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Original subtitles

(Musik)

(Hupen)

Herr Bachmann? Sie sind doch der Reporter Bachmann?

Ja. Warum?

Ich komme von Cesar Boyd, ich soll Sie abholen.

Mich? Herr Boyd?

Ja, ja. Cesar Boyd. Ich warte schon seit 3 Stunden auf Sie. Kommen Sie.

Kennen Sie meinen Chef schon lange? - Nein.

Ich kenne ihn �berhaupt nicht. Habe ihn nie gesehen.

Sie wollen mich wohl verkohlen. Das glaube ich nicht.

Warum nicht?

Er w�rde mich nur f�r seine Freunde mit dem Cadillac 3 Stunden vorm Knast warten lassen.

Ich fahre ihn schon seit 20 Jahren. Ich kenne ihn doch. - Lange Zeit.

Kann man wohl sagen.

Ich war mit ihm in Amerika, in der Schweiz, in Frankreich, Spanien...

Er scheint ein unruhiger Mensch zu sein. - Das kann man wohl sagen.

Kein Sitzfleisch, �berhaupt kein Sitzfleisch.

Was sagt denn seine Frau dazu? - Er hat keine.

Da ist nur die Gustl in der K�che, und mit der bin ich verheiratet. Nee.

Der Chef hatte nie Zeit f�r solche Zicken wie Heiraten. Hat eben kein Sitzfleisch.

(Hupen)

Guten Tag, Herr Bachmann. Das hat aber lange gedauert. Bitte.

Bitte.

Kommen Sie doch herein.

Bitte nehmen Sie Platz, Herr Boyd kommt gleich.

Na, endlich! Endlich! Ich dachte schon, Sie kommen �berhaupt nicht mehr.

Ich bin Boyd. Sie kennen mich doch, oder?

War gar nicht einfach, Sie rauszukriegen. Aber wir haben es geschafft. Kommen Sie.

Ihnen habe ich zu verdanken, dass ich drei Monate vor der Zeit entlassen wurde?

Fangen Sie nur nicht an, sich zu bedanken. Geschenkt, mein Lieber, gern geschehen.

Greg Bachmann, der Sensationsreporter...

Aberjetzt gibt's erst mal was zu futtern.

Was wollen Sie?

Sie haben es eilig, was? Ran an den Feind. Ich bin genauso. Das habe ich sehr gern.

Also, was haben wir denn hier? Mmh! Wissen Sie, was das ist? Haferbrei!

Richtiger Haferbrei. Da staunen Sie, was? Haferbrei ist genau das Richtige...

nach 6 Monaten Gef�ngnisfra�. Auch, wenn Sie von einem Steak tr�umen.

Essen Sie, dann reden wir miteinander. - Wor�ber?

Misstrauisch?

Ich kann hinter lhrer sauberen Stirn lesen wie in einem Bilderbuch f�r 3-J�hrige.

Sie denken: Was will dieser Boyd von mir? Er will mich, Greg Bachmann, verschaukeln.

Stimmt's? - Stimmt.

Na, Sie drangen als erster Reporter ins Spandauer Kriegsverbrecher-Gef�ngnis ein!

Als franz�sischer Soldat verkleidet, sprachen Sie mit Hess, Speer und Schirach.

Um ein Haar h�tten Sie die Reportage des Jahres geschrieben.

Um ein Haar! - Und?

Mehr f�llt Ihnen nicht ein? Was denken Sie, warum ich Sie aus dem Knast geholt habe?

Ich will lhre Geschichte schreiben.

Also das ist es.

Dachte ich mir. - Sie wurden ertappt,

vor ein Milit�rgericht gestellt, lhr eigener Chefredakteur sagte aus...

und distanzierte sich von Ihnen. Lhre Kollegen versuchten bis zum Schluss,

Ihnen lhre Reportage abzujagen. Ich verstehe Sie gut. Sie sind verbittert.

Vergessen Sie es. Ich habe den besten Job, den Sie zurzeit kriegen k�nnen, f�r Sie.

Und der w�re? - Sie sollen mein Mitarbeiter werden.

Sagen Sie noch nichts, h�ren Sie zu.

Sie werden meine Arbeit kennenlernen. Ich habe 200 Bl�tter rund um die Welt,

f�r die ich st�ndig schreibe. Ich bin sozusagen Grossist in Nachrichten.

Ich handele damit wie andere mit Stahl. Aber: Ich verarbeite Edelstahl!

Meine Nachrichten sind genau, pr�zise...

zuverl�ssig.

Schriftlicher Vertrag? - Klar. Hoffentlich ersticken Sie daran.

Wann soll ich anfangen? - Wenn Sie mit dem Haferbrei fertig sind!

(Bachmann) Wir machten unseren Vertrag, und ich wurde Boyds Mitarbeiter.

Mein einziges Kapital war die Geschichte, um derentwillen ich im Gef�ngnis war.

Boyd brachte sie gro� raus. Er machte sie wirklich zu Edelstahl.

Er feilte, nahm starke Worte f�r schwache, farbige f�r n�chterne, und pl�tzlich...

wurde aus meinem sachlichen Bericht ein ergreifendes Drama. Das ist ein Jahr her.

Seitdem bin ich �berall dabei, wo es etwas zu h�ren und zu sehen gibt.

Ich schrieb seither �ber Wasserstoffbomben und andere kriegerische Aktionen.

Ich berichtete aus dem Bundestag.

Als Augenzeuge erlebte ich den Schrecken von Eisenbahn- und Hochwasserkatastrophen.

Und den Glanz von F�rstenhochzeiten.

Ich interviewte den Schah von Persien, Winston Churchill...

und nicht zuletzt Mac, den Chauffeur von General Eisenhower.

Ich schreibe Berichte, Boyd signiert sie, und sie gehen weg wie warmen Semmeln.

Er selbst besch�ftigt sich nur mit den ganz gro�en Sachen.

Ich bewundere seine Talente, und ich glaube, er mag mich auch.

K�nnten Sie nicht mal unter einen Artikel von mir mal meinen Namen setzen, Chef?

Was willst du? Du stehst strahlend da, kannst wieder lachen und hast Geld!

Ist doch gut, f�r Cesar Boyd zu arbeiten! - Nat�rlich ist das gut.

Ich beschwere mich ja nicht. Ich meine... gelegentlich mal eine ideelle Anerkennung.

Unser Name ist schlie�lich unser Kapital. - Deine ewige N�rgelei macht mich krank!

Wo ist denn das verfluchte... Adorf! Kannstja mal deinen unbekannten Namen...

unter die n�chste Serie setzen. Aber dann kriegen wir weniger Geld!

Wo ist das Telegramm von der Battenberg? Ich hab's doch in die Aktentasche gelegt.

Das Telegramm ist hier. In diesem Hause kommt nichts weg, Chef. - Goldschatz.

Allm�chtiger! Heute ist doch der 7? Du musst sofort zum Flugplatz. - Wieso?

Wir bekommen leider Besuch. Die Tochter eines verstorbenen Freundes.

Ich bin ihr Vormund. Sie will mich fragen, was sie machen soll. Kommt aus Z�rich,

hat die Schule fertig. Nimm sie mir ab. Moment, ich hab ein Foto von ihr!

Da war sie erst 14, aber du erkennst sie. O-Beine, Z�pfe und Pickel im Gesicht.

Vermutlich hat sie auch schlechte Z�hne. - Ich bin doch an der Krupp-Serie dran!

Du verdienst viel Geld, aber wenn du mal etwas tun sollst, dann kneifst du.

Zeig ihr Berlin, f�hr sie aus! Battenberg hei�t sie, Bettina Battenberg.

Entschuldigung. Das ist doch die Maschine aus Z�rich, die eben gelandet ist? - Ja.

K�nnen Sie bitte jemand ausrufen? Fr�ulein Bettina Battenberg.

Fr�ulein Bettina Battenberg wird gebeten, sich zum Informationsschalter zu begeben.

Fr�ulein Battenberg m�chte sich doch bitte am Informationsschalter melden.

Fr�ulein Battenberg, bitte. - Guten Tag. Ich bin Bettina Battenberg.

Sie haben mich ausrufen lassen. - Ja, der Herr dort wartet auf Sie.

Guten Tag. Ich bin Bettina Battenberg.

Na, das istja ein Ding.

Guten Tag. Greg Bachmann.

Herr Boyd konnte leider nicht kommen, weil er so viel zu tun hat.

Sagen Sie, sind Sie das wirklich? Hier. Das hat er mir mitgegeben.

Um Gottes willen. Wo hat er denn das her? - Da h�tte ich lange suchen k�nnen!

Wo haben Sie lhr Gep�ck? - Beim Tr�ger.

Dann kommen Sie. Gehen wir zum Wagen.

Ich habe lhren Namen nicht verstanden. - Greg Bachmann. Kommt von Gregor.

Bl�der Name. Sagen Sie ruhig Greg. - Aber ich kann doch nicht...

Nat�rlich. Cesar Boyd hat mich gebeten, mich um Sie zu k�mmern.

Der Arme hat so wahnsinnig viel zu tun! - Warum lachen Sie?

