Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Corsican
Croatian
Czech
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
Frisian
Ga
Galician
Georgian
German
Greek
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hindi
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Indonesian
Interlingua
Irish
Italian
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Polish
Portuguese (Brazil)
Portuguese (Portugal)
Punjabi
Quechua
Romansh
Runyakitara
Russian
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Spanish (Latin American)
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkish
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
„Category III“-Filme bilden wohl eines der einzigartigsten Genres überhaupt.
- Sie sind mit nichts vergleichbar. - Horror.
- Kraftausdrücke. - Sex.
- Gewalt. - Blut.
Große Brüste, Fleischerbeile und von Pferden zu Menschen transplantierte Schwänze.
Ein unglaublicher Kosmos aus Sex und Gewalt made in Hongkong.
Diese Art von Film ist nur für ein bestimmtes Publikum erträglich.
„Category III“ ist eine Altersfreigabe. So weit ich weiß wurde sie 1988 eingeführt.
Entweder wegen Die letzte Versuchung Christi oder Men Behind the Sun.
Es war ein System vonnöten, um Grenzen abzustecken.
Durch gewisse Faktoren überschreitet man diese Grenzen.
Obszönitäten auf Chinesisch. Auf Englisch ist es wohl egal.
Expliziter, simulierter Geschlechtsverkehr, die direkte Nennung einer Triade...
... sowie ein gewisses Maß an Gewaltdarstellung.
„Category I“-Filme waren für alle Altersgruppen...
... „Category II“ in Begleitung von Erwachsenen.
„Category III“-Filme waren, soweit ich weiß, nur an Zuschauer über 18 Jahren freigegeben.
Es war quasi ein Siegel, das den Film fürs Publikum interessant machte.
In den 80ern besuchten Leute Mitternachts- Vorstellungen von „Category III“-Titeln...
... und das praktisch wöchentlich.
Sie waren gespannt darauf, fluchten vielleicht danach...
... oder freuten sich darüber, bei der Arbeit davon erzählen zu können.
Es war ein Ventil, um Stress abzubauen.
Es war verlockend, diese Filme zu schauen.
Sowohl in Hongkong als auch im Rest der Welt.
Wieso? Der Begriff „Category III“ umfasste folgendes:
Eine Welt voller Sex, Gewalt und im Grunde auch gutem Filmhandwerk.
Es gab eine Reihe von Schauspielerinnen wie Amy Yip...
... die als Königinnen der „Category III“-Filme bekannt wurden.
Simon Yam ist ein gutes Beispiel für Schauspieler...
... die in dieser Zeit etliche Hauptrollen in diesem Genre übernahmen.
Die Hochzeit des Genres reichte von den späten 80ern bis weit in die 90er hinein.
Zu dieser Zeit befand sich das Hongkong-Kino qualitativ und kommerziell auf dem Höhepunkt.
Die Folge waren unterschiedlichste Filme...
... die möglichst viele Thematiken möglichst erfolgreich verkaufen wollten.
Erwartungsgemäß entstanden bald auch viele Exploitation- und Trashfilme.
Von Schlagzeilen inspirierte Kriminal- und Historienfilme mit jeder Menge Sex.
Im Grunde wurde alles nur Erdenkliche so oft es nur ging auf die Leinwand gebannt.
Mit einer unglaublichen Kreativität. Man versuchte, ein Publikum dafür zu finden...
... ohne dabei gänzlich auf gesellschaftliche Themen zu verzichten.
Mich interessiert bei Exploitation-Filmen der stilistische Aspekt mit am meisten.
Für mich ist ein Film nicht nur wegen des Exzesses...
... Sex oder der Gewalt als Exploitation einstufbar.
Ich sehe daher einen großen Unterschied zwischen „Category III“-...
... und Exploitation-Filmen aus Hongkong.
Was wir als Fans von Hongkong-Exploitation der 90er heute kennen...
... wie The Untold Story, Dr. Lamb oder Ebola Syndrome...
... haben den Horrorfilmen der Shaw Brothers aus den 70ern sehr viel zu verdanken.
Regisseur Kuei Chih-Hung wurde durch den Shaw-Brothers-Horror-Klassiker...
... The Boxer's Omen bekannt.
Zuvor drehte er 1974 einen Film mit dem Titel The Killer Snakes.
Dieser Film hat offensichtlich den Grundstein für spätere „Category III“-Filme gelegt.
Die Shaw Brothers sind natürlich vorwiegend bekannt...
... für ihre Schwertkampf- und Kung-Fu-Filme.
Diese liegen mir und wahrscheinlich auch allen Zuschauern dieser Doku sehr am Herzen.
Ihre Horrortitel wie The Boxer's Omen...
... die Black Magic-Reihe oder Hex I und II sind aber auch großartig.
Unglaublich gut gemachte Filme mit fantastischer Kameraarbeit.
The Killer Snakes ist dazu noch unglaublich gut gespielt.
Im Skript geht es um einen mit einer Schlange befreundeten, rachedurstigen jungen Mann.
Regisseur Kuei Chih-Hung war auf der Suche nach seinem männlichen Hauptdarsteller.
Die Shaw Brothers Studios schickten ein paar Schauspieler.
Ich nahm an den Probeaufnahmen im Studio teil.
Alle anderen Kandidaten schmissen hin. Warum?
Weil sie feststellten, dass sie mit einer Kobra vor der Kamera stehen würden.
Nur ich habe die Probeaufnahme...
... mit der Kobra auf dem Kopf durchgezogen und mit ihr geredet.
Gan Kwok-Leung spielte die Hauptrolle in The Killer Snakes.
Er war brillant in diesem Film.
Seine Darbietung ist stark beeinflusst von Anthony Perkins, aber extrem überzogen.
Er wirkt völlig verrückt.
Ein Vorläufer des Wahnsinns, den Simon Yam und Anthony Wong...
... später ihren „Category III“-Rollen verliehen.
In The Killer Snakes ist er bereit, so weit wie nur möglich zu gehen.
Es gibt Szenen, in denen er wirklich von Schlangen gebissen wird.
Bei diesem Anblick denkt man sich:
„Wow, hier leidet wirklich jemand für die Kunst.“
In der letzten Szene des Films stürze ich in einen großen Tank voller Schlangen.
Regisseur und Crew waren nicht sicher, ob ich das adäquat darbieten könne.
Daher wurde die Szene am Ende gedreht.
Ich sagte zu mir selbst, dass das das Ende wäre.
Ich würde versagen, sollte ich das nicht durchziehen können.
Durch meinen Sturz sind aber sehr viele Schlangen getötet worden.
Eidechsen werden auch zersäbelt. Alle sind unglücklich.
Blitzende Neonlichter, knallige Farben und diese Sounds:
Der Film ist ein echter Acid-Trip.
Die Helden stammen nicht aus Geschichtsbüchern...
... sondern aus der Arbeiterschicht.
Kuei Chih-Hung konnte sich verschiedensten Gegebenheiten anpassen...
... und drehen, mit was auch immer er finden konnte...
... selbst mit einem Neuling wie mir.
Für die meisten Szenen war nur ein Take nötig.
Im ursprünglichen Skript gab es keine Nacktszenen.
Das Studio fügte diese hinzu, um den Film kommerzieller zu machen.
Der Film war seiner Zeit voraus und dennoch ein moderater Erfolg.
Selbst 45 Jahre später denkt man sich beim Anschauen von The Killer Snakes:
„Ich habe keine Ahnung, was als nächstes kommt.
Das ist völlig außer Kontrolle.“
Dasselbe Gefühl wie bei all den späteren „Category III“-Hongkong-Exploitation-Filmen.
Nach The Killer Snakes...
... erschienen etwas gewagtere und definitiv auch provokantere Hongkong-Filme.
Dazu zählten Filme wie Ghost Eyes oder Bewitched...
... und in den 80ern Seeding of a Ghost und The Boxer's Omen.
Das waren sehr wichtige Filme...
