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Das ist der Weg in die Zukunft.
Nett, du hast dich extra für mich angezogen. Darf ich eintreten?
Ja, komm herein.
Du hast dich hübsch eingerichtet!
Lass uns etwas trinken.
Warte, Liebling, du kannst hier nicht weg.
Du bist hier in Sicherheit.
Das ist ein steriler Raum.
Ich gehe das Risiko ein.
Nicht da hinein!
Reg dich nicht auf. Da ist nichts, Liebling.
Ich sehe Dinge. - Ja, ich weiß.
Ich bin hier und bleibe hier. Du siehst gut aus.
Willst du mich heiraten?
Hast du mit deiner Tochter geredet?
Ja, wir haben telefoniert. - Was hast du ihr gesagt?
Ich habe ihre Stimme gehört und gesagt: Du fehlst mir.
Hast du ihr gesagt: Tut mir Leid, ich bin ein Hollywood-Klischee?
Natürlich nicht. Ein Wagen wartet auf mich.
Ich will, dass du mitkommst.
Du musst mitkommen. Du musst hier weg.
Wenn du bleibst, wirst du ...
Danke, dass du gekommen bist.
Gluck! Gluck! Gluck!
Ich bin das Bier.
Ich bin der Wein.
Mein Schaum versilbert das Glas.
Ich bin der goldene Göttertrunk.
Wir sind die Freunde der Menschen.
Wir vertreiben Kummer und Langeweile.
Es heißt, die Wahrheit entspränge einem Brunnen.
Aber als Muse entspringe ich lieber einem Fass.
Die Erklärung dafür
überlasse ich gerne
all den braven Leuten, die niemals Wasser trinken.
Muse? Eine verrückte Frau, die den Himmel verlassen hat,
um mit einer frivolen Schönen zu streiten,
um die Liebe eines Narren!
Verschwinde, du Sirene!
Vergeblich spukst du
durch seine schlaflosen Nächte.
Ich sprenge die Kette, an die du ihn gelegt hast.
Ob Muse oder Fee,
ich entreiße sein Herz dieser Dämonin,
die ihre Beute wie ein Schmuckstück trägt.
Sie steht auf der Bühne. Das Publikum jubelt ihr zu.
Mozart verleiht ihrer Stimme
diese lodernde Flamme,
die Hoffmanns Leidenschaft entfachte.
In dieser Schicksalsstunde
muss er sich zwischen uns entscheiden.
Gehört sein Herz meiner Rivalin?
Oder ist es für immer mein?
Ich werde in die Haut des treuen Niklaus schlüpfen.
So verwandle ich mich von der Muse zum Studenten.
Die Flaschen und Fässer werden mir helfen.
Der Rausch wird die Erinnerung tilgen.
Geheimrat Lindorf! Zum Teufel!
Ich bin Geheimrat Lindorf!
Fürchte nichts und folge mir.
Ist deine Meisterin nicht Stella, die Zauberin,
die aus Mailand kommt?
Der eine ganze Schar von Liebhabern folgt?
Und einem von ihnen gilt diese Botschaft, nicht wahr?
Ich kaufe sie dir ab.
Nein! - Zehn Taler.
Nein! - Zwanzig! Dreißig!
(Gehen wir auf ihn ein.)
Vierzig! - Ja.
Hier, du Gauner! Gib her und scher dich zum Teufel!
Sei vorsichtig!
"Für Hoffmann".
Das dachte ich mir.
Oh, die Frauen! Sie beherrschen eure Herzen.
Sie bezwingen eure Seelen.
Ein Dichter! Ein Betrunkener!
"Ich liebe dich. Wenn du mich auch liebst,
dann verzeihst du mir, dass ich dich leiden ließ.
Dieser Schlüssel wird dir mein Gemach öffnen.
Denke daran."
Manche kommen sich beneidenswert vor,
wenn sie Liebeskummer haben
und ihre Hoffnungen und Zweifel in die Kneipe tragen.
Mir würde das nie passieren.
Nie im Leben!
Ich gäbe ein erbärmliches Bild ab
in der Rolle des schmachtenden Liebhabers.
Aber ich bin schlau wie der Teufel.
Meine Augen schleudern Blitze.
Mein ganzer Körper
strahlt etwas Satanisches aus.
Auf fremde Nerven wirke ich wie ein elektrischer Schlag.
So erreiche ich ihr Herz. Die Furcht ist mein Trumpf.
Meine werte Primadonna! Wer von perfekter Schönheit ist,
sollte so einen Dichter verschmähen.
Der Teufel soll mich holen,
wenn ich ihre Tür nicht öffne! Sie liebt zwar meinen Rivalen
und nicht mich. Aber was soll's?
Ich habe Einiges zu bieten. Ich bin alt, aber noch agil.
Noch zwei Stunden.
Wenn ich mich nicht täusche,
wird Hoffmann hier diskutieren und zechen
mit seinen jungen Saufkumpanen.
Besser, ich bleibe bis zu seinem Rendez-vous bei ihm.
Schnell, beeilt euch!
Krüge, Becher, Lampen!
Bringt Trinksprüche aus!
Heißen wir den strahlenden Stern willkommen!
Kellner!
Heda, Meister Lutter!
Her mit dem Höllengebräu!
Bring uns Bier und Wein!
Füll die Zinnbecher nach
bis morgen früh.
Lutter ist ein guter Mann.
Doch morgen bezieht er Prügel.
Wein her!
Aber meine Herren!
Sein Keller ist gut bestückt.
Doch morgen wird er geplündert.
Seine Frau ist eine Evastochter.
Morgen nehmen wir sie uns vor.
Nun, Stella? - Mein Gott!
Freunde, welch liebliches Geschöpf!
Sie singt Mozarts Meisterwerke
mit kräftiger und klarer Stimme.
Ein Geschenk der Natur,
eine Sternstunde der Kunst!
Meinen ersten Trinkspruch widme ich ihr.
Ich erhebe meinen Krug auf Stella!
Wir trinken auf sie. Stella lebe hoch!
Warum ist Hoffmann nicht hier,
um mit uns den neuen Star zu feiern?
He, Lutter, du dickes Fass!
Was hast du mit ihm gemacht?
Dein Wein hat ihn vergiftet.
Du hast ihn umgebracht, sage ich!
(Zum Teufel mit Hoffmann!)
Hol ihn her, oder dein letztes Stündlein hat geschlagen.
Er kommt gerade zur Tür herein, gefolgt von seinem Schatten.
Hurra! Da ist er!
(Ich werde ihn beobachten.)
Guten Abend, Freunde.
Einen Sitzplatz, ein Glas und eine Pfeife für mich!
