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(Fernsehkommentator) "Guten Morgen meine Damen und Herren.
Einen sch�nen, wundersch�nen guten Morgen w�nsche ich Ihnen.
Einen Tag, so herrlich,
wie er dem Geburtstag unserer Republik angemessen ist.
Von unserem Reporterstand aus
k�nnen wir einen Blick hinter die Ehrentrib�ne tun.
Dort betreten die Ehreng�ste jetzt die B�hne.
An der Spitze Walter Ulbricht und Leonid Breschnew.
Ich erkenne an der Parteif�hrung der Deutschen Demokratischen Republik
die Mitglieder des Politb�ros:
Willi Stoph, Erich Honecker, Friedrich Ebert.
Bald werden die traditionellen Glockenschl�ge
vom Turm des Roten Rathauses ert�nen.
Da sitzt heute Deutschlands gr��ter lebender Sohn,
der erfolgreichste Politiker dieses Jahrhunderts, Walter Ulbricht.
(Masse jubelt)
Nun ist er da, der langersehnte, mit Liebe, Fantasie, guten Taten
und einer F�lle von Erfolgen vorbereitete Tag.
Der 07.10., der Geburtstag.
Er beginnt mit der traditionellen Ehrenparade
der Nationalen Volksarmee.
Dem Feind zum �rger und zur Warnung.
Und zur Freude.
Denn nur dank des immer bereiten Schutzes gegen den Imperialismus
k�nnen wir uns unseres Lebens,
unserer Freiheit und des Friedens freuen.
Aber wie Walter Ulbricht sagte:
"Auf den Inhalt kommt es an.
Auf die Beschl�sse, die in diesem Rathaus gefasst worden sind,
um dieses Berlin neu..." - Holger, nun komm mal.
"...wie es unsere Festg�ste jetzt mit eigenen Augen sehen k�nnen."
Guten Tach Herr Stolle.
Hallo Holger. - Hallo Burkard.
Holger, komm.
(Fernsehkommentator) "...die Reste des von Bomben und Granaten
zerst�rten Berliner Schlosses.
Kostbare Reste, denn dieses Eosanderportal
enth�lt jenen historischen Balkon, von dem Karl Liebknecht
einst die Sozialistische Deutsche..." - Tach Frau Henschel.
Wieder die Toten sch�ngie�en? - Nicht zu knapp, Herr Lehmann.
Viel Spa� mit die Leichen, mein Junge.
Wenn der Durscht hat, ist der unm�glich.
Morgen. - Dit wurde aber auch langsam Zeit.
Marschmusik
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(Fernsehkommentator) "Dieser Staat und seine f�hrende Kraft,
die Marxistisch-Leninistische Partei, verstanden es,
die sch�pferischen Kr�fte des Volkes..."
Marschmusik
Den Weg versperren, dit k�nnen se. Aasbande.
Da kann der Ulbricht noch so viele Ehrenparaden veranstalten,
der olle Zickenbart, der.
Mann, bei dem Jedr�hne versteht man ja sein eigenes Wort nicht mehr.
Untertitel: WDR mediagroup digital GmbH im Auftrag des WDR
Dreh dir mal janz unauff�llig um.
Na, und?
Einer von Rudis Suffk�ppen. - Wat macht er?
Kommt uns hinterher.
Ick bin ja au�erordentlich erfreut, dass Sie gekommen sind.
Ick komm ja nun fast jeden Tag, ist nischt Besonderes.
Das ist mein Enkel, Holger.
Kenn ick, hab ick ja oft jenug gesehen.
Tach Holger. - Tach.
Frau Henschel, weshalb ick Sie herjebeten habe, ist Folgendes:
Ick fahr doch nun f�r 2 Wochen nach dr�ben, Bayern,
Verwandte besuchen.
Da wollt ick Sie bitten,
ob Sie meine Frau vielleicht mitgie�en k�nnen.
Wat? - Ick k�nnte Ihnen ooch gleich det Grab zeigen.
Ist ja besser, als wenn ick Ihnen det beschreiben w�rde.
Ist ooch janz pflegeleicht.
Da brauchen Sie... Harken brauchen Sie jar nicht.
Nur n bisschen gie�en.
Na ja, wenn et regnet, hat sich det ja ooch erledigt.
Wo det Grab von Ihrer Frau ist, wee� ick nat�rlich.
Ick kenne hier von allen m�glichen Leuten die Gr�ber.
Det ist so wat wie mein Hobby. - Ach.
Nun m�ssen wir aber los. Der Junge hats eilig. Tsch�s.
Tsch�s, wa, Frau Henschel.
Wieso hab ick das eilig? - Noch nischt von Notl�ge jeh�rt, wa?
Komm, jetzt will ick dir mal zeigen, wat da jegossen werden soll.
Det ist doch keen Grab, det ist ne Frechheit.
Det hat die arme Frau nicht verdient.
Warum sollst du jetzt das Unkraut gie�en?
Weil et darum jar nicht geht.
Hol mal Wasser.
Ranmachen will er sich an mir, war mir gleich klar,
als er mir fragte, ob er sich aufm Friedhof mit mir treffen kann.
Juten Tach Frau Henschel. - Tach.
Wie jehts denn so? - Jut gehts.
Waren wir wieder aufm Friedhof? - Det sieht man doch.
Ick hab extra heute uffjemacht,
obwohl et ja verboten ist am Feiertag.
Weil ick wusste, dass Sie vorbei- kommen. Ick hab da n 7. Sinn.
Ick hab sch�ne Makrelen, wollen Sie mal kosten?
Ick mach mir nischt aus Makrele.
Ick mach mir �berhaupt nischt aus Fische.
Das h�r ich zum 1. Mal.
Und Rudi, warum hat der immer so viel Fisch jekooft?
Weil er nicht genug davon kriegen konnte.
Wie jehts ihm denn? - Geht ihm schon wieder wunderbar.
Sch�nen Tach noch, Herr Winkler.
Der Karpfenkopf ist seit Jahren scharf auf mir.
Nun hofft er, dass der Rudi bald abnippelt.
Na komm. Gibt Klopse zum Mittag.
Nicht so viel Salz.
Det zieht dir det Wasser ausm K�rper,
dann kannste nicht mehr kacken.
Ich konnte bisher immer kacken. - Warts mal ab.
Fang doch an. Wird doch kalt.
Rudi?
Wat meinste,
wat der olle Zickenbart wieder f�r Panzer hat ufffahren lassen?
Wir sind trotzdem auf n Friedhof.
Schmeckt et?
�brigens habe ich Karl Wegner getroffen.
Fragt der mir doch,
ob ick nicht seine Frau mal mitgie�en k�nne.
Weil er dr�ben in Bayern ist.
Und uffm Nachhauseweg quatscht mir doch der Fisch-Winkler an,
will mir paar von seine ollen Makrelen schenken.
Ist ooch umsonst, sagt er.
Der olle, h�ssliche Karpfenkopf.
Kerle k�nnen noch so alt sein,
aber von Weibern k�nnen sie bis zum Schluss nicht lassen.
Die ollen S�cke.
Rudi, h�rst du mir �berhaupt?
Rudi?
(Rudi atmet laut auf)
Der lebt.
Popmusik
Det jeht schon seit 1/2 h so.
Wir haben jeklingelt und jekloppt.