... die bereits die Richtung andeuteten, die „Category III“ einschlagen sollte.
Man muss dazu sagen, dass Run Run Shaw von der Regierung Hongkongs hochgeschätzt war.
Später wurde er zum Ritter geschlagen...
... genoss also auch den Respekt der britischen Regierung.
Run Run Shaw galt als Unternehmer.
Er war das, was die Briten sich von ihren kleinen Kolonien im Fernen Osten erhofft hatten.
Einer ihrer wenigen verbliebenen Kolonien...
... und die einzig verbliebene von internationaler Relevanz.
Run Run Shaw war eine berühmte Persönlichkeit...
... und pflegte gute Beziehungen zur Regierung.
Beinahe wöchentlich lud er zu Partys in einer seiner Villen...
... sämtliche Regierungsbeamte ein.
Er hatte dadurch eine sehr gute Beziehung zu ihnen.
Deshalb kamen selbst seine brutaleren Filme problemlos durch die Zensur.
Dadurch blieb der kommerzielle Aspekt unversehrt.
Das Publikum liebte nämlich solche Dinge.
Er wusste, wie er mit den Beamten umgehen musste.
An guten Geschmack wurde kein Gedanke verschwendet.
Ebensowenig wie an feste Genre-Definitionen.
Sie warfen einfach alles in einen Topf, was sie als passend und unterhaltsam fanden.
So lange sie damit durchkamen.
Irre Filme mit verrückten Titeln wie Bloody Parrot.
Damals haben sie unzählige dieser Filme veröffentlicht.
Wenn man sich den Filmkatalog der Shaw Brothers ansieht...
... dann sind viele Titel auf DVD mit dem „Category III“-Symbol versehen.
Die Shaw Brothers haben viele Sexfilme gedreht sowie einige extrem bizarre, brutale Streifen.
Zugegebenermaßen ist das Blut wie bei den Shaw Brothers üblich hellrot.
Man versteht, dass das Blut sein soll, aber es sieht nicht realistisch aus.
Filme wie Men Behind the Sun sollten authentisch wirken...
... was aber so weit ging, dass am Ende doch etwas geschnitten werden musste.
„Category III“ wurde wegen Men Behind the Sun überhaupt erst eingeführt.
Merkwürdigerweise wird der Film noch immer als Hongkong-Exploitationfilm angesehen.
Dabei ist er ein chinesischer Propagandafilm.
Er wurde weder in Hongkong produziert...
... noch mit Geldern, Schauspielern oder einer Crew aus Hongkong.
Er wurde von der chinesischen Regierung finanziert und abgesegnet.
Interessanterweise entstand er direkt vor dem Tian'anmen-Massaker.
Ebenfalls interessant an Men Behind the Sun ist...
... dass die damalige Regierung Chinas noch nicht so sehr...
... auf nationalistische Anti-Japan-Propaganda setzte.
Das kam erst nach dem Tian'anmen-Massaker.
Es war mehr: „Hey, schaut euch nicht das an, schaut in die andere Richtung!“
Es war ein merkwürdiger Film für diese Zeit.
Er schildert aber auch überdeutlich den Horror...
... der militärischen Machenschaften Japans in China.
Dort wurden gewisse Gegenden de facto wie Kolonien behandelt.
Wenn man die anti-japanische Propaganda ausblenden...
... und ihn als deutliche Exploitation betrachten kann...
... dann ist er ein unterhaltsamer Horrorfilm und ziemlich erschreckend.
Diese Filmemacher haben definitiv Grenzen in der Darstellung von Folter überschritten.
Es ist ein problematischer Film und die Tierquälerei schlichtweg widerlich.
Bekanntermaßen wurde eine Katze in einen Raum voller hungriger Ratten geworfen...
... und bei lebendigem Leib gefressen.
Ratten wurden angezündet und echte Leichen beim Dreh verwendet.
Die Autopsie einer echten Kinderleiche wird gezeigt.
In seiner Darstellung driftet er dadurch deutlich in widerlichste Exploitation ab.
Men Behind the Sun war ein Erfolg, und bekam ein paar Fortsetzungen.
Kurioserweise war Godfrey Hos erster Aufenthalt in Festlandchina...
... der Dreh zu Men Behind the Sun 2 in Peking.
Dieser Film ist genauso grotesk wie der erste Teil, aber nicht so ekelhaft.
Dennoch ist er voller Propaganda:
„Das sind die Taten der Japaner! So sind sie! Hasst die Japaner!“
Das war ein waschechter Horrorfilm.
Wir arbeiteten mit den chinesischen Chang-Chen-Studios zusammen.
Nur dort konnten wir den Film drehen, da sie die nötigen Kostüme und Requisiten hatten.
Wir benötigten 200 bis 400 Statisten in Soldatenuniform, was sehr schwierig war.
Daher fragten wir die Produzenten, ob wir mit der Armee zusammenarbeiten könnten.
„Ja, wir können die Armee anfordern, um als Statisten mitzuwirken.“
Die Soldaten waren äußerst diszipliniert.
Ich musste dem Befehlshaber nur sagen...
... dass sie sich in Reih und Glied aufstellen sollen, und sie taten es:
„Alle aufstellen!“ Sofort standen 200 Mann stramm.
Von da an griff die Armee Filmen mit Kriegsthematik...
... und vielen Statisten unter die Arme. Da herrscht viel Disziplin.
Auch Men Behind the Sun 2 war ein wichtiger Film.
Ich erinnere mich an die Kontroverse mit der Autopsie der echten Leiche in Teil 1.
Diese gab es auch in Teil 2, mit dem englischen Zusatz Laboratory of the Devil.
Ein wirklich toller Titel.
Ich wollte eine echte Leiche haben und ging deshalb ins Krankenhaus.
Dort sagte mir einer der Ärzte: „Wir haben jede Menge Leichen.
Suchen Sie sich eine aus.“
Ich fragte: „Okay, welcher Stock?“ „Der Keller.“
Dort kam mir gleich der typische Klinikgeruch entgegen.
Ich musste es aber durchziehen.
Ich sagte ihnen: „Ich brauche nicht irgendeine Leiche.
Ich brauche eine Frauenleiche. Keine alte Frau, eine junge.“
Okay, ich suchte schnell eine Frauenleiche für die OP-Szene heraus.
Ich verwendete zwei Kameras.
Eine wurde von einem Kameramann bedient und die zweite übernahm ich selbst.
Mit ihr filmte ich den Ablauf der OP:
Das Aufschneiden der Leiche, die Entnahme der Innereien und so weiter.
Das war wirklich angsteinflößend.
Um etwas über Japans Machenschaften in China zu erfahren...
... sollte man eher „Die Vergewaltigung von Nanking“ oder das Buch von Laurence Rees.
Ich bezweifle stark, dass es außer ekligen Effekten...
... und widerlichen Verstümmelungen von Tieren und Leichen...
... in Men Behind the Sun Teil 1 und 2 viel zu lernen gibt.
Sie wurden aber in Hongkong veröffentlicht...
... und deshalb wurde die „Category III“-Freigabe eingeführt.
Interessanterweise ist er einer der bekanntesten Hongkong-Exploitation-Filme...
... ohne etwas mit Hongkong zu tun zu haben.
Ich weiß, dass er auf dem Festland ein großer Hit war.
Es ist einer der wenigen Filme, die dort wirklich unzensiert laufen.
Ein aktuelleres Beispiel eines nicht-chinesischen Films:
Dort werden viele Superheldenfilme zensiert...
... aber Hacksaw Ridge wurde keine Sekunde gekürzt.
Dort geht es Japanern an den Kragen, was unterstützt werden muss.
Zu Beginn wurde das neue Freigabesystem als Mittel beworben, um Filme zu zensieren.
Sexuelle Inhalte rückten in den Mittelpunkt.
Die Regierung sagte: „Alles über dieser Grenze ist 'Category III'.