Wenn Sie gestatten, mein Herr,
sitze, trinke und rauche ich auch.
Wir sind zu zweit. - So ist es recht!
Macht Platz für alle beide!
Sei still, zum Teufel! - Jawohl, Meister.
Warum so verdrießlich?
Du bist doch sonst nicht so.
Wo hast du dich herumgetrieben?
Ich irrte über verdorrtes Gras und es blies ein eisiger Nordwind.
Und an der Tür stolperte ich über einen schlafenden Betrunkenen.
Verflucht noch mal, ich habe ihn beneidet!
Los, trinkt!
Dann legen wir uns in die Gosse, so wie er!
Ohne Kopfkissen? - Das ist der Bordstein.
Ohne Vorhang? - Das ist der Himmel.
Ohne Decke? - Das ist der Regen.
Hast du Alpträume, Hoffmann?
Nein. Aber heute Abend,
vorhin, im Theater,
da glaubte ich, ich sähe ... Ach was!
Warum an alten Wunden rühren?
Das Leben ist so kurz. Man muss es genießen.
Wir sollten trinken, singen und kein Abenteuer auslassen!
Auch wenn wir es morgen bereuen.
Sei du unser Vorsänger.
Wir stellen den Chor.
Sing was Lustiges!
Das Lied von der Ratte. - Nein. Das habe ich über.
Was wir wollen, ist die Legende von Kleinzack.
Also dann: Kleinzack!
Es war einmal am Hof von Eisenach ...
... ein kleiner Wicht, der nannte sich Kleinzack.
Er trug eine Mütze aus Pelz wie ein Kosack.
Sein Gang war schief, weil's in den Beinen knackt.
Klick-klack. Das war Kleinzack.
Sein Bauch wölbte sich wie ein Kartoffelsack.
Die Beine waren krumm, er wirkte wie ein Wrack.
Die Nase schwarz vom Schnupftabak. Der Kopf machte krick-krack.
Und sein Gesicht ...
Ah, die Gesichtszüge waren lieblich!
Ich sehe sie vor mir, schön wie an dem Tag,
als ich ihr nachlief.
Wie ein Narr verließ ich mein Elternhaus.
Ich irrte durch Täler und Wälder.
Ihr Haar zeichnete warme Schatten
auf ihren schlanken Hals.
Ihre Augen erstrahlten in tiefstem Blau.
Ihr Blick war unschuldig und rein.
Unsere Kutsche begab sich auf die Reise
und trug unsere Herzen davon.
Ihr betörender Gesang stieg zum Himmel.
Sein Echo hallt auf ewig in meinem Herzen wider.
Welch bizarre Gedanken!
Wen siehst du da vor dir? Kleinzack?
Kleinzack? Ich spreche von ihr!
Von wem? - Ach, nichts. Von niemandem.
Mein Geist war verwirrt.
Das hat Kleinzack nicht verdient.
Oft trank er zu viel Genever und Arrak.
Dann flatterte sein Rock wie ein schwarzer Frack.
Er krabbelte wie ein Kakerlack. Er war ein rechtes Lumpenpack!
Das Bier schmeckt scheußlich! Setzen wir den Punsch auf.
Besaufen wir uns!
Die Übermütigsten sollen sich unter den Tischen wälzen.
Na endlich.
Endlich zeigen sich Vernunft und Sinn fürs Praktische.
Zur Hölle mit schmachtenden Herzen!
Ich wette, Hoffmann ist verliebt.
Der Teufel soll mich holen, falls mir das je passiert.
Das nenne ich wirklich dreist.
Man sollte so etwas nicht beschwören.
Wenn man vom Teufel spricht, sieht man seine Hörner.
Das ist eine Perücke.
Das züchtige Geschenk einer überbesorgten Gattin.
Verspottet die Ehemänner nicht!
Auch uns wird es irgendwann erwischen.
Wie konnte Ihre Teufelei hier eindringen,
werter Unglücksvogel?
Durch die Tür, genau wie Ihre Trunkenheit,
mein lieber blühender Schierling!
Wollen Sie mich wie Anselmus verhexen
und zur Flasche bringen,
Sie Urheber meiner Qualen?
Sie halten mich für einen Holzklotz.
Da wird saurer Wein in Krüge gefüllt,
mein lieber Wortverdreher.
Das hält Sie aber nicht davon ab,
ihn zu trinken. Nicht wahr, mein lieber Freund?
Und was ich trinke, bezahle ich auch,
mein lieber Weinpantscher.
Mit dem von mir gestohlenen Geld, Sie Aasgeier?
Wo nichts ist, kann man nichts holen, mein Guter.
Auf Ihre Frau Gemahlin, Sie Gehilfe Luzifers!
Das wird sie umbringen, Sie aus der Hölle Entsprungener!
Sie scheinen ein wahrer Freund zu sein, Sie Wirrkopf.
So einen kann man immer brauchen, Sie Schürzenjäger!
Mir ist, als ob mich die Pest befiele, lieber Giftzwerg.
Gegen eine trockene Kehle hilft nur trinken, Sie Dummkopf.
Welch ein Austausch von Höflichkeiten!
So wie einst am Waldesrand,
als sich zwei Hirten trafen,
um mit Liedern um die Geliebte zu streiten.
Ich sage euch: Mir droht Unheil.
Immer, wenn ich ihn traf,
ist mir Schlimmes passiert.
Er bringt mir nichts als Unglück.
Bei ihm bin ich stets der Verlierer.
Dann sind Sie wohl ein schlechter Spieler.
Wenn ich trinke, verschlucke ich mich.
Sie können eben nicht trinken.
Wenn ich mich verliebe ...
Der Herr kann sich also verlieben? - Na und?
Sie müssen deswegen nicht rot werden.
Unser Freund Wilhelm da drüben
ist für die göttliche Leonor entflammt.
Hermann hier liebt Gretchen.
Und ich ...
würde alles für Fausta geben.
Ja, Leonor ist eine Meisterin.
Gretchen ist die Puppe mit dem Herz aus Eis.
Und deine Fausta, du armer Narr,
das ist eine freche Kurtisane.
Dagegen muss ja deine Geliebte
ein wahrer Schatz sein!
Meine Geliebte?
Ja, Stella. Sie ist drei Frauen auf einmal!
Drei Seelen, die in einer Seele wohnen.
Künstlerin, junges Mädchen und Kurtisane.
Meine Geliebte? Nein.
Das sind drei Geliebte.
Ein betörendes Trio von Verführerinnen,
die sich mein Leben teilen.
Wollt ihr die Geschichte dieser wirren Liebe hören?
Was erzählst du da von drei Geliebten?
