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Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag der ARD Degeto
Nele Fehrenbach
Andreas Rambach
* Klirren *
Mama?
Mama!
Mama!
Hm?
Was ist denn?
Hören Sie das?
Das ist der Erregungsruf der Wasserralle.
Sie machen mir ein bisschen Angst, Dr. Dolittle.
Ich kann nicht mir Tieren sprechen.
Das charakteristische "Kruiit-kruiit"
findet sich in jedem ornithologischen Standardwerk.
Wie konnte ich das vergessen.
Sie schreien, um ihr Gelege zu beschützen.
Momentan ist 2. Brutsaison.
Da stimmt was nicht.
Mitten durchs Rallennest.
Wer auch immer das, das gibt Ärger.
Aber richtig.
Na, die können noch nicht weit sein.
Großfahndung oder SEK?
Wasserrallen stehen auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten.
Das ist nach Paragraph 329 StGB, Absatz 2, Unterpunkt 6
eine Straftat.
Natürlich.
Vielleicht sollten Sie es erst mal dahinten versuchen.
Einbrecher. So ein Quatsch.
Ich habe die Tür nicht ganz zugemacht,
und da gab es ein bisschen Zugluft.
Seit wann durchwühlt Zugluft Schubladen?
Du hast selbst gesagt, dass nichts fehlt.
Aber da war jemand im Schilf.
Und wenn schon.
Die Polizei hat bestimmt Besseres zu tun, als junge Leute im Schilf...
Morgen.
Wasserschutzpolizei, Fehrenbach mein Name.
Das ist mein Kollege Spitznagel.
Morgen.
* Musik *
Morgen. - Morgen.
Ist der Wasserhahn kaputt?
Das ist kälter.
Und dreckiger.
Ich wecke Niklas mit der Johanna-Spezialmethode.
Aha. Wollte Nele das nicht machen? - Hat sie nicht geschafft.
* Handyklingeln *
Hey, morgen. Gut, dass du zurückrufst.
Ich wollte nur fragen, ob das nach dem Referat noch steht.
Nee, nee. Ich mache mich noch fertig.
Dann muss ich noch meinen verpennten Bruder wecken.
Rate mal, was ich aus der Regentonne geholt hab.
Die Person trug also einen dunklen Pullover.
Wie groß? Wie alt?
Mittel.
Mittelgroß und mittelalt?
Ob man das in der Dämmerung so gut erkennen kann?
Vielleicht einer Ihrer Gäste, Frau Rau.
Momenten habe ich nur einen Gast. Der schläft noch.
Darauf können wir jetzt keine Rücksicht nehmen.
Es ist doch überhaupt nichts passiert.
Aufmachen, Polizei.
Macht nicht auf.
Guten Morgen, Herr Starck.
Schon so früh auf den Beinen?
Ja, ich bin schon lange vor Sonnenaufgang los.
Spaziergang durchs Schilf gemacht?
Ich war Kraniche beobachten. Ins Schilf darf man doch gar nicht.
Da wurde ein Rallennest zerstört.
Die stehen doch auf der roten Liste.
Herr Starck, können wir festhalten,
dass Sie in der letzten halben Stunde woanders gewesen sind?
Ja, gut.
Ich würde jetzt nur wahnsinnig gerne frühstücken.
Selbstverständlich. Rührei wie immer. - Gerne wie immer.
Also ich gehe jetzt Spuren sichern.
Dabei finden Sie den Täter? - Da bin ich mir aber sehr sicher.
Guten Appetit. - Danke.
Nach Ihnen.
Lassen Sie es sich schmecken.
Hey!
Findest du das witzig?
Schon.
Dämliche Bitch, das kriegst du zurück.
Da bist du viel zu faul zu, so früh zur Regentonne zu gehen.
Ja, sei Mamas Sklave!
Schleim dich bei ihr ein, Fischkopp.
(Niklas) Was denn?
Deine neuen Freunde nennen dich auch so.
Das ist 6 Wochen her.
Nina und Grit haben sich entschuldigt.
Gibst du ihnen deswegen die Eisbecher aus?
Den Babo machen, obwohl alle dich nur auslachen,
ist natürlich viel schlauer.
Habt ihr zur 2. Stunde? - Nein.
Wieso?
Weil der Bus in 2 min fährt.
Mein Referat ist in der ersten.
Tut mir leid, dass meine Mutter eben so unwirsch war.
Die Ruhe der Gäste liegt ihr sehr am Herzen.
Ja, so wie meinem Kollegen da der Naturschutz.