Echte Pornografie darf nicht gezeigt werden.“
Da wurde wohl vielen Filmemachern klar...
... dass ihnen plötzlich eine neue Option zur Verfügung stand...
... die sie auch wahrnahmen.
Surreal, heiß und wunderbar niederträchtig.
Sexy Erotikfilme in chinesischer Sprache...
... hatten ihren Ursprung in der Shaw-Brothers-Ära, in Farbe.
Zum Beispiel Intimate Confessions of a Chinese Courtesan.
Selbst in Mainstream-Titeln sah man nackte Haut und Sexszenen.
Diese waren freizügiger als in den alten kantonesischen Schwarzweiß-Filmen.
Oder was man in taiwanesischen oder festlandchinesischen Produktionen sah.
Das war seit jeher Teil des Hongkong-Kinos.
Von den späten 50ern über die 60er bis in die frühen 70er...
... assoziierte man Hongkong-Kino mit den Shaw Brothers.
Das war ein wichtiger Teil der Shaw Brothers und setzte sich in der Golden-Harvest-Ära fort.
Wenn man die Einspielergebnisse direkt nach Bruce Lees Tod betrachtet...
... so tummelten sich nicht viele Bruce-Lee-Kopien...
... an der Spitze der Hongkong-Charts.
An der Spitze standen Softsex-Filme wie Das Bambuscamp der gequälten Frauen.
Diese Filme spielten Geld ein.
Ihre Beliebtheit nahm zyklisch zu und wieder ab.
Wenn bestimmte Filme erfolgreich waren folgten weitere, die ganz ähnlich waren.
Bis der Trend wieder ein wenig abschwächte. Das war immer Teil dieser Kultur.
Die Hongkong-Sexploitation-Filme wurden durch den originalen Sex and Zen populär.
Schrägerweise verliehen sie dem Hongkong-Kino...
... wieder den klassischen Look der frühen Historien- und Shaw-Filme.
Sie spielten im antiken China und verbanden expliziten Sex oft mit sehr schrägen Witzen.
Im ersten Sex und Zen-Teil wird einem Mann ein Pferdepenis transplantiert.
Von da an hat er eine Riesenerektion.
Das sollte zum Lachen anregen.
Einerseits gibt es eine recht standardmäßige Handlung:
Ein Gelehrter auf Wanderschaft begegnet Fuchsgeistern oder so was.
Zudem eine Menge merkwürdig akrobatischen, aber nicht gänzlich pornografischen Sex.
Manche gehen in Richtung der Vergewaltigung, was etwas verstörend wirken kann.
Bei einigen Sexszenen denkt man sich: „Das sollte eigentlich erregend sein...
... aber ich bin eher verwirrt, da das ziemlich abstoßend war.“
Hinsichtlich des „Category III“-Kinos bleibt oft unerwähnt...
... dass es ein sehr erfolgreiches BDSM-Subgenre gab.
Viele kommerziell vertriebene Hongkong- „Category III“-Filme hatten BDSM zum Thema.
Zu dieser Zeit gab es im Westen keine vergleichbare Bewegung im Mainstream.
Die meisten dieser Filme enden tragisch. Es gibt nur sehr wenige Happy Ends.
Die Moral dieser Geschichten ist etwas für Hongkong Typisches.
Man kann den Nervenkitzel des Anblicks junger Paare beim betörenden Sex genießen.
Am Ende bezahlen sie jedoch dafür, weil sie bestimmte Regeln nicht befolgt haben.
Es gab zwar viele „happy endings“, aber kein Happy End in den Filmen.
Sex and Zen basiert auf „Rouputuan“...
... ein renommiertes Werk chinesischer Erotikliteratur.
Daher war es irgendwo in Ordnung, sich den Film anzuschauen.
Im Gegensatz zu ähnlichen damaligen Filmen mit kontemporärem Setting...
... bei denen man hoffte, dass man vor dem Kino von niemandem gesehen wurde.
Sex and Zen hat man sich ohne Geheimniskrämerei angesehen.
Er war praktisch wie ein eleganter Arthouse-Film...
... der aber ebenso reizvolle, erotische Szenen bot...
... die man von derlei Filmen erwartete.
Ein „Category III“-Film also...
... für diejenigen, die sich normalerweise dafür schämten, diese Filme zu schauen.
Er war das „guilty pleasure“ der breiten Masse.
Wenn man Freunde im Kino antraf wollte man sich nicht gleich verstecken.
Sex and Zen war natürlich ein riesiger Erfolg, dem Fortsetzungen und Spin-offs folgten.
Er war ein Indiz dafür, dass es einen nachhaltigen Markt für Hongkong-Sexfilme gab.
Einige Aspekte an Sex and Zen gefallen mir...
... ebenso wie an aktuelleren Filmen wie Sex & Chopsticks.
Damit will ich nicht sagen, dass Letzterer ein guter Film wäre.
Der Erwachsenen-Humor...
In Sex and Zen wird einer Figur der Schwanz abgetrennt...
... der dann im Mund eines anderen landet.
Das ist kindisch und doch das, was wir als Humor für Erwachsene bezeichnen.
Vor allem beim ersten Sex and Zen...
... wurde ein Motiv aus der klassischen chinesischen Literatur...
... mit einer bis dato wohl nicht dagewesenen Kameraarbeit umgesetzt.
Ein Film wie der erste Sex and Zen ist gerade wegen des Setdesigns...
... und der Kameraarbeit mitsamt spezifischer Farbgebung gut gealtert.
- Und man sieht Amy Yip in der Badewanne. - Amy Yip, ja...
Sie wurde bekanntermaßen in einer Folge von Buffy erwähnt.
Sie war in zahlreichen, sehr unterschiedlichen Hongkong-Filmen zu sehen.
Ihr Markenzeichen waren die großen Augen und ihre üppige Figur...
... die immer gerade so bedeckt war.
Sie war sehr clever und hat nie alles offenbart.
Dadurch wollte man ihren nächsten Film sehen, da sie es dann da vielleicht tun wird.
Sie hat das nie getan, und dafür hat sie meine Anerkennung.
Sie war gleichermaßen eine gute Schauspielerin...
... wie auch eine - wie man früher gerne sagte - Sexbombe.
Sie spielte in einem Film mit dem Titel China Dolls mit.
Einer Frau wird in Hongkong 90 Minuten lang übel mitgespielt bevor der Abspann losgeht.
Diese Rolle von ihr fällt mir immer ein.
Aber sehr leicht bekleidet herumstehen konnte sie auch ziemlich gut.
Sie wusste genau, was sie tat.
Sie war dazu da, um die Zuschauer scharf zu machen.
Ihre Figuren waren aber stets sympathisch.
Ich erinnere mich nicht daran, dass sie eine wahrhaft böse Figur gespielt hätte.
Es überrascht nicht, dass sie eine Ikone war.
Man sah ihr an, dass sie als eine der wenigen Darstellerinnen wirklich Spaß hatte.
Sie nahm sich selbst nicht ernst.
Und sie hatte Spaß an ihrem Beruf.
Manchmal las man in der Zeitung...
... Schauspielerinnen wären dazu gezwungen worden.
Sie stand als Erste ganz offen dazu.
Wenn wir als Publikum sehen, dass sie Spaß dabei hat...
... dann hatten wir auch mehr Freude daran.
Ihre Arbeitseinstellung unterschied sie von anderen.
Sie war ein Phänomen.
Man hatte das Gefühl, dass sie in möglichst viele Filme gesteckt wurde...
... wenn auch nur ganz kurz, um ihr Dekolleté zu zeigen...
... und um diese üppige Frau aus Hongkong zu zeigen.
In dieser Ära war das ein Trend.
Eine unvergesslich sinnliche und übernatürliche Erzählung.
In der Hauptrolle Sex und Zens Amy Yip.
Vor Sex und Zen gab es den interessanten Versuch...
... Sex- und Horrorgenre zu verbinden.
Das Ergebnis hieß Erotic Ghost Story und ist absolut brillant.