Rauche!
Bevor diese kalte Pfeife wieder dampft,
hast du mich sicher verstanden.
Du verdienst in diesem herzzerreißenden Drama den Preis
für gesunden Menschenverstand.
Meine Herren, heben wir den Vorhang.
Man ziehe ihn hoch!
Das ist unsere kleinste Sorge.
Bevor die Oper zu Ende geht,
habe ich Zeit, selbst zuzuhören.
Hört: Wie schön ist es, beim Trinken
eine spannende Geschichte zu hören.
Der Blick verfolgt die Wölkchen,
die aus der Pfeife aufsteigen.
Ich beginne. - Ruhe!
In einer Stunde, hoffe ich, werden Sie sprachlos sein.
Der Name der ersten Frau war Olympia.
Das ist sie! Wie charmant sie ist!
Und so hübsch.
Meine Güte! Ich wusste, ich würde dich hier finden!
Still! - Warum?
Hier ist die schöne Olympia.
Sie verdient vollste Bewunderung!
Sie ist ein Engel! Ich bete sie an!
Warte, bis du sie besser kennst.
Eine geliebte Seele ist leicht zu erfassen.
Wie, ein Blick durchs Küchenfenster genügt?
Ein einziger Blick lässt den Himmel entflammen.
Welche Glut! Weiß sie, dass du sie liebst?
Nein. - Schreib es ihr.
Das wage ich nicht. - Armer Tropf! Sprich mit ihr!
Dann singe, um aus der Klemme zu kommen.
Herr Spalanzani hält nichts von Musik.
Ja, ich weiß.
Nur die Physik zählt.
Ich habe keine Angst.
Ich werde das junge Herz erweichen
und an deiner Stelle singen.
Bist du verrückt? - Nein.
Schweig still! - Ich habe das Recht, zu singen.
Sei unbesorgt.
Ich singe gut genug,
um deine Herzenspein angemessen zu schildern.
Eine Gitarre ... Gut!
Ich zittere!
Schau, hinter ihrem Fächer
richtet sich ihr Kopf langsam auf.
Die glänzenden Augen öffnen sich
und sie sagt ganz unschuldig:
Ja, ja.
Das ist die schöne Olympia!
Ich kenne die hölzernen Uhren,
aus denen ein kupferner Vogel herauskommt.
Er schreit dreimal,
schlägt mit den Flügeln und scheint lebendig.
Kuckuck! Das Vögelchen
erinnert mich an Olympia.
Sie träumt nicht mehr, hoffe ich. - Keine Bewegung ...
Das ist zu stark! - Sing, du Schlangenzunge.
Sie schläft noch. - Ach, zum Teufel!
Ich bin's, Coppelius. Sachte. Seien wir vorsichtig.
Da ist jemand.
Was starrt er denn so an?
Unsere Olympia. Sehr gut. - (Ihre Olympia?)
Junger Mann! Mein Herr! - Er hört nichts.
Noch jemand!
Das ist das einzige Mittel, um gehört zu werden.
Was ist da?
Seht her!
Ich heiße Coppelius
und bin Herrn Spalanzanis Freund.
Ich habe Barometer, Hygrometer, Thermometer,
gebe Rabatt, aber nur bei Barzahlung.
Sie werden zufrieden sein.
Ich brauche nichts.
Sie machen ein gutes Geschäft.
Kaufen Sie wenigstens eines davon.
Zum Teufel mit dem Kram.
Nur ein einziges Barometer!
Was für ein wunderlicher Alter!
Bevorzugen Sie optische Artikel?
Zum Teufel damit! - Mögen Sie die Optik?
Gehen wir zur Optik über.
Ich habe Augen, schöne Augen.
Schwarze Augen, blaue Augen.
Ich verkaufe sie paarweise. Kaufen Sie meine Augen!
Echte Augen, schöne Augen, schwarze Augen, blaue Augen!
Wie? Er bietet mir Augen an? Er macht mich rasend!
Schöne echte Augen!
Alter! Hör auf mit dem Unsinn!
Er meint wohl Brillen. - Kaufen Sie meine Augen.
Auch mit diesen Augen könnte er nicht besser sehen.
Zum Teufel mit seinen Augen! - Augen, Augen!
Echte Augen, schöne Augen!
Wie höflich er seine Augen anbietet!
Hoffmann ist wütend.
Zu Diensten. - Ich schwöre Ihnen,
dass sie schwarz sind, blau, bohrend oder wässrig,
schmachtend oder funkelnd, ganz wie natürliche Augen.
Jede dieser Brillen lässt alles pechschwarz
oder hermelinweiß erscheinen.
Sie verdüstern oder erhellen,
erleuchten oder beschatten die Dinge.
Wirklich? - Schauen Sie! - Gib her!
Drei Dukaten! - Allmächtiger!
Wie lieblich erstrahlt ihre Stirn!
Welche Anmut umgibt sie! - (Mut! Rede dummes Zeug!)
Ach mein Engel, bist du das wirklich?
Dein feuriger Blick verbrennt mich!
Du strahlst so, wie ich es mir erträumt habe.
Mein Engel, bist du es wirklich?
Drei Dukaten!
Warum entreißt du mir dieses Bild von Glück und Liebe?
Er will seine drei Dukaten. - Dann nimm sie eben.
Und belästige mich nicht länger.
Es ist wie immer:
Wer verliebt ist, trägt meine Augen in sich.
Das Gefühl diktiert dem Herzen seine Gesetze!
Sie hier? - Mein geliebter Meister!
Teufel! Wir waren übereingekommen ...
Nicht schriftlich ... - Aber ...
Eine Schimäre!
Für Sie wird es bald Geld regnen.
Ich will, dass alles geteilt wird.
Bin ich nicht Olympias Vater?
Sie hat meine Augen.
Leiser.
(Er kann froh sein, dass ich sein Geheimnis nicht kenne.)
(Aber wenn ich darüber nachdenke ...)
Wollen Sie noch immer fünfhundert Dukaten?
Überlassen sie mir schriftlich ihre Augen
sowie die gesamte Person.
Dein Geld kriegst du bei Elias.
Elias? - Eine zuverlässige Bank.
(Was schließen sie da für einen Handel?)
Abgemacht.
Eine Hand wäscht die andere.
Mein lieber Freund! - (Lass dich gut bezahlen!)
Ich habe eine Idee:
Olympia soll heiraten!
Hat der junge Heißsporn Sie nicht schon gefragt?
Die Physik, mein Lieber! - (Davon ist er besessen!)
Mein Herr, die Gäste sind da.
Es gibt keinen Hausherrn,
der seine Gäste fürstlicher empfängt.