Keene Reaktion.
Nischt. Der Mann von der Polizei hat seine eigene Frau nicht im Griff.
Ist doch det Letzte.
Musik und Protestgeschrei
Mach doch mal s Radio leiser.
Und den Fernseher.
Und nicht diesen Sender, das h�rt man ja.
Der Bl�dsinn gef�llt dir besser, wa?
Musst du immer so extrem sein?
Kannst du nicht n Mittelweg finden?
(Radiosprecher) Tausende...
Popmusik und Protestgeschrei
(Hund bellt)
Renate... - Lass mich in Ruhe.
Renate!
Musik
Na, mein Junge.
H�r auf!
Raus!
Zahl erst mal deine Schuld.
Dit zahl ick dir heim.
Holger.
Komm mal r�ber.
Ick hab wat f�r deine Oma.
(Radiomoderator) RIAS Berlin.
Na Kleener, schon mal eenen runtergeholt?
Pass uff, dass ick dir nicht irgendwann Holz gegenkloppe.
Du pass uff, det ick dir nicht deine Glupschaugen auskloppe.
Beim F�hrer h�tten sie dir vergast. - Der F�hrer!
Hat mir n Orden jegeben, weil ick im Krieg mein Been jeopfert habe.
Sehr nettes Gespr�ch.
Rums!
Wieder eener weniger.
Stellt euch vor, det w�r n Russe.
F�r deine Oma, falls sie sich doch wat aus Fisch macht.
Danke. - Muss ja nicht immer so ne olle Makrele sein.
Sch�nen Gru�.
Na, Bullensohn, haste ne Geliebte im Arm?
(Burkhard schreit)
Ick hab nischt von deinem Bier jetrunken.
Halt die Fresse!
(Frau) Hast du das gesehen?
Irgendwann zeig icks der Sau.
Dann mach ick ihn fertig.
Herrlich.
Und wenn der Fisch-Winkler dir fragt, sagst du ihm,
ick h�tt den Karpfen gleich weggeschmissen.
Rudi, haste denn jar keenen Appetit? - Nee.
Mach dir nischt draus, Rudi.
Der Fisch-Winkler ist nicht mein Typ.
Da bin ich ja beruhigt.
Mannomann.
Dass die Kerle auch immer so schnell schlapp machen m�ssen.
Alle sagen schon,
dass ick eene bin, die ihre M�nnern ins Grab schickt.
Hast du doch auch, oder?
(er hustet)
Det waren die schweren Zeiten. Hab ick dir schon 100-mal erz�hlt.
Walter blieb im Sch�tzengraben.
Bajonette-Stich.
Vom Senegal-Neger. - Wee�t et doch.
Kurt hat immer onaniert, wenn er besoffen nach Hause kam.
Einmal wollte er det schwere Eichenbett umwerfen.
Det hat sein Herz nicht verkraftet.
Und dann Hans-Josef.
Der hatte so sch�ne wellige Haare, werd ick nie vergessen.
Der hat dir beklaut wegen seiner Pferdewetten.
Na und?
Der hatte die Wettleidenschaft, der konnte nicht anders.
Leider hatte er auch det Magengeschw�r.
Daf�r war der Hinze kerngesund.
Den hab ick nur genommen, weil er ne sichere Existenz bieten konnte.
Klempner haben immer zu tun. - Gas, Wasser, Schei�e.
Dit nimmt mir deine Mutter heute noch �bel,
dass ick ihren Vater nicht jeliebt habe.
Du warst doch froh, dass er aus der russischen Gefangenschaft
nicht mehr zur�ckgekommen ist.
Wie kriegst du immer neue M�nner? - Das frag ich mich auch.
Wat wee� denn ick?
Heinz Schmeling, genannt Matze Schmeling. - Matze, der hatte Humor.
Zu seinem Lungenschuss hat er immer gesagt:
Kleenet Souvenir vom erfolgreichen Frankreich-Feldzug.
Halbes Jahr hat er im Bette jelegen, bis er gestorben ist.
Und Rudi? - Hat dir der Fisch- Winkler wat an n Karpfen jemacht,
dat du so ne Fragen stellst?
N halbet Monatsgehalt f�r Rosen hab ick ausgegeben.
�bertreibe mal nicht.
Nach eener Woche wollt er schon wat.
Dat ist eben so bei M�nnern, da kann man nischt machen.
So. Nu noch ne Tasse lauwarmet Wasser.
Kostet nischt und ist jut f�r n Stuhlgang.
Komm, mein Kleener.
Tach.
Frau Henschel, also det hat mir glatt die Beene weggehauen.
Darauf haben Sie doch spekuliert.
Konnt man ja nicht mit ansehen. - Ick hab hier ne Kleinigkeit.
Als Dankesch�n. - W�r doch nicht n�tig jewesen.
Ick zeig dir mal wat.
Kiek mal hier.
Geheimfach. F�r ganz besondere Geschenke.
Und das da?
Du bist n ganz Neugieriger, wa?
Das ist ein Druckerzeugnis aus dem Westen.
Ick hoffe, du kannst dichthalten, oder?
Frau Henschel, hier ist noch wat f�r et Gem�t.
Wenn ick et so sagen darf.
"Das scheintote Kind".
Furchtbar.
Ick hab det heute leider sehr eilig,
also tsch�s denn und noch mal vielen Dank.
Ja, tsch�s.
Bis denn.
"Das scheintote Kind", ist ja widerlich.
Ist ja richtig pervers. Komm, wir gehen.
(er liest leise)
Wenn du schon liest, kannst du auch laut lesen.
Hast doch ne 1 im Lesen.
Das scheintote Kind.
St�rmisch ist die Nacht, Kind im Grab erwacht.
Seine schwache Kraft es zusammenrafft.
Machet auf geschwind, ruft das arme Kind.
Sieht sich �ngstlich um: Finster ists und stumm.
Jut, dass du nicht berlinerst. Det ist Hochdeutsch.
Sto�et aus den Schrei, horchet still dabei.
Und in seiner Qual klopft es noch einmal.
Sieht sich grausend um: Finster ists und stumm.
Wat ist n det f�r n Bl�dsinn? - Du h�ltst die Klappe.
Lies weiter, Holger.
Streckt die �rmlein aus, h�mmert schnell drauf los.
Ruft entsetzt und laut: H�rt, ich bin nicht tot.
Lebt man ewig so?
Und wo stirbt man, wo?
Sieht sich nochmals um! Finster bleibts und stumm.
Sch�net Gedicht.
Mein Gott, so wat sch�net Trauriget.
Wat die Menschen damals ooch allet erlebt haben m�ssen.
Erst pervers und widerlich... - Det ist manchmal so.
Det ist det Romantische, wat die Frauen so gerne haben.
Det h�tt ick dem Karl Wegner jar nicht zugetraut.
Dass er mir so n sch�net Geschenk macht.
Was n jetzt los? Gehts dir wieder besser? - Muss aufs Klo.
Aber gleich sp�len!
Ick mach uns mal die Buletten hei�.
Die sieht aus wie du. - Wat?
So n Quatsch. - Doch, guck mal. Wenn du die Haare so machen w�rdest.
(liest)
St�rmisch finstere Nacht, Kind im Grab erwacht.
Seine schwache Kraft es zusammenrafft.
Machet auf jeschwind, ruft det arme Kind.
Sieht sich �ngstlich um: Finster ists und stumm.
�berall ist zu.
Wat ist denn mit dir los? - Muss mal raus.
Musik
Wo willst du denn hin? - Luft schnappen.
Sie machen mir dann Meldung. - Jawohl.
Die Flasche, die er �ber n Kopf jekriegt hat,
muss voll jewesen sein.
Als ich ihn jefunden,
da hat der Fisch-Winkler jestunken wie ne Eckkneipe.
H�tt mal keen Flaschenbier verkaufen sollen. - Ick hab ihn jefunden.
B�rger, bitte haltet Abstand und Ruhe.
Wer sachdienliche Hinweise hat, kann sich an mich wenden.
Kripo w�rde ick ooch gern sein.
Und ist Ihnen noch irgendwas aufgefallen?
Sie sind sich nicht sicher?
Wie war der Name?
Sonst noch irgendjemand was gesehen?
Ne richtige Leiche.
H�tte ich schon gern gesehen.
Gestern Abend steht der Rudi im Flur, frisch jewaschen und jek�mmt.
Muss mal raus, sacht er.
Ab in n Feuermelder, mitten in der Nacht stockbesoffen zur�ck.
Jetzt liegt er wieder wie tot im Bett und sacht keenen Ton.
Meinst du, Rudi hat den Fisch-Winkler...
Deine Fantasie m�cht ick haben.
Vielleicht sollt ick dir nicht mehr so oft auf n Friedhof mitnehmen.
(Rudi st�hnt laut)
H�rste? - Klar, sein Splitter aus Krieg.
Der wandert wieder im Kopp rum.
Der war im Feuermelder, nicht bei Fisch-Winkler.
Nun mach den Faden von der Roulade ab,
du kriegst ja noch Darmverschlingung.
Bist gleich selber ne Leiche.
Mensch, Kalle.
Wat machst n du hier? - Mal kieken. Und du?
Ooch, siehste doch. Willst du ooch n Bier?
Lass mal.
Ick trink ja nicht mehr.
Hallo Holger. - Hallo.
Sie haben den versoffenen Stolle verhaftet.
Wenn du mich fragst, der war et ooch.
Sieht man wat? - Nee, allet duster.
Die haben deinen Alten verhaftet.
Ick wee�. Aber der war et nicht. Der ist nur gewaltt�tig zu mir.
Sonst ist der zu feige.
Aber Hauptsache, der ist weg.
Kannst du deinen Vater fragen, ob sie ihn im Knast behalten?
Der hat mich so misshandelt.
Det reicht f�r 3-mal lebensl�nglich.
Wenn der nicht rauskommt, dann ist det mein Auto.
Ick wasch hier praktisch mein eigenet Auto. Kiek mal.
Sein Bier ist jetzt mein Bier.
Aber ick trink nur so viel, wie ick vertrage.
Ick mach weiter. Machs jut, Holger. - Mach jut.
Meinst du, dass der Stolle das war?
Die Frau wird jedenfalls froh sein, dass er weg ist.
Solange man keine Beweise hat, kann man nichts sagen. T�rklingeln
Kannst deinem Sohn mal wieder die Haare schneiden.
Guten Abend. - N Abend Frau Stolle.
(schluchzend) Tschuldigung.
Kommen Sie erst mal rinn.
N Abend Frau Stolle.
Grad haben wir von Ihnen gesprochen. - Setzen Sie sich.
Tee mit Zitrone?
Danke, aber wenn ich was trinke, muss ich noch mehr heulen.
Genosse, Sie m�ssen mir helfen, er war es nicht.
Ich bin ihn suchen gegangen.
Als er in der Nacht nicht nach Hause kam, bin in Fisch-Winklers Laden.
Der war noch offen, nachts um 3.
Da lag Fisch-Winkler aufm Boden. Ich dacht, besoffen, und bin weiter.
Sie waren in seinem Laden? - Hab ich doch gesagt.
Aber nur geguckt. - Was f�r ein Verh�ltnis hatten Sie zu ihm?
Ich war Kundin.
Aber nur Fisch, keenen Alkohol.
Frau Stolle, fassen Sie doch mal die Flasche hier an.
Nur anfassen.
Danke.
Vielen Dank.
Kommen Sie.
Ich werd mich in den n�chsten Tagen bei Ihnen melden.
Sie k�nnen mir vertrauen.
Das wird sich alles aufkl�ren.
(Frau Stolle) Wiedersehen.
Auf Wiedersehen.
Sag mal, wat war n det?
Fingerabdr�cke.
Reine Routine. - Bist du v�llig...
Die Frau kommt voller Vertrauen zu dir.
Und du ziehst hier so ne Show ab.
Ich bin nur einem Verdacht nachgegangen. - Wat n f�r einer?
Motive sind manchmal nicht so einfach zu durchschauen.
Du bist krank. Du bist so krank. - Wieso bin ick krank?
Weil du nur krank bist. Nischt weiter.
(T�r knallt)
(sie singt) * Sein M�del kam...
Ganz leise gab sie...
...ihm die Hand.
Die janze Hand.
Und noch viel mehr. *
T�rklingel
Tach Oma. - Jut, dass du endlich da bist.
Na?
Nicht ganz.
Egal jetzt.
Soll ich nicht mitkommen?
Nee, lass mal. Heute nicht.
Wenn Rudi wach wird, mach dem die Linsen warm.
Tsch�s.
Opi, ich hab dir Linsensuppe warm gemacht.
Soll ich dich f�ttern? - Keenen Appetit.
Ne Tasse lauwarmes Wasser? Ist gut f�r den Stuhlgang.
Wat soll mit Stuhlgang? Bier w�r mir lieber.
Aber vorher will ich was wissen. - Wat denn?
Du warst doch im Feuermelder.
An dem Abend, als Fis... - Dir haben sie wohl ins Gehirn jeschissen.
Dein Splitter, wandert der wieder? - Wat denn sonst?
Wo ist er gerade? - W�sst ick ooch gerne.
Warum hast du ihn nie rausoperieren lassen?
Ick lass mir doch von Kommunisten nicht die Birne aufmachen.
Die haben mir det Ding reinjeballert im Krieg.
Den Winkler, den haben janz andere aufm Jewissen, den alten Nazi.
Ob man heute so weit ist, den Scheintod auszuschlie�en?
Wenn Sie verstehen, wat ick meine.
Grunds�tzlich w�rd ick sagen, nein.
Det hie�e also, det hier ooch Scheintote liegen.
Inzwischen werden sie ja verstorben sein.
Aber grunds�tzlich meine ick.
Man muss die Gr�ber uffmachen und nachkieken.
Wo ein verrenktes Skelett liegt, war ein Scheintoter.
Ick frage mir, ob eener meiner M�nner scheintot war.
Sie k�nnten Matze Schmeling sein Grab �ffnen lassen.
So wichtig ist mir det nun ooch nicht.
W�r ja ooch nischt mehr zu �ndern.
Oder wir kieken mal heimlich nach.
Sie sind mir eener.
Fr�her haben sich die Menschen ne Klingel ans Grab machen lassen.
Dann brauchte der Scheintote blo�... Dann hat det oben jebimmelt.
Der Sarg der Zukunft m�sste ne elektrische Klingel haben.
Ick pl�diere f�r Sensoren.
Wenn da der Scheintote atmet, ert�nt ne Sirene.
Sensoren? Wat soll n det sein? - Det sind so ne neuen Apparate.
In Amerika haben sie die schon.
Die zeigen allet an, wat so passiert.
Wissen Sie, mit Ihnen kann man sch�ne Gespr�che f�hren.
Mit Ihnen ooch.
Also denn, bis bald.
Jut, bis bald.
Tsch�s. - Tsch�s dann.
Na, Holger, willst mir noch n St�ck begleiten?
Fisch-Winkler, war das n alter Nazi? - Und wat f�r eener.
Der hat sogar manchmal det verbotene Nazilied gesungen.
(singt leise) * Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen.
SA marschiert im gleichen Schritt und Tritt. *
Ekelhaft, wa?
In der Schule sagen sie, Nazis sind historisch �berwunden.
Deshalb gibt es sie nicht mehr.
Kann nicht sein, wat nicht sein darf. Kennst du das Sprichwort?
Nee.
Det war die Parole von den Nazis.
Leider ist et inzwischen bei uns nicht anders.
Aber da tut sich wat.
Komm mal mit.
Ick will dir wat zeigen.
Kiek mal hier. Hab ick uff der Stra�e jefunden.
Das ist ein waschechtet Flugblatt.
Machs jut, Holger.
Nischt f�r ungut.
T�rklingeln
Kommt rein, Genossen, seid willkommen.
Wollt ihr was trinken?
Danke, wir habens eilig.
Und? - Ich hab was f�r euch.
Ist dienstlich.
Frau Stolle war in der Tatnacht in Erich Winklers Laden.
Er lag schon reglos aufm Boden, sagt sie.
Ich dachte, ein Vergleich der Fingerabdr�cke w�re kein Fehler.
Da sind die Fingerabdr�cke von Frau Stolle drauf.
Bist noch bei Sinnen?
Was bildest du dir ein,
in diese Weise in die Ermittlungen einzugreifen?
N Abend.
N Abend.
Hier, Junge.
Wei�t ja, wo der M�lleimer ist.
Wiedersehen.
N kranker Versager biste.
Ich nehm meine Verantwortung wahr.
Ick will nur noch weg von hier.
Wohin denn?
Ick jeh in den Westen.
Ick hau ab. - Wie denn?
Wee� ick noch nicht. Aber wenn icks wee�, werd ichs dir nicht sagen.
Musik
Komm doch mal n bisschen schneller.
Ick war sowieso gerade hier.
Der arme Fisch-Winkler. Der hat keenen jehabt, der ihn jeliebt hat.
So ist et wohl gewesen. - Keen Wunder bei dem.
Du hast ooch keenen.
Kannst froh sein, wenn wenigstens wir dastehen, wenn du dran bist.
Aber vorher wirst du wohl dranne sin.
Nu ist aber gut.
Wir sind hier aufm Friedhof, nicht beim Saufen.
Junge, du schwitzt ja.
Komm mal her.
Dass dir nicht erk�ltest.
Gleich noch mal datselbe, bitte.
So schnell kann ick gar nicht servieren.
H�tts mir mal sehen sollen, wo ick noch 2 Beene hatte.
Ick war n Flinker.
Na, Karl, n Klaren zum Bierchen?
Nee, lass mal. Bring mir mal das Selters.
Und f�r Otti und ihren Enkel ooch eene.
Das ist doch mal n Wort.
Mensch Kalle, du trinkst ja wirklich nischt mehr.
Nicht, det wir uns sorgen m�ssen. - Im Gegenteil.
Guckt euch den mal an!
Der Schlussstrich unter das Leben von Erich Winkler.
Ist das nicht n Prachtexemplar?
Hol doch mal...
Oh, det ist ja ein Fisch. Karl, komm mal kieken.
N Abend.
Aber nicht, dass du wieder einpinkelst.
Musst mir nur rechtzeitig n Eimer bringen.
N Abend allerseits. Machst du mir 2 Klare?
Holger, wat machst du denn hier? - Wat machst denn du hier?
Mal unter Menschen kommen. Und du?
Ich bin in Begleitung von Herrn Wegner.
Angenehm. - Ebenfalls.
Wie sagt man so sch�n: Auf einem Bein kann man nicht stehen.
Wat ist denn mit dir los?
Holger, ick glaube, es ist besser, wenn du nach Hause jehst.
Von mir aus kann er hierbleiben.
Du solltest erst mal wat essen. Rita?
Habt ihr noch wat von dem Karpfen? - Nat�rlich.
Morgen ist ooch noch n Tag, wa?
Tsch�s.
Musik und Gesang
* Das sch�ne St�dtchen, in dem wir wohnen,
ist noch genauso jung wie wir.
An hellen H�usern und bunten G�rten geh ich an jedem Morgen vorbei.
Dann seh ich, wie das Sonnenlicht sich in den gro�en Fenstern bricht.
Und sehe auch im Handumdrehen... *
N doppelten Wodka, bitte.
* Es fing auch alles erst an. *
Danke.
Na, sch�ne Frau, wollen Sie mit mir tanzen?
Kommen Sie.
Musik
Sch�ne Luft, die jibts in keener Kneipe.
Und dieses sch�ne Rauschen.
Det sind die Seelen von den Verstorbenen.
Wat ist, wenn et st�rmt?
Dann sind eben viele gestorben, ist doch logisch, oder?
Wie gehts denn Rudi? - Na ja, jut geht et ihm nicht.
Wat sacht er denn so? - Wat soll er sagen?
Ja, wee� ick nicht.
Rudi hat mir hoch und heilig geschworen,
dass er nicht bei Fisch-Winkler war.
Dann wird det schon stimmen. Wenn er et geschworen hat...
Sie meinen nicht... Ick meine...
Det Rudi den Fisch-Winkler... - Nee, nee, nee, nicht der Rudi.
Der macht so wat nicht.
Ich hab manchmal so schlechte Gedanken.
Ick sch�m mir richtig.
Danke.
Karl?
Gern geschehen, Otti.
Tsch�s denn. - Tsch�s.
Musik
Ick muss noch mal kurz weg.
Rendezvous, geht janz schnell.
Ick nehm ooch so n Eierlik�r.
Tach Mutti. - Tach. Endlich.
Gibts was zu feiern? - Du scheinst ja schon gefeiert zu haben.
Wenn es nischt mehr zu feiern g�be,
k�nnt ich mir gleich n Strick nehmen.
Lass uns nicht streiten.
Wenn der Junge nicht w�r, w�r ich schon l�ngst �ber alle Berge.
Wie machst du det nur, dass dir immer die Kerle wegsterben?
Ick bitte dir.
Wartest du noch auf wen? - Bodo.
Hat mir gerade noch gefehlt. - Wie redest du �ber deinen Bruder?
Muttis Liebling, nur k�mmern tut er sich nicht um Mutti.
Bodo.
Mein Junge.
Det ist sch�n, dass de jekommen bist. Setz dich.
Tach Renate. - Tach.
Was los? Ist Rudi gestorben?
Fang du ooch noch an.
Sch�n, dass ick euch beide mal wieder bei mir hab.
Nimmst du ooch n Eierlik�r? - Na klar.
Hallo Holger, wat rennste so?
Muss zur Oma, Eiscafe Striegel.