Es geht um einen reisenden Gelehrten, der von geisterhaften Frauen verführt wird.
Am Anfang des Films sind ein paar Männer sehr interessiert an diesen schönen Frauen.
Sie haben auch Sex mit den Frauen...
... die sich bei der Penetration aber in Leichen verwandeln.
Das soll eine sehr witzige Szene sein. Beim Anschauen denkt man aber:
„Das ist ziemlich kranker Humor.“ Es ist aber auch sinnbildlich für „Category III“.
Selbst wenn Sex mit ins Spiel kommt, wie bei Sex and Zen, und der Film -
... genau wie sein Nachfolger - das Publikum erregen soll...
... so wird dennoch Körperhorror mit eingebaut.
Man soll erregt, aber auch angewidert sein...
... von der Vorstellung dieser sexuellen Handlungen.
Diese Filme sind ein Riesenspaß und richtig durchgeknallt.
Dem westlichen Publikum - mich eingeschlossen -
... ist gar nicht klar, wie unzüchtig sie damals waren.
Dass sie dann auf eine für uns ungewohnte Art präsentiert werden...
.. da dies im Westen anders dargestellt werden würde...
... ist sehr interessant und durchaus anregend.
Er mag nicht so gut gealtert sein und die Kostüme mögen recht billig aussehen.
Wenn man aber Budget und Zeitaufwand berücksichtigt...
... dann ist es eine durchaus beeindruckende Leistung.
Erotic Ghost Story ist toll...
... genau wie die tolle Fortsetzung Erotic Ghost Story II mit Anthony Wong.
Er ist ein brillanter Schauspieler, der in dieser Darbietung alles gibt.
In diesem Film wollte ich meine Angst überwinden.
Als Kind war ich im Internat.
Eines Tages vergaß ich, meine Unterhose anzuziehen.
Zur Strafe musste ich mich nackt mitten auf den Spielplatz stellen.
Plötzlich standen mir ein paar Mädchen gegenüber.
Das bescherte mir lange Zeit Albträume.
Ich wusste, dass ich etwas tun musste, um diese Angst zu überwinden.
Dann bot sich mir die Gelegenheit, solch einen Film zu drehen.
Nackt, in Gegenwart vieler Menschen. Also sagte ich zu.
Nach diesem Film hat sich das normalisiert.
Das war die Heilung.
Der Albtraum war vorbei.
Ich glaube, ich habe in dieser Zeit das Pornofilm-Genre weiterentwickelt.
Der einzige Unterschied war, dass es nicht echt war.
Das wäre mir auch unangenehm.
Sie waren ziemlich kreativ. Sein Kopf drehte sich um 180 Grad.
Es gab einige schräge Sexszenen, in denen Menschen auseinandergerissen wurden.
Das waren ziemlich bekloppte Filme.
Erotic Ghost Story II ist in vielerlei Hinsicht besser als der erste Teil.
Er behandelt dieselben Motive von Gegenwehr und wegen Sex bestraft zu werden.
Er macht aber sehr viel Spaß.
Es gibt auch noch einen dritten Teil, und die Beliebtheit der Serie ist leicht nachvollziehbar.
Überall wo Anthony Wong mitspielt, muss man sich auf einiges gefasst machen.
In Erotic Ghost Stock II lässt er es richtig krachen. Ein Riesenspaß.
Der Höhepunkt des Hongkong-Sexploitation-Films...
... waren wohl Leslie Cheung, Shu Qi und ein Cameo von Anthony Wong...
... in Viva Erotica im Jahre 1996. Ein gefeierter „Category III“-Film.
Es ist ein Meta-Film, der die Sexploitation-Industrie Hongkongs behandelt.
Zudem natürlich auch ein brillanter Film.
Leslie Cheung ist toll darin und Shu Qui gelang der Durchbruch als seriöse Schauspielerin.
Shu Quis Karriere ist wirklich faszinierend.
Sie spielt in extrem vielen Erotikfilmen mit. Der bekannteste ist Sex and Zen II.
Sie hinterließ mit Sex and Zen II offensichtlich einen großen Eindruck.
Nach vier oder fünf Jahren erkannte man aber auch ihr schauspielerisches Talent.
Unter einer guten Regie ist sie mitnichten eine schlechte Schauspielerin.
Dasselbe gilt aktuell für Chrissie Chau.
Zu Beginn lauteten die Regieanweisungen wohl überwiegend:
„Beuge dich nach vorne wenn du das sagst, damit dein Ausschnitt besser zu sehen ist.“
Jetzt zeigt sie so langsam ihr schauspielerisches Talent.
Es war schnell klar, dass wir nicht alles von Shu Qui gesehen hatten.
Ihr Potential war unübersehbar.
Zudem hatte sie Glück, dass Regisseur Derek Yee...
... sie neben Leslie Cheung in Viva Erotica besetzte.
Der Film war noch deutlicher als Sex and Zen...
... eine Dekonstruktion des „Category III“-Genres
Es war ein Film über das Genre.
Gewisse Aspekte fanden sich im Film wieder, aber es ging auch um etwas anderes.
In diesem Kontext bot Shu Qui eine preisgekrönte Darbietung.
Sie war extrem talentiert...
... und man muss es den Machern von Viva Erotica zugutehalten...
... dass sie durch ihre Besetzung ihre schauspielerischen Qualitäten gezeigt haben.
Der Film war ein Riesenerfolg...
... aber vor allem ein Kommentar auf die Sexploitation-Industrie Hongkongs.
Zudem sorgte er dafür, dass man eingestehen konnte...
... dass einige dieser Filme ziemlich gut sind:
„Erotic Ghost Story und Sex and Zen sind tatsächlich sehr gute, unterhaltsame Filme.“
Das waren damals Pornofilme.
Sie waren noch respektiert und man ging dafür ins Kino.
Heute würden nicht mehr viele explizite Sexfilme im Kino schauen.
Damals hatten diese Filme dank dieses Siegels etwas Verbotenes an sich.
„Category III“ steht im Grunde für Pornografie.
Es erweckt den Eindruck, dass es sich um Pornografie handelt.
In den 90ern gab es ein weitaus breiteres Spektrum an „Category III“-Titeln.
Daher wissen wir nun besser, was „Category III“ bedeutet.
Der Stil von Hongkong-Sexploitation-Filmen...
... unterscheidet sich drastisch von dem, was wir als Hongkong-Exploitation verstehen.
Letztere geht mehr in Richtung Horror und Gewalt.
Politisch betrachtet, war die Lage in den frühen 90ern...
... vor allem nach den 4. Juni sehr angespannt.
Manche sehen darin den Erfolg von The Untold Story begründet.
Im Westen ist es ähnlich mit Horrorfilmen:
Man kann sich mit seinen Ängsten auf sichere Weise auseinandersetzen.
Die Menschen waren sehr angespannt und nervös.
Außerdem war ihnen klar, dass sie zumindest bis 1997 noch viele Freiheiten hatten.
Das wurde dann auch genutzt, um Sexfilme und Kriminalfilme zu drehen.
Herman Yau drehte drei „Category III“-Filme, die den Grundstein für diesen Trend legten.
Dazu zählt natürlich The Untold Story sowie Taxi Hunter und Ebola Syndrome.
The Untold Story hat eine unschlagbare Formel:
Anthony Wong in einer der besten Rollen seiner Karriere.
Ein toller Schauspieler.
Aus Exploitation-Sicht ist er ebenfalls sehr reizvoll:
Die Figuren essen Menschenfleisch, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Es wird ihnen von Anthony Wong in dessen eigenem Restaurant serviert.
Und er beruht auf wahren Begebenheiten.
Im Hinblick auf all diese Aspekte ist es ein echter „Category III“-Hit.
Zudem sind Regie, Schnitt und Kamera wirklich erstklassig.
Dieser Film verhalf Herman Yau zu seinem Durchbruch als „Category III“-Regisseur.
