All language subtitles for 8.Sekunden.Ein.Augenblick.Unendlichkeit.German.2015.DL.PAL.DVDR-SAViOUR

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian Download
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Dieser Film wurde von Esra Inal und ihrer Lebensgeschichte inspiriert.

Die im Film gezeigten Charaktere sind fiktiv.

Jeder ist seines Glückes Schmied.

8 SEKUNDEN - EIN AUGENBLICK UNENDLICHKEIT

(Esra:) Die Erde braucht für ein Jahr

einen vollständigen Umlauf um die Sonne.

Für diesen Weg braucht sie 365 Tage.

Mir erzählte jemand,

den ich sehr geliebt habe,

dass die Sonne, um ein Jahr zu vollenden,

einmal um die Milchstraße kreisen muss.

Dieser Umlauf dauert 250 Millionen Jahre.

Unglaublich, oder?

Wenn wir nun unser Leben

in galaktischen Jahren messen würden,

würde ein Menschenleben acht Sekunden dauern.

Geboren für acht Sekunden.

Aus der Sicht der Sonne wären wir

Millionen von funkelnden Lichtern,

die acht Sekunden aufleuchten und verlöschen.

So kurz wie ein Atemzug.

Vielleicht ist das Leben darum so ein Wunder.

Ein Teil davon zu werden,

ist gar nicht so einfach.

Es geht wirklich nicht, Mikail.

In dem Alter noch ein Kind großziehen?

(Mikail:) Wir haben große Töchter.

(Melek:) Hör auf. - (Mikail:) Alles wird gut.

Komm.

Was ist los?

(Melek:) Was macht ihr drei denn hier?

Wir wollen ein Geschwisterchen. - Was?

Wir passen drauf auf. - Ja!

Aber nicht, dass ihr keine Zeit habt.

Hausaufgaben... - Nein! Versprochen.

Ihr lasst mich damit nicht allein.

Versprecht ihr's mir?

Kommt her!

(Esra:) So beginnt meine Geschichte.

(Baby weint.)

(Baby weint.)

Ich komm ja schon.

Oh, mein kleines Lämmchen.

Komm her, meine kleine Esra.

Oh. Oh.

(Singend:) Schon gut, schon gut.

Schon gut, schon gut.

Schon gut, schon gut.

Was haben wir denn da für ein süßes Mädchen?

Es gibt also doch jemanden auf der Welt,

der meinen Engel beruhigen kann.

Jaaaaa!

Aus dem Weg! - Esra!

Du redest mit Gott, stimmt's, Papilein? - Lass deinen Vater in Ruhe, bitte.

Kannst du Gott fragen, ob er mich auch lieb hat?

Esra! Lass deinen Vater in Ruhe.

(Esra schreit.) - Lass ihn in Ruhe.

Aber ich möchte auch mit Gott reden. Warum kann ich nicht?

Von mir aus nachher, aber jetzt setz dich hin und frühstücke.

Hopp. - (Esra lacht.) - Hopp.

(Esra lacht.)

So, jetzt hab ich dich.

Na gut. Mein hübsches Mädchen möchte also mit Gott sprechen?

Dann sprich. - Wie, wenn ich ihn nicht sehen kann?

Wir haben so winzig kleine Augen, da würde Gott gar nicht hineinpassen.

Manchmal spüren wir, dass wir jemanden mögen, ohne dass wir etwas sagen.

Und genauso können wir auch Gott spüren.

Du kannst also zu Gott sprechen. Jederzeit und so viel du willst.

Aber was, wenn Gott nicht meine Sprache sprechen kann?

Ich sag dir was.

Nicht nur unsere Sprache kann Gott verstehen.

Er kann auch in deinem Herzen lesen.

(Lehrerin:) Helen, fängst du bitte an? - "Fuchs holt Eule: 'Spielen wir Ball!""

(Lehrerin:) Sehr schön, danke.

Du bist dran, Esra.

Esra? - (Singend:) "Eule sagt: 'Fuchs,

Fuchs...'"

Esra. - "Der rote Ball

rollt, rollt, rollt." - Esra, setz dich bitte hin.

"Fuchs sagt: 'Los, los!"" - Esra!

Setz dich hin und beruhige dich.

Ich finde, dein Verhalten ist nicht in Ordnung.

Es tut mir leid, aber heute gibt es ein Heulgesicht.

Ich finde, Ihr Verhalten ist auch nicht in Ordnung.

Sie bekommen auch ein Heulgesicht.

(Donner)

(Esra:) Es regnet!

(Lehrerin:) Esra, bleib hier!

(Fröhliche Musik)

(Lehrerin:) Esra!

Du wirst ganz nass.

(Esra schreit.) Nein!

Wir haben vergessen, Ihnen zu sagen, dass Esra Angst vor Regenschirmen hat.

Angst vor Regenschirmen?

Das ist aber keine gute Idee in unserer Klimazone.

Sollte man ihr das nicht abgewöhnen? - Ja, da haben Sie recht.

Esras Verhalten ist sehr schwierig.

Warum sind Ihre Eltern nicht gekommen? - Sie arbeiten beide.

Gut. Dann sagen Sie bitte Bescheid, dass Sie einen Brief von mir erhalten.

Vielleicht wäre eine Integrationsschule für Esra eine bessere Lösung.

Esra. Esra?

(Hayat:) Esra, Schatz, langsam.

Na, komm her, mein kleiner Engel.

Erzähl mal, was ist passiert?

Ich möchte auf keinen Fall in eine andere Schule.

Wenn ich lese, dann singe ich dabei nun mal so gern.

Ich wollte wirklich nichts Böses tun.

Natürlich nicht, mein kleiner Spatz. Das weiß ich doch.

Lass mich dir eine Geschichte erzählen.

Es war einmal ein ganz besonderer Mann.

Dieser Mann betete, wie niemals jemand vor ihm gebetet hatte.

Um sich Gott näher zu fühlen, drehte er sich stundenlang,

und ich meine wirklich stundenlang, im Kreis.

Während er sich drehte, hielt er einen Arm nach oben und einen nach unten,

um so die ganze Liebe, die er vom Himmel bekam,

auf der Erde zu verteilen.

Einmal drehte er sich sogar ohne Pause 36 Stunden lang.

Alle, die ihn sahen, sagten, er sei verrückt.

Aber als er seine Augen öffnete, war er nicht mehr derselbe.

Das Drehen hatte ihn in etwas Besonderes verwandelt.

Die Menschen sahen den tiefen Frieden in seinem erleuchteten Gesicht.

Und weil sie ihn für verrückt gehalten hatten, schämten sie sich nun.

Was ich dir damit sagen will: Es ist nicht schlimm,

anders zu sein.

Dein Vater sagte mir, du wärst ein ganz besonderes Kind.

Was ist das Besondere an dir? - Ich weiß nicht.

Kannst du zum Beispiel fliegen? - Kann ich nicht.

Kann ich auch nicht.

Aber ich kann es mir vorstellen.

Kannst du das auch?

Dann schließ deine Augen.

Du fängst an, vom Boden abzuheben.

Du steigst. Du siehst die Dächer der Häuser von oben.

Du steigst höher und kommst zum Mond.

Zu dem, der dir Antworten gibt.

Du steigst hoch zur Sonne, zur Milchstraße.

Und irgendwo dort, wenn von unserer Welt nichts mehr zu sehen ist,

sind wir nichts weiter als eine Illusion.

Eine Illusion. Bloß eine Vermutung.

Jetzt öffne deine Augen.

Hast du verstanden, was ich dir sagen wollte?

Nein.

Irgendwann wirst du es verstehen.

Und wenn du dir vorstellst, dass du es verstehst? - Das kann ich.

Ist gut, mein Kind.

Du bist das Traumbild eines schönen Mädchens.

Im Schönheitsschlaf des Schöpfers.

Hab keine Angst.

Ich erlaube niemandem, dir Angst zu machen.

Und bitte, hör niemals auf, zu träumen.

Und jetzt geh. Du darfst dich drehen, so viel du willst.

Esra. Zeit, ins Bett zu gehen.

Auweia, wie die sich gedreht haben. Das hättest du sehen sollen.

Ja, mein Schatz, ich glaub dir, dass es schön war. Aber jetzt ist Schlafenszeit.

Und... das machen wir nicht in der Schule, ja?

Es kann nicht immer alles so sein, wie du es willst, mein Schatz.

Ab jetzt passen wir uns ein bisschen mehr an.

(Kuss) So. Gute Nacht.

(Esra:) Und wohin gehst du?

(Hayat:) Ich komm gleich. Schlaf schon mal.

(Tür schlägt zu.)

(Sphärische Musik)

(Bedrohliche Klänge)

(Donner)

(Donner)

Warum schaust du so?

Gestern Nacht musste ich allein schlafen. - Wo warst du denn, Hayat?

(Stöhnt.) Ich war im Wohnzimmer, dann haben wir zusammen geschlafen.

Hör auf, zu schwindeln. Ich hab dich in deinem weißen Kleid gesehen.

Dann bist du zu einem Mann gerannt

und hast ihn auf den Mund geküsst.

Und der Mann hat dich einfach mitgenommen.

(Lacher) Das verheißt doch Gutes.

Aber das war doch nur ein Traum. Und Träume sind nicht real.

Nein, das war echt. - Na los, Esra. Iss was.

Du musst zur Schule.

(Esra:) Das war meine erste Lektion, was Träume anging. Sie waren nicht real.

Kurz danach ging der Traum meiner ältesten Schwester Hayat in Erfüllung.

Dann der von Aylin, und dann der von Sevgi.

Aber für mich war das auch nicht real.

Auf einmal fängt es an, zu regnen.

Du, Mama? Warum wohnen meine Schwestern nicht mehr hier?

Du weißt doch, wieso. Sie haben geheiratet und haben eigene Wohnungen.

Menschen kommen auf die Welt, werden erwachsen und heiraten. Du auch.

Nein, ich heirate aber nicht. - Anne?

Was ist denn? - Eine noch, den Rest hol ich später.

Ist gut. - Du? Wieso bringt er unsere ganzen Sachen weg?