Sie sind sich aber sicher, dass es ein Einbruch war?
Ganz sicher.
In der durchwühlten Schublade im Flur ist Bargeld.
Ein Glück, dass ich rechtzeitig da war.
Wenn nur die eine Schublade offen war,
muss der Täter sich ausgekannt haben.
Bert Starck wohnt hier seit 5 Tagen.
Ich muss wirklich los.
Sie können mich im Café Stemmler erreichen,
falls Ihr Kollege noch Fragen hat.
Oh,
da bin ich sicher.
Sie arbeiten im Stammlokal meiner Mutter.
Ach, Frau Fehrenbach ist...
Ja, die kenn ich gut.
Ihre Cocktailabende sind berühmt.
Und berüchtigt, habe ich mir sagen lassen.
So, hier ist meine Handynummer.
Und ich sag den Kollegen von der Streife Bescheid,
dass sie hier ab und zu mal einen Extrablick riskieren.
Vielen Dank. Auf Wiedersehen.
Mach es gut.
Ja, du auch.
Der Beweis.
Was ist das?
Eine Niete.
Ja. Damit werden wir den Rowdy überführen und zwar endgültig.
Weiß denn die KTU schon Bescheid? - Natürlich.
Gut.
Hilfe!
Hilfe!
Frau Rau, was ist denn passiert?
Jemand hat mich gestoßen.
Von hinten.
Sind Sie verletzt?
Ich... Ich glaub nicht, nein.
Frau Rau, konnten Sie sehen, wer das war?
Ich erinnere mich nicht.
Nur an Schritte.
Schwere Schritte.
Bestimmt von einem Mann.
Wir waren da, also kann er nur hinten reingekommen sein.
Alles verschlossen.
Ich habe Schreie unter der Dusche gehört.
Was ist denn passiert?
Das werden wir aufklären.
Ich gehe so lange nach oben und lege mich hin.
Ich hätte jetzt mal gern den Ausweis.
Julia.
Überprüfen Sie doch bitte mal einen Bert Starck.
Gast in der Pension Rau.
♪ Er steht morgens früh auf, und der Horror beginnt.
Er muss kämpfen in einem Kampf, den keiner gewinnt.
Es geht los, es klingelt zur Pause,
nach der 1. Stunde, läutet sie ein, die 1. Runde.
Es klopft ihn jemand auf die Schulter, nicht grad zart,
das Klopfen... ♪
Du hast mein Referat versaut, du Saftarsch.
Was? Ich? Dein Referat?
Sag mal, merkst du noch was?
Wegen dir bin ich zu spät gekommen. - Das tut mir aber leid.
Meinetwegen musste Klein-Johanna mit Wasser spielen,
statt pünktlich loszugehen.
Du kannst dich wenigstens entschuldigen.
Tut mir so leid.
Jetzt geht Dobby sich die Hände bügeln. - Genau das bist du.
Ein blöder Troll.
Dobby ist ein Hauself. Und du ein Fischkopp.
♪ Ja, so ist es eben, in der Schule der Gewalt. ♪
Bert Starck, Firma Schmitz und Dressler Immobilien.
Soweit ich herausfinden konnte, sind die ziemlich unangenehm.
Solchen Firmen ist alles zu zutrauen.
Alte Frauen angreifen und Rallennester beschädigen,
ist wahrscheinlich erst der Anfang.
Laut Polizeiticker Konstanz gibt es in der Gegend
eine Meldung über einen entlaufenen irischen Wolfshund.
Schwarz, riesengroß, aber harmlos.
So was ist öfter an den Halsbändern dran.
Hunde durchwühlen aber keine Schubladen.
Mhm.
Jaja.
Nein, Schätzele. Alles gut.
Ich muss jetzt auflegen.
Jetzt guck nicht so, zahlt doch alles die Versicherung.
Alter Grantler.
* Musik *
Schmitz und Dressler Immobilien sind eine Verbrecherbande.
Die haben versucht, sich den Hof vom Hämmerle unter den Nagel zu reißen.
Laut den Kollegen haben die sich spezialisiert,
Besitzer von Filetgrundstücken vom Verkauf zu überzeugen.
Offenbar mit derben Methoden.
Hier laufen einige Anzeigen wegen Nötigung und Vandalismus.
Der Stoß von hinten, die kaputte Scheibe,
die durchwühlte Schublade, das passt.
Die arme Evi hat genug mitgemacht,
als ihr Mann so früh gestorben ist.
Seitdem geht es mit der Pension bergab.
(Julia) Saniert wäre die Pension eine Goldgrube.
Direkt am Naturschutzgebiet, nur vom See aus einsehbar.
Oder man baut direkt was Neues auf das Grundstück.
So lang bis das gesamte Ufer mit seelenlosen Kästen vollgestellt ist.
Da kotzt der Lokalpatriot in mir im Strahl.
Wo willst du hin?
Den feinen Herrn Starck darauf aufmerksam machen,
dass man sich die Grundstücke nicht einfach unter den Nagel reißt.
Nee, nicht bevor wir nicht genau wissen, was in der Pension vorgeht.
* Handyklingeln *
Fehrenbach, hallo?
Frau Rau, beruhigen Sie sich.
Ich bin gleich da.
Andreas, jetzt brauch ich einen Lokalpatrioten.
Nach dir.
Der ganze Flur stand unter Wasser. - Gibt es Zeugen?
Meine Mutter war die ganze Zeit auf ihrem Zimmer.
Und sie hört doch schlecht. Die hat nichts mitbekommen.
Wo ist Starck?
Mutter meint, in den letzten Tagen war er um diese Zeit immer joggen.
An der Uferpromenade.
Das passt ja.
Dreht alle Hähne auf,
und während das Wasser läuft, zieht er ein paar Runden.
Bloß weil es passt, muss es nicht stimmen.
Oder fändest du es besonders unauffällig,
als einziger Gast die Pension zu sabotieren?
* Musik *
Wasserschutzpolizei, Rambach mein Name, grüß Gott.
Wo waren Sie denn zwischen 12 und 15 Uhr?
Im Restaurant Bellini, eine Pizza essen.
In Jogging-Klamotten?
Ja, ich mache hier Urlaub.
Zum Wasserschaden in der Pension Rau
haben Sie dann auch nichts zu sagen, hm?
Uh, die arme Frau Rau.
Ich hoffe, es ist nicht so schlimm?
Ja, würde sich ja negativ auf den Verkaufspreis auswirken.
Verstehe. Wegen Ihrer Vorurteile gegen meinen Berufsstand
darf ich nicht in Ruhe Urlaub machen.
Da würden mir aber auch
eine ganze Menge Vorurteile gegen Polizisten einfallen.
Aber da genieß ich doch lieber die gute Luft.
Herrn Starck müssen wir von der Liste streichen.
Ja, aber da war doch nur er.
Genau.
Ihre Mutter hat geäußert, dass sie möglicherweise
den Vorfall mit der Glastür selbst verursacht hat.
Aber der Kerl im Schilf.
Und der Mann im Haus.
Ist es für Sie denkbar, dass Ihre Mutter gestürzt ist?
Und dass sie vergessen hat, den Wasserhahn zuzudrehen?
Meine Mutter ist alles andere als vergesslich.
Sie kann sämtliche Telefonnummern der Stammgäste auswendig.
Beeindruckend.
Ja, ich weiß, es sind gerade keine Stammgäste da.
Aber nur, weil sie über den Tod meines Vaters nicht hinwegkommt,
ist sie noch lange nicht verrückt.
Wissen Sie, irgendwann wird hier alles renoviert,
und dann geht es bergauf.
Ja, wenn Sie die Pension übernehmen.
Die Pension ist seit 4 Generationen in Familienbesitz.
Helfen Sie uns.
Na schön.
Auf jeden Fall scheint es mir eine gute Idee,
Ihre Mutter erst mal nicht mehr allein zu lassen.
Okay?
Oh toll. Die hätten wir uns auch selber warm machen können.
Tut mir leid.
Manchmal passieren eben Dinge, die man nicht vorhersehen kann.
Manchmal? Jedes Mal.
Scheibenkleister.
* Handyklingeln *
Okay, ich mache es aus, ja?
Mutter des Jahres, yeah.
Ich habe morgen früher Schluss, eingekauft ist ja schon.
Wenn du mir das Rezept gibst, kann ich kochen.
Würdest du?
Klar.
Du musst mir nur verraten, wo das Gemüsemesser liegt.
Das ist verschwunden. - Ich war es diesmal wirklich nicht.
Diesmal.
In der letzten Zeit kommt dauernd irgendwas weg.
Oder es liegt an den unmöglichsten Orten.
Neulich habe ich 3 Schokoriegel im Gefrierfach gefunden.
Und das Nudelsieb lag im Brotkasten.
Also entweder wir haben einen Hausgeist,
oder Oma lässt langsam nach.
Guten Appetit.
Ich liebe das.
Mama, hast du das Gemüsemesser gesehen?
Das muss noch da unten liegen.
Ich hab es zum Blumenschneiden gebraucht.
Wolltest du dir einen Salat machen? - Nee.
Das solltest du aber.
Ich meine es nur gut.
Mit ein bisschen Disziplin und ein paar kleinen Tricks,
da gehts ganz einfach.
Ich esse auch Süßes.
Aber nur aus dem Gefrierschrank. - Was?
Na ja, wenn ein Schokoriegel gefroren ist,
dann kannst du doch nur ganz kleine Stücke abbeißen.
Dann isst du automatisch weniger.
Das Nudelsieb im Brotkasten?
Ist das auch eine Diät-Sache?
Nein.
Da hab ich alte Brötchen getrocknet. Für Frikadellen.
Ich bin nicht senil.
Nein, natürlich nicht, das hab ich auch gar nicht...
Ist aber nett, dass du dir Gedanken machst.
Aber bei Johanna wäre das angebrachter.
Was meinst du?
Dass sie überfordert ist, sich um Niklas zu kümmern.
Komm, kümmern ist nicht das richtige Wort.
Johanna ist einfach die große...
Niklas wollte nicht aufstehen.
Und da ist Johanna
zu ihrem eigenen Referat zu spät gekommen.
Selbst, wenn Johanna keine Probleme macht,
heißt das nicht, dass sie keine hat.
* Musik *
* Gartentor fällt ins Schloss *
* Musik *
* Mailbox * Hallo.
Hier ist Nele Fehrenbach, bitte hinterlassen Sie eine Nachricht.
Bettina Rau hier.
Also entweder war hier gerade jemand im Garten,
oder ich werde langsam verrückt.
Guten Morgen, meine Süße. - Morgen.
Tut mir leid, was gestern mit deinem Referat passiert ist.
Nicht zu ändern.
Ich würde es gern wiedergutmachen.
Nicht schön, aber immerhin selbst ausgedruckt.
Ein Kinogutschein.
Danke schön.
Für 2.
Dann nehme ich... dich mit.
Haha, ich hatte gehofft, dass du das sagst.
Eiswürfel oder Regentonne, gegen die Temperatur ist er immun.
Okay. Wie viel Dreck und Käfer nimmst du immer so?
Viel.
Frau Rau?
Frau Rau!
* Musik *
Schwer zu sagen, ob sie gestürzt ist oder gestoßen wurde.
Auf jeden Fall ist sie noch nicht lange tot.
Ich habe geschlafen und nichts mitbekommen.
Wie oft denn noch?
Sooft Sie wollen, es wird nicht glaubhafter.
Sie wollten mir gestern schon was anhängen und...
Sie hatten ein Alibi, ja.
Aber nur, weil Sie aufgrund der hohen Immobilienpreise
sich jeden Menge Komplizen leisten können.
Geben Sie es doch zu.
Sie hatten den Auftrag,
Evi Rau von ihrem Grund und Boden zu vertreiben.
Weil Sie ihr keine Angst machen konnten,
haben Sie ihr eins über den Schädel gezogen
und sie ins Wasser geschmissen.
Ich bin unschuldig.
Das kann grundsätzlich nicht sein.
Sie arbeiten für eine Immobilienfirma.
Ich hätte mein Handy wohl besser angelassen.
Hätte ja auch die 110 anrufen können.
Aber da war ja nichts Konkretes, außer diesem Schatten.
Ich dachte, ich hätte jemanden im Garten gesehen, so um halb 6.
Ihre Mutter vielleicht?
Um diese Zeit?
Im Schilf?
Ist Ihnen sonst noch was aufgefallen?
Ich bin ja hin, aber da war nix.
Dann bin halt zur Arbeit.
Wenn ich das hier überschlage, dann hat Ihre Firma...
Und da spreche ich nur vom größerem Konstanz.
...in letzter Zeit Immobilien im Wert 4,5 Mio. Euro gekauft.
Von alten Leuten, von Leuten, die in Schwierigkeiten gekommen sind,
von Leuten, die verkaufen wollten.
Und von solchen, die Sie erst überzeugt haben.
Ja, richtig.
Ganz legal überzeugt, mit Geld.
Viel Geld.
Deshalb auch die Anzeigen wegen Vandalismus und Nötigung.
Falls es Ihnen aufgefallen ist, stammen diese Anzeigen ausnahmslos
von konkurrierenden Unternehmen mit weniger Geld.
2 sind diesen Monat eingestellt worden.
Können Sie gern überprüfen.
Ja, werde ich machen.
Im Prinzip haben Sie völlig recht.
Ich war tatsächlich in der Pension Rau,
um eventuelle Kaufoptionen auszuloten.
Auszuloten?
Ein paar Tage als Gast und man weiß am besten,
was an einem Objekt so zu machen ist.
In der Pension Rau leider fast alles.
Aber da ist auch sehr viel Ursprünglichkeit.
Das sollte man bewahren.
Sie sind so edel.
Herrn Starcks Aussage scheint zu stimmen.
2 Anzeigen gegen Schmitz und Dressler
wurden gerade eingestellt.
Und es gab noch kein Angebot an Evi Rau.
Der Chef von Starck hat mir das am Telefon bestätigt.
Man war von der Immobilie noch nicht ganz überzeugt.
Und jetzt? Alles auf Anfang.
Das klingt vielleicht verrückt.
Aber was, wenn Evi Rau das alles selber inszeniert hat?
Den Einbruch, den Überfall, das Wasser?
Weil sie verrückt war.
Alte Menschen tun manchmal Dinge,
die man nicht nachvollziehen kann.
Die kognitiven Fähigkeiten lassen nach.
Sie werden wieder wie Kinder. - Nee, nee.
Evi Rau war ja, abgesehen von der Trauer um ihren Mann,
beneidenswert klar für ihr Alter.
Dass dieser Starck erst mal raus ist,
heißt nicht, dass es nicht doch ums Grundstück geht.
Es gibt mehr Haie im Teich. - Haie leben im Meer.
Halt den Rand, Spitznagel.
Nichts.
Zumindest nichts, was uns weiterhelfen kann.
3 Menschen in einem Haus.
Einer ist tot, einem können wir nichts nachweisen.
Wer bleibt übrig?
Ich kann mir Bettina Rau nicht als Mörderin vorstellen.
Die hat sich die ganze Zeit so rührend um ihre Mutter gekümmert.
Und wenn es den Kerl in der schwarzen Jacke
wirklich gegeben hat, waren 4 Leute im Haus, nicht 3.
Ich denke ja auch nur laut.
Mama und ich gehen Sonntag ins Kino.
Als Wiedergutmachung für das vergeigte Referat.
Nur sie und ich.
Du hast ja auch sowieso Fußball.
Der neue Verein stinkt.
Alles hier stinkt.
Der verschissene See, die Vollidioten in der Schule.
Überall stinkt es nach Arschlöchern.
Spitzenhaltung, um anzukommen und Freunde zu finden.
Hey, Arschloch.
Du stinkst voll, weil du kommst voll nicht aus Hamburg, Alter.
Ich sag, was ich denke.
Ehe ich denen in den Arsch krieche,
geh ich lieber zurück nach Hamburg zu Papa.
Ach ja?
Glaubst du echt, der will dich wiederhaben?
Hey, Kleiner.
Tut mir leid.
Du schaffst das schon alles irgendwie.
Ich helfe dir.
Waren Sie in letzter Zeit mal im Kino?
Ja, klar. Wieso?
Ich bin ein bisschen raus
und möchte gern mit meiner Tochter in den Seepalast.
Können Sie mir einen Film für eine 16-Jährige empfehlen?
Sie haben eine Tochter? - Ja, wieso?
Weil Sie bisher immer nur von Ihrem Sohn erzählt haben.
* Musik *
Wie geht es denn jetzt weiter?
Mein ganzes Leben lang hab ich mir gewünscht,
die Pension zu übernehmen.
Aber so?
Ich weiß nicht, ob ich das kann.
Ich wollte, dass meine Mutter das miterlebt.
Dass sie sich endlich zur Ruhe setzen kann und...
Dass sie stolz auf mich ist.
Ihre Mutter wäre sehr stolz auf Sie, da bin ich sicher.
Aber die Bank muss auch mitmachen.
Hier muss alles neu gemacht werden.
Und das bei den Schulden aus den letzten Jahren.
Und der Pflichtanteil, den ich an Angela auszahlen muss.
Ich weiß nicht, wie hoch der ist
und wie schnell ich den auszahlen muss.
Die Testamentseröffnung ist, glaube ich, in 2 Wochen oder so.
Wer ist Angela?
Meine Schwester.
Sie lebt in Esslingen.
Wir haben keinen Kontakt mehr.
Aus vielerlei Gründen.
Pension und Grundstück verschuldet.
Bettina nicht mal die Alleinerbin.
Das ist so ziemlich das Gegenteil von einem Motiv.
Wieso wussten wir nichts von der Schwester?
Ich habe da die ganzen Jahre immer nur Bettina gesehen.
Es gab keinen Grund, die Familie bisher zu überprüfen.
Jetzt gibt es einen.
KTU und Rechtsmedizin haben sich gemeldet.
Todesursache war ein Herzstillstand.
Wahrscheinlich von der Anstrengung.
Die alte Frau hat lange versucht, wieder auf den Steg zu kommen.
Wie ist sie denn ins Wasser gekommen? - Sturz vom Steg.
Daher kommt auch die Kopfverletzung.
Also ein Unfall?
Da wollten sie sich nicht festlegen,
aber es gibt frische Hämatome auf der Brust.
Durch einen Stoß?
Oder vom Versuch, wieder rauszuklettern.
Haben die sonst noch was gefunden?
Nee, aber ziemlich interessant ist, was sie nicht gefunden haben.
Hämatome am Rücken.
Vom Stoß, als sie im Haus angegriffen wurde.
Wurde sie also nicht.
Sie wird sich kaum selbst da hingelegt haben.
Möglicherweise eben doch.
D.h. sie hätte das wirklich alles selbst verursacht.
Die Einbruchspuren, den Wasserschaden.
Evi Rau war weder dement noch verrückt.
Die hat einen Grund gehabt dafür.
Vielleicht hilft uns das Testament weiter.
Die Eröffnung ist erst in 14 Tagen.
So lange müssen wir noch warten, fürchte ich.
* Handyklingeln *
Kuckuck.
Mh.
Mama, du musst versprechen, dass du nicht böse bist.
Wieso soll ich böse sein? Das riecht total lecker.
Ich würde gern mit Niklas ins Kino gehen, statt mit dir.
Och Süße.
Ich freu mich doch,
wenn ihr Geschwister was zusammen unternehmt.
Niklas braucht einfach ein bisschen Aufmunterung im Moment.
Hier, kannst du mal rühren?
Ich sag es ihm nur schnell. - Na klar.
Na ja...
Was denn? Ist doch toll, wie sozial sie ist.
Das ist nicht sozial, das ist Mitleid.
Und es hilft gar nichts,
wenn Johanna hier die Rolle der Mutter Theresa übernimmt.
Zum Erwachsenwerden gehört auch eine gute Portion Egoismus.
Mhm, aber wohl nur zum Erwachsenwerden.
Jede Kette und jede Familie ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Und meistens reißt sie da, wo man es am wenigsten vermutet.
Du hast mich ganz gut verstanden.
Ich meine nicht Niklas.
Der hat mehr als eine gesunde Portion Egoismus.
Mama, Johanna ist...
Johanna hat nie gelernt, auf sich selbst aufzupassen.
Man muss seinen Kindern auch beibringen, nehmen zu können.
Mama.
Dann hast du bei mir ja alles falsch gemacht.
Ach, das ist doch was ganz anderes.
Du bist Einzelkind, da braucht man nicht so viel Ellenbogen.
Außerdem glaube ich, dass ich bei dir das Soll übererfüllt habe.
Wolltest du nicht rühren?
Was genau machen wir hier?
Die lassen uns nicht zur Testamentseröffnung.
Natürlich nicht, aber ich will wissen, wer kommt.
Vielleicht gibt uns das einen Hinweis.
Ja, ich weiß.
Das ist vage und spekulativ und...
Wissen Sie was Besseres?
Nein, schauen wir mal, was passiert.
Testamentseröffnung ist in 5 min,
und diese Angela Rau ist noch nicht da.
Solche Leute kommen immer zu spät.
Die Akte von der ist dick wie ein Roman.
Drogen, Alkohol am Steuer, Ladendiebstahl,
3 Jahre auf Bewährung wegen Betrugs.
Jede Familie hat ihr schwarzes Schaf.
Bei uns ist aus allen was geworden.
Die Eltern müssen sich halt Mühe geben.
Das wird sie sein.
Frau Rau?
Ja?
Guten Tag, Fehrenbach.
Dürfte ich Ihnen ein paar Fragen stellen?
Natürlich.
Aber bitte kurz, ich komme ungern zu spät.
Von Ihrer Schwester haben wir gehört,
dass Sie sich seit ca. 20 Jahren nicht gesehen haben.
Ihre Mutter haben Sie auch nie besucht?
Wir waren nie diese Art von Familie.
Die Wir-haben-uns- etwas-zu-sagen-Art.
War es das?
Wissen Sie, was der kostet?
Mit der Ausstattung? - Nein. Sie?
Ich hätte ihn am liebsten in Nachtgrau-Metallic.
Wenn ich es mir leisten könnte.
Kommen Sie?
Ich komm gleich nach. - Okay.
Gibt es was Neues von Evi Rau? - Nein.
Dann müssen wir den Fall schließen.
Ohne jemals zu wissen, was in ihrem Kopf vorgegangen ist.
Ohne neue Erkenntnisse zeigt die Staatsanwaltschaft uns einen Vogel.
Vielleicht wäre alles anders gekommen,
wenn ich die Sache von Anfang an ernster genommen hätte.
So ist das in der Provinz.
Die Leute wachsen einem schneller ans Herz.
Ist alles ein bisschen enger und persönlicher hier.
Genau deswegen bin ich damals weggegangen.
Es hat dich keiner gezwungen zurückzukommen.
Okay, vielen Dank.
Ja, Ihnen auch.
Genau, bis zum nächsten Mal.
Tschüs.
Bettina, verdammt, jetzt warte doch mal.
Stehe ich im Parkverbot oder was?
Alles gut.
Habe nur eine Halterabfrage durchgeführt.
Routinemäßig.
Ihre Schwester hatte es ganz schön eilig. Was war?
Das geht Sie nichts an. - Ich kann sie auch selber fragen.
Ich kenne sie schon ziemlich lang. Genau wie Ihre Mutter und den Notar.
Machen Sie doch, was sie wollen.
Mache ich auch.
Ich habe sofort gewusst, dass das Auto nicht zu ihr passt.
Und ich habe gedacht, Sie wären neidisch.
Der Wagen läuft also über die Mutter? - Ja.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Evi Rau den Wagen gekauft hat.
Auf jeden Fall laufen Steuern und Versicherung über ihr Konto.
Da bin ich hellhörig geworden und habe weiterermittelt.
Die Miete für Angela Raus Wohnung hat sie gezahlt und die Geldbußen.
Und das, wo die Pension so verschuldet ist?
Jetzt würde mich wirklich interessieren,
was in diesem Testament steht.
Das hab ich den Notar auch schon gefragt.
Und? - Er hat gesagt, das geht mich nichts an.
Herr Starck. Sie reisen ab?
Um wiederzukommen.
Gibt einiges zu tun hier in den nächsten Monaten.
Ach, die Pension wird jetzt verkauft?
Man hat ganz unverhofft
uns ausnahmsweise mal ein Angebot gemacht.
Eins, was wir nicht ablehnen konnten.
Das habe alles ich gekauft. Von meinem Geld.
Hier ist nur noch altes Zeug drin, wenn du das Haus verhökerst.
Was willst du eigentlich? Du hast doch alles.
Einen guten Job, eine große Wohnung. Du brauchst kein Geld.
Im Gegensatz zu dir habe ich mir das alles selbst erarbeitet.
Du hattest nur deine Partys im Kopf.
Und die Kerle und die Drogen und was weiß ich.
Ich hab mich um die Mama gekümmert und um die Pension.
Du hast sie nur ausgenutzt.
Gekümmert?
Kontrolliert hast du sie.
Mit mir konnte sie wenigstens mal lachen.
Entschuldigung.
Hast du ernsthaft wegen mir die Polizei gerufen?
Das hätte ich besser mal machen sollen.
Ihre Mutter hat im Testament nicht geschrieben,
was Sie sich gewünscht haben?
Ach.
Sie bekommt den Pflichtteil, ich den Rest.
Und jetzt hätte ich sehr gerne, dass Sie gehen.
Ihre Mutter hat Sie ja schon länger unterstützt.
Ohne das Wissen Ihrer Schwester, nicht wahr?
Raus jetzt.
Das geht leider nicht so einfach.
Weil wir misstrauisch werden,
wenn jemand von dem Tod eines anderen profitiert.
Wir nennen das Motiv.
Denken Sie, ich bin bescheuert?
Was wollen Sie mir anhängen?
Kann es sein, dass Sie im Naturschutzgebiet unterwegs waren?
Nein.
Wieso?
Weil Sie da was verloren haben.
Ja.
Ich war da und hab das verdammte Schilf verbogen.
Als Kinder haben wir da immer gespielt.
Und warum waren Sie da?
Wegen Geld?
Ich hatte ein bisschen Stress und brauchte schnell was.
Überweisen hätte zu lange gedauert.
Deswegen die offene Schublade, weil Ihre Mutter am Bargeld war.
Das hat aber nicht gereicht.
Es gab noch die Reserve am Steg.
Meine Mutter hat den Banken nie vertraut, Bettina auch nicht.
Deshalb gab es immer eine Reserve in bar
versteckt in einer Metallkassette unten am Steg.
Bevor sie sie holen konnte, ist Bettina gekommen.
Um zu vertuschen, dass Sie bei ihr waren, hat Ihre Mutter versucht,
die Schuld Starck in die Schuhe zu schieben.
Oder auf irgendjemand anderen.
Deswegen hat sie so getan,
als wäre sie gestoßen worden und hat das Wasser aufgedreht.
Meine Mutter hatte Angst, dass Bettina alles erfährt,
wenn die Polizei so rumschnüffelt.
Hätten Sie nicht so ein Fass aufgemacht von wegen Naturschutz,
wäre das alles gar nicht passiert.
Am nächsten Morgen wollte Ihre Mutter das Geld vom Steg holen?
Sie ging möglichst in der Dämmerung dorthin,
damit sie keiner vom See aus sieht.
Sie wollte das machen, sobald Bettina weg ist.
Aber die musste in der Pension übernachten.
Dann haben Sie die Kassette früh am Morgen zusammen geholt,
und dabei haben Sie Ihre Mutter in den See gestoßen?
Sind Sie verrückt?
Sie wussten ganz genau, was in dem Testament steht.
Ich war aber gar nicht da.
Bettina hat doch im Haus Wache gehalten.
Ob Sie es glauben oder nicht, ich...
Ich habe meine Mutter geliebt.
Ob ich Ihnen glaube, ist nicht so wichtig.
Aber ich kann mir gut vorstellen, was das Gericht daraus machen wird.
Mord, wenn Sie Pech haben. Totschlag, wenn Sie Glück haben.
Ich war es nicht.
Bettina Rau darf jetzt nicht nur ihre Mutter,
sondern auch ihren Traum begraben.
Ist das fies.
Ich mochte die alte Evi, aber ganz ehrlich,
wie sie sich verhalten hat, das war nicht die feine Art.
Nach allem, was Bettina für sie getan hat.
Als Mutter passiert einem das schneller, als einem lieb ist,
dass man sich auf die Seite vom schwächeren Kind schlägt.
Trotzdem ungerecht, wahnsinnig ungerecht.
Ganz offensichtlich hatte Evi geplant,
dass das alles erst nach ihrem Tod auffliegt.
Ist ihr ja auch gelungen.
Und was, wenn nicht?
* Musik *
Ich habe es eilig, ich muss zur Arbeit.
Das muss hart für Sie gewesen sein.
Immer die zu sein, die hilft,
die sich kümmert, die nie Probleme macht.
Weil das ja nicht heißt, dass man keine Probleme hat, nicht wahr?
Aber Ihre Mutter hat immer nur Angela unterstützt.
Sie konnten machen, was Sie wollten.
Sie hatte Angela einfach lieber als Sie.
Das ist so ungerecht.
Das ist furchtbar ungerecht.
Aber die eigene Schwester unschuldig ins Gefängnis zu schicken,
das ist auch nicht gerade fair.
Angenommen Angela hätte sich wirklich nicht ins Haus getraut,
weil sie Ihnen nicht begegnen wollte...
Dann wären nur Sie dagewesen,
als Ihre Mutter sich zum Steg geschlichen hat
und ins Wasser gefallen ist.
Hilfe!
Hilfe!
Hilfe, aua. Au.
Mama.
Mama, komm, ich helfe dir.
Du blutest ja.
Was ist denn?
So viel Geld.
Mindestens 10.000 Euro.
Ich habe mich noch gefreut.
Ich wollte es zur Bank bringen für die Pension.
Aber Ihre Mutter hatte andere Pläne mit dem Geld.
Was ist?
Was machst denn du da?
Das ist nicht dein Ernst.
Das ist das Geld, das die ganzen Jahre gefehlt hat?
Das ich zugeschossen habe für die Pension?
Ja?
Und das hast du ihr gegeben?
Sie braucht es.
Du musst damit aufhören, Mama.
Du musst den Kontakt zu Angela abbrechen.
Die nutzt uns doch nur aus.
Das weißt du doch.
Sie ist mein Kind.
Ich bin auch dein Kind.
Und ich...
Ich bin immer, immer für dich da.
Ich hab dich nicht darum gebeten.
Da habe ich kapiert, was los ist.
(schreit) Ah!
* Musik *
Johanna?
Ähm, darf ich?
Klar, setz dich doch einfach hin.
Ich wollte...
Danke, dass du das für Niklas und mich alles machst.
Also was du machst.
Da nicht für.
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