Weil ich mir sein Gesicht vorstelle.

Meine Kleine! Da bist du ja endlich!

Ja, ist denn das die M�glichkeit? - Ich bin ja so froh.

Die kleine Bettina! Sag mal, M�dchen, bist du es wirklich? - Aberja!

Bist du jetzt sehr entt�uscht, Onkel Boyd? - Aber keine Spur, M�dchen!

Aber du, das mit dem Onkel wollen wir erst gar nicht anfangen.

Teufel, Teufel. Greg, was sagst du dazu? Erz�hl erst mal, wie's dir ergangen ist.

Dann wollen wir uns das Haus ansehen. Selbstverst�ndlich dein Haus.

Du sollst dich f�hlen wie zu Hause. Gustl! Mach uns was Anst�ndiges zu essen.

Aber Chef, Sie k�nnen doch vor Arbeit gar nicht aus den Augen gucken.

Ich dachte, ich sollte... - Gar nichts sollst du, hat alles Zeit.

Eine reizende Idee, das Studium in Berlin. - Glaubst du, das geht?

Nat�rlich, werden wir alles arrangieren. Adorf! Das ist Bettina.

Geh nach Hause, mach dir 'n sch�nen Tag. Du auch, Greg. Heute wird gefeiert.

Mir soll es recht sein, aber vergessen Sie die Meldung f�r Paris nicht. - Was?

(Adorf) Heute ist Freitag.

Menschenskinder... Chef! Die Meldung f�r Paris muss weg.

Heute istja Freitag! Total vergessen.

Hast du wenigstens was? Nat�rlich nicht!

Er muss sich ja immer um anderes k�mmern! Heiliger Strohsack!

Was ist denn? Ist was passiert? - Nein. Heute ist Freitag und das hei�t,

ich brauche bis sp�testens 8 Uhr etwas Spannendes f�r eine Pariser Abendzeitung.

Eine Sensation f�r die Wochenendausgabe. Das habe ich im Vertrag. Jeden Freitag.

Was f�r eine Sensation? - Keine Ahnung. Am Wochenende ist die Auflage h�her.

Die Leute haben Zeit zu lesen, wor�ber sie sich unterhalten k�nnen,

wenn der Sonntag langweilig ist. - Aber wenn es nun keine Sensation gibt!

Es kann doch nichtjeden Freitag... - Ich hab hier 'n paar Sachen, Chef.

Gestern sprang ein Krebskranker vor die S-Bahn. Russland-Heimkehrer,

hatte Frau und Kind im Krieg verloren. - Das ist doch nicht f�r Paris!

Er hat vor 'ner Woche erst wieder geheiratet. - Trotzdem. Nein!

Der neue Gesandte an der rotchinesischen Botschaft im Ost-Sektor sagt,

Korea setzt Bakterienkommandos ein. - Das glaubt doch kein Mensch.

Der war besoffen, als er das erz�hlt hat. Weiter.

Ah, ja! Kleiner Junge, drei Jahre alt, wollte seinen Hund vor dem Auto retten,

ist selbst totgefahren worden, Hund lebt. - Kinder und Tiere sind immer gut.

Aber dass muss man in der Woche bringen! - Na ja. Ist auch schon 14 Tage alt.

Ich bade jetzt, damit mir was einf�llt. Geh auf dein Zimmer, mein Schatz.

Greg zeigt es dir. Greg, das ist blamabel! Du hattest die ganze Woche Zeit daf�r!

Gef�llt es Ihnen? Ist doch ganz gem�tlich.

Wunderbar! Gegen mein Internatszimmer direkt paradiesisch.

Soll ich Gustl klingeln oder k�nnen Sie... - Meine Koffer kann ich allein auspacken.

Ich bin noch ganz durcheinander. So einen Empfang hatte ich nicht erwartet.

Ich kenne doch Onkel Boyd eigentlich... Das darf ich ja gar nicht sagen.

Ich kenne ihn eigentlich gar nicht.

Ich war doch erst drei oder vier, als er bei uns zu Hause verkehrte.

Sagen Sie, ist er eigentlich immer so? So herzlich und so �berschw�nglich?

Ach, das ist noch gar nichts!

Man muss sich nat�rlich daran gew�hnen, aber...

Er ist schon fantastisch. Ich war im Gef�ngnis.

Da brauchen Sie gar nicht zu erschrecken, nach '45 war ungef�hrjeder 2. Deutsche...

Na, sagen wir, in Schwierigkeiten. Boyd gab mir als Einziger eine Chance.

Er ist einmalig. Er ist eben das, was man heute kaum noch findet:

Ein Gentleman. Und ein gro�artiger Mensch. - Sie m�gen ihn sehr. Das merkt man.

Sie arbeiten sicher auch wunderbar miteinander. - Ja.

Jetzt freue ich mich eigentlich erst richtig, dass ich da bin.

Ich muss jetzt runter. Ich habe noch zu tun. Bis nachher. - Ja.

Das d�r5fte reichen. - Dass starke M�nner immer schwach werden,

wenn sie mal was anpacken sollen. - Ich sag dir mal was:

Heutzutage kochtjeder mit Konserven! Blo� du machst so Sperenzien.

Willste noch einen Blumentopf gewinnen? Aber ohne mich, klar?

Mein Essen hat dir immer geschmeckt. Und das waren meistens keine Konserven!

Mir schmecken aber Konserven am besten! - Ach nee, wann war das denn?

Das... - Ich brauche 'ne Zitrone f�r 'ne Cola.

Das war '45 beim R�ckzug aus Ost-Preu�en, als wir den Bunker bei Gedingen fanden.

Ach, die Geschichte. So ein Bart! - Jawohl. Da lagen n�mlich Konserven!

Da gab es alles, was sie f�r eine Armee auf Jahre hinaus brauchen konnten.

Alles von Champagner bis zu Schn�rsenkeln. - Und ihr seid rein und habt geklaut!

Und da sind sie beinah hopsgegangen. - Wieso?

Sie haben den Bunkereingang gesprengt, und wir waren noch drin.

Das war grausam. Ein Donnerschlag, und es war finster wie in der H�lle.

Wir dachten nicht, dass wir rauskommen. Der Richter war dabei. Du kennst ihn doch.

Der mit dem einen Arm. Als er zur�ckkam, hat er im Schlaf oft um sich geschlagen.

Er schrie: "Lasst mich raus!" - Und wie seid ihr da rausgekommen?

Da war noch ein Nebenausgang, aber der ging 5 Minuten sp�ter auch in die Luft.

Da haben wir aber Schwein gehabt. Sonst w�re ich heute nicht hier.

Allerdings, mein Dicker. Sonst w�rst du jetzt nicht hier...

Steck dir deinen Braten an den Hut. Wir gehen aus. - Mein sch�ner Braten!

Teilt ihn euch. - Lass ihn.

Schade drum.

In Genf wimmelt es von M�dcheninternaten.

Da k�nnen Sie sich denken, dass die Stadt am Wochenende voll junger M�nner war.

Ich hatte einen Verehrer aus Montreux. 15 Jahre alt.

Ach. Bettina!

Hast du eine Sensation? Nat�rlich nicht. Aber ich habe eine. Wo ist denn die Adorf?

Die haben Sie doch selbst nach Hause geschickt, Chef. - Ach so.

Dann nimm dir einen Block und komm. "Berlin, den..." Datum von heute usw.

Bettina, komm doch r�ber, Das ist sehr interessant. Also:

"Polnische Landarbeiter lie�en gestern bei Gedingen schreiend ihr Ger�t im Stich.

Sie flohen vor einem grausigen Anblick.

Als sich die Erde auftat und zwei verwilderte... Komma...

�ber und �ber behaarte M�nner in zerfetzten Wehrmachtsuniformen...

aus einem zerfallenen Bunker kletterten.

Nein. Schreib "krochen".

Beim Anblick der Sonne stie�en sie markersch�tternde Schreie aus...

und brachen tot zusammen." Moment.

"Einer gab noch schwache Lebenszeichen von sich. Aber... er war erblindet.

Man schaffte den �berlebenden Blinden nach..." Kommst du, Greg? - Ja, weiter!

Komm herein. "...und brachten den blinden �berlebenden in ein Hospital nach..."

Nach?

"...nach Danzig."

Chef, das istja unglaublich. Sagen Sie, woher haben Sie die Meldung?

Ich sprach eben mit meinem Gew�hrsmann. - Ist der sicher? Ich meine, stimmt das?

Glaubst du, das erfindet einer? - Nee. - Na, also. Weiter.

"Der Bunker ist ein riesiges Vorratslager der Nazi-Wehrmacht unter der Erde.

Eine ganze Armee konnte auf Jahre hinaus aus diesem Lager verpflegt werden.

Bevor es gesprengt werden sollte, waren f�nf deutsche Soldaten im Fr�hjahr 1945...

noch einmal in den Bunker hinabgestiegen, um sich satt zu essen und zu trinken.

Als sie aus ihrem Champagnerrausch erwachten..." - Moment, Moment Chef.

"Als sie aus ihrem Champagnerrausch erwachten, war es geschehen.

Pioniertruppen hatten den Bunkereingang gesprengt.

