nicht erinnern,

je so eine M�tze getragen zu haben. - Das ist Retusche, Hotte.

Du hast doch nie Zeit f�r ein anst�ndiges Foto. - Frau Doktor Schneebusch!

Wie finden Sie die Kampagne? Genial oder bescheiden? - Eher bescheiden.

Die letzte Umfrage zeigt doch auch, dass wir rapide an Boden verlieren, oder?

Ja, welche Agentur macht denn diesen ganzen Mist hier? Die PKW?

Die war dir ja nicht gut genug. Wir sind bei der WAH.

Warum nicht die AWU? - Die sind bei der DFP.

Also, meine Herren, so geht das nichtweiter!

Das ist doch alles K�se! Wir brauchen ein neues Konzept!

Wir brauchen einen Profi und keinen Dilettanten! Einen Spezialisten!

Einen Experten!

(Wecker klingelt)

Willi!

Los, Willi, aufwachen!

Soll ich dir mal zeigen, wie wach ich bin? Pass mal auf, hier... (Paul lacht)

Entschuldige, aufpassen! - Was hei�t denn ich? Du!

Achtung!

Oh! Paul!

Paul!

Willi! Was haben wir denn heute? - Montag. Warum?

Weil der Hugo da ist. - Ach du Schei�e, jetzt schon? Hallo...

Morgen! L�uft die Sch�ssel? - Im Prinzip schon. Muss nur mal kurz durchchecken.

Kupplung, Getriebe, Bremsen... - Bremsen sind wurscht.

Hauptsache, das Gas funktioniert. Also her mit der Karre!

Moment, Moment! Ohne Probefahrt kann ich die Karre nicht rausgeben.

Kennst mich ja. - Dann sitz hier nicht rum, wir haben's eilig, Mann! Die Adria ruft.

Okay, okay, okay... Paul! Runterschlucken, abseilen!

Du bist aber m�chtig streng heute!

(Motor startet)

Wie lange dauert's denn jetzt noch, Hugo?

Lange genug, dass du noch ein paar Takte arbeiten kannst. Also trippelditrapp!

Die Koffer bleiben hier!

Sag mal, willst du dich nicht ein bisschen vorbr�unen, bis ich wieder da bin?

Wieso? - Na, dann kriegst du in Rimini nicht gleich einen Sonnenbrand.

Ach ja? Und wo? - Nicht hier. Da oben!

So. Bitte!

Und...

Willi!

Prinzip H�hensonne. (Willi pfeift)

Willi? - Ja?

Wie lange darf man hier drunterliegen? - Nur so lange, bis ich wieder zur�ck bin.

Na, fertig? - Alles klar.

Prima. (Telefon klingelt)

Hier spricht der Anrufbeantworter. Willi Schulze, Ihr KFZ-Experte.

Falls Sie eine Nachricht hinterlassen wollen, sprechen Sie nach dem Signalton.

Ich bin aber in zehn Minuten wieder da.

(Flugzeug dr�hnt laut)

Also Blinker okay.

Lenkung auch okay.

Gas.

Bremsen...

(Reifen quietschen laut)

(Lauter Knall)

Also ich glaube, bis Rimini kommt der heute nicht mehr.

Wohin, Mister? - In die Stadt.

Okay, steigen Sie ein.

Sie sind nicht von hier, was? - Woran sehen Sie das?

Na hier, an lhrer Karre. Mietwagen. Aber nett, dass Sie angehalten haben.

Ich wollte mal den Mann von der Stra�e kennen lernen. - Ah, verstehe.

Prinzip Menschenfreund, was? - Nein, nein. Ich bin wegen des Wahlkampfes hier.

Moment mal. Wahlkampf? Halten Sie bitte an, ich m�chte aussteigen. - Bitte?

Nehmen Sie es mir ruhig �bel, aber neben Politikern kann ich nur im Flugzeug sitzen.

Wieso? - Weil's im Flugzeug immer diese T�ten gibt. Oder haben Sie auch eine hier?

Keine Angst, ich bin kein Politiker. Ich bin Wahlkampfexperte.

Na, das geht ja noch. - Ich hab zum Beispiel den Pr�sidenten der USA gemanagt,

und ich habe den Wahlkampf f�r den Oberb�rgermeister von New York gewonnen.

Das geben Sie auch noch �ffentlich zu? - Ja.

Und jetzt arbeite ich hier f�r die Deutsche Volkspartei.

Typisch! DVP... Das sind die Pfeifen, die hier vier Jahre lang Mist gebaut haben.

Ausgezeichnet. Und was halten Sie von der DFP? Der Deutschen Fortschrittspartei?

Das sind die Pfeifen, die vier Jahre davor Mist gebaut haben.

(Flugzeugbrummen)

Ja, spinn ich, oder was? Istwas mit meiner Aussprache nicht in Ordnung? Oder ist...

mein Dialekt nicht zu verstehen? Was habe ich letzte Woche klar und deutlich gesagt?

Wenn dieser Klon da oben nicht sofort verschwindet,

dann schie� ich ihn eigenh�ndig ab! - Kappen! Sofort kappen!

"Auf den K�pt'n kommt es an". Woran denken Sie, wenn Sie das lesen?

An die Titanic. - An eine Katastrophe. Genau meine Meinung.

Kennen Sie das Geheimnis meines Erfolges?

N�, aber interessiert mich auch nicht. - Don't think twice. It's alright.

Wie bitte? Was? - "Nicht zwei Mal dar�ber nachdenken. Es ist in Ordnung."

Don't think twice. It's alright. Musik gef�llig?

Don't think twice. It's alright. (Musik aus dem Autoradio)

Das waren Zeiten, was? - Glenn Miller. In dem Punkt sind wir uns einig.

Bremsen!

Gas geben. Gas geben!

Warum bremsen Sie denn nicht? - Das geht nicht!

Fenster auf!

Vorsicht!

Was ist jetzt mit Bremsen? - Geht doch nicht.

Links!

Rechts!

Geradeaus!

Bremsen! - Kann nicht!

Bremsen...

Aussteigen...

T�r zu!

Wie geht's? - Immer geradeaus und dann rechts.

Ist es okay, so lange unter diesem Ding hier zu sitzen?

Wenn der Willi sagt, bis er zur�ckkommt, dann ist das in Ordnung.

Are you Mr. Schneider?

Ob you Mr. Schneider are, hat mein Kollege gefragt? Oder wie hei�en Sie?

Glenn Miller. - Wie?

Ach, h�r doch auf. Du siehst doch, dass er unter Schock steht.

Aber nur so lange, bis ich wieder zur�ck bin.

Mr. Schneider, kann ich Ihnen irgendwie helfen?

Don't think twice. It's alright. - Wie bitte?

(Brillenglas zerbricht)

Kann der auch schreiben oder lesen?

Ob Fisch oder Fleisch istwurscht, Gudrun! Ich bin mitten im Wahlkampf!

Koch irgendetwas! Ich wei� gar nicht, ob ich dann da bin! Tsch�ss! - Hotte?

Hotte, die Laubenpieper sind unten in der Halle. - Die Laubenpieper?

Was wollen die noch? Ich hab ihnen gestern hoch und heilig versprochen,

dass ihre H�tten stehen bleiben! - Ja, aber die haben spitzgekriegt,

dass wir nach der Wahl abrei�en. - Ja, das ist dein Problem! Wimmel sie ab!

Herr B�rgermeister? - Ja, kann man denn nicht mal eine Minute f�r sich alleine sein?

Unser Experte ist eingetroffen. - Was? Na endlich! Ja, wo ist er denn?

Genau das ist das Problem. - Wie bitte?

Ist das hier richtig? - Na, da steht's doch!

Professor, sind Sie sicher, dass das Ding da ist dieser Mr. Schneider aus New York?

