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* Rufe auf Arabisch *
Den Typen hier.
Lebend.
Verstanden?
* Auf Arabisch *
(Martha) Haben Sie Ärger?
Wenn Sie so wollen.
(Fran) Was wäre, wenn ich Ihnen eine zweite Chance biete?
Gretel, wir bekommen Besuch.
"Hast du die Zielperson gefunden?
Gretel?"
Was ist los bei dir, verdammt?
* Auf Arabisch *
Der Mann, der vom Muchabarat bezahlt wird.
Nein.
Ich bin einer von euch.
Das ist ein Missverständnis. Ich schwöre es euch.
* Er spricht arabisch. *
Wie sagt ihr das in der westlichen Welt so gerne...
Ah, ja, genau.
* Düstere Musik *
Du bist auf der falschen Seite der Geschichte.
Ludwig Licht
Clive Bernert
Faye Morris
Lucien Gell
* Dynamische Musik *
* Dumpfe Stimmen *
Er ist wach.
Guten Abend. Name und Anschrift, bitte.
Kann mich nicht erinnern. Natürlich tun Sie das.
Sie sind angeschossen worden, erinnern Sie sich daran? Kann mich nicht erinnern. Natürlich tun Sie das.
Sie sind angeschossen worden, erinnern Sie sich daran?
Wirklich? Was haben Sie in der syrischen Botschaft gemacht?
Sie sind Deutscher, richtig?
(seufzend) Ja, ich glaube, ja.
Was haben Sie da gemacht?
Ich hab Hilfeschreie gehört.
Aus der Botschaft? Ja.
Die Rufe kamen aus dem Keller.
Als ich da ankam, da ...
hat man auf mich geschossen.
Und das haben Sie gemacht, weil Sie so ein guter Mensch sind?
Laufen Sie immer mit 'ner kugelsicheren Weste
im Botschaftsviertel rum? Laufen Sie immer mit 'ner kugelsicheren Weste
im Botschaftsviertel rum?
Die Zeiten sind hart.
Ist das Ihre Waffe?
Ihr Funkgerät?
Ah, ich glaube, da ist was gebrochen.
Kann ich 'n bisschen Morphin haben oder so, bitte.
(Polizist, leise) Scheiße.
* Düstere Musik *
* Unverständlicher Polizeifunk *
Lucien?
Gell.
(Mann) Polizeigewalt! - (alle skandieren) Polizeigewalt!
Polizeigewalt! Polizeigewalt! - (Mann) Scheißbullen.
(alle) Polizeigewalt! Polizeigewalt!
Ist nicht ansprechbar.
Hören Sie, ich... ich...
Ich erinnere mich.
Was?
* Spannungsvolle Streichmusik *
Fran.
Spielen Sie Hase und Igel mit mir?
Was?
Immer wenn ich mich umdrehe, sind Sie schon da.
Was ... haben Sie getan, Clive?
Ich hab nur versucht, meinen Job zu tun.
Ja, ich glaube einfach nicht, dass Scheiße von allein weggeht.
Also hab ich diesen verfickten Gell gefunden.
Der Plan war, dass ich...
Ohne Rücksprache mit Langley. Oder mit mir.
Ich war der Meinung, dass wir keine Zeit verlieren sollten.
Dieser miese Verräter.
Wie war das?
Er hat Sie doch sofort angerufen, oder nicht?
Sie haben die Arbeit von Jahren ruiniert, Clive, Jahrzehnten.
Hören Sie, kein Mensch weiß,
dass wir hinter dem Anschlag auf die Botschaft stecken.
Ich scheiß auf unser Verhältnis zur syrischen Regierung.
Ich spreche über Lucien.
Was ist mit Lucien?
Er hat für mich gearbeitet.
* Er ächzt. *
* Motor stottert. * Na komm.
Jetzt komm!
* Motor stottert. *
Scheiße, Mann! Scheiße! Komm!
Scheiße! Mann...
Er hat für Sie gearbeitet?
Für uns?
Ach, ist das "Operation CO"?
Nach der ich Sie vor drei Tagen in Kopenhagen gefragt habe?
Und was habe ich Ihnen da gesagt?
