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Original subtitles

NEW YORK IN DER GEGENWART

Also, wie man schmeckt

und welche Weine wo stehen, ändert oft

den Geruch und den Geschmack der anderen Weine.

Es ist schwer, blind zu verkosten.

Man hat im Grunde immer Angst, falsch zu liegen.

Auf jeden Fall, das ist mir schon passiert.

Ich denke, je zufälliger alles ist, desto besser.

Wer Wein mag, dem bringt eine Blindverkostung nichts,

denn beim Wein geht es um seine Geschichte und seine Herkunft.

Wein eins ist der ganz links und steht einem am nächsten.

Zwei, drei, vier, fünf, sechs.

Wir verkosten aus Spaß blind.

Um anzugeben und so.

Ich hatte recht. Ich bin der Beste. Oh ja.

In diesem Sinne ist es wie ein Partytrick.

Ich liebe Blindverkostungen und, äh, das ist kein Partytrick.

Es ist nur in seltenen Fällen nützlich.

Wenn man als Wissenschaftler den Effekt von

einem Bestandteil des Weins untersucht, dann muss man blindverkosten.

Es gibt einige Weinkritiker, die blindverkosten müssen,

besonders für Veröffentlichungen oder für Sponsoren.

Wenn ich Weine kaufe, dann verkoste ich alles blind.

Als ich Sommelier war, suchte ich Wein danach aus, ob ich den Wein

und den Preis erriet.

Erst dann kaufte ich ihn.

Man wird nicht beeinflusst vom Hersteller, von Bewertungen

oder was man darüber gehört hat oder was man meint, darüber zu wissen.

Da ist nur der pure Wein.

Ohne die vorgefassten Meinungen über die

Herkunft des Weins,

bekommt man eine sehr andere Bewertung,

als wenn die Leute auf die Flasche sehen würden.

Vor 40 Jahren veränderte eine Blindverkostung die Welt.

Die Weinindustrie ist in den

letzten 40 Jahren exponential gewachsen.

SOMMELIERMEISTER

In den USA...

WEINNÄRRIN

...ist die Weinindustrie ein 220-Milliarden-Dollar-Business.

Vor 85 Jahren war es illegal Wein herzustellen und zu verkaufen,

bis etwa 1933. Es gab keine Industrie.

TRAUBENGENETIKERIN PROFESSORIN

In den ersten paar Jahrtausenden der Weinherstellung,

sammelten die Menschen die Trauben und zerquetschten sie nur.

Und ich glaube, erst im letzten Jahrhundert

lernten die Menschen die Kunst der Weinproduktion selbst.

Wein änderte sich nur durch Herausforderungen.

Das haben wir Menschen zu verdanken.

Einerseits gab es die Sucher, die Entdecker, die loszogen,

um die großen Weine der Welt zu finden,

die bis dahin niemand kannte.

Sie brachten diese Weine den Kritikern.

Die Kritiker kommen zusammen, sie streiten oder sind sich einig

und machen viel Lärm.

Dann gibt es die Sommeliers und die Verkäufer,

die einem die Flasche selbst bringen.

Vieles, von dem, was wir heute über Wein wissen,

basiert auf der Arbeit von einigen wenigen.

Drei dieser Menschen treffen sich

in Paris, um Weine zu kosten, die sie verändert haben.

SOMMELIERMEISTER

Die drei wohl wichtigsten Menschen

in der Welt des Weins.

Ihre Stimmen haben Gewicht, aber

sie sind auch oft nicht einer Meinung.

Wegen ihnen ist der Wein heute, was er ist.

WINZER

KAPITEL 1 DAS TREFFEN DER ADLER

DIE KRITIKERIN

Sie ist wohl die einflussreichste Kritikerin der Welt.

Um das klarzustellen, ich war nie im Weingeschäft.

Ich hatte nie Verbindungen zum Weinhandel.

Ich habe nie im Weinhandwerk gearbeitet

und habe hart dafür gearbeitet, damit meine Hände sauber bleiben.

GESTÄNDNISSE EINER WEINLIEBHABERIN

Jancis hat mich stark beeinflusst.

Einige ihrer Bücher...

SOMMELIERMEISTER

...stehen schon immer in meiner Bibliothek.

Sie schrieb das Oxford Weinlexikon,

die umfassendste Wein-Enzyklopädie...

CHEF-WINZERIN

...der Welt.

Egal, was ich untersuchte,

wenn ich etwas nicht kannte,

konnte ich auf das Oxford Weinlexikon zurückgreifen...

SOMMELIERMEISTER - PRÄSIDENT

...und fand die Defintion oder die Bedeutung.

Meine Kinder sagen immer, das Weinlexikon sei mein viertes Kind.

Jancis war für den Wein, was Julia Child fürs Essen war.

SOMMELIERMEISTER WELTWEITER BOTSCHAFTER

Sie brachte so viel Freude und Enthusiasmus mit,

die die Welt des Weins zum Vergnügen machten.

Sagt sie etwas Gutes über deinen Wein, bemerken die Leute das.

Wenn sie einen Wein nicht mag,

sagt sie es gerade heraus.

Verkostungen mit ihr sind furchterregend.

AUSTRALIERINNEN IM WEINGESCHÄFT AUSZEICHNUNG

Ihre Meinung ist wichtig. Sie ist eine ernstzunehmende Frau.

Es ist mir eine Ehre, Jancis Robinson auf die Bühne zu bitten.

Ich denke, ich habe vielleicht ein bisschen dazu beigetragen,

Arbeitgeber davon zu überzeugen,

dass Frauen in der Welt des Weins

ebenfalls ihre Berechtigung haben.

Wo immer die Verleihung stattfindet

und für welches Land dieser Preis verliehen wird,

aber besonders für Australien,

weil... man muss schon zugeben, dass die australische Weinszene

seit Langem stark von Männern dominiert wird.

Es gibt in der Welt etwa 10 oder 20 Menschen,

die instinktiv verkosten können,

die mit diesem Talent geboren wurden.

Und ähm... Ich meine, sie ist eine davon.

Frauen können defintiv besser blind verkosten.

Im Gegensatz zu Männern haben wir ein sensorisches Gedächtnis.

SOMMELIERMEISTERIN

Es gibt viele Studien, die darauf hindeuten,

dass Frauen genauer schmecken als Männer,

aber diese Blindverkostungswettbewerbe sind schon ziemlich männlich.

DER SOMMELIER

Wir gehen heute zu einer Blindverkostung

und ich bin im letzten Abschnitt meiner Karriere.

Heute werden wir sehen, was ich noch drauf habe.

Es gibt eine berühmte Geschichte über Fred.

Es kennen mehr die Legende von Fred Dame, als ihn selbst.

Fred ist einer der besten Blindverkoster, den ich je getroffen habe.

SOMMELIERMEISTER

Er war in Seattle und verkostete eine alte Flasche Madera blind.

Er hält seine Nase ins Glas und sagt: "Das ist ein 1905er."

Ich habe es Fred nie einfach gemacht, wenn es um Wein ging.

Jay ist harte Konkurrenz

und Fred auch, also würde ich das gerne sehen.

Ich habe einige alte Sachen rausgesucht.

Denn Alter verschleiert einiges.

Wahrscheinlich wie die Szene in Heat,

wenn De Niro und Pacino zusammen Kaffee trinken.

Einen Moment. Gleich.

Wie viele Sommeliermeister braucht man für die ganzen Weine?

Wahrscheinlich mehr als einen.

Man fragt sich immer, wie gut man noch ist,

während die Zeit vergeht und der Körper schwerer wird.

Fred gewinnt gern.

Komm rein, Fred. Lass uns ein Glas Wein trinken.

Ach, lass das. Dafür bin ich zu alt, weißt du.

Du bist echt gut, aber ich wette, das sind Weißweine für dich.

Chardonnay. Riesling.

-Danke. -Fertig. Danke, du hast bestanden.

Fred Dame ist der Großvater des amerikanischen Sommelier-Geschäfts.

SOMMELIERMEISTER VORSITZENDER

Er ist der beste Sommelier im Geschäft.

Wein hätte in Restaurants heute nicht die gleiche Stellung,

ohne jemanden wie ihn.

Die große Weinliste mit dem Unterricht und der Ausbildung.

Er hat die Weinkarten nicht nur in Kalifornien völlig überarbeitet...

SOMMELIER-LEITER, FANTESCA

...sondern in ganz Amerika.

Mir steht diese Achtung völlig zu.

Ich habe den Guigal Chateau d'Ampuis Côte-Rôtie ausgewählt.

Das ist ein klassischer Wein aus dem Rhonetal.

Ein Syrah mit ein wenig Viognier.

Der Trick dabei liegt in den neuen Eichenfässern.

Das könnte irreführend sein und ihn ablenken.

Außerdem ist der Wein ein 1995er Jahrgang.

Hier ist ein 22 Jahre alter Wein.

Also gut. Wer auch immer den umgefüllt hat, hat Scheiße gebaut.

Da treibt ein riesiges Stück Kork.

Als hättest du eine Kettensäge benutzt.

Mehr hatte ich nicht. Eine Kettensäge?

-Wir sind in Montana. -Okay.

Ich habe es mit einer Kettensäge geöffnet und ein paar Sägespäne reingetan.

Wein Nummer eins.

Die Viskosität ist sehr, sehr gut.

Es ist wie Granat von der Mitte bis zum Rand.

Am Rand sammelt sich etwas Wasser, also ist der Glyzerin-Anteil zu hoch.

Er ist wirklich pfeffrig

und sehr rauchig und fleischig,

aber auch wirklich gutes Handwerk.

Der Wein scheint schon ein wenig alt.

Er riecht wie Rhonewein. Danach riecht er eben.

Ich würde sagen... nördliche Rhone.

Ich würde sagen Côte-Rôtie oder Hermitage. Côte-Rôtie mag ich sehr,

weil er so pfeffrig und fleischig ist,

ein hochwertiger Hersteller.

Du sagst also Côte-Rôtie. In welchem Jahr würdest du es einordnen?

Da ist... Ich würde sagen ein 95er.

Das ist echt gut, Fred. Das ist echt gut.

DER SUCHER

-Haben wir Käse? -Ja.

Ich brauche zwei kleine Teller aus dem Geschirrspüler.

Mit kleinen Tellern sieht es netter aus.