Es gab Gerüchte, der Film basiere auf einem echten Fall.
Eine wahre Begebenheit: Die Restaurant-Morde.
Ich versuchte, das Restaurant ausfindig zu machen, was mir nicht gelang.
Das Gerücht erschütterte das ganze Land.
Das ist aber nur ein Aspekt dieses Films.
Ein völliges Misstrauen gegenüber den Behörden ist ein weiterer.
Es geht nicht so weit wie die Übergriffe von 1997...
... Kolonialismus spielt aber dennoch eine Rolle.
Ohne es für die zu spoilern, die ihn noch nicht gesehen haben:
Danny Lee spielt einen Polizisten, die meisten Prostituierten sind Weiße.
Er ist also etwas vielschichtiger.
Selbst Anthony Wongs Rolle als wirtschaftlich benachteiligtes Mitglied der Gesellschaft.
Vielleicht sollte man auch nicht zu viel in The Untold Story hineininterpretieren.
Der Film scheint jedoch die Kluft zwischen arm und reich zu thematisieren.
Dieser Typ hat nichts, weshalb ihm alles egal ist.
Er gibt all seinen Gelüsten nach, weil ihm sonst buchstäblich nichts bleibt.
Ich unterschrieb den Vertrag, bevor ich das Skript erhalten habe.
Es gefiel mir nicht, aber ich musste es machen.
Damals hatte ich viel Wut in mir.
Vielleicht habe ich meine Wut eingesetzt, um meine Figur zu erschaffen.
Vielleicht.
Vor dem Dreh der Szenen im Restaurant...
... sperrte ich mich in einen Raum ein und fragte mich:
„Was mache ich hier? Was mache ich hier? Habe ich Spaß daran?
Muss ich in Zukunft viele solcher Filme drehen?
Ich habe Schauspiel studiert und in etlichen Theaterstücken mitgespielt.
Und was mache ich jetzt?“
Ich musste aber meine Einstellung ändern.
Es war kurz vor Halloween und so dachte ich mir:
„Vielleicht ist es ein Halloween-Geschenk für das Publikum, um ihm Angst einzujagen.“
Ich musste meine Denkweise ändern...
... sonst wäre ich durchgedreht.
The Untold Story ist eine einzige emotionale Achterbahnfahrt.
Der Film ist am ehesten mit Das letzte Haus links vergleichbar...
... der genau dasselbe tut.
Am Ende fühlt man sich, als wäre man durch den Fleischwolf geschoben worden.
Herman Yau ist vor allem eines sehr gut gelungen:
Obwohl die Polizei im Film cartoonhaft dumm agiert, so soll sie für Erheiterung sorgen.
Ebenso die Art und Weise, wie er auf die große Auflösung hinarbeitet.
Man hat bereits so viel darüber gehört, wenn man ihn zum ersten Mal anschaut.
Ich war beim ersten Mal nicht enttäuscht, aber hätte etwas Heftigeres erwartet.
Aufgrund der ganzen Mundpropaganda.
Beim zweiten Mal erkennt man erst, wie gut er das Publikum anzufixen weiß.
Das Finale ist dann umso schockierender...
... da man den ganzen Film über darauf vorbereitet wurde.
Es geht nicht nur um die Zahl der Opfer...
... oder die Essstäbchenszenen, über die man lieber nicht spricht.
Eine irrsinnige Kühnheit zieht sich durch den ganzen Film.
Er gibt die ganze Zeit über 110 Prozent.
Das gilt für viele Filme von Herman Yau.
The Untold Story ist jedoch von Anfang bis Ende...
Ich will nicht sagen „übertrieben“, aber es zieht diesen Stil komplett durch.
Gleichzeitig scheint aber alles seinen Zweck zu haben.
Der Film ist komplett von schwarzem Humor und Zorn durchzogen.
Ich wollte ihn damals schon sehen, war aber natürlich noch zu jung.
Später sah ich ihn auf VHS.
Ich habe ihn wie einen Porno versteckt.
Ich lieh einen Film von Sam Hoi und einen von Sammo Hung aus.
Darin versteckte ich dann The Untold Story, damit meine Eltern ihn nicht finden.
Damals war er wirklich eindrucksvoll.
Für Fans der goldenen Ära des Hongkong-Kinos avancierte er zu einem hochgeschätzten Film.
Anthony Wong wurde dafür mit einem Hongkong-Oscar ausgezeichnet.
Der Grund ist sofort ersichtlich: Seine Darbietung ist brillant.
Anthony Wong gewann „Bester Darsteller“...
... für Cha siu bau oder Bunman: The Untold Story.
Er verkörperte bei der Preisverleihung seine Rolle...
... was es davor so wohl nicht gegeben hatte.
Es war nicht die übliche Rede: „Ich danke meiner Mutter und der Academy.“
Er verkörperte seine Rolle als Psychopath.
Das löste damals eine kleine Kontroverse aus.
Interessant.
Ich dachte mir nichts weiter dabei.
Für mich war es einfach...
... ein Witz.
Ich weiß nicht, wieso ich diesen Preis erhalten habe.
Ich war sehr überrascht.
Ganz Hongkong war völlig verblüfft über diesen Mann...
... der sich mit einer solchen Authentizität und Hingabe dieser Rolle annahm.
Seine Darbietung ist eine schräge, grandiose Mischung aus Irrwitz...
... und einem authentischen, spürbaren Wahnsinn.
Man muss in der Lage sein, so etwas glaubhaft darzubieten.
Das ist aber wirklich nicht einfach, vor allem, wenn es nicht zu einer Parodie verkommen soll.
Anthony Wongs Darbietungen sind immer etwas Besonderes.
Man muss nur die Bandbreite seiner späteren Rollen betrachten.
Ein politisch sehr engagierter Zeitgenosse, der seine Ansichten auch deutlich vertritt.
Ich hatte das Glück, mit ihm arbeiten zu dürfen.
Wir wurden gute Freunde und er brachte mir viel übers Schauspielen bei.
Ihm war jedoch nie klar, welch guten Ruf einige seiner Filme im Westen genossen.
Bis er mich kennen lernte. Er war damals sehr deprimiert:
„Ich bin dazu verdammt, der Hongkong-Marlon-Brando zu sein.
Ich drehe am Ende meines Lebens nur noch beschissene Filme.“
Ich erwiderte: „Nein, du bist eine absolute Kultfigur!“
- Er meinte nur: „Was?“ - Erstaunlich.
Für mich.
In Japan erschien ein Boxset mit drei Filmen, T-Shirts und Poster.
Erstaunlich.
Das Schlechte hatte also doch etwas Gutes.
Aus schlechten Dingen kann sich etwas Gutes ergeben.
Vorher weiß man so etwas nie. So ist das Leben eben.
Man hat etwas getan, was man nicht mag, oder etwas Schlechtes.
Jahre später kann etwas Gutes dabei herauskommen.
Hätte er seine Rollen vorsichtiger ausgewählt, dann wären uns viele tolle Filme entgangen.
Im Gegensatz zu seiner haben die meisten anderen Karrieren diese Ära nicht überstanden.
Auf gewisse Weise ist er sehr stolz auf seine Karriere, betrachtet sie aber auch kritisch.
The Untold Story hatte zwei Fortsetzungen.
Der zweite Teil musste viel ungerechtfertigte Kritik einstecken.
Er thematisierte erstmals die Spannungen direkt nach der Übergabe...
... zwischen der Bevölkerung Hongkongs und den Bewohnern des Festlands
Ich spiele keinen Psychopathen, sondern einen Polizisten.
Sie brauchten nur meinen Namen.
Auf dem Poster schwang er ein Fleischerbeil, obwohl er im zweiten Teil nicht der Killer war.
Selbst spätere Filme mit Anthony Wong...
... warben mit Bildern von ihm, die The Untold Story ähnelten.
Das ist das Charmante des Hongkong-„Category III“-Kinos:
Man nimmt, was man kann.