Dann ist die CIA der Geldgeber für diesen beschissenen Mist?
Ich habe Gell vor 15 Jahren angeworben,
da war er noch auf dem College.
Ursprünglich war mein Plan,
dass er die Ultrarechten hier in Europa unterwandert.
Aber dann kam es zum globalen Kampf gegen den Terror
und dieser ganzen Leakerei.
Also hat Gell von uns den Auftrag bekommen,
ein eigenes Netzwerk aufzubauen.
In der Absicht, dass wir es kontrollieren können. ein eigenes Netzwerk aufzubauen.
In der Absicht, dass wir es kontrollieren können.
Hören Sie, Hydraleaks hat uns jahrelang Ärger gemacht.
Darüber kann man streiten.
Gell hat nur Informationen geleakt,
von denen wir wussten, dass sie die andere Seite hat
und früher oder später eh leaken würde.
Oder die News, die keinen interessieren,
wie, was der Iran so geplant hat, oder die Russen oder die Chinesen.
Und wo ist Gell jetzt?
Tot. Die Syrer haben ihn getötet.
Was für Syrer? Verkaufen Sie mich nicht für dumm, Clive.
Ihre Syrer. Was für Syrer? Verkaufen Sie mich nicht für dumm, Clive.
Ihre Syrer.
Ihre verfickten Freischärler, verflucht noch mal. Ihre Syrer.
Ihre verfickten Freischärler, verflucht noch mal.
Ansage war, dass niemand ihn anrührt.
Und wenn, jetzt ist er jedenfalls tot.
Wenn Sie ihn also gesteuert haben,
was war das dann mit dem Muchabarat?
Lucien war ein kranker Mann.
Sehr, sehr krank.
Er hatte einen Wesenszug, der bei keinem Agenten von Vorteil ist.
Persönlichkeit.
Narzissmus ist eine Persönlichkeitsstörung,
kommen Sie mir nicht so.
Wir haben ihn sich selbst überlassen.
Eine frühe taktische Entscheidung,
dass ihn niemand innerhalb von Hydraleaks überwacht hat.
Ein Risiko in der Hoffnung, Risiken zu minimieren.
Das war nicht gerade clever von uns.
Er ist dann völlig abgedreht.
Nur, um als armer Irrer zu enden, wie so viele vor ihm.
Und Sie, Clive?
Ich bin nicht viel anders, ich weiß.
* Düstere Musik *
(Tina) Wir machen zu.
Du musst mir deinen Wagen leihen, Tina.
Hallo, Tina. Wie geht's, Tina?
Ich brauche den Schlüssel, sofort, bitte. Hallo, Tina. Wie geht's, Tina?
Ich brauche den Schlüssel, sofort, bitte.
Sonst noch was? Wie siehst du überhaupt aus?
Ich kann's dir jetzt nicht erklären.
Wie komme ich nach Hause? Mit 'nem Taxi.
Bitte.
Ich zahle dir auch was extra, okay?
Ich vermisse dich irgendwie.
Ich dich auch.
Danke.
(Fran) Werden Sie sofort in die Staaten zurückfliegen?
Wir hatten mal über Neuengland gesprochen.
In ein paar Jahren.
Und, wer wird hier übernehmen? Almond?
Das wurde noch nicht entschieden.
Ach, das könnte schon funktionieren.
Wenn Sie ihm eins Ihrer Eier abgeben.
Sie hatten einen guten Lauf, Clive.
Wir verdanken Ihnen einiges.
Ich werde Ihren guten Namen nicht in den Dreck ziehen.
Sie wussten es.
Die ganze Zeit.
Ich war mir relativ sicher, dass Sie versuchen würden,
einen letzten großen Erfolg einzufahren.
Und Gell für mich finden würden.
Und natürlich war ich informiert. Über alles.
Nach 40 Jahren CIA-Zugehörigkeit
legen Sie mich aufs Kreuz, was schlimm genug ist,
aber dass sie das auch geschafft hat.
Jeder hat eine Schwachstelle, man muss sie nur finden.
Haben Sie uns das nicht beigebracht?
Auch dass man sie selbst bei den größten Agenten finden kann.
Wie haben Sie Lucien gefunden?