Mit Geschmack hat er sein Haus herausgeputzt.
Alle finden sich hier vereint.
Lieber Herr Spalanzani!
Stellen Sie uns Ihre Tochter vor.
Sie soll einfach bezaubernd sein.
Bezaubernd, liebenswert und ohne Makel.
Wir hoffen auf Erfrischungen,
nachdem wir die Vorführung gesehen haben.
Sie werden zufrieden sein. Moment noch.
Endlich werden wir dieses Wunder aus nächster Nähe sehen.
Ruhe! Da kommt sie.
Meine Damen und Herren!
Ich stelle Ihnen meine Tochter Olympia vor.
Reizend!
Sie hat sehr schöne Augen.
Ihre Figur ist tadellos.
Schaut, wie sie gekleidet ist.
Es fehlt an nichts.
Sie ist wirklich wunderbar.
Sie ist anbetungswürdig.
Bezaubernd, einzigartig.
Du kommst gut an.
Sie ist wirklich perfekt.
Meine Damen und Herren! Ihr generöser Beifall
schmeichelt meiner Tochter. Sie will sich weiteren verdienen.
Gerne kommt sie all Ihren Wünschen nach.
Wenn Sie möchten ... - (Weitere Vorführungen!)
Sie wird Ihnen eine Arie vorsingen,
zu den Klängen von Cembalo, Gitarre
oder Harfe, ganz wie Sie wünschen.
Harfe!
Sehr gut. Cochenille!
Hol die Harfe meiner Tochter.
Ich werde sie hören. Oh Wonne!
Welch verrückte Leidenschaft!
Halte deine Gefühle im Zaum, mein Kind.
Ja.
Hier! Meine Herrschaften, aufgepasst!
"Die Vögelein im Laubengang,
der Sonnenball am Himmelszelt,
alles spricht dem jungen Mädchen
von der Liebe."
So klingt das Liebeslied von Olympia.
"Alles, was da singt und hallt
und seufzt in ständigem Wechsel,
rührt ihr Herz, das bebt.
Es bebt vor Liebe."
So klingt das Liebeslied von Olympia.
Was für eine Stimme!
Was für ein Repertoire!
Meine Herren, meine Damen, es ist angerichtet.
Das Abendessen erwartet uns.
Das Abendessen. Sehr schön.
Oder wollen Sie lieber zuerst tanzen?
Nein, wir wollen speisen.
Wir tanzen hinterher.
Wie es Ihnen beliebt.
Soll ich es wagen?
Sie ist jetzt zu müde zum Tanzen.
Ja.
Sehen Sie? Doch Sie könnten meiner Olympia
vielleicht etwas Gesellschaft leisten.
Oh, sehr gerne!
(Mal sehen, was er ihr zu sagen hat.)
Will sie nicht speisen? - Nein.
Eine poetische Seele!
Was war das?
Nichts. Nur die Physik.
Das Abendessen steht bereit.
Das Abendessen erwartet uns.
Es gibt keinen Hausherrn,
der seine Gäste fürstlicher empfängt.
Endlich sind sie gegangen.
Ich atme auf. Zu zweit allein.
Ich habe dir so viel zu sagen.
Meine Olympia! Erlaube mir, dich zu bewundern.
Dein betörender Blick soll mich bezaubern.
Ja.
Ist das nur ein Traum, ein Fieberwahn?
Mir war, als hörte ich dich seufzen.
Ja.
Du süßes Versprechen der Liebe. Du bist mein.
Unsere Herzen sind für immer vereint.
Zusammen zu leben, dieselben Hoffnungen zu teilen,
dieselben Erinnerungen!
Das Glück zu teilen
und auch das Leid.
Lass meine Flamme
in dir ein Licht entzünden.
Deine Seele soll sich den Strahlen der Liebe öffnen.
Du weichst mir aus. Was habe ich getan?
Du antwortest nicht?
Sag, habe ich dich verärgert? Ich lass dich nicht gehen.
Meine Güte! Beruhige dich!
Willst du, dass wir uns ohne dich betrinken?
Niklaus! Sie liebt mich auch!
Allmächtiger Gott!
Wenn du wüsstest, was man über sie erzählt!
Was kann das schon sein? - Man sagt, sie sei tot.
Gütiger Gott. - Sie habe nie gelebt.
Niklaus, sie liebt mich. Allmächtiger Gott!
Dieb! Schurke! Was für ein Betrug!
Elias ist bankrott!
Schert euch fort! Mein Moment der Rache wird kommen!
Ich wurde beraubt!
Dafür werde ich jemanden umbringen!
Tänzer, stellt euch auf!
Hier kommt der Refrain.
Der Walzer ruft.
Reich dem Herrn die Hand, mein Kind.
Auf geht's! - Ja.
Sie tanzt so schön im Takt.
Das ist erstaunlich, wunderbar.
Macht ihr Platz!
Sie fliegt dahin wie ein Blitz!
Haltet sie auf!
Wer kann sie stoppen?
Sie wird ihm das Genick brechen!
Zum Teufel!
Vorsicht!
Stopp!
So! Nun ist's genug, mein Kind.
Keinen Walzer mehr!
Das reicht.
Cochenille, bring sie zurück.
Geh zurück!
Ja.
Was soll man dazu sagen?
Sie ist wirklich ein feines Mädchen.
Es fehlt ihr an nichts.
Sie ist perfekt.
Ist er tot?
Aber nein. Nur seine Brille ist kaputt.
Er kommt gleich wieder zu sich.
Der arme junge Mann.
Was ist? - Der Mann mit den Brillen! Da!
Barmherziger! Olympia!
Oh Gott, sie ist kaputt.
Ja, zerbrochen! - Halunke! - Schuft!
Schurke! - Räuber! - Bandit! - Pirat!
Ein Automat!
Ha, die Bombe platzt.
Er liebte eine Puppe!
Mein armer Automat ist kaputt!
Das Turteltäubchen ist davongeflogen.
Oh süße Erinnerung. Oh grausame Realität.
Ach herrje, ich höre ihn noch zu meinen Füßen.
Die Taube ist davongeflogen, weit weg von dir.
Aber sie wird dir immer treu bleiben.
Liebster, meine Stimme ruft dich.
Ja, dein ist mein ganzes Herz!
Teure, frisch erblühte Blume, hab Erbarmen, antworte mir!
Du weißt, ob er mich noch liebt und mir die Treue hält.
Mein Liebster, ich flehe dich an.
Lass dein Herz zu mir zurückkehren.
Unglückliches Kind,
geliebte Tochter!
Du hattest versprochen, nie mehr zu singen.
Meine Mutter lebte in mir wieder auf.
Beim Singen glaubte ich sie zu hören.
Das ist mein Unglück. Deine Mutter gab dir ihre Stimme.
Auch wenn es mich schmerzt,
höre ich sie durch dich.
Nein, das darf nicht sein!
Ihre Antonia wird nicht mehr singen.
Furchtbar! Immer glaube ich,
auf ihren Wangen diese fiebrige Röte zu sehen.
Gott! Verliere ich das Kind, das ich anbete?
Dieser Hoffmann!
Er hat ihr den Kopf verdreht.
Ich bin nach München geflüchtet.
Franz! Lass niemanden herein! - Meinen Sie?
Was tust du?
Ich schaue, ob es geläutet hat. Wie Sie gesagt haben.
Ich sagte: Lass niemanden herein.
Hast du mich jetzt verstanden?
Ich bin ja nicht taub.
Der Teufel soll dich holen!
Ja, Herr, die Tür ist zu.
Nichtsnutz! Esel! - Wie Sie wünschen. - Verflucht!
Immer ist er wütend.
Er ist verdreht, launisch, herrisch!
Man kann ihm nichts recht machen.
So sind die Reichen!
Tag und Nacht zerreiße ich mich.
Beim kleinsten Zeichen schweige ich.
Als wäre ich ein kleiner Chorknabe.
Oder nein, denn wenn ich singen könnte,
würde er mich nicht so schlecht behandeln.
Manchmal singe ich nur so für mich.
Aber singen ist gar nicht so einfach.
Doch es liegt wohl nicht an der Stimme ...
... wenn's nicht so recht klappt.
Mir fehlt einfach die Technik.
Tja, man kann nicht alles haben.
Mein Gesang ist zwar erbärmlich, aber dafür tanze ich ganz gut.
Das sage ich ganz ohne Eigenlob.
Wirklich, das Tanzen ist meine Stärke.
Darin bin ich der größte Könner.
Und tanzen ist gewiss nicht einfach.
Bei den Damen lässt mich ...
... das Tanzbein nicht im Stich.
Alles eine Frage der Technik.
Bravo, aber wir brauchen keinen Tänzer.
Und du, hör mir zu und pass gut auf!
Schau, wie der zitternde Bogen
den Resonanzkörper vibrieren lässt.
Höre die himmlischen Klänge
dieser körperlosen Seele.
Horch, wie sich die Luft
mit den vollen, reinen Klängen dieser weinenden Saite füllt.
Sie trocknet deine Tränen.
Sie vermischt ihren Schmerz mit deinem tiefen Kummer.
Das ist die alles besiegende Liebe.
Dichter, schenk ihr dein Herz.
Dieses Liebeslied zieht durch die Lüfte, traurig und ...
Hoffmann! - Antonia!
Ich wusste es! Du liebst mich noch.
Ich bin hier überflüssig.
Mein Herz hat mir verraten, dass du mich vermisst hast.
Warum nur wurden wir getrennt?
Ich weiß es nicht. - Antonia, sag mir die Wahrheit.
Warum dein langes Schweigen, die grausame Trennung
und deine überstürzte Abreise?
Das habe ich meinen Vater vergeblich gefragt.
Er hielt dich von mir fern.
Was befürchtete er?
Ich muss dieses Rätsel lösen.
Was sagst du da, Liebster?
Hat er nicht meine Hand in die deine gelegt?
War das nicht er? Erinnere dich!
Ich hoffe, du hast Recht und mein Kummer war umsonst.
Fort mit den unbegründeten Sorgen!
Ein Blick von dir genügt,
um mich zu trösten.
Antonia!
Mein Liebster.
Glück erfüllt meine Seele.
Morgen heiraten wir.
Als glückliches Ehepaar
gehört uns die Zukunft.
Halten wir an unserer Liebe fest!
Ihre ewigen Bande halten unsere Herzen zusammen
und trotzen der Zeit.
Und doch, meine Verlobte,
muss ich dir etwas gestehen, das mich peinigt.
Die Musik macht mich eifersüchtig. Du liebst sie zu sehr.
Was für ein verrückter Gedanke!
Liebte ich dich wegen der Musik, oder die Musik wegen dir?
Du wirst mir das Singen nicht verbieten, so wie Vater?
Was sagst du?
Ja, Vater hat mich zum Schweigen verdammt.
Willst du mich hören? - (Wie seltsam!)
Komm her, so wie früher.
Dann hörst du, ob ich meine Stimme verloren habe.
Dein Blick wird fiebrig, deine Hand zittert.
Schau, das ist das Liebeslied, welches wir zusammen sangen.
Dieses Liebeslied zieht durch die Lüfte.
Es klingt mal traurig, mal leidenschaftlich.
Die aufblühende Rose lächelt dem Frühling zu.
Aber ach! Wie lange wird sie wohl leben?
Eine Feuerstrahl trifft deine Schönheit.
Wirst du den Sommer sehen, du Blüte meiner Seele?
Was hast du denn?
Nichts.
Still!
Himmel, da kommt mein Vater!
Komm!
Nein.
Ich will das Rätsel lösen.
Nichts.
Mir schien, Hoffmann sei hier.
Ich wünsche ihn zur Hölle!
Vielen Dank!
Mein Herr! - Was gibt's?
Der Herr Doktor Mirakel.
Dummkopf! Mach die Tür zu, schnell!
Ja, mein Herr. Der Doktor.
Er, ein Doktor?
Nein, das ist ein Totengräber, ein Mörder!
Nach meiner Frau will er auch noch mein Kind umbringen!
Ich höre schon seine Fläschchen klimpern.
Jag ihn fort!
Hölle!
Hier bin ich, in Lebensgröße!
Der gute Herr Crespel. Ich mag ihn.
Wo ist er denn? - Himmel!
Ich suche unsere Antonia.
Was macht die Krankheit, die sie von der Mutter erbte?
Wird schlimmer? Armes Mädchen!
Wir müssen sie heilen. Bringen Sie mich zu ihr.
Damit du sie umbringst!
Noch ein Wort, und ich werf dich aus dem Fenster.
Sachte! Ich will Ihnen nichts Böses.
Was hast du vor, Verräter?
Um die Gefahr zu bannen, muss man sie erkennen.
(Ein Schaudern erfasst mich.)
Erlauben Sie mir, sie zu befragen.
Unterwerft euch willig
meinen übernatürlichen Kräften.
Komm, setz dich zu mir. Keine Angst.
Eine unbestimmte Furcht
fesselt mich an meinen Platz. Mir ist so bang.
Vor Angst bin ich wie gelähmt.
Sprich!
Aber fasse dich kurz!
Nehmen Sie Platz. - Ich sitze schon.
Wie alt sind Sie?
Wer, ich? - Nein, Ihre Tochter!
Antonia! - Wie alt? Antworten Sie!
Zwanzig Jahre.
In der Blüte des Lebens.
Zeigen Sie mir Ihre Hand. - Meine Hand?
Psst! Lassen Sie mich zählen.
Ist das ein böser Traum? Ist das ein Spuk?
Der Puls pocht unregelmäßig.
Ein schlechtes Zeichen. Sie soll singen!
Sie darf nicht singen!
Sie soll singen!
Sehen Sie, wie sich ihre Züge beleben und der Blick feurig wird?
Sie legt sich die Hand auf das hämmernde Herz.
Was sagt er?
Es wäre doch wirklich schade,
dem Tod eine so hübsche Beute zu überlassen!
Wenn Ihnen an meiner Hilfe gelegen ist
und Sie ihr Leben retten wollen,
dann hätte ich hier einige Fläschchen auf Vorrat.
Davon müsste sie ...
Gott schütze mich vor deinen Ratschlägen, du Mörder!
Jeden Morgen ein paar Tropfen.
Ja, ich habe gehört. Aber warten Sie.
Armer Vater. Mit diesen Gläschen werden Sie zufrieden sein.
Hinweg mit dir, du Satan! - Antonia!
Respektieren Sie meinen Schmerz! - Der Tod erwartet sie.
Den Schmerz eines Vaters! - Du armes Mädchen.
Ich werde dich retten.
Vergebens machst du dich über einen Vater lustig, Satan!
Er ist weg und die Tür ist verriegelt.
Endlich sind wir allein, liebe Tochter.
Der Elende! Möge die Sintflut über ihn hereinbrechen!
Dann werden wir sehen, ob der Teufel ihm hilft.
Nicht mehr singen.
Wie kann man das von ihr verlangen?
Nun? Was hat mein Vater gesagt?
Frag nicht. Du wirst es später erfahren.
Ein neuer Weg eröffnet sich uns, Antonia.
Wenn du ihn mit mir beschreiten willst,
dann vergiss die Träume von Erfolg und Ruhm,
die du mir anvertraut hast.
Und du? - Die Liebe verbindet uns.
Außer dir zählt nichts mehr in meinem Leben.
Hier, meine Hand.
Kann ich je ermessen, was du für mich tust?
Dein Vater kommt gleich zurück.
Ich gehe lieber. Bis morgen! - Bis morgen.
Er hat sich mit Vater verbündet!
Ach, Tränen sind jetzt nutzlos.
Ich habe ihm versprochen, nicht mehr zu singen.
Du wirst nicht mehr singen.
Weißt du, welches Opfer man von dir verlangt?
Anmut, Schönheit und Talent sind Gottesgaben.
All das hat dir der Himmel geschenkt.
Willst du es für ein Leben als Hausfrau opfern?
Denk doch an die Freuden, die dir das Schicksal versprach.
An das allmorgendliche Blumenmeer,
das dich, noch im Halbschlaf, erwartet hätte.
Das dein Schlafgemach geschmückt hätte.
Hast du nicht gehört,
wie dich
in deinen kühnsten Träumen
das Murmeln deiner Bewunderer wie Waldesrauschen umfing?
Und wie am Abend im flackernden Rampenlicht
deine Stimme die Herzen des Publikums bezauberte?
Wie dir die Massen zu Füßen lagen
und dich wie eine Königin feierten?
Und auf dieses immerwährende Glücksgefühl
willst du, in der Blüte deiner Jugend, verzichten?
Zugunsten eines bürgerlichen Lebens, in das man dich presst,
mit einer Horde von Bälgern, die dir deine Schönheit rauben?
Wem gehört diese Stimme, die mich so quält?
Spricht da der Teufel zu mir oder Gott, der mich warnen will?
Nein! So sieht mein Glück nicht aus, verfluchte Stimme!
Meine Liebe ist stärker als mein Stolz.
Mein Ruhm zählt nichts angesichts der Geborgenheit
und dem häuslichen Glück mit meinem Liebsten.
Welches Glück?
Hoffmann opfert dich seinen primitiven Gelüsten.
Er liebt an dir nur deine Schönheit.
Und wie alle Männer wird er dir
schon bald untreu werden.
Führe mich nicht in Versuchung. Hinweg, du Dämon!
Ich will nichts mehr hören!
Ich habe ihm mein Herz versprochen und er erwartet mich.
Ich bin nicht mehr Herrin meiner selbst. Es gibt kein Zurück.
Gerade eben noch hat mir sein edles Herz
ewige Liebe geschworen.
Wer rettet mich vor diesem Dämon und vor mir selbst?
Mutter! Ich liebe ihn!
Du wagst es, deine Mutter anzurufen?
Spricht sie nicht durch meine Stimme zu dir?
Sie erinnert dich an den Glanz ihres Namens, den du ablehnst.
Hör zu! - Antonia! - Gütiger Himmel!
Oh Gott! Meine Mutter!
Mein liebes Kind. Ich rufe dich, so wie früher.
Ich bin es, deine Mutter. Hör auf mich!
Meine Mutter! Ihre Seele ruft mich!
Das ist ihre Stimme, hörst du?
Sie ist der beste Ratgeber.
Sie vererbte dir ein Talent, das die Welt verloren hatte.
Antonia!
Sie wird wieder lebendig.
Der Beifall des Publikums aus der Ferne berauscht sie.
Sing für sie!
Genug! Ich werde schwach. Ich will nicht singen.
Weiter!
Welches Feuer verzehrt mich da?
Warum willst du aufhören?
Ach Mutter. Sie ist es!
Ihre Seele ruft dich.
Ja, sie ruft mich. Wie früher.
Das ist meine Mutter. Ich höre ihre Stimme.
Ich lasse mich von ihr mitreißen.
Eine Flamme blendet mich.
Ich lebe nur noch einen Augenblick.
Dann fliegt meine Seele zum Himmel.
Meine Stimme ruft dich, wie früher.
Sing weiter, meine Tocher! Sing!
Mein Kind!
Meine Tochter! Antonia!
Vater!
Hör zu!
Meine Mutter ruft mich!
Da ist es wieder ...
Dieses Liebeslied ...
Es zieht dahin, mal traurig, mal leidenschaftlich.
Sag etwas! Nur ein einziges Wort! Meine Tochter, sprich!
Tod, du bist grausam.
Gnade! Tod, weiche! Meine Tochter!
Wer schreit hier? - Hoffmann, du Elender!
Du hast sie getötet.
Blut soll ihre Wangen röten!
Gebt mir ein Messer!
Unglücklicher!
Ruft Hilfe! Einen Arzt!
Hier bin ich.
Sie ist tot.
Mein Gott! Meine Tochter! - Antonia!
Schnitt! Und speichern!
Auf! Einen Beifall für Betty Elms!
Liebling, du warst fantastisch.
Ist etwas nicht in Ordnung?
Nach dem Tod meines Sohns hatte ich eine schwierige Phase.
Ich stand da. Um mich herum drehte sich alles.
Ich kam mir vor wie in einem dunklen Theater,
bevor die Lichter angehen.
25 Minuten Pause.
Schöne Nacht, oh Liebesnacht, lächle unseren Vergnügungen zu.
Du bist lieblicher als der Tag, oh schöne Liebesnacht.
Die Zeit verfliegt und mit ihr auch unwiederbringliche Wonnen.
Sie flieht diesen glücklichen Ort und kehrt niemals zurück.
Ihr warmen, göttlichen Winde, hüllt uns zärtlich ein.
Ihr warmen, göttlichen Winde, bedeckt uns mit euren Küssen.
Aber das ist nicht das, was ich suche.
Zu Füßen der Schönheit schmachten,
die uns in ihren Bann geschlagen hat? Nein.
Macht ein fröhliches Gesicht und hört meinem Lied zu!
Was ist romantische, zärtliche Liebe? Ein Irrtum!
Und ausschweifende, genussvolle Liebe? Göttlich!
Feurige Lust soll eure Herzen entflammen.
Fiebrige Begierde soll eure Seele verzehren.
Die Wonnen der Liebe sollen den ganzen Tag währen.
Warum um ein Paar schöner Augen weinen?
Wir berauschen uns lieber an munteren Liedern.
Lasst uns eine Stunde im Himmel erleben!
Der Himmel schenkt dir sein Licht, seine Schönheit!
Doch dahinter verbirgt sich das kalte Herz der Hölle!
Paradiesisches Glück, wo die Liebe
zu Schwüren, falscher Hoffnung und Träumen verführt.
Oh Keuschheit! Oh Reinheit! Alles Lüge!
Warum um ein Paar schöner Augen weinen?
Wir berauschen uns lieber an munteren Liedern.
Lasst uns eine Stunde im Himmel erleben!
Aha, hier wird gefeiert! Wie schön, meine Liebe!
Wie bitte? Ich habe drei Tage um Sie geweint.
Meine Liebe! - Mistkerl! - Aber, aber! - Nur die Ruhe!
Wir haben einen ausländischen Dichter unter uns:
Hoffmann!
Mein Herr.
Amüsieren Sie sich bei uns
und versuchen Sie Ihr Glück im Spiel.
Hurra! Ein Spiel!
Ich werde dich deinen Träumen entreißen.
Die schönsten Träume, die man hat,
werden nicht aus der Realität geboren.
Kann man eine Kurtisane lieben?
Unser Schlemihl hier ... - Das bin ich nicht!
Sei auf der Hut! Der Teufel ist schlau.
Mag sein. Wenn er mir ihre Liebe schenkt, darf er mich gerne holen.
Fangen wir an.
In diesem Kampf
sind Giuliettas Augen die beste Waffe.
Schon Schlemihl ist ihnen zum Opfer gefallen.
Auf den Teufel und seinen Kapitän!
Ihnen wird es nicht anders ergehen.
Giulietta soll Sie heute Abend bezaubern.
Lieblicher Engel!
Was kann ich für Sie tun?
Du hast mich verstanden. Betöre sein Herz.
Du gabst mir bereits Schlemihls Schatten.
Heute wünsche ich mir etwas anderes:
Das Spiegelbild von Hoffmann.
Wie? Zweifelst du an der Macht deiner Augen?
Dein Hoffmann kann vielleicht besser träumen.
Ja, ich hörte ihm eben zu. Er kann's besser.
Er wird mein Spielzeug sein. - Abgemacht.
Die Frauen sind noch größere Teufel als wir!
Spielen Sie nicht?
Nein.
Ich mache den Schiedsrichter.
Amor sagte: "Meine Schöne,
du hast die Augen geschlossen."
Dann berührte er sie mit seinem Flügel und sprach:
"Wach auf und liebe!"
Willst du, dass deine Seele
auf den Wogen des Glücks schwimmt und in einem Blumenmeer versinkt?
Nein, ich will den Kummer einer bittersüßen Liebe,
die sich an Tränen betrinkt.
Was sagt sie? Warum diese feurigen Blicke?
Für Sie, mein Herr. - Ein Punkt.
Wir sind schon weit.
Willst du Königin sein,
große Macht haben und alles Gewünschte erreichen?
Nein, im Schatten der Nacht
will ich mich verbergen und ihn nur von weitem hören und sehen.
Hier, nimm meine Karten. - Ich?
Erlauben Sie? - Teufel auch!
Sei vorsichtig. Ich habe Pech im Spiel.
Wir werden gewinnen. - Ich setze auf Sie!
Wie? Sie schenken mir Ihr Ohr? - Giulietta!
Reden Sie. Ich höre.
Sicher schenken Sie mir das Geld, das Sie gewinnen.
Ich schwöre es Ihnen!
Schwören Sie nicht!
Nur Liebe kann die Belohnung sein
für eine unschuldige und reine Seele.
Ich will das Schicksal nicht beleidigen
mit meiner Schande, die auf Sie fallen wird.
Sehen Sie? Ich verurteile mich selbst.
Was für eine Seele enthüllen Sie mir?
Ich lese in Ihrem Herzen und liege Ihnen zu Füßen.
Giulietta, ich liebe Sie!
Nein! Gehen Sie! Vergessen Sie mich!
Sie entfliehen mir! - Das muss ich.
Ihre Tränen verraten Sie!
Leugnen Sie es nicht. Sie lieben mich!
Wollen Sie das? - Ja, und koste es mein Leben!
Ich will es!
Amor sagte: "Meine Schöne, du hast die Augen geschlossen."
Er berührte sie mit seinem Flügel und sprach:
"Wach auf und liebe!"
Zum Teufel! - Wir gewinnen!
Ich habe die Hölle in mir!
Aber mein Herr!
Diese Dame raubt Ihnen Ihren Seelenfrieden.
(Geduld, nur keine Aufregung!)
(Er hat meinen Schlüssel, nimm ihn an dich!)
Hören Sie, meine Herren!
Hier sind die Gondeln. Es ist Zeit, aufzubrechen
und Abschied zu nehmen.
Kommst du? - Noch nicht!
Warum? Ach, ich verstehe.
Leb wohl! Doch ich werde über dich wachen.
Auf was warten Sie, mein Herr?
Darauf, dass Sie mir einen Schlüssel überlassen,
auf den ich meine Hoffnungen setze.
Endlich lüften Sie die Maske!
Warum sollte ich weiterhin spielen?
An den Schlüssel kommen Sie nur über meine Leiche!
Ich werde beides bekommen.
Sie wollen es so. - Ich fordere Sie zum Duell!
Ich folge Ihnen. - Einen Augenblick!
Was haben Sie? - Ohne Degen kein Duell.
Nehmen Sie meinen. - Also gut.
Sie werden damit zufrieden sein.
Der gute Schlemihl wird wohl seinen Schatten wiederfinden.
Dein Freund spricht die Wahrheit:
Dein Leben steht jetzt auf dem Spiel!
Wird das ein Abschied für immer?
Nein, wir sehen uns später. Geh jetzt.
Ich habe Angst um dich.
Du musst jetzt gehen!
Ich soll dich verlassen, Giulietta?
Nein!
Ich liebe dich!
Unglücklicher! Weißt du denn nicht,
dass dieser Moment dir den Tod bringen kann?
Dass ich dich verlieren werde, wenn du bleibst?
Dass du mir noch vor dem Morgen entrissen wirst?
Weise mein Bitten nicht zurück!
Mein Leben gehört nur dir allein.
Ich verspreche dir, dich immer zu begleiten.
Oh Gott, wie konntest du meine Seele so trunken machen?
Deine Stimme ist für mich wie ein göttliches Konzert.
Ein schwelendes Feuer verschlingt mein Herz.
Deine Blicke lassen die Flammen aufschießen
wie gleißende Kometen!
Und ich spüre, oh meine Geliebte,
wie dein köstlicher Atem meine Lippen und Augen benetzt.
Gib mir Mut
und überlasse mir ein Pfand von dir.
Was willst du, sag? - Hör zu.
Aber lach mich nicht aus!
Was ich von dir will,
ist ein getreues Abbild deiner Gesichtszüge.
Dein Blick,
dein Antlitz.
Dein Spiegelbild, das du in meinen Augen siehst.
Mein Spiegelbild?
Was für eine verrückte Idee! - Nein.
Es lässt sich von der blanken Fläche ablösen,
damit ich es ganz in mein Herz schließen kann.
In dein Herz?
Ja! Ich bitte dich, ich flehe dich an.
Erfülle meinen Wunsch!
Mein Spiegelbild!
Auch wenn es unsinnig scheint: Ich will es haben!
Wenn du mir schon entrissen wirst ...
Ekstase! Verzehrender Rausch!
... will ich etwas von dir behalten.
Seltsames, süßes Grauen.
Dein Bild, deine Seele, dein Leben!
Mein Bild, meine Seele, mein Leben? - Gib es mir!
Dir, ja dir. Für immer ...
Heute fließen noch Tränen,
aber morgen winkt uns der Himmel ...
Welche Tollheiten! Vergiss deinen Schmerz.
Verwirkliche deine Träume, denk nicht an die Tränen.
Jede Seele ist auf ihre Weise entflammbar
durch den Zauber und die Leiden der Liebe.
Das war also die Geschichte meiner Liebesabenteuer.
Die Erinnerung werde ich stets im Herzen tragen.
Ein Riesenerfolg! Alle jubeln unserer Primadonna zu!
Ihn muss ich nicht mehr fürchten; die Diva gehört mir.
Stella! - Was ist nun Stellas Rolle?
Ich weiß es jetzt. Es sind drei Dramen in einem:
Olympia ...
Antonia ...
Giulietta ...
Sie sind alle dieselbe Frau, nämlich Stella!
Trinken wir auf diese ehrenwerte Dame!
Noch ein Wort, und ich zerfetze dich!
Mich, deinen Mentor! Danke!
Ich bin verrückt.
Genießen wir den göttlichen Taumel des Alkohols,
den Bier und Wein uns schenken.
Genießen wir die Trunkenheit und das Delirium.
Und den Absturz, der alles vergessen lässt.
Schenk uns Wein ein!
Fülle meinen Becher! - Der Schaum versilbert das Glas.
Ich bin der goldene Göttertrunk.
Schenk nach bis zum Morgengrauen!
Wir sind die Freunde der Menschen. - Schenk ein!
Wir vertreiben Kummer und Langeweile.
Stella!
Sie lassen auf sich warten.
Was willst du? Was habe ich da gehört?
Wie ist dein Name? Olympia?
Kaputt!
Antonia?
Tot!
Giulietta?
Ist da kein Kleinzack mehr,
der sie mit Diamanten und Dukaten überhäufen kann?
Pardon, lieber Lindorf. Das Lied von Kleinzack geht noch weiter.
Der letzte Vers ist für Sie!
Das Herz der Schönen war ein Bettelsack.
Um sie zu gewinnen, ging nicht alles glatt.
Er bekam sie kaum noch satt, seine Börse war ein Wrack.
Klick-klack! Das war Kleinzack!
Und der Oscar geht an ...
Ich bin so aufgeregt!
Dieser Abend war so lange wie meine gesamte Karriere.
Ich habe mich immer gefragt,
wie man sich in so einem Moment fühlt.
Danke, dass Sie diesem Bangen nun ein Ende bereiten.
Wenn ich diese Rolle vor fünf Jahren gespielt hätte,
hätte ich geglaubt, es handele sich um einen Zufall.
Heute sehe ich das anders. Ich glaube nicht mehr an Zufälle.
Glückwunsch, meine Liebe.
Kann ich das Ende deiner Rede für meine Ansprache verwenden?
Meine Art, mir Ihre Aufmerksamkeit zu sichern,
wirkt vielleicht etwas unkonventionell.
Aber harte Zeiten erfordern harte Maßnahmen.
Ich hatte eine Rede vorbereitet. Leider ist sie mir entfallen.
Dieses formelle Gehabe ist doch lächerlich, oder?
Die meisten von Ihnen kenne ich mit Vornamen.
Ich habe ihnen viel Geld eingebracht,
in meinen goldenen Jahren!
Jetzt brauche ich einen Job.
Ganz einfach: Ich suche Arbeit.
Ich bin nicht nur gut in dramatischen Rollen.
Ich kann auch den Komiker geben und lustige Sachen spielen.
Mit der Asche deines Herzens wird dein Genie neu entfacht.
Finde die Heiterkeit, um über deinen Schmerz zu lächeln.
Die Muse wird dir helfen, deine Leiden zu lindern.
Die Liebe macht uns groß. Noch größer macht uns das Leid.
Die Liebe macht uns groß. Noch größer macht uns das Herz.
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