Eine meterdicke Betondecke...

lag wie eine undurchdringliche Grabplatte...

auf dem Weg ins Freie." - Ungeheuerlich.

"F�nf deutsche Soldaten waren unter der Erde lebend begraben.

Lhre Ausbruchsversuche, die sie �ber 6 Jahre immer wieder unternommen hatten,

waren zum Scheitern verurteilt. Wie polnische �rzte feststellten,

war einer im Laufe der Jahre gestorben,

zwei brachten sich gegenseitig um oder hatten Selbstmord ver�bt.

Die beiden �berlebenden begruben ihre Leichen unter Mehl.

Unter dem gleichen Mehl, von dem sie sechs Jahre lebten."

Schreib das ab, schick es nach Paris. Wir haben's im letzten Moment geschafft.

Das ist die tollste Meldung, die ich je geh�rt habe! Das schl�gt ein.

Ich komme gleich nach.

Haben Sie alles mitgekriegt, Bettina? Fantastisch was?

Furchtbar.

So...

Jupp, komm mal her. - Ja.

H�r mal zu, mein Dicker.

Ich kann aus deiner Bunkergeschichte vielleicht was machen.

Dass Ihnen das schmeckt, hab ich Ihnen an der Nasenspitze angesehen.

Lebt denn der eine noch, der da blind geworden ist?

Gute Frage.

Chef! Was ist mit dem Blinden? Lebt er noch?

Pass auf, dass Gustl nicht quatscht. - F�r die lege ich die Hand ins Feuer.

Chef?

Was machst du hier? Du sollst schreiben! - Lebt der Blinde eigentlich noch?

Das wissen wir vielleicht morgen. Polen verweigert mal wiederjede Auskunft.

Danke.

Was sagt er denn? - Er wei� auch nichts.

Habe ich Ihnen eigentlich schon gesagt, dass Sie sehr nett aussehen?

Ja, Fr�ulein? Dringend! Presse Paris.

Ja. Elyssee 0815.

Nein, 1-5 wie 15.

Bettina, Liebling?

Was w�rdest du sagen, wenn wir ausgehen? Zum Essen. Du siehstja zauberhaft aus!

Einfach zauberhaft!

Hallo, Paris? Ja! Ja, hier Berlin.

Ja. Danke, Fr�ulein. - Bis morgen fr�h, mein Junge.

Hallo, Paris ce Soir? - Wiedersehen, Herr Bachmann.

Wiedersehen.

Fr�ulein, verbinden Sie mich bitte mit Monsieur Le Grand.

Er ist nicht im Zimmer? Suchen Sie ihn! Hier ist die Meldung von Cesar Boyd.

Robert!

Lassen Sie die erste Seite aufrei�en, wir bringen eine Sensation von Cesar Boyd.

Die neue Schlagzeile hei�t "6 Jahre lebendig begraben".

Aber wir haben ein Exklusiv-Interview mit Wischinski bei der Au�enministerkonferenz!

Zum Teufel mit der Konferenz! Das Interview kommt auf die 2. Seite unter dem Sport!

Und wenn Sie es ganz weglassen... egal! Morgen spricht ganz Paris nur noch...

von den Bunkermenschen! Die Konferenz interessiert kein Aas mehr!

Paris ce Soir! 6 Jahre lebendig begraben! Die Sensationsmeldung aus Berlin!

5 Menschen 6 Jahre lebendig begraben! Ausf�hrlicher Bericht in dieser Zeitung!

6 Jahre lebendig begraben! Merci, Madame. Merci.

Die grausame Trag�die von Polen! In einem alten Wehrmachtsbunker!

Merci. In einem Bunker begraben!

McAIlard, Hershley, Kennedy, Bannister, come in!

(AIle) Good morning, Mr. Gordon.

Na, haben Sie ausgeschlafen, Gentlemen? Ja?

Haben Sie schon die Morgenzeitung gelesen? Really? Auch den Paris ce Soir?

Die Geschichte von den Bunkermenschen? - Es ist noch nicht erwiesen, ob...

Ach was! Manche Storys sind so langweilig, dass man sie wieder beweisen muss.

Und manche brauchen gar keinen Beweis, weil sie einfach gut sind!

Schlafen Sie alle? Was tut eigentlich unser Korrespondent in Warschau?

Wozu bekommt er die 1.000 Dollar im Monat? Sprachen Sie mit ihm? Nein! Warum nicht?

Aber Mr. Gordon, ich... - Keine Entschuldigung! Tun Sie was!

Stehen Sie hier nicht so rum! Versuchen Sie, da noch einzusteigen! Los!

Blitzgespr�ch nach Warschau! Den faulen Bastard da dr�ben, Donnagan!

Ah, well...

Mach weiter mit der �bersetzung, Wanda.

Die Steigerung der Produktion...

in die... in den polnischen Kohlengerbwerken...

(Telefon)

Ja?

Mr. Gordon! Radio abstellen!

Aber Mr. Gordon! Verzeihung, Mr. Gordon...

Jawohl, Mr. Gordon.

Aber h�ren Sie doch! Wenn wirklich deutsche Soldaten aus einem Bunker...

Ich h�tte sicher davon geh�rt, ich bin Tag und Nacht auf den Beinen!

Es kann nicht stimmen! - Wenn ich sage, es stimmt, dann stimmt's!

Sie schicken nur �bersetzungen von stinklangweiligen polnischen Leitartikeln!

Daf�r kriegen Sie 1.000 Dollar im Monat!

Wahrscheinlich liegen Sie den ganzen Tag mit einer polnischen Schlampe im Bett!

Sie fahren sofort in dieses komische Nest,

und morgen Abend Punkt 6 Uhr habe ich den ersten Bericht auf dem Tisch!

Nat�rlich, Mr. Gordon.

Um 6 Uhr, sagten Sie.

Ok.

Ich muss sofort ins Ministerium. - Was ist?

Ich brauche eine Reiseerlaubnis nach Dingen.

Ja. Ja. Ich danke Ihnen, Genosse.

Auf Wiedersehen.

Das dachte ich mir, mein lieber Donnagan. Die Meldung ist falsch.

Sie k�nnen sich die Reise ersparen. - Ich halte das auch f�r einen Schwindel.

Aber Westeuropa ist nun mal erregt. Ich muss die Nachricht also widerlegen.

Ich muss dorthin. Und Sie sind so nett, mir eine Reisegenehmigung zu erteilen.

Dieses ewige Misstrauen der westlichen Welt ist einfach scheu�lich.

Aber trotzdem: Ich werde sehen, was ich tun kann.

Kommen Sie noch mal in 2 Stunden vorbei. Ich denke, Sie k�nnen heute noch fahren.

Jawohl. Besten Dank f�r lhre Bem�hungen. Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.

Meinen Wagen. Melden Sie meinen Besuch bei der sowjetischen Mission an. Major Petrow.

Wie steht es in lhrem Ministerium, Towaritsch Pressechef?

Es ist alles in Ordnung, Herr Major. - Was kann ich f�r Sie tun?

Ich komme in einer wichtigen Angelegenheit zu Ihnen, Herr Major.

Es handelt sich um Mr. Donnagan, den amerikanischen Korrespondenten. - Ah.

Es ist eine falsche Meldung in der westlichen Presse erschienen.

�ber die Bunkermenschen, ich wei�. - Das erleichtert die Situation.

Um diese L�ge zu entkr�ften, m�chten wir, dass Mr. Donnagan nach Gedingen f�hrt.

Er ist bereit, den Bunker zu besichtigen.

Mr. Donnagan m�chte nach Gedingen fahren. So, so. Wie freundlich von ihm.

Ein schlauer Teufel, dieser Donnagan. - Aber...

Wissen Sie nicht, dass wir in der N�he von Gedingen mit Raketen experimentieren?

Herr Major, Mr. Donnagan ist seit 6 Jahren in Warschau akkreditiert.

Er ist vertrauensw�rdig. - Vertrauensw�rdig... Und ich sage Ihnen:

Jeder amerikanische Zeitungskorrespondent ist ein Spion!

Genossen. Die Amerikaner haben diese l�cherliche Geschichte nur erfunden,

um ihre Agenten in unser Sperrgebiet zu schmuggeln.

Aber wir werden ihnen den Spa� verderben.

Lassen Sie den Bunker sofort besetzen. Verhaften Sie jeden, der sich n�hert.

Verdammte Schweinerei, sie haben mir die Reisegenehmigung verweigert.

Was willst du tun? - Hinfahren nat�rlich. Ohne Genehmigung.

Bist du verr�ckt? Das ist gef�hrlich! - Du kannstja hier bleiben und beten.

Steck mir mal eine Zigarette an. Ich muss fahren. Kennst du Mr. Gordon?

Nein. Ich muss zu dem Bunker und sehen, was da los ist, oder ich bin erledigt.

Und kann nach Korea oder Indochina gehen. Und das willst du doch nicht, was?

Ich komme mit. - Gut.

Ist das komisch! Wahnsinnig komisch.

Ja. Und nachdem er abgeblitzt ist, kauft er alle Sitzpl�tze des Theaters.