Wir haben über ein Jahr lang nach ihm gesucht.
Ich dachte schon, dass er sich umgebracht hat.
Durch seine Rechtsberaterin, Faye Morris.
US-Bürgerin. Ich weiß, wer sie ist.
Eine Linksradikale.
So weit würde ich nicht gehen, eher eine moderate Radikale.
Noch schlimmer.
(Johnson) Wo ist Morris jetzt? Bei Licht?
Wer ist dieser Licht?
Ein alter Weggefährte.
War heute Abend in der syrischen Botschaft. Ein alter Weggefährte.
War heute Abend in der syrischen Botschaft.
Keine Ahnung, wo er jetzt gerade steckt. War heute Abend in der syrischen Botschaft.
Keine Ahnung, wo er jetzt gerade steckt.
Ach, das kann doch alles nicht wahr sein.
Wer weiß, vielleicht hat er sich ja auch in den Kopf gesetzt,
den Helden zu spielen.
Almond, finden Sie Ms Morris.
Faye?
* Würgen *
Was ist passiert?
Bist du betrunken?
Scheiße, und ich sag noch, nicht alles auf einmal.
Verdammte Scheiße.
(lacht) Was hast du denn da an?
Wir müssen hier weg. Jetzt sofort, los.
Vertraust du mir?
Ja. Gut.
Wir müssen von hier abhauen, hast du verstanden?
Wo ist der Oberboss? Der ist raus aus der Nummer.
Der kann dir nicht mehr helfen.
Hör zu, du wartest hier, und ich hole deine Sachen, okay?
Okay. Gut. Fuck.
* Beunruhigende Musik *
Beeil dich, na komm.
(Mann) Wo bringen Sie sie hin?
Mir wurde gesagt, sie muss hier weg.
Davon weiß ich nichts.
Das ist jetzt auch topsecret.
Wegen der Scheiße mit der syrischen Botschaft.
Das waren wir? Natürlich nicht.
Also mach keine Anrufe. Im Moment wird dir niemand was bestätigen.
Und du verschwindest am besten auch von hier, okay?
Komm, gehen wir.
Beeil dich.
Wo fahren wir hin? Ich muss mich noch verabschieden.
Von mir?
Von dir?
Nein, noch nicht.
* Motor brummt. * Na, wer sagt's denn.
Wir haben Morris verloren. Sie ist bei Licht.
War das Ihr Befehl?
Nein.
Wir haben noch den Peilsender, den ich an sein Auto montiert habe.
Sehr gut. - Der Wagen steht vor seiner Wohnung.
In der gibt es allerdings keine Anzeichen von Aktivität.
Dann ist das Vöglein wohl ausgeflogen.
Haben Sie eine Idee, wo die beiden hinwollen?
Fragen Sie Ihr Wunderkind.
Ich bin sicher, sie platzt vor eigenen Ideen und Kreativität.
Ja, das tut sie.
Deshalb bin ich ja auch ihre Mentorin geworden.
Mentorin? Drauf geschissen.
Sie benutzen Sie doch nur als Kanonenfutter.
Licht ist doch so was wie ein Freund.
Mit wem arbeitet er zusammen? Wo könnte er sich versteckt halten?
Keine Ahnung.
Dann heißt es jetzt wohl Abschied nehmen.
Und ich sage bestimmt nicht Auf Wiedersehen.
* Schwermütige Klaviermusik *
* Musik läuft weiter. *
* Musik läuft weiter. *
Ich hatte tatsächlich gedacht, du wärst tot.
Du kennst mich, Clive. Ich bin der "Last Man Standing".
Was war das für 'ne verfluchte Scheiße?
Was ist das?
Bis vor einem Jahr hat Gell für Bowden gearbeitet.
Er hat auf mich geschossen.
Er hat was? Ich hatte 'ne Schutzweste an.
Ich bin ohnmächtig geworden. Er ist abgehauen.
Oh nein, nein, nein. Gemayels Männer haben ihn ... getötet.
Ich hab's gewusst!
Also sind doch Leute gestorben. Für nichts.
Nur weil sie wütend waren und dumm genug, um einfach Dampf abzulassen.
Und alles nur, weil du noch einmal groß rauskommen wolltest!