Oh, okay.

Ich bin eben ein Hausmann.

Er ist auf jeden Fall ein Hausmann.

Das liegt an seiner Mutter.

Es liegt immer an den Müttern.

MITEIGENTÜMERIN - BRIDE VALLEY WEINGUT

Abwaschen macht mir nichts aus und ich bin sehr ordentlich.

Ordnung kommt gleich nach Frömmigkeit.

Ach, Unsinn.

Ich bin jedenfalls unordentlich.

Das passt gut zusammen.

Steven war der Mentor...

DIE TOP 35 CABERNETS DER WELT

...von vielen berühmten Menschen im Weingeschäft.

DECANTER MANN DES JAHRES 2017

Er ist... Ich würde nicht sagen, besessen, aber das ist seine Art, sein Ding.

Das war sein Leben und wird es bleiben.

Ich bin kein Mathematiker,

aber ich trinke ungefähr eine Flasche Wein pro Tag.

Also so etwa 400 im Jahr

und das in den

letzten 55 Jahren, können Sie sich ausrechnen.

In der Sommelier-Gemeinschaft gibt es dieses Ding,

wo man loszieht, um den seltsamsten Wein zu finden.

Tja, Steven Spurrier hat damit angefangen.

Er war immer der Vorkämpfer für die Außenseiter.

WEINEXPORTEURIN

Steven hatte ein kleines Imperium in Paris

und da trafen wir uns immer.

Es war, äh... Wie soll ich sagen? Es war...

Ich denke, heute würde man sagen, dass dort alles zusammenlief.

Er hatte eine Weinschule...

DIE WEINAKADEMIE

...an der ausgezeichnete Menschen lehrten.

Er hatte einen Laden und ein Restaurant.

Davon wurde man inspiriert und man sah dazu auf.

Steven Spurrier ist eine Legende.

Besonders, weil ich vom Restaurantgewerbe komme

und in den Verkauf wollte.

Ich bin bekannt für die Weinjury von Paris.

Eins der berühmtesten Weinevents der letzten 50 Jahre.

KAPITEL 2 DIE WEINJURY VON PARIS

PARIS, FRANKREICH

Zu der Zeit etablierten sich

neue Weltweine am weltweiten Weinmarkt.

Aber viele dachten, die kämen niemals gegen die alten Weine an,

die es schon so lange gab...

...und auf denen der Weinmarkt damals basierte.

AUSWAHL

Steven Spurrier kaufte die damals besten kalifornischen Weine

und stellte sie den besten französischen Weinen gegenüber.

Damals kannte die Weinwelt vor allem den Bordeaux.

WEINMEISTER

Also luden wir die neun besten Gaumen in Frankreich ein

zu einem breiten Spektrum.

90 % der Jury hatte noch nie kalifornischen Wein probiert,

also wussten sie nicht,

was Kalifornien konnte.

Er sagte: "Gut, ich muss den französischen Wein...

WINZER

...neben diese Kalifornier stellen

oder sie nehmen ihn nicht ernst."

Heutzutage denken alle, dass überall Blindverkostungen stattfinden.

Aber damals war es etwas völlig Neues.

Er hoffte, dass einer der Weine unter die besten fünf gelangte,

was hieß: "Wir müssen auch die kalifornischen Weine beachten."

WILLKOMMEN ZU DIESER WELTBEKANNTEN WEINBAUREGION

Der Rest ist Geschichte.

Die kalifornischen Weine führten

in den Kategorien Chardonnay und Cabernet Sauvignon,

was alle fassungslos machte.

Sie traten gegen das Beste vom Besten an und gewannen.

Und dann brach die Hölle los.

Dumm gelaufen.

Niemand wusste, dass sie gewinnen würden.

Damals wusste keiner von uns,

was das bedeuten würde.

Der Kongress führt es als historisches Ereignis auf.

ANERKENNUNG UND EHRUNG DER WEINJURY VON PARIS

HISTORISCHE BEDEUTUNG

Die Flaschen stehen im Smithsonian.

SIEG KALIFORNIENS

Das hat die Welt verändert. Wir waren kein Witz mehr.

Wir waren nicht mehr die amerikanischen Emporkömmlinge, wir waren eine Bedrohung.

Einige französische Händler riefen an

und sagten, sie würden nie mehr mit uns sprechen.

Die Leute waren schrecklich zur Jury

und die Jury war Steven gegenüber sehr loyal.

Das eigentliche Event

schien damals gar nicht so wichtig.

Aber die Konsequenzen aus der Weinjury von Paris waren enorm.

Weil es eine Blindverkostung war,

traten sie nicht gegen die Geschichte und das Erbe

und den Ruhm von Bordeaux und Burgund an,

sondern gegen ihre eigenen Werte.

Die Ostküste sagte danach:

"Vielleicht gibt es in Kalifornien wirklich gute Weine.

Lasst uns die verkaufen."

Wie verdanken unsere Existenz quasi der Weinjury von Paris von 1976.

Das ist verückt. Jetzt halten wir Napa Valley

für eine der besten Weinregionen der Welt.

Was sich wirklich änderte, waren die Preise. Ich war enttäuscht.

Ich habe sonst fast nichts dafür bezahlt.

Das Geschäft explodierte förmlich.

Jeder machte mehr Geld.

Mit dem Bordeaux, einem der besten Carbernetweine Frankreichs,

gab es bereits ein Ordnungssystem der besten Weine der Welt.

Also wählten sie einen Premier Cru Bordeaux aus.

Ein wirklich interessanter Aspekt war,

dass die nicht die damals bekanntesten Weingüter Kaliforniens wählten.

Ich hätte auch Mondavi nehmen können, ich kannte ihn,

aber das war nicht der Wein, den ich wollte.

Sie wählten kleine Familienbetriebe,

die hochwertigen Wein herstellten.

Es geht nicht nur um Napa. Wenn man an Ridge denkt,

das liegt in den Santa Cruz Mountains, viel weiter südlich.

Ich habe den Wein für die Verkostung hergestellt. Es war mein...

Mal sehen, erster, zweiter... Das war mein dritter Wein hier in Ridge.

All die berühmten Weingüter heute waren damals noch winzig.

Wenn man Ridge anrief, dann kam ein VW-Bus vorbei

und hat alles vollgerust.

"Hey, bist du der Typ? Hast du fünf Kästen Zin bestellt?"

Dann habe ich gesagt: "Ja."

"Cool Mann. Willst du auch was anderes probeiren?"

"Ja." "Dann komm, wir haben hier Einiges im Bus."

Jeder Wein bei der Verkostung hatte eine Geschichte.

Der Wein aus dem Chateau Montelena kam von Mike Gergich,

einem koratischen Flüchtling,

der 1958 in die USA kam

mit 35 Dollar, die er in der Schuhsole versteckt hatte.

Dieser Typ hatte alles darauf gesetzt den amerikanischen Traum wahr zu machen.

Das war Clos Du Vals

erster Jahrgangswein und den dann zu verkosten...

...das bedeutete viel.

NAPA VALLEY, KALIFORNIEN IN DER GEGENWART

WILLKOMMEN!

Ich bin also bei diesem Event, ja?

Wir sind bei 18.000 Dollar, noch einen? Hey, 19.000. Erhöht auf 20.

Wo jeder aus dem Geschäft

einmal im Jahr hingeht, um Weine zu kaufen und verkaufen.

Und wir reden hier von hunderttausenden Dollar, die

für diese kostbaren Weinflaschen ausgegeben werden.

Alles klar. Verkauft. Für 32.000 $.

Würde ich hier wirklich etwas verkosten,

würde man 360 Jahre schmecken.

Es gibt viele Cabernetweine. Deine Zähne wären ganz lila.

Ich bin beim Verkosten.

-Alle sind hier. -Wirklich jeder.

Und ich gehe zurück und, boom, da ist Steven Spurrier.

Der verdammte Steven Spurrier ist da.

Der die Parisverkostungen plante. Und DLynn Proctor ist da.

Er ist hervorragend vernetzt im kalifornischen Weingeschäft.

Der Typ ist ein wahres Schlitzohr.

-Wie geht's dir, Mann? -Schön euch zu sehen.

Wie immer ein Vergnügen.

Und er hat eine der Flaschen von der Parisverkostung 1976.

Ich habe einen guten Freund um einen Gefallen gebeten,

der das Clos Du Val managt.

Ich fragte ihn, ob ich eine der Flaschen der Weinjury von Paris 1972 haben kann.

Nein, es ist egal, wie viel Geld man hat,

man kommt nicht an die Weine der Parisverkostung heran.

-Die andere. -Du hast keine Ahnung, was ich dafür

-tun musste. -Tja, na ja.

CLOS DU VAL WEINGUT

-Ich weiß... -Lass sie nicht fallen.

-Ich weiß es echt zu schätzen. Danke. -Lass sie nicht fallen.

Hey, Kumpel. Ich muss meine Zähne putzen, Mann.

Diese sechs Szenen sind so riesig.

In diesem alten Zimmer

sitzen Steve Matthiasson, ich,

Steven Spurrier, DLynn Proctor.

Sie schenken den Wein aus und alle sitzen da

mit einem Wein, der nicht existiert.

Weil man an diesen Wein nicht herankommt.

-Es ist wie Leder... glaube ich. -Wie Andornbonbons und...

-Und mehr wie... -Absolut.

...wie glänzendes, wisst ihr, ähm, poliertes Leder und so...

Und das Essen ist da. Das Essen unterstützt das Ganze, aber man merkt

-keine schwarze oder rote Johannisbeere. -Nein.

Nein, es ist total... Es ist jetzt alles drittrangig.

Aber die Energie... Ja, du hast recht, drittrangig.

Die Energie, die verhaltene Energie

in diesem Wein ist außerordentlich.

-In den 70ern ging es um Säure. -Absolut.

WINZER

Die, wisst ihr, es war... Einige Jahrzehnte später

wollten die Winzer weniger Säure

für diese Breite, aber sie wollten die Säure.

Wenn man an die späten 70er denkt, als das stattfand,

als du Wein aus dem Napa Valley, aus Kalifornien der Welt präsentiertest

und damit die Bandbreite um so Vieles größer wurde.

Ich meine, schuldet dir Napa nicht etwas?

Ich denke, es sollte wenigsten eine Straße nach mir benannt werden.