F�r vier Wochen! Er will ihn zwingen, das St�ck zu spielen, bis die Dame zusagt!

Das sieht ihm �hnlich. Entschuldigt mich, ich bin gleich zur�ck.

Aber er hat sie doch nicht gekriegt.

Bachmann! - Ich muss Sie unbedingt sprechen.

Ruf mich doch an, wenn du was willst. - Na, Sie sitzen hier und am�sieren sich,

und zu Hause rennen uns die Agenturen seit Stunden die Bude ein.

Es wird ununterbrochen aus Paris angerufen! Die haben in Paris 5 Auflagen verkauft!

Die Polengeschichte hat eingeschlagen wie 'ne Atombombe. - Die Bunkermenschen?

Sie sagen, das ist das gr��te Gesch�ft seit der Befreiung von Paris.

Erz�hl mir alles drinnen. Komm.

Die Sache hat also gro� eingeschlagen. - Wahnsinnig!

Nur ruhig. Damit habe ich mehr Erfahrung. - Erfahrung! Wir m�ssen am Ball bleiben!

Der Chefredakteur droht mit Selbstmord, wenn er morgen nicht mehr Details hat.

Jetzt, wo er die Leute so angeheizt hat. - Ich wei� schon, was ich tue. Gar nichts.

Lass die Agenturen schwitzen. Heute zahlen sie uns 500 und morgen das Dreifache.

Alle in Warschau akkreditierten Reporter sind sicher schon nach Gedingen unterwegs.

Wir haben das Nachsehen, wenn Sie nicht lhren Kontakt nach mehr Details fragen!

Meinetwegen, ich rufe ihn morgen an. - Nein, gleich!

Wir d�rfen Paris nicht im Stich lassen. Die warten darauf, Chef. - Also gut.

Vielleicht hast du Recht. - Na, endlich!

Einen doppelten Cognac, bitte.

Guten Abend, Herr Bachmann. - Guten Abend.

Nehmen Sie doch Platz. - Danke sch�n.

So. Geht's? - Ja, danke.

Na, am�sieren Sie sich gut? - Nicht so sehr. Ich kenne ja niemanden.

Was ist los? Haben Sie �rger mit Cesar? - Nein. Ich hab ihn nur mal angespitzt.

Wegen der Polenstory. Das ist auch so 'ne Tour von ihm, dauernd bei Ihnen zu sein.

Dabei sollte ich mit Ihnen ausgehen. - Warum tun Sie es dann nicht?

Ich w�rde mich sehr freuen. - Aber er nicht. Fragen Sie ihn mal.

"H�nde weg von meinem Goldst�ck!" - Sie sind ja eifers�chtig, Greg.

Ich? Eifers�chtig?

Na? Haben Sie ihn gesprochen? - Ja. Nimm ein Papier und schreib.

Jetzt wissen wir N�heres �ber den Blinden.

"Es dauerte Stunden, bis es den polnischen �rzten gelang,

den �berlebenden der Bunkertrag�die von Gedingen in ein Hospital zu schaffen.

Beim Anblick der grauenvollen Gestalten...

kam es unter den Bewohnern der umliegenden D�rfer zu einer Panik.

Unter ihnen waren Frauen, die schon immer Stimmen aus der Erde geh�rt haben wollten.

Vermutlich h�rten sie Verzweiflungsschreie der Eingeschlossenen." - Mein Gott.

"Es soll sich bei einem der Soldaten um einen 30 Jahre alten Berliner handeln,

der noch nicht vernehmungsf�hig ist. Er schreit dauernd nach seiner Mutter."

Wie furchtbar. - "An seinem Aufkommen wird gezweifelt.

Die polnischen Beh�rden lie�en einen eisernen Vorhang des Schweigens herab.

Bis zur v�lligen Kl�rung des Falles geben sie keine Auskunft."

(Schaffner ruft Station aus)

Guten Tag. K�nnen Sie uns sagen, wo der alte deutsche Bunker liegt? - Ja.

Sie m�ssen durch das Dorf, etwa 4 Kilometer nach Osten, da ist er.

Aber Vorsicht! Ich wei� nicht, warum, seit gestern wimmelt es hier von Russen.

Wir werden uns schon vorsehen. Danke. - Danke sch�n.

Noch einen Kilometer. Dann werden wirja wohl was sehen.

(Spannende Musik)

Der Mann hatte Recht. Es wimmelt hier von Russen.

Auf der Stra�e gehen wir nicht weiter. Zu gef�hrlich. Komm, Wanda.

Da! Der Bunker.

Schwer bewacht.

Ich dachte, die Sache w�re ein Schwindel.

Aber ich habe Cesar Boyd Unrecht getan, wie es scheint.

Schnell!

Das istja Peter Harold, Korrespondent einer gro�en Londoner Zeitung.

Wir k�nnen nach Warschau zur�ckfahren. Ich habe genug gesehen. Ich glaube,

Mr. Gordon wird mit meinem Bericht zufrieden sein.

Fahren wirjetzt zum Funkhaus? - Nein, wieso?

Sie sollten doch f�r Cesar etwas abholen. - Der wollte nur mit Ihnen allein sein!

Der kriegt Zust�nde, weil ich Sie und auch noch seinen Wagen entf�hrt habe.

Der arme Kerl. - Er fliegt auf Sie, das ist �bertrieben.

So 'n oller Greis sollte sich um Frauen seines Alters k�mmern. - Aber Greg!

M�nner mit grauen Schl�fen k�nnen jungen M�dchen sehr gef�hrlich werden.

Aber mir nicht. - Da ist die Siegess�ule.

Klingt ein bisschen komisch nach einem verlorenen Krieg, was?

Ich zeig Ihnen noch was.

Das war unser Haus. Hier haben wir gewohnt.

Die erste Etage geh�rte uns.

Das da, das war mein Zimmer.

Das war das Arbeitszimmer meines Vaters.

Da habe ich meinen ersten Artikel geschrieben... f�r eine Sch�lerzeitung.

Ich bin als Einziger aus unserer Familie noch hier rausgekommen.

Sie m�ssen Schreckliches durchgemacht haben.

Wir wollen nicht sentimental werden.

Frieren Sie? - Ein bisschen.

Kommen Sie, nehmen Sie meinen Schal.

Greg...

Ich habe dir gesagt, du sollst um halb 9 an der Schreibmaschine sitzen.

�ber diesem ganzen Bunker... Au! �ber diesem Bunkermenschen-Quatsch...

darf die Krupp-Serie nicht vergessen werden. - Quatsch?

Sie haben ja Humor! Wenn 5 arme Schweine 6 Jahre in einem Bunker leben m�ssen...

H�tte ich keinen Humor, w�rde ich br�llen! Du solltest gestern zum Rundfunk gehen.

Aber du treibst dich mit Bettina rum! - Was ist denn dabei? Gib her.

Danke, Goldst�ck.

Ich habe ihr Berlin gezeigt. Hier, Post. Sie haben es ja selbst so gew�nscht.

Ich habe dir schon einmal gesagt, du sollst die Finger von ihr lassen.

Ich will es nicht noch mal sagen m�ssen. - H�ren Sie zu. Da haben wir es schon.

Russen besetzen den Bunker der Tr�nen. Rotarmisten verhaften Londoner Reporter...

beim Versuch, den Bunker zu besichtigen. Sonderbericht: J. Donnagan, Global News.

Sowjetisches Milit�r besetzte gestern �berraschend den Bunker bei Gedingen.

Der Pariser "Paris ce Soir" berichtete am Samstag gro� �ber diesen Bunker.

Und so weiter... wissen wir schon... Hier!

Es wimmelte dort von russischem Milit�r. Der Grund scheint auf der Hand zu liegen.

Tausende Tonnen konservierter Nahrung lagern in den unterirdischen Hallen.

Mord und Totschlag w�rden beginnen, wenn der Bunker nicht gesprengt w�rde...

Die Russen erkl�rten den Polen sofort ihr alleiniges Recht auf diese Vorr�te.

Was glauben Sie, was da jetzt los ist? Und wir sitzen hier rum wie die Idioten.

Moment!

Dass Sie aus meiner kleinen Geschichte so eine Sache gemacht haben, ist dufte.

Aber wie haben Sie das nur wieder gedreht, dass der in Warschau so weiter spinnt?

Ich glaube, du redest manchmal zu viel.

Mein Reisepass ist noch g�ltig. Was halten Sie davon, wenn ich nach Gedingen fahre?

Das w�re eine Sache! Mit lhren Beziehungen kriege ich sicher ein polnisches Visum.

Weiter! Nein! Du hast doch was gelesen von "Londoner Korrespondent verhaftet".

Der Dussel! Ich bin ja nicht so d�mlich, den Russen in die H�nde zu laufen.

Ja? Ja, Moment.

Die Adorf hat Rom am Apparat. Il Tempo. - Leg auf!

Was? Die haben schon zweimal angerufen. Wegen der Bunkergeschichte. - Leg auf!

Haut ab. Ich entscheide, wann ich mit einem Kunden spreche.

Schreib die Krupp-Serie fertig. Um 12 Uhr will ich den Schluss haben.