Ick wee�, ick wee�.
Wusstest du, dass der Zickenbart mal mit Josef G�bbels, dem Nazi,
uff eener Trib�ne jestanden hat? - Nee.
Damals gings gemeinsam gegen die Sozialdemokraten.
"Der Feind meines Feindes ist mein Freund", altet Sprichwort.
Sp�ter, als die Nazis an der Macht waren, det war 1933,
ist der Zickenbart nach Russland, zu Stalin, dem Verbrecher.
Da haben se massenweise Kommunisten umgebracht.
Die wahren, wirklichen, ehrlichen Kommunisten.
Woher wissen Sie das alles?
Man kommt viel rum, nicht?
Und immer die Augen und Ohren offen halten.
Tach Holger, alles in Ordnung? - Hallo Holger.
Wei�te, womit de die Frauen beeindrucken kannst?
Mit Geheimnisse.
St�rmisch ist die Nacht, Kind im Grab erwacht.
Lass dir Zeit, Mutti.
Seine schwache Kraft es zusammenrafft,
mach et auf jeschwind, ruft det arme Kind.
Sieht sich �ngstlich um, finster ists.
Na, Holger.
Endlich.
Na komm, nu setz dir hin.
Onkel Bodo.
Willste wat trinken? - Apfelsaft.
Ick hab det Gedicht von einem Mann.
Wie soll ick sagen?
Ick glaube, ick bin verliebt.
In wen denn?
Ick h�tte nie gedacht, dat der mein Herz erobert.
Karl Wegner, so hei�t er.
Ist doch einer von den Suffk�ppen ausm Feuermelder.
Er trinkt nicht mehr. - Du kannst et ooch nicht lassen.
Na denn.
Wat ist mit dir los?
Egal, ob det mit euch wat wird oder nicht...
Ick beneide dir.
Deine Omma, wa?
Je oller, je doller.
Willst du wirklich in den Westen?
Was fragst n du f�r Fragen?
W�rd ja schon gerne.
Aber ob ick mir da zurechtfinde?
Ohne dich geh ich eh nirgends hin.
Det bleibt aber unter uns.
Machste aus?
Rudi, ick muss dir wat sagen.
Ick h�tte nicht gedacht, det mir so wat noch mal passiert.
Ick wee�, ist kein feiner Zug von mir.
Aber...
...passieren manchmal Dinge, die sind nicht zu globen.
Wat soll ick sagen?
Rudi, ich muss dir verlassen.
(er schnarcht)
Det gibt et doch wohl nicht, det darf nicht wahr sein.
Sei wenigstens leise.
Mann.
Und hier sehen wir Personen westlicher Geheimdienste
Flugbl�tter austauschen.
Um die Prager Bev�lkerung auf den Weg der Konterrevolution zu bringen.
Aber die sozialistische Staatengemeinschaft
ist wachsam genug, um sofort Einhalt zu gebieten.
Und hier seht ihr die ruhmreiche Sowjetarmee...
...in v�lkerfreundschaftlicher Eintracht...
...mit den tschechoslowakischen B�rgern.
So.
Das alles, diese konterrevolution�re Unternehmung
des "Prager Fr�hlings" und ihre Zerschlagung
sind ein Beleg f�r unsere deutsch-sowjetische Freundschaft.
Unter F�hrung des Genossen Leonid Breschnew
und unter F�hrung unseres Genossen Walter Ulbricht.
Holger.
Holger.
Sag mal, gehts dir nicht gut?
Walter Ulbricht, der stand doch mit G�bbels, diesem Nazi,
auf einer Trib�ne.
Wie bitte?
Was soll n des?
Von wem hast n du des?
Musik
Wer solche Unwahrheiten in die Welt setzt,
der m�chte nur unserem Staat schaden.
Verstehst du des, Holger?
Von wem hast du das?
Habs geh�rt, wei� nicht mehr, wo.
Wenns dir einfallen sollte, sagste mir Bescheid.
Haben wir uns verstanden?
Stimmt das mit Ulbricht und G�bbels? - Von wem hast n det?
T�rklingeln
Was n los mit dir?
Komm mit, aber erschreck dir nicht.
Was hat er denn?
Nischt hat er, tot ist er.
Gestern Abend wollt ich ihm allet mit Karl beichten.
Da f�ngt er an zu schnarchen, det mir bald det Trommelfell platzt.
Da hab ick ihm, nicht doll, nur n bisschen,
mit m Ellbogen inne Rippen.
Da war er ruhig, und ich konnte schlafen.
Aber ick hab ihn doch nicht umjebracht, oder?
So kann man doch keenen umbringen.
Pass uff.
Heute ist der 01.12. Hab ick recht? Heute kann ich Rudis Rente abholen.
Aber nur, wenn er noch lebt, verstehste, wat ick meine?
Au�erdem ist et hier k�hl, da h�lt er sich.
Pass jut uff ihn auf, ick bin bald zur�ck.
Gr�upchen mit Rindfleisch steht uffm Herd.
Allet klar, Holger?
Ick hab Doktor Klemm mitgebracht.
Wann jenau soll der Tod eingetreten sein?
Kurz vor 9.
Herzversagen.
Hat ja auch jesoffen wie n Weltmeister.
Karl dagegen, den sieht man nicht mehr im Feuermelder.
Will wohl 100 werden, hm?
Mein Beileid. - Danke.
Ist jut, ick find allein raus.
Mein Gott, wo blo� der Bodo bleibt?
Wundert mich nicht, wenn der nicht kommt.
Der war mit Rudi nie ein Herz und eine Seele.
Werd ich mein Lebtag nicht vergessen,
wie Rudi zu ihm gesagt hat:
Ist dir beim Briefeaustragen von nem K�ter der Schwanz abjebissen worden
oder bist du hormonsexuell? - Schluss jetzt.
Ick will dieset Wort nicht h�ren.
Au�erdem, vielleicht ist er det jar nicht.
Wer kann det sagen?
Da kommt er ja.
Bodo, mein Junge, da ist er, der l�sst mich nicht im Stich.
Musik
Werte Trauergemeinde.
Wir gedenken des verstorbenen Rudolf Henschel.
Der ein Kind der unterdr�ckten Arbeiterklasse war.
Und die Kriege unseres Jahrhunderts
als eine schwere und leidvolle Erfahrung ertragen musste.
Hat doch immer geschw�rmt vom Krieg.
Daf�r fand er in der tiefen Liebe zu der ihm zugetanen Ottilie
sein sp�tes, aber umso gr��eres Gl�ck.
Wat hast n du dem erz�hlt?
So kam seine Neigung zum geselligen Beisammensein im Alter
mehr und mehr zum Ausdruck.
In dieser Eigenschaft durfte man Rudolf Henschel
als einen allen Generationen gegen�ber offenen Menschen sch�tzen.
Wat redet der denn da?
Und auch Bodo, dem Erstgeborenen seiner geliebten Gattin,
war der Verstorbene zugetan.
Er bedauerte es sehr, seine Gef�hle in dieser Hinsicht
nicht so zeigen zu k�nnen, wie er es im tiefsten Innern seines Herzens
immer wollte.
Wat erz�hlen Sie da?
Wo andere n Herz haben, hatte der n Granatsplitter.
Hast ja recht.
Aber so schlimm, wie du sagst, war Rudi nicht.
Hat eben nicht verstanden, dat du keene Frau hast.
Das ist meine Sache.
Das ist einzig und allein meine Sache.
Au�erdem hatte er n Splitter im Kopp, nicht im Herz.
Du kannst Mutter nischt als Kummer machen, wa, Bodo?
Sch�men sollteste dir.
Reden Sie weiter, ich entschuldige mich
f�r das unverst�ndliche Benehmen meiner Familie.
Du hast se wohl nicht mehr alle.
Unverst�ndliches Benehmen, det ist et, Renate.
Du wee�t doch, wie Bodo ist.
L�sst er sich erst wieder blicken, wenn ick beerdigt werde.
N Mutters�hnchen ist er.
Der arme Junge hats so schwer mit seiner Hormonsexualit�t.
(Pfarrer) Dann kann ich wohl weitermachen.
Unser teurer, dahingeschiedener Rudolf Henschel,
ein offener, wacher Mitb�rger unserer sozialistischen...
Nu reicht et aber.
Det Gequatsche hat Rudi nicht verdient.
Wat hast du mit dem besprochen?
So ne Rede muss was Feierliches haben.
Du hast se wohl nicht mehr alle.
Karl, bitte, nimm die Urne.
Musik: "Kein sch�ner Land"
Wenn das hier bekannt wird, Sie tragen die Verantwortung.
Rudi, machs jut.
Du hast gesagt, die Frisur w�rde mir stehen.
T�rklingeln
St�rmisch ist die Nacht, Kind im Grab erwacht.
Seine schwache Kraft es zusammenrafft.
So.
Heute essen wir mal sch�n inne Wohnstube.
Tach Holger. - Tach.
Gr�upchen war schon immer det Essen der Proletarier.
Der proletarischen Revolution�re.
Sie meinen die wahren Kommunisten? - Klar.
�brigens kannste langsam Du zu mir sagen, ich bin Karl. - Holger.
Als ick damals mit m Spartakusbund die Stra�e langgezogen bin,
1918 war das, und gegen die Regierungstruppen gek�mpft habe...
Oder 1920, als wir gegen den reaktion�ren Kapp-Putsch
gek�mpft haben, da war keen Ulbricht dabei.
Oder eener von den anderen Bonzen.
(er singt)
* Das Volkes Blut verstr�mt in B�chen,
und bittre Tr�nen rinnen drein.
Doch kommt der Tag, wo wir uns r�chen.
Dann werden wir die Richter sein. *
Du mit deine Politik. - Det is von Rosa Luxemburg, ja.
Wat haste denn, kieck mal an, wie der rinhaut.
Der hat doch Appetit, der Junge. Agieren statt reagieren.
Det war unsere Devise.
Det war Rudi.
Jetzt hat er sich noch mal gemeldet.
Alle meine M�nner haben sich noch mal gemeldet von oben.
H�tt ick ihm nicht zugetraut, alle Achtung.
Rudi war eben n feiner Kerl.
Auf den konnte man sich verlassen.
Wee�te, wat ich glaube, Karl?
Ick glaube, ick hab dir damals schon gesehen,
als de mit dem Spartakusbund durch de Stra�en.
Als die Kugeln geflogen kamen.
Und ick oben hinterm Fenster.
Schnell musste man sein und dabei selber schie�en.
Agieren statt reagieren.
Wat ist heute, wer h�lt heute det Erbe von Spartakus uffrecht?
Det sind die Studenten von dr�ben, die gegen die Nazis k�mpfen.
Det sind die wahren Kommunisten.
Wat, die ollen Kerle mit die langen Haare?
Und immer diese bl�de Ho-Ho-Ho-Chi Minh.
Glaubste wohl selber nicht.
Meinste, die haben den Fisch-Winkler?
Da siehste, wat de anrichtest.
Na, w�schste dein Auto?
Oh, Tschuldigung.
Die haben ihn rausgelassen.
Die h�tten ihn foltern sollen, dann h�tt er gestanden, die Ratte.
Tut mir leid. - Der kommt in n Knast.
Das schw�r ick dir.
Wartest du auf jemanden?
Geh schon mal nach Hause, ich komm gleich.
So, ab mit dir.
Tag.
Sag mal, Gundorff, wie oft bist du eigentlich vorbestraft?
Einmal, das wisst ihr doch.
War mir grad entfallen. K�rperverletzung.
Immerhin haben Sie sich
an einem Vertreter der Staatsmacht vergriffen.
Er hat randaliert, hat er ne Pr�gelei angefangen.
Das hat der Hauptmann anders erz�hlt.
Wir wollen nicht streiten.
Der Genosse J�rgens w�rde Ihnen gerne noch was sagen.
Was wir von Ihnen wollen, ist Ihre Mitarbeit.
Halten Sie die Ohren offen, stellen Sie Fragen, unauff�llig.
Ist doch besser, als wenn wir das Gesockse
aufs Revier bestellen, und das spricht sich rum.
Wovon gehen wir aus?
Wir gehen davon aus,
dass der oder die Verd�chtigen im Fall Erich Winkler
hier im Feuermelder verkehren.
Darum gehts. - Ist doch wunderbar.
Ich denke, Herr Gundorff hat verstanden.
Wiedersehen.
Mann, Jochen, h�r uff.
Wieso? Vielleicht fang ich erst an.
Ick bin der letzte Arsch.
Die Bullen k�nnen mit mir rumspringen, wie sie wollen.
Halt dein Mund. - Kann ick nicht.
Wisst ihr, was die Kripo von mir verlangt hat?
Ick soll mir umh�ren, wer den Fisch-Winkler umgebracht hat.
Unter euch, unauff�llige Fragen stellen.
So, det musste raus, ick kann so wat nicht f�r mich behalten.
Ooch wenn ich deshalb wieder in n Knast muss.
Von uns verr�t dir keener. - Ist doch klar.
Nazi-Methoden sind det.
Beruhige dich, bist grade auf Freiersf��en,
du sollst gesund bleiben.
Wie soll ick da gesund bleiben?
Zahlen.
Musik
Was haben Sie in West-Berlin gemacht?
Wat schon?
Sieht man doch, oder?
Ein Weihnachtsbaum.
Weiter.
H�ren Se mal, ist doch nicht Ihr Ernst.
Gef�llt nicht? Ist doch wunderbar.
Kieck mal, Karl, die werden von Jahr zu Jahr platter.
So ne sch�ne Tanne gibt et nur im Westen.
N Abend.
Die Oberleutnants der Kripo. Jetzt haben sie eine Ermittlungsspur.
Nur, dass die Spur von selber kam, ein Bekennerschreiben.
"Zum Ableben des Erich Winkler" haben se geschrieben.
Was steht da drin?
Zun�chst ist bemerkenswert, dass die T�ter
Buchstaben aus einer Zeitschrift ausgeschnitten und
auf ein Blatt Papier geklebt haben.
Somit ist die Analyse der Handschrift nicht m�glich.
Wenigstens wei� man, dass die Buchstaben
aus der westdeutschen Zeitung "Stern" stammen.
Ich hab den Bericht gelesen,
dagegen sind die Schriften von Marx und Engels gar nichts.
Der revolution�re Studentenbund "Kommune 25" aus Berlin
sieht sich gen�tigt, in der DDR die �berbleibsel
der deutschen Vergangenheit zu beseitigen.
Tod den Nazis.
Hat sich einer n Scherz erlaubt.
Es k�nnte auch ein Indizienbeweis sein.
Agieren statt reagieren.
Was n mit dir los, Junge?
Nischt.
T�rklingeln
Tach Oma. - Tach.
Ist Karl da? - Klar.
Tach Karl.
Wat sagste dazu? Alle Nadeln ab, �ber Nacht.
Wat bei uns die Bonzen sind, ist im Westen det betr�gerische Kapital.
Det h�tt ich nicht gedacht, dat Karl recht hat.
Det sind doch alles Gauner, da dr�ben.
Jetzt passt mal uff,
jetzt schlagen wir dem Kapitalismus n Schnippchen.
Otti, Lametta.
Holger, Aktion Tanne.
Det wollen wir doch mal sehen.
Sieht viel besser aus.
So, jetzt gibts wat, zur Feier des Tages.
Kommune 25.
Sagt dir das was? - Wo hast n det her?
Der revolution�re Studentenbund "Kommune 25" aus Berlin
sieht sich gen�tigt, in der DDR die �berbleibsel
der deutschen Vergangenheit zu beseitigen.
Tod den Nazis.
Klingt interessant.
Kennste die?
Hast mir doch erz�hlt von den Studenten,
die gegen die Nazis k�mpfen.
Ick kenn nur Kommune 1,
die sind in West-Berlin und k�mpfen gegen Kapital.
Indem se n Tag nischt anderes machen als Gruppensex.
Gruppensex gegens Kapital? - Ist doch klar.
Wenn eener n ganzen Tag Sex hat, hat er keene Zeit f�r Arbeit.
Det ist quasi gegen Kapital.
Capito?
Uff den sch�nen Baum.
Prost. - Zum Wohle.
Nu kieck nicht so, det ist heut mal ne Ausnahme.
Na? Klitzekleener Schluck.
Tach Burkhard, wat solls sein? - Allet ab.
Wat? Glatze?
Wat sagt dein Vater dazu? - Ist mir egal.
Und wenn er dir wieder verkloppt?
Ich sag doch, ist mir egal.
Tach Frau J�rgens.
Na, heute janz ohne den Kollegen? - Ganz ohne den Kollegen.
Ick muss los, Tschuldigung.
Ist jut.
Frau J�rgens.
Haben Sie was bemerkt?
Nee.
Irgendwas, was mir helfen k�nnte?
Nee.
Sie haben so n besonderen Blick.
Ist mir schon aufgefallen.
Sie sind nicht gerade vom Gl�ck verfolgt, was Ihren Mann betrifft.
Ick hab zu tun.
Wenn Sie sich die Haare schneiden lassen wollen,
lassen Sie sich n Termin gegen, ja.
Wiedersehen.
Musik
Ich glaub, das ist was Verbotenes.
Leute, bitte hebt die Sachen auf und liefert sie bei mir ab.
Aufheben und abliefern, bitte.
Einsammeln und abgeben, bitte.
Auf gar keinen Fall behalten.
Jeder Zettel.
Wir sind eingetroffen.
Da, das kam von da oben.
Das ist n Kind und kein Staatsfeind.
Gehts dir gut?
Alles gut? - Ja.
Gehts?
Sicher?
Die Welt ist ziemlich schei�e, mein Junge.
Unruhen, Proteste, Kriege machen nicht mal vorm Sozialismus Halt.
Aber die Kommune 25.
Die sind gegen die Nazis.
Vielleicht haben die die Flugbl�tter geworfen.
Da haben die von der Kommune 25 aber ne Rechtschreibschw�che.
Vielleicht hat es was zu bedeuten.
Mensch, Otti, det ist wie Weihnachten.
Klar, det ist Training f�r Weihnachten.
Ick muss blo� schnell uff Klo, fangt ruhig an.
Es gab wieder diese Flugbl�tter. Russen raus aus Prag.
Hab schon geh�rt. - Diesmal mit Rechtschreibfehlern.
Vielleicht hat das was zu bedeuten.
Vielleicht sind die von der Kommune 25.
Die Kommune kann nicht f�r allet verantwortlich sein.
Bin gespannt, welcher Nazi als N�chster umgebracht wird.
Wee�te, du bist wie icke.
N Revolution�r, der von eener gerechteren Welt tr�umt.
Wer nicht tr�umt, der ist lebendig begraben.
Scheintot.
Du musst blo� aufpassen.
Wenn jemand rauskriegt, dass ick dir von der Kommune erz�hlt habe...
...dann bin ick dranne.
Haste verstanden?
Ihr sagt gar nischt, habt ihr �ber mir geredet?
Schmeckt et?
Hau ab.
Hallo Holger - Hallo.
Liebe Sch�ler.
Liebe Genossen.
Aus gegebenem Anlass kommen wir
zu dieser au�erordentlichen Versammlung zusammen.
In den letzten Wochen haben sich
die Propaganda-Aktionen des Klassenfeinds geh�uft.
Frag sie doch mal wegen Ulbricht und Nazi-G�bbels.
Dann wird se wieder ganz nerv�s. - Quatsch nicht so viel.
...Sowjetunion verunglimpfen.
Wie kommt mein Alter in n Knast,
das ist das Einzige, was mich interessiert.
Vielleicht ist er doch der M�rder.
Der sch�ttet sich nur zu, det muss n Grund haben.
Er ist nicht der M�rder? - Wieso nicht?
Wee�t immer alles, wa? - Sei leise.
...einen verheerenden Dritten Weltkrieg.
Vielleicht war er et doch.
Er wars nicht.
Du tust, als wenn du allet wee�t.
Deine Geheimnistuerei, du Arsch.
Frag ihn mal nach der Kommune 25.
Tod den Nazis, da w�rd er bl�d aus der W�sche gucken.
Kommune 25? Tod den Nazis?
Holger. - Nicht so laut.
Hast du ne Meise?
Holger J�rgens, was ist los?
Steh bitte auf.
Na los, erz�hl doch mal.
Kommune 25, wat ist n det?
Det hast von dem Alten, he?
Ich wee� sogar, wie der hei�t, Karl Wegner hei�t er, der Sack.
Det is ner Neue von deiner bl�den Oma.
Halt die Fresse.
Hallo Holger, wat rennste denn so?
Wat haste denn?
Musik
Gehts dir besser?
Tee mit Honig.
Ist nicht einfach mit so ne Eltern, wa?
Einmal hatte ich die Koffer schon jepackt.
Aber Oma hat mir jut zugeredet.
N Polizist, det steht f�r Ruhe und Sicherheit, det brauchste.
Det haben wir davon.
Mensch, Kalle, kommst ja gar nicht mehr.
Ick hab extra Selters kommen lassen. Wer soll det trinken?
Ick muss nachdenken. - Wat musste denken?
Vielleicht kann ick dir helfen.
Ick denke �ber Emigration nach, da kannste mir nicht helfen.
Und ick denke �ber die Arbeiterbewegung nach.
Und warum immer allet schiefgegangen ist.
Allet.
Wat wir uns ertr�umt haben.
Ist immer allet schiefgegangen.
Eigentlich immer.
Frohet Fest.
Wenn dir schlecht wird, legste dir bei Oma aufs Kanapee.
Frohe Weihnachten.
Hallo.
Herzlich willkommen und frohe Weihnachten.
Frohe Weihnachten.
Sch�n, dass du wieder gesund bist, Holger.
Sch�ne Jacke. - Mein Weihnachtsgeschenk.
Ist ja noch det Preisschild dranne.
Sch�ner Weihnachtsbaum, mal wat anderes. - Det ist Karl seine Idee.
Setzt euch.
Aber ich m�chte noch warten. - Auf Bodo?
T�rklingeln
Siehste, det ist er.
Fr�hliche Weihnachten.
Das ist Berthold.
Hallo, ich bin der Berthold, frohe Weihnachten.
Das ist Berthold, mein Freund.
Wat studieren Sie so?
Wegen der langen Haare?
Nee, ick bin Postbote, so wie Bodo.
Kennen Sie Bodo von der Arbeit? - Nee, ick arbeit in Charlottenburg.
Eigentlich m�sste mein Mann Meldung machen
wegen unerlaubten West-Kontakts.
Aber weil Weihnachten ist, kann man von absehen, nicht wahr?
Wo habt ihr euch kennengelernt? - Na hier im Osten.
In der Schoppenstube. - Hat gleich gefunkt.
Sch�n.
Vielleicht wollen wir erst mal n Kirsch?
Nehmen Se Platz.
�brigens, Klaus-Dieter...
Renate.
Ick bin Otti.
"�berholen ohne einzuholen",
das ist der Leitspruch des Genossen Ulbricht.
Mit deinen langen Haaren k�nntest du auch einer sein
von der Kommune 25. - Bleib aufm Teppich.
Ach, bei uns gibt et doch Kommunen wie Sand am Meer.
Und jetzt singen wir mal n flottes Lied f�r die liebe Otti,
bevors an die Geschenke geht.
(alle singen)
* Es war einmal ein treuer Husar.
Der liebt sein M�del ein ganzes Jahr. *
T�rklingel
Der Weihnachtsmann.
* Die Liebe nahm kein Ende mehr. *
N Abend allerseits, frohes Fest.
Wir haben gerade angefangen zu singen. - Wir st�ren nicht lange.
Herr Wegner, Ihr Hauptaufenthaltsort ist die Wohnung von Frau Henschel.
Warum haben Sie sich nicht umgemeldet?
Ich habs mir vorgenommen f�r die Tage nach Weihnachten.
Das kann ich best�tigen.
Det ist gekl�rt, oder? - Wir wollen Bescherung machen.
Ohne Herrn Wegner, den m�ssen wir mitnehmen.
Wozu det?
N Verh�r, nichts weiter.
Sie k�nnen ihn doch auch hier verh�ren.
Halt die Klappe, Genosse.
Lassen Sie meinen Mann in Ruhe.
Karl.
Bin gleich wieder da, ist n Missverst�ndnis.
Unbescholtene B�rger bel�stigen, das hat nichts mit Sozialismus zu tun.
Was ist mit dir los, du Pfeife?
M�rder.
Gib mal n Tuch.
Mensch.
Meine Lippe. - Die ist richtig uff.
Mutti, haben wir Eis?
Irgendwat blutet hier. - Kannste uffstehen?
Tach Herr J�rgens.
Jetzt l�sst der sich schon von seiner Frau verkloppen.
...und zur Strafe Schreibstubendienst in Pankow.
Karl soll Fisch-Winkler umgebracht haben.
Er soll auch das Bekennerschreiben angefertigt haben.
Kommune 25.
Die Kripo dachte, irgendwelche West-Studenten treiben ihr Unwesen.
Ick ooch.
Gepolter
Musik
Ich muss Ihnen was sagen.
Karl Wegner, der wars nicht.
Rudi wars, mein Stief-Gro�vater, der gestorben ist.
Er hats mir verraten.
Wann hat ers dir verraten?
Kurz bevor er gestorben ist.
Es war das Letzte, was er gesagt hat.
Lass die Toten ruhen.
Jetzt verschwinde.
Ich habs mir ausgedacht mit der Kommune 25.
Tod den Nazis.
Und an die Polizei geschickt.
Wir haben die Zeitschrift Stern,
aus der Karl Wegener die Buchstaben ausgeschnitten hat.
Wir haben seine Fingerabdr�cke und sein Gest�ndnis.
Jetzt ab nach Hause.
Musik
Karl ist tot.
Herzversagen.
Na, komm her.
Setz dir hin.
Karl hat mir n paar Zeilen geschrieben.
Liebe Otti.
Nach dem Feuermelder bin ich mit Rudi zu Fisch-Winkler.
(Karls Stimme)
Nur wir 3 waren da.
Auf einmal fingen die sich an zu streiten.
Rudi br�llte: Warum stellst du meiner Frau nach?
Fisch-Winkler, nicht mehr n�chtern:
Ick stell nach, wem ick will, du Drecksack.
Da ging Rudi auf ihn los.
Fisch-Winkler packte ihn am Hals, ick dachte, det �berlebt Rudi nicht.
Da schlug ick mit ner Bierflasche auf Winklers Kopp.
Der fiel um, und wir sind schnell weg.
Det war n Fehler, aber wenn ick ehrlich bin,
um den Nazi war et nicht schade.
Da kommt noch wat.
Liebe Otti.
Auch Holger werde ich sehr vermissen.
Bestell ihm bitte einen revolution�ren Gru�.
Karl.
Ick hab dir von Karl was mitgebracht.
Bei dir ist et am besten aufgehoben.
Spartakusbund.
Karl Wegner.
1918.
Und wie jut der aussah, wa?
Ick meine, bis zum Schluss sah der jut aus.
Musik
Na, Holger, willste nicht rinkommen?
Nicht mehr lange, und du kriegst ooch Bier.
Prost, uff Kalle.
Hab nischt damit zu tun.
Hab so n Flugblatt nicht einmal in der Hand gehabt.
Ick hab nischt gegen die Russen.
Rot-Front, Holger.
Soll ick dir n Geheimnis verraten?
Ick war et, der die Flugbl�tter gemacht hat.
Heut hab ick die Polizei angerufen, anonym.
Der hat die Flugbl�tter vom Dach geworfen, hab ick gesagt.
Die sind zu uns und haben die Flugbl�tter gefunden.
Dann haben se Mutter gefragt, ob er so wat machen w�rde.
Die kieckt mich an und sagt Ja.
Burkhard.
Hier.
Hier, das Geld f�r die Flaschen kannste behalten.
Danke, Mutti.
Tach Holger.
Tach.
Wee�te, warum ick dir det erz�hle?
Weil ick dir vertraue.
Du verr�tst mich nicht.
Stell dir vor, wir haben Kommunismus.
Logisch, dass alle n Mercedes fahren.
Wenn den alle fahren, ist det nischt Besonderes.
Det ist wat Besonderes.
Wat denkste, wie die Weiber kiecken werden,
wenn wir unsere Runden drehen.
Warum haste ne Glatze?
Hatt ich schon lange vor.
Helf mir mal.
Mach det ja ordentlich.
Musik
H�rste det?
Det musste doch h�ren.
Det Klingeln.
Det Klingeln von den Scheintoten.
Von die Karl erz�hlt hat.
Und ick dachte, der meldet sich �berhaupt nicht mehr.
(Wind rauscht)
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