Diese Wohnung ist zu groß für uns, verstehst du?

Und Papa sucht jetzt eine kleinere.

Kannst du dich noch an diese große Mauer erinnern?

Die gibt's nicht mehr.

Deswegen ist es schwierig, eine Wohnung zu finden.

Und bis wir eine neue gefunden haben und eingezogen sind,

bleibst du bei deiner Schwester Hayat. Ja?

Wenn du willst, kannst du vorne sitzen.

Nein, ich komme nicht mit.

Ich hab ein Vögelchen gefangen. Ei! Jetzt fliegen wir los.

Ich will nicht! - (Leise:) Tschüss.

Ach, Esra!

(Esra schreit.)

Esra, mein Schatz. Jetzt guck nicht so traurig.

Du hast hier so ein schönes Zimmer, mit deinen Bildern.

Wir beide, Onkel Sami und ich, lieben dich sehr.

Mach uns nicht traurig.

Gute Nacht.

Lieber Gott. Ich weiß, dass du mich hören kannst.

Ich möchte dich um etwas bitten. Kannst du bitte Mama und Papa beschützen?

Sie sollen nie alleine bleiben müssen.

Und dann wird alles noch eine Million mal schöner, als ich es geträumt habe.

Ich liebe dich. Bitte liebe mich auch. Amen.

(Bedrohliche sphärische Klänge)

(Donner)

(Eine Frau weint.)

(Donner)

(Weinen)

(Die Mauer kracht und klirrt.)

(Erhebender Gesang setzt ein.)

(Musik verklingt.)

(Geräusche)

(Lautes Aufprallen)

(Chor)

(Jubilierende Musik)

(Vogellaute)

(Esra:) Abla! Abla!

Was ist denn, Esra?

Ich hab schlecht geträumt. Ich hab solche Angst.

Kann ich bitte hier bei euch schlafen? - Nein. Geh in dein Zimmer.

Okay. Du gehst vor und ich komme nach, einverstanden?

Du gehst nirgendwohin. Jede Nacht das gleiche Theater.

Sie muss lernen, alleine zu schlafen. Geh ins Bett!

(Leise Klaviertöne)

(Eine Uhr tickt.)

(Uhr tickt im Zeitraffer.)

(Donner)

(Bedrohliche Klänge)

(Musik steigert sich.)

(Atmet erschrocken ein.)

(Leise Klaviertöne)

(Esra:) Jahre vergingen.

Nicht nur ich wuchs, auch meine Träume wuchsen.

Ob meine Träume Eingebungen waren oder meine Ängste widerspiegelten,

wusste ich nicht.

Für die Beantwortung dieser Frage brauchte ich mehr Zeit.

Aber ich hatte noch andere Probleme.

Wo willst du so früh hin? - Zu Mutti.

Und warum so früh? - Bin ich zu spät, regst du dich auf. Geh ich zu früh, auch.

Was jetzt? - Nach der Schule kommst du gleich her.

Was ist das für ein Rock?

Was ist damit? - Noch kürzer ging's nicht?

Stimmt, ich hab's etwas übertrieben.

Nächstes Mal zieh ich gar keinen an.

Ich warne dich.

Anne?

Mutti?

Nein! Anne!

Anne, steh auf!

Was hast du? Hilfe! Hilfe!

(Martinshorn)

Ich hab's genau so geträumt!

Ich hab's verstanden. Sind sie unterwegs? - Weiß ich nicht. Wie geht's Papa?

(Esra:) Hör mir zu. - Sei bitte still.

Sevgi, ihr wartet da. - Kann ich's dir erzählen?

Ich hab meine Mutter im Traum gesehen. - Esra! Setz dich hin!

(Leise Musik aus dem Discman)

Wie geht's deiner Mutter?

Hm? - (Laut:) Deine Mutter!

(Laut:) Sie wird gesund. - (Laut:) Schön. Wieso weinst du dann?

(Laut:) Weil mir einfach keiner zuhören will. - Ich hör dir zu.

Was wolltest du mir im Taxi erzählen? Ich hab's nicht verstanden.

Ich hab von meiner Mutter geträumt. Sie lag bewusstlos im Wohnzimmer.

Und heute Morgen hab ich sie genau so aufgefunden.

Der Traum hat sie gerettet.

Aber keiner aus meiner Familie will mir zuhören.

Hast du auf uns gewartet?

Nein, ich mach hier Mittagspause.

Willst du 'nen halben Muffin?

(Esra:) Mmh. - Wie heißt du? - Esra.

Und du? - Tayfun.

(Beschwingte Musik)

(Esra:) Warum erzählst du nie von deinen Träumen?

(Tayfun:) Ich träume nicht. - Quatsch. Du erinnerst dich bloß nicht.

Selbst wenn? Was bringen mir schon Träume? - (Esra lacht.)

Dann brauch ich nicht zu erzählen, was ich von uns geträumt hab.

Was war mit uns? - Wir waren ein Paar.

(Er jubelt.)

(Esra:) Ich geh noch mal raus.

Wohin? - Ich treff mich mit Helen.

Warte einen Moment, dann fahr ich dich.

Das brauchst du nicht. Ich lauf gern.

Okay?

Wir sehen uns nachher.

Siehst du den? - Esra, komm.

(Esra lacht.) - 'tschuldigung.

Okay, komm.

(Tayfun:) Uff. - (Esra lacht.)

Oh, mein Gott. Lass mich runter.

Komm mit. Schnell! Los!

(Gesprächsfetzen)

(Esra stöhnt.)

Das war knapp.

(Sie atmet auf.)

Warum guckst du beim Küssen in der Gegend rum?

Wegen meinem Schwager. Mein Schwager!

Esra? Komm her.

(Kuss)

(Tayfun:) Tschüss.

(Schließt die Tür leise.)

(Sami:) Esra?

Ja, was ist denn?

(Er zieht die Luft ein.)

Wo kommst du her?

Um ein Uhr morgens? - Ich wünsch dir auch 'ne gute Nacht.

(Esra:) Was machst du denn?

Ich will wissen, wo du warst. - Ich hab doch gesagt, ich geh zu Helen.

Und da warst du? - Natürlich. - Und warum weiß Helen davon nichts? Hä?

Ich frag dich zum letzten Mal: Wo warst du?

Ich war bei meinem Freund.

(Esra schreit und weint.) - Wie schamlos! Du sagst es auch noch.

Du wolltest es unbedingt wissen! - Wie respektlos.

Was du machst, ist respektvoll?

Jemanden zu schlagen? Für wen hältst du dich?

Für wen? - Ich bin für dich verantwortlich.

Du bist mir anvertraut.

Steh auf! - Lass mich in Ruhe! - Bist du verrückt geworden?

Geh jetzt in dein Zimmer, Esra. - Ich geh nirgendwohin!

Du lässt mich in Ruhe! Lass mich in Ruhe!

Hör auf! - Ich hab keine Angst vor dir!

Seid ihr verrückt? - Das verzeih ich dir nie!

Ab heute hältst du dich an die Regeln! - Nein!

Werde ich nicht! - Esra!

Ich brauche niemanden, der mich erzieht und mir sagt, was ich tun soll.

Und dich schon gar nicht! Das ist mein Leben.

Das ist mein Leben! - Lass los! Verschwinde! - Mein Leben!

Verschwinde! Nimm sie mit!

Das ist mein Leben! - Hau ab!

Jetzt hör mir ganz genau zu. Okay?

Das ist mein Leben. Und du wirst dich da nicht einmischen!

Wehe, du mischst dich ein! - Esra.

Du mischst dich da nicht ein! - Geh in dein Zimmer.

Du mischst dich da nicht ein!

In mein Leben mischt sich niemand ein! - Ist ja gut, ist ja gut!

Niemand von euch! Mein Leben!

Geh!

(Esra:) Kann ein Mensch leben, wo er nicht er selbst sein darf?

Kannst du einer Katze sagen: "Sei ein Vogel!", oder einem Vogel verbieten, zu fliegen?

Eine Katze wird immer eine Katze bleiben, und ein Vogel immer fliegen.

So wie Menschen immer nach Freiheit streben.

Egal, um welchen Preis. Weil es in ihrer Natur liegt.

Hast du nicht gesagt, Menschen kommen auf die Welt und heiraten?

Wie alt bist du denn? - Wie alt warst du, als du geheiratet hast?

Damals war das was anderes, und jetzt auch.

Mach deinen Abschluss, such dir einen Beruf, dann machst du, was du willst.

Ist ja gut, das mach ich.

Ich schmeiß nicht hin. - Ich weiß, dass du dich entschieden hast.

Frau Havva, das eigentliche Thema besprechen wir gleich.

Doch es gibt ein paar Dinge, die muss ich Ihnen sagen. - Bitte.

Also, unsere Kinder haben sich gesehen und sich verliebt.

Sie sagen, dass sie Studium und Ehe gleichzeitig meistern können.

Wenn Ihr Sohn auch noch das Talent hat, zu bügeln, zu kochen und so weiter,

dann wird es schon klappen. - (Lachend:) Nein.

(Flüsternd:) Melek, muss das sein? - Einen Moment, Schatz. Es ist so,

dass meiner Tochter eben erst aufgefallen ist, dass diese Wohnung eine Küche hat,

als sie den Kaffee gemacht hat.

Aber wenn man sich so liebt wie die beiden, ist das sicher kein Problem.

Oder? Auf jeden Fall kann ich Ihnen versprechen,

dass Ihnen nicht langweilig wird mit ihr.

Jede Nacht gibt es neue Träume mit vielen Reisen und Abenteuern.

Aber daran werden Sie sich gewöhnen, Frau Havva.

Das haben wir auch.

Ist mein Make-up noch in Ordnung? - Ja, du siehst schön aus. Wunderschön.

Du hast die Nadeln vergessen.

Anne, uns wird kein Geld angesteckt. Das haben wir so besprochen.

(Frau Havva:) Hm? - Stimmt's, Tayfun? - Wir besprechen gerade was.

Das ist aber Tradition.

Manche haben Geld, manche haben keins. Wir wollen niemand in Verlegenheit bringen.

Was soll das? Lassen Sie das.

Ich binde dir die rote Schleife um. - Nein. Wer sind Sie?

Gott, dein Gedächtnis ist ja fantastisch. Ich bin Tayfuns Tante, ist das so schwer?

Los. - Nein, Tantilein, ich verzichte. Ich bleibe so.

Die Schleife symbolisiert Ehre. Man würde dich für schmutzig halten.

Was denkt ihr, was ich bin? Verdorbene Ware? - (Frau Havva:) Tayfun?

Das ist doch unverschämt. - Ach,

und die Leute mit dem Stoff anzulügen, nicht? Tayfun?

Esra! - Ah, die Stimme ist zurück.

Glückwunsch, Ihr Sohn kann doch sprechen.

(Sevgi:) Los geht's. Es ist so weit. - Warte kurz. Lass die mal gehen.

(Helen:) Was ist denn los? - Alles in Ordnung. - Okay, komm. - (Esra:) Geht.

(Esra:) Los.

(Tanzmusik)

Esra?

Amüsierst du dich, mein Schatz?

Esra.

Der Weg von hier bis zur Tür sind 20 Meter.

Du hast also ausreichend Zeit, um eine Entscheidung zu treffen.

(Esra atmet aus.) - Und wenn du möchtest,

dann gehen wir den Weg zusammen.

Es war 'ne tolle Feier, oder?

Es ist alles so gekommen, wie wir es wollten.

Wir haben geheiratet.

Haben ein Zuhause.

Wir werden Kinder bekommen.

Du brauchst dir keine Gedanken mehr zu machen.

Ab jetzt bin ich für dich verantwortlich.

(Esra seufzt.)

(Geheimnisvolle Musik)

(Murmeln)

(Tayfun:) Esra? Esra?

(Schreiend:) Esra! Esra!

Ich bin hier.

Esra!

Esra! Esra, ich bin hier.

(Die Musik steigert sich.)

(Schnelles Ticken)

(Tayfun:) Esra! - (Esra atmet schnell.)

Was ist passiert? - Ich hab geträumt, dass uns ein Mann getrennt hat. - Was?

Er hat uns mit seiner Hand getrennt. - Wir haben das Gleiche geträumt.

Was? - Wir lagen unter dem Boden, und er hat uns getrennt.

Wir haben genau das Gleiche geträumt! - Das ist kein Traum mehr.

So was kann einen verrückt machen. Los, wir gehen. - Was? Warte.

(Mann:) Sehr verehrte Anwesende. - (Flüsternd:) Esra.

Was?

(Mann:) Diese Dämonen schickt der Teufel mit Vorliebe frisch vermählten Paaren.

Um gleich zu Anfang deren Hausfrieden zu stören.

Und da das weibliche Wesen von Natur aus schwächer ist als das männliche,

werden zuerst die Frauen befallen.

Seht ihr, genau das meine ich.

Aber, Gott sei Dank, ist es möglich, sie von diesem Leiden zu heilen.

Kommt der jetzt zu mir? - Sei doch still. - Sch!

Und warum?

Hältst du das hier für normal?

Dämonen, lasst dieses Kind in Ruhe! - Sagst du bitte was?

(Mann:) Ich sage, lasst dieses Kind in Ruhe.

Unglaublich seid ihr.

Antwortet mir. Wie viele seid ihr?

Eigentlich müsstet ihr hier sitzen. - Wie viele?

Na, vier! Eins, zwei, drei, vier. Klar?

(Er seufzt.)

Wo gehst du hin, Tayfun?

Arbeiten. Ich arbeite jetzt nachts.

Was? Seit wann? - Seit heute.

Und was ist mit mir?

Was soll mit dir sein? Du schläfst einfach.

Nein, ich komm mit.

Nein, du kommst nicht mit. - Doch, ich komm mit.

(Instrumentalmusik)

(Hupen)

(Frau:) Gleich um die Ecke.

Hallo. Oh, Shit, zu zweit. Nehmen wir ein anderes.

Mann, Esra. Solange du hier bist, krieg ich keine Fahrt. Versteh das doch.

Und das ist meine Schuld? - Ich versteh, dass du nicht allein bleiben willst.

Dann fahr ich dich zu meiner Mutter. Bleib bei ihr.

Was hältst du davon? - Brauchst du nicht.

Hör auf damit. Ich such 'ne Lösung. - Nicht nötig, ich komm nicht mehr mit.

Keine Sorge. Ich such mir auch 'nen Nachtjob.

Nein, du arbeitest nicht.

Das Logo vom Glas muss zum Gast schauen. Ganz wichtig. - Okay.

Und immer schön lächeln. Und der Gast hat immer recht. Ja?

Selbst wenn er nicht recht hat, schluckst du's bitte runter.

Es gibt keine Szenen.

Esra?

Der Gast hat immer recht.

(Singt ein langsames Jazz-Lied.)

Scheiße! Bist du die Neue?

Geh mir nicht auf den Sack und halt dich von meinen Tischen fern.

Bitte konzentrier dich. Michael glaubt, du hast Erfahrung.

(Melancholisches türkisches Lied)

Ja! Ja! Ich hab eine Wochenendschicht!

Das ging ja schnell!

Beine breit, zack rein, zack raus. Geht ja immer schneller.

Darf ich mal vorbei? - Ey, geht's noch?

Komm, es war nur ein Spruch.

Ich bin wieder da!

Tayfun?

Na, Schatz? Guck mal.

Ich war 'n bisschen shoppen. Hier. (Sie lacht.)

Schön, oder?

Für dich hab ich auch was.

Das ist für dich und das ist für mich.

(Esra:) Mmh!

Was ist?

Ich hab auch ein Geschenk.

Wo ist es? - In meiner Jackentasche.

(Esra gluckst.)

Was ist das? - Das sind Stromrechnungen.

Du hast doch jetzt so viel Geld. Bezahl sie doch.

(Er seufzt.)

(Esra:) Cheers.

(Helen:) Hast du ihr Gesicht gesehen?

(Esra:) Unglaublich.

Hier ist es.

(Lachen)

Schatz. Setz dich doch zu uns.

Nein, ich will euch nicht stören.

Setz dich doch zu uns.

(Singen zusammen auf Türkisch.)

(Leise:) Ich komm gleich wieder.

(Reifen quietschen, Autos hupen.)

Kannst du bitte langsamer fahren?

Tayfun! (Hupen)

Willst du uns umbringen? Fahr bitte langsamer!

Ist es so schlimm, mal Spaß zu haben? - Nein, amüsier dich ruhig.

Du bist eifersüchtig. - Du willst Sängerin werden?

Dann verpiss dich und werd Sängerin!

Sollen sie sagen, Tayfuns Frau ist 'ne Hure. - Guck auf die Straße!

Dir kann's egal sein. Ich bin der Idiot! Ich muss mich um alles kümmern.

Mach nicht andere verantwortlich!

Wer soll so reden? Als ob mich das interessiert.

Was ist los mit dir? - Schrei nicht!

Du weißt nichts von mir, hm?

Genau, ich weiß gar nichts mehr. - Was?

Einen Dreck weiß ich von dir!

Pass auf: Rede anständig mit mir.

(Hupen)

Geht's noch? Spinnst du?

Was fällt dir ein? - Beruhig dich! Und fass mich nicht an!

Und du? Du wirst mich nicht schlagen! Das darfst du nicht!

Niemand darf mich schlagen!

Niemand schlägt mich!

Bist du jetzt zufrieden?

Das wolltest du doch, oder?

(Reifen quietschen. Hupen)

Bist du endlich zufrieden, ja? - Lass mich! - Ja?

(Esra weint.) - Los, steig wieder ein! Esra!

(Hupkonzert)

Esra! - (Fahrer:) Verdammte Scheiße!

Alter! Fahr dein Scheiß-Auto weg! Was ist mit dir?

Fahr dein Auto weg!

(Tayfun:) Was? - Fahr ihn weg! Guck dir mal meinen Wagen an! Los, ey!

Verpiss dich! Aber ganz schnell!

(Unheilvolle Musik)

(Musik wird optimistischer.)

(Ein Handy klingelt.)

(Leise Gitarrenmusik)

Was hast du hier gemacht?

Was hast du mit meinen Sachen gemacht? Hm, was ist das?

Zerschnitten. Hast du sie noch alle?

Ich bin zu weit gegangen. Entschuldige.

Ich bring das wieder in Ordnung.

Lass uns was vereinbaren. Ab heute lass ich dir jede Freiheit.

Wenn du arbeiten willst, arbeite. Wenn du singen willst, dann sing.

Zieh an, was du willst.

Dafür will ich nur eine Sache: Wenn ich sage, hör auf, dann hörst du auf. - Was?

Für wen hältst du dich?

Bin ich deine Sklavin, oder was? Oder dein Hund? - Hör auf zu schreien.

Du lässt mir meine Freiheit? Wie schön!

Lass mich los! - Ich will dir was sagen. Schrei nicht.

Meine Mutter ist hier. Das ist unverschämt. - Lass los!

Deinetwegen hab ich mich gegen meine Eltern gestellt. Wovon redest du?

Deine Mutter ist hier?

Küss mich nicht!

Ich gehe. - Du gehst nicht. Du gehst nirgendwohin. Halt dich raus.

Moment! - (Freund:) Du musst dich beruhigen.

Hört auf zu schreien!

Setz dich hin! - Nein.

Du wirst nirgendwo hingehen. - Ich geh, wohin ich will.

Esra. Setz dich. - Ich geh, wohin ich will.

Vor all diesen Leuten. Das ist doch unverschämt!

Ist das etwa nicht unverschämt? Habt ihr das gesehen?

Und habt ihr die Wohnung gesehen? Ist das nicht unverschämt? - Pscht!

Deswegen zerstört man doch nicht seine Familie!

Gab's hier denn eine Familie? Bin ich jetzt wieder schuld, oder was?

Ich bin schuld, ja? - Los jetzt, verschwinde!

Ich werde auch gehen!

Aber dann bring ich dich um!

Ich schwöre, dass ich dich umbringe!

Na los, dann komm doch her! Hier hast du deinen Scheiß-Ring!

Lass mich! - (Frau Havva:) Tu das nicht!

Dann bring ich dich um! Lass mich los!

(Windrauschen)

(Gezwitscher)

(Laute Krabbelgeräusche)

(Quietschen)

(Lautes Tropfen)

(Esra:) Ich glaube, es gibt zwei Situationen,

in denen Menschen ihrer Existenz gewahr werden.

(Martinshorn) Wenn sie sich verlieben, und wenn sie dem Tod begegnen.

Na gut. Dann ist die Scheidung jetzt rechtsgültig.

(Melancholische Klaviermusik)

(Esra:) Glaubst du, es war ein Fehler?

Dass du aus dem Fenster gesprungen bist?

Weißt du, wie viele Frauen es gibt, die das nicht schaffen, was du getan hast?

Obwohl sie unglücklich sind.

Einfach weil sie Angst haben, allein zu sein, oder davor, was andere sagen.

Du bist die allermutigste Frau, die ich kenne.

Ich bin nur leider nicht so mutig, Abla. Ich hab sogar furchtbare Angst.

Mut heißt doch nicht, keine Angst zu haben.

Sondern trotz der Angst zu handeln.

Und genau das lerne ich von dir.

Die Wohnung ist echt total süß, Esra. Gut gemacht. - Danke, Schatz.

Ja, schön groß.

Esra, hast du... - Trag nicht so schwer.

Zum Glück ist die Wohnung im Erdgeschoss.

Dann kannst du Fenster und Tür nicht verwechseln.

Wir lassen die Vergangenheit ruhen.

Du hast es so schön hier. Was steht dir noch im Weg? - Danke.

Na, ich stehe im Weg.

Komm her, mein kleines, süßes Mädchen. Ich lass dich nicht mehr los.

Dein Leben gehört nur dir.

Niemand darf sich einmischen. Hast du verstanden?

Aber eine Sache musst du mir versprechen.

Egal, was dir auch widerfahren mag,

und es kann eine Menge passieren,

verlier nie, niemals den Boden unter den Füßen. Versprochen?

Verlass dich drauf, Muttilein. Versprochen.

Ja, mein Schatz? - Okay.

(Eine Uhr tickt.)

(Die Geräusche sind übertrieben laut.)

(Tiergeräusche)

(Windpfeifen)

(Tiergeräusch)

(Sie atmet schwer.)

(Piepsen)

(Radiostimme)

(Die Geräusche werden lauter.)

(Sie schluchzt.)

(Dramatische Musik)

(Schluchzen) Lieber Gott, ich bitte dich, halt mich hier!

Lieber Gott!

(Esra:) So ging das monatelang.

Ein Leben auf der Schwelle zwischen Traum und Realität.

Ich hatte keine Ahnung, was mit mir passierte.

Ich wollte nicht mehr allein sein.

Hammer-Make-up, Schatz.

Ist alles okay? Du bist total nervös. - Ich hab seit Wochen nicht geschlafen.

Dann geh bitte zum Arzt, ja? - Stimmt. Warum bin ich nicht drauf gekommen?

"Frau Inal, wie geht's Ihnen?"

"Jede Nacht renne ich im Traum einem fremden Mann hinterher.

Gegenstände pulsieren, als wären sie lebendig."

Soll ich das so machen, oder was?

Ich hab's nicht so gemeint. - Wir meinen es doch alle nicht so.

Du hast meinen Tisch geklaut. Was ist dein Problem?

Du bist mein Problem. Ich bediene, weil du nicht hinterherkommst.

Das klären wir später, ja?

Warum nicht gleich?

Lass es uns jetzt klären. - Komm.

'tschuldigung.

(Jazzmusik)

Schon mal die Karten.

Ich komm gleich.

Jetzt beweg mal deinen Hintern, Mäuschen. (Esra hört es lauter.)

(Am Tisch:) Ich hab Hunger. - Ich hab auch Hunger.

Was hast du gesagt?

Ob wir schon mal 'ne Flasche Wasser haben könnten und vier Gläser. Danke.

Was ist denn mit der los?

Blöde Kuh.

(Mann am Tisch:) Ich nehm 'n Sandwich. - Hier.

Was soll das? - 'ne bewährte Entspannungstechnik.

Die kannst du mir gegen den Kopf schmeißen. Hilft gegen Krebs.

On the rocks. Danke schön.

Esra. Was soll das denn? - Lass los! - Das geht nicht.

Hast du gehört, wie sie mit mir geredet hat?

Komm runter. Bitte, beruhig dich. - Auf wessen Seite bist du?

Wir sind keine Feinde. Wir mögen dich.

Aber so geht's nicht. Das ist mein Restaurant.

Hast du gehört, wie sie mit mir geredet hat?

Nein. Aber egal wie, so kannst du nicht zu Gästen sein.

Das interessiert dich nicht? - Nein!

Das interessiert dich nicht? - Nein!

Aber genau das Gleiche macht ihr auch mit mir!

Guckt mir ins Gesicht, lächelt und lästert hinter meinem Rücken!

Mir was ins Gesicht zu sagen, dazu hast du keine Eier.

Und dann stimmt was mit der Esra nicht.

Soll ich dir was sagen? Das reicht. - Was?

Du musst hier nicht arbeiten. Wenn du dich nicht benehmen kannst, gehst du.

Lern, deine Gefühle zu kontrollieren. - Meine Gefühle zu kontrollieren? - Ja!

Meine Gefühle kontrollieren? Ich? Es sind meine Gefühle?

Esra lernt jetzt, ihre Gefühle zu kontrollieren.

Esra, kontrollier deine Gefühle! - (Helen:) Esra!

Pass dich den Bräuchen und Regeln an! Esra, steh! Esra, sitz!

Weißt du was? Wisst ihr was? (Musik stoppt.)

Fickt euch doch alle, Mann!

Das nennst du Liebe? Kann mir gestohlen bleiben, Mann!

Kann mir gestohlen bleiben!

Es tut mir sehr leid. Entschuldigung. Essen Sie weiter.

(Esra:) So 'ne Liebe brauch ich nicht!

Der nächste Drink geht aufs Haus. Danke.

Ja, weitermachen, Leute. Arbeitet.

Hey.

Tut mir leid wegen dem Stress. Annelise hat manchmal 'nen Knall.

Ach, hallo. Mein neuer Held. Warum hast du vorhin nichts gesagt?

Hau ab zu deiner feigen Tussi. - Sie ist 'ne feige Tussi, aber nicht meine.

Wie heißt du? - "Fuck off" heiße ich.

Gut so, nichts in sich reinfressen. Keine Macht dem Krebs. (Lacht.)

Damit kannst du mich beschmeißen. Dann sind wir quitt. - Sehr witzig.

So witzig.

Okay. - (Esra:) Was machst du?

Bist du bescheuert?

Esra! - Esra, was für ein schöner Name. Komm!

(Michael:) Komm einfach nie wieder!

Du machst das Ding kaputt, und er schreit immer noch "Esra"!

Ich hab meinen Job wegen dir verloren, und du rennst mir hinterher.

Jetzt bin ich schuld? Du hast doch vorher schon Theater gemacht.

Ja! Hau doch ab! - Du brauchst nicht schreien. Ich geh.

Hörst du schwer?

Ich muss hier... nach Hause. Ist mein Nach-Hause-Weg.

Das hat dir gefallen mit dem Stein. - Warum hast du das eigentlich gemacht?

Das ist 'ne bewährte Technik, um Stress abzubauen.

Ey, willst du mich verarschen? - Okay, okay. Ey!

Entschuldigung. Ist doch gut. - Frau Inal?

Ich versuche, zu schlafen. - Das versuche ich auch jede Nacht.

Gute Nacht. - Ts.

Scheiße!

Hey. Bleib mal kurz stehen.

Jetzt willst du mich? - Wie heißt du?

Ich hab auch meinen Stolz. - Ach, weißt du was...

Mo! Ich heiße Mo. Okay?

Was'n das für ein Name?

Das ist 'ne Abkürzung von Muhittin.

Muhittin. Ich hab schon Schwierigkeiten. Was sollen die Deutschen sagen?

Ein Türke. - Hm.

Fast jedenfalls. Hast du 'n Feuerzeug?

Was? Wieso? - Ich brauch eins.

Klar.

Hast du 'ne Sekunde Zeit? Kannst du kurz mitkommen? Komm.

Ich tu dir schon nichts. Komm.

Geh mal vor.

Hier? - In die Küche. Geradeaus.

Geh.

Geh, geh. 'n bisschen schneller. Warte, warte.

(Tür knallt, beide erschrecken.)

Oh, Mann.

(Mo:) Okay, ruhig. - Geh. Hier rechts.

Ich hab's. 'tschuldigung. - Geradeaus.

(Esra:) Hier rechts. - Ja? - Hier jetzt rechts. - Hier?

Genau. - Okay. - Jetzt bleib.

(Esra:) Hier müssten Kerzen sein. - Okay.

(Esra:) Hast du? - Ja.

Okay.

(Romantische Musik)

Aber das Feuerzeug kann ich dir nicht dalassen. Da häng ich dran.

Dann gehst du nirgendwohin. Setz dich da hin.

Okay. Gut. - Ich mach uns Kaffee.

Ja. - Kein Strom, ich mach uns Saft.

Oh, danke.

Die sind schön. Wo hast du die her? - Die hab ich gemacht.

Für Leute, die ihre Stromrechnung nicht zahlen können. - Hm.

Bist du noch sauer wegen der Scheiß-Tafel? Ich bezahl das.

Ich sag, dass ich das war. Du hast damit nichts zu tun, okay?

Glaubst du, du tust mir damit 'nen Gefallen?

Ich hab meine Stromrechnung nicht bezahlt.

Meine Kohle ist für Möbel draufgegangen. Ich hab kein Geld mehr

und hab meinen Job verloren. Ich bin am Arsch.

Darf ich was fragen?

Die Geschichte mit Annelise? Wie hast du das gehört? Es war laut.

Ich hab's nicht gehört, sondern gefühlt.

Gefühlt? - Ja.

Was meinst du mit "gefühlt"? - So wie ich's sage.

Gefühlt. Wie so 'n Superhero? - Ja. Genau so.

(Lacht.) Okay. Okay.

Kannst du fühlen, was ich gerade denke?

Möchtest du's hören? - Ja.

Du schläfst hier.

(Er lacht leise.)

Sie ist wirklich 'n Superhero. Wow.

Hast du was gesagt? - Nein.

Alles gut. - Gute Nacht.

(Es klingelt.)

(Klingel)

(Klingel)

Das hab ich überwiesen. Olé!

Ich hab Frühstück mitgebracht.

Wenn du jemanden suchst, um die Miete zu teilen, ich kenn da jemanden.

Und wen? - Ich dachte, du kannst Gedanken lesen? Mich natürlich.

Ich bin stubenrein, angenehm, leise.

Ich riech ganz gut.

Was machst du beruflich? - Import-Export. Ich kann dir mit den Lampen helfen.

Wirklich, ich kenn tausend Leute.

Arbeitest du nachts? - Nein, auf keinen Fall.

Nachts wird sich amüsiert.

Ich hab zu tun, du hast zu tun. Ich werd dich nicht stören.

Okay.

Was "okay"? - Du darfst bleiben.

Ich darf bleiben? - Ja.

Das war einfach. Ich hatte 'ne ganze Rede.

Meine Mitbewohnerin! (Sie lachen.)

Okay. Ich hol meine Sachen, ja?

(Es klopft.)

Wow. Das ging aber schnell. - Mm-hm.

Wo hast du gewohnt? - Hier um die Ecke.

Darf ich mich ausbreiten? - Mach.

Danke. - Okay.

Aber diese Wohnung hat ihre Regeln.

Okay. Und welche sind das? - Weiß ich noch nicht.

Die kommen noch. - Oh, okay.

Da ist es. Okay.

Was ist in der Kiste? - Damit verdienen wir unser Geld.

(Percussion setzt ein.)

(Jubelnde Menschen)

(Elektronische Musik)

(Allgemeiner Jubel)

(Esra lacht.) - Wow.

Wow, du bist gut. Du bist gut.

Jetzt gehen wir spielen.

Spielen? Was für ein Spiel? - Na los, komm. - Okay.

Hallo.

Für hundertfünfzig, bitte. Zwei Körbe.

Zwei? Danke schön.

Hey. - Guten Abend, Mo. - Gut siehst du aus. - Danke.

So. Da isses.

Such dir eine aus. Eine, die dir gefällt.

(Automatengeräusche)

Ich probier mal den hier. - Okay.

Setz dich. Du musst hier reinwerfen und auf den Knopf drücken. - Okay.

Scheiße.

So schlimm ist es nicht.

(Mo:) Ist die nichts? - Nee.

Lass uns mal da...

Ich hab hier eine gefunden!

Oh, das tut mir leid.

Tschüss.

Okay. - Einfach reinstecken und am Hebel ziehen.

Richtig schnell. Okay? - Okay.

(Esra:) Was ist passiert?

Ach du Scheiße! - Was?

Du hast den Jackpot geholt!

(Beide jubeln und lachen.)

Du hast den Jackpot geknackt. - Was heißt das?

Wir haben sehr viel Geld gewonnen. - Sehr viel Geld!

(Musik setzt ein.)

(Sie lachen.) - (Mo:) Wow!

Okay. Hier. - Danke schön.

Gibt es Zimmerservice? - Natürlich. - Super.

Darf ich?

Wir nehmen einfach von allem alles. Und Champagner. - Sehr gern.

(Lied:) We're living in the inescapable...

(Freudenschrei)

Living inescapable love.

(Esra lacht.)

Living in the inescapable...

I say, eight seconds to love.

We have eight seconds to love.

We have eight seconds to love.

(Jetzt langsam, nur mit Gitarre)

See, we're living in the inescapable,

living in the inescapable love.

Living in the inescapable...

We have just eight seconds to love.

Eight seconds to love.

We have eight seconds to love.

Du bist bestimmt nicht so 'ne Frau, die auf Shopping steht, hm? Hey.

Doch.

Das heißt Speed-Shopping. Du hast eine Stunde,

zu nehmen, worauf du Lust hast. Nicht nachdenken.

Aus dem Bauch heraus entscheiden. Okay? - Okay.

Auf die Plätze, fertig, los. - (Esra schreit.)

(Reprise des Lieds, wieder schneller)

(Die Musik ist verzerrt.)

(Esra atmet schwer.) - Brauchen Sie Hilfe?

Alles gut? - Ich kann nicht atmen.

Hey, ganz ruhig.

Holen Sie mal 'nen Arzt, bitte. - Ich kann nicht atmen!

Der Arzt hat gesagt, du sollst dich ausruhen.

Ich mach dir ein schönes Bad, du schläfst dich aus.

Und morgen gehen wir in die Spielhalle. - Wirklich?

Ja. Wir haben gesehen, was du draufhast. Setz dich.

Setz dich erst mal hin.

Mo. - Alles gut?

Okay, okay.

Wo sind meine Schuhe? Hast du alles? - Dir geht's schon viel besser.

Erst mal die Schuhe ausziehen.

Ah!

Du bist Superwoman. Alles wird gut.

Bad.

(Rhythmische Musik)

(Sanfte Klänge und leiser Gesang)

(Musik wird unheilvoll.)

(Sie schreit:) Mo!

Ich hatte einen Alptraum, der war so real.

(Klaviertöne)

(Schrei)

Mo!

(Schrei)

Was ist los? - Komm mir nicht zu nah!

Geh weg! - Alles gut.

Geh, hab ich gesagt! - Okay. Ruhig.

Du bist wach! - Ich hab Angst. - Du bist wach!

Komm her.

Du bist wach. Hey. Ich bin da. - Hilf mir.

Ich würde gern verstehen, was mit deinen Träumen los ist. Wovor du Angst hast.

Was passiert dir?

(Sie atmet tief ein.) Okay.

Meine Träume fühlen sich an... wie ein zweites Leben.

Ich bin bei Bewusstsein, glaube, wach zu sein,

und irgendwann, durch irgendwas bemerke ich, dass ich träume.

Das macht mir natürlich panische Angst. Ich versuche alles, um aufzuwachen.

Und habe Angst, nicht zurückzukommen.

Irgendwann bin ich dann auch wach,

nur dass sich dann mein Inneres immer verändert anfühlt.

Ich fühl mich nicht mehr gleich.

Stell dir eins vor:

Wie würdest du dich fühlen, wenn du jetzt ins Schlafzimmer gehen würdest

und deinen schlafenden Körper dort treffen würdest?

(Ratloser Laut) Ich würde durchdrehen.

Genau. So fühlt sich das an.

Dann noch was: Seitdem ich denken kann, hab ich diesen Mann in meinen Träumen.

Er redet zwar nicht mit mir.

Ich hab trotzdem so ein Vertrauen ihm gegenüber

und kann sogar schon behaupten, ihn zu lieben.

Liebst du ihn, oder was? - Mann, Mo. Jetzt nicht wie dich.

Nein, aber... Liebst du ihn?

Mo, ich hab wirklich Angst, meinen Verstand zu verlieren.

Ich habe Angst, einzuschlafen.

Komm mal her.

Ich weiß nicht, wo du aufwachen wirst in deinen Träumen oder wem du begegnest,

aber ich verspreche dir,

wenn du deine Augen aufmachst, bin ich da. Okay?

(Türkisches Lied)

Über solche Träume gibt's tausend Bücher.

Wirklich? - Ja, das ganze Regal ist voll. Komm, kaufen wir.

(Leiser Schrei)

(Mo:) Hey. - (Schrei) Lass...

Hey. Ist okay.

Ist gut.

"Träume sind die Erinnerung an alles, was wir vergessen und ignoriert haben.

Sie sind der Spiegel unserer sich immer mehr ausdehnenden Seele."

Schatz, was meinst du denn, was ich vergessen oder ignoriert habe?

Vielleicht einfach nur, Spaß zu haben?

(Esra:) Hm.

Wir werden die alle lesen. Bis wir 'ne Antwort haben, okay?

Es gibt acht verschiedene Traumebenen. - Ach, wirklich?

Also, bisher hab ich von der physischen, der astralen und der...

Wie hieß die noch? Der...

äth... - Ätherischen.

... ätherischen Ebene gelesen. Aber es gibt noch fünf weitere.

Da hat wohl der Topf seinen Deckel gefunden.

Abla. - Hm?

Okay...

Soweit ich's verstanden hab, scheint sich Esra auf der dritten Ebene zu bewegen.

Aber manchmal hüpft sie auch.

Ich hüpfe.

Und, mein Sohn? Was machst du beruflich?

Ich hab Erfahrungen gemacht mit unternehmerischen Sachen,

ein bisschen mit Finanzen und so.

Aber jetzt bin ich eigentlich

eher im Import-Export beschäftigt. - Und du, Esra?

Arbeitest du in einem anderen Restaurant?

Nein, ich arbeite an meinen Lampen. - Und wenn du mal was Richtiges machst?

Wir haben doch schon eine Bankerin und eine Buchhalterin.

Ihr müsst halt für mich sorgen.

Vielleicht solltest du dein Leben so ernst nehmen wie deine Träume.

Stell dir einfach vor, das wär meine Arbeit: Träumen und verrückt werden.

Nicht zu träumen und verrückt zu werden. Ist doch auch schwere Arbeit.

Ich wünschte, jemand würde mich bezahlen. - Ich würde nichts bezahlen.

Ich aber. Hier, Schatz. - Danke, Papa.

Ich hab lange nichts so Gutes mehr gegessen. - Wirklich?

Es ist sehr lecker, vielen Dank. - Freut mich, dass es dir schmeckt.

Keine Sorge. Wenn ich die getroffen hab, meld ich mich. - (Freund:) Pass trotzdem auf.

Pass du mal auf deine Freundin auf. - Hey, Süße. Na?

Hello!

Guck mal. Das ist Esra. - Ah, die Verrückte.

Hey, pass auf, die Verrückte. Wir sehen uns, ne?

Hey. (Er atmet durch.)

Wer sind die Leute?

Tom und Laura. Die waren da, als wir uns kennengelernt haben.

Und wer sind die Typen, vor denen du dich in Acht nehmen sollst?

Hm?

Hast du eigentlich gekokst?

Eine kleine Line, okay? Mini-Mini-Line.

Guck mich nicht so an. Ich fahr dich jetzt an einen schönen Ort. Wunderschön!

(Sanfte Klänge)

Hey.

Jetzt guck doch nicht so.

Guck mal, was für ein schönes Leben wir haben. Hm?

Haben wir?

Komm.

Siehst du die Milchstraße?

Das ist unsere Galaxie. Weißt du, wie lange die Sonne braucht,

um einmal um die gesamte Galaxie zu kreisen?

Nein. - 255 Millionen Jahre.

(Esra:) Das ist lang. - Wir leben unser Leben, als wären wir unsterblich.

Aber von der Sonne aus betrachtet

ist ein Menschenleben acht Sekunden lang.

Acht Sekunden.

Wie fühlt sich das an?

Vergänglich. - Genau.

Deshalb bin ich da. Um dich täglich daran zu erinnern, dass wir leben müssen.

Wirklich. Als wär's jederzeit vorbei.

Hm?

(Romantische Musik)

(Mo:) Scheiße!

Ach komm, scheiß drauf. - Das ist zu viel.

Bitte, setz nicht alles. - Wer Angst hat, verliert.

(Türkisch) Das ist unser ganzes Geld. - Komm, setz dich.

Du spielst auch. - (Esra:) Was?

Ist das dein Ernst? - Nein, das ist ein Spiel. Du musst es leichtnehmen.

Madame, 13.

Karte. Nimm 'ne Karte. - Karte.

17. "Reste?"

Nimm noch eine. Los. - Karte. - Karte.

Scheiße! Warum nimmst du noch eine?

Hast du doch gesagt. - Aber es ist deine Runde. Du musst entscheiden.

Ist das dein Spiel, ja? - Pff.

Ich möchte nach Hause, Mo. - Hm?

Ich hol unser Geld zurück, dann gehen wir. - Mir geht's nicht gut.

Einen Moment, bitte.

Was ist? Was ist mit dir?

Ich krieg keine Luft. - Wir müssen diese Runde gewinnen. - Alles okay?

Ist alles gut. Ja, wirklich.

Danke schön.

Moment, bitte. Komm.

Soll ich 'ne Karte nehmen? - Monsieur. - Einen Moment.

Bitte, reiß dich einmal zusammen. Bitte, Esra. Komm.

Nimm 'ne Scheiß-Karte. - Okay, Karte. - (Croupier:) Karte.

Das ist mein Mädchen! Danke.

Danke schön. - Bitte schön.

(Auf Englisch:) Nein. 40 Prozent ist viel zu viel.

Ich trage das Risiko, okay?

Überlegt es euch. Ja?

Entschuldigung.

Du sollst doch im Auto warten. - Mo, was sind das für Leute?

Ein wichtiges Geschäft, muss dich nicht interessieren.

Ich hab kein gutes Gefühl bei denen.

Hör auf mit der Scheiße. - Pass auf, wie du mit mir redest.

Geh ins Auto. - Wenn du in fünf Minuten nicht da bist, komm ich wieder zurück.

(Wieder Englisch:) Tut mir leid.

Bloß 'ne Weibergeschichte.

Der Scheiß-Deal wär fast geplatzt. - Ich wollt dich einfach nur beschützen.

Jetzt brauch ich jemanden, der auf mich aufpasst? - Ja!

Du solltest langsam aufhören, solche Risiken einzugehen.

Das bin ich! Das ist mein Leben, Essi! Ich geh Risiken ein.

Ich sag dir, wie du bist. Du bist wie ein wild gewordenes Schwein!

Jedes Mal, wenn du die Spielhalle betrittst, wirst du so... (Grunzt.)

So wirst du! - Jetzt...

Juhuu! - Du erzählst mir was über psychische Gesundheit? - Ja!

Ich krieg keinen Atem mehr!

Das ist richtig eklig, was du da machst. - Es war nur ein Traum. - Ist das eklig.

Halt mich fest! (Schreit wie ein Affe.) (Es klingelt.) - Hör auf! Lass los!

Ich werd's dir zeigen!

Frau Inal. Wilde Tiere in der Wohnung, das geht nicht.

Wir üben gerade ein Theaterstück. Wir sind gleich so weit.

Es ist alles in Ordnung. - Wirklich? Ich meine, Sie zittern.

Ich muss doch in der Rolle bleiben. - Der Mann. Lieb ich ihn, liebt er mich?

Hast du gehört? Du bist ein Tier. Ein wildes Tier. - (Macht Affengeräusche.)

Er muss ja auch in der Rolle bleiben. - Okay, zehn Minuten.

Schauspieler!

Wo waren wir stehengeblieben?

(Sie lachen.)

(Esra:) Hm?

Bitte, du musst aufhören, zu zocken.

Versprich es mir. - Ja, ich versprech's. Ich hör auf.

Versprochen. - Wirklich? - Wirklich.

Gut.

(Der Fernseher läuft.)

Äh, Essi?

Wo ist die Tasche, die ich da hingestellt hab?

Ich wollte noch Strom bezahlen. - Hab ich schon gemacht.

Die Miete auch. - Wir haben noch zehn Tage.

Verarsch mich nicht. Ich will nur die Miete bezahlen.

Nur sechs Tage hast du's ausgehalten!

Ich will nicht spielen! Ich brauch... Wo ist das Geld?

(Singsang:) Ich hör dich nicht, Mo. Ich hör dich nicht. - Scheiß-Fernseher!

Den hab ich dir gekauft. - Bist du bescheuert?

Den hast du gekauft? Okay, Alter. Nimm deine Scheiß-Tasche!

Ich liebe deinen Fernseher, Mo. - Ach.

Dieses Stück würde ich wahnsinnig gern sehen.

(Lacht.) Wann ist die Premiere? - Bald. Sehr bald.

Kommen Sie doch. - Mach ich.

(Esra:) Was machst du da? - Siehst du das?

Was ist das? Gib das her!

Was ist das? - Gib's her. - Ist das dein Import-Export?

Ja, irgendwer muss das Geld verdienen. - So? Als Drogendealer, oder was?

Schämen solltest du dich. - Gib die Scheiße her!

Nimm deine Scheiße!

Ich möchte so was nie wieder in meiner Wohnung! - Deine? - Meine.

Deine Wohnung?

Dann kann ich ja gehen. - Was soll das jetzt werden?

Was soll das werden, hab ich gefragt! - Mal sehen, wie du alleine schläfst.

Kaum wird's dir zu viel, dann gehst du? - Ja.

Dann verpiss dich, Mann!

Hör auf damit! - Ja, ja. - Muhittin!

Du bleibst jetzt stehen! Mo?

Muhittin, bleib stehen!

(Schnelle Instrumentalmusik)

(Beide schreien.)

Das war richtig knapp. - Hältst du dich jetzt für Superman?

(Esra:) Das wird mir langsam alles zu viel. Du musst mir helfen.

(Mo:) Schnall dich an.

(Gezwitscher)

(Sanfte Musik)

(Windrauschen)

(Verzerrte Geräusche)

(Mann:) Wunderschön, nicht wahr?

(Esra:) Wunderschön. - Ich meine deinen Verstand.

Ich seh dich immer in meinen Träumen. Wer bist du?

(Mann:) Ich bin ein Träumer, genau wie du.

Sieh dich um.

Alles, was du siehst, ist ein Bild deines Verstandes.

(Esra:) Nein!

Ich will nach Hause! Ich will aufwachen!

Hab keine Angst.

Egal, was du träumst, du kannst immer aufwachen. Jederzeit.

(Esra:) Und kann ich wiederkommen? Es ist wirklich wunderschön hier.

Natürlich. Du musst es nur wollen.

(Mann:) Siehst du? Es ist gar nicht so schwer.

(Esra:) Es fühlt sich so echt an.

(Mann:) Natürlich.

(Mann:) Und wer erschafft diese Realität?

(Spannungsvolle Musik)

(Sie erschrickt.) Mo! - Was ist los?

Hey, Essi. - Läuft da draußen 'ne Frau mit Kinderwagen?

'ne Frau mit Kinderwagen, nichts weiter. - Die Wand hat sich aufgelöst.

Essi. Alles gut. - Die Wand hat sich aufgelöst!

Hey. - Wenn sich die Wand auflöst, was, wenn mein Körper sich auch auflöst?

Alles okay. - Die Wand hat sich aufgelöst!

Lass mich! Das ist nur ein Traum, glaub mir!

Ist okay. - Mir geht's überhaupt nicht gut. - Du bist wach.

Das ist nicht die Realität, wirklich nicht!

(Esra schluchzt.) - (Mo:) Sch.

(Piepsen)

(Esra:) Anne?

Ach, da ist meine Süße. Du bist aufgewacht.

Ich hatte so einen schlimmen Tag. - Bloß einen?

Du schläfst seit genau vier Tagen, mein Schatz.

Frau Inal, wissen Sie, warum Sie hier sind?

Weil es mir nicht gut geht? - Mm-hm.

Und warum?

Alles, was ich für echt hielt, die Dinge, die ich höre, die ich sehe,

die Stimmen in meinem Kopf...

Nichts fühlt sich mehr echt an. - Sie hören Stimmen?

Genauso viele wie Sie. - Wie kommen Sie darauf, dass ich Stimmen höre?

Ist da nicht eine Stimme in Ihrem Kopf, die alles bewertet und kommentiert?

Diese Stimmen nennen wir unseren Verstand.

Ist doch egal. Haben Sie mal versucht, es zum Schweigen zu bringen?

Frau Inal, warum, glauben Sie, sind andere damit glücklich, aber Sie nicht?

Sie sind glücklich? Sie stehen vor der Scheidung, mit zwei Kindern.

Schlaflose Nächte.

Ich glaube nicht, dass Sie sich selbst lieben.

Oder dass Sie hier sind, weil Sie es wollen.

Sondern weil Sie glauben, dass Sie es müssen.

Finden Sie das nicht ungerecht sich selbst gegenüber?

Wie kommen Sie zu diesen Schlussfolgerungen?

Ich brauch doch nur ein bisschen aufmerksam zu sein.

Frau Dr. Klein, was Sie in mir sehen... Sie haben mindestens genauso viel davon.

Frau Inal, wir werden noch

viel Zeit haben, uns ausgiebigst zu unterhalten.

(Kugelschreiber klickt.)

(Leise Klaviertöne)

Na, mein Schatz?

Och, mein Schatz.

Mein Engel. - Papilein.

In ein paar Tagen kommen wir dich besuchen. Einverstanden? - Einverstanden.

Entschuldigung, wir müssen jetzt gehen. Sie muss sich hinlegen.

Es ist alles gut.

(Traurige Musik)

(Esra:) In dem Moment wollte ich meinen Vater fragen,

ob Gott mich auch von hier hören kann.

(Schrei)

Anne! Baba!

Nein! Nein!

Nein! Baba, Babacim!

Hol mich hier raus!

Nein!

Können Sie mir sagen, warum mein Hintern raushängt? - Das liegt am Kittel.

Keine Sorge, Ihre Sachen sind gut aufgehoben.

Und Ihre Mutter bringt Ihnen bestimmt bald etwas Bequemes.

Dann geben Sie mir 'n anderes Modell oder so.

Ich kann schauen, ob wir aus der letzten Saison noch einen Louis Vuitton haben.

Leider nein.

Frau Ludwig. Wir fassen uns hier so nicht an.

Wir setzen uns hier so nicht hin. - Ich möchte mich bewegen, draußen.

Wir haben hier Regeln, Frau Inal.

Aber wir gehen jeden Tag zwei Stunden raus.

Und wenn sicher keine Gefahr besteht, können Sie allein raus.

Für wen soll ich denn 'ne Gefahr sein? - Für sich selbst, Frau Inal.

Frau Inal!

(Wieder die fröhliche Musik) Frau Inal!

Frau Inal.

Frau Inal! - Ich brauch nur 'n bisschen frische Luft. Ganz kurz nur, bitte.

Frau Inal, wenn Sie jetzt nicht reinkommen,

bin ich gezwungen, Sie holen zu lassen.

Entschuldigung, Frau Doktor.

Wie lange muss Esra hier bleiben?

Bis zur Diagnose.

Momentan ist es schwer, Genaueres zu sagen.

Aber Sie könnten mit einigen Antworten helfen.

Ist Ihnen ein Fall von Schizophrenie in Ihrer Familie bekannt?

Schizophrenie? - Ja.

Das ist eine Art psychische Krankheit mit Symptomen wie Stimmen hören

oder Dinge wahrnehmen, die andere weder sehen noch hören können.

Viele sind davon überzeugt, Gott zu hören oder zu fühlen. - (Türkisch)

(Er spricht weiter Türkisch.)

Was hat er gesagt? - Nichts Wichtiges.

Die werden Ihnen helfen, durchzuschlafen. Das wird Ihnen guttun.

(Esra:) Die Schwester hatte recht.

Diese Pillen lösten mein Problem mit dem Menschsein.

Denn ich hatte keine Träume mehr.

Und weil es keine Träume gab, gab es auch kein Aufwachen mehr.

(Temporeiche Musik)

(Eine Uhr tickt schnell.)

Was machen Sie denn da, Frau Inal?

Ich dachte, ich geb mir heute ein Lachgesicht. Gefällt's Ihnen?

Dass Sie lachen, finde ich gut, aber ich glaube, das bereuen Sie gleich.

Hätte mich auch gewundert, wenn ich einen Tag nichts bereue.

Sie haben Besuch, Frau Inal. - Besuch?

Mo.

(Hoffnungsvolle Musik)

Alles bescheuert ohne dich.

Na ja, so toll war's mit mir auch nicht. - Doch, find ich schon.

Ich wünschte, ich wär jemand anderes und wir hätten das alles nicht durchgemacht.

Esra, willst du wirklich hierbleiben?

Die können dich für Jahre hierbehalten.

Ich glaub nicht, dass du krank bist.

Du brauchst das nicht.

Ich bin da, ich pass auf dich auf.

Sie meinten, sie brauchen 'ne Diagnose. - Oh, okay.

Wir beide wissen ganz genau, wenn du's willst, kommst du hier raus.

Okay?

Okay.

Nehmen Sie Ihre Tabletten.

Kommen Sie her. Jetzt...

So ist gut. - (Sie brüllt.)

(Sie beruhigt sich.)

(Triumphierende Musik, wird lauter.)

Frau Inal, wie geht es Ihnen denn?

Ganz gut.

Die Kur bei Ihnen hat mir gefallen.

Haben Sie es geschafft, die Stimmen in Ihrem Kopf ruhigzustellen?

Ich arbeite dran. Und Sie?

Die Untersuchungen sind abgeschlossen.

Es gibt keinen ersichtlichen Grund mehr, Sie länger hierzubehalten.

Sie können nach Hause gehen, wenn Sie denn wollen.

Ja. Klar.

Gut. Dann nehmen Sie weiterhin die Medikamente ein.

Das mach ich. Die waren ja auch nicht schlecht.

Kann ich jetzt nach Hause gehen?

(Esra:) Ich hatte alle davon überzeugt, dass es mir besser ging.

Alle, außer mich selbst.

(Lied in Acoustic-Version)

Herzlich willkommen zu Hause, mein Schatz.

Ich würde gern 'n paar neue Stoffe holen und Lampen machen.

Wollen wir nicht erst die verkaufen? Ist alles voll.

Ich kann die ja in den Laden bringen.

Aber ich will trotzdem neue Stoffe, ich hab neue Ideen.

Ich fahr dich morgen.

Ja? - Ja. - Schön.

(Sein Handy piepst.)

Ich muss noch mal raus. - Heut Abend noch?

Scheiß drauf, ist nicht so wichtig.

Mach ich morgen.

Was machst du? - Ich muss kurz zu Tom.

Warum denn jetzt? - Ich bin gleich zurück. Mach dir keine Sorgen.

Warte, ich komm auch.

(Mann in Auto:) Wir bekommen Besuch. (Funkgerät rauscht.)

Mo, was ist hier los?

Maurer, Kriminalpolizei. Was machen Sie hier?

Wo ist Laura? - Ihre Personalausweise...

Wo ist meine Freundin? Ich will sie sehen.

Und ich Ihre Personalausweise. - Ich möchte meine Freundin sehen!

'n bisschen ruhiger. Wir ermitteln hier. - Sie steht kurz vor der Geburt!

Ihre Freundin ist im Krankenhaus! Sie hat entbunden.

Jetzt hätte ich gern Ihre Personalien gesehen.

Checkt schon mal die anderen Räume.

Sie warten bitte kurz hier, ja?

Könnt ihr mal zwei Namen checken, bitte?

Muhittin Akin.

(Sie flüstern.)

Herr Akin? Gehen Sie bitte zu meinen Kollegen?

Überprüft ihr ihn mal bitte kurz?

Jungs, prüft ihr ihn mal kurz?

Frau Inal. - Ja?

Vielleicht müssen wir mit Ihnen beiden noch mal sprechen.

Sie können jetzt zu Ihrer Freundin. Sie liegt im Krankenhaus Neukölln.

Ach, eins noch!

Sollen wir da hinfahren?

Kannst ja stehenbleiben. Dann sagen wir denen,

dass wir kein Interesse mehr an unseren Freunden haben.

(Unruhige Musik)

Umarm mich, hinter dir steht ein Polizist. - Wo ist Tom?

Ich weiß es nicht. - Geht's ihm gut? - Frag den, der hinter dir steht.

Verschwinde!

Das geschieht dir recht!

Ich verabscheue dich.

(Esra:) Ich habe den Glauben verloren.

An mich, die Liebe, das Leben.

An alles, was ich für richtig gehalten habe.

Diese nicht enden wollenden Schmerzen.

Jeder Versuch, aufzustehen, führt zu einer weiteren Niederlage.

Ich finde einfach keinen Frieden mehr. Weder am Tag, noch in der Nacht.

Seit Jahren bin ich gefangen zwischen zwei Welten.

Zwischen der Wahrheit und der Lüge.

Meine geliebte Mutter.

Niemand hat mich je so akzeptiert und geliebt wie du.

Wie ein programmiertes Stück Fleisch werde ich gezwungen, so zu sein,

wie man mich haben will.

Sie wollen, dass ich den Mund halte und nichts hinterfrage.

Das schaffe ich nicht.

Denn umso leiser ich werde, desto lauter werden meine Träume.

Meine Unzufriedenheit.

Hayat, Sevgi, Aylin.

In eure liebevollen Hände zu gelangen, war das Schönste, das passieren konnte.

Ihr wart der größte Schutz meines zerbrechlichen Herzens.

Babacim.

Du sagtest mal, dass unsere Körper nur Kleidungsstücke wären,

und dass wir sie wieder zurückgeben, wenn die Zeit gekommen ist.

Ich kann diese Kleidung nicht länger tragen, Babacim.

Es tut mir so leid, dass ich euch das antue.

Jede einzelne Träne, die ihr vergießen werdet, tut mir leid.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Gott mir vergibt.

Denn ich habe nie aufgehört, ihn zu lieben.

Genauso wie ich nie aufgehört habe, euch zu lieben.

Meine wunderschöne Familie.

Es war mir eine Ehre, mit euch zu leben und eure Liebe zu empfangen.

Ich habe eure Gesichter in meine Seele eingraviert

und nehme sie mit eurer Liebe mit in die Unendlichkeit.

Ich werde euch nie vergessen. Esra.

(Geheimnisvolle Musik)

(Mann:) Amüsierst du dich, Sweetheart?

(Esra:) Sieht es danach aus?

Kannst du mich bitte aus dieser Hölle befreien?

(Mann:) Warum stehst du nicht einfach auf?

Du hältst dein Leben für die Hölle?

Aus der Sicht des Lebens gibt es kein gut oder schlecht.

(Leise Töne aus der Vergangenheit)

(Mann:) Alles gehört zum Leben dazu, genau so, wie es ist.

Wir sind die Künstler.

Wir erschaffen die Geschichte unseres Lebens.

Wenn dir dein Leben nicht gefällt, warum beschwerst du dich?

Es ist dein Werk.

Du holst dir alle möglichen Menschen in deine Geschichte.

Du kannst von ihnen lernen.

Aber du musst die Verantwortung für all deine Entscheidungen übernehmen.

Es liegt bei dir, ob deine Geschichte ein Drama ist.

Oder zu etwas Wundervollem wird.

Hasst du deine Hauptdarstellerin wirklich so sehr,

dass du deinen Körper zerstören willst?

Wenn dir dein Leben nicht gefällt, dann ändere es doch, Sweetheart.

Versuch nicht, alle anderen Figuren zu verändern.

Verändere die Hauptfigur.

Und wie durch Zauberhand beginnt sich die ganze Geschichte zu verändern.

Auf diese Weise erschaffst du dir dein eigenes Paradies.

(Esra:) Kann ich zurück?

(Mann:) Du weißt, wie du zurückkommst.

Aber du hast nicht mehr viel Zeit.

(Gedämpftes Lachen)

(Gedämpfter Jubel und Lachen)

(Esra:) Mo, wach auf!

(Lauter Knall) Esra.

Esra!

Hey!

Was hast du gemacht? Hey, Esra!

(Piepsen)

Frau Inal, hören Sie mich? Können Sie bitte die Augen öffnen?

Du ruhst dich aus, und ich mach das hier alles, okay?

Okay.

Okay.

(Leise Klaviertöne)

Essi.

Essi, mach mal bitte die Tür auf.

Essi?

Essi, mach mal bitte die Tür auf. Hm?

Hey?

Ich möchte nicht mehr mit dir zusammen sein, Mo.

Wir dürfen uns das nicht mehr länger antun.

Schatz, ich lieb dich wirklich sehr, aber...

(Sie schluchzt.) Geh.

Essi.

Essi. Hey.

Essi?

Mach mal die Tür auf, bitte. Hm?

Essi.

(Pochen)

(Flüsternd:) Mach die Tür auf.

Ich habe einen Fehler gemacht, Essi. Einen.

Einen Scheiß-Fehler, okay? Mach auf.

Mach die Scheiß-Tür auf, bitte!

Essi.

Die Proben sind anscheinend zu Ende.

(Sami:) Ich bin für dich verantwortlich. Du bist mir anvertraut.

(Tayfun:) Du brauchst dir keine Gedanken mehr zu machen.

Ab jetzt bin ich für dich verantwortlich.

(Mo:) Ich bin da, ich pass auf dich auf.

(Esra:) Meine Angst vor den Nächten war zur Gewohnheit geworden.

Und es brauchte etwas Zeit, um das zu ändern.

Aber nun war ich bereit für diese Veränderung.

Und, ehrlich gesagt, hatte ich keine Wahl.

Ich musste mich ändern.

(Harmonische Musik)

(Mann:) Vergiss nicht, Esra: Du selbst bist die Liebe deines Lebens.

(Sie atmet hörbar aus.)

Von jetzt an bin ich für dich verantwortlich.

Ich werde auf dich aufpassen, bis zum Ende.

Aber bitte, hab ein bisschen Geduld. Denn noch stehe ich am Anfang.

Wir werden's schaffen.

(Reprise des Liedes)

I say...

Hey!

Living in the indescribable...

And we have eight seconds to love.

I say, eight seconds to love.

Träum ich? Ist das ein Traum?

Ich träume nicht.

Du bist real.

"Don.

Don Miguel Ruiz."

Du bist wirklich real.

In Mexiko?

In zwei Wochen?

(Sie quietscht fröhlich.)

Vielen Dank. Danke schön.

Hallo. Ich hätte gern ein Ticket für die 16-Uhr-Maschine nach Mexico City, bitte.

Die 16-Uhr-Maschine ist voll. - Und der nächste Flug?

Es ist wichtig. - Dann hätten Sie Ihre Tickets vorher kaufen sollen.

Ja.

In der 21-Uhr-Maschine ist noch was frei. - Mann. Bitte.

(Ein Handy läutet.)

Mo, du sollst mich nicht mehr anrufen. - Esra.

Bitte leg nicht auf. Wir müssen sprechen, es ist sehr wichtig.

Ich kann nicht, ich leg auf.

Ich will zurück nach Hause.

Ich schaff's nicht ohne dich, okay?

Ich steck in der Scheiße.

Ich kann nicht kommen. Ich fliege nach Mexiko.

Nach Mexiko? - Ja.

Leb wohl.

(Durchsage)

Hallo.

Könnt ihr mal herkommen? Esra Inal. Danke.

Bitte warten Sie hier. - Und warum?

Meine Kollegen kommen in einem Moment.

Guten Tag. Frau Inal? - Ja?

Bitte dem Kollegen folgen. - Was ist denn los? - Erklär ich Ihnen.

Ich hab 'nen Flug.

Frau Inal, wir haben uns schon kennengelernt.

Sie erinnern sich? - Ja.

Warum fliegen Sie nach Mexico City?

Warum fliegt man nach Mexiko? Ich geh mir die Pyramiden anschauen.

Wenn ich nicht den Flug verpasst habe.

Ist das eigentlich in Ordnung, rechtlich? - Ich verstehe, dass Sie verärgert sind.

Ich mache auch nur meinen Job.

Wann haben Sie Muhittin Akin das letzte Mal gesehen?

Vor ungefähr zwei Wochen. Warum? - Er hat Sie heute angerufen.

Ja. Er wollte sich mit mir treffen, und ich hab Nein gesagt.

Ist das ein Verbrechen?

Wir wissen, dass er Drogengeschäfte mit einem ukrainischen Netzwerk machte.

Und jetzt bräuchten wir Informationen über seine Kontakte.

Ich hab keine Ahnung.

Ich weiß davon nichts und möchte auch gar nichts wissen.

Es interessiert mich nicht, mit wem, wo, warum er Geschäfte macht.

Richten Sie ihm bitte meine Grüße aus, wenn Sie ihn sehen.

Sagen Sie ihm, dass ich ihn nie wieder sehen will. - Das geht leider nicht mehr.

Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass

Herr Akin heute tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde.

Er wurde erschossen.

Wenn es nicht so dringend... (ausgeblendet)

(Leise Klaviertöne)

(Esra:) Für mich war Mo nicht gestorben,

sondern nur aus dem Menschsein aufgewacht.

Er war jetzt in einem anderen Traum.

Auf einer anderen Sonnenumlaufbahn.

Dort berechnete er weiter seine Sekunden.

Aber dieser Gedanke konnte mich auch nicht trösten.

(Mo:) Deshalb bin ich da.

Um dich täglich daran zu erinnern,

dass wir leben müssen. Wirklich.

Als wär's jederzeit vorbei.

Hm?

(Don:) Das ganze Leben

ist an Bedingungen gebunden.

Auch unsere Liebe unterliegt Bedingungen.

Ich liebe dich, wenn du tust, was ich möchte.

Ich liebe dich, wenn du mir erlaubst, dass ich dich kontrolliere.

Die Menschen lieben sich unter Bedingungen.

Aus diesem Grund erschaffen wir all diese Konflikte.

Die Ungerechtigkeit, die Gewalt.

Und auch den Krieg.

Liebe unter Bedingungen ist das vollkommene Gegenteil von Liebe.

Denn wenn wir uns nur unter Bedingungen lieben,

werden wir niemals gut genug für einander sein.

Dann werden wir uns ablehnen.

Immer und immer wieder.

Ich glaube, das sollte für heute genügen.

Und, Sweetheart? Amüsierst du dich? - Ich bin etwas verwirrt.

Ich kann nicht glauben, dass das wirklich stattfindet.

Liebe ist Leben.

Und sie hat so viele verschiedene Gesichter.

In deinen Träumen und auch jetzt gerade.

Esra.

Das ist erst der Anfang.

(Esra:) Der Mann aus den Träumen begleitet mich noch mit seiner Liebe.

In den Jahren mit ihm habe ich gelernt, aufrichtig zu sein,

nichts persönlich zu nehmen,

keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und bei allem mein Bestes zu geben.

Am wichtigsten ist:

Ich habe gelernt, meinen Träumen zu vertrauen.

Jetzt teile ich alles, was ich gelernt habe, mit anderen.

Und wenn es mir gelingt, einem Menschen bewusst zu machen,

dass er sein Schicksal ändern kann,

dann würde das mein Herz zum Lächeln bringen.

Hallo, wie geht's? - Komm rein.

Du hast so viel für mich getan. Ich danke dir dafür.

Kannst du mir vergeben?

Ich habe auch Fehler gemacht.

Du sollst sie nicht vergessen.

Du sollst mir nur vergeben.

(Sanfte Musik)

Babacim?

Soll ich dir was verraten? Gott liebt mich sehr.

Lieber Gott, ich danke dir von ganzem Herzen.

Willkommen, mein Schatz.

Komm.

(Lebhafte Musik mit spanischem Gesang)

(Esra:) Ich habe versucht, Samen der Liebe zu säen.

Einige habe ich vergessen, zu gießen, und sie sind vertrocknet.

Einigen habe ich zu viel gegeben, und sie sind eingegangen.

Aber ich habe nie aufgegeben, und immer wieder neue gesät.

Und am Ende begann es, zu blühen.

Ich habe gemerkt, dass dies nur durch Vergebung möglich war.

Jetzt wünsch ich mir nur noch eine Sache von euch.

Vergebt wenigstens einem Menschen, bevor ihr diesen Raum verlasst.

Aber vergebt vor allem euch selbst.

Denn vergesst nicht: Ihr habt dafür nur acht Sekunden.

Frau Lobatzki?

Oh, hallo. - Wie geht's Ihnen?

Gut geht's mir. - Ich hab was Schönes für Sie.

Premiere. - Wow!

Na, endlich!

Freut mich.

Sie kommen, oder? - Toi, toi.

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.