Wenn Ali Khan auch nur 'n Pubs l�sst, jagen Sie mich nach Paris.

Er�ffnet Hilton 'n neues Hotel in Bangkok, muss ich mir beim Men� 'n Magen verderben!

Aber bei so 'ner Sache haben Sie Einw�nde! Da stimmt doch was nicht!

Hast du was gesagt?

(Telefon)

Ja. - Herr Boyd.

Signore Roberto ist selbst am Apparat. Er glaubt nicht, dass Sie nicht da sind.

Er erinnert Sie an lhre alte Freundschaft. - Der Alte ist so dumm, dass er brummt!

Wenn Sie ihn jetzt im Stich lie�en... - Dann gib das Gespr�ch r�ber. Brille.

Mein lieber Alfonso. - Boyd. Gro�er! Wo versteckst du dich?

Verzeih mir. Du ahnst gar nicht, wie sehr ich in Arbeit stecke!

Mamma mia! Was ist mit dem Blinden? Ich brauche Details. Ich beschw�re dich!

Du sitzt doch in Berlin, dass ist doch genau vor deiner T�r! Sag irgendwas!

Mein lieber, guter Alfonso.

Die Polen schweigen. Sagt dir das nicht genug?

"Polen schweigt! Wie lange noch?"

"Freiheit f�r den blinden Gefangenen! Wo ist der britische Reporter Peter Hull?"

"Wir fordern die sofortige Freilassung von Peter Hull. Warum schweigt Polen?"

Und das alles ist durch lhren bl�den Artikel �ber den Bunker gekommen.

Dass er von den Russen besetzt w�re. Aber ich rege mich schon wieder auf.

Weil wir beide mal ganz gut miteinander ausgekommen sind. - Moment!

Sie glauben nicht an die Besetzung?

Ich als Pressechef des Au�enministeriums werde wohl wissen, was in Polen vorgeht!

Wei� der Teufel, wo lhr Kollege steckt. Aber zu schreiben,

die Russen h�tten ihn gleich verhaftet, das ist eine glatte Unversch�mtheit!

Ich habe mit eigenen Augen gesehen... - Ich habe nichts mehr zu sagen. Nur das:

Die Regierung hat lhre Anweisung verf�gt.

Sie haben die polnische Volksrepublik binnen 48 Stunden zu verlassen.

Schreiben Sie den Agenturen: Wenn sie es wollen, sollen sie zahlen.

Das ist ein klarer Standpunkt, den wir nie verlassen wollen, liebe Adorf.

Auch, wenn derjunge Idealist dagegen ist. - Es lebe der Stahlhandel!

Bettina! Jetzt ist der Kaffee wieder kalt. - Deinetwegen tut es mir leid.

Ich habe meinen schon getrunken. - Du siehst: Hier ist die H�lle los.

Alle benehmen sich wie die ersten Menschen und ich muss mich um alles allein k�mmern.

Sonst verliere ich noch Kopf und Kragen. - Hast du �rger mit Greg?

Wieso? Nein, der Bursche ist begabt. Sogar au�erordentlich begabt.

Aber seine Eigenm�chtigkeiten und die ewige N�rgelei nervt mich manchmal sehr.

Ich brauche Vertrauen. Regelrechtes Vertrauen.

Hast du Vertrauen zu mir, Bettina?

Zu deinem Freund? - Doch...

(Frau Adorf) Hier bei Cesar Boyd. Ja. Moment mal.

Der Suchdienst vom Roten Kreuz ist an meinem Apparat.

Sie sagen, es ist sehr wichtig. - Gut. Zeigen Sie das dem Chef. Schnell.

Verw�hn mich nicht so. H�chste Zeit, dass ich mich um mein Studium k�mmere.

Das arrangiere ich schon. - Entschuldigung, es ist wichtig. Bitte.

Das istja ein tolles St�ck!

Ein ehemaliger volksdeutscher Sanit�ter, der sich in den Westen absetzen konnte,

brachte ein Bild des einzigen �berlebenden mit nach Berlin. Das istja unglaublich!

Nat�rlich, gn�dige Frau.

Warum wenden Sie sich ausgerechnet an uns? - Hier! Das istja wohl ein tolles Ding!

Moment! K�nnten Sie noch mal wiederholen, was Sie eben zu mir gesagt haben?

Schalten Sie sich mit ein. Ja, bitte. - Ich sagte:

Vor meiner T�r stehen �ber 20 Frauen und M�nner, aber vorwiegend Frauen.

Angeh�rige dieser Soldaten aus dem Bunker. Alle glauben, das Zeitungsbild zeige...

ihren Mann, Vater, Sohn oder sonst wen. Ich wei� mir gar nicht mehr zu helfen.

Sie sollen zu dieser Zeitung gehen! - Da waren sie ja schon.

Die Zeitung sagt: Alles, was sie wei�, steht unter dem Bild im Text.

Ich las die Ank�ndigung von Herrn Boyds Artikelserie und dachte...

Bitte, kommen Sie schnell. Ich glaube, eine alte Frau hat einen Herzschlag.

Pardon. Ich muss einen Unfallwagen rufen. - Mensch, worauf wartest du noch?

Quetsch die Weiber richtig aus. Da ist eine dicke Story drin! Los!

Nimm Jupp, dann geht's schneller.

Machen Sie doch mal Platz! Zur�cktreten! - Himmel, Herta! Was ist denn los?

Irmgard, ein Kissen. Schnell! - Herta, tu mir das nicht an. Bitte!

Gut, dass Sie kommen, Herr Doktor. - Lassen Sie die Leute bitte zur�cktreten.

Sie haben geh�rt, was der Doktor sagt. Bitte. Bitte, treten Sie zur�ck.

Bitte.

Sie auch. - Ich komme von Cesar Boyd.

Sind Sie Frau von Zastor? Bachmann. Wir haben eben zusammen telefoniert.

Gott sei Dank, dass Sie da sind. Ich wei� nicht mehr, was ich tun soll.

Ich warte schon 2 Stunden auf einen Beleg f�r eine Reisegenehmigung nach Polen.

Sie sehen doch, was hier los ist. Sie kommen noch dran. - Entschuldigung.

Eine alte Bekannte. Sie kommt seit 6 Jahren.

Lhr Sohn ist bei Gedingen vermisst. Sie glaubt, er sei der �berlebende.

Ich komme wegen dem Bild in der Zeitung. - Sehen Sie? Man schickt uns die Menschen,

als ob wir was tun k�nnen. Wir haben keine Verbindung mit dem polnischen Roten Kreuz!

K�nnen Sie mir sagen, ob's... - Sie ist an einen Herzschlag gestorben.

Also doch. Dieser Herr ist von der Presse. Er kann Ihnen vielleicht mehr sagen.

Entschuldigen Sie mich, Herr Bachmann. - K�nnen Sie mir sagen, wo der Eine ist?

Der Mann in der Zeitung ist mein Bruder! - Ich wei� es genau. Das ist mein Mann!

Eberhard Heinze. Es stimmt alles genau. Das hier sind seine letzten Briefe.

Er sollte am 3. Februar in Gedingen eingeschifft werden.

Er war bei der 73. Infanterie in Russland. Er ging mit Kameraden noch mal an Land.

Sie hatten von dem Bunker geh�rt. Hier. Am 3. Februar 1945 schreibt er:

"Wir haben einen tiefen Bunker entdeckt, bis zur Decke voll mit Lebensmitteln.

Wir haben gegessen und getrunken und uns die Taschen voll gesteckt.

Heute Nacht wollen wir noch einmal hin."

Aber es ist mein Mann! Das ist sein Bild, das ist sein letzter Brief!

Er w�re heute 33. - Wie k�nnen Sie so was behaupten?

Ich habe 100 Bilder von meinem Sohn! Und er war in dem Bunker!

Vor 3 Jahren haben mir Kameraden gesagt, sie haben ihn in den Bunker gehen sehen!

Das sieht doch jeder! Der ist viel j�nger! Mein Sohn ist 25, und das ist mein Sohn!

Ich kann's beschw�ren! - Nicht weinen, Mutti.

Sei still. Wir bekommen schon unser Recht. Ich habe 6 Jahre auf meinen Mann gewartet.

Ich warte, bis die Polen ihn freigeben! - Lhre Behauptung ist einfach emp�rend!

Bitte. Sein Name muss festgestellt werden. Ich will versuchen, Ihnen dabei zu helfen.

Aber beruhigen Sie sich bitte. - Kommen Sie.

Herta, was hast du getan? Herta!

Herr Doktor, wie ist die Frau gestorben? - Herzschlag. Die Aufregung.

Ist es wegen dem Bild von dem Blinden? - Es ist anzunehmen.

Warten Sie. Geben Sie dem Mann etwas Geld,

er wird es gebrauchen k�nnen. - Das ist sehr freundlich.

Jupp! Komm.

Fahr mich zur Potsdamer Stra�e. Taneks Pressefotodienst. - Gemacht.

Ist das nicht doll? Kippt die alte Frau doch einfach um und ist tot. - Ja.

Habe ich eben richtig gesehen? Du hast Geld verschenkt?