Ich habe geglaubt, das Richtige zu tun.
Egal, es ist vorbei. Alles aus.
War doch ganz lustig, oder?
Nein, war's nicht.
* Clive seufzt. *
Das war's dann jetzt also.
Hm?
Ja, sieht so aus, ja.
* Ruhige Musik *
Du wirst schon klarkommen.
Werde ich?
* Motor brummt. *
* Freiton *
Clive?
"Ja."
Die Kleine ist weg.
Hat sich nicht mal verabschiedet.
"Hör mal, nimm...
Nimm das nicht persönlich."
* Sie lacht trocken. *
Du wirst mir vermutlich nicht sagen, wo sie hin ist.
"Doch, das werde ich, Martha. Das werde ich.
Glaub mir.
Wenn ich es je rausfinde."
* Clive seufzt. *
"Hast du Lust auf einen Schlummertrunk?"
Klar.
* Clive lacht. *
Wieso nicht?
* Düstere Musik *
Ist Lucien tot?
Wer hat ihn getötet?
Ich war's nicht.
Natürlich nicht.
Wir müssen kurz in Mitte stoppen.
Okay.
* Hund bellt. *
Warte.
Okay.
Warte, was...
Das ist 'ne komplette Festplatte.
Ja. Mehr als nur 'ne Liste von Whistleblowern?
Will ich wissen, was da noch drauf ist?
Das ist die komplette Datenbank von Hydraleaks.
Die einzige Kopie.
Pete und Dan haben den Server gelöscht kurz vor Marokko.
Wow.
Faye...
Lösch die Liste.
Der Rest da drauf ist mir egal,
aber diese Personen dürfen niemals enttarnt werden.
Wir brauchen Whistleblower.
* Getragene Streichmusik *
Ja.
Letzte Meldung: vier Tote, zehn Verletzte.
Und keine Spur von Licht.
Keine Kreditkarten, sein Auto hat er nicht angerührt,
und in seiner Wohnung tut sich auch nichts.
Hat er irgendwelche Verwandten?
Einen Sohn, lebt irgendwo in Südschweden.
Aha.
Und Ms Morris? - Nichts, Ma'am.
Gut, ich will, dass Sie jeden auftreiben,
der mit ihr zu tun hatte.
Ja. - Wir müssen sie finden, und zwar schnell.
Der Kaffee. Danke.
Faye?
Du hast mich gesehen. Wie ich lebe.
Du hast immer noch die Wahl.
Kannst die richtigen Entscheidungen treffen.
Und du bist noch jung.
Wir müssen weiter.
* Schwelende Musik *
(Radio) "Lucien Gell, Gründer der Enthüllungsplattform Hydraleaks,
wurde letzte Nacht tot aufgefunden, er wurde 42 Jahre alt.
Die Todesumstände sind noch unklar.
Aus Polizeikreisen war zu erfahren, dass im Zusammenhang mit Gells Tod
nach einem etwa 50-jährigen Mann gefahndet wird,
der die Nacht aus einem Rettungswagen..."
* Klicken *
Guten Morgen.
Du hast geschlafen. Das ist gut.
Ich lass dich in Rostock raus. Da setzt du dich ins Taxi.
Ich gebe dir Geld und die Adresse von einem Laden in der Innenstadt.
Wenn du da bist, wartest du einfach, bis der aufmacht,
und dann fragst du nach Daniel.
Sag ihm, Fimbul schickt dich.
Fimbul. Okay.
Daniel ist ein alter Kollege von früher.
Der macht Pässe, Führerscheine und so was alles.
Was für ein Leben erwartet mich, wenn ich tue, was du sagst?
Ein freies Leben.
Gibt Schlimmeres, hm?
Weißt du, was Lucien immer gesagt hat?
"Ich habe meine Seele schon einmal an den Teufel verkauft,
wenn ich es noch ein zweites Mal tue,
gleicht es sich vielleicht irgendwie aus."
Ich wusste nicht, was er damit meint,
bis heute.
Wovon redest du da bitte?
Nein.
Nein, so darfst du nicht denken.
Das ist nicht deine Welt. Du darfst dich nicht mit so Leuten einlassen.
Warum soll es nicht meine Welt sein?
Das ist einfach nichts für dich, glaub mir!
Halt dich von dieser Welt fern, sie ... wird dich auffressen. Das ist einfach nichts für dich, glaub mir!
Halt dich von dieser Welt fern, sie ... wird dich auffressen.
Glaub mir, in ein paar Jahren erkennst du dich nicht wieder,
wenn du in den Spiegel guckst.
Lösch die Liste.
Und werde nie ...
niemals so wie ich.
* Ruhige Klaviermusik *
Das sollte fürs Erste reichen.
Und was wird jetzt aus dir werden?
Nichts.
Bist du sicher?
Ja, klar.
Das ist das Positive daran.
Leute wie ich verschwinden einfach, und niemand wird uns vermissen.
Auf Wiedersehen, Ludwig Licht.
Du solltest jetzt gehen.
* Sanfte Klaviermusik *
* Musik läuft weiter. *
* Musik läuft weiter. *
Kann ich reinkommen?
Wenn du dich benimmst.
(leise) Ja.
Ich habe gar nichts mitgebracht.
Also, ich bin mir sicher, du bist Aufregung genug.
Wer hätte das gedacht.
Ist alles okay?
Ja, klar.
Wenn du vielleicht irgendwo 'ne Ecke hast,
'n bisschen Schlaf wäre gut.
Dann komm mal rein.
* Ruhige Musik *
* Tür wird geöffnet. *
* Junge kichert. *
"Das Letzte, was ich will, ist,
dass die Leute mich für einen Rebellen halten.
Ich will als Pionier in Erinnerung bleiben.
Als Pionier des sogenannten 'Social Engineering'."
Der Begriff... der Begriff ist noch eher negativ besetzt.
Aber ... das sagt mehr über die Zeiten aus, in denen wir leben,
als alles andere. Aber ... das sagt mehr über die Zeiten aus, in denen wir leben,
als alles andere.
(Mann im TV) "Ist Ihre Mission denn schon beendet?
Haben Sie alles erreicht, was Sie sich vorgenommen haben?"
"Nein, nein, oh nein.
Nein, überhaupt nicht, ich...
Ich bin noch ganz am Anfang meiner Mission.
Für jemanden, der wirklich etwas verändern will,
gibt es noch viel zu tun."
"Beantworten Sie mir eine Frage, fühlen Sie sich unsicher?"
"Ach, halten Sie das für eine persönliche Frage?"
"Na ja, ich dachte..." "Nein, ich fühle mich sicher, absolut."
(2. Mann) "Das war ein Ausschnitt aus einer Dokumentation
über Lucien Gell aus dem Jahre 2015.
Gell ist vor wenigen Wochen
unter noch ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.
Er gründete Hydraleaks im Jahr 2006 und wurde 2010 weltweit bekannt,
als seine Plattform Er gründete Hydraleaks im Jahr 2006 und wurde 2010 weltweit bekannt,
als seine Plattform
streng vertrauliche Regierungspapiere
öffentlich machte."
* Ruhige Musik *
* Musik läuft weiter. *
Schön hier.
Woran arbeitest du gerade?
Ich schreibe.
Mal sehen, was dabei rauskommt.
Wird bestimmt gut.
Du siehst erschöpft aus.
Hast du die Berichte über Lucien Gell verfolgt?
Ja, sicher. Hast du die Berichte über Lucien Gell verfolgt?
Ja, sicher.
Wenn du in Berlin oder Hamburg gewesen wärst ...
hättest du darüber geschrieben.
Ist was passiert?
Passiert?
Na weil du plötzlich hergekommen bist.
Weißt du, als du noch klein warst, da...
da hatte ich immer denselben Traum.
Ich habe dich gebadet,
dir deinen kleinen Schlafanzug angezogen,
dich in dein Bettchen gelegt, und...
und dann ist es passiert.
Was denn?
Kaum habe ich mich umgedreht, da stand dein Bett in Flammen.
Ich glaube, ich hatte einfach...
einfach immer nur Angst, dass dir was passiert.
Danke, gleichfalls.
Ich habe jahrelang versucht, ein Interview mit ihm zu kriegen.
Mit Gell.