Je weniger man über den extrem zahmen dritten Teil sagt, desto besser.
The Untold Story III ist Müll.
Über Taxi Hunter wird weitaus weniger gesprochen, er ist aber echt brillant.
Er bekam wahrscheinlich nur ein „Category III“-Siegel...
... wegen Herman Yaus und Anthony Wongs Beteiligung.
Ich sehe darin nichts wirklich Problematisches.
Als Anthony Wong seine schwangere Frau ausführt, setzen ihre Wehen ein.
Er ruft ein Taxi, um sie ins Krankenhaus zu fahren.
Der Taxifahrer entscheidet sich aber für einen besser zahlenden Fahrgast.
Sie drängen ins Taxi, das dann mit dem eingeklemmten Kleid der Frau davonrast.
Sie stürzt und hat eine Fehlgeburt.
Natürlich dreht Wong durch und jagt Taxifahrer, die extrem viel verlangen oder korrupt sind.
Er will alle in Hongkong töten. Das ist im Grunde die Story.
Anthony Wong ist ein Serienkiller, der es auf Taxifahrer abgesehen hat.
Als Anthony schließlich einen Taxifahrer killt, soll das Kino-Publikum geklatscht haben.
Selbst heute noch.
Taxifahrer sind sehr unangenehme Menschen. Vor allem bei schlechtem Wetter.
Hierbei wird aber wieder ein gesellschaftliches Thema behandelt.
Präsentiert wird es beinahe so als möchten wir unsere Probleme derart direkt und brutal lösen.
Es erfüllt also dieses Verlangen in den Leuten.
Hieran erkennt man Herman Yaus Talent:
Er reizt ein aktuelles Thema voll aus...
... um schwarzen Humor und krasse Gewalt abzuliefern.
Ebola Syndrome ist wohl die größte Errungenschaft des „Category III“-Genres.
Passenderweise erschien er 1996, direkt vor der Übergabe.
Er deutet an, dass Hongkong wehrlos gegenüber äußeren Einflüssen ist.
Wenn etwas dort eindringt, bekommt man es sehr schwer wieder heraus.
Auftritt Anthony Wong.
Er arbeitet in Südafrika und hat dort Sex mit einer Leiche.
Er infiziert sich mit Ebola und reist damit zurück nach Hongkong.
Obwohl er langsam verendet, zieht er durch die Straßen und hustet Leute an.
Er bringt dadurch so viele Menschen um wie möglich.
Einige der brillantesten, genialsten und abstoßendsten Szenen...
- ... in der „Category III“-Geschichte. - Das Skript war beschissen.
Nachdem ich das Skript erhalten hatte, fragte ich Herman:
„Was sollen wir mit diesem Müll anstellen?“
Er erwiderte: „Mach dir keinen Kopf.
Der Produzent wird nicht mit uns nach Afrika fliegen.
Wir können also damit machen, was wir wollen.“
Es gab also keine Grenzen.
Wir haben viele Dialoge und die Story an sich geändert.
Ich habe meine Kreativität mit einfließen lassen.
Herman Yau meinte, dass er eigentlich mehr Komödie als The Untold Story sein sollte.
Die Hauptfigur hat Sex mit einer sterbenden Frau. Wow...
Dann kehrt er zurück nach Hongkong, putzt sich heraus und spuckt Leute an.
Ein perfektes Beispiel dafür, wie irrsinnig „Category III“ zu diesem Zeitpunkt war.
Es gibt einige problematische Szenen, die man als rassistisch erachten könnte.
Man könnte dem lustigerweise aber auch entgegenhalten...
... dass die Gewaltdarstellung und Sexszenen allen egal sind.
Auch hier wurden Menschen ausgenutzt...
... indem man ein globales Thema lokal begrenzte.
Die Geschichte macht sich die Ängste der Menschen zunutze.
Eine Krankheit kann sich in einer bevölkerungsreichen Stadt rasant ausbreiten.
Er hat zudem Glück, den Film damals gedreht zu haben und nicht 2003.
Denn SARS war eine große Gefahr für viele Menschen.
Ebola Syndrome ist ein ernster, aber nicht unbedingt ernst gemeinter Film.
Daher kommt man mit ein paar Dingen davon.
Wenn er wirklich ernst gemeint wäre, dann wäre er wohl nicht so gut angekommen.
In einer Szene in Ebola Syndrome zieht Anthony Wong spuckend durch die Straßen.
Dabei brüllt er: „Ebola, Ebola für euch!“
Mit völlig blutverschmiertem Gesicht spuckt er Menschen an.
Sein Gesicht ist voller Blut und Bösartigkeit.
Heute kann man so was nicht mehr machen.
Niemand würde so etwas produzieren oder überhaupt gestatten.
Nicht einmal in China und Hongkong.
Es wäre überall extrem schwierig, solch einen Film zu drehen.
Dr. Lamb ist Simon Yams bekanntester Film.
Er ist sehr beeindruckend darin. Es ist ein schnörkelloser Serienkillerfilm.
Obwohl er als einer der besten „Category III“-Filme gefeiert wird...
... ist er sehr nüchtern und ernst.
Auch dieser Film basiert auf wahren Begebenheiten.
Für Einheimische werden viele bekannte Themen behandelt.
Ein Eindringling begeht in ihrem Haus allerlei grausige Taten.
Natürlich nehmen sie auch Taxis, und man weiß nie, wer einen da chauffiert.
Auch das konnte als Exploitationfilm sehr fesselnd sein.
Denn Simon Yam schafft eine sehr interessante Figur.
Der Gentleman des „Category III“-Genres...
... der aber auch sehr psychotische Rollen spielte wie in Dr. Lamb oder Run and Kill.
Wie er in Run and Kill das Mädchen lebendig verbrennt...
Beim ersten Anschauen denkt man sich: „Das wird er schon nicht...
Oh, doch, er verbrennt sie.“
Das ist meine absolute Lieblingsdarbietung von Simon Yam.
Er ist absolut böse in diesem Film.
Er tötet, schlitzt Kehlen auf...
... verbrennt Menschen bei lebendigem Leib und noch viel mehr.
Aber als er am Ende damit droht, das Mädchen lebendig zu verbrennen...
... denkt man: „Das wird nicht passieren.“ Aber verdammt noch mal, das tut es.
Cannibal Holocaust wirkt daneben wie eine Folge Hannah Montana.
Aber er ist eigentlich ein wirklich netter Kerl.
Er hatte den Ruf, die anderen Schauspieler hinter den Kulissen respektvoll zu behandeln.
Er ist Fotograf, Künstler, Philanthrop und vieles mehr.
Ähnlich wie Anthony Wong gelang ihm der Sprung ins Mainstream- und Hollywood-Kino.
Außerdem verliert niemand ein schlechtes Wort über ihn.
In den 80ern spielte Simon Yam bombastische, völlig überzogene, charismatische Schurken.
Er war immer ein Frauenheld oder Schurke. Gelegentlich war er auch der irre Killer.
Im späteren Verlauf seiner Karriere arbeitete er unter anderem mit Johnnie To.
Dort sah man leise, differenzierte, intelligente Darbietungen.
Zu denen er immer in der Lage war.
In der „Category III“-Ära übernahmen die Insassen die Macht über das Irrenhaus.
„Okay, wie weit kann ich gehen?“
Simon Yam war fester Bestandteil des „Category III“-Kinos der 80er und 90er.
Er war die Inspiration für mein erstes Skript.
Es sollte ein Serienkiller-Film mit Simon Yam werden.
Daraus wurde dann mein erster Film Cross.
Darin spielte er einen katholischen Serienkiller.
Das war ein großer Spaß.
Ich hatte all das gesehen, was Simon Yam als Serienkiller anstellen kann.
Jetzt musste ich mir Dinge überlegen, die er noch nicht angestellt hatte.
Einige Monate lang kam ich mir vor wie Herman Yau.
Mit einem „Category III“-Film als Debüt sind die Optionen bei weiteren Werken begrenzt.