Ist doch meine Sache. - Klar.

Aber du bist doch sonst nicht so freigebig. - Na ja.

Aber der Alte tat mir leid. - Da h�ttest du drinnen sein sollen!

Das war eine Trag�die. Frauen, die seit 6 Jahren auf ihren Mann warten.

Sie glauben an seine R�ckkehr. Kinder... - H�ren Sie auf! Das ist doch furchtbar.

Wenn ich dran denke, dass wir das alles mit nur einer Meldung ausgel�st haben...

Guten Tag. Sind Sie Herr Tanek? - Jawohl. Womit kann ich dienen?

Sie haben ein Bild an die Presse gegeben. Es ist ein Blinder. - Der Bunkermensch?

Was haben Sie denn damit zu tun? - Ich... Sie kenne ich doch! Sie sind Bachmann.

Mitarbeiter von Cesar Boyd. - Ja. Woher haben Sie das Bild?

Ein volksdeutscher Sanit�ter hat es mitgebracht.

Ist mit einer Box geschossen. Sie k�nnen das Negativ sehen.

Hab 500 Mark daf�r bezahlt. Die Quittung habe ich. - Das Aas l�gt!

Wie hei�t der Sanit�ter? Wo finde ich ihn? - Er hei�t Franz Krocinzski.

Ist vor ein paar Tagen aus Polen get�rmt. Vermutlich ist erjetzt in einem Lager.

Hier sind die n�chsten 25, Karl. Wenn du mehr haben willst,

musst du mir das Negativ geben. - Moment!

(Tanek) Was ist los? - Jupp, halt ihn fest. Das ist der Blinde!

Was denn, was denn? - Du Verbrecher!

Kriminalpolizei, bitte.

Dieser Hund Tanek!

Die Frauen laufen von Pontius bis Pilatus! Einer muss doch helfen k�nnen!

Einer muss doch etwas tun k�nnen. Sie stehen sich gegen�ber,

sie schreien sich an, sie streiten sich um den Mann aus dem Bunker: "Mir geh�rt er!"

"Nein, mir!" "Er ist mein Mann!"

Warum erz�hlst du mir das? - Warum? Begreifen Sie nicht? Wir...

Wir m�ssen etwas tun! Wenn lhre Macht und die Macht der Presse...

als Instrument der �ffentlichen Meinung je Sinn hatte, m�ssen Sie sofort was tun!

Sie m�ssen etwas sagen, das die Welt aufr�ttelt!

Das die Polen zwingt, endlich den Namen bekannt zu geben.

Menschlich zu sein.

Schreiben Sie einen Appell an die polnische Regierung!

Ich f�rchte, du �bersch�tzt mich da. Was soll ich da tun?

Ist doch Sache der Regierung in Bonn. - Seit wann haben Sie Angst?

Du bistja verr�ckt!

Greg? Ich hab's.

Mir fehlt der pers�nliche Eindruck, den du hattest. Du schreibst es!

Was? - Ja!

Du wolltest doch immer selbst signieren! Das ist die Gelegenheit, und was f�r eine!

Ja, aber ich habe doch keinen Namen. - Du hast was viel Besseres!

Du hast die Begeisterung und den Schwung, der aus dem unmittelbaren Erlebnis kommt.

"Appell an Polen. Einen Aufruf zur Menschlichkeit.

Von Greg Bachmann." Ich sorge daf�r, dass der Aufruf in alle Zeitungen kommt.

Das ist deine Stunde. Na, los!

Ich komme soeben vom Suchdienst des Roten Kreuzes.

Ich bin nur ein einfacher Reporter.

Ich habe in meinem Beruf schon so viel Ungl�ck und menschliches Leid gesehen,

dass ich sparsam im Umgang mit dem Wort "Ersch�tterung" geworden bin.

Aber was ich heute sah, stellt alle fr�heren Empfindungen in den Schatten.

Um das Leid der vielen Angeh�rigen zu beenden,

ihnen Gewissheit zu verschaffen:

Gebt den Namen des Blinden bekannt.

Mehr noch:

Gebt ihn frei.

(Musik)

(Polizei-Sirene)

Seid doch vern�nftig und geht nach Hause! - Machen Sie uns keine Schwierigkeiten.

(Aufgebrachte Rufe)

Gebt den Blinden frei! - Verdammte Polaken!

Herrschaften, seid doch mal ruhig. Achtung, zur�cktreten!

Treten Sie zur�ck! Zur�cktreten!

Was? - Ja!

Vor der polnischen Milit�rmission gibt es einen Auflauf und Krawalle.

Die haben Spruchb�nder: "Gebt den Blinden frei".

Los, du wirst in der K�che gebraucht. - Danke. Ich rufe rasch den Chef an.

Tag. - Tag. K�nnen Sie 'ne Mark wechseln?

Ich m�chte mal telefonieren. - Da m�ssen Sie ins B�ro gehen.

Wieso? Hier ist doch ein Telefon. - Leider nicht.

Wir sollten l�ngst 'n M�nztelefon kriegen. Vor 4 Wochen haben sie den alten abgebaut.

Aber der M�nzapparat ist noch nicht da! - Es gibt seit 4 Wochen kein Telefon hier?

Ja, mindestens. Zuerst hatten wir einen einfachen Apparat hier drin.

Nein...

Das ist unm�glich. Sie m�ssen sich irren!

Kennen Sie Herrn Boyd? Cesar Boyd? - Herr Boyd?

Der immer Artikel in der Zeitung schreibt? Na klar, und ob ich den kenne.

Erinnern Sie sich, ob Herr Boyd Samstag vor einer Woche hier telefonieren wollte?

Ja, aber telefonieren wollte er nicht. Er stand hier so 'n bisschen rum.

Er hat sich die H�nde gewaschen. Dann hat er mir noch gesagt,

was ich gegen mein schlimmes Bein tun soll.

Und er hat nie nach dem Telefon gefragt? - Nein. Kein Gedanke. Was ich Ihnen sage.

Wei�t du noch, als wir das letzte Mal mit Boyd hier waren? - Nat�rlich.

Aber was ist denn? Was hast du? - Wei�t du noch, wie er vom Telefon kam?

Mit neuen Details �ber den Bunkermenschen? - Ja.

Die Frauen h�rten die Verzweiflungsschreie der Eingeschlossenen, und Panik brach aus.

Aber du hast doch alles aufgeschrieben! - Ja. Ich habe alles aufgeschrieben.

Ich werde noch wahnsinnig.

Kannst du dir vorstellen, dass er diese Geschichte nur erfunden hat?

Dass er gar nicht telefoniert hat, weil kein Telefon da war?

Ich verstehe das nicht, Greg!

Aber ich.

Kein Telefon. Kein Gew�hrsmann.

Trotzdem hatte er neue Nachrichten.

Als die Geschichte anfing, gab es sicher auch kein Telefon und keinen Gew�hrsmann.

Alles Fantasie und L�ge.

Jetzt begreife ich, warum ich damals nicht nach Polen dur5fte.

Nie zuvor h�tte ich einen internationalen politischen Appell signieren d�rfen.

Nie! Warum also diesmal?

Er wollte die Verantwortung mir zuschieben. Aus Angst!

Er wollte mich mitschuldig machen!

Und drau�en demonstrieren sie f�r seine L�ge.

(Aufgebrachte Schreie)

(Spannende Musik)

(Polizist) Gehen Sie doch zur�ck!

Bleib! Verlass auf keinen Fall den Wagen! (Bettina) Wo willst du hin, Greg?

Halt! Halt! Aufh�ren! H�rt auf!

Alle herh�ren! Lhr seid belogen worden. Das Ganze ist ein Schwindel.

Geht nach Hause! Los! Geht nach Haus! Es gibt gar keinen Blinden!

Polnischer Agitator! - Seid doch nicht wahnsinnig! Geht!

(Aufgebrachte Schreie)

Los!

Achtung! Achtung! Hier spricht die Polizei.

Wenn Sie nicht sofort die Stra�e r�umen, werden Wasserwerfer eingesetzt.

Treten Sie zur�ck! R�umen Sie die Stra�e!

Dies ist unsere letzte Warnung.

H�rt auf! H�rt auf! Ist alles Schwindel! Geht nach Hause!

(Bettina) Greg!

Ach, Greg!

Nein! Aufh�ren! - Aufh�ren!

H�rt auf! Aufh�ren!

Wenn das wahr ist, bleibe ich nicht hier. - Es ist wahr. Er wird es zugeben m�ssen.

Geh schon vor und ziehe dich um. - Wo willst du hin? Du holst dir den Tod!

Ich komme gleich nach.

Mein Gott, wie siehst du denn aus? Wer hat dich denn so zugerichtet?

Warst du mit Bachmann weg? Bettina!

Ich habe auf dich gewartet. Wir waren doch verabredet!

Antworte doch!

Ich war mit Greg bei einer Demonstration vor der polnischen Milit�rmission. - Was?

Was hast du denn bei einer Demonstration zu suchen? Was ist denn los mit dir?

Ist das wahr? Stimmt es, dass du die ganze Bunkergeschichte erfunden hast?

Wer hat das gesagt? Bachmann?