Ich will Ihnen mal was sagen. Seit mehr als 20 Jahren besch�ftige ich mich...

mit derartigen F�llen. Da wollen Sie mir erkl�ren... - Ja, ist ja gut.

Also, wo liegt er? - Zimmer 411.

Und der andere? - Immer noch bewusstlos.

Ja, wo ist der denn?

Ja, Mr. Schneider, was machen Sie denn da oben? - Prinzip H�hensonne.

Hallo, Mr. Schneider! Wie geht es? Hatten Sie einen guten Flug?

Hatte ich ein guten Flug? - Sie hatten einen sehr guten Flug.

Ja, im Namen der Deutschen Volkspartei hei�e ich Sie herzlich willkommen.

Ich bin Peter Schm�lling. Generalsekret�r der Partei und Wahlkampfleiter.

Auf eine gute Zusammenarbeit.

Doktor Schneebusch. Pressesprecherin.

87-58-87.

Pressesprecherin? Was ist aus Heilmann geworden?

Wir mussten die Frauenquote erh�hen. Schlie�lich ist Wahlkampf!

Brauche den 18er. - Wer bitte?

Paul!

Istwas mit Ihnen, Mr. Schneider? - Auf den K�pt'n kommt es an!

Was ist damit? - Prinzip Titanic.

Ist doch gut.

Ich wei� nicht, was Sie wollen. Der Mann ist doch in Ordnung.

Also, zusammenpacken und anziehen. Wir gehen.

Wie bitte? Das ist v�llig unm�glich. Nicht zu verantworten.

Der Patient ist nicht einsatzf�hig. Der Mann bleibt hier!

H�ren Sie, Professor. Wollen Sie nun Gesundheitssenator werden oder nicht?

�h... hello?

Don't think twice. It's alright.

Wie bitte? Was sagt er?

Sie sollen nicht lange �berlegen, es ist alles in Ordnung.

Don't think twice. It's alright. - Na bitte. Da sehen Sie!

Gehen wir?

Ja, also... Wiedersehen, Professor.

Bitte, Herr Schneider. Wir haben's ein bisschen eilig.

So, also da haben Sie ein paar Unterlagen zum Studieren auf dem Weg zum Rathaus.

Hey, Sie! Wo ist denn hier die Hautabteilung?

Sind Sie Privatpatient? - Ne.

Dann gibt's hier keine Hautabteilung.

Sehen Sie, Mr. Schneider, das ist unser Rathaus.

Hier regiert die Deutsche Volkspartei. Und so soll es auch bleiben.

Aber das ist das Problem, wie Sie ja wissen.

Nun, Sie haben sicher ein paar neue Ideen im Gep�ck.

Zum Beispiel einen neuen Wahlkampfslogan zur Einstimmung?

Vorsicht!

(Autositz knackt)

Wir m�ssen die Schrauben anziehen. - Wie?

Wir m�ssen die Schrauben anziehen. - Ach so.

Sie meinen, das w�re ein neuer Slogan? - Wir m�ssen die Schrauben anziehen.

"Wir m�ssen die Schrauben anziehen". Da istwas dran.

Griffig, einfach, bleibt im Ged�chtnis.

Guten Tag, Herr Schm�lling. - Ist der Chef nicht da?

Moment... doch, aber er ist in einer ganz hei�en Besprechung.

Kommen Sie, Herr Schneider!

Bitte, Mr. Schneider. Bitte...

So.

So, da w�ren wir.

Na, na, na, das ist eine Herrensache, Frau Schneebusch.

K�mmern Sie sich um das Hotel von Mr. Schneider.

So, Herr Schneider. Bitte.

So, darfich vorstellen?

Das ist unser B�rgermeister, Horst Neumann. Specht, Innensenator.

Herr Jacobi, Landesschatzmeister und Wirtschaftssenator.

Und das ist unser Experte aus New York, Mr. Wilhelm Schneider. - Na, endlich!

Wilhelm? Willy!

Ist auch nicht schlecht. Ich nehm das "Du" gern an. Meine Freunde sagen Hotte zu mir.

Hotte! - Na sch�n, dass du da bist!

Mr. Schneider hat schon was in petto: "Wir m�ssen die Schrauben anziehen".

Was f�r Schrauben? - Hotte! Das ist symbolisch gemeint.

Schrauben anziehen. Stabilit�t. Durchgreifen. Flagge zeigen.

Ja, verstehe. Nicht schlecht.

Einfach, griffig, bleibt im Ged�chtnis.

�h... bis Rimini kommen wir heute nicht mehr.

Warum will er denn nach Rimini? - Ja, warum wollen Sie denn jetzt nach Rimini?

In der Pension Flora duscht wieder eine.

Ist dem zu hei�, oder was? - Vielleicht ist er doch zu fr�h aus der Klinik?

Ja, mein Gott, was machen wir denn? In zwei Wochen sind Wahlen!

Ihr m�sst mehr Dampf machen!

Das ist schon wieder ein tadelloser Slogan!

(Dampf zischt laut)

(Alle keuchen und husten)

So! Und jetzt noch ein paar Pillen... - Danke.

S�, s�, s�...

und saus, saus, saus.

The, the, the...

und south, south, south.

Also: The president visits Southampton.

Was hei�t das? - Der Pr�sident besucht Southampton.

Was macht er denn da? - Ist doch v�llig egal, was er da macht!

Warum f�hrt er dann dahin?

Mr. Schneider, dies ist eine �bung f�r das TH.

Ach so, kann er das auch nicht? - Wer?

Der Pr�sident. - Also bitte!

Bitte noch mal:

The President visits Southampton.

The President visits Southampton.

Na also, war doch gar nicht so schlecht! - Thank you.

Also: wer sind Sie?

Hm... Willy?

Und weiter? - Schneider aus New York. Wahlkampfexperte.

Sind Sie jetzt sicher? - Ich nicht, aber Sie.

Wenn Sie sich nicht erinnern k�nnen, wie Sie sich verhalten sollen,

dann machen Sie einfach, was die anderen machen. Kann gar nichts schief gehen.

Das ist Frisbee. Haben Sie doch in New York sicher auch gespielt, hm?

Friss... �h, Friss... - Frisbee.

Frisbee, ja, Frisbee...

�h, gib mal her. Das ist Frisbee. Kuck mal her. Hopp!

(Klirren) Volltreffer!

(Arzt) "Methoden moderner Wahlkampff�hrer."

Dieses Buch haben Sie geschrieben. - (Willi) Ach ja?

Ja. Also: wer sind Sie?

Na, Sie werden es mir sagen, stimmt's?

Sie sind Wilhelm Schneider, geboren in Deutschland.

Mit 30 in die USA ausgewandert. Studium in Harvard,

Stanford und Columbia University. - Ja, ja.

Doktor der Psychologie... - Darf doch nichtwahr sein.

Mitarbeiter der renommiertesten Werbeagenturen der Ostk�ste...

Und an der... Westk�ste war ich nicht?

Davon steht nichts in lhrem Buch. - Dann war ich auch nicht da.

Nehmen Sie sich mal die Liege da und setzen Sie sich zu mir. - Ja, okay.

Verzeihung, meine Herren. Ich bringe die Brille von Herrn Schneider. - Ja, ja. Da.

Ihre Brille. - B... B... Brille?

Darfich Sie Ihnen aufsetzen? - Wie? Was? Wo? Warum?

Passt sie? - Ja.

AufWiedersehen.

Mr. Schneider, Sie haben den Wahlkampf f�r den Pr�sidenten gewonnen.

Das tut mir wirklich Leid.

Oh, Moment... Moment eben.

(Lautes Poltern)

Hallo?

�h... nicht gleich wieder sauer werden, aber ich glaube,

ich schaff das nicht so schnell. (Brillenglas zerbricht)

Was soll denn das hei�en, Sie schaffen das nicht so schnell?

Sie schaffen das, darauf k�nnen Sie Gift nehmen!

Ich kriege Sie hin! Da habe ich schon ganz andere hingekriegt!

Sie sind der renommierteste Wahlkampfexperte der Vereinigten Staaten!

Also stehen Sie nicht so krumm rum! Mehr Haltung! Mehr Pers�nlichkeit!

Und sollte irgendjemand Ihre F�higkeiten in Frage stellen,

den machen Sie fertig, aber nicht zu knapp! Also, wer sind Sie?

Wilhelm Schneider!

Und wer hat dieses Buch geschrieben? - Wilhelm Schneider.

Und wer ist dieser Wilhelm Schneider? - Ich, Sie Pfeife!

Wenn Sie nicht sofort einen anderen Sound anschlagen, sind Sie weg vom Fenster!

Und jetzt ab in Ihre Werkstatt! Sie Kurpfuscher!

(Reporter) Was der vermutlich heute wieder f�r 'nen Mist erz�hlt...

�h... Entschuldigung.

Willi Schneider, Wahlkampfexperte. - Ah, das trifft sich gut, Herr Schneider!

Mr. Schneider, k�nnen wir Ihnen gleich ein paar Fragen stellen? - Wie viele?

Was halten Sie, Mr. Schneider, von der Wahlaussage lhres B�rgermeisters:

"Mehr Investitionen!"

In der Kurve darf man nicht bremsen.

K�nnen Sie sich mit dem Programm der DVP identifizieren?

Junger Mann, da m�sste ich jeden Wagen selber fahren, den man repariert!

K�nnen Sie in der hei�en Phase einen fairen Wahlkampf garantieren?

Nun, jeder hat sich so zu verhalten, dass kein anderer gesch�digt, gef�hrdet...

oder mehr als nach den Umst�nden unvermeidbar behindert oder bel�stigt wird.

K�nnen Sie sich bitte etwas konkreter ausdr�cken?

N�.

Sag mal, wie stellst du dir das eigentlich vor? Uns rennt die Zeitweg!

Vor einer Woche haben wir diesen... diesen Experten einfliegen lassen,

und wo steckt er jetzt? In der Klapsm�hle! Und was haben wir bis jetzt davon?

Die Rechnung vom Professor Sch�nberg und zwei idiotische Spr�che.

Oder findet das jemand gut hier?

Good afternoon, Ladies and Gentlemen. Ich bin Willy Schneider.

Na, was liegt an?

Tag, Willy. Wie geht's denn so?

Gut. War gerade beim T�V. F�r die n�chsten 2 Jahre bin ich wieder voll da.

Was kuckst du denn so? Gibt es Probleme, oder was? - Ja.

Komm mal mit.

Zum Beispiel das hier.

Was soll das sein? - Deine Slogans.

"Wir m�ssen die Schrauben anziehen. Wir m�ssen mehr Dampf machen."

Na und? Was soll daran schlecht sein? - Wir dachten, als Sie das kreierten...

Da waren Sie doch nicht so ganz... - Dachten Sie?

Au�erdem ist unser Budget so gut wie aufgebraucht. Sollten Sie vorhaben,

die gesamte Konzeption umzustellen... - Wer ist denn der Vogel?

Jacobi, unser Schatzmeister.

Ich meine, haben Sie eventuell die Absicht, die gesamte bisherige Konzeption einfach...

Ja, Schatzi. Prinzip Papierkorb. Meine Herren, wir brauchen einen �lwechsel.

Was sich bis heute abgespielt hat, waren doch alles nur Abgase.

Willy... Dein Konzept, das funktioniert vielleicht in Amerika,

aber... nicht hier bei uns.

Herr B�rgermeister?

(Leise) Ich habe die Umfrage... - Lauter!

Ich habe hier die Umfrageergebnisse f�r die beiden Slogans. - Ja, und?

Wir sind ein Kn�ller. Haben wie eine Bombe eingeschlagen! Allgemeiner Tenor:

Griffig, einfach, bleibt im Ged�chtnis.

Na also, was sag ich immer?

So viel anders als wir sind die gar nicht, unsere amerikanischen Freunde.

Na bitte!

Also, ab heute wird gemacht, was ich sage. Noch irgendwelche Einw�nde, Schatzi?

�h... Sie meinen, soll das hei�en, dass ich als Wahlkampfleiter...?

Genau das soll es hei�en. Ab sofort bleiben nicht mehr Sie im Wahlkampf, sondern ich.

Willy Schneider, Wahlkampfexperte. Oder?

Okay. Gut.

Ab heute wird gemacht, was er sagt.

Ausgezeichnet, Hotte! An den Tag werden wir noch lange zur�ckdenken.

Exzellent.

Warum ist das nicht uns eingefallen?

Ich bin nicht sicher, ob das gef�llt, Herr von Ludwig.

Also meinem Gef�hl nach ist das Ganze zu banal. - Banal?

Denken Sie an unsere W�hler. Kann doch gar nicht banal genug sein.

Auf jeden Fall ist das besser als all das,

was sich unsere Experten ausgedacht haben.

Wieso? Gef�llt Ihnen unser Slogan nicht mehr?

"Arbeit f�r alle, wir meinen es ernst."

Da kriegt man ja Angst. Klingt nach Zwangsarbeit.

Und dann noch schwarz-wei�...

Signore Schneider. - Jawohl.

Prego. - Ach so...

Prego.

Due coperti, Signore?

Prego, Signore.

Aperitivo, Signore?

Antipasto, Signore?

Pesce o carne?

(Willi murmelt unverst�ndlich)

Fegato a la Veneziana?

(Willi murmelt wieder)

Trippa Romana?

Cozza la casa?

Toiletta?

Wo wollen Sie denn hin, Herr Schneider? - (Fl�stert) Das hier ist nichts f�r Sie.

Wieso denn? Der B�rgermeister isst auch immer hier.

Na Mahlzeit, der hat... der hat... - Setzen wir uns doch.

Vorsicht.

Aperitivo, Signora? - Wie immer.

Si.

Nun machen Sie nicht so ein Gesicht. Die Kampagne l�uftwunderbar. - Ja?

Apropos... Haben Sie sich schon Gedanken �ber die Kalkulation gemacht?

Ja, ich habe, Sie haben...

Ich soll Sie aber darauf hinweisen, dass wir mit 1,5... im Minus sind.

Eins Komma f�nf?

Ja. Also, was veranschlagen Sie?

Eins Komma f�nf.

Bitte? Sie meinen noch einmal 1,5 Millionen?

Ja, sicher. Und zwar mindestens. Eins Komma f�nf... Eins Komma f�nf.

Entschuldigen Sie, Herr Schneider, aber das muss ich ja gleich mal durchgeben.

Dann geben Sie es gleich mal durch. - Ja. Eins Komma f�nf...

Willi! (Paul klopft ans Fenster)

Hallo Willi! Ich bin's, Paul!

Schei�e! Ich bin's, Paul!

(Paul ruft und klopft gegen die Scheibe)

Hau ab! - Nein, ich will zu Willi.

Du sollst abhauen, verschwinde! Oder soll ich lieber die Polizei rufen?

Komm!

Machen Sie sich keine Sorgen, Herr Schneider. Das mit dem Geld klappt.

Thank you.

Mr. Schneider, ich h�tte mit den Herren etwas zu besprechen.

Tun Sie sich keinen Zwang an. - Ja, aber...

So, nun zur Sache, Gentlemen.

So, ich bin ja der Experte, und wer sind Sie?

Milestein, Bevollm�chtigter des STUA Konzerns. - Und Sie?

Kr�ll. Vorsitzender des F�rdervereins f�r politische Bildung.

Und... worum geht's? - Um unsere Parteispende. Eins Komma f�nf.

Sieht gut aus, hm.

Ihre Quittung. So, Herr Schm�lling, das m�sste reichen f�r Ihre Endphase.

War das nicht ein bisschen umst�ndlich? Warum hat denn der Herr das Geld...

erst dem, und der dann dem, und nicht gleich der dem die Kohle, also...

Wenn er's nicht erst dem F�rderverein gibt, kann er's nicht von der Steuer absetzen.

Tolle Waschanlage, was? - Ja...

Na? Was liegt jetzt an? - Parteifreunde treffen.

Gem�tliches Beisammensein bei dir im Garten. - Ach ja...

Hier ist deine Rede. Bitte.

Und wie lang wird deine sein? - Meine?

Na, deine Rede? - Welche Rede?

Na die, die du in New York vorbereitet hast. - Die?

Nicht so lang, glaub ich. - Viel Zeit haben wir eh nicht.

Geh ma.

Achtung! (Alle klatschen)

(Frauenchor singt) Kein sch�ner Land in dieser Zeit,

als hier das unsre weit und breit,

wo wir uns finden wohl

unter Linden zur Abendzeit,

wo wir uns finden wohl

unter Linden zur Abendzeit!

Dass wir uns hier in diesem Tal,

noch treffen so viel hundertmal,

Gott mag es schenken... - Danke!

Danke! Vielen Dank! Das Lied kenne wir ja alle... (lacht)

Liebe Freunde, wir sind heute hier an dieser Stelle zusammengekommen,

um im engsten Kreise den gelungenen Start...

unserer neuen Wahlkampfkampagne zu feiern.

Bei dieser Gelegenheit m�chte ich Ihnen den Mann vorstellen,

der mit unkonventionellen Ideen frischen Wind in die schlaffen Segel...

unseres Wahlkampfschiffes gepustet hat. Unser Freund...

Willy Schneider! (Applaus)

Wo ist er denn?

Willy? Wo bist du?

Willy?

Hier.

(Hotte) Wir alle wissen... wir alle wissen!

Wir alle wissen, dass wir ihm die gelungene Wende...

in unserem Wahlkampf zu verdanken haben.

Die volksnahen und griffigen Ideen,

Slogans und Plakate haben dazu gef�hrt, dass wir...

Herr Schneider? - Ja?

Ihre Brille. - B... B... Brille? (Hotte redet im Hintergrund weiter)

Darfich sie Ihnen aufsetzen? - Ja, wie? Wo? Was? Warum? Wieso?

Passt sie? - Ja.

AufWiedersehen.

(Hotte) ...das sage ich hier und heute!

Dass ich wei�, dass ich euch da aus dem Herzen spreche.

Wir wissen alle, worum es geht.

Es geht darum, dass wir auch die letzten Unentschlossenen,

die noch gar nicht wissen, wer ihre wahren Interessen vertritt,

dazu bewegen, am Wahltag auch ihr Kreuz in unsere Urne zu werfen.

Und nun hat das Wort unser Experte Willy Schneider!

Ich habe... Was?

Willy, komm doch rauf! - Ja. Ich bin gleich wieder da.

Na, komm hoch, Willy!

Haben Sie ein Taschentuch? - Ja, aber das brauch ich selber.

Willy Schneider! Bitte.

(Willi r�uspert laut)

(Willi) Lieber, lieber... lieber... �hm...

Lieber Hotte Neumann...

Liebe Freunde von der Partei da.

Ich bin...

Willy Schneider, ja?

Und ich bin nicht aus New York...

hierher gekommen, um lange Reden zu schwingen.

Wie Sie alle wissen, war ich Mitarbeiter an den renommiertesten...

Werberelationsagenturen an der Ostk�ste.

Und an der Westk�ste war ich auch, ja... nicht?

Auch wenn nichts davon in meinem Buch steht. - Alles in Ordnung!

Und ich habe das ja dr�ben...

schon h�ufiger bei �hnlichen Anl�ssen gesagt,

und auch der Pr�sident stand ja bekanntlich voll hinter mir,

worauf es im Wahlkampf ankommt, n�mlich auf... �hm...

das Wesentliche.

Nur durch die permanente Identifizierung mit dem Spitzenkandidaten da,

�hm... erreichen wir die systematische Organisationsstruktur, nicht?

Also, ich sage hier mal ganz schlicht und einfach, �hm...

synchrone Aktionskonzeptionsakzeptanz.

Ja. (Applaus)

Und das war's eigentlich. Also mehr m�chte ich hier und heute,

hier und heute nicht, �hm... von mir geben.

Bravo! - Was?

Bravo, Willy! Ganz gro�e Klasse! - Ja?

Ich werde dich jetzt ein paar wichtigen Leuten vorstellen. - Warum denn?

Eminenz, darfich Ihnen Mr. Schneider vorstellen? Willy, unser Bischof.

Nice to meet you, Mr. Schneider. - Gleichfalls nice.

�hm... - Der Ring!

Donnerwetter. Ein toller Brummer. Wo haben Sie den her?

Altes Familienerbst�ck, was? Und wie geht's sonst so?

Na ja, unser Bischof hat Sorgen. - Welcher Art?

Die Kirche verliert ein bisschen an Anziehungskraft.

Vielleicht hast du auch f�r ihn ein paar gute Ideen.

Ach so. Ja, manchmal wirkt ja so eine ordentliche General�berholung Wunder.

Ganze Vereinsinspektion. Z�ndkerzen erneuern und so.

Ach, und Sie meinen, dann springt der Funke wieder �ber? - Genau so.

Ihr Bier, Herr Bischof. - Vielen Dank, mein Kind.

Nette Bedienung. H�bsches Fahrgestell. Mit der auf der Hebeb�hne...

Das ist meine Frau.

Und wo ist Ihre? - Wie meinen Sie das?

So, ich meine... ich bin gleich wieder, nicht?

Specht. - Wo?

Specht. - Wo denn?

Innensenator. - Ach so, ja.

Wir hatten bisher nicht die Gelegenheit, uns bekannt zu machen.

Meine Gratulation zu lhrer Kampagne, Herr Schneider.

Ja, ich habe den Pr�sidenten gemanagt, den Oberb�rgermeister von New York,

ich habe gerade dem Pfarrer aufs Pferd geholfen. - Ich wei�, ich wei�, ich wei�.

Und morgen das Gruppenfoto mit der Regierungsmannschaft. - Gruppenfoto?

Ich meine, es m�ssen ja nicht alle mit drauf auf das Plakat.

Das sehe ich genauso. Aber dar�ber sollten wir in Ruhe sprechen.

Wo w�rden Sie denn am liebsten hingehen, Mr. Schneider? - Ja, ja.

Wohin? Ach so, ja, ja, �h... Da, wo ordentlich was los ist, nicht?

Oh, �hm... Ich muss mal eben...

Bin gleich wieder, ja?

Danke.

Herr B�rgermeister? - Ja? Na, l�uft doch prima, wa?

Mit Herrn Schneider stimmtwas nicht. - Unser Fr�ulein Doktor...

kann es einfach nicht ertragen, dass ein Mann bessere Arbeit macht als sie.

(Hotte lacht h�misch)

Na, irgendwo in der Schweiz haben die Frauen kein Wahlrecht,

und es ist auch eine Demokratie. - Und was f�r eine!

So, meine Herren. Fahren wir?

�h... Hat's geregnet?

Hat's? Nee.

Na also, gehen wir.

(Stimmengewirr)

Bleiben Sie bitte da hinten stehen. Also, meine Herren, so geht das wirklich nicht.

Wer hat denn hier das Sagen? - Ich nat�rlich. Wer sonst?

�h, damit eins gleich ganz klar ist, meine Herren:

Aufs Plakat kommt nur drauf, wer popul�r ist. Und seien wir mal ganz ehrlich,

also, in der ganzen Truppe sind das doch nur Hotte, Specht und Jacobi.

Alle anderen k�nnen sich schon mal 'nen netten Vormittag machen. Trippelditrapp!

Bist du nun fertig? - Ja. - Okay.

So, nun dr�ck drauf, Junge. - Sieht aus wie ein Fahndungsfoto von der Mafia.

So. - Letzte Frage: Geh�ren die Brillen zum Konzept?

Welche Brillen? Ach so, Moment... Das werden wir gleich haben.

So.

Ist so besser?

So... Nun gib Gas, Junge.

L�cheln!

Auf den Slogan dazu bin ich mal gespannt.

"Mit Vollgas in die Sonne." Exzellent!

Das ist genau das, was uns h�tte einfallen m�ssen.

Die haben nichts anderes gemacht, als unser Programm popularisiert.

Br�der, zur Sonne, zur Freiheit.

Ich versteh's nicht. Wir lagen so sch�n vorne. - Jammern Sie nicht, tun Sie was!

Sie f�hren unseren Wahlkampf, auch wenn man nichts davon merkt!

Die mit ihrer neuen Kampagne rennen uns ja v�llig �ber den Haufen.

Hier, meine Damen und Herren! Schauen Sie! Noch gibt es Wunden.

Wir k�nnen nicht alle heilen.

Aber in den n�chsten vier Jahren werden diese Schandflecke verschwinden!

Ja, also, meine Herren. Hier kommt ein Kongresszentrum hin...

und, �h... da das dazugeh�rige Parkhochhaus.

Wieder von der Baugruppe Hanke? - Was haben Sie gegen Herrn Hanke?

Die Besten setzen sich durch, stimmt's, Mr. Schneider? - Genau so.

Meine Damen und Herren, ich habe in Amerika Schandflecke gesehen...

an der Ostk�ste und an der Westk�ste. Sie machen sich keine Vorstellung.

Istwas? Geht's noch?

Schauen Sie, meine Herrschaften, dieses Hinterhofunwesen,

das ist alles �berbleibsel aus der Gr�nderzeit. Das muss alles weg hier,

da muss wieder Licht rein. Sonne, Kinderlachen.

Was ist denn hier los, was machen Sie denn hier? - Nichts Besonderes.

Da ist blo� ein Junge aus meinem Heim ausgeb�chst, und er soll hier sein.

Gestatten, Doktor Heck.

Leiter des Kindererziehungsheims "Seeblick". - Gut, aber st�ren Sie nicht.

Jawohl. - Und Sie auch nicht.

Jawohl. - Es ist sehr wichtig.

Wollen wir mal reingehen in die Ruine!

Ach, �h... Ist irgendwie was, Mr. Schneider? - Ja, hier sieht's ja aus...

Schlimmer als in Harlem! Hier w�rde ich es keine zehn Minuten aushalten.

L�nger bleiben wir hier ja auch nicht.

Sagen Sie, Frau Dr. Schneebusch, wollen Sie sich nicht mal um die Presse k�mmern?

Ich wei� schon, was ich zu tun habe, Herr Schm�lling!

Grauenvoll! Entsetzlich!

Entschuldigung, wohnen Sie hier? - Ich? Nein. Gestatten.

Stimmtwas nicht, Herr Schneider? - Wie?

Komisch, ich... ich habe das Gef�hl, als w�re ich schon mal hier gewesen.

Was, hier?

(Paul fl�stert) Psst. Psst.

Psst. - Ja?

Willi!

Ach, da bist du ja wieder!

Mensch, und ich hatte schon Angst, du willst nichts mehr mit mir zu tun haben.

Du bist der Junge vom Restaurant, stimmt's?

Hast du 'ne Macke, oder was? - Hey, nicht frech werden, Kleiner!

'Tschuldigung.

Paul?

Vor wem hast du denn Angst? Etwa vor mir?

Entschuldigung, gestatten Sie...

Aber Willi, du hast mir doch versprochen, dass ich hier bleiben darf.

Gestatten, Doktor Heck. - Ja?

Stimmt das? Kennen Sie den Jungen?

Ja, ich habe ihn erst vor kurzem in einem Restaurant gesehen.

Paul...

Paul, ich habe...

Aufhalten!

Was ist denn mit dem Jungen? - Gar nichts, Herr B�rgermeister.

Der Junge ist nur aus meinem Heim ausgeb�chst. (Paul schreit)

Fass den Jungen nicht so grob an! - Na, warum denn?

Na Hotte, die Jugend von heute sind die W�hler von morgen.

V�llig richtig, Willi. V�llig richtig.

Lass das!

Ich verstehe dich, mein Junge. Verstehst du? - Ne.

Wie hei�t du denn? - Was geht dich denn das an?

Der Junge hat eine harte Kindheit vor sich... �h, hinter sich.

Aber in Zukunft soll er es besser haben.

Er bekommt jeden Tag eine Portion Eis zum Nachtisch. Auf meine Rechnung!

Ach nee...

(Kameras klicken)

Und jetzt ab ins Heim. - Ja.

So, meine Herren.

Hey! Nicht anfassen! Hey! - Moment mal! Keine Fotos!

(Telefon klingelt)

Ja, hier Willy Schneider. - Ist Herr Schulze nicht da?

Was, Schulze? Kenn ich nicht. Hier ist die DVP, wir machen hier Wahlkampf.

Mein Auto m�sste repariertwerden. - Nein, wir reparieren keine Autos,

wir reparieren die ganze Stadt. - Aber...

Er hat selber gesagt, dass ihm alles bekannt vorkommt. Und die Sache mit dem Kind.

Und dieses merkw�rdige Telefon! - Was wollen Sie eigentlich damit sagen?

Dass er gar nicht dieser Willy Schneider ist, sondern dieser Automechaniker.

Welcher Automechaniker? - Na, dieser andere da. Von dem Unfall.

Das ist v�llig absurd. Der andere liegt auf der Intensivstation, ohne Bewusstsein.

Das wissen Sie genauso gut wie ich. - Das ist es ja. Ich hab da heute angerufen.

Er ist wieder bei Bewusstsein. Er wurde in die Psychiatrie verlegt.

In die Psychiatrie? Warum?

Weil er behauptet, dass er dieser Willy Schneider ist.

Glauben Sie, ein einfacher Automechaniker k�nnte einen Wahlkampf leiten?

Sie waren zu lange auf der Uni, Frau Doktor.

Also im Klartext, Professor. Ich brauche von Ihnen eine inhaltliche Aussage.

W�re es m�glich, dass dieser Mann dort unten gar nicht der Automechaniker ist,

sondern unser Wahlkampfexperte?

Ich muss doch sehr bitten! Wollen Sie etwa meine Kompetenzen in Frage stellen?

Das h�tte ich doch als Erster bemerkt! - Ja, gut, gut. Ich bin ja sehr beruhigt.

Denn stellen Sie sich vor, in dieser Phase des Wahlkampfes, es w�re nicht so.

Da w�rden K�pfe rollen!

Herr Professor! Der h�lt sich nicht nur f�r 'nen Ami,

der spielt auch wie 'n Ami! - Ja. Fast wie ein Neger!

Ja, ja, Freddy, die Krankheit ist schon sehr weit fortgeschritten.

Sch�n, dass du wieder da bist, Willi. - Kennen wir uns?

Da l�sst er meinen Schlitten mit dem Riesentieflader hierher bringen,

und ich darf den Transport l�hnen, weil der Meister nicht da ist.

Au�erdem ist das Getriebe im Arsch, genau wie meine Fresse.

Dann fragt er: "Kennen wir uns?"

Trotzdem, ich mach dir einen Vorschlag zur G�te.

Ich nehme jetzt die Kiste, die da hinten h�ngt, und fahr damit nach Rimini.

Und wenn ich wiederkomme, steht meine da wie eine Eins. Ist das klar?

(Motor startet)

Das ist die falsche Richtung!

(Lautes Knirschen und Krachen)

Schei�e!

Willi Schulze...

Ich bin Willi Schulze.

Es ist mir eine gro�e Ehre, dass Sie uns hier besuchen, Mr. Schneider.

Trotzdem muss ich Sie darauf aufmerksam machen, das ist alles nicht so einfach.

Es m�ssen Antr�ge gestelltwerden, polizeiliches F�hrungszeugnis usw.,

und dann das Einverst�ndnis des Jungen. - Ach, da sehe ich keine Probleme, Doktor.

Trotzdem. Wir im "Seeblick" legen gro�en Wert darauf, dass alles korrekt...

Apropos "Seeblick", wo ist dieser See? - Den haben wir leider zusch�tten m�ssen.

Wegen der Autobahn.

(Kinder rufen und lachen)

Guten Morgen!

Paul! - Ich war's nicht!

Komm doch mal her!

Da ist jemand, der will dich abholen.

Na? Da staunst du, was?

Willi!

Das hei�t nicht "Willi". Das hei�t "Guten Morgen, Mr. Schneider"!

Mister Schneider m�chte dich adoptieren.

Mister wer? - Mister Schneider.

Paul, das ist wie im M�rchen. Der reiche Onkel aus Amerika.

Aber du bist doch Willi Schulze! - Paul, �hm...

Er meint da so einen kleinen KFZ-Mechaniker.

V�llig heruntergekommenes Objekt, und das geht nat�rlich nicht.

Also, Sie meinen, der k�nnte ihn nicht adoptieren?

V�llig ausgeschlossen.

Paul, pass mal auf. Das ist n�mlich so... (Willi r�uspert)

Paul, wie soll ich es dir erkl�ren?

Ich will zu Willi Schulze und sonst zu keinem!

Tja, wie ich schon gesagt habe, Mr. Schneider...

aber gegen den Willen des Jungen... Wissen Sie, die Verantwortung, die wir...

dem jungen Leben gegen�ber haben, noch dazu, wenn es sich um den Jungen handelt,

um den sich der B�rgermeister pers�nlich k�mmert. Aber warten Sie mal...

Hier. Sie k�nnten sich doch einen anderen aussuchen.

Zum Beispiel den hier. Den k�nnte ich sehr empfehlen.

Das ist eine Mith�ranlage? - Ja.

Dann h�ren Sie mal zu. - Guten Tag! D�ring. Vorzimmer B�rgermeister.

Verbinden Sie mich mit dem B�rgermeister. - Ach, Herr Schneider! Moment, bitte.

Willy, wir sind wieder drei Prozentpunkte gestiegen. Wo steckst du eigentlich?

Ich bin im Kinderheim "Seeblick". Es geht um die Adoption von dem Jungen... - Was?

Um die Adoption... - Adoption? Wen?

Na, der Junge, den du vor kurzem... Als wir in diesem Abrissviertel waren,

da hast du ihn unter deinen pers�nlichen Schutz gestellt. Dieser sympathische...

Ach den! Willy, wir stehen kurz vor der Wahl,

und du hast nichts Besseres zu tun, als dich um so eine Rotznase zu k�mmern!

Hotte, der Junge tut mir Leid, und es w�re doch kein Problem,

wenn wir da in dieser Beziehung... Es m�sste auch mal ein bisschen...

Willy, das Schicksal eines Einzelnen spielt in der Politik keine Rolle.

Es ist ein Zitat und auch meine Meinung. Also h�r auf mit der Gef�hlsduselei!

In ein paar Stunden haben wir unseren Werbespot, und ich hab nicht mal die Rede!

Also komm jetzt sofort hierher! Jetzt hat der auch schon 'nen Sozialtick!

Wissen Sie, warum ich Fische so mag? Die widersprechen nicht.

Und waschen sich den ganzen Tag. Freiwillig.

AufWiedersehen. - Darauf k�nnen Sie Gift nehmen...

Und das meinen Sie im Ernst, Mr. Schneider? - Ja.

Wenn Sie wollen, arbeite ich ab heute f�r Sie.

Und warum?

Es reizt mich ganz einfach, Sie aus dem Keller rauszuholen.

Ich meine, mit der W�hlergunst sind Sie auf dem absoluten Tiefpunkt. - Mhm...

Und das verdanken wir Ihnen.

Und Sie haben keine Skrupel?

Sportsgeist. Ich m�chte herausfinden,

ob es mir gelingt, in den paar Tagen die W�hlergunst noch mal umzukehren.

Exzellente Waschanlage, was? - Kann man wohl sagen.

Warum sitzen Sie nicht vorne, Kerschke? - Wieso, ich sitze doch immer hier.

K�nnte ich etwas �ber Ihr Programm erfahren? Ich meine,

gibt es da irgendwelche Schwerpunkte, oder so? - Nat�rlich.

Und die w�ren? - Kerschke, machen Sie das. Ich kann's nicht mehr h�ren.

Gegen Filz und Spendenbetrug, drastische Besteuerung der hohen Einkommen,

Ma�nahmen gegen Mietwucher, Tempolimit, Verdoppelung der Sozialhilfe.

Und gibt's da irgendeinen Fernsehspot, den Sie noch nicht... - Schon abgedreht.

Aber wir haben heute eine Gro�veranstaltung in der Waldb�hne.

Presse, Rundfunk, Fernsehen, alles dabei.

Ach, da w�rde ich aber ganz gerne noch ein bisschen an lhrer Rede feilen, so...

Exzellent! - Was dagegen?

Ne.

Was ist eigentlich los hier? Nichts klappt! Wir sollten doch l�ngst drehen!

Wo ist Schm�lling? Die Pressesprecherin? Wo ist Willy?

Also, ich will euch etwas sagen, ich blase das Ganze hier ab!

Man kann mich doch beim letzten Spot vor der Wahl hier nicht einfach stehen lassen!

Willy, endlich! Wo hast du gesteckt? Also, bei aller Freundschaft, so geht das nicht!

Wo ist mein Text? - Immer mit der Ruhe, ja?

Ich wei�, was ich tue, es bleibt alles wie besprochen.

Du l�ufst von da hinten los, Kamera f�hrt vor dir her und du sagst deinen Text.

Komm, wir �ben das mal. Erster Probelauf. Ja, komm.

Bisschen lockerer. Federn. So...

So! - Ja, gut. Und w�hrend du l�ufst, sagst du:

"Wir haben die Karre aus dem Dreck gezogen, jetzt l�uft sie wieder.

Also warum dann den Motor wechseln? Es bleibt dabei. Deutsche Volkspartei."

Alles klar? Und dann lauf gleich die Stufen hoch.

Ja, ja, ich finde den Slogan sehr gut, aber sollte ich nicht ein paar Schwerpunkte...

aus unserem Programm sagen? - Ja, daran habe ich auch schon gedacht.

Den Text kriegst du nachher. Liest du dann spontan vor, so...

Ja, ich soll vorlesen? - Ja, Hotte, das klingt dann amtlich,

da merken die Leute gleich, dass du �berlegst, bevor du den Mund aufmachst.

Ja, aha. - Gut, dann gehst du schon mal bis zur Kamera,

und ich k�mmere mich um den technischen Krimskrams.

Mensch, Willy! Ein Gl�ck, dass du da bist!

An den Tag werde ich noch lange zur�ckdenken.

Wir haben die Karre... - Herr B�rgermeister, haben Sie 'nen Augenblick Zeit?

Ach Frau Doktor, Sie gibt es auch noch! - Ich war in der Nervenklinik und habe...

Ich hab mir schon gedacht, dass der Job f�r Sie zu stressig ist.

Es geht um Herrn Schneider. - Ja, ich bin froh, dass er da ist!

Herr B�rgermeister, ich bin mir sicher... Sie erinnern sich doch an die Gartenparty?

Bringen Sie mich nicht aus dem Konzept, ich muss mich konzentrieren!

Herr B�rgermeister, es ist aber wichtig. - Sie gehen mir auf den Keks, liebe Frau.

Nun machen Sie, dass Sie wegkommen. Na verschwinden Sie!

(Murmelt leise) Wir haben die Karre aus dem Dreck gezogen. Sch�n federn...

Ja, wie ich gesagt habe, der B�rgermeister will es so. Er m�chte den B�rgern...

Einblick in seine Arbeit geben. Noch nie was von Glasnost geh�rt? - Bitte?

Ja, b�rgernah. - Ich verstehe. - Na also. - Und wann?

Ja, jetzt gleich. F�rs Mittagsmagazin. - Sehr gut. - Also Programm�nderung.

Das ist keine Aufzeichnung, sondern wir gehen gleich live auf Sendung.

Und auf gar keinen Fall abbrechen, egal was passiert. Klar? - Alles okay.

Best�tigen Sie das bitte noch mal. Augenblick. - Ja, ist alles okay.

Klar. Okay, danke. Also auf keinen Fall abbrechen! - Gut.

Tja... dann gehen wir eben live auf Sendung.

Live? Wer sagt das?

Der B�rgermeister oder dieser Mr. Schneider.

Ist doch okay, oder? - Wenn Mr. Schneider das sagt.

In unserer Partei zweifelt niemand an seinen F�higkeiten, wissen Sie.

(Moderator) Und nun, meine Damen und Herren, folgt live...

das letzte Wort zur Wahl unseres B�rgermeisters Horst Neumann.

Abfahren!

Wir haben die Karre aus dem Dreck gezogen! Nun l�uft sie wieder!

Also warum dann den Motor wechseln?

(Hotte schnauft und keucht) Es bleibt dabei... Deutsche Volkspartei...

Ja, Hotte, sehr gut! Bisschen mehr federn, lockerer. - Nicht so schnaufen, Horst!

Mensch, Gudrun, nun mach mich nicht nerv�s! Das Ganze ist schon schwer genug!

Das kann man so nicht senden, damit ist doch der Mann erledigt!

Machen Sie das, was Mr. Schneider gesagt hat, ja?

(Passanten lachen)

Wir haben die Karre aus dem Dreck gezogen. Nun l�uft sie wieder.

Also warum dann den Motor wechseln? Es bleibt dabei...

Horst, was soll denn dieser Pulli? - Der andere war f�r Spitz, verdammt!

Doch nicht das scheu�liche Ding! Was sollen die Leute denken?

Ist mir doch schei�egal, was die Leute denken! Ist das klar, herrgottnochmal?

Nicht fluchen, das ist unchristlich. - Aus der Kirche bin ich l�ngst ausgetreten.

Wegen der Steuer, oder was? - Klar. Bleibt aber unter uns.

Herr B�rgermeister, Telefon. - Hau doch ab, Mann!

Mensch, hau doch ab! Ende!

(Passanten lachen)

Der B�rgermeister wollte es so, hat er gesagt. - Wie, was? Was? Wer hat das...?

Nun l�uft sie wieder! Also warum dann den Motor wechseln?

Es bleibt dabei! Deutsche Volkspartei!

(Lautes Lachen)

Exzellent, dieser Schneider! Der Mann ist unbezahlbar!

Trotzdem, Herr von Ludwig, wir m�ssen jetzt auf die Waldb�hne.

Wir senken Filz und Spendenbetrug,

f�r drastische Besteuerung der hohen Einkommen,

f�r entschiedene Ma�nahmen gegen Mietwucher,

f�r Tempolimit, f�r die Verdoppelung der Sozialhilfe.

Darum w�hlt der kluge W�hler diesmal die Deutsche Fortschrittspartei!

Abschalten.

Ja, wieso Fortschrittspartei? Das sind doch die anderen!

Willy, du bist mir ein ganz sch�ner Scherzbold!

Stell dir vor, die Leute machen einen Fehler und das geht auf Sendung!

Hotte, das war alles auf Sendung!

Ja, das Schicksal eines Einzelnen spielt in der Politik keine Rolle, nicht?

Also manchmal ist er wie dieser Kanzler da... Wie hei�t er nur?

Moment. - Willy Schneider. - Ach so.

Wo ist denn hier dieser Sprecherraum f�r die ganze... - Hier.

Da dr�ben.

Sprechprobe. Eins, zwei, drei.

Eins, zwei, drei. Okay.

Tag. - Guten Tag.

(Stadiong�ste jubeln laut)

Tag, Herr Schneider. Exzellent! Also ich kann Ihnen sagen,

damit gehen Sie in die Geschichte ein. Und uns bringt das mindestens 8 bis 9 % .

Und das ist noch nicht alles, denn jetzt kommt ja Ihr Auftritt. - Ja, ich wei�.

Was haben Sie vor? - Ach, das bespreche ich lieber mit Herrn von Ludwig alleine.

Ja... Moment, schlie�lich bin ich der Wahlkampfleiter, nicht? Und...

Ja, ja, Kerschke, Sie k�nnen inzwischen schon mal drau�en die Leute z�hlen.

(Hymne wird gespielt)

Bitte, Herr von Ludwig, darfich? - Danke sehr.

Ja, ich hab mir Ihre Rede durchgelesen. Da ist ja wirklich sehr viel Sch�nes dran.

Aber ich finde, man k�nnte das Ganze ein bisschen griffiger, volksn�her,

direkter formulieren. Bisschen mehr Herz, verstehen Sie? - Genau was ich immer sage.

Aber auf mich h�rt ja keiner. Na, was haben Sie denn Sch�nes vorbereitet?

Ja, zun�chst mal... das hier.

Prost. - Prost.

Warten Sie, lassen Sie mich raten. Das ist ein...

Louis de la Croix Jahrgangschampagner.

68er. Unvergessliches Jahr.

Sie trinken lieber Schampus als Bier, nicht? - Na und?

Na, was ich damit sagen will, ist: Sie, Otto von Ludwig, als Adliger...

und dann Arbeiterpartei. Ich meine, wie passt das zusammen?

Sie werden es nicht glauben, wie das Leben so spielt. Zufall, purer Zufall.

�h, verstehe ich nicht, was... was war Zufall?

(Lautsprecher) Na, dass ausgerechnet ich, Otto von Ludwig,

ein Adliger, bei den Arbeitern gelandet bin.

Das m�ssen Sie mir n�her erkl�ren. - Ich sag mal so,

ich bin mal versehentlich in eine Demonstration geraten.

Ich wei� gar nicht, um was es da ging. Und dabei lernte ich Trude kennen.

Trude? - Meine erste Frau.

Ihr Vater war ein ganz piefiger Stahlkocher.

Prolet vom Scheitel bis zur Sohle. Entsetzlich.

Und...

Und warum sind Sie dann trotzdem in die Partei eingetreten?

Ja, weil die Arbeiterwohlfahrt mir mein Studium finanzierte.

Ich hatte ja nichts mehr.

Unsere G�ter in Schlesien haben uns die Russen weggenommen.

Also so ein richtiges Verh�ltnis zu lhren W�hlern,

zu den Arbeitern, haben Sie also gar nicht, Genosse von Ludwig?

Unter uns gesagt: Es kotzt mich an, ich kann keine Arbeiter mehr sehen.

Und Sie m�ssen daf�r sorgen, dass man das nicht merkt. Prost!

Herr von Ludwig, da... - St�ren Sie jetzt doch nicht!

K�nnen wir jetzt meine Rede durchgehen? - Ihre Rede?

Die haben Sie gerade gehalten. - Was ist los?

Es ist alles aus.

Na, dann viel Spa�, Freunde. Und nehmen Sie es nicht pers�nlich,

das h�tte ich mit jedem anderen Politiker auch gemacht. - Was denn?

(Willi fl�stert) Paul?

Paul, ich bin's, Willi.

Paul, wach doch auf!

Was machen Sie denn hier? Das ist eigentlich Hausfriedensbruch.

Aber Sie als Freund des B�rgermeisters... - Wo ist Paul?

Der Vogel ist wieder mal ausgeflogen.

Er endet noch mal in der Gosse.

"Diesmal kriegen Sie mich nicht. Will ganz weitweg. Paul."

Nur weil er nicht fernsehen durfte.

Dann kann ich nur hoffen, dass er morgen Abend fernsieht.

Meine Damen und Herren, das letzte Wahllokal wurde soeben geschlossen.

Eine ungew�hnliche Wahl ist zu Ende gegangen. Wie ich soeben erfahre,

liegt uns die erste Hochrechnung bereits vor. Ich gebe ab ins Wahlstudio.

Meine Damen und Herren, die erste Hochrechnung liegt vor...

und die Sensation ist perfekt.

Die DVP verliert 13,8 Prozent...

und kommt auf 32,4 Prozent der Stimmen.

Die DFP erreicht ebenfalls 32,4 Prozent...

bei einem Verlust von 8,8 Prozent.

Das hei�t, die beiden gro�en Parteien liegen gleichauf mitje 31 Mandaten.

Meine Damen und Herren, es gibt da einen Mann, der gleichzeitig...

f�r beide gro�en Parteien den Wahlkampf gemanagt hat...

Ich kann es einfach noch nicht glauben!

Ich hab's von Anfang an geahnt. - Ja... - Das ist ja auch klar.

Klugschei�er! Du? Die Schneebusch hat's geahnt! Hervorragende Frau!

Ja, wo ist die �berhaupt? - Die hat er gefeuert!

Was? - Das stimmt ja nicht! Sie hat gek�ndigt.

Und warum hast du das nicht verhindert? - Warum? Weil er gesagt hat...

Also, lasst mich aus dem Spiel, ja? Ich war in Bonn.

Typisch Specht. L�gt wie gedruckt.

Dieser Schneider muss verschwinden, und zwar bis zur n�chsten Steinzeit.

Verstehen wir uns?

Privatklinik Professor Sch�nberg. - Ja, die Psychiatrie, bitte.

Ja, hier spricht Schm�lling. Ich rufe wegen diesem KFZ-Mechaniker an.

Willi Schulze, oder wie der hei�t.

(Aufgeregte Stimmen, Reporter rufen)

Herr B�rgermeister, guten Abend. Frau Neumann! Guten Abend, Frau Neumann.

Herr von Ludwig. Wo ist Herr von Ludwig? Haben Sie ihn mitgebracht? - Ja.

Kommen Sie auch zu uns. Meine Herren, unsere... - Was machen Sie denn hier?

...unsere letzte Hochrechnung best�tigt genau das Ergebnis der allerersten.

Die beiden gro�en Parteien Kopf an Kopf, allerdings mit erheblichen...

Herr Kahlmann, ich m�chte mich erstmal bei allen W�hlern bedanken,

die uns trotz der Ereignisse der letzten Tage ihr Vertrauen ausgesprochen haben.

Unser Dank gilt dabei auch und vor allem den vielen Mitarbeitern,

die drau�en im Lande unerm�dlich f�r unsere Sache gek�mpft haben.

Sch�nen Dank, Herr B�rgermeister. Wenn wir Ihre Rede auf der Waldb�hne...

richtig interpretieren, dann haben Sie sich ja von lhrer Partei v�llig distanziert.

Ich bin das Opfer einer perfiden Manipulation...

Ah, na endlich!

Na, erkennen Sie mich? - Ja, nat�rlich. Wir hatten einen Autounfall.

Wunderbar. Sie k�nnen sich also wieder an alles erinnern. - Ja, ja.

Sie wissen also wieder, wer Sie sind. - Ja, nat�rlich. Wof�r halten Sie mich?

Prima. Geh ma.

Ich stehe mit ganzem Herzen zu meiner Partei. Und alle, die mich kennen,

und das sind ja wei� Gott nichtwenige, die wissen doch, ich meine...

Wer hat denn �ber all die Jahre hinweg, und da habe ich nichts zu...

Ich sehe, da kommt der Mann, der das ganze Tohuwabohu angerichtet hat.

Der Wahlkampfleiter beider Parteien.

Mr. Schneider! Hallo! K�nnen Sie bitte zu uns vor die Kamera kommen?

Moment mal, bitte. - Mr. Schneider, Mr. Schneider! Kommen Sie. Guten Abend.

Darfich Sie zu einem Interview bitten? Sie sind ja nun wirklich die...

Sie sind wirklich die wichtigste Figur bei dieser Wahl geworden. - Ja. Moment.

Ich will erstmal eine Sache klarstellen: Ich bin nicht dieser Schneider.

Nein? - Ich bin Willi Schulze. Ein kleiner KFZ-Experte.

Dieser Wahlkampfexperte Schneider war ich nur, weil diese Herren es so wollten.

Moment, Herr Schneider, bzw. Mr. Schulze... Wollen Sie etwa damit sagen,

Sie sind gar nicht derjenige... - Also, passen Sie mal auf:

Autounfall, Totalschaden, Blackout,

Vollmeise, Verwechslung mit diesem Wahlkampfexperten da,

und irgendwann habe ich dann Gott sei Dank wieder gewusst, wer ich wirklich bin.

Und dann habe ich mir gedacht: Das istja die Chance,

diesen Herren mal zu zeigen, was 'ne Harke ist.

Denn solche Politiker muss man ja behandeln wie rohe Eier.

Und wie behandelt man rohe Eier? Man haut sie in die Pfanne!

Nichtwahr, meine Herren? - Moment. Noch mal ganz langsam...

f�r unsere Zuschauer. Sie sind wer? - Ich bin...

Ein Verr�ckter! Oder medizinisch ausgedr�ckt hochgradig schizophren.

Ja, das h�tten Sie wohl gerne, was? Darf ich mal? So...

So, darf ich euch vorstellen? Dies hier ist Mr. Willy Schneider aus New York.

Na,jetzt sagen Sie mal selbst vor der Kamera, wer Sie sind.

Ich... ich... - Kommen Sie, sagen Sie es ruhig.

Don't think twice. It's alright.

Ja, sagen Sie es doch! - Ich...

Ich bin Willi Schulze, der KFZ-Experte.

Das ist ja Wahnsinn!

So, Mr. Schneider... Und gut behandeln!

Meine Damen und Herren, mir fehlen fast die Worte...

(Pfleger) Was sollen wir mit ihm machen? - Keine Ahnung. Fragen wir den Professor.

(Laute Stimmen im Saal)

Na, sicher doch... - H�ren Sie doch...

Was ist denn schon wieder? - Wir wissen nicht, was wir mit ihm machen sollen.

Mein Gott... Programm 4 A. - Alles klar, Herr Professor.

Zu einer neuen Spritzkurbehandlung, Elektroden und dann die Wechselb�der.

Ja, und dann die Medikamente. - Jawohl, Herr Professor!

Programm 4 A, und dann die Medikamente. - Was notieren Sie denn da?

Was schreiben Sie denn da immer wieder?

Eine Dokumentation f�r ein bekanntes Nachrichtenmagazin. - Was?

Tagebuch eines Wahlkampfes.

(Auto wird gestartet)

Sag mal, spinn ich jetzt auch schon? - Du kannst nicht Auto fahren.

Komm, gib Gummi!

Alles klar, Willi?

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