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DER MENSCHLICHE FAKTOR
172 ging gestern nach Kinshasa,
169 kam etwas verstümmelt zurück.
Unangenehm.
Ich mache Mittag. Davis hält die Stellung.
Genau.
Tut mir leid, bin spät dran. Verkaufen Sie Geheimnisse?
Britische Geheimnisse sind derzeit wenig gefragt. Und Sie?
Ich muss nehmen, was ich kriege. Junggesellen brauchen Geld.
- Wie geht's Sarah? - Gut.
- Und dem kleinen Bastard? - Auch gut.
Mein Gott, da ruft einer an.
Wenn Zaire antwortet, informieren Sie Außen- und Finanzministerium.
Sir, Sie sollen zu Brigadier Tomlinson.
- Brigadier Tomlinson? - Ja, oben. Zimmer A3.
A3. Danke sehr.
Herein.
Castle, kommen Sie rein.
- Das ist Colonel Daintry. - Guten Tag.
- Bitte. - Ihr Cousin war doch in Cambridge.
- Der Colonel ist neuer Sicherheitschef. - Sie sprechen von Roger?
Er ist im Finanzministerium. Er hatte eine Eins in Mathe.
Ich mit meiner Drei minus kam zum Geheimdienst.
Ich sagte gerade, dass nur Ihnen und Davis alle Geheimtelegramme
bezüglich Sektion 6A obliegen.
Watson leitet Sektion 6. Er sieht sie auch.
- Davis hat doch in Reading studiert. - Sie haben mit ihm geredet?
Ja, über Sie. Und jetzt reden wir über ihn.
Es ist eine offene Überprüfung.
Mir scheint, er steht politisch eher links.
- Ja, er ist Mitglied der Labour Party. - Und Sie?
Ich bin unpolitisch.
Das ist nicht persönlich gemeint. Aber so sind eben die Richtlinien.
Ich mache es kurz. Ich muss einen Zug kriegen.
- Zum Jagdwochenende? - Ja, woher wissen Sie das?
Ach ja, richtig erkannt.
Mein lieber Watson.
- Watson leitet die Sektion 6. - Ich meinte...
Das ist reine Routine.
Bei so vielen Regeln wird man manchmal lax. Das ist ganz menschlich.
Laut Vorschrift darf man nichts aus dem Büro mitnehmen.
Aktenkoffer.
Sie leben auf dem Land. Ist das nicht etwas umständlich?
Es ist nah. Wir haben ein Kind und einen Hund.
- "Huckleberry Finn". Ist es gut? - Ja, besser als "Tom Sawyer".
- Sie kaufen Ihren Käse bei Paxton's. - Ja.
- Ist er da besser als bei Fortnum's? - Nein.
Aber dieser Käseladen ist irgendwie besonders und so englisch.
- Was sind denn Malteser? - Das ist Schokolade.
Gut?
Für meinen Sohn. Ich war heute Morgen zu streng.
Nichts für ungut. Davis habe ich auch darum gebeten.
- Davis hatte keine Tasche bei sich. - Das stimmt.
Aber ich dachte eher daran, was er in den Manteltaschen hatte.
Nimmt er häufig Berichte mittags zum Lesen aus dem Büro?
- Nicht, dass ich wüsste. - Wirklich peinlich.
Ich muss erwachsene Männer bitten, die Manteltaschen zu leeren wie Kinder.
Nicht, dass wir Ihnen beiden nicht vertrauen würden.
Danke.
Wären diese Schoko-Dinger etwas für meine Gastgeberin?
Ich würde ihr gern etwas Besonderes mitbringen.
Ein passendes Gastgeschenk.
- Gibt es welche bei Fortnum's? - Ich weiß nicht. Sie sind billig.
- Würde ich knickrig wirken? - Die Menge macht's.
Fünf Tüten? Oder eher zehn?
- Schön verpackt, wäre das was? - Ganz sicher.
Gut, das wäre dann alles.
Danke.
Sarah.
Entschuldige, ich habe mit Dr. Barker geredet.
- Was ist los? - Sam hat die Masern.
Halb so wild. Er braucht Ruhe.
- Wollen Sie einen Whisky? - Danke, ich muss los.
Es gibt so viele Hypochonder. Und echte Masern-Kranke natürlich.
- Halten Sie Sams Vorhänge geschlossen. - Danke fürs Vorbeikommen.
- Wiedersehen. - Wiedersehen.
- Was ist denn? - Ich war beunruhigt.
Es war alles so anders. Frau, Kind, Hund, keiner war da.
- Der Hund frisst draußen Gras. - Es steht kein Whisky da.
- Du bist ein Gewohnheitstier. - Ich weiß.
Ich mag keine Abweichungen,
weder Whisky im Garten noch Hund auf der Anrichte.
Alles ist wie immer. Außer dass Sam Fieber hat.
- Kann ich zu ihm? - Er war am Einschlafen. Lieber nicht.
Hallo, Buller.
- Wieso bellst du nicht, du Versager? - Er ist kein völliger Versager.
Er hat dem Elektriker Angst gemacht. Dabei wollte er nur spielen.
Ich fühle mich sicherer, seit er da ist. Und Sam liebt ihn.
- Schon fertig? - Ich will was anderes lesen.
Vielleicht "Krieg und Frieden", ehe es zu spät ist.
- Das haben wir nicht. - Ich kaufe es am Montag.
Der Käse. Und die Malteser für Sam.
Warum hatte der Elektriker Angst? Er kennt Buller.
Es war ein neuer.
Er sieht so heiß und ausgetrocknet aus.
Es würde dir genauso gehen, wenn du 39,4 °C Fieber hättest.
Bedauerst du, dass wir kein Kind zusammen haben?
- Der Schulanfang macht mir Sorgen. - Er ist ein guter Läufer.
In England wird man akzeptiert, wenn man gut in Sport ist.
Er soll kein Weißer ehrenhalber sein.
Nein, das soll er nicht.
- Du hast ihn lieb, oder? - Sicher.
- Seltsam, ein kleiner Bastard. - So nennt ihn Davis immer.
- Davis weiß doch nicht... - Nein, so nennt er alle Kinder.
Ich habe was vergessen.
Beunruhigt dich etwas?
Nein, im Grunde nicht.
Ein kleiner Vorfall im Büro.
Ein neuer Sicherheitschef hat sich wichtiggemacht.
- Das hat mich geärgert. - So ist das eben in deinem Beruf.
Ja. Aber ich bin seit 15 Jahren in der Firma.
Sie sollten mir vertrauen.
Ich liebe die Firma. Sie hat dich zu mir geführt.
Ich werde sie lieben, bis sie dich mir wegnimmt.
Wie der allmächtige Herr.
Sie gehören Ihnen, Daintry.
Ist dieser Daintry etwas wunderlich?
Nein. Erstklassiger Schütze. Warum?
Er hat mir ein riesiges Paket überreicht.
Und aus dem sind etwa 200 Tüten mit Schokokugeln herausgeplumpst.
Was zum Teufel soll ich damit?
- Nachladen! - Hunde bei Fuß!
Komm her. Komm her. Jetzt such!
Komm her.
Los, such.
Komm her. Komm her. Bei Fuß.
Mein Lieber.
Ich gehe nach oben. Hier gibt es etwas zu trinken.
Erfolgreiche Jagd?
Ja, Vögel gab es reichlich.
Ich angle lieber.
Mr Daintry? Ich habe mal Ihren Blutdruck gemessen.
Ach ja, Dr. Percival.
Lassen Sie uns in Ruhe reden, im Arbeitszimmer.
Mein Gott, da sind ja Malteser.
- Die habe ich früher im Kino gekauft. - Sie sind von Colonel Daintry.
Habe ich ewig nicht mehr gegessen. Ich gehe nicht mehr ins Kino.
Es gibt eine undichte Stelle in Sektion 6.
- Im Haus oder außerhalb? - Ich fürchte, hier.
- In einer Afrika-Sektion, 6A. - Ich bin die Sektion 6 durchgegangen.
- Routineprüfung. - Und?
Die Sicherheit hat nachgelassen. Aber das ist in allen Sektionen so.
Man nimmt den Aktenkoffer mit zum Mittagessen.
Vielleicht haben die Russen die Hinweise gestreut,
um einen Skandal zu schüren.
Um unsere Moral zu schwächen. Wäre schlimmer als der Maulwurf selbst.
- Es ist keine große undichte Stelle? - Nein. Es geht um Wirtschaftliches.
Was meinen Sie, Daintry?
Der Leiter von Sektion 6, Watson, wurde genau überprüft.
Dann ist da noch Castle.
Früher hat man weniger genau überprüft. Aber ich denke, er ist sauber.
Zum zweiten Mal verheiratet, Witwer, ein Kind.
Haus auf dem Land, Lebensversicherung. Sehr solide.
- Ein Landsitz? - Nein, ein Häuschen in Berkhamsted.
Schuldenfrei. Lebt bescheiden. Kein Auto.
Unscheinbar. Wurde vor sieben Jahren aus Pretoria zurückgeholt.
- Gab es dort Probleme? - Privater Art.
- Wegen seiner Verlobten dort. - Eine Schwarze, nicht wahr?
- Ist das von Bedeutung? - Habe ich das gesagt?
- Was ist mit Davis? - Da habe ich kein gutes Gefühl.
Mehr der Angeber-Typ.
Junggeselle, lebt allein, gibt viel Geld aus.
- Fährt ein teures Auto. - Ich auch.
- Wettet gern, mag alten Portwein. - Mag ich auch.
Studierte in Reading Mathematik und Physik. Labour-Party-Mitglied.
- Wie halb England. Die Sekretärinnen? - Sie werden am strengsten überprüft.
In 6A arbeitet General Chamberlains Tochter.
- Von wem kam denn der Tipp? - Aus Moskau.
Sowjetischer Überläufer. Er bleibt vor Ort.
Was mich beunruhigt, ist,
dass Davis einen Bericht aus dem Büro mitgenommen hat.
- Wir können ihn durchgängig überwachen. - Und dann?
Wenn er es ist, was dann?
- Er kommt vor Gericht. - Dann haben sie ihr Ziel erreicht.
- Ihr Ziel? - Noch ein Prozess. Die Schlagzeilen.
Es wird heißen, unser Geheimdienst wurde wieder unterwandert.
Und der Informant darf nicht auffliegen, solange er nützlich ist.
Vielleicht sollten wir die Sache ignorieren,
den Verräter aufs Abstellgleis schieben und ihn vergessen.
- Ein Verbrechen decken? - Die Russen machen das auch so.
Wenn wir sie mit ihren eigenen Waffen schlagen wollen,
müssen wir eben diese einsetzen.
Logisch?
- Keine Ahnung, wovon Sie reden. - Noch ein Whisky? Oder war's das?
Ich hätte gern noch einen.
Ich hätte gern etwas mehr Klarheit.
Es ist ganz einfach.
Davis zum Beispiel: Sie lassen ihn durchgängig überwachen,
Sie spielen ihm eine gezinkte Karte zu und sehen, ob sie in Moskau auftaucht.
Ich könnte Davis
einen leckeren Köder von den Bakteriologen in Porton zukommen lassen.
Wenn der dann zurückkommt, ist die Sache klar.
Und falls er unser Mann ist,
müssen wir ihn eliminieren.
Eliminieren?
Wir können keine Pressekonferenz in Moskau riskieren.
- Soll ich jemanden vor den Zug stoßen? - Bloß keine polizeiliche Ermittlung!
Er soll friedlich und möglichst schmerzlos sterben.
- Wer denn? - Wenn es Davis ist... Er ist Anfang 40.
Nicht einfach zu sterben, mit all den Antibiotika.
- Ein Herzinfarkt? - Oder die Leber, wenn er viel trinkt.
Sie sprachen von Portwein.
- Ich habe nie gesagt, er sei schuldig. - Davis ist ja jetzt nur ein Beispiel.
Wir brauchen vielleicht unsere Forscher. Und eine ärztliche Bestätigung.
Deshalb sollten Sie Percival hier treffen.
Ich störe hoffentlich nicht.
- Kann ich Ihnen helfen? - Was ist das?
Empfehlung vom Zahnarzt. Für die Zahnzwischenräume.
Sie essen viel Schokolade, nicht wahr?
Hier, eine Empfehlung von Cartier.
Percival, es ist nach Mitternacht.
Ich möchte, dass Sie ruhig schlafen.
- Hargreaves Haltung hat Sie schockiert. - Ja, vielleicht.
Hargreaves schockiert gern. Das ist frech von ihm.
Ach ja?
- Rasieren Sie sich auch abends? - Ja, für gewöhnlich.
- Hat das mit Ihrer Frau zu tun? - Wir haben uns getrennt.
Ich wollte nie heiraten.
Die Angelsaison für Forellen ist ohnehin viel zu kurz.
Noch etwas. Sie sind erst seit Kurzem bei uns. Sonst wüssten Sie's.
Wir leben alle in Kästen.
- Kennen Sie Mondrian? - Jemand aus der Firma?
Nicht, dass ich wüsste. Er war ein Maler, mein Freund.
Kästen.
Gehören alle zum selben Bild.
Jeder eine Einheit, zusammen in perfektem Gleichgewicht.
Jeder ist in seinem Kasten, Sie in Ihrem, ich in meinem.
Jeder ist nur für seinen Kasten verantwortlich. Das ist sinnvoll.
Finden Sie den Maulwurf und geben Sie ihn weiter zum nächsten Kasten.
- So können Sie ruhig schlafen. - Deutet der Maler das Bild auch so?
Er ist tot.
- Morgen. - Morgen.
- Alles in Ordnung im Ministerium? - Das ist relativ.
1897 war unser bestes Jahr.
Haben Sie "Krieg und Frieden" in der Übersetzung von Aylmer Maude?
- Was ist mit "Huckleberry Finn"? - Weggelegt.
Ich habe die Aylmer-Maude-Übersetzung. Die ist unschlagbar.
- Zweimal, wie immer. - Und die Familie?
Sam hat die Masern, aber nicht schlimm.
- Wie geht's Ihrem Sohn? - Sein Geschäft läuft gut, fürchte ich.
- Vielleicht sehe ich ihn ja mal. - Er fragt immer, was Sie kaufen.
GEHEN WIR ZU MITTAG ESSEN?
Herein.
Hier, ein Brief für Mr Davis und ein Telegramm.
- Mosambik, vermute ich. - Wieso?
Hier gibt's keine Geheimnisse. Er muss unterschreiben.
Kleinen Moment.
Ein Brief für Sie. Bitte unterschreiben.
- Und meine Nachricht? - Ich habe zu tun.
Ein Telegramm aus Lourenço Marques. Ich entschlüssle es.
Würden Sie mit mir nach Lourenço Marques gehen?
Ich träume davon, dorthin zu gehen. Sie sind dort gewesen, nicht wahr?
Ja. Ich war mit Sarah ein paar Tage im Polana Hotel.
- Vor acht Jahren. - Wovon träumen Sie?
Sicherheit. Aber nicht Daintrys Vorstellung davon.
Ich bin ein Romantiker. Ich dachte, hier gibt's Atomgeheimnisse und Pistolen.
Atomgeheimnisse gibt es in Sektion 8.
Was soll das? Haben Sie das auch bekommen?
In Ordnung.
- Ich muss zu Hargreaves. - Ich soll zum Arzt.
Vielleicht wegen der Versicherung. Vor meinem Auslandseinsatz war das so.
- Schicken die mich ins Ausland? - Ich könnte Sie vorschlagen.
Castle, ich meine es ernst. Ich habe es satt hier.
Bitte sehr.
- Guten Morgen, Sir. - Setzen Sie sich.
- Erinnern Sie sich an Cornelius Muller? - Ja, sehr gut.
Er kommt aus Afrika her. Er darf Ihr Material einsehen.
- Er kennt Zaire besser als wir. - Es geht um Mosambik.
Damit ist Davis befasst.
Übrigens, in meiner Akte steht, dass meine Begegnung mit Muller ungut war.
Ich kenne Ihre Akte. Wie geht's Ihrer Frau?
Gut, danke. Ich denke, Davis sollte Muller übernehmen.
Ihm fehlt die Erfahrung mit BOSS.
Meine Erfahrung mit BOSS war persönlicher Art.
Sie als Davis' Vorgesetzter sind der Ansprechpartner.
Ich weiß, das wird heikel, die Messer sind gewetzt.
- Sind Sie und Ihre Frau Vegetarier? - Nein.
Gut. Nehmen Sie.
Die Vögel waren für meine Sekretärin. Aber sie isst nicht mal Eier.
- Sehr freundlich. - Kommen Sie mal mit.
Ich habe noch nie auf etwas geschossen.
- Warum bekommt Muller Informationen? - Ich bin selbst kein Fan der Buren.
Das ist nicht mein Afrika. Aber wäre ein russisches Afrika besser?
Nein.
Es gibt eine gemeinsame Operation namens Onkel Remus.
Muller könnte es erwähnen.
- Ich verstehe. - Laden Sie ihn zu sich ein.
So halte ich die Leute auf Abstand.
Sie aber fühlen sich einem dann verbunden.
- Vielleicht ist meine Frau dagegen. - Sie soll entscheiden.
Vergessen Sie Ihren Vogel nicht. Nehmen Sie beide.
Einen bekommt Davis.
- Können wir kurz über ihn reden? - Sicher.
Sie sollten ihn nach Lourenço Marques schicken.
- Unser Mann dort wäre froh. - War das Davis' Idee?
Nicht direkt. Aber er würde gern weggehen.
- Er ist ziemlich nervös. - Warum?
- Herzschmerz und Büromüdigkeit. - Ich behalte es im Hinterkopf.
Übrigens, Mullers Besuch ist streng geheim.
Nicht mal Watson weiß davon. Kein Wort zu Davis.
Genau diese Farbe hat der 47er Château d'Yquem,
den es neulich in Frankreichs Botschaft gab.
Zum Glück die einzige Ähnlichkeit.
Gibt es Probleme? Mir geht's gut.
Achten Sie auf Ihre Leber. Jetzt wiegen.
Was ist mit meiner Leber?
Da muss man aufpassen, gerade wir Junggesellen.
Das gesellige Leben.
- Jetzt messe ich den Blutdruck. - So toll treibe ich es nicht.
Ich mag gern Portwein, gehe manchmal in Pubs
und nehme noch ein, zwei Drinks im Club.
Ich sehe den Männern an, in welchem Club sie sind.
- Der "Garrick"? - Die "Playgirl"-Revuebar.
Ich gehöre dem "Wig and Pen" an.
Wenn Sie mich mal mitnehmen, nehme ich Sie auch mit.
- Hätten Sie Lust dazu? - Warum nicht?
Ich war noch nie in einer Revuebar.
All die wohlgeformten Brüste und so.
Schlecht für Ihren Blutdruck.
- Wissen Sie, was das hier soll? - Leider nicht.
Ich stecke in meinem eigenen kleinen Kasten, so wie Sie in Ihrem.
- Sie können sich ankleiden. - Aber Sie gehören zur Firma.
- Ich bin die Verbindung zu Porton. - Ich denke ungern an Porton.
Vor lauter Atomwaffen vergisst man die bakteriologische Kriegsführung.
Sagen Sie nichts gegen Porton. Da sind wir den Amerikanern voraus.
- Nützliche Sache. - Wieso?
Ich weiß nicht. Doch, ich gebe Ihnen ein Beispiel.
Wenn die Amerikaner uns fragen, ob wir ein Tierchen für sie haben,
das jedes Insektizid überlebt,
das die Kubaner in ihren Plantagen versprühen können,
sagen wir: "Na klar. Wenn ihr uns auch einen Gefallen tut."
Verstehen Sie?
- Kommen Sie noch mal zum Bluttest. - Wozu die ganzen Tests?
Wir Ärzte lieben Tests. Eine Art Jagdfieber.
Wir jagen die Krankheiten in scheinbar gesunden Menschen.
Ich gehe mit einem der Oberen essen und übernachte bei Davis.
- Wird es so spät? - Macht es dir was aus?
Ach nein. Davis wird gut auf dich achtgeben.
- Hier ist der Schal, Madam. - Danke.
Muller kommt her.
- Cornelius Muller? - Ja. Ich muss freundlich zu ihm sein.
Keine Sorge. Er kann uns nichts mehr tun.
- Wie sehe ich aus? - Du siehst großartig aus.
- Das macht 35 Pfund, Sir. - In Ordnung.
- Das ist wie in alten Zeiten, was? - Wieso?
Afrika.
- Denken Sie an Ihren Blutdruck. - Sie machen mir keine Angst.
- Noch eine Runde. - Für mich nicht.
Meine Herren, hier hause ich. Also gute Nacht.
- Dumm, dass er mit war. - Sie mögen ihn doch.
Vorher, ja. Heute hat er mich genervt.
Dieses Gerede über meinen Blutdruck.
Was geht ihn das an?
- Ist er wirklich Arzt? - Er hat was mit Porton zu tun.
- Ja, das hat er mir gesagt. - Ach ja?
- Ja, er ist ganz stolz auf Porton. - Warum das?
Sie sind den Amerikanern voraus.
Die Amerikaner müssen sie demütig
um ein Insekt bitten, das auf Kuba das Zuckerrohr auffrisst,
sagt er.
Machen Sie es sich bequem.
Ich hole uns einen Schlummertrunk.
Wollen Sie Musik hören?
Räumt hier nie jemand auf?
Montags kommt eine Frau. Der überlasse ich das.
- Ein Gläschen Portwein? - Haben Sie Scotch?
Und das nennen wir jetzt "Black & White Walker".
Schmeckt nicht übel.
Dafür werben wir mit einem Riesenpanda mit Zylinder.
Wer zum Henker ist das?
- Hallo? - Hier ist Sarah. Störe ich?
Nein, gar nicht. Es ist Sarah.
- Habt ihr geschlafen? - Ist was mit Sam?
Sam geht's gut.
Aber ich habe Angst. Jemand hat seit Mitternacht zweimal angerufen.
Der hat sich verwählt, keine Angst.
Jemand weiß, dass du weg bist.
- Ich würde ja heimkommen, aber... - Nein. Mir geht's jetzt schon besser.
Ich bin dumm. Ich liebe dich, Schatz.
- Ich dich auch, Liebling. - Sag Davis, es tut mir leid.
- Gute Nacht, Liebling. - Gute Nacht, Maurice.
Stimmt was nicht?
Ich glaube, Ihr Telefon wird abgehört.
- Woher wissen Sie das? - Etwas hat mich irritiert.
Wie eine offene Tür, die sonst immer zu ist.
Moderne Wanzen bemerkt man nicht.
- Es sei denn, man soll es merken. - Wieso das?
- Um Ihnen Angst zu machen. - Warum mir?
Was Percival gesagt hat, beunruhigt mich. Sie vermuten eine undichte Stelle.
- Und sie verdächtigen uns? - Einen von uns. Oder uns beide.
Da wir es nicht sind, wen kümmert's?
Wen zum Teufel kümmert das?
Mir reicht's.
Montag mache ich blau, in Ordnung?
Ich habe Cynthia eingeladen, in den Zoo und zum Hummersalat.
- Hat sie zugesagt? - Nein, aber auch nicht abgelehnt.
- Vielleicht erbarmt sie sich meiner. - Sie sind richtig verliebt, was?
Wenn jemand fragt, ich bin beim Zahnarzt.
- Ich bin um eins zurück. - Und Ihre Berichterstattung bei Watson?
Danach. Ich nehme die Akte mit.
Das ist aber riskant.
Ich sehe mir mit Cynthia an, wie die Affen sich lieben.
- Ich bin zu spät. - Hallo, Vater. Ich trinke Sherry.
Für mich das Gleiche.
- Wie geht's deiner Mutter? - Ich habe Neuigkeiten.
Nur Mutter weiß davon.
Bist du gar nicht neugierig darauf?
Worauf?
Oh, entschuldige, mein Schatz.
Da ist ein Bekannter.
Ich...
werde heiraten.
- Heiraten? Weiß deine Mutter davon? - Das habe ich doch gerade gesagt.
Er macht in einer Werbeagentur die "Jameson's Babypuder"-Kampagne.
Schön.
Sie geben Unsummen aus, um "Johnson's Babypuder" zu überholen.
Der Slogan ist von Colin: "Jameson's pudert Ihr Baby sanft.
Darauf können Sie seinen Po verwetten."
- Colin ist sehr kreativ. - Tatsächlich?
Liebes,
bist du dir deiner Sache sicher?
Wir sind uns beide ganz sicher, Vater.
Wir leben schließlich schon seit einem Jahr zusammen.
Tut mir leid, das wusste ich nicht.
Wo wir gerade dabei sind, ich gebe dir unsere Telefonnummer.
Ganz offiziell
ab dem 21.
Wir heiraten nur standesamtlich, ohne Gäste.
Das heißt, ohne Familie. Nur Mama kommt.
Du bist uns auch willkommen, wenn du keine Angst hast, Mama zu sehen.
Ich weiß nicht, ob ich es schaffe.
Was soll ich euch schenken?
Ein Scheck wäre das Beste. Und auch einfacher für dich.
- Du solltest kommen. - Ich werde es versuchen.
- Du kannst einen Freund mitbringen. - Einen Freund?
Du hast doch Freunde, oder?
Oh ja.
Ja, natürlich.
- Ich weiß, wo Davis Montagmorgen war. - So?
Im Zoo.
Und?
Er hat zu Castle gesagt, er gehe zum Zahnarzt.
Hat er sich mit jemandem getroffen?
Nein, aber er hat auf jemanden gewartet. Er hatte eine Akte dabei.
- Das sind alles nur Indizien. - Er ist unser Mann.
Und Watson? Er ist noch nicht lange dabei.
Er wurde genau überprüft. Keinerlei Kontakt zu Kommunisten.
Bei Castle ist es noch unwahrscheinlicher.
Der Vater war ein altmodischer Hausarzt, die Mutter Luftschutzwart im Krieg.
Sie besucht Versammlungen der Konservativen.
Das spricht für sie.
Er ist ein guter Sohn, besucht sie jeden Monat.
Ein Familienvater, der mit Geld und Alkohol sparsam umgeht.
Hat zu wenig Fantasie für einen Doppelagenten.
Wenn wir uns sicher sind, was machen wir dann?
Wir tüfteln gerade einen Plan aus.
Erdnüsse.
Erdnüsse?
Sie wissen doch, was Erdnüsse sind.
Ja, sicher. Ich war sechs Jahre Kommissar in Nigeria.
Wenn sie verderben, schimmeln sie.
Und der Schimmel erzeugt die Substanz Aflatoxin.
Herr Ober.
Bitte, Mr Davis, bitte.
Na gut. Ich verstecke mich zuerst.
Eins, zwei,
drei, vier,
fünf, sechs,
sieben, acht,
neun, zehn!
- Verdammt kalt, was? - Es war Ihr Vorschlag.
Sam, der kleine Bastard, liebt Verstecken.
- Ich rufe ihn. - Nein, warten Sie.
Ich möchte mit Ihnen reden.
Ich werde beschattet.
Ich bin mit Cynthia zu Scott's gegangen. Da stand ein Mann vor ihrem Haus.
Später hat er bei Scott's einen Whisky getrunken.
Als ich heute das Haus verlassen habe, stand ein Mini am Straßenrand.
Ich dachte, ich kenne den Fahrer.
Dem war nicht so. Er ist mir gefolgt, als ich aus London herausgefahren bin.
- Ist er Ihnen hierher gefolgt? - Nein.
- Wie gesagt, Ihr Telefon wird abgehört. - Was soll denn das alles?
Sie suchen demonstrativ einen Maulwurf. Damit Sie die Nerven verlieren.
- Für den Fall, dass Sie es sind. - Glauben Sie das?
Aber nein. Lassen Sie sie suchen und dann ist gut.
Mir gefällt das nicht.
Ich komme mit "Krieg und Frieden" nicht weiter.
Es ist ein wunderbares Buch.
Sie brauchen nur Geduld. Sind Sie bis zum Rückzug aus Moskau gekommen?
Nein, und mein Freund hat es noch vor mir weggelegt.
Mal sehen, was wir noch für Sie haben.
Vielleicht ein viktorianischer Autor? Trollope.
Mein Sohn soll einen Vorschlag machen. Er verehrt Trollope.
- Komisch. - Ein ungewöhnlicher Junge.
- Aber das Geld lockt. - Er verdient sicher gut.
Das muss er auch, für die "Polizei-Reinkommenssteuer".
So nennt er sie. Die Polizei kommt rein und dann muss man zahlen.
Zwei Exemplare wie immer?
Sie können reingehen.
Treten Sie näher.
Sie beide kennen sich ja.
Schön, dass Sie es einrichten konnten. Nehmen Sie Platz.
Es kommt mir ungelegen, aber hier bin ich.
Um einen Skandal zu verhindern, wurde Ihr Botschafter nicht informiert.
Sie waren leichtsinnig.
Captain Van Donck, Sicherheitspolizei. Er hat uns darauf hingewiesen.
Er meint, der Diplomatenstatus wird oft ausgenutzt
von den jüngeren Botschaftsmitarbeitern.
Er sagt, Sie haben gegen das Gesetz verstoßen.
- Gegen welches? - Wenn Sie Schwarze vögeln wollen,
gehen Sie in ein Bordell in Lesotho oder Swasiland.
- Die gehören zu Ihrem Commonwealth. - Man hat Sie beobachtet.
Ohne Ihre diplomatische Immunität wären Sie jetzt im Gefängnis.
- Wo ist sie? - Schon gut. Ich übernehme jetzt.
Danke für Ihre Hilfe.
Keine Sorge, ich finde sie.
Er wird nicht sehr nett zu ihr sein.
Ich könnte sie natürlich schützen.
Manchmal muss man entscheiden, wo man seine Freunde hat.
Weiß Sir John, dass ich Sie mal anwerben wollte?
Anwerben? Das ist wohl das falsche Wort dafür.
Aber nun arbeiten wir zusammen.
Hätte ich gewusst, was Ihr wahrer Job ist,
hätte ich Ihnen nie wegen der Bantu-Frau gedroht.
Mir war nicht klar, dass sie nur Ihre Agentin war.
Ich hielt Sie für einen idealistischen, sentimentalen Apartheid-Gegner.
- Tragen Sie es mir nach? - Wir sind doch beide Profis.
- Wie haben Sie die Agentin rausgeholt? - Agentin?
Die Bantu-Frau. Vermutlich über Swasiland?
Ja.
Ich dachte, die Grenze sei komplett dicht.
- Erinnern Sie sich an Van Donck? - Ja, lebhaft.
Er wurde degradiert, weil ihm die Kleine entkommen ist.
Wie hieß sie noch? Mankosi?
Sarah Mankosi, ja.
Ich war überzeugt, es sei eine Liebesgeschichte.
Nehmen Sie es mir nicht übel.
Ich dachte, wenn wir sie einsperren, würden Sie für uns arbeiten.
Wissen Sie,
ich hatte selbst mal einen schwarzen Hintern am Wickel.
Natürlich nicht in der Republik.
In Lesotho, bei meinen schwarzen Brüdern im Holiday Inn Casino.
Dort war das plötzlich etwas ganz anderes.
Legal war's natürlich auch.
Also um halb elf?
Nun denn, das betrifft natürlich Onkel Remus
und die Probleme, die uns erwarten.
Ihr Land, mein Land und natürlich die USA.
- Da ist sie. Hallo, Schatz. - Hallo.
Das ist Mr Muller. Meine Frau Sarah.
Sehr erfreut, Mrs Castle.
Vor sieben Jahren hätten wir uns fast getroffen.
Sieben vergeudete Jahre.
- Ihre Frau ist schön, Castle. - Danke.
Unser Sohn Sam.
- Hallo. - Hallo.
- Wie alt bist du? - Sieben. Und Sie?
Gefällt Ihnen das Klima hier,
im Vergleich zu Südafrika?
Es ist nicht so extrem. Sie meinen doch das Wetter?
Ja,
das Wetter.
Es ist nicht so extrem.
Worauf trinken wir? Auf Onkel Remus?
- Den lassen wir im Büro. - Wie Sie wollen.
Trinken wir auf Sie und Ihre Frau.
- Hat sie sich wegen uns zurückgezogen? - Nein, nein.
Auf Sie beide.
Wir hatten früher Portwein aus Lourenço Marques,
als es noch portugiesisch war.
Die Stadt hat sich verändert.
Armer Davis.
Wer?
Ach nichts. Ein junger Kollege.
- Ihrer Frau fehlt Afrika bestimmt. - Sie hat andere Erinnerungen als Sie.
Ich bitte Sie. Wir sind beide Afrikaner.
Meine Familie war vor den Bantu da.
Nur Späteinwanderer setzen Afrika mit schwarzer Hautfarbe gleich.
Insbesondere die Kommunisten.
Wie der arme Connolly.
- Wieso arm? - Er ist zu weit gegangen.
Er hatte Kontakt zu den Guerillas.
Ein guter Anwalt. Hat es früher der Sicherheitspolizei schwergemacht.
Jetzt nicht mehr?
Nein.
Er ist im Gefängnis gestorben, vor einem Jahr.
Lungenentzündung.
Das hat ihm ein langes Verfahren erspart.
- Morgen. - Gut.
- Castle mein Name. - Gut.
Morgen. Schön, dass Sie kommen konnten.
Das ist Mr Castle von der britischen Botschaft.
Ich komme nicht als Diplomat, sondern als Schriftsteller.
Er nimmt an unserer Diskussion teil und beantwortet Fragen.
- Darf ich auch Fragen stellen? - Im Gegenzug.
Einverstanden. Wer fängt an?
Ich habe eine Frage. Was in aller Welt wollen Sie hier?
- Das ist eine rhetorische Frage. - So?
Wir sprechen nicht dieselbe Sprache und ich werde Ihre Bücher nie lesen.
Ich möchte...
Wir haben schon genug liberale Weiße.
- Lass ihn reden. - Was kann er uns schon sagen?
Wissen Sie, was die Liberalen hier tun müssen?
- Sagen Sie's mir. - Den Kopf einziehen.
- War wohl eine dumme Idee. - Es ist lehrreich.
- Was macht Ihr Buch? - Ich bekomme nur schwer Kontakt.
- Sie brauchen einen Mittler. - Das wäre gut.
Ich sehe, was ich tun kann.
Das ist Sarah Mankosi.
- Können Sie sie mitnehmen? - Natürlich.
Sie wollen ja nicht auffallen.
- Auf Wiedersehen. - Wiedersehen. Danke.
Ich bin etwas unbedarft, was Südafrika betrifft.
Mit Dienstmädchenkleidung könnte ich vorn sitzen.
Sie würden einfach Ihr Dienstmädchen heimfahren.
Connolly sagt, Sie brauchen Hilfe.
Gut. Für London verschlüsseln.
OKAY, MORGEN, CARLTON HOTEL, ZIMMER 299
- Sarah. Alles in Ordnung? - Der Flug hatte Verspätung.
Aber Ihr Gesprächspartner war gar nicht im Flieger.
- Ich dachte, Ihnen sei was zugestoßen. - Mir nicht. Ihm vielleicht.
Sie müssen ohne ihn auskommen, aber es gibt andere.
- Sind Sie hier sicher? - Einigermaßen.
Das ist ein teures Hotel, eins der besten.
Würden wir uns in Mamelodi oder Soweto treffen,
dann käme gleich die Sicherheitspolizei.
- Geld verändert die Regeln. - Etwas zu trinken?
- Whisky? - Einen kleinen. Danke.
Mit Wasser bitte.
Viel Glück.
Heute ist es schiefgelaufen. Nächstes Mal klappt es.
- Sie sollten jetzt aussteigen. - Warum?
- Ich habe Angst um Sie. - Aber es würde mir fehlen.
Warum hat Connolly Sie ausgewählt?
Es ging mir nicht gut. Matthew meinte, ich brauche eine Aufgabe.
- Was war passiert? - Ein Freund von mir wurde getötet.
- Er wurde überfahren. - Ein guter Freund?
Ja.
Können wir nicht woanders unauffällig etwas trinken?
Pretoria ist konservativer als Johannesburg.
- Dann treffen wir uns in Johannesburg. - Ja, gut.
- Sind Sie wirklich Diplomat, Maurice? - Ja, sicher. Warum?
- Sie verhalten sich nicht diplomatisch. - Das finde ich schon.
Gute Kontakte zur Bevölkerung.
- Haben Sie ein Zimmer gebucht? - Nein. Warum?
- Haben Sie Angst, es zu wagen? - Und Sie?
Nein.
Schon gut.
- Es war ja meine Idee. - Das habe ich nicht gemeint.
Du bereust es doch nicht?
Was sollte ich denn bereuen?
Ich kann nicht hier schlafen.
- Ich fahre dich zurück. - Nein, du musst bleiben.
Das würde sonst auffallen. Ich habe hier Freunde.
- Morgen fahre ich heim. - Wann sehen wir uns wieder?
Wenn du mich brauchst, gib Connolly Bescheid.
Ich werde dich mit Sicherheit brauchen. Ich will dich treffen ohne diese Angst.
Ich komme zur Botschaft.
Britisches Hoheitsgebiet. Ganz legal, in deinem Büro.
- Scherz nicht darüber. - Sehe ich ordentlich aus?
Bitte gib auf dich acht.
HALTET EURE STADT SAUBER
Kannst du nicht zu mir kommen? Dann bleibst du die ganze Nacht.
Hier kommt keiner her.
- Nimmst du etwas, um... - Um was?
Um nicht schwanger zu werden.
- Dafür ist es zu spät. - Wieso?
Keine Sorge. Ich war schon schwanger, ehe wir uns kennengelernt haben.
- Was sagst du da? - Zehnte Woche.
- Und du sagst mir nichts? - Es betrifft dich nicht.
- Der Vater ist tot. - Du hast seinen Bastard nie erwähnt.
- Hätte eine Weiße das getan? - Du hast mich genarrt.
Du Heuchler! Tu nicht so, als käme ich aus deinem Tennisclub.
Du wolltest wissen, wie's mit einer Schwarzen ist, was?
- Rede nicht wie eine Hure. - Ich rede so, wie ich mich fühle.
Und jetzt bring mich zurück.
Wolltest du warten, bis ich's merke?
- Halt an. - Warum?
Halt an!
- Der Häftling sagt, Sie traten ihn. - Nein.
- Als er am Boden lag. - Da hat er nie gelegen.
- Woher dann der Milzriss? - Ich habe ihn abgewehrt.
- Als er auf mich zugerannt ist. - Machen Sie es vor.
Kommen Sie bitte zu mir.
Der Häftling bitte auch.
Können Sie es uns mal zeigen?
Ist der Häftling auf Stelzen auf Sie zugerannt?
Das Gericht vertagt sich auf zwei Uhr.
- Was sagt sie? - Ja.
- Sie kommt? - Ja.
- Wohin? - Zu Ihnen.
Hallo, Sarah.
Danke. Ich wusste nicht, wie ich dich sonst treffen kann.
- Es tut mir leid. - Du musst dich nicht entschuldigen.
Ich wollte dich wiedersehen.
Du hast mir gefehlt.
Du hast mir auch gefehlt.
Es war furchtbar.
Ja.
Ich habe mich in dich verliebt.
Das ist, weil Dinge ungesagt geblieben sind.
- Bald bist du drüber hinweg. - Nein.
- Ich liebe dich. - Du bringst dich in die Bredouille.
Uns.
Ja, uns.
Ich liebe dich.
Sarahs Schlüssel.
- Keine Sorge, sie ist in guten Händen. - Gott sei Dank.
- Wissen Ihre Leute davon? - Ja, ich soll ausreisen.
Gut. Sie fliegen sofort nach Lourenço Marques.
Warten Sie im Polana Hotel. Ich schaffe Sarah dorthin.
- Ich bin Ihnen sehr dankbar, Connolly. - Es dient der Sache.
Ich wünschte, ich würde dazugehören. Aber das tue ich nicht.
Ihr Kommunismus ist kein echter Kommunismus.
Doch, das ist er.
Sarah kommt in ein, zwei Wochen nach.
- Auf Wiedersehen. - Wiedersehen.
- Schön, dich zu sehen. - Ich dachte, ich sehe dich nie wieder.
Man hat mich wieder hierhergeschickt nach deinem Bericht über Muller.
- Was machst du hier? - Sprachunterricht.
- Du unterrichtest Russisch? - Englisch. Mein Schüler ist Pole.
- Wusstest du, dass Connolly tot ist? - Erst seit einigen Wochen.
Ich habe das nur für Connolly getan.
Ich habe nie seine Ansichten vertreten. Nun ist er tot.
Du hast gesagt, die Liebe hat dich zu einem Schwarzen gemacht.
- Ja. - Du tust es für Sarahs und dein Volk.
- Wir brauchen dich. - Meine Meldungen sind belanglos.
Wir nehmen Onkel Remus sehr ernst. Wie geht's zu Hause?
Sarah hat Angst vor Einbrechern, weil das Telefon klingelt.
Ich bin beunruhigt. Wenn mir was passiert...
- Dein Fluchtweg ist genau geplant. - Und Sarah und Sam?
Sie würden nachkommen. Vertrau uns.
Ja. Tut mir leid.
- Was gibt es? Der Flieger wartet. - Sie fliegen nach Washington?
Kurzfristig. Was wollen Sie?
- Grünes Licht. - Grünes Licht?
- Die gezinkte Karte ist aufgetaucht. - Welche Karte?
Erinnern Sie sich an den Abend nach der Fasanenjagd?
Sie, ich und Daintry.
Und die erfundene Information für unseren Freund,
- der nicht gesund ist. - Ja.
Sie ist zurückgekommen wie eine Brieftaube.
- Sind Sie ganz sicher? - Absolut sicher.
Also gut.
Im Büro heißt es, Sie hätten einen Kater.
Mir geht's miserabel.
- So viel haben wir gar nicht getrunken. - Der Portwein-Entzug!
Setzen Sie sich auf. Es muss am Champagner liegen.
Die Weinkarten in manchen Sex-Clubs sind eine nationale Schande.
- Was machen Sie da? - Das ist besser als Konterbier.
- Wirklich nett von Ihnen. - Sie sollen doch nicht leiden.
- Die Post. - Ist etwas aus Zaire gekommen?
Ja. Arthur ist übrigens krank.
- Was fehlt ihm? - Er hat einen Brummschädel.
- Er hat selbst angerufen. - Einen Kater?
Möglich. Er sagte, er ist mit Dr. Percival ausgegangen.
Ich gehe über Mittag hin. Kommen Sie mit?
Ich habe leider zu tun.
- Danke für Ihren Besuch. - Ich komme wieder.
Nächstes Mal...
könnten Sie ja Cynthia fragen, ob sie mitkommen mag.
- Wie geht's Sarah? - Gut.
- Und dem kleinen Bastard? - Auch.
Ich hätte auch gern ein Kind. Aber nur mit Cynthia.
Ja.
"Sie hätte mich nie anblicken dürfen, wenn sie meine Liebe nicht will."
Mich hat's erwischt. Ich lese Gedichte.
Ich streiche die Stellen an, die zu Cynthia passen.
- Ich frage sie. - Ich simuliere nicht.
Meine Arme und Beine sind wie Wackelpudding.
Aber das wird mich nicht aufhalten, oder?
Aufhalten?
In Lourenço Marques wäre ich ein anderer Mensch.
- Ich habe mit C geredet. - Sie sind ein feiner Kerl.
- Bis bald. - Danke.
Herein.
- Sie wollen mich sprechen? - Setzen Sie sich.
- Meine Tochter. - Sie ist schön.
- Sie heiratet heute. - Glückwunsch.
Worüber soll ich mit ihrem Mann reden? Über Babypopos?
- Babypopos? - Ja, dieser Slogan stammt vom ihm:
"Jameson's pudert Ihr Baby sanft. Darauf können Sie seinen Po verwetten."
Fühlen Sie sich hier nicht oft einsam?
Ich komme gut mit Davis aus.
Sind Sie denn zufrieden mit ihm?
Hat es Klagen gegeben? Ich stehe voll hinter ihm.
Ja, ich... Würden Sie mir einen Gefallen tun?
Meine Begleitung zur Hochzeit hat mich im Stich gelassen.
Und meine Tochter soll nicht denken, ich hätte keine Freunde.
Wir müssten nicht zum Standesamt.
Aber es gibt einen kleinen Empfang bei...
bei meiner Frau, nicht weit von hier.
- Ich komme gern mit. - Das ist wirklich nett.
Ich kenne dort niemanden. Außer meiner Frau.
Und wir hatten sieben Jahre keinen Kontakt mehr.
Toller Mann!
- Oh, ich bin Daintry. - Daintry?
- Der Vater der Braut. - Oh, Sylvias Mann.
- Ja. Wie war Ihr Name? - Sylvia! Sylvia!
- Gehen wir. - Sie müssen Ihre Tochter sehen.
Ja.
- Ich hatte die Eulen ganz vergessen. - Mein Lieber. Nett, dass du hier bist.
- Das ist Castle, ähm... - Maurice.
- Maurice Castle. - Sehr erfreut.
Himmel, Edward! War das eine Eule?
Nein, nur ein Aschenbecher.
- Kennen Sie Colin? - Nein.
- Brillanter Mann. - Ein Kollege?
Ich bin "Jameson's Babypuder" in Person.
Oh, die Mäntel. Ins Schlafzimmer. Da entlang.
- Heißen Sie Castle? - Ja.
Ein Anruf für Sie. Eine Frau. Sie klingt verstört.
Cynthia. Was gibt's?
- Du kennst Colin noch nicht. - Nein.
- Davis ist tot. - Davis?
Er ist tot. Dr. Percival ist bei ihm.
Percival. Mein Gott, dieser Kerl!
- Edward! John hat eine Eule zerstört. - Ich kann nicht überall sein.
Du alter Narr, das verzeihe ich dir nie.
- Kommen Sie. - Was willst du hier überhaupt?
- Das hatte ich nicht erwartet. - Was soll das heißen?
Ich dachte nicht, dass es so schnell gehen würde.
- Er wird doch obduziert? - Sicher. Sein Arzt will es so.
- Was tut die Staatspolizei hier? - Sie sieht sich um.
Warum? Wurde er ermordet?
Natürlich nicht.
Seine Leber war völlig kaputt.
- Was tun die dann hier? - Das ist eine ganz normale Überprüfung.
Hier ist noch einer. Wieder der gleiche Strich am Rand.
"Sie hätte mich nie anblicken dürfen, wenn sie meine Liebe nicht will."
- Gehst du raus? - Ja, an die frische Luft. Mit Buller.
Liebling, wir sagen Sam noch nichts von Davis.
- Er muss erst in der Schule Fuß fassen. - Ganz wie du meinst.
- Armer Davis. Nie mehr Versteckspielen. - Ja, das ist vorbei. Komm, Buller.
IHR SAGT: ICH BIN NICHT FREI.
ABER ICH HABE DIE HAND ERHOBEN UND FALLEN LASSEN.
BITTE VERBINDUNG ENDGÜLTIG ABBRECHEN. LEBT WOHL.
KRIEG UND FRIEDEN
Lauf, Daddy, lauf!
Buller!
Wir müssen...
Meine Herren.
Das ist Ferguson, Staatskanzlei. General Phipps, Abwehrdienst. Tom.
- John. - Mr Muller.
- Nehmen Sie Platz. - Danke.
Verzeihung. Mr Watson ist bei der Beerdigung.
- Verdammt. Das hier betrifft Sektion 6. - Aber Mr Castle ist da.
Holen Sie ihn.
- Wir haben einen Todesfall. - Tut mir leid. Wer?
Er hieß Davis.
Mr Muller war gerade in Deutschland.
Danke, dass Sie hergekommen sind.
Castle, tut mir leid, Sie müssen Watson vertreten.
Selbstverständlich.
Schießen Sie los. Bitte keine Notizen.
Danke.
Dies ist eine inoffizielle Beratung zur Operation Onkel Remus.
Die Operation Onkel Remus dient nicht
der Verteidigung Südafrikas, sondern des freien Westens.
Das weiß man auch in Washington, wo Sir John gerade war.
Wenn unsere Goldminen wegen Krieg schließen,
wird Russland zur wichtigsten Goldquelle.
Im Vergleich dazu wäre die Ölkrise ein Klacks.
Es geht um Gold, Diamanten und Uran.
Und wenn es so laufen würde wie im Vietnamkrieg,
wäre das überaus besorgniserregend.
Die werden sich nicht wieder einmischen,
mit Truppen auf einem fremden Kontinent.
Die kennen Afrika genauso wenig wie Asien.
Onkel Remus würde den Einsatz von Truppen überflüssig machen.
Im Fall einer Invasion ist geplant,
Südafrika im Norden abzuriegeln
und den Feind in einem Korridor zu stoppen.
Wie das?
Sie haben eine lange, offene Grenze, zu lang für Minenfelder.
- Wollen Sie eine Mauer bauen? - Eine unsichtbare Mauer,
durch den vorsichtigen Einsatz taktischer Waffen in der Ödnis.
- Taktische Waffen? - Ein beruhigendes Wort.
Die taktische Bombe ist recht sauber, viel sauberer als die Hiroshima-Bombe.
Oh Gott.
Mr Castle, ich hatte gehofft, dass Sie kommen.
Der Trollope ist da.
Mein Sohn sagt, er wird Ihnen gefallen.
Ich würde ihn gern besuchen. Ist er da?
Nein, Sir. Kann ich ihm etwas ausrichten?
Die Sache ist etwas heikel.
Ich habe noch einige Bücher von früher,
illustrierte Bücher, die Ihren Sohn interessieren könnten.
Und ich denke, einige könnten viel wert sein.
Und... na ja, Sie wissen, wie das ist.
Ich habe eine Liste dabei.
Ich gebe sie ihm, sobald er zurück ist.
- Sehr freundlich. - Was ist mit "The Way We Live Now"?
Der Roman von Trollope.
Behalten Sie ihn bitte? Ich brauche eine Lesepause.
Auf Wiedersehen.
Richtig.
Danke.
Sekunde.
Hier. Jetzt raus mit dir.
Ja.
Gut. In Ordnung.
- Der arme Davis. - Du weißt nichts über ihn.
- Gieß Soda dazu... - Bemuttere mich nicht!
Entschuldige.
Es ist was passiert.
Warum kannst du mir nichts sagen? Weil sie's dir verbieten?
- Mit ihrem Staatsgeheimnisgesetz... - Es geht nicht um sie.
Als wir hierhergezogen sind, hat mir Connolly jemanden geschickt.
Er hatte dich und Sam gerettet.
Dafür hat er mich um Hilfe gebeten. Aus Dankbarkeit habe ich eingewilligt.
Was ist daran falsch?
Ich bin seit sieben Jahren Doppelagent. Tja.
Und ich sage es dir erst jetzt.
Maurice.
- Bist du in Gefahr? - Bin ich immer gewesen.
- Ich meine, jetzt. - Jetzt ist es schlimmer.
Sie haben wohl Davis für die undichte Stelle gehalten.
- Haben sie ihn umgebracht? - Ja.
- Das hättest auch du sein können. - Ja.
- Woher wissen sie von dem Maulwurf? - Durch einen Überläufer in Moskau.
Er hatte Zugriff auf meine Berichte und hat sie ihnen geschickt.
Dann bist du außer Gefahr.
Wenn du aufhörst, wird Davis' Schuld bestätigt.
Ich weiß. Ich habe Connollys Mann gesagt, dass ich aussteige, endgültig.
Dann ist etwas geschehen.
Es ist mir in den Schoß gefallen wie ein göttlicher Scherz.
Das größte Geheimnis, das man mir je anvertraut hat.
Weil Watson auf die Beerdigung gegangen ist.
Wovon redest du?
Ich musste ihnen mitteilen, was diese Mistkerle vorhaben.
Maurice, das ist glatter Selbstmord.
Davis ist tot. Wenn dein Bericht zurückgelangt...
Ich weiß, aber das rettet Menschen aus deinem Volk.
Erzähl mir nichts von meinem Volk. Du bist mein Volk.
Was soll ich tun?
Am besten gehst du mit Sam zu meiner Mutter.
Trenn dich eine Weile von mir. Tu so, als hätten wir uns zerstritten.
Wenn nichts passiert, versöhnen wir uns wieder.
- Und wenn etwas passiert? - Mir wurde ein Fluchtplan versprochen.
Nur für mich.
Sie würden sich bei dir und Sam melden, wenn sich alles beruhigt hat.
Wir würden keinen Kontakt haben,
vielleicht für lange Zeit.
Du machst mir gar keine Vorwürfe.
Wieso denn Vorwürfe?
Na ja,
ich bin ein Verräter.
Wir haben unser eigenes Land:
du, ich und Sam.
Dieses Land hast du nie verraten.
Wie viel Zeit bleibt uns?
Warum dieser vorschnelle Schluss?
Etwas hat mich irritiert an dem Abend bei Castle.
Später wurde mir klar, was.
- Wie er Connollys Tod aufgenommen hat. - Er war sein Freund.
- Ein kommunistischer Freund. - Das war Teil seines Jobs.
Ich war nicht sonderlich beunruhigt, ich dachte nur:
Falls es da je eine undichte Stelle gibt, ist es Castle.
- Interessant. - Dann die Beerdigung.
- Von Davis. - Er starb an einer Leberzirrhose.
Ja, und Connolly an einer Lungenentzündung.
Ich sage nur eines, Sir John.
Wenn es eine undichte Stelle in der Afrika-Sektion gibt,
dann bin ich mir absolut sicher, dass es Castle ist.
Es gibt keine undichte Stelle. Ein Mann, der dem Portwein frönte, ist gestorben.
- Ich hoffe, Sie sagen die Wahrheit. - Dies hier ist mein Haus.
Ich will Sie nicht beleidigen. Wir müssen beide manchmal lügen.
Ich hoffe nur, dass Sie es nicht gerade jetzt tun.
Gute Nacht.
Hallo?
- Ist Mr Halliday da? - Nein.
Hier spricht Mrs Halliday.
Mein Name ist Ca... Ich bin ein Kunde.
- Ja, Mr Castle? - Es geht um einen Brief.
- Ich weiß nicht, wann er zurückkommt. - Wo ist er denn?
Bei Gericht.
- Bei Gericht? - Unser Sohn wurde festgenommen.
Festgenommen?
- Aber es gab doch eine Übereinkunft. - Das dachte er auch bis heute früh.
Gemein, nicht wahr?
Tut mir leid, ich dachte, es wäre noch Zeit. Ich habe mich geirrt.
- Du musst Buller mitnehmen. - Und du?
Ich habe eine Notfall-Nummer. Vielleicht gilt sie noch.
Entweder sie holen mich raus oder die Polizei kommt.
- Dann war's das mit uns? - Ganz sicher nicht.
Wenn wir am Leben bleiben, werden wir uns wiedersehen.
- Deine Mutter war wenig erfreut. - Wenn nichts passiert, kommt ihr heim.
- Ansonsten? - Du hast es ins Polana Hotel geschafft.
Ja.
- Wiedersehen, Daddy. - Wiedersehen, Sohn.
Bis bald.
Verdammter Mist.
Na komm. Komm.
- Wie kommt Muller darauf? - Intuition.
Intuition?
Meine Sekretärin hat Castle telefonisch nicht erreicht.
Bestimmt macht er einen Ausflug.
Ich kann Daintry hinschicken. Er soll sehen, ob doch was dran ist.
Ich hoffe nicht. Sonst war Davis unschuldig.
Es ist kein großer Verlust.
Er war ineffektiv, nachlässig und hat zu viel getrunken.
Er wäre sowieso zum Problem geworden.
- Ein paar Erdnüsse? - Nein danke.
Kann ich mal telefonieren?
- Bist du's, Maurice? - Ja.
Gut, dass du da bist. Sarah meint, du wärst weg.
- Nein, ich bin noch da. - Was soll der Unsinn?
- Das ist kein Unsinn. - Sarah sagt, sie hat Buller vergessen.
- Ich weiß. - Sam fragt, ob du ihn fütterst.
Ja, habe ich.
- Daintry. - Darf ich eintreten?
- Ja. Bitte legen Sie ab. - Danke.
Bitte.
- Kommen Sie rein. - Danke.
Einen Scotch?
Ja, einen kleinen.
- Setzen Sie sich. - Danke.
- Was machen Sie hier, Daintry? - Zigarette?
- Nein danke. - Darf ich?
Bitte.
Ich kam zufällig vorbei und wollte Hallo sagen.
Verzeihung, ich weiß, Sicherheit ist eine ernste Sache.
- Machen Sie mir noch mehr Kummer? - Wieso?
Meine Frau ist weggegangen. Mit meinem Sohn. Zu meiner Mutter.
- Tut mir leid. - Wir hatten Streit.
So was ist immer schlimm.
Wir haben uns zuletzt bei der Hochzeit meiner Tochter gesehen.
Wir mussten wegen Davis aufbrechen.
Ja, der arme Teufel.
- Was denken Sie über seinen Tod? - Oh, ich... ich weiß es nicht.
- Ich versuche, nicht daran zu denken. - Die hielten ihn für einen Maulwurf.
Sie sagen dem Sicherheitschef nicht alles.
Davis hat nie Informationen rausgegeben.
- Glauben Sie das? - Ich weiß es.
- Ich habe da Zweifel, ehrlich gesagt. - Also haben sie Ihnen etwas anvertraut.
War ein schlimmer Tag für Sie, was? Zuerst die Eule.
Dann der tote Davis.
- Mir missfiel, was Dr. Percival sagte. - Nämlich?
Er sagte: "Das hatte ich nicht erwartet."
- Stimmt. - Das hat mir die Augen geöffnet.
Die haben vorschnell gehandelt und die Alternativen übergangen.
- Sie meinen sich selbst. - Oder Watson.
- Watson, ja. - Und unsere Agenten vor Ort.
- Stimmt. - Und Sekretärinnen. Wurde man da aktiv?
Ich habe weniger Handlungsfreiheit, als Sie glauben.
Haben sie Ihnen was von Kästen erzählt?
- Kennen Sie das auch? - Ja, das erzählt man uns allen.
Tja, Davis liegt jetzt in einem Kasten.
- Noch einen Scotch? - Nein danke, ich habe genug.
Wir zwei könnten auch den Fehler machen, voreilige Schlüsse zu ziehen.
Vielleicht war Davis doch schuldig.
Wenn die undichte Stelle bei uns war, muss es um Afrika gegangen sein.
Ja, sehe ich auch so.
Das deutet auf ein Interesse an Afrika hin.
Oder auf enge Beziehungen zu Afrikanern.
Davis kannte keine Afrikaner
außer meiner Frau und meinem Kind.
Nehmen Sie hingegen
einen Mann wie 69300 in Lourenço Marques.
Wer weiß, was für Freunde er hat. Er hat viele kommunistische Agenten.
So wie ich in Pretoria.
Verstehen Sie?
Ich muss jetzt gehen. Gute Nacht.
- Ist das Ihr Auto? - Nein, es steht weiter weg.
Ich habe die Hausnummern falsch gelesen.
Danke für den Scotch.
Ja...
Bist ein schöner Bursche.
Mr Castle.
Die Verandatür war offen und wir haben nicht so viel Zeit.
Ihr Wachhund ist sehr lieb.
Er hat mich gefunden, als ich durchs Fenster schaute.
Mr Halliday, Sie habe ich nicht erwartet.
- Das dachte ich mir. - Hat Ihr Sohn meinen Brief bekommen?
Das sollte er lieber nicht.
Sie sind einem Irrtum erlegen.
Mein Sohn ist nicht in Ihrer Branche tätig.
Ich habe die Nachricht weitergeleitet.
Wo ist Ihre Familie? Ich habe den Befehl...
Verstehe. Ich habe sie weggeschickt.
Gut, ein Problem weniger.
- Schade, dass der Hund dageblieben ist. - Es ist in der Eile geschehen.
- Was soll mit ihm passieren? - Ich weiß nicht. Könnten Sie...
Sie sind wohl leider kein Sportschütze, oder?
Sie haben wohl kein Gewehr?
Ich habe einen Revolver von Smith & Wesson.
Mit einer Kugel in der zweiten Kammer. Zehn Jahre nicht benutzt.
- Haben Sie einen Keller? - Ja.
- Wie heißt das Tier? - Buller.
Du willst doch keinen Ärger machen, stimmt's?
Mein alter Knabe.
Was ist Ihr Eindruck?
Mein Eindruck?
Sie haben den Falschen umgebracht.
Zu dumm.
- Wie sind Sie da hineingeraten? - Ich war schon als Junge in der Partei.
- Einer der Getreuen? - Im Geheimen.
Keine Versammlungen oder Aufmärsche, immer allein.
Man setzt mich für kleine Aufgaben ein. Ich leere oft Ihren toten Briefkasten.
Sind Sie nie ins Wanken gekommen?
Ungarn, die Tschechoslowakei...
Sie müssen Bedeutendes getan haben.
Ich bin stolz, Sie ein Stück nach Moskau zu begleiten.
Ich wollte nie nach Moskau.
Ich bin kein Kommunist, Mr Halliday.
Im Handschuhfach ist ein Schlüssel. Zimmer 1028.
Fahren Sie mit dem Fahrstuhl hinauf.
- Und dann? - Ich weiß es nicht.
Ein Geschenk. Der Trollope, den Sie wollten.
- Bestimmt brauchen Sie Lesestoff. - Danke.
Leben Sie wohl.
Bitte.
Wir haben nicht sehr viel Zeit.
Bitte nehmen Sie Platz.
Das hier ist Ihr Reisepass, Mr Partridge.
Sie haben ein Flugticket nach Paris.
Man wird alle Flieger überprüfen.
Man überprüft vor allem den Flieger nach Prag.
Er startet gleichzeitig mit der Maschine nach Moskau
und die hat Verspätung.
Vielleicht wartet Aeroflot
auf einen wichtigen Passagier.
Die Polizei
wird sich auf die Flüge nach Prag und Moskau konzentrieren.
- Was ist mit dem Einreiseschalter? - Das wird schon geregelt.
Bitte halten Sie still, Mr Partridge.
Aber... was bin ich von Beruf?
Rentner.
Zumindest das stimmt.
Ich möchte zu Mrs Maurice Castle.
- Sie heißen? - Butler.
- Warten Sie bitte hier. - Danke.
Danke.
Ein Mr Butler für dich, Sarah.
Räum bitte dein Spielzeug weg, sei so lieb.
- Mrs Castle? - Ja.
Ich bin Inspector Butler.
Ja?
Wissen Sie, wo wir Ihren Mann erreichen?
- Wissen Sie nicht, wo er ist? - Warum sollte die Polizei das wissen?
Haben Sie's im Büro versucht?
Das Büro hat mich an Sie verwiesen.
Ich weiß nicht, wo er ist. Worum geht es?
- Unter anderem um einen Hund. - Buller?
Nachbarn haben sich über lautes Winseln beklagt.
Einer rief die Polizei an.
Der Hund war angeschossen, ganz übel.
Man musste ihn leider töten.
- Oh Gott, was wird Sam dazu sagen? - Sam?
Mein Sohn. Er liebt Buller.
Sagen Sie ihm, dass er überfahren wurde.
Ja, vielleicht.
Ich kann Ihnen nicht helfen. Wir haben uns getrennt.
- Wann war das? - Samstagmorgen.
- Und Sie wissen nicht, wo er ist? - Mir ist egal, wo er ist.
Danke, Mrs Castle.
Mrs Castle. Schön, dass ich Sie überzeugen konnte zu kommen.
Möchten Sie etwas trinken? Ich habe Sherry bestellt.
Ja, gern.
- Ich weiß nicht, warum ich hier bin. - Erledigen wir das Wichtige zuerst.
In diesem Lokal empfehle ich den Rindfleisch-Eintopf.
- Von mir aus. - Und als Vorspeise?
- Nichts. - Ich folge Ihrem löblichen Beispiel.
- Zu trinken? Wein vielleicht? - Nur ein Glas.
Ausgezeichnet.
- Sie hatten wohl Angst in letzter Zeit. - Angst?
- Weil Sie nicht wussten... - Es interessierte mich nicht sehr.
- Aber Sie sind hier. - Auf Ihren Wunsch.
- Wir alle mochten Maurice sehr. - Sie reden so, als sei er tot.
Nein, ich gehe davon aus, dass er gut in Moskau angekommen ist.
Oh, ich habe Sie verletzt.
Schon gut.
Wir nehmen gleich den Eintopf.
Ich dachte, Sie wüssten von der guten Neuigkeit.
- Gute Neuigkeit? - Aus Ihrer Perspektive.
Maurice geht einen gefährlichen Weg.
- Wir hoffen, Sie folgen ihm nicht. - Wir haben uns getrennt.
Natürlich, das lag ja auch nahe, nicht wahr?
Es wäre zu auffällig gewesen, alle drei.
- Sie halten mich für eine Verräterin? - Wir benutzen dieses Wort nicht.
Das überlassen wir der Presse.
Sagen wir, er hat eine andere Loyalität gewählt.
Und was ist heiliger als Loyalität zur Familie?
Was werden Sie denn tun, wenn er sich meldet?
Ich werde tun, was er mir sagt.
Ich bin froh, dass Sie das sagen. Wir können also offen reden.
Früher oder später wird er Sie zu sich holen wollen.
- Und dann gehe ich. - Mit Kind?
Selbstverständlich.
Nein, eine Flasche Mouton Cadet.
- Keiner kann uns daran hindern. - Da wäre ich nicht so sicher.
Wir haben eine dicke Akte über Sie.
In Südafrika waren Sie mit dem Agenten Connolly befreundet.
Ja, sicher. Ich half Maurice bei seiner Arbeit für Sie.
Ohne es zu wissen. Ich dachte, er schreibt ein Buch.
Vielleicht half Maurice damals schon Connolly.
Maurice ist jetzt in Moskau.
Der MI5 wird Sie vielleicht verhören. Wir bitten Sie nur, vernünftig zu sein.
Bleiben Sie bei Ihrer Schwiegermutter, mit Ihrem Kind.
- Maurices Kind. - Das ist so eine Sache.
Sie kennen doch Cornelius Muller.
Er ist der Ansicht, verzeihen Sie meine Offenheit,
dass der Vater ein Bantu war.
- Sie hatten einen Freund. - Er ist tot.
Muller sagt, er sitzt lebenslänglich.
Muller lügt.
Wahrscheinlich. Und wenn schon? Ist das Kind in Ihrem Pass aufgeführt?
Nein.
Das Pass-Amt arbeitet mitunter langsam.
Ihr seid Mistkerle.
Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf, als Freund von Maurice...
Und von Davis. Sie waren doch auch ein Freund von Davis.
- Sie gehen doch nicht schon? - Doch, ich gehe.
Bitte rufen Sie mich nicht mehr an.
Hallo. Ich bin Bellamy.
Ich dachte, ich fasse mir ein Herz und komme her.
Ein kleines Geschenk.
Danke.
Cruikshank hat mir gezeigt, wo es so was gibt, und ich habe es Bates gezeigt.
- Kennen Sie sie schon? - Nein.
Sie werden bald herkommen, jetzt wo Sie enttarnt sind.
- Und Sie treten vor die Presse? - Woher wissen Sie das?
Von einem russischen Freund.
Grässlich, was?
Keine Sorge, Sie müssen nur auf Ihren Ansprüchen bestehen.
Man kann erstaunlich viel erreichen. Die wollen, dass wir uns wohlfühlen.
Wie war noch mal der...
- Sagten Sie "Bellamy"? - Bellamy vom British Council.
Ja, komplizierte Geschichte. Ich hatte einen deutschen Freund.
Er hatte viele Agenten im Osten. Davon wusste ich nichts.
Er ließ sich von einem Weibsbild verführen,
einer schrecklichen Frau.
Er hatte eine Strafe verdient. Also habe ich ihn verpfiffen.
Und dieses Weib hat mich bei der Botschaft gemeldet.
Da bin ich über den Checkpoint Charlie geflohen.
- Sind Sie hier glücklich? - Ja. Ich habe einen russischen Freund.
Das ist gesetzwidrig, aber sie dulden es.
Mein Freund arbeitet für den KGB.
Sie müssen uns im Frühling mal in unserer Villa besuchen.
- Was ist das? - Ihr Telefon, mein Guter.
Hallo? Hallo?
Es funktioniert. Wie rufe ich London an?
Zu früh. Sie werden Bescheid geben.
- Boris! - Willkommen!
Lasst euch nicht stören. Ich gehe.
Das ist Mr Bellamy.
Bis bald, Kinder.
- Wie geht es Sarah? - Gleich.
Sarah hat mich gebeten, dir eine von ihr zu geben
und eine von Sam.
Es geht ihnen gut.
- Wann kommen sie her? - Es gibt Probleme.
- Probleme? - Hab Geduld.
- Hast du sie gesehen? - Gesprochen.
- Wie klang sie? Was ist los? - Sie verhindern ihre Ausreise.
- Das können sie nicht! - Sam hat keinen Pass.
Man droht, sie zu verhaften, wenn sie versucht auszureisen.
- Du hast es versprochen. - In gutem Glauben.
Es könnte gehen, wenn sie Sam zurücklassen würde.
- Das tut Sarah nicht. - Ich weiß.
Warum habt ihr mich geholt? Halliday hatte den Bericht.
Du hast das Notsignal gesendet.
Und es war wichtig für uns, dich rauszuholen.
Warum?
Man hat dir nie die ganze Wahrheit gesagt.
Deine Leute dachten, sie hätten einen Agenten in Moskau.
Aber wir haben ihn auf sie angesetzt.
Was du uns geschickt hast, hat er zurückgeschickt.
Dank deiner Berichte wirkte der "Überläufer" glaubwürdig.
Und durch ihn konnten wir London falsche Informationen zuspielen.
Schöner Trick.
Ihr habt mich belogen, du und Connolly.
Ich habe beim Tauschhandel immer draufgezahlt.
Dann kam Onkel Remus.
Wir haben beschlossen, den Plan auffliegen zu lassen,
publik zu machen. Du konntest nicht dortbleiben.
- Wir brauchten dich als Quelle. - Wäre ich nur geblieben!
Im Gefängnis bekäme ich Besuch.
- Bald trittst du vor die Presse. - Und wenn ich mich weigere?
Es geht auch ohne dich. Wir sind dir dankbar,
aber Dankbarkeit muss genährt werden, sonst stirbt sie ab.
Hier ist es nicht so übel.
Im Frühling wird es dir besser gefallen.
- Maurice ist in Moskau. - Ich weiß.
Er war im Fernsehen mit vielen Journalisten.
Er rechtfertigte sich.
Er besaß die Dreistigkeit...
Hattet ihr deshalb Streit?
Es war richtig, ihn zu verlassen.
Der Streit war vorgetäuscht. Er wollte mich raushalten.
- Hast du damit zu tun? - Nein.
Gott sei Dank. Ich würde dich ungern hinauswerfen müssen.
Hättest du denn Maurice hinausgeworfen?
Nein.
Ich hätte ihn hierbehalten und die Polizei gerufen.
Versteh doch. Aus Liebe zu uns...
- Maurice ist ein Verräter. - Wen verrät er?
- Muller? Die Sicherheitspolizei? - Ich weiß nicht, wer Muller ist.
Er hat sein Land verraten.
Wenn du das nicht verstehst, solltest du auch nach Moskau gehen.
- Das tue ich, wenn sie mich lassen. - Aber ohne Sam.
Sam ist mein Enkel. Er ist britischer Staatsbürger.
- Ich werde ihn hierbehalten. - Das kannst du nicht.
Ich gehe morgen zum Anwalt.
Hallo?
- Maurice, wo bist du? - Das weißt du. Ich liebe dich.
Ich liebe dich.
Die Verbindung kann abbrechen. Wie geht's Sam?
- Grüß ihn von mir. - Das mache ich. Geht's dir gut?
- Ich vermisse dich schrecklich. - Ich dich auch.
Aber ich kann Sam nicht hierlassen.
- Natürlich nicht. Das verstehe ich. - Geht es dir gut?
Alle sind nett zu mir. Sie sind mir dankbar. Ich habe mehr für sie getan,
- als ich ahnte. - Hast du Freunde?
Oh ja, sie laden mich zu sich ein
und ich ziehe im Frühling vielleicht aufs Land.
Bist du noch dran? Maurice, bitte gib die Hoffnung nicht auf.
Copyright © EUROTAPE 2013 Untertitel: Juliane Möck u. a.
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