Bettina!

Was ist denn mit Ihnen los? Ist was passiert?

Ja.

Jupp, ich werde das Gef�hl nicht los, dass du in der Geschichte mit drinh�ngst.

Ich bin mir nur noch nicht klar, wie. - Was reden Sie denn da?

Ich verstehe Sie nicht. - So?

Und wieso hast du so schnell gewusst, dass Tanek l�gt?

Warum hast du dem alten Mann vom Zugdienst Geld gegeben?

Schlechtes Gewissen, was?

Wir reden mit dem Chef. Du hilfst mir. - Nee, kommt gar nicht in Frage.

Feigling! Du hast Angst, was?

Nat�rlich.

Es ist einfacher, sich mit den kleinen Taneks rumzuschlagen.

An die Gro�en traust du dich nicht ran. - Ich bin sein Fahrer, seit vielen Jahren.

Ich sehe nichts, und ich h�re nichts. Ich wei� nichts und will nichts wissen.

Von mir erfahren Sie nichts.

(Spannende Musik)

Guten Abend, Herr Boyd.

Guten Abend.

Sie ahnen vielleicht, warum ich komme? - Ich ahne nicht nur.

Ich rufe am besten einen Arzt, der dich auf deine Zurechnungsf�higkeit untersucht.

Sparen Sie sich das! Beantworten Sie mir eine Frage.

Haben Sie die Bunkergeschichte erfunden? - Ich verbitte mir diesen Ton von dir!

Wie konnten Sie lhren Gew�hrsmann anrufen? Das Telefon ist seit 4 Wochen abgebaut!

Was soll das? Wovon redest du eigentlich?

Weichen Sie nicht aus, antworten Sie! - Du unversch�mter Bursche!

Was erlaubst du dir eigentlich?

Du Idiot! Wenn du lesen k�nntest, w�sstest du, dass unabh�ngig von mir...

der Amerikaner aus Warschau berichtet hat! - Aber nur, dass es einen Bunker gibt.

Und dass die Russen ihn abgesperrt haben. Sie haben meine Frage nicht beantwortet!

Sie versuchen, mich zu bel�gen, wie Sie mich von Anfang an belogen haben.

Wie haben Sie telefonieren k�nnen, wo gar kein Telefon war? - H�r zu...

Ich verlange Antwort! - Du bistja verr�ckt!

Ich lasse mich nicht von dir examinieren. Was ist denn mit dem Telefon los?

Lassen Sie es klingeln. Antworten Sie! Ich hab noch mehr Fragen!

Die werden Sie auch beantworten! - Schluss!

Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig. - Wenn ich ans Rote Kreuz denke...

und an die Szenen bei der Demonstration, k�nnte ich Ihnen in die Fresse schlagen!

An der T�r istjemand. (Boyd) F�r mich? Wer?

Ein Lastwagenchauffeur.

Lastwagenchauffeur?

Guten Abend. Sind Sie Herr Boyd? - Guten Abend. Ja. Was wollen Sie?

Ich habe jemanden mitgebracht. Aus Frankfurt/Oder. Er will Sie sprechen.

Moment mal.

Komm. Wir sind hier richtig. Vorsicht.

Stufe. Und noch eine.

So. Na, jetzt komm.

Verstehst du das?

Wer ist das? - Kamerad, das ist Herr Boyd.

(Boyd) Schnell, ins Haus. Mach auf.

(Fahrer) Wir laden Eisenbahnschindeln in Frankfurt/Oder.

Da kam er �ber die Gleise gestolpert. - Dr�ben, auf die Bank.

Wir dachten schon, der ist besoffen, wie er da herumtorkelt.

Aber dann sehen wir, dass er blind ist. - Wer ist das? Woher kommt er?

Halt den Mund, Bachmann. Also, was ist? Erz�hlen Sie mal in aller Ruhe.

Ich komme aus Polen. - Das ist der Blinde aus dem Bunker.

Ich bin auf der Flucht, seit 5 Tagen. Die wollten mich festhalten.

Es war furchtbar. - Das ist doch nicht m�glich.

Was wird hier eigentlich gespielt? Wer ist das wirklich? Und wer sind Sie?

Greg, bitte. - H�rjetzt auf, Bachmann!

Oder du verl�sst sofort mein Haus. - Ach!

Sie wollen mich wohl loswerden, was?

Und morgen erf�hrt die staunende Mitwelt die neueste Attraktion von Cesar Boyd!

Aber der da kommt zu sehr aufs Stichwort! Woher ist er? Wie viel haben Sie gezahlt?

Wir sollten lieber etwas tun, statt auf dein Geschw�tz zu h�ren.

Bringen Sie ihn nach oben. Deine Anklage ist schon fast pathologisch.

Bettina, ruf Dr. Becker. - Wie kannst du dich nur so benehmen?

Siehst du nicht, dass er krank ist? - Das ist doch alles nur Theater!

Gehen Sie hinauf, dort liegt ein Kranker. Du verd�chtigst diesen Mann!

Sch�mst du dich nicht? So etwas kann doch keiner erfinden!

Boyd l�gt, und der Blinde l�gt! - H�r auf!

Ich werde noch wahnsinnig. (T�r wird ge�ffnet)

Herr Boyd sagte, ich soll hier warten. - Wo kommen Sie her? Aus Frankfurt/Oder?

Sind Sie aus der Ost-Zone? - Ost-Berlin. Warum?

Wie kamen Sie mit lhrem Lastzug so einfach �ber die Grenze? Das ist doch merkw�rdig.

Ich fahre f�r die Reichsbahn und habe Schwellen in Frankfurt/Oder geholt.

Die fahre ich zweimal die Woche zum Betriebswerk Brunnerwald in West-Berlin.

Davon hab ich noch nie geh�rt. �brigens... Wie kamen Sie zu dem Blinden?

Wo haben Sie ihn aufgegabelt? - Der kroch aus 'm polnischen G�terzug.

Aus einem polnischen G�terzug! Das wollen Sie gesehen haben? - Genau.

Ich stand an der Rampe und... - Sie sahen ihn �ber die Gleise stolpern.

Und dachten zuerst, er w�re besoffen. Aber dann sahen Sie: Er war blind.

Bravo! Gut einstudiert, lhre Rolle. Lhr Schweine, ihr...

Es war f�rchterlich. Es war der schlimmste Winter im Bunker.

Einer hatte 'ne Lungenentz�ndung bekommen. Das Wasser sickerte durch den Beton.

Wir hatten genug zum Heizen, aber der Rauch zog nicht ab.

Die K�lte war schrecklich. - Los, Gustl. Raus.

Mach schon. Ich will nicht gest�rt werden! - Schon gut.

Sind Sie wirklich blind?

Wenn Sie 6 Jahre kein Tageslicht sehen... - Sie Schwindler, Sie.

Sie sind der beste Witz, der mirjemals begegnet ist.

Wie sind Sie blo� auf die Idee gekommen? - Das ist nicht zum Lachen.

Das war grauenhaft, was wir erlebt haben, meine Kameraden und ich.

(Boyd) H�ren Sie auf, mir den Teppich vollzuhusten!

Wer sind lhre Hinterm�nner? Irgendjemand hat Sie doch dressiert!

Der Fahrer? Der ist doch lhr Komplize! Was habt ihr euch blo� dabei gedacht?

Hier, Piepen, was? Auch wenn ich es nicht zuf�llig besser w�sste,

mir k�nnen Sie die Geschichte nicht erz�hlen.

Aber Sie haben es doch geschrieben!

Ja, ja. Da haben Sie Recht. Ich habe es geschrieben.

Und dann muss es ja wohl wahr sein.

Nat�rlich.

Herr Bachmann, der Chef l�sst bitten.

Obwohl mir weitere Informationen fehlen, erlaube ich eine Ver�ffentlichung.

Pr�fen Sie die Sache und schicken Sie mir alle Unterlagen. Sie kennen meine Haltung.

Gut. Danke.

Bachmann, lassen Sie sich anschauen. Sie sehen ja nicht gerade gl�nzend aus.

Herr Dr. Wolf, ich... - Aber lhr Artikel war wirklich gut.

Diese Arbeit hat Sie endg�ltig rehabilitiert. - Ja, es...

Wir haben heute auf Grund lhres Appells die gesamte Auflage verkauft.

Setzen Sie sich.

Herr Dr. Wolf, ich... - Sorgen Sie sich wegen der Demonstration?

Lhr Appell war fair und korrekt. Die Polen sind selbst schuld.

Nein, sie sind nicht schuld!

Es gibt gar keine Bunkermenschen! Boyd hat die ganze Geschichte erfunden.

Das ist nicht wahr.

Sagen Sie das noch mal.

Ja.

Das Ganze ist ein Schwindel.

Aber das...

Das ist...

Wie kann ein Mensch... - Ja, das habe ich mich auch gefragt.

Aber darum geht es jetzt nicht, Dr. Wolf. Sie m�ssen eine Richtigstellung bringen.

Sofort! Am besten in der n�chsten Ausgabe. Um weitere Zwischenf�lle zu verhindern!

Sind Sie wahnsinnig?