Einige sehen das so, ich finde das aber toll.
„Der Serienkillerfilm ist im Kasten, was kann ich als nächstes tun?“
In All of a Sudden stehen Simon Yam und seine Freundin...
... zwischen zwei parkenden Autos.
Sie streiten sich um ein Baby.
Er gewinnt, aber durch den Schwung zieht er es hierüber.
Ein vorbeifahrendes Auto erfasst das Baby...
Das kommt völlig aus dem Nichts: Gerade wurde ein Baby platt gemacht.
In den USA schleichen Kinder gefahrlos am schlafenden Alien-Monster vorbei.
Das Alien wird niemals aufwachen und ihnen die Köpfe abbeißen.
In Hongkong ist das egal, da knallt schon mal ein Baby auf die Windschutzscheibe.
Das ist anderen nur schwer zu erklären, dass man diese Grenzüberschreitung mag.
Mir gefällt nicht die Vorstellung eines getöteten Babys.
Mir gefällt der Schock über diese Vorstellung...
... weil es mich überrascht hat und sie es gezeigt haben.
Das ist einer meiner Favoriten.
Naked Killer war fantastisch...
... wegen Chingmy Yau, Carrie Ng und ebenfalls Simon Yam.
Ein sexy und ultrabrutales Trio.
Naked Killer war ein tolles Poster auf der Suche nach einem Film.
Chingmy Yau mit strategisch platzierten Patronen und Waffen.
Das Poster war fantastisch, der Film jedoch enttäuschend.
Heutzutage hat Naked Killer nicht viel zu bieten.
Ein wenig John-Woo-mäßige Action und recht zahmen Lesbensex.
Es ist die ziemlich schrille Idee, diese beiden zu kombinieren...
... was damals nicht sehr verbreitet war.
Dieser Film wird von seiner Energie vorangetrieben.
Er hat nicht wirklich viel Substanz, hat aber die klassische Kameraarbeit und Präsentation.
Zudem ist er nicht nur hinsichtlich der Story, sondern auch visuell ein sehr reißerischer Film.
Er ist ein „guilty pleasure“, aber eben ein wirklich großes Vergnügen.
Raped by an Angel wurde hier als Naked Killer 2 veröffentlicht.
Es ist ein besserer Film als Naked Killer...
... da er ein interessantes und damals sehr politisches Thema behandelt:
Die Menschen in Hongkong müssen die Probleme Hongkongs lösen.
Das wurde von der Politik in den letzten Jahren von Hongkongs Youth Inspiration Program...
... und dem Umbrella Movement angesprochen.
Nicht zu vergessen von deren Aushängeschild Joshua Wong.
Rückblickend wurde das von Filmen wie Raped by an Angel vorweggenommen.
Dort geht es um einen Yuppie-Vergewaltiger...
... den die britische Regierung in Hongkong davonkommen lässt.
Der britische Richter und die Polizei haben keinerlei Interesse an diesem Fall.
Es liegt also an Simon Yam als Triadenmitglied...
... den Typen hereinzulegen und sein Leben zu zerstören.
Das gelingt ihm auch auf abscheulichste Weise.
Der Film ist schlecht gealtert.
Aber auf geschmackloseste Art ermutigt er den Yuppie...
... zur Vergewaltigung einer HIV-Positiven.
Am Ende macht man sich über ihn und seine HIV-Infektion lustig.
Ganz offensichtlich ein beunruhigender Film.
Er deutet aber an, dass Hongkong zukünftig seine Probleme selbst lösen wird...
... weil sonst nichts passiert.
Die meisten Hongkong-Exploitation- und „Category III“-Filme...
... hatten sicherlich keine explizit politische Aussage.
Andererseits muss man wohl schon sehr blind sein...
... um die politische Aussage in einem Film wie Red to Kill zu übersehen.
Es geht um einen durchgeknallten Vergewaltiger...
... der beim Anblick der Farbe Rot Frauen in Hongkong schändet.
Die Metapher hier dürfte absolut offensichtlich sein.
Red to Kill impliziert, dass die Roten kommen, und das hier wird Hongkong widerfahren.
Es wird den Bach hinuntergehen.
Zum Einsatz kommen übliche Hongkong-Exploitation-Motive...
... wie Vergewaltigung, sexuelle Gewalt und ein brutaler, unaufhaltsamer Aggressor.
Diese Standard-Motive werden aber auch...
... zugunsten einer breiteren politischeren Perspektive eingesetzt.
Viele haben durchaus eine gesellschaftliche Aussage.
Und ihre Zahl wuchs stetig an, je näher die Übergabe rückte.
Nicht nur in „Category III“-Filmen, sondern auch im restlichen Hongkong-Kino.
Glücklich vereint war ein bahnbrechender, wichtiger „Category III“-Film.
Er erschien kurz vor der Übergabe Hongkongs an Festlandchina.
Festlandchina entkriminalisierte Homosexualität erst 1997, im Jahr der Übergabe Hongkongs.
In Hongkong war Homosexualität damals bereits ein paar Jahre nicht mehr verboten.
Glücklich vereint porträtiert dies mit völliger Selbstverständlichkeit.
Gezeigt werden zwei interessante Figuren, die eine Beziehung wie jede andere führen.
Sie lieben und streiten sich, zerkrachen sich und kommen wieder zusammen.
Wong Kar-Wai filmt das alles aus einem normalen Blickwinkel.
Heutzutage denkt man beim Anschauen:
„Ja, klar, warum sollte man das nicht als völlig normal porträtieren?“
Vor 20 Jahren war das etwas ganz anderes.
Solche Filme gab es bereits davor, wie Pink Lady von Otto Chan.
Bei einem Film mit Lesbenthematik denkt man an recht anzügliches Material.
Im Film sieht man aber kaum etwas, noch weniger als in Glücklich vereint.
Aber selbst dieser Film erhielt eine „Category III“-Freigabe.
Damals reagierte Hongkong sehr sensibel darauf.
Allgemein musste Homosexualität in älteren Hongkong-Filmen...
... für Witze oder Beleidigungen herhalten.
Vor allem in den Geisterfilmen.
In vielen dieser Geisterfilme befürchtet ein Mann...
... von einem männlichen Geist vergewaltigt zu werden.
Es war mehr eine Haltung als eine Zensurmaßnahme.
Man hatte damals eine bestimmte Haltung diesbezüglich.
Glücklich vereint ist im Grunde die Liebesgeschichte zweier Bewohner Hongkongs.
Das gab es davor bereits, aber nicht auf diese Art.
Hier sind es zwei Männer, einer davon Leslie Cheung.
Der bekannteste, aber sich nicht dazu bekennende...
... schwule Schauspieler in Hongkongs Filmgeschichte.
Es war also sehr mutig von ihm, in Glücklich vereint diese Rolle zu spielen.
Denn es war ja ein offenes Geheimnis.
Das Wort „bahnbrechend“ wird recht inflationär benutzt.
Aber Glücklich vereint war ein bahnbrechender Film.
Er behandelt außerdem deutlich einige politische Themen.
Am Ende des Films lässt sich Tony Leung in Taipeh nieder.
Taiwan war das erste asiatische Land -
... oder Hoheitsgebiet, je nachdem, wen man fragt -
... das die gleichgeschlechtliche Ehe legalisierte.
Taiwan wurde dafür im Westen gefeiert.
Es ist wirklich prophetisch...
... dass Wong Kar-Wai seine Hauptfigur am Ende in Taipeh sesshaft werden lässt.
Es ist interessant, sich das heute anzuschauen.
Das Ende des Films prophezeit das tatsächlich.
Wir sehen die wunderschönen Aufnahmen des Zuges durch Taipeh...
... einer der schönsten Städte der Welt.
Perfekt eingefangen von Christopher Doyles Kamera.
Es wirkt so, als steuere man buchstäblich der Zukunft entgegen.