Ach, das wusste ich gar nicht. Wie solltest du auch?
Aber ich habe alles gelesen, was du jemals geschrieben hast. Alles.
Ist doch wohl klar.
Walter, ich... ich...
Ich war damals einfach viel zu jung.
Und jetzt, jetzt...
jetzt bist du selber Vater.
Glaub mir, ich habe ...
einen hohen Preis bezahlt für...
für alle meine Entscheidungen.
Und ...
es tut mir so unendlich leid,
dass wir so wenig Zeit hatten,
weil ich nie da war.
Komm mal her... Komm mal her.
* Gefühlvolle Musik *
* Musik läuft weiter. *
Wer ist das?
Ich weiß nicht.
Sag mir bitte, dass nicht irgendein Haftbefehl gegen dich vorliegt.
Danke sehr.
Geh schon mal rein, ich kläre das.
Fran Bowden.
Ich habe nur Gutes über Sie gehört, Ludwig Licht.
Das wage ich zu bezweifeln. Nein, nein.
Das war gute Arbeit von Ihnen, trotz dieses ganzen Schlamassels.
Weswegen Mr Berner uns inzwischen auch verlassen musste.
Mir ist jedenfalls aufgefallen, dass wir ...
uns nicht gut genug um Sie gekümmert haben, seit dem Mauerfall. Mir ist jedenfalls aufgefallen, dass wir ...
uns nicht gut genug um Sie gekümmert haben, seit dem Mauerfall.
Ich möchte, dass Sie wieder bei uns anfangen.
Fulltime. Gut bezahlt.
Ich denke, das ist in unser aller Interesse.
Ach wirklich? Ja.
Was wissen Sie schon? Nichts.
Sie wissen gar nichts.
Etwas weniger Dramatik wäre schön.
Ja? Finden Sie?
Mein Vorschlag geht dahin, da... Das war's.
Hören Sie, ich habe damit abgeschlossen.
Ich kann die Probleme der Welt nicht lösen.
Aber irgendwann vielleicht meine eigenen.
Das klingt jetzt tatsächlich etwas dramatisch, ja.
Leben Sie wohl.
Und übrigens:
Die Mauer ist nicht einfach so gefallen.
Das Volk hat sie eingerissen.
* Düstere schwelende Musik *
(TV) "Das ist ja abgefahren. Wie cool, euch hier zu sehen.
Ihr Jungs seid die Lieblingsband meiner Mutter.
Mein Bruder spielt auch in 'ner Band."
(Mann) "Was für 'ne Band?" - "Los, erzähl ihm von eurem Zeug."
(Bruder) "Ja, wir machen so ein bisschen Indie,
so Indiemusik, alles so querbeet, was uns gerade einfällt."
(Mann) "Boah, verdammt cool."
"Es geht direkt ins Herz."
"Ah, echt? Genau wie unser Zeug."
(Mann) "Von nun an wollen wir bei Hydraleaks
die Möglichkeit des Leakens allen zugänglich machen.
Genauso das Whistleblowing.
Darüber hinaus wollen wir für mehr Transparenz sorgen.
Und ich gebe zu, dass uns das in der Vergangenheit
nicht immer gelungen ist.
Außerdem wollen wir Ihnen unsere neue Führung vorstellen:
Faye Morris.
Fragen dazu bitte erst am Ende der Pressekonferenz." Mein Gott.
"Whistleblower brauchen Schutz,
und wir werden diesen Schutz garantieren.
Wir bieten jedem eine Plattform, der etwas zu sagen hat." und wir werden diesen Schutz garantieren.
Wir bieten jedem eine Plattform, der etwas zu sagen hat."
Kennst du die?
"Wir wollen damit unsere Demokratie stärken und befördern."
Papa?
"Wir wollen in Freiheit leben und in eine bessere Zukunft blicken.
Wir wünschen uns eine Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt."
Nein, nicht wirklich.
"Wir kämpfen gegen Korruption und für die Wahrheit.
Für eine faire Welt, für eine bessere Welt.
Und für unsere Demokratie." Für eine faire Welt, für eine bessere Welt.
Und für unsere Demokratie."
* Beklemmendes anschwellendes Schwelen *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019
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