Ich meine, das kann man erwarten...

Es muss nicht der Silverado... Es muss ja nicht der Silverado Trail sein,

aber nur eine kleine Nebenstraße.

Ich würde... Die Steven Spurrier Gasse.

-Das finde ich gut. -Ja.

Wenn du das heute noch einmal machen würdest...

...würdest du die gleichen Trauben nehmen?

Oder würdest du etwas Anderes nehmen?

Würde ich es noch einmal machen, würde ich Pinot noir nehmen.

KAPITEL 3: DIE WEINJURY DES PINOT

Dustin Wilson verlässt also seinen bequemen

Job im Eleven Madison Park-Restaurant

und eröffnet einen Weinladen.

Der ganze Glamour des Verkaufs.

Beim heutigen Markt

muss man ein bisschen abgefahren sein,

um noch seinen eigenen Weinladen aufzumachen.

Das ist ein Traum. Ich meine, ich würde das gerne tun.

Aber es verlangt einem eine ganze Menge ab.

Und jeder sucht immer nach dem besten Wein

für den günstigsten Preis.

Ein Glückstreffer eben.

Ich denke, viele orientieren sich am Burgunder.

-Was ist... Das ist ein Pinot noir. -Seht euch weiter um.

Was ist so gut wie der Burgunder Pinot noir?

Aber ehrlichweise sind diese Weine vom Preis her nicht erreichbar.

Sie sind teuer.

Wenn man sich Spurriers Verkostung in den 70ern ansieht

und was das für die kalifornischen Weine gebracht hat,

ist das, als wenn man das mit heute vergleicht

und man will die ähnliche Unterhaltung

nicht nur über Kalifornien haben,

sondern über verschiedene Orte.

Objektiv betrachtet sind wir jetzt an einem Punkt,

wo wir einige dieser Pinot noirs

aus anderen Gebieten der Welt haben, nicht nur Burgund,

die auf demselben Niveau sind wie der Burgunder.

BURGUND, FRANKREICH

Der Pinot noir hat diese Unverwechselbarkeit des Ortes.

Es stellt den Wein regelrecht zur Schau.

Die Pflanze wächst schnell und bringt überall Früchte hervor.

Aber nicht überall wachsen gute Früchte, die zu gutem Wein führen.

Es erfordert unglaublich viel Arbeit.

Beim Pinot ist es so wie bei einem sehr empfindlichen Freund,

den man mit Handschuhen anfassen muss. Genauso ist der Pinot.

Er ist die Ballerina im Raum. Er tritt nur leicht auf.

Er zeigt genau das, was der Hersteller dir zeigen will.

Aber genau deshalb sieht man aber auch jeden Fehltritt.

Es ist schwer, aus Pinot guten Wein zu machen

und es hängt stark davon ab, wo er wächst.

Ist es zu warm, verbrennen die Trauben.

Ist der Boden nicht genau richtig, gibt es keine Ernte.

Es ist ein heikles Geschäft.

Er reift früh, deshalb muss der Pinot in kühlen Gebieten wachsen.

Wenn ich eine Marke kalifornischen Weins sehe,

denke ich sofort, dass er es mit einem Burgunder nicht aufnehmen kann.

Dieser Pinot noir ist nicht so gut wie der einer französischen Marke.

Niemand würde je sagen,

dass Burgund nicht der beste Ort der Welt für einen Pinot noir ist.

Aber andere Orte der Welt haben ihr Niveau

und die Qualität des Pinot noir beträchtlich gesteigert.

Man bekommt einen Pinot noir jetzt von überall.

Dustin Wilson hat also eine Verkostung arrangiert.

Damit das wirklich funktioniert, muss Dustin die Weine kuratieren,

von denen er denkt, dass sie gegen die ganz Großen ankommen,

man braucht auch ein paar großartige Gaumen,

deren Worte Gewicht haben, damit ihre Meinung etwas zählt.

Und damit das, was sie für

einen der besten Weine weltweit halten, auch geglaubt wird.

Ich habe so am Mittwoch eine Nachricht von Dustin bekommen

und er schrieb: "Hey, willst du sonntags ins Verve zu einer Verkostung kommen?"

Ein paar Tage später ruft mich Engelmann an und sagt:

"Gehst du am Sonntag auch ins Verve?"

Dustin bittet uns also zu einer Blindverkostung.

Und dann werde ich ein wenig misstrauisch,

um was für eine Veranstaltung es sich da handelt.

Ich wollte die wirklich besten Verkoster zusammenbringen.

Man braucht Leute mit großer Glaubwürdigkeit

und Erfahrung, um dem Ganzen Gewicht zu verliehen.

Sabato Sagaria ist ebenfalls ein Sommeliermeister.

Jemand mit großen Visionen und Verstand für Restaurants und Unternehmen.

Er managt seit einigen Jahren alle Danny Meyer-Restaurants.

Jetzt ist er Präsident des Bartaco.

Laura Maniec gesellt sich ebenfalls dazu.

Laura ist die Eigentümerin von Corkbuzz hier in New York.

Sie ist auch eine Sommeliermeisterin,

eine phänomenale Verkosterin und knallharte Geschäftsfrau.

SOMMELIERMEISTER

Michael Engelmann hat seine Prüfungen als Sommeliermeister

im ersten Anlauf mit Rekordpunktzahl bestanden.

Der Typ ist ein Tier.

Er hat einen der besten Lebensläufe eines Sommeliermeisters, die ich kenne.

Wir haben noch Aldo Sohm, den besten Sommelier der Welt von 2009,

den Weinleiter für das Le Bernardin,

einem Restaurant mit drei Michelin-Sternen und vier Sternen der New York Times.

Eric Ripert ist der Chefkoch und es gilt im Allgemeinen

als eins der besten Restaurants der Welt.

SOMMELIERMEISTERIN

Pascaline Lepeltier ist eine der angesehensten Verkosterinnen.

Sie kommt eigentlich aus Frankreich.

Sie ist eine der größten Unterstützerinnen der Naturwein-Bewegung.

DER GEMEINE WEINLEITFADEN

Sie ist ein Vorbild für viele junge Sommeliers.

Ich freue mich auch sehr, dass Arvid Rosengren dabei ist.

Arvid kam aus Schweden in die USA.

SOMMELIER - WEINLEITER

Er kam beinahe aus dem Nichts,

gewann den Wettbewerb als Bester Sommelier der Welt letztes Jahr in Mendoza.

Alle dachten: "Wow, wer ist der Typ?"

Zuletzt haben wir Sarah Thomas. Sarah ist Sommelière im Le Bernardin mit Aldo.

Sie ist ein aufgehender Stern.

Sie bringt eine frische Perspektive zu so einer Verkostung mit.

Das sind mit die besten Verkoster,

die man in New York, vielleicht sogar im ganzen Land findet.

Ich wollte das alles, so facettenreich wie möglich machen.

Weibliche, männliche Sommeliermeister,

Leute ohne Zulassung, aber das heißt nichts,

weil diese Leute brillant sind.

Ein Schwede, zwei Franzosen, drei Amerikaner und ein Österreicher.

Sie haben eine tolle Perspektive auf die Welt des Weins,

weil die den Domaine de la Romanée-Conti,

aber auch die 10-Dollar-Flasche vom Montery Pinot Noir gekostet haben.

-Dann legt mal los. -Ja, das ist schön.

Manchmal kann man bei so etwas Mäuschen spielen.

Wenn etwas Großartiges passiert,

bemerkt man gar nicht, welche Auswirkungen das haben könnte.

Wir haben die Verkostung ziemlich geheim gehalten und das aus gutem Grund.

Wir haben diese Gruppe zusammengerufen, weil ihr die Besten der Besten seid.

Das ist eine Blindverkostung. Alle Weine sind Pinot noir,

aber wir wollen nicht herausfinden, woher jeder einzelne kommt

oder welcher Jahrgang er ist, darum geht es hier nicht.

Ich möchte einfach eure Meinungen zu diesen Weinen,

ohne dass ihr die Marken kennt oder wo sie herkommen

und dieser ganze Kram, damit wir wirklich objektiv sein können.

Am Ende bitte ich euch darum,

eure persönlichen drei besten Weine auszusuchen.

Und das war's.

Ihre Nasen und Zungen und Münder sind genau abgestimmt.

Eine einfach Frage wie: "Hey, mochtest du den?"

Darauf bekommt man keine Antwort.

ZUVOR

Okay, also, ähm, offensichtlich haben sie alle Weine rausgesucht.

Wir haben und noch nicht für eine Reihenfolge entschieden.

Was ich also versuche, ist wirklich

alles so zufällig wie möglich zu gestalten.

Wir haben Weine aus der neuen und aus der alten Welt.

Wir haben auch welche, mit, na ja, einem sehr eigenen Stil.

Es gibt welche aus Ganztraubengärung und welche, die abgebeert wurden.

Wir wollen auch nicht mit dem, na ja, angesehensten Wein beginnen.

Den sollte man irgendwo in der Mitte unterbringen.

Ich weiß nicht. Mal sehen. Vielleicht...

Vielleicht beginnen wir mit etwas Unerwartetem.

Vielleicht beginnen wir mit Chacra, Bodegas Chacra ist Wein eins.

HERKUNFT: PATAGONIEN, ARGENTINIEN PREIS: 90 $

Dieser kleine Staat in Patagonien stellt weltklasse Pinot noir her,

an einem Ort, an dem man Pinot noir niemals vermuten würde.

Erste Gedanken?

Schmeckt für mich jung und sehr frisch, nicht ganz abgestimmt.

Und seltsam für die Nase. Es riecht sehr rebig

oder zumindest sehr stark. Und dann ist er irgendwie heiß in der Nase,

aber nur, na ja, wenn man ausatmet.

-Der Abgang ist süß. -Hm-hm.

Ja. Fast wie Gummierdbeeren

-mit dieser... -Ja, so...

-Kohlenstoffhaltig. -Ja, kohlenstoffhaltig.

Ich hoffe, ich beleidige niemanden, den ich kenne und respektiere,

aber, äh, das fühlt sich an wie Wein,

den jemand sehr elegant irgendwo herstellen will,

wo man diese Würze eben, quasi, von Natur aus nicht bekommt.

Okay, interessant.

Noch einmal, ich...