Das Interessante ist, dass Glücklich vereint im Jahr 1997 spielt.
Wong Kar-Wai zeigt in einer Szene Tony Leungs Ausweis...
... bevor er nach Taipeh reist.
Jeder mit Kenntnis der damaligen politischen Lage Ostasiens weiß...
... was Wong Kar-Wai damit sagen will: Hongkongs Zukunft ist ungewiss.
Ebenso die Freiheiten der Bürger, auf einem Hoheitsgebiet, das China beansprucht.
Es ist nur noch ein Teil übrig, nun, da Macau ebenfalls übergeben werden wird: Taiwan.
„Category III“-Filme haben durchaus politische Aspekte...
- ... man muss nur genau hinschauen. - Vor 1997...
... hatte Hongkong endlich genug von den Briten.
Wir waren davor schon sehr unzufrieden mit ihnen.
Schließlich aber arbeiteten wir zusammen...
... und lernten sehr viel von der westlichen Zivilisation und Kultur.
Kunst und Kultur befanden sich vor 1997 auf dem absoluten Höhepunkt.
Hongkong war richtig angesagt.
Wir gingen auf sehr stilvolle Weise unseren Weg.
Aber 1997 sorgte bei vielen für Kopfzerbrechen.
1997 herrschte viel Ungewissheit in Bezug auf die chinesische Regierung.
Wie würde es kommerziell unter Festlandchina weitergehen?
Viele Werbefirmen, die originelle TV-Spots produzierten...
... schalteten plötzlich einen Gang zurück.
Sie versuchten, mit dem chinesische Publikum umzugehen.
Viele Produktionen wurden nach China verlagert.
Wenn man mit China Filme produziert, dann muss man deren Regeln befolgen.
Dort gab es keine „Category III“, was alles allmählich verändert hat.
Langsam, Tag für Tag.
Der chinesische Markt öffnete sich, was den Markt in Hongkong revolutionierte.
Wieso? Hongkong ist ein sehr kleiner Markt.
Filme mit einem Budget von nur drei oder vier Millionen Dollar...
... konnten dennoch Minusgeschäfte sein.
Derlei Produktionen konnten damals noch für eine Million an China verkauft werden.
Heute geht das nicht mehr, da die dortigen Verleiher selber produzieren.
Damals haben sie deinen Film gekauft.
Ein Territorium haben wir also verloren, und zwar ein sehr, sehr großes.
Der asiatische Markt ist heute Geschichte.
Korea...
... Indonesien, Taiwan...
Ja, Taiwan war ein herber Verlust.
Hongkong-Filme werden nicht mehr länger benötigt.
Warum heute nur noch 30 bis 40 Filme pro Jahr produziert werden...
... statt 400, wie während der Kung-Fu-Ära?
Es gibt keinen Markt dafür.
Natürlich kann man weiterhin „Category III“-Filme drehen.
Erst kürzlich habe ich wieder einen gedreht.
Diese werden aber nur für Hongkong und nicht den chinesischen Markt produziert.
Seit 1997 und vor allem mit dem Anstieg der Koproduktionen...
... ist ein „Category III“-Film im Grunde finanzieller Selbstmord...
... da er nicht in China gezeigt werden wird.
Man wird ihn dort dennoch sehen, aber Geld wird es dafür nicht geben.
Ja, es ging definitiv bergab.
Human Pork Chop oder There's a Secret in my Soup.
Was wohl das Geheimnis der Suppe sein mag? Es wird niemand überraschen.
Man versuchte, das Publikum mit anderen Themen bei der Stange zu halten.
Man merkte damals bereits, dass es dem Ende zuging.
Naked Weapon erschien 2002 und war ein sehr bekannter „Category III“-Film.
Natürlich wurde er auf Englisch gedreht.
Er bedient sich deutlich dem „Frauenknast“-Genre...
... und schneidet es für das Publikum im Jahr 2002 zurecht.
Diese Frauen werden in Camps zu Auftragskillerinnen ausgebildet.
Sie durchleben dabei die abscheulichsten Qualen und Gräueltaten...
... seit Ilsa, She Wolf of the SS.
Oder, bezogen auf das Hongkong-Kino, Das Bambuscamp der gequälten Frauen.
Es ist ein Update dieses Motivs.
Natürlich mit jeder Menge Gewalt und einer knallharten Hauptdarstellerin.
Es ist daher leicht ersichtlich, wieso Naked Weapon...
... zu einem der berühmtesten Filme nach der Übergabe avancierte.
Es gibt im Hongkong-Kino den Trend, dass Triaden-Filme „Category III“-Material sind.
Election ist ein gutes Beispiel dafür, und zudem ein unglaublich blutiger Film.
Sehr hochwertig produziert, dennoch werden Menschen an Hunde verfüttert...
... und Kehlen aufgeschlitzt. Ein extrem hoher Gewaltgrad.
Natürlich spielt auch Simon Yam mit...
... dessen Figur dem psychotischen Dr. Lamb durchaus ähnelt...
... oder seiner Rolle in Run and Kill.
Election ist rein „gesetzlich“ schon ein „Category III“-Film.
Es geht nämlich um die Triaden.
Election zeigt gleich zu Beginn diese Zeremonie.
Dadurch ist es automatisch ein „Category III“-Film.
Es geht hier um konkrete Rituale wie Handgesten, Symbole und Initiationsriten.
Deshalb verwendeten die Election-Filme...
... mit „Brüder von hier, Brüder von da“ „Category III“-Vokabular.
Anders als zum Beispiel bei der Comic-Adaption Young and Dangerous.
Daher waren das nicht unbedingt düstere, realistische Darstellungen des Triaden-Alltags...
... und wie man sich ihnen anschließt. Anders als bei einigen anderen Filmen.
Das hat dem Film seine „Category III“-Freigabe eingebrockt.
Heute kann sich das natürlich monatlich ändern.
Selbst eine Szene in Exiled musste in Hongkong fürs Kino entfernt werden.
Die Szene mit Triaden-Bezug wurde aber wieder eingefügt...
... und erhielt eine „Category III“-Freigabe, als die Hongkong-Blu-ray erschien.
In den 70ern, 80ern und 90ern hatte niemand Angst vor Triaden-Filmen.
Heutzutage liegt es daran, dass alle immer habgieriger werden.
Was ich niemandem verübeln würde, angesichts des riesigen chinesischen Marktes.
Alle wollen ihre Filme in China zeigen, um etwas Geld an der Kinokasse einzunehmen.
In Hongkong erachten wir Triaden-Filme als nicht so wild.
Wir sind daran gewöhnt.
Ich finde sogar, sie sollten mehr wagen und blutiger werden.
Erleben sie den provokativsten und kompromisslosesten Thriller des Jahres.
Den großartigen Dog Bite Dog mit Edison Chen und Sam Lee...
... von Soi Cheang, halte ich für äußerst unterbewertet.
Diese Geschichte... Ein klassischer Hongkong-Film.
Danach schlug Soi eine etwas andere Richtung ein:
Er drehte in China Monkey King mit Donnie und Monkey King 2 mit Aaron Kwok.
Filme, die in China gezeigt werden dürfen.
Dog Bite Dog könnte man in China weder drehen noch veröffentlichen.
Niemand würde ihm dafür Geld geben, und er würde es vielleicht gar nicht wollen.
Dies ist das Beispiel eines Filmemachers...
... dessen Karriere wäre bei einer weiterhin starken, unabhängigen Hongkong-Industrie...
... anders verlaufen. Instinktiv hätte er wohl hier weitergearbeitet...
... drehte dann aber lieber Monkey King-Filme in China.
Deshalb drehen Wong Kar-Wai, Johnnie To und Jackie Chan...
... all diese sündhaft teuren chinesischen Filme in Peking.
Alle früheren Meisterregisseure...
... drehen heute in China Filme für den festlandchinesischen Markt.
Denn dort kann man Geld verdienen.
Kompromittieren sie damit ihre künstlerische Freiheