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Erinnerst du dich noch an die Geschichte vom armen, weisen Jungen Oliver Twist,
von dessen traurigen Lebensweg uns Charles Dickens erzählt hat?
Nun, dann werde ich dir jetzt eine Geschichte erzählen, in der es
unbestritten einige Parallelen zu diesem Oliver Twist gibt.
Unsere Geschichte spielt in derselben Zeit, in der auch Charles Dickens sein
Märchen angesiedelt hat.
Allerdings gibt es da einen erheblichen Unterschied.
Unsere Geschichte ist kein Märchen, sondern sie hat sich genau so
abgespielt, Wie ich sie dir nun erzähle.
Na ja, könnte besser schmecken.
Alles für die Knabenrei.
Aufstehen!
Wir wollen doch nicht diesen wunderschönen Tag verschlafen.
Dieser Herr hier, der, wenn wir ihn uns dann etwas näher anschauen werden, gar
kein richtiger Herr ist, hat zufälligerweise denselben Namen wie der
eingangs erwähnte Charles, nämlich Dickens.
Allerdings hat er einen anderen Vornamen und auch sonst absolut nichts mit dem
Schriftsteller zu tun.
Sollt ihr wohl endlich aufstehen?
Hebt eure Ärsche hoch, ihr kleinen Bastarde!
Ihr kennt doch meinen Wahlspruch, nur der frühe Vogel fängt den Wurm.
Also hoch mit den morschen Knochen. Das Frühstück wartet schon auf euch. Ich bin
einfach zu gutmütig mit euch.
Husch, husch, und das Wasser. Damit vertreibt ihr noch am schnellsten den
Schlaf aus euren Augen.
Meine Güte, wenn ich in eurem Alter so verschlafen gewesen wäre, dann hätte ich
es nie zu dem gebracht, was ich heute bin.
Außerdem wisst ihr ganz genau, dass ihr eine Menge zu erledigen habt, bis ihr
euch wirklich euer Schlaflager und die Mahlzeiten, die ich euch in meiner
unendlichen Güte zukommen lasse, verdient habt.
Also ein bisschen munterer, wenn ich bitten darf.
Was ist denn mit dir los?
Das ist ja wohl unverschämt.
Der Bengel schläft, als wäre er hier in der Sommerfrische.
Nun, dass diese Unterkunft für verwaiste Knaben alles andere als eine nette
kleine Pension ist, kannst du dir sicher denken.
Doch sehen wir erst mal weiter, was passiert.
Du bist doch nicht etwa krank?
Hey, Brosche!
Was ist los mit dir?
Nun wollen wir aber langsam mal wach werden.
Deine Kameraden sind schon fast mit der Morgentoilette fertig und du machst es
dir ja immer noch gemütlich.
Na los, was hast du? Bist du krank?
Ich bin geil.
Geil? Ja.
Wenn das heißen soll, dass du eine Morgenlatte hast, dann lass sie mich
sehen.
Du bist ja wirklich geil.
Dann wollen wir mal was dagegen tun.
Meine Hose wird mir langsam zu eng.
Du bist sehr hübsch.
Während sich Mr. Dickens dem hübschen, blonden Knaben widmet, findet nebenan im
kalten Waschraum, wir haben schließlich Dezember, und Mr. Dickens hasst es, alle
Räume gleichzeitig heizen zu müssen, das allmorgendliche Ritual der Katzenwäsche
statt.
Ich fühle mich hier noch zu Tode. Stell dich nicht so an. Komm her und wasch
dich.
Hässel, mein Kleiner.
Amen.
Ja.
Ja.
Oh, oh.
Mein Piethahn schwimmt ganz zusammen.
Da hilft nur eines, fahren, Robin.
Amen. Amen.
Kommt's auch.
Du siehst ab, Engel.
Deine kleine Arschprosette ist wie die Pforte zum Paradies.
kann nun nicht unbedingt behaupten, dass Mr. Dickens sich nicht um seine
Schützlinge kümmern würde.
Er sorgt dafür, dass niemand mit hungrigem Magen den Tag beginnen muss.
Und die Knaben wissen es auch durchaus zu schätzen, dass sie eine Schlafstadt
im Hause von Mr. Dickens gefunden haben.
Doch all diese Wohltaten erfahren die Knaben nicht aus reiner Menschenliebe.
Mr. Dickens erwartet von jedem von ihnen, dass er einen Beitrag zum
Lebensunterhalt beisteuert. Und das hauptsächlich zum Mr.
Dickens Lebensunterhalt.
Und so will dennoch an diesem Morgen keine rechte Freude bei den Knaben
aufkommen, denn Mr. Dickens wartet schon ungeduldig auf das Ende des kargen
Frühstücks.
Kann ich noch ein wenig Brot haben?
Ich schneide ihm noch die Scheibe ab.
Hier, gib mal weiter.
Danke.
Eine halbe Scheibe reicht mir auch.
Ich bin schon satt.
Aufgepasst!
Sobald ihr fertig seid, beginnen wir mit den Übungen.
Hört mir zu.
Ich erwarte von jedem von euch, dass er sich gleich bemüht und sein Bestes gibt.
Das Frühstück ist beendet. Wir beginnen mit dem Unterricht.
Na los, worauf wartet ihr noch? Ihr seid faul und verpressen und zu nichts nütze.
Stellt euch im Halbgrad hinter der Puppe auf. Dann macht schon.
Ich erwarte von jedem von euch, dass er seinen Teil zu unserer aller Unterhalt
beiträgt.
Das Zuhause, was ich euch hier gebe, kann euch nur erhalten bleiben, wenn ihr
mir dafür sorgt, dass unsere Kasse niemals leer ist.
Welcher infantile Künstler war denn das hier?
Mit wem fangen wir heute an?
Mit dir.
Komm her, Knabe, und zeig, was du gelernt hast.
Natürlich hast du längst erkannt, in was Mr. Dickens die Knaben ausbildet. In der
hohen Kunst des Tappendiebdals.
Jeden Morgen müssen sich die Burschen in dieser Fingerfertigkeit üben. Und Mr.
Dickens ist ein ausgesprochen strenger Lehrmeister, der sehr viel Wert auf
Perfektion legt.
Wirklich gut gemacht.
Du kannst dich dann schon mal fertig machen.
Wer will es als nächster versuchen?
Du. Dann mach schon.
Denk daran, Knabe, wenn ich einen Glockenton höre, hörst du anschließend
die Englein singen.
Also.
Sei äußerst vorsichtig.
Bleib ein wenig fern.
Und nun greif hinein.
Nein, nein, nein.
So geht das nicht.
Versuch es nochmal.
Du bist ein Töppel. Aber ich werde schon dafür sorgen, dass du ein vollwertiges
Mitglied unserer Gemeinschaft wirst.
Dieser Bengel ist nun wirklich das Ungeschickteste, was Mr. Dickens seit
langem untergekommen ist.
Denn jeder Knabe, der sein Soll nicht erfüllt oder gar von der Polizei
erwischt wird, gefährdet seine kleine Schule für Taschengiebe.
Und deshalb hat Mr. Dickens für solche Versager harte Strafen vorgesehen.
Doch davon erzähle ich dir später noch ein bisschen mehr.
Während im Hause von Mr. Dickens der Unterricht weitergeführt wird, hat sich
der erste seiner Knaben, Sammy, bereits zu seinem Stammplatz in der Stadt
begeben. Mr. Muffin.
Ein Freund mittelalterlicher Kirchenbaukunst beachtet den Bengel gar
nicht. So vertieft ist er an diesem Morgen in die Reliefs dieses Gebäudes.
Sammy hingegen sieht in ihm ein willkommenes Opfer.
Nun hatte Sammy zur vollsten Zufriedenheit von Mr. Dickens in der
Übungsstunde sein Talent unter Beweis gestellt. Und nun das.
Mr. Muffin...
war wohl doch nicht so weltvergessen umhergewandert, wie es zuerst den
Anschein hatte.
Blitzschnell hatte Sammy zugegriffen, aber Mr. Muffin erwies sich als noch
eine Nuance schneller und hatte den kleinen Taschengieb am Handgelenk
erwischt. Zwei weitere Griffe von Mr. Muffin und die Brieftasche steckte
wieder an ihrem angestammten Platz und Sammys Ohr wurde zum Haltegriff
umfunktioniert. Sehr zur Verwunderung und zum Schrecken des Bengels.
Doch so richtig böse auf Sammy kann Mr. Muffin dann doch nicht sein.
Schließlich stellt sich der Knabe beim näheren Hinsehen als ausgesprochen
hübsches Kerlchen heraus.
Und da Mr. Muffin neben schöner Kirchenarchitektur durchaus auch einen
Blick für hübsche Knaben hat, macht er diesem ein verlockendes Angebot. Warum
sich in die Gefahr begeben, erwischt und der Polizei ausgeliefert zu werden, wenn
es auch andere Möglichkeiten gibt, sich den einen oder anderen Schein zu
verdienen? Sammy nimmt Mr. Muffins Angebot dankbar und erleichtert an.
Ich finde es sehr nett, dass sie mich nicht zur Polizei bringen.
Nun ja, das liegt immer noch ganz bei dir.
Amen.
So eine süße Zuckerstange.
Amen.
Unterdessen geht im Hause von Mr. Dickens der Unterricht weiter.
Ich bin wirklich sehr unzufrieden mit euch. Du und du, zeigt mir den
Zweispänner.
Worauf wartet ihr noch?
Setzt euer faules Fleisch in Bewegung.
Auf der Straße seid ihr hoffentlich nicht ganz so ungeschickt.
Gebt euch mehr.
Heute Abend will ich Erfolge sehen.
Was ist mit mir?
Mach dich davon.
Wenn du heute Abend dein Kostgeld wieder nicht zahlen kannst, wirst du in der
Hundehütte schlafen.
Und so bleiben nur noch die beiden Obertölpel zurück.
Mr. Dickens wird sie wegen ihrer Ungeschicklichkeit strafen müssen.
schon aus Gründen der Gleichbehandlung den anderen Knaben gegenüber.
Was soll ich bloß mit euch beiden machen? Ihr seid ja nicht einmal die
Luft wert, die ihr in meinem Hause atmet.
Kommt her, vielleicht gibt es ja doch eine Verwendung für euch.
Dann kommt schon, hierher, macht schon.
Ihr wisst, dass ihr nur deshalb nicht ins Abendhaus müsst, weil ich euch in
meiner Gutmütigkeit aufgenommen habe.
Aber meine Gutmütigkeit hat Grenzen.
Ja?
Holt mal den Sessel her und stellt ihn vor mich hin.
Ihr wisst, dass ich euch strafen muss. Ihr habt es oft genug bei euren
Kameraden gesehen.
So.
Du.
Zieh es aus.
Zieh die Hose aus.
Nun komm schon, leg dich über meine Knie.
Ja.
Ich will kein Jammern hören.
Das traut doch die Tollpatschigkeit aus.
Komm.
Leg ihn weg.
Und dann kommst du auch zu mir.
Ein wenig näher.
Stell dich genau vor seinem Gesicht auf.
Ich will sehen, was geschieht.
Oh!
Ja.
Ja.
Ja, sehr.
Ich friere mir hier noch was ab.
Unglaublich! So was hätte es in meiner Jugend nicht gegeben, nicht gegeben!
Brecher!
Mr. Sazan hat natürlich genau gesehen, was die beiden Knaben da mit dem alten
Mann gemacht haben.
Aber auch Mr.
Sazan ist, wie zuvor schon Mr. Muffin, ein Freund hübscher Knaben, sodass er
ihnen nur kurz ins Gewissen redet, sie aber dann zu sich nach Hause einlädt.
Tom und Oliver, die beiden Bengels, wissen selbstverständlich ganz genau,
was sie bei Mr.
Sazan zu Hause erwartet.
Aber da beide zu den Jungs gehören, die permanent geil sind und sich durchaus
für ein kleines Abenteuer erwärmen können, nehmen sie die Einladung des
freundlichen Mannes an.
Der ist geil.
Na mach, komm.
Kannst du mir ruhig blasen.
Der nimmt ihn tatsächlich in den Mund.
Guck mal, jetzt hat er meinen im Mund.
Das macht richtig Spaß.
Lutschi, mir schön.
Gefällt es dir wichtig, Ficke?
Schön weiterblasen.
Er ist ganz wild drauf.
Weitermachen. Weiter.
Ich komme wirklich, du geile Stute.
Ich komme gleich.
Ich schiebe ihn noch mal rein.
Schön weiterblasen. Ich will dich gleich vollsprüßen.
Oh, Gott.
Das machst du wirklich gut.
Amen.
Mach den Mund auf. Ich komme.
es über mich
schon
endlich ab mir
kommt schon wieder kein
wunder wenn man so schön die eier geleckt bekommen
Amen.
Bis zum nächsten Mal.
Nun komm schon, mein Krähen.
Na los, her mit der Tasche.
Den
Burschen
werden wir uns mal näher ansehen.
Dass sich die alte Frau so vehement zur Wehr gesetzt hat, hat den Burschen ganz
schön entmutigt. Da kommen Tom und Oliver gerade richtig, um ihm, der
genauso heimatlos durch die Stadt streunt, wie die beiden anderen auch
noch vor kurzer Zeit, von Mr. Dickens und seinem Knabenasyl zu erzählen.
Während Mr. Dickens die Ausbeute des Tages begutachtet, bereiten sich die
Knaben auch die Nacht vor.
Noch einmal erzählt man sich von dem reichen Fischzug, den man bei dem
freundlichen Mr.
Sazan gemacht hat und überlegt, wie man am nächsten Tag sein Schäfchen ins
Trockene bringen kann.
So ihr kleinen Sträucher, ich habe noch was Dringendes zu erledigen. Macht mir
keine Dummheiten, während ich euch alleine lasse.
Also, oh, wer kommt denn da?
Ein Nachzügler.
Einer, der den ganzen Tag über vergeblich versucht hat, sein Kostgeld
aufzutreiben. Da kennt Mr. Dickens überhaupt keinen Spaß.
Wenn er nicht gerade vorgehabt hätte, noch ein wenig auszugehen, dann hätte er
den Knaben sicherlich sofort gestraft.
So hat der Bengel noch eine Gnadenfrist.
Doch manchmal überlässt es Mr. Dickens auch den anderen Jungs, einen Versager
zu bestrafen.
Denn schließlich muss jeder seinen Teil beisteuern. Und auch die Jungs sehen es
nicht sehr gerne, wenn sie für andere mitarbeiten müssen, nur damit sie ihr
täglich Brot essen können.
Ein Pechvogel.
Du hast Glück, dass ich jetzt keine Zeit habe.
Warum seid ihr noch nicht fertig fürs Bett?
Dieser kleine Nichtnutzi hat es wieder nicht geschafft, sein Pensionsgeld
aufzutreiben. Vielleicht könnt ihr ihm ja mal beibringen, dass es so nicht
weitergeht.
Dann wollen wir mal.
Wir wollen aber nicht zu hart mit ihm umgehen. Er ist schließlich ein Kamerad
von uns.
Ist mal sauber, Mann.
Der Porsche wird geil.
Was macht ihr?
Macht, was ihr wollt.
Macht weiter.
Macht
mich
mal wieder.
Genau, ja.
Schlag mich, ja!
Macht! Macht mich fertig!
Vielen Dank.
Ja, ich komme nicht noch mal.
Amen.
So, ihr beiden.
Ihr seid mir dafür verantwortlich, dass während meiner Abwesenheit keine
Dummheiten angestellt werden.
Ich bin in ungefähr zwei Stunden wieder hier.
Machen wir.
Wollen wir?
Klar.
Magst du Milch? Sehr.
Richtig auch.
Ja, schon.
Hoffentlich kommt keiner von den anderen.
Amen.
Vielen Dank.
Und jetzt?
Wir blasen beide, okay?
Ah ja.
Es schmeckt wirklich ganz fabelhaft.
Gleich soweit.
Man hat sich aber auf nichts mehr verlassen.
Und bestimmt halt.
Bevor sich die Knaben dazu entschließen können, endgültig ihr Nachtlager
aufzusuchen, suchen sie erst noch ein wenig die Nähe zueinander.
So manch einer erhofft sich auf diese Weise ein wenig Nestwärme.
Und damit meine ich nicht die Raumtemperatur, sondern genau das, was
jeder darunter versteht.
Auch der Bursche... den Tom und Oliver bei der missglückten Beraubung der alten
Frau kennengelernt haben, hat nun Aufnahme in Mr. Dickens Knabenasyl
gefunden. Und gleich morgen wird auch er sein Talent unter Beweis stellen müssen.
Dann sieht mir hier noch eine kleine Feier aus.
Ab jetzt in die Betten, in die Betten.
Ihr sollt morgen ausgeschlafen an die Arbeit gehen.
Ab jetzt.
Nur noch ein paar Minuten.
Nicht mehr.
Ich will jetzt nicht mehr hören.
Schlaft gut und träumt davon, wie ihr mir morgen eine Freude machen könnt.
Einige von euch haben das ganz besonders nötig.
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