-Ich höre euch nur zu. Nein. -Interessant, hat er recht?

-Noch einmal, es geht nicht darum... -War nur ein Scherz.

-...recht zu haben oder so, es geht um... -Werden die Weine

irgendwann preisgegeben?

-Vielleicht ja. Ich weiß nicht. Michael. -Weißt du, was es wäre?

-Bleib ruhig. -Auf jeden Fall wirkte das so.

Ja.

Das ist also ein Wein der neuen Welt. Dann kommen die

abgebeerten Weine der alten Welt mit dem d'Angerville.

HERKUNFT: BURGUND, FRANKREICH - VOLNAY PREIS: 110 $

Marquis D'Angerville ist wirklich, denke ich, der Goldstandard in Volnay.

Das ist der Hersteller, mit dem man von Volnay werben will.

Der war sehr ruhig in der Nase.

Und dann war ich überrascht, dass er so viel Tanninstruktur hatte.

Und es war wie... Der Abgang war sauer und das ist für mich auf die alte Welt.

Und, ähm, wisst ihr, er hat dieses Kalkhafte, diese Mineralität.

Aber gleichzeitig ist das Einzige,

was mich vomm Alte-Welt-Ding abbringt,

dieses Aroma von Sassaafras, wie bei Werther's Original. Das gehört einfach

irgendwie nicht dahin, deshalb weiß ich nicht, was los ist.

Aber ich mag den Wein. Ich denke, der ist, wisst ihr, den würde ich trinken.

Ich denke, das ist ein Klassiker.

Hm-hm.

Er ist sehr rein, das ist teure Eiche,

-sehr gut gemanagt. -Ja.

Ein sehr ehrgeiziger Wein, ja...

...für gute Horsd´œuvres. Ja.

KAPITEL 4: DIE ADLER SIND GELANDET

PARIS, FRANKREICH IN DER GEGENWART

Jeder im Geschäft

und jeder, der sich ernsthaft für Wein begeistert,

hat diese Flasche.

Wir alle haben einen Namen dafür. Ich nenne es den "Aha"-Wein.

Es passiert etwas mit dir, wenn du diesen Wein trinkst.

Etwas, das die Art verändert,

wie man Wein sieht und was man damit zu tun haben will.

Er bringt uns auf den Weg. Was sind die Flaschen...

...die die Leute, zu denen ich aufsehe,

die sie zum Wein gebracht hat?

Na? Genau?

-Man legt immer von rechts nach links aus. -Okay.

So, weil das vom Messer wegliegt und das ist dein Winkel.

Aber wenn...

Allerdings haben wir die kleinen Gläser für unseren Wein,

-also sollten wir... Das ist... -Du hast ein anderes Glas, oder?

-Ich glaube, das muss geändert werden. -Wie können sie uns das kleine Glas geben?

Weil ich schneller trinke als alle anderen.

Einen Moment, ich... Ich bin bekannt

-als die schnellste Waffe im Westen. -Okay.

Also, ich freue mich auf diesen Wein,

weil dieser Wein die Flamme für mich entfacht hat.

Ich denke, die meisten Leute, die ihr Leben dem Wein widmen,

haben eine bedeutende Flasche, nicht wahr?

Und ich war eine arme Studentin in Oxford,

aber ich hatte einen reichen Freund

und sein Vater gab ihm etwas zu viel Geld,

von dem das Meiste dafür draufging, mit mir Essen zu gehen.

Hätte ich meinen Feunden in Oxford gesagt,

"Okay, wenn ich fertig bin, arbeite ich mit Essen oder Wein",

dann wären sie wirklich schockiert gewesen

und hätten gesagt: "Was für eine Verschwendung deiner Bildung."

JANCIS ROBINSONS WEIHNACHTS-WEINLISTE

Ich wurde eingestellt als Moderatorin

der ersten, wie ich denke, Fernsehserie über Wein.

Die hieß The Wine Program.

Zuerst der Champagner, die beste Art der Welt Kohlenstoffdioxid zu trinken.

Wir haben einmal mit Tony Blair gegessen...

JANCIS' EHEMANN ESSENSKRITIKER

...als er Premierminister war

und er sagte, als er und Cherie ein junges Paar waren,

kamen sie abends immer früh nach Hause, um Jancis zu sehen.

Damals waren die 80er ein völlig verrücktes Jahrzehnt für Nick und mich.

Äh, wir haben '81 geheiratet. '82 hatten wir unser erstes Kind.

Ich habe meine erste Sendung produziert.

Ich denke, ich schrieb wenigstens vier Bücher in den 80ern, wenn nicht fünf.

Und es war auch eine Zeit, in der Frauen nichts ausschlagen konnten.

Sie mussten alles annehmen.

Meine Generation war entschlossen zu beweisen...

...dass wir Mütter und erfolgreich sein konnten.

Als also der Weinmeister '83 zu mir sagte:

"Willst du '84 nicht die Prüfung machen?", da hätte ich nein sagen sollen.

Nick sagte: "Tu es bloß nicht." Freunde und Familie sagen das Gleiche.

Ich konnte so viel dabei verlieren, aber auch so viel gewinnen.

Ich denke, Weinmeister zu werden war sehr schwer

und sie erwartete unser zweites Kind.

Aber zu meiner Überraschung, äh, bestand ich beim ersten Mal.

Für die meisten ist Wein nur Wein.

Aber sie hat eben gerade die Geschichten dahinter zutage befördert.

Das ist ein roter Burgunder 1959.

Der Name des Herstellers ist fantastisch. Er heißt Les Amoureuses,

die Liebenden, gemeint sind zwei Frauen.

Er lag, wer weiß wie lange, im Keller des verstorbenen John Avery,

einem anderen Weinmeister.

Und seine Familie verkaufte nach seinem Tod

einen Großteil seiner Weinsammlung bei Christie's.

Aber einer der Mitarbeiter wusste, dass dieser besondere Wein

bei mir die Flamme entfachte

-und hat ihn für mich zurückgehalten. -Fantastisch.

Das war wirklich nett von ihnen.

Ich meine, ernsthaft, ich kann mir nicht vorstellen, dass meine erste Flasche Wein,

die mich verändert hat, ein Burgunder ist.

Den kann man sich heute nicht mal mehr leisten.

Was kostet ein '59er de Vogue Les Amoureuses?

Er ist unbezahlbar. Ich meine, in Dollar

würde man so um die 10.000 $ bezahlen vielleicht.

Das ist auf jeden Fall ein Relikt, das ist klar.

Genauso wie ich, ein Relikt.

Was ich an diesem Wein geliebt habe, als ich ihn trank...

...als ich ihn zum ersten Mal kostete, ich hatte ihn im Glas.

Also, A, er war Millionen Mal besser als jedes Studentengesöff, offensichtlich.

-Ja. -Aber er war nicht wahnwitzig teuer

-damals. -Ja...

-Ich meine, der Preisunterschied... -...hätte er nicht sein können.

...zwischen oben und unten...

-Ja, ja, ja. -...auf der Weinliste

-...war nicht so groß wie heute. -Ja.

-Aber es war der Duft. -Ja.

Einfach dieser schwermütige Duft.

Du machst das super. Ich bin froh, dass ich das nicht machen muss.

-Gott, was für eine Farbe. -Eine wunderbare Farbe, oder?

Wie würdest du das nennen?

-Rubinfarben? -Granatfarben.

-Granatfarben. Ich denke, granat... -Es ist granatfarben.

...ist etwas blauer, aber das ist persönlicher Geschmack.

Er ist vollmundig, oder?

-Sehr... Das ist der alte Burgunder. -Er ist spektakulär.

Aber fast wie... Er ist blumig. Da sind Wildblumen.

Da ist auch ein Hauch Rose dabei.

-Ja. Da sind Rosen, oder? -Getrocknete Rosen.

-Ja. -Ja.

Was mich an dieser Flasche fasziniert,

ist, dass wenn Weine älter werden,

werden sie sich im Allgemeinen ähnlicher.

Aber das ist immer noch ein Pinot noir.

Er hat noch... denselben Charakter,

den man bei einem spektakulären Burgunder erwarten würde.

Also, heute, ist der Pinot noir fast die kostbarste

und am meisten geschätzte Form.

Er wird verehrt, weil so viel Geschichte damit verbunden ist.

Manchmal finde ich ihn trüb und sauer.

Meine Lieblingstraube ist die Pinot noir.

Pinot noir ist wie ein schlechter Freund, zu dem man immer wieder zurückkehrt.

KAPITEL 5: ALLES IST SUBJEKTIV

Dann, äh...

Kehren wir zur neuen Welt zurück...

...vielleicht nach Oregon.

Abgebeert.

HERKUNFT: WILLAMETTE VALLEY - OREGON PREIS: 90 $

Dann haben wir Larry Stones neues Projekt, Lingua Franca.

Larry Stone ist ein Sommeliermeister.

Er war Raja Parrs Mentor, unglaublich angesehen.

Und obwohl es neu ist, denke ich, wird er bereits

einer der angesagten Orte in Oregon.

Ich denke, Wein Nummer drei steht in starkem Bezug zu

Wein Nummer zwei. Es ist die gleiche Palette von Aromen.

Mich stört nur, dass es wie beim Bestatter riecht,

weil er so blumig und bitter ist.

Es ist nicht... Ich weiß, das klingt schlimm, aber ich...

-Es ist immer wieder... -Darf ich dich da zitieren?

Ja. Ich meine, so ist es, aber es ist...

Ich glaube, das steht sogar auf dem Etikett...

Es ist interessant, einen Wein zu haben, der stark

in Richtung bestimmter Aromen bearbeitete wurde,

während die Struktur noch nicht da ist. Da gibt es eine klare Diskrepanz.

-Mit... Ich weiß nicht, ich... -Es war auch stärker verzerrt.

...ob ich dem zustimme. Es ist... Das ist ein Aspekt, der bearbeitet wurde.

Ich halte ihn nicht für einen perfekten Wein, aber ich weiß nicht,

aber er sagt mir irgendwie zu.

Machen wir mit der Vier weiter.

-Weiter mit der Vier. -Kommen wir zu meinem Land.

Ich weiß nicht.

Ich wäre wirklich vorsichtig

-mit solchen Aussagen. -Nein.

-Ich sage nur, mein Land. Nein, nein. -Ach, komm schon.

-Was ist denn nun mein Land? -Das ist großartig.

Ich bin seit zehn verdammten Jahren in New York.

Je mehr du das behauptest...

-New York ist aber kein Land. -Irgendwie ist es aber das Land.

Als Nächstes, äh, nehmen wir den By Farr.

HERKUNFT: GEELONG - AUSTRALIEN

PREIS: 80 $

By Farr ist der Name dieses besonderen Weinguts.

Es liegt in einer Gegend namens Geelong.

Das ist ein Kalksteingebiet in Victoria, Australien.

Und der Wein schreit für mich förmlich nach Frische, Eleganz,

Finesse, Aroma,

also, er lehnt an den Burgunder an.

Nein, sie denkt, der ist französisch.

Ich glaube das auch nicht.

-Nein. Das ist sehr wie By Farr. -Da passiert eine Menge, oder?

-Ja. Das ergibt viel Sinn. -Sehr By Farr.

Kalkstein in Geelong, Australien.

-Es ist sehr pflanzlich. -Aber sehr pflanzlich.

Sehr pflanzlich.

-Damit verschwindet alles. -Das ist Ganztraubengärung...

-Deshalb ist es sehr By Farr. -Ja.

Ich muss euch mal kurz unterbrechen.

Er hat den Wein erraten. Nicht nur, dass es Pinot noir ist,

sondern dass er aus Australien kommt, aus Victoria,

sogar die Flasche vom Hersteller.

Kommen wir wieder zum Thema und raten nicht herum.

Was denkt ihr über den Wein?

Ich meine, er sticht aus der Aufstellung definitiv heraus.

Da ist Einiges.

-Er ist extrem in verschiedene Richtungen. -Man merkt die Herstellung sehr.

-Noch mal bitte? -Man merkt

die Herstellung stark in diesem Wein, die Ganztraubengärung.

Das ist durch und durch Ganztraubengärung.

Aber da ist noch mehr. Er ist trüb,

zumindest in meinem Glas. Er ist ganztraubengegärt,

er ist intensiv in...

-...jeder Hinsicht. Er ist... -Alles ist präsent.

Ich schrieb, zuerst war alles intensiv.

-Es ist wie... -Da ist ein echter Aufbau.

Und ein bisschen wild.

Und ich mag das. Ich mag diesen

-wilden Charakter. Es ist wie... -Er ist nicht...

Er scheut nicht vor einem Standpunkt und sagt:

"Hey, hier ist, was wir sein wollen." Ähm, aber ich denke, na ja,

das macht diesen Wein, für mich,

auch so anders als die anderen.

Mit dem hier betrinken wir uns

oder es ist derjenige, über den wir am meisten diskutieren.

-Oh, genau. -Was kann man tun?

Betrinken und viel reden. Das stimmt.

-Ich persönlich mag ihn sehr. -Vielleicht ist er polarisierend.

-Das ist genau, was... -Er soll polarisieren.

Es macht auch Sinn, weil der Stil

sehr mit dem Herzen voran ist,

und, ich meine, das ist genau

-worüber wir hier sprechen. -Ich mag das Wort.

Aber das ist auch ein Wein, den Michael, weil er uns liebt,

auf die Liste setzt.

Wie viele Menschen kann man

im Esszimmer konvertieren? Das ist wie...

Wenn man den rauftut und die Liste ausarbeitet,

aber wenn man eine ganze Liste davon zusammenstellt,

dann ist diese Art Wein einfach ein bisschen zu viel.

Ich mochte deine Anmerkung über das Pikante und, na ja, das ist nicht...

Wein muss nicht fruchtig sein.

-Er muss nicht nur sein wie... -Hm.

-...entweder fruchtig oder erdig. -Ja.

Ich meine, pikant ist trotzdem gut,

wenn man den Wein zum Essen trinkt. Denkt mal daran.

Wein ist zuerst eine Pflanze.

-Richtig. -Und erst dann eine Frucht.

Ich habe Wein satt, der nur die eine Seite zeigt

-oder die andere. Beides ist toll. -Aber weißt du was?

Das ist immer das Problem.

Was wir Sommeliers mögen, ist nicht immer das, was die Kunden mögen.

Was wir über Herausforderungen und Würze denken

-und diese säurehaltigen Komponenten... -Ja.

...ist typischerweise... Das klingt wieder negativ, obwohl ich es so nicht meine,

nicht das, was der Kunde mag.

-Trotzdem... -Sie wollen etwas Mildes.

Ja. Nein, es entwickelt sich.

Man muss sich da neu einstellen,

-alle paar Monate, um... -Ja.

Aber man muss sich auch für die Gäste einsetzen.

Aber wenn man... Wenn man das hier ausschenkt mit...

-Das war offener Piot noir... -Wenn das der einzige Pinot noir

-offen ist... -...dann bist du gefeuert.

KAPITEL 6 EINTRITT INS SOMM

Eine erfolgreiche Weinliste für ein Restaurant zu erstellen, ist hart.

Man muss zuerst ans Geschäft denken,

was heißt, man kann nicht einfach jede Flasche kaufen,

damit man die größte Liste hat. Um die Weinliste wirklich zu kuratieren,

muss man echt verdammt viel Talent haben.

Ich habe diesen Wein heute ausgesucht, weil der '68er Ridge für mich

eine der besten Weine seit der Entstehung

der edlen Weinindustrie Kaliforniens ist.

Dieser Wein wurde nicht von Paul Draper, sondern von Dave Bennion hergestellt.

Ähm, und Dave war ein sehr, sehr guter Freund von mir.

Wir waren zusammen essen am Freitag, bevor er

mit seiner Frau Fran bei einem Autounfall starb.

-Ich vermisse ihn immer noch. -Das was '88, oder?

'88, ja. Das war ein...

...sehr, sehr trauriger Tag. Wir trinken also heute etwas,

das mir sehr am Herzen liegt, weil man hier wirklich den Anfang sieht.

Ich meine, wer erlebt in seinem Leben wirklich den Anfang von etwas?

Fred war Sommelier in einem der legendärsten Restaurants

in Amerika, The Sardine Factory in Monterey, Kalifornien.

MITEIGENTÜMER

Unsere Weinliste damals war fantastisch. Alles kam aus Frankreich und Italien.

Und die letzte Seite, er weiß das, es geht um die frühen 60er, 70er,

auf der letzten Seite waren amerikanische Weine.

Und das Restaurant war... Es war verrückt. Es war sehr gediegen.

Und das war etwas Neues für...

Ich meine, es gab einige Restaurants in Monterey,

aber... Und dann boomte die Cannery Row und Ted ruft mich an und sagt...

WEINKELLER

..."Ich zeige dir was." Er nimmt mich mit zu diesem

wunderbaren Weinkeller,

herrlich, riesig, leer.

"Willst du den Job nicht machen?

Komm zurück und füll mir den größten Weinkeller Amerikas."

Eine ziemliche Herausforderung.

Er war also dieser Typ, dieser große Typ,

der feine Weine verfochte und sie auf seine Liste setzte,

was niemand, den ich hierzulande kannte, tat.

Wir waren eins der ersten Restaunts weltweit.

FRED DAME-KATAKOMBE

Wir nahmen die Weine

und fügten die Cabernets

zu den europäischen Carbernets. Wir setzten sie auf dieselbe Seite,

die französischen und amerikanischen Pendants.

Die Weinleute, die sonst die Weinlisten erstellten, sagten:

"Sie lachen uns ins Aus." Ich sagte: "Wirklich?"

Sie sagten: "Viele im Geschäft lachen euch aus."

Und es wurde ein Riesenerfolg.

Er erstellte eine der tiefsten und komplexesten Weinlisten,

die das Land je gesehen hatte.

Und natürlich gewannen wir den Wine Spectator Award...

FÜR EINE DER BESTEN WEINLISTEN IN AMERIKA

...und unter seiner Führung fanden wir viel Anerkennung.

Der Wine Spectator Grand Award ist der Messingring,

-den alle Wein-Restaurants wollen. -Es gab viel Wettbewerb.

Jeder wollte immer auf dem Cover stehen.

Um den Grand Award zu bekommen,

muss man das wohl beste Exemplar

einer regionalen Weinliste in der Welt haben.

Während meiner Zeit dort gewannen wir jedes Jahr.

WEINVERKÄUFER

Es gibt Gastronomen, die schwören,

dass sich ihre Weinverkäufe in dem Jahr verdoppeln,

wenn sie dort gewinnen.

Man musste einfach immer umdenken und neu gestalten,

Dinge herumschieben und Neues dazuholen,

neue Regionen im Auge behalten, die sich hervortun könnten

und die man als Erster entdecken will.

Restarantbesitzer sahen Wein plötzlich als gewinnbringend

und als einen der Gründe, ein Restaurant zu besuchen

und entwarfen etwas, dass das Menü unterstützte.

Er konnte immer etwas bei einigen dieser Weine heraushandeln.

Und dann kam er zu bestimmten Zeiten an Weine...

CHEFKOCH & MITEIGENTÜMER

...die wir sehr günstig kauften und die sehr teuer wurden.

Er flog ein paar Mal nach Europa

und kam mit diesen riesigen Rechnungen wieder.

Man wollte ihn erwürgen und sagen: "Freddie, was sollen wir damit?"

Wir haben hier kein Weinmuseum, sondern ein Restaurant.

Einmal kaufte er eine Kiste

für tausende Dollar.

Ich dachte: "Freddie, was zur Hölle tust du da?"

Er sagte: "Letzte Nacht habe ich eine Flasche für 700, 800 $ verkauft."

Ich sagte: "Gut, Freddie, wieso holst du nicht zwei Kisten?"

Ich will wie Fred Dame sein. Ich will eine Weinliste haben,

die vielleicht nicht so tief geht, weil ich das zahlen muss,

aber wie die Sardine Factory.

Ich werde jetzt den Korken ziehen.

-Was denkt ihr? -Ja, bitte.

Und ich liebe diese kalifornischen Cabernets

aus der Zeit, bevor sie alle wie verrückt nach hohem Alkoholanteil wurden und...

Wie hoch ist der Alkoholanteil?

-Ich weiß nicht. Es sind... 12,9. -Es sind 12,7.

-12,7, ist das nicht genial? -Das waren noch Zeiten.

Damit haben sie nicht vor Mitte der 80er angefangen.

-Schön und sauber. -Die 90er, oder?

-Ja, in den 90ern. -Ja.

Damals 1968

war der Cabernet Sauvignon ein Experiment außerhalb von Bordeaux.

Heute ist es die am häufigsten gepflanzte Traube.

Gib mir eine Flasche.

Das ist ein besonderer Moment für Monsieur Dame.

-Wir müssen... -Das Tannin ist unglaublich.

-War es schon immer, nicht? -Es gab schon immer...

Das war ein Kennzeichen, besonders bei so wenig Alkohol.

Ich würde sagen, was wir in Kalifornien gesehen haben,

ist, dass es sich langsam wieder zu diesem Stil

-zurück entwickelt. -Ja.

Von dieser schweren Art von

-Alkohol und Reife und Süße. -Ja.

Und es gibt mehr Hersteller, die dieser Legende nacheifern, aber...

...nicht alle, weil sie die Flaschen Cabernet

in deinem Teil der Welt sofort für hohe Preise verkaufen können.

Daran sind die Kritiker schuld.

-Pas moi. -Genau.

Ich denke, es liegt am Bewertungssystem.

Nicht, dass du nicht das Beste

innerhalb des bestehenden System getan hättest,

aber es hat eine Generation von Sammlern hervorgebracht

und auch von Konsumenten, die nicht mehr allein nachdenken.

Es begann alles in den frühen 90ern.

Da sieht man die ersten Auswirkungen.

Das ist der Einfluss von Parker.

Ich schrieb zuerst über Robert Parker in Großbritannien.

Wir waren gute Freunde. Er aß bei uns zuhause Abendbrot,

ich besuchte ihn ebenfalls. Ich mag seine Frau sehr.

Robert Parker ist wahrscheinlich der erste moderne Weinkritiker.

WEINMEISTER

Er gründete 1978 ein Magazin

und nannte es The Wine Advocate

und er entwickelte ein einzigartiges System

Weine zu bewerten, ein 100-Punkte-System.

Seine Absicht mit dem 100-Punkte-System,

so breit und subjektiv es auch ist,

war es, zu sagen:

"Hier sind gute Weingüter, die alles richtig machen."

Man könnte sagen, es war nicht seine Schuld, das er so einflussreich war.

Es ist schade, denke ich, dass sein...

...Geschmack die Weinproduktion in der ganzen Welt zu dominieren begann.

Parker mag große Weine, starke Steakhouse-Weine

mit viel Struktur und viel Tannin.

Weingüter machten die Weine. Wenn man also einmal 100 Punkte bekam,

konnte man viel verkaufen.

Es ist verrückt, dass die ganze Welt des Weins

von nur einem Gaumen diktiert wurde.

Es war eben kein Geheimnis, dass Bob sehr, sehr gute

Bewertungen für reiferen Wein vergab,

aber das heißt ja nicht, dass das die einzige Art Wein war.

Wenn der Mann Wein mit viel Eiche, viel Alkohol

und wenig Tannin mag, dann steht ihm diese Meinung zu.

Ich bin oft nicht einverstanden... was seinen Geschmack betrifft.

Wir haben sehr verschiedene Ansichten

zu Wein, aber das ist okay.

Man liest sich die Kritiker durch und findet einen, dem man zustimmt,

und dann bleibt man bei dem, was er sagt.

KAPITEL 7: VERSUCH DEIN VERDAMMT BESTES

In den frühen 70ern versuchte Kalifornien wirklich alles, was es konnte,

um Wein herzustellen.

Und in den frühen 2000ern ruhten sie sich auf ihren Lorbeeren aus.

In den frühen 70ern ruhte sich Frankreich auf seinen Lorbeeren aus,

weil sie die Welt dominierten.

Und in den 2000ern kamen sie an

und machten den besten Wein, den sie konnten.

Ich denke, beide sind jetzt etwa gleichauf.

Jeder macht den besten Wein, den er kann.

-Oder sonst. -Oder sonst verkauft er sich nicht.

-Sie fliegen aus dem Rennen. Ja. -Genau.

-Und, Mann, fliegt man schnell raus? -Ja.

-Ja. -Es braucht nur einen Fehler

und alle zerreißen dich.

HERKUNFT: BURGUND - FRANKREICH PREIS: 210 $

Auch aus Burgund, aber von der Cote de Nuits

kommt der Domaine Bachelet. Der Bachelet ist ein Gevrey-Chambertin.

Der Bachelet ist einer der ganz Großen aus Burgund.

Das war sehr fruchtig für mich.

Ja. Das war der erste, der mich zur neuen Welt bringt.

Aber das nur, wenn er offen ist.

Wenn man den ausschenkt, macht man wahrscheinlich viele glücklich.

-Und viel Geld. -Absolut.

Ja. Wobei es darauf ankommt, wie viel er kostet.

Er schmeckt gut gemacht und ich denke fast...

...weil mir nichts Besseres einfällt, er ist funkelnder als die anderen.

-Wie aufpoliert. -Den würde ich kaufen.

-Das ist mein... -Ja.

...Test, ob das ein guter Wein ist.

Also, die Früchte sind perfekt,

er ist sehr süß und kommt gut im Glas hervor.

Und dann der Domaine de la Cote.

HERKUNFT: SANTA BARBARA - USA

Dann wollte ich aus Kalifornien den Domaine de la Cote aufzeigen.

PREIS: 70 $

Die Domaine de la Cote wird von Rajat Parr gemanagt. Sie liegt in Santa Barbara.

Der ist lustig, weil ich ihn nicht mochte als wir...

-Als ich kurz drübergegangen bin. -Ja.

Vielleicht liegt es daran, dass er als Letztes dran ist

und er sich ein bisschen

einfach, leicht anfühlt. Wenn man darauf zurückkommt, ist er...

Nein, ich hasse ihn nicht mehr.

Ich rede hier über die Pflanze und die Frucht.

-Ich denke, der hier hat... -Alles.

...eine gute Mischung aus beidem,

die wirklich harmonisch ist im Vergleich zu einigen anderen.

Er ist fast wie Goldlöckchen. Der hier war zu viel,

der hier war zu wenig, der hier ist genau richtig.

Und schau, dieser Wein hatte bisher den meisten Terroir.

Ich habe geschrieben, er hat diese, wie ich es nenne, falsche Eleganz.

-Also würde jemand versuchen... -Wie maßgeschneidert.

-Eine Debütantin? -Ihr wisst schon, ja.

-Äh. -Eine Debütantin.

Also, ich weiß nicht. Ich könnte... Ich brauche mehr.

Ich brauche noch ein Glas.

ALLE SOLLTEN IHRE TOP DREI AUFSCHREIBEN

DER BESTE WEIN BEKAM 3 PUNKTE DER ZWEITE 2 PUNKTE

DER DRITTE 1 PUNKT

Also gut, Leute, ich komme herum und sammle eure Bögen ein.

Super.

Vielen Dank.

Woher wissen wir, ob Russland bei der Verkostung mitgemischt hat?

DER WEIN MIT DEN MEISTEN PUNKTEN GEWINNT

Dann schauen wir mal,

wir haben hier... Die erste Wahl...

-Dreimal Nummer zwei. -Dreimal die Zwei.

-Und zweimal Nummer sechs. -Zweimal die Sechs.

12 PUNKTE FÜR WEIN 5 BURGUND, FRANKREICH

Und vier und fünf.

-Neun plus vier. -Plus eins,

Vierzehn.

14 PUNKTE FÜR WEIN 2 BURGUND, FRANKREICH

Hier kommt Russland mit ins Spiel.

Achtung.

-Zwei. -Ich habe da vorhin

einen russichen Akzent gehört. Wir sollten das abgleichen.

-Fünf. Wir stimmen alle überein. -Ja.

Drei und sieben.

-Ganz oben. -Ja.

Okay.

14 PUNKTE FÜR WEIN 6 SANTA BARBARA, KALIFORNIEN

-Vierzehn. -Genau.

-Wow. -Danke.

-Ja. -Das ist echt schwer.

-14 und 14. Unentschieden? -Aldo hat geschummelt.

-Also zwei... -Ein Unentschieden.

Zwei und Sechs sind gleichauf.

Die Idee der Verkostung war, dass große Pinot noir

von überall kommen können.

Ich bin gespannt, was ihr darüber denkt...

...ähm, nachdem wir hier durch sind.

Okay. Wir machen das so: Wir gehen von unten nach oben...

...und kommen dann zu den anderen, also...

Also gut. Auf dem dritten Platz...

-mit der Bronzemedaille... -Auf dem dritten Platz...

-Unser dritter Favorit. -Nummer Fünf. Okay, toll.

Das ist der '15er Bachelet Corbeaux.

Alles klar.

Das ist ein bisschen zu teuer für offenen Wein.

Ich weiß nicht, vielleicht. Aber in meiner Gruppe...

Behalten wir dabei im Kopf, dass...

...die nächsten beiden Weine gleichauf sind.

-Ja. -Hm-hm.

Aber wir stellen sie euch in der Reihenfolge vor,

auf die wir uns geeinigt haben, damit wir sie einstufen können.

-Also, der nächste... -Ich weiß nicht, was das ist.

Ich bin aufgeregt.

...ist

Domaine de le Cote.

-Oh. -Bloom's Field.

-Interesante. -Das war die Sechs?

Das war Nummer Sechs.

-Wow. -Und dann...

Ja!

-Da war ich mir echt sicher. -Das ist mein Burgunder-Fall.

Alles klar, den nehmen wir.

-Das erspart uns die Peinlichkeit. -Das heißt doch etwas, hä?

EIN WEIN AUS SANTA BARBARA, KALIFORNIEN

IST GLEICHAUF MIT EINEM DER BESTEN WEINE AUS BURGUND, FRANKREICH

-Das sagt, denke ich, einiges aus. -Das war eine schöne Auswahl.

-Es ist wirklich... -Das sagt etwas

über die Güte des Weins.

Ich dachte, das war ein Chambolle-esque Volnay.

Ja, der war echt ziemlich gut.

Also, tja, wisst ihr, diese beiden Weine

-waren gleichauf. -Ja.

-Das ist echt cool. -Das ist so cool.

VOLNAY, BURGUND

In Volnay gibt es für mich...

sehr wenige Hersteller, die mit dem Marquis d'Angerville mithalten können.

Derjenige, der, äh...

...Marquis d'Angerville derzeit vorsitzt, Guillaume d'Angerville, hat...

...ein episches Erbe übernommen.

Das sind einige der unwiderstehlichsten Weine der Welt.

Dieses Gebiet gehört seit über 200 Jahren meiner Familie.

Ich bin die sechste Generation.

WINZER

Einige der Gefäße, die sie für die Gärung benutzen, diese großen Fässer

sind hundert von Jahren alt. Sie wissen gar nicht, wie alt genau.

Wir reden bei diesem Weingut also von einer altehrwürdigen Tradition.

Das ist wirklich meine Lieblingsregion,

ähm, mein Lieblingsort in ganz Burgund.

Ich habe Rajat so vor sieben, acht Jahren kennengelernt.

Immer wenn er zu einer Verkostung kommt,

lerne ich etwas von ihm über meine Weine.

Siet meinem zehnten Lebensjahr wollte ich Koch werden.

Ich komme aus Indien,

meine Muttersprache ist Hindi. Aber in Indien lernt man zuerst Englisch,

aber zuhause haben wir, na ja, eben Hindi gesprochen.

'94 kam ich nach New York,

um Kochen zu lernen im Culinary Institute of America

in Hyde Park, New York.

Er wollte nach Westen. Er bekam einen Job im Rubicon unter

dem Sommeliermeister Larry Stone,

und durfte unter einem der

besten Blindverkoster der Welt lernen.

Mit einem Sechs-Monatsvisium. Nach sechs Montaen musste ich zurück.

Aber zum Glück sponsorte mich Larry Stone

und deshalb bin ich heute noch hier.

Ich halte mich selbst für einen amerikanischen Winzer,

trotz meiner indischen Wurzeln.

Er reist und verkostet viel

und das ist das Wichtigste.

Man muss seinen Geschmack und seine Welterfahrung erweitern.

Sein Verstand, seine Nase und sein Mund sind eine Enzyklopädie.

Als ich '96 zum ersten Mal einen Burgunder trank,

dachte ich: "Wow." Also reiste ich dorthin

und komme seit '96 jedes Jahr wieder zurück.

Ich habe seit etwa vier Jahren nicht mehr in einem Restaurant gearbeitet.

Wenn ich heute in einem Restaurant bin, habe ich sogar ein wenig Angst.

Ich denke immer. "Oh, wow, ich sollte etwas tun."

Aber, nein, ich will nicht mehr, dieses Leben liegt hinter mir.

Als würde Micheal Jordan zum Baseball wechseln.

Du bist... einer der größten Sommeliers der Welt

und hast dich entschieden Wein herzustelllen

und das Geschäft zu verlassen, das ist mutig.

Ich denke, ich kam, äh, zur Weinherstellung,

um mir einen Traum zu erfüllen.

Der Drang danach, weißt du, einen neuen Platz in der Welt zu finden,

wo man Pinot noir anbauen kann.

Es war seine Mission seine Geschichte zu erzählen

und er hat immer an Santa Barbara geglaubt.

Dass seine Weine

auf diesem Niveau mit Verkostern wie diesen mithalten, ähm...

...und mit großartigem Burgunder verglichen werden, ist phänomenal.

KAPITEL 8: DIE NEUE WEINJURY VON PARIS

Das ist der dritte Wein an diesem Nachmittag.

Und die Weine von Jancis und Fred waren sehr emotional.

Ich denke, meiner ist der Emotionalste,

weil ich erst 13 Jahre und vier Monate alt war

als ich ihn zum ersten Mal trank.

Und es ist ein Cockburns 1908er Port.

Mein Großvater drehte sich zu mir und sagte:

"Ich denke, du bist alt genug für ein Glas Port."

Ich probierte ihn und er haute mich aus den Socken.

Und ich sagte: "Gott, Opa, was ist das?"

"Cockburns '08, mein Junge."

Damals habe ich, wie viele meiner Kollegen, Briefmarken gesammelt

und in der Schule über Geschichte und Geografie gelesen

und Cockburns '08er hatte Weltmarken mit Datum,

Land und Region.

Und ich began... Ich war neugierig und wollte mehr

über Wein lernen, ohne ihn zu kosten.

-Fred, wenn du die öffnen könntest. -Aber gerne doch.

Das ist der Wein, der mich ins Weingeschäft brachte.

Steven ist jetzt einer dieser Weisen der Weinindustrie, der Weinwelt.

Er wurde selbst zum Winzer,

äh, im Vereinigten Königkreich.

Steven Spurrier stellt spritzige Weine her,

die technisch gesehen, die schwersten sind.

Ich denke, Bride Valley ist ein sehr mutiges Unternehmen,

weil es bei weitem keine, ähm, erprobte Region ist,

für hochqualitative spritzige Weine.

Die kühle Seite, er ging ins westliche Dorset, England.

Die bekommt den ganzen Zorn des Atlantiks zu spüren.

Er hat also eine Menge Regen, was die Ernte verringert.

Aber wenn das jemand kann, dann wahrscheinlich Spurrier.

Aber es ist Landwirtschaft, ich meine, ich... Ich stelle nur Checks aus

und verkaufe das Zeug.

Ich verstehe Landwirtschaft nicht und es nervt,

weil es nicht so funktioniert, wie ich es will.

Er hat zum ersten Mal die Seiten gewechselt.

Er ist der Verkäufer und nicht der Käufer oder Kritiker.

Er stellt das Zeug her,

das ist etwas Anderes.

Man kämpft mit Sachen wie dem Wetter, die man nicht kontrollieren kann.

Dieses Weingut war bisher unglaublich stressig. Ich werde wütend,

wenn man nette, alte Leute trifft und sie gehen in Rente

und haben ein wenig gespart und sagen:

"Oh, ich wollte schon immer ein Weingut haben."

Und ich denke: "Nein, mach das nicht. Lass das."

Aber ich bin sehr glücklich mit meinem Weingut.

Ich denke, das ist gut.

Ich hoffe, das ist mehr als gut.

Ich hoffe, das ist ein 20er... Oh, wunderschöne Farbe.

Danke.

-Hmm. -Ich meine, es ist... Er ist Dessert.

Wir müssen zugeben, dass das kein Tafelwein, sondern ein Dessertwein ist,

aber es ist ein 110 Jahre alter Dessertwein.

Und ich denke, niemand würde den älter als 30 oder 40 Jahre schätzen.

Ich lasse euch zwei reden, weil ich den wirklich genieße.

Das macht man nicht jeden Tag.

Gibt es hier Licht? Unterhält er euch nicht?

Ja. Nein, er ist ein...

-Er ist gut, ja. -Sieh dir das an, er ist perfekt,

-er ist makellos. -Er ist wunderbar.

Er ist natürlich sehr, sehr süß, ganz klar.

-Ein bisschen Orangenschale... -Angebrannte Orange.

Ja, aber er hat auch eine unglaubliche Frische.

Eins von diesen, äh, borkigen Gewürzen,

nicht wirklich Zimt, sondern etwas Anderes.

-Ähm... Er ist würzig. -Ist das Muskat? Ein wenig Muskat.

-Ja, vielleicht Muskat. -Das ist Karamell.

Das ist subtiler als Karamell,

-meint ihr nicht? -Es ist lebhafter als Karamell.

-Die Frucht ist noch unversehrt. -Ja.

Ich meine, da ist eine Frische. Du hast recht.

Man erwartet ja fast: "Oh, 1908, der muss sehr müde sein,"

-wisst ihr. Wie alter Tonic... -Ist er aber nicht.

-...wie 40 Jahre alter Tonic... -Ja.

-...oder so, ein wenig müde eben. Ja. -Nein, er ist belebend.

Das ist einer der Weine in dieser Welt,

wo man unbedingt Jahrzehnte warten muss,

-bevor er zur Geltung kommt. -Ja.

Ich denke, Port geht als Klasse eher zurück

-statt zu kommen. -Leider.

Ich kann mich ehrlich nicht...

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt Port hatte.

Als ich 2001 ins Weingeschäft einstieg, liebten die Leute ihren dunkelgelben Port

oder ihren Jahrgangsport. Aber jetzt haben es alle eilig.

Die Idee von Port ist noch nicht wieder in Mode gekommen.

Ihr Amerikaner liebt es fetthaltig.

Nein, was mit dem Port passiert... Wir haben ein Problem in den USA.

Kein Problem, wir haben eine Realität

und die heißt, dass 95 % allen Weins, der in den USA gekauft wird,

innerhalb von 8 Stunden nach Kauf getrunken wird.

Sie sieht es aus.

Wenn man also über alternden Wein spricht, wen kümmert das schon?

Das wurde uns ehrlicherweise von der Industrie aufgezwungen,

die nicht will, dass etwas altert.

-Sie wollen, dass wir es fertig kaufen. -Ja. Kaufen und dann

-konsumieren und dann wieder kaufen. -Richtig? Und kaufen und das war's.

Das ist die ganze Philosophie des amerikanischen Produktionssystems.

Und ich sage euch eins, wenn man das Bewusstsein

einer Generation dafür stärkt, dass...

...es einfach anders ist

und glaubt mir, diese Millennials sind einfach anders.

Sie wollen etwas Handwerkliches

und sie wollen eine Gute-Nacht-Geschichte dazu.

Hm-hm. Tja, dazu gibt es viele Geschichten.

-Und das hier ist eine davon. -Ja.

DUSTIN LÄSST DIE BESTEN DREI WEINE DER NEW YORKER WEINJURY

VON JANCIS, FRED UND STEVEN BLINDVERKOSTEN.

Wir wollen unbedingt wissen, wie die hier ausgesucht wurden.

Der letzte ist viel dunkler,

da muss ein bisschen Grenache drin sein.

-Danke. -Hm-hmm.

Wir hatten eine Verkostung in New York.

Und das Ziel und die Idee dahinter waren,

eine Diskussion zwischen den Sommeliers anzuregen

über den Pinot noir und wo er in der Welt angebaut wird

und wie er sich entwickelt hat.

Im Grunde sind das, äh, die drei besten Weine.

Die Weine, die wir hier vor uns haben,

äh, waren im Grunde gleichauf. Sie hatten in etwa die gleichen Punkte.

Es war also sehr knapp zwischen diesen drei Weinen.

Wir dachten, es wäre interessant,

diese Weine hierher zu bringen, damit ihr sie verkostet

und wir im Grunde noch einmal das Gleiche machen

und schauen, wo eure Gaumen diese Weine einordnen würden.

Sie scheinen mir alle sehr unterschiedlich zu sein.

Äh, als ich die Nummer Eins zum ersten Mal probiert habe,

dachte ich, dass sie vielleicht ein bisschen zu grün ist.

Aber ich finde langsam Gefallen daran. Ich mag ihn sehr.

Äh, Nummer Zwei

ist jetzt sehr schön,

vielleicht sehr wie Burgunder, auch wenn es kein Burgunder ist.

Die Drei ist sehr konzentriert, oder?

Und ein Burgunderliebhaber würde sagen:

"Ah, weißt du, wieso sollte Pinot so aussehen?"

Er ist ein bisschen zu dunkel für einen klassischen Burgunder.

Aber ich denke, in zwei oder drei Jahren könnte der sehr gut sein, ja.

Gut, das ist alles, was ich habe. Hören wir uns die Könige hier an.

-Ziemlich gut. -Und dann überdenke ich alles.

Fred?

Jemand, der Eiche wirklich mag, oder?

Auf jeden Fall.

Gute Fässer aber,

sehr nett. Meine Nummer Eins.

Ich denke, das ist ziemlich teurer Wein.

Ich denke, das ist einer von einem teuren Hersteller.

Und er ist ein bisschen spritzig.

Sehr hell, klar und hat etwas von einer Bing-Kirsche.

Qualitäten, die ich mit der neuen Welt in Verbindung bringe.

Sie denkt... Sie mag den Burgunder mehr.

Wenn ich an einige der neuen Jahrgänge denke,

kann ich nichts dagegen sagen. Und ich denke...

Ich meine, er ist klar. Er ist fast ein bisschen pflanzlich,

ähm, in der Nase.

Zuerst sollten wir sagen, dass alle drei Weine wirklich gut sind.

Ja. Ich bin hier pedantisch.

Das erinnert mich an das Zeug aus Otago.

Da mag jemand Säure, oder?

Und, äh... aber er ist gut, also, gut gemacht.

Der Stil gehört für mich in die neue Welt.

Also, eine frischere Säure als man sonst

-erwartet... -Ja, stimmt.

-Also, ich denke, es ist... -Die Farbe in...

Ich meine, seien wir ehrlich, jeder vergibt heute Zertifikate...

...tja, außer Burgunder, weil das illegal ist, richtig?

Richtig.

Die Säure sticht wirklich hervor. Und seht euch die Farbe an,

ich meine, das muss wirklich vorangetrieben werden.

Beim Stil hat Jancis recht, sie sind völlig anders.

Richtig.

Ähm, ich würde wahrscheinlich Nummer Drei nehmen.

-Alles klar. -Ich habe eine eigene Meinung,

wie ein Pinot noir für mich sein muss.

Nummer Drei ist absolut nicht das, was ein Pinot noir für mich sein soll.

-Er ist zu dunkel. Zu konzentriert. -Zu konzentriert.

Er hat viel zu viel Eiche.

Ich stimme dir vollkommen zu, Fred, das ist ein guter Wein.

Aber wenn ich in meinen Keller gehe,

um einen Pinot noir zu meinem pochierten Hühnchen zu suchen,

würde ich den nicht nehmen.

Ich denke, ich werde die Reihenfolge umkehren.

Ich stimme Jancis zu. Ich denke, Nummer Zwei ist wahrscheinlich Burgunder.

Ich mag den Wein sehr.

Ich habe viele solche Weine im Keller.

Und also, für mich ist Pinot noir immer gerade heraus.

Das ist für mich... meine Nummer Eins

mit ein wenig mehr Farbe

und er erscheint mir ein wenig jugendlicher, ähm...

Das ist ein überraschender Pinot noir für mich.

Von den dreien bevorzuge ich den.

-Interessant. -Was magst du?

Na ja, Jancis hatte keinen Favoriten.

Nein, habe ich nicht. Nummer Zwei für heute.

Sehr gut.

Interessant. Also, eins, zwei, drei.

Jupp.

-Oh, das hilft. -Also gut.

Das hätte ich nicht gedacht. Also, Steven, du hast

-Wein Nummer Eins gewählt. Super. -Ich habe den gewählt. Ja.

-Weil er anders ist. -Anders.

STEVENS WAHL

HERKUNFT: BURGUND - FRANKREICH PREIS: 210 $

-Für mich. -Jancis, du hast Wein Nummer Zwei gewählt.

JANCIS' WAHL

-Er war offenbar... -Für heute.

HERKUNFT: SANTA BARBARA - USA PREIS: 70 $

...heute, weil er dich ansprach

und wenn du heute etwas trinken würdest,

dann wäre es der.

Fred, du hast Wein Nummer Drei gewählt, weil...

FREDS WAHL

HERKUNFT: BURGUND, FRANKREICH - VOLNAY PREIS: 110 $

-Er ist groß, böse und mutig. -Groß, böse und mutig.

Ich stehe drauf. Okay.

Tja, äh...

Ich denke, wir sollten...

-...die Weine enthüllen. -Bitte.

-Ja. Los geht's. -Okay.

Okay, also...

Wein Nummer Eins,

-Gevrey-Chambertin. -Hmm.

Domaine Bachelet.

-Wow. -2015.

Hmm.

-Steven, das ist deiner. -Ja.

Corbeaux 1er Cru.

Der hat zu viel Eiche für mich.

Jancis, Wein Nummer Zwei

-kommt aus Kalifornien. -Oh, schön für sie.

-Schön für... Tja, Raj... -Oh, ja.

-Raj, ja. -...wird begeistert sein.

-Nicht wahr? -Raj Parr. Ja.

-Auf jeden Fall. -Er... der so lange versucht hat

-Burgunder in Kalifornien herzustellen. -Korrekt.

-Korrekt. -Er ist also mein...

Wenn es nach mir geht, hat er es geschafft.

Äh, und dann, Fred,

-d'Angerville Champans 2015. -Gute Güte, kein Wunder.

Ich bin ein d'Angerville-Junkie, Mann.

Wow.

-Junge, der hier hat... -Das sind 15.

Der hat 15, da steckt einiges dahinter, deshalb.

15, ja, wirklich konzentrierte Früchte.

Ja. Groß. Und ernst.

Ich dachte, das wäre Burgunder.

Und ich sagte, davon hätte ich einige im Keller.

Ich habe keinen einzigen kalifornischen Pinot noir im Keller.

Also, wie sehr willst du dich noch zum Clown machen?

-Ich meine, Raj ist in deiner Kiste, okay? -Ja.

Ja.

Sehr interessant.

-Schön. Danke. Und... -Ja.

Und es ist schön, dass es zeigt, wie du gesagt hast,

-wie sich der Pinot entwickelt hat, ja. -Ja.

-Ja. -Ja.

Der Domaine de la Cote war eine echte Überraschung.

Also, ich denke, das heißt viel Positives,

weil die Weine wirklich gut sind.

Und denkt man 30 oder 40 Jahre zurück,

damals gab es viele schlechte Weine,

sehr schlechte Weine.

Vor 30 Jahren, wenn man Wein in Kalifornien beurteilte,

wenn man zum Pinot noir kam, wollte man nur weglaufen.

Ich meine, man hat getauscht. Ich mache lieber Fruchtweine,

ich nehme den weißen Zinfandel,

aber bitte nicht den Pinot noir, der ist schrecklich, oder?

Die Weine gingen unter und sie... Und so war es. Sie waren schrecklich.

Wenn man sie sich heute ansieht,

dann ist hier der Wein von Raj und er nimmt es

-mit zwei Legenden auf. -Richtig.

Ich meine, das sind wirklich großartige Neuigkeiten,

weil man endlich sieht, dass sich die Qualität

bei der Weinherstellung weltweit angleicht.

-Korrekt. -Und, na ja, wisst ihr,

Ort und Terroir und all das werden einem immer im Herzen bleiben.

Seien wir ehrlich, die moderne Welt verändert sich.

-Ja. -In großem Maße.

Und... Ich denke, das sieht man hier.

Dass sie alle einen anderen Wein nach ihrem Geschmack wählten,

zeigt, dass es selbst auf hohem Niveau

mit den besten Weine der Welt immer noch

Unterschiede im Geschmack gibt. Und ich denke, das ist auch sehr wichtig,

weil die Leute trinken sollten, was sie mögen

und nicht, was andere ihnen sagen, was sie mögen sollen.

Es war wirklich cool zu sehen, wie die drei ihre Wahl trafen

und jeden Wein aus einem anderen Grund mochten.

Es gibt so viel Wein in der Welt

und viele davon sind gut.

Was wir bevorzugen liegt also an der eigenen Wahrnehmung.

Wenn die Leute Wein verkosten,

hören sie oft auf den Hersteller

oder den Kritiker oder einen Freund, der ihn großartig findet,

oder das Preisschild. Blindverkostungen

blenden das alles aus und lassen den Wein für sich selbst sprechen.

Diese Verkostung war wichtig, weil sie zeigt, dass es Weine gibt,

die einem das Gefühl eines Ortes geben, egal von wo, und...

Und nicht nur das, sondern...

Weine aus aller Welt haben heute so eine hohe Qualität.

Man muss nicht die großen französischen Weine der Welt trinken.

Man kann den gleichen Genuss bei einem Wein aus Santa Barbara haben,

äh, wie bei einem, na ja, Grand Cru Burgunder.

Das Schöne daran ist, dass sich die Welt des Weins ständig ändert

und man mithalten muss.

Ich denke, der Welt des Weins geht es jetzt besser

als ich sie bisher erlebt habe.

Sie ist interssanter, abwechslungsreicher. Sie ist ganz klar im Wandel.

Ist die ganze Welt nicht im Wandel?

Ich denke, die Welt des Weins ändert sich fortlaufend. Ich meine...

...sie hat sich in meinem Leben ständig gewandelt

und wird sich vermutlich noch schneller wandeln.

Äh, wer weiß, wie viele Millionen Flaschen es in der Welt gibt.

Also, da draußen gibt es viel mehr Weine, als ich trinken könnte.

Also, ich denke, es wird immer etwas Neues geben.

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