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Zulu
Nina
Jan
Emma
Max
Entferntes Vogelgeschrei *
Düster schwelende Musik *
Ein Auto fährt vor. *
Autotür fällt zu. *
Kinder, aufwachen. Wir sind da.
Nina spricht französisch. *
Könnt ihr mal das Wohnzimmer lüften?
Lied: "Niemand" von Kompromat *
Hast du mein Handy gesehen? Du hast es doch in der Hand.
Das Privathandy meine ich.
"Niemand" von Kompromat läuft weiter. *
Ruhige elektronische Musik *
Willst du die Ratte nicht raufbringen in den Käfig?
Hey.
Gleich.
Elektronische Musik läuft weiter. *
Er seufzt. *
Ganz kurz Nachrichten. Papa...
Nein. Kriegst du gleich wieder.
Musik verstummt. *
Nachrichtensprecher auf Französisch. *
Papa nervt. Hm.
Ich komme gleich, ja? Mhm.
War doch eine gute Idee, herzukommen, oder?
Ja, klar.
Ich muss schnell zum Supermarkt. Pasta ist alle.
Das kann ich machen.
Bisschen die Füße vertreten nach der langen Fahrt.
Dann musst du dich aber beeilen.
Die schließen um die Jahreszeit schon um sechs.
Wo ist mein Telefon?
Nina spricht französisch. *
Das private. Oui.
Wellenrauschen *
Sie sprechen französisch. *
Na?
Okay, aber das kriegen wir hin.
Mhm.
Genau.
Nein, das passt schon. Ich habe es wohl zu Hause liegen lassen.
Genau, irgendwo da.
Ich muss mich jetzt erst mal hier kümmern.
Na ja, sie hat das nicht so besonders gut aufgenommen.
Knall, Schrei * Warte mal kurz.
Nina ruft auf Französisch. * Verdammt, wer ist da?
Warte mal. Wo ist das Ding?
Mama? Emma!
Düster schwelende Musik *
Hm?
Ist mir schon klar, aber lass uns die Verträge gemeinsam durchgehen.
Türklingel *
Er klopft. *
Könnt ihr mal aufmachen?
Was ist denn los? Da waren Leute im Haus.
Du blutest ja.
Wie ist das passiert? Am Türrahmen gestoßen.
Wie das?
Jemand hat eine Tür zugeknallt, und ich habe mich erschrocken.
Da waren Typen, die sind weggerannt.
Wie sollen die hier reingekommen sein?
Verdammt.
Schluchzen *
Max.
Was denn? Die haben Zorro mitgenommen.
Was? Unsinn.
Hm? Warum sollten die das machen? Nein, nein.
Den finden wir schon wieder.
Ich hole dir schnell einen Lappen, okay?
Düsteres Flirren *
Ach, Mama. Ist gut so?
Flirren schwillt an. *
Er spricht französisch. *
Telefon klingelt. * Mama, Telefon.
Gleich.
Es ist Flo.
Ja, hallo, Flo?
Beklemmendes Flirren *
Geh zu Emma, ja?
Wirst du nicht nachschauen, ob die noch im Garten sind?
Die sind doch schon lange weg.
Das bringt doch nichts. Bitte.
Jan spricht französisch. *
Anhaltende Stille *
Leises Knacken *
Da ist nichts.
Aber nicht, dass das zur Gewohnheit wird.
Morgen fahren wir wieder nach Hause.
Nein.
Können auch in der Stadt was Schönes machen.
Aber ich wollte doch morgen zu Amelie.
Siehst du sie halt das nächste Mal.
Ich habe es ihr versprochen.
Diesmal hatten wir einfach kein Glück.
Ruderschläge dröhnen. *
Kann ich die Marmelade haben?
Hey. Morgen.
Hi.
Du hast eine Nachricht bekommen. Echt? Zeig mal.
Nina spricht französisch. *
Tschüss, Mama.
Emma, räumst du deinen Teller noch weg, bitte?
Er seufzt. *
(Mann 1) "Ja, Europa, das ist toll."
Türklingel *
(Mann) Machst du das mal aus? Danke.
(Mann) Schön, dass ihr es geschafft habt.
Hey.
(Kollege) Hi. - (Mann) Wo ist deine Frau?
Die kann heute leider nicht. Schade.
Ich hatte gehofft, sie mal kennenzulernen.
Na ja, gut, kommt rein. Gerne.
(Mann 1) "... könnte ich mir vorstellen, sie wiederzuwählen."
(Frau) "Du sprichst von Unklarheit. Ich würde es Verrohung nennen.
Menschen kommen aus anderen Kulturkreisen.
Wenn man die durcheinandermischt,
kommt es zwangsläufig zu Konflikten."
(Mann 1) "Leo?" - "Also...
Da wird immer wieder dieselbe Problematik aufgewärmt.
Andere Themen werden dadurch vergessen, sind aber..."
(Mann) Na ja, wenn wir die Wahl gewinnen wollen,
müssen wir halt auch in neue Mindsets rein.
Die Strategie dazu steht.
Jetzt kommt es darauf an, wie wir das verpacken.
Was wäre denn die Strategie? Na ja...
Wir brauchen halt ein paar Aufreger.
Müssen einfach lauter sein.
Wahlen gewinnt man heutzutage nicht über Empathie.
Aber das muss ich dir ja nicht erzählen.
(Mann 1) "Keine großen Fakten, sondern Gefühle.
Habt ihr da gute Artikel?"
(Frau) "Ich möchte einfach keine Angst mehr haben.
Das meinte ich..."
Morgen. Morgen.
Hey. Morgen, Niklas.
Morgen.
Hi, guten Morgen. Hanna.
Kommst du rüber für die Entwürfe? Klar, bin gleich da.
(Frau) Oder wollen wir lieber in die Richtung?
Tür geht auf. *
Ich finde halt das zu blass.
Ja. - Ja, sehe ich auch so.
Das da, weg.
(Mann, flüsternd) Jan, komm mal bitte kurz.
Ich finde einfach, das entspricht nicht der Strategie...
Jan liest leise mit. *
"... will die kriselnde Partei im anstehenden Europawahlkampf
Akzente setzen und bei der Agentur einen neuen Weg gehen.
Die Kampagne wird von 'Nous Sommes' betreut.
Für Jan Peters und seine Frau,
die sich mit ihren innovativen Arbeiten
bereits einen Namen gemacht haben,
ist politische Kommunikation allerdings absolutes Neuland."
Woher haben die ihre Informationen gekriegt?
Hast du mit Nina darüber geredet? Nein, noch nicht.
Er seufzt. *
Leises unheilvolles Flirren. *
S-Bahn donnert vorbei. *
Es ist spät.
Kundenessen.
Bis jetzt?
Mhm.
Ich gehe morgen Abend ins Theater mit meinem Bruder.
Jan seufzt. *
Könntest du Max von der Chorprobe abholen?
Okay.
Er seufzt leise. *
Hey. Na, komm.
Hallo, Papa. Na? Gib mal her.
Und, bereit fürs Konzert? Weiß nicht.
Tür wird geöffnet. *
Disharmonisches Geigenspiel *
Isst Mama nicht mit uns?
Nicht in der Küche, schon gar nicht beim Essen.
Aber Zorro hat Angst alleine. Quatsch.
Komm, bring ihn zurück in seinen Käfig, ja?
Den musst du unterschreiben. Mhm.
Guten Appetit. Guten Appetit.
Einfach nur unterschreiben.
Warum die ganzen unentschuldigten Abwesenheiten?
Es wäre gut, wenn wir mit der Schulleiterin darüber sprechen.
Du musst doch einfach nur unterschreiben.
Warum erfahren wir erst jetzt davon? Es kann nicht sein...
Papa! Ich habe alles im Griff. Ach so, na, schön für dich.
Wir sind für dich verantwortlich. Max? Kommst du bitte?
Gibt's doch gar nicht.
Was machst du denn den ganzen Tag?
Gut. Ich unterschreibe den Brief.
Aber du versprichst mir, dass du ihn auch deiner Mutter zeigst.
Ja? Mhm.
Kugelschreiber kritzelt. *
Tür wird aufgeschlossen. *
Und? Wie war's mit deinem Bruder?
"Jan Peters und seine Frau."
Der Wahlkampfmanager von denen ist auf mich zugekommen. Karsten Beck.
Wir haben uns ein paarmal getroffen.
Warum hast du es mir nicht gesagt? Hätte ich doch gemacht.
Die wollen das so richtig groß aufziehen.
Er hat uns sämtliche Freiheiten zugesichert.
Du hast also schon verhandelt?
Da geht es um eine Menge Geld.
Nach der Etatkürzung beim "Clear Viewer"-Projekt, also...
Das können wir wirklich gut gebrauchen.
Natürlich habe ich gesagt, ich möchte erst mit dir reden.
Geht ja vor allem um deine Ideen.
Meine Ideen, ja?
Ja.
Wir hatten vereinbart, keine politischen Parteien.
Jetzt sei doch nicht so dogmatisch.
Das sind bei Weitem nicht die Schlimmsten.
S-Bahn donnert vorbei. *
Wir können das jetzt nicht mehr ablehnen.
Hm? Was heißt das?
Wir müssen eigentlich nur noch unterschreiben.
Sie seufzt. *
Mama! Bist du zurück?
Mama!
Ich kann nicht schlafen.
Sch.
(leise) Wie war's beim Singen?
Langweilig.
Ich will da nicht mehr hin.
Sch. Schlaf.
(Mann) Woah! - Was ist das denn?
Laute dumpfe Schläge *
Scheiße.
Schläge halten an. *
Was ist hier los? Was ist das?
Keine Ahnung.
Weiterer Einschlag *
(Frau) Bist du okay? - (Frau 1) Alles okay?
(Mann) Was ist jetzt? Der Computer ist aus.
Hoher Piepton *
Ich gehe raus. Nein, ruf die Polizei.
Nein, so kriegen sie nur Aufmerksamkeit.
Ich lasse mich doch hier nicht einfach so abschlachten!
Jan.
Hoher Piepton hält an. *
(Mann) Sind die Server auch alle down?
Ja, gut. Ihr zwei kommt mal mit.
Hoher Piepton hält an. *
Ruhige klassische Klaviermusik *
Musik läuft weiter. *
Radiosprecherin auf Französisch *
Kinder, aufwachen. Wir sind da.
Könnt ihr mal das Wohnzimmer lüften?
Lied: "Niemand" von Kompromat *
Elektromusik *
Hast du mein Handy gesehen? Hast du doch in der Hand.
Mein privates.
Lied: "GHB" von Juicy *
Hip-Hop-Musik *
Machst du den Rattenkäfig sauber? (genervt) Ja.
Tür knallt zu, Nina schreit. *
Mama? Emma!
Was ist los?
Mama.
Mama, beruhige dich!
Was machst du denn?
Düster schwelende Musik *
Schnelle Schritte nähern sich. *
Keine Sorge, sie sind weg.
Brauchst keine Angst mehr zu haben.
Du hast Blut im Gesicht.
Zorro!
Zorro.
(flehend) Zorro.
Scheiße.
Leises Schluchzen *
Türklingel *
Klopfen * Könnt ihr mal aufmachen?
Videospiel-Geräusche *
Geräusche verstummen. *
Papa?
(seufzend) Was denn?
Ich habe dein Handy gefunden.
Was? Wo denn?
Super.
Danke dir.
Fahren wir wirklich heute nach Hause?
Ja.
Was ist, wenn Zorro zurückkommt, und ich bin nicht da?
Der wird sich schon zu helfen wissen.
Ich glaube, ich muss hierbleiben.
Ach, kommt schon.
Ich habe in der Agentur Bescheid gesagt, dass ich zurückkomme.
Ach, Leute, wirklich. Bitte, Papa.
Sie kreischen. *
Schnell, schnell, schnell.
Kalt, kalt, kalt.
Schnell, schnell. So.
Hier rein. Und so.
Hoffnungsvolle sphärische Klänge *
Guck mal, wie sie rennen.
Fang mich!
Hier.
Kriegst mich eh nicht.
Komm schon.
Hoffnungsvolle sphärische Klänge *
Mama, hilf mir!
Mama!
Warte.
Autotür schlägt zu. *
Flo!
He.
Flo spricht französisch. *
Wir waren baden.
Salut.
Darf ich euch Alexander vorstellen?
Ich wollte, dass er das Haus sieht. Das Haus, hm?
Ja, euch natürlich auch.
Flo hat mir von euch erzählt. Freut mich, dich kennenzulernen.
Papa, Hilfe! Max!
(gespielt drohend) Max!
Hi. Alexander. Hallo. Emma.
Hallo.
(Flo) Ins Gebüsch? Nei...
Die beiden, echt.
Flo imitiert Affen. *
Papa, Papa. Papa.
Er ist schon drin.
Ich glaube, ich habe sogar was für euch beide.
Ah. Uiuiui.
Überraschung.
(Alexander) Flo hat nicht zu viel versprochen.
Das Haus ist unglaublich.
Ja, wir hängen auch alle sehr daran.
Als unsere Mutter mit uns nach Deutschland zog,
konnten wir einmal nicht herkommen.
Das war tragisch. (Alexander) Und warum nicht?
Unsere Eltern konnten sich nicht einigen.
Flo spricht französisch. *
Komm doch hier rüber.
Hier ist mehr Platz.
Papa.
Schau mal nach oben.
Zorro? Zorro!
Zorro?
Er schnieft. *
Flo auf Französisch * Da seid ihr. Versteckt ihr euch?
Zorro.
Melancholische Musik *
Melancholische sphärische Musik *
Nachrichtensignal *
Ich gehe zu Amelie.
Okay?
Zum Abendessen bist du wieder da. Mhm.
Spätestens 19 Uhr, ja? Ja.
Bis später. Tschüss.
Komm doch hier rüber.
Hier ist mehr Platz.
Papa!
Wusstest du, dass dein Bruder kommt?
Schau mal nach oben!
Na ja, der hat ja gestern Abend angerufen.
Ich hab ihm erzählt, was passiert ist.
Da hat er angedeutet, dass er vielleicht kommen will.
Und wo sollen die schlafen?
Kinderzimmer.
Na ja, Flo hat sich halt Sorgen gemacht.
Flo spricht französisch. *
Jetzt hat doch noch gar nichts offen.
Glaube ich nicht.
Ich kann ja mal anrufen.
Ist Frederic nicht ein bisschen teuer?
Oh.
Welches Bett willst du? - Spider-Man natürlich.
Das war mal meins.
Es ist seins. Du kannst, du darfst drin schlafen.
Schieben wir die Betten zusammen?
Ja, klar. - (Flo) Macht ihr.
Und hopp.
So.
Oh. Hast du Max gesehen?
Er ist im Garten mit seinem Hubschrauber.
Nein, jetzt nicht mehr.
Hast du im Wohnzimmer geschaut? Gerade eben.
Sie stöhnt. *
Vielleicht sollten wir ihm suchen helfen.
Sie stöhnt. *
Max!
Hast du nicht gemerkt, dass er weg ist?
Nein.
Würdest du dich mehr um die Kinder als um deinen Bruder kümmern,
wären wir jetzt nicht hier.
Anhaltende Stille *
Max!
Ich habe ihn gefunden!
Mama.
Zorro ist tot.
Ich habe ihn begraben.
Entferntes Donnergrollen *
(Alexander) Max ist zurück?
Ist alles okay?
Flo hat erzählt, dass du mit Immobilien arbeitest.
Ja, als freier Makler.
Wir suchen schon länger eine größere Wohnung.
Kommen aber nie richtig dazu, uns darum zu kümmern.
Ja, das geht den meisten so.
Ich habe gerade ein bisschen Zeit.
Könntest du mir weiterhelfen? Ja, klar. Sehr gerne.
Melde dich doch einfach nächste Woche.
Mache ich.
Max spricht französisch. *
Sie lacht krächzend. *
(schrill) Alte Hexe.
Türklingel *
Gedämpfte aufgebrachte Stimmen *
Was ist denn da schon wieder los? Ich glaube, Emma ist wieder da.
Lied: "GHB" von Juicy *
Hip-Hop-Musik *
Musik verstummt. *
Leises Quieken *
Tür knallt, Nina schreit. *
Mama? Emma!
Was ist los?
Mama!
Was machst du denn?
In seinem Zimmer.
Motoren brummen, Schiffshorn *
Amelie spricht französisch. *
(Amelie) Hey.
Es läuft rhythmische elektronische Musik. *
Musik wird treibender. *
Johlen *
Wummernder Elektrobeat *
Er spricht flämisch. *
Poltern, Johlen *
Alle johlen. *
Beats wummern. *
Entferntes Stimmengewirr *
Sie sprechen französisch. *
Hey.
Junger Mann auf Flämisch. *
Verpiss dich!
Türklingel *
Hatten wir nicht gesagt, bis um sieben?
Warst du mit Amelie unterwegs? Weißt du doch.
Und wo? Bei ihr zu Hause.
Soll ich ihre Eltern anrufen?
Lüg mich bitte nicht an, ja?
Ihr seid die Lügner!
Ihr habt versprochen, nicht zur Schulleiterin zu gehen.
Wir haben uns Sorgen gemacht. Oh, fass mich nicht an!
(Flo) Komm, wir gehen schön essen. Ich komme nicht mit!
Du kannst meine Einladung nicht ablehnen.
Ich habe keinen Hunger.
Oh, Scheiße!
Wütender Schrei *
Sie schluchzt leise. *
Leise schwelende Musik *
Woah.
(Flo) Hast du gesehen?
Es läuft leise Klaviermusik. *
Hätte Papa sich nicht versteckt,
hätten ihn die Einbrecher auch verprügelt.
Was?
Wieso versteckt?
Er wartete, bis die Einbrecher weg waren.
Was redest du denn da? Ich war im Supermarkt.
(Flo) Warst du nicht in deinem Zimmer?
Ich habe ihn durchs Fenster gesehen.
Warum erzählst du so einen Quatsch, Max?
Und wo hat sich Papa versteckt?
Was soll denn die Frage?
Glaubst du, ich verstecke mich,
während Leute bei uns im Haus sind?
Hm, wo hast du ihn gesehen?
Ich habe mit Hendrik telefoniert, das hast du gesehen.
Seit wann versteckst du dich zum Telefonieren?
Nina. Nina.
Musst aufpassen, was du den Leuten erzählst.
Die glauben das sonst noch.
Er spricht französisch. *
Sie kichert. *
Es läuft leichte Reggaemusik. *
TV-Sprecherin spricht französisch. *
Mama? Sch.
So ein Quatsch.
Es tut mir leid wegen der Schulleiterin.
Schon okay.
Ein Auto fährt vor. *
Morgen. (Mann) Morgen.
Morgen. (Frau) Guten Morgen.
Morgen. Guten Morgen.
Ich dachte, ich zeige Jan schon mal die Pitch-Idee für nächste Woche.
Super, das würde ich aber besser absetzen.
Ja, warte mal.
So passt es.
Also in die Richtung würde mein Vorschlag gehen.
Ich bin einverstanden.
Womit?
Mach die Wahlkampagne, wenn du glaubst, es bringt was.
Okay.
Und du kannst das Creative Team leiten.
Nina, ich kann das nicht ohne dich machen.
Warum nicht? Ich hatte nie ein großes Projekt.
Dann ist es eben das erste Mal.
Das ist großartig, was du machst. Können wir mal kurz...
Was ist los?
Ich helfe meinem Bruder beim Marketing seiner neuen Firma.
Das kannst du doch beides machen.
Ich möchte aussteigen.
Aus der Agentur.
Wie bitte?
Du hast mich schon richtig gehört.
Nina, ähm.
Können wir das erst mal in Ruhe besprechen?
Wir warten wegen der Freigabe.
Ich komme gleich, ja.
Ich mache das, um die Agentur voranzubringen, das ist alles.
Ja. Ja.
Und ich will dir dabei nicht im Weg stehen.
Er schnaubt leise. *
Das wolltest du doch schon immer haben, oder?
Was machst du? Den Rest hole ich später.
Hey!
Das bleibt hier.
Hör auf. Du entscheidest das nicht allein.
Du musst aufhören mit dem Schwachsinn hier, ja?
Du willst gar nicht gehen, oder?
Du willst mir nur Angst machen.
Stimmt's? Nur, damit ich Angst habe, oder?
Ich will...
Ist wieder gut, ja?
Die Polizei hat heute angerufen.
Was wollten die?
Sie haben wohl Videos im Netz gefunden.
Vermuten, dass es unsere Einbrecher sind.
Jetzt wollen die, dass ich noch diese Woche hinkomme.
So kurzfristig, ja?
Ich wollte sowieso ein bisschen alleine sein.
Ich komme natürlich mit.
Die Sache geht mich genauso an.
Ich habe die Kampagne abgesagt.
Und der Beck ist stinksauer.
Treibende elektronische Musik *
Sie sprechen flämisch. *
(Polizist)
Nina? Kannst du mal kurz hochkommen, bitte?
Als Max hochkam, warst du in unserem Zimmer?
Ja, ich habe die Betten bezogen.
Hm. Wahrscheinlich haben wir die Typen überrascht.
Bestimmt haben die sich hier in der Kammer versteckt.
Als Max reingekommen ist, in sein Zimmer ...
sind die abgehauen, und du hast sie anhauen sehen.
Ist das jetzt wirklich noch wichtig?
Hast du sie jetzt gesehen oder nicht?
Da war ein Schatten im Flur.
Du hast sie gar nicht gesehen? Ich habe sie gehört.
Ja, gut, das ist nicht dasselbe.
Willst du mir jetzt sagen, ich habe mir das nur eingebildet?
Wind pfeift leise. *
Sag mal, ist die Tür zum Garten offen?
Ja. Warum?
Wind pfeift leise. *
Hätten wir auch früher draufkommen können.
Sie kichert. *
Oh Gott.
Da müssen wir der Polizei Bescheid geben.
Besser nicht, ja?
(Alexander) Voila. Jetzt könnt ihr gehen, langsam.
Achtung, Stufe, kleine Stufe. Dann links.
So, jetzt könnt ihr schauen. Wow.
Wow.
Alarm ertönt. *
Alarm verstummt. * Sorry.
Und ... da steht die Couch.
Nina und Emma lachen. *
Was ist da hinten? Abstellraum wahrscheinlich.
Schau mal hier.
Ah ja, und wegen der Miete, da gibt es bestimmt noch Spielraum.
Das Badezimmer.
Das wird dein Zimmer.
Du nimmst die Kammer. Ich nehme das große.
Und das wird euer Kleiderschrank.
Und hier die Decke.
Schön ordentlich alles.
Ja.
Und hier schlafen Papa und du.
Papa möchte bestimmt lieber mein Zimmer. Wegen den großen Fenstern.
Papa wird hier nicht mit einziehen.
Wird er dann zu Hause wohnen bleiben?
Streitet ihr dann nicht mehr?
Das haben wir doch fast...
Habe ich dann in beiden Wohnungen ein eigenes Zimmer?
Stell doch nicht so blöde Fragen.
Ich möchte mit Papa in der alten Wohnung bleiben.
Du wolltest doch ein eigenes Zimmer.
Du hast uns nie gefragt, was wir wollen.
Lied: "GHB" von Juicy *
Hip-Hop-Musik *
Musik verstummt. *
Dumpfer Schlag *
Quieken *
Tür knallt, Nina schreit. *
Schritte poltern. *
Junger Mann spricht flämisch. *
Sie lachen laut. *
Mama?
Emma!
Was ist los?
Mama!
Was machst du denn?
Tür wird quietschend geschlossen. *
Düster schwelende Musik *
Nina spricht französisch. *
Jan spricht französisch. *
Schlag hallt nach. *
S-Bahn donnert vorbei. *
Hast du gar nichts gegessen? Hm?
Bist du aufgeregt?
Sollen wir auf dich warten? Ich komme nach.
Wollen wir? Max?
Tschüss, Papa. Tschau.
Max, beeil dich!
Was ist los? Wir müssen.
Max? Ich will nicht zum Konzert.
Warum das jetzt? Du hast dich das ganze Jahr darauf vorbereitet.
Ist mir egal.
Max?
(flüstert) Hey. Langsam, ja?
Was soll der Quatsch? Komm raus. Nein!
Wir fahren alle zusammen hin. Nein!
Max, ist was Schlimmes passiert bei der Chorprobe?
Hm?
Du hast doch immer gerne gesungen.
Ich mache dir einen Vorschlag.
Du singst ein letztes Mal,
und wir besprechen, wie es weitergeht.
Max, es reicht jetzt.
Max? Max, mach auf.
Wenn er keine Lust hat, hat er eben keine Lust.
Du solltest ihn eher ermutigen.
Sie klopft. *
Max, das ist jetzt nicht mehr lustig.
Metallisches Klappern *
Unheilvolles Flirren *
Gut, wir fahren nicht zum Konzert. Aber mach bitte auf, ja?
Max.
Max, sag was, bitte.
Max.
Max, mach jetzt diese verdammte Tür auf!
Max, es reicht jetzt!
Soll ich dir ein Butterbrot schmieren?
S-Bahn donnert. *
Geräusche verstummen. *
Lied: "Niemand" von Kompromat *
Dynamische Elektromusik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2021
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