Sie haben schon einen Skandal verursacht, als Sie in Spandau eingestiegen sind.

Und jetzt tun Sie's wieder. Aber nicht mit mir. Nein, Bachmann.

Aber die Geschichte ist komplett erlogen! - Dazu geh�rt 'ne Menge Unverfrorenheit!

Man treibt die Menschen auf die Barrikaden und entschuldigt sich mit einem Irrtum!

Ich teile meinen Lesern morgen nicht mit, ich h�tte mir nur einen Spa� erlaubt!

Wenn das stimmt, was Sie sagen, sind Sie endg�ltig erledigt! Wissen Sie das?

Ja. - Was "ja"?

Ja, ich wei�, dass ich erledigt bin.

Keiner nimmt mehr eine Zeile von Ihnen an! Wechseln Sie den Beruf.

Sie sind ein toter Mann! - Sicher.

Ich bin ein toter Mann.

Aber trotzdem muss ich sagen, was ich zu sagen habe.

Ein Blinder ist bei Boyd aufgetaucht. Angeblich aus dem Bunker.

Was glauben Sie, was Boyd daraus macht? Eine ganze Artikelreihe, unter Garantie.

Und so wird es immer weitergehen. Am Schluss wird keiner mehr wissen,

was Wahrheit und was L�ge ist. Jeder verdient, und die Auflagen steigen!

Sie wissen ganz genau, mein Blatt geh�rt nicht zur Boulevardpresse.

Geben Sie mir Tatsachen, und ich bin auf lhrer Seite.

Tatsachen! Nicht nur Gef�hle. Beweisen Sie mir!

Ich werde beweisen. F�r morgen Fr�h 9 Uhr rufe ich die Presse zusammen und verlange,

dass Boyd den Blinden �ffentlich zeigt. Er wird sich weigern, nat�rlich,

er wird Ausreden finden. Aber ich werde ihn zwingen.

Ich kenn Boyd. Er ist ein schlauer Fuchs und gef�hrlich, wenn es eng f�r ihn wird.

Aber ich werde da sein und mir mein eigenes Bild machen.

Sie spielen ein verdammt hohes Spiel, Bachmann. Das kann schief gehen.

Diesmal nicht, Dr. Wolf. Gute Nacht.

Gute Nacht, Bachmann. Fr�ulein Winter, bitte.

Zusammenfassend ergibt sich aus dem Wenigen, was er sagen konnte:

Die polnischen Beh�rden wussten nicht, was sie mit ihm anfangen sollten.

Er wurde am vergangenen Dienstag in eine Klinik gebracht.

Ein ehemals volksdeutscher Pfarrer half ihm, von dort zu entkommen.

Seine eigentliche Flucht...

und der Grenz�bergang in einem polnischen G�terwagen liegen noch v�llig im Dunkeln.

Moment! Herren von der Presse, Herr Boyd. - Guten Morgen, lieber Cesar.

Reizend, dass Sie uns eingeladen haben. - Was soll denn das? Wer hat Sie gerufen?

Ein Bild, bitte. - Das ist ein Irrtum!

Wie kam der Blinde �ber die Grenze? - Ich habe nichts zu sagen, Herrschaften!

Sie sind Opfer einer Mystifikation! Ein Irrtum. Ich habe nichts zu sagen!

Du hast mir die Meute auf 'n Hals gehetzt. Das kommt dich teuer zu stehen, Junge.

Sie laufen weg? Sie wollen den Blinden der �ffentlichkeit also nicht vorstellen?

Nein! Der Mann ist mein Exklusiv! Ich stelle ihn vor, wenn ich es will!

(Frau Adorf) Herr Boyd!

Die Wochenschau ist auch hier. - Das ist Hausfriedensbruch!

Ruf die Polizei! Steh nicht so rum! - Gro�artig! Rufen Sie die Polizei.

Das ist das Beste, was Sie machen k�nnen. - Lass es, warte einen Augenblick.

Lass es mit der Polizei. Du gehst raus und sagst den Herren dr�ben Bescheid.

Ich werde gleich eine Erkl�rung abgeben. - Ja.

Du, ich werde dir die Tour vermasseln. Aber sehr gr�ndlich.

Sie k�nnen keinem das Gehirn verkleistern mit lhren sch�nen Spr�chen!

Wir stellen den Mann vor die Kameras, vor die Mikrofone! Und er wird sprechen!

Du Schwein.

Du denkst, du hast mich jetzt, was? Ich habe dich aus dem Zuchthaus geholt,

und du willst mich jetzt fertig machen. Aber t�usch dich nicht!

Ich will nur eins: Geben Sie endlich zu, dass die Bunkergeschichte erlogen ist.

Das wirst du gleich h�ren, du Klugschei�er!

Meine lieben Kollegen! Meine Herren, machen Sie keine Fotos. Ich bitte Sie.

Ah, Dr. Wolf pers�nlich. Welche Ehre!

Meine Herren. Keine Tonbandaufnahmen, ich bitte Sie sehr herzlich.

Was ich Ihnen zu sagen habe, ist zum Teil recht privater Natur.

Es wird Sie ohne Zweifel interessieren, was ich Ihnen zu sagen habe.

Wenn es auch nicht das ist, weshalb Sie so fr�h hierher gekommen sind.

In der Tat hat sich gestern Abend hier ein blinder Mann eingefunden, der vorgab,

identisch zu sein mit dem Ungl�cklichen, von dem wirj�ngst so sehr viel h�rten.

Ich brauchte aber weniger als 5 Minuten, um ihn als Schwindler zu enttarnen.

Ja, Sie haben recht geh�rt: Ein Schwindler.

Er liegt oben in einem Zimmer. Es ist ein schwer kranker Mann.

Ich werde ihm 100 Mark schenken und ihn laufen lassen. Das hei�t, ich wollte es.

Aber nun sind Sie hier, und ich muss ihn wohl oder �bel der Polizei �bergeben.

Und das verdankt der arme Teufel meinem Assistenten Bachmann.

Lhm geht es nur um die Sensation.

Er lief gestern Abend weg, als noch gar nicht feststand,

ob es sich um den echten Blinden oder um irgendeinen Betr�ger handelte.

Er hat Sie hierher gerufen. Das war ein wenig voreilig.

H�tte er auch nur einen Moment gewartet,

h�tte er Ihnen diesen Weg ersparen k�nnen.

Ich hoffe, Sie werden es ihm verzeihen.

Und nun, meine Herren, gehen Sie hinauf, kn�pfen Sie sich diesen armen Teufel vor,

fragen Sie ihn aus, tun Sie ihre Pflicht, und mich entschuldigen Sie bitte.

Adorf, zeig den Herrschaften den Weg.

(Unverst�ndliches Gemurmel)

Ich habe begriffen, worum es hier geht. Schreiben Sie die Wahrheit.

Meine Zeitung wird sie bringen, ohne R�cksicht auf Verluste. Alles Gute.

Danke. - Wiedersehen.

Guten Tag.

Bravo.

Bravo! 10/ zugeben, damit 90/ umso glaubhafter erscheinen.

Deine Unversch�mtheiten, mein Junge... - Wie gemein, wie niedertr�chtig du bist!

Vorhin diktierst du noch den Artikel und sprichst den ganzen Morgen davon,

dass er die Sensation wird!

Greg, verzeih mir, dass ich dir gestern Abend nicht geglaubt habe.

Jetzt wei� ich... - Schon gut, Bettina. Ich bleibe nicht eine Stunde l�nger hier.

Geh packen. Ich warte drau�en. - Du verkommst, wenn du mit ihm gehst!

Lassen Sie das meine Sorge sein. - Greg! Was hab ich dir blo� getan,

dass du so gegen mich vorgehst? - Sie haben sich f�r die L�ge entschieden!

Geh nicht.

Also sch�n, ich habe gelogen. Ich habe die ganze Geschichte erfunden! Zufrieden?

Cesar Boyd hat gebeichtet.

Bleibst du jetzt? - Ich w�rde ersticken.

Du bist doch gescheit! Das alles ist dir doch nicht erst heute aufgegangen!

L�ge! L�ge! L�ge! Was f�r ein hochtrabendes Wort!

Die L�ge ist Bestandteil unseres Lebens! Damit musst du dich abfinden!

Jeder kommt mal an den Punkt, wo er sich entscheiden muss.

Gestern Nacht wollte ich Sie fertigmachen. Jetzt wei� ich: Darauf kommt es nicht an.

Leute wie Sie wird es immer geben.

Mal l�gt Cesar Boyd, mal die Regierung, mal 'n Haarwuchsmittelfabrikant.

Aber ich mach da nicht mit.

Greg, sei doch vern�nftig. Ich will, dass du hier bleibst.

Ich habe dich aus dem Knast geholt und dir eine internationale Karriere erm�glicht.

Ich verdoppele dein Gehalt, wenn du willst.

Ich bin doch, wei� Gott, wie ein Vater zu dir gewesen.

Sie werden nie begreifen, warum ich gehen muss.

Sie sagen, Sie waren wie ein Vater zu mir?

Ich will Sie aber nicht als Vater haben.

Dann geh doch zum Teufel!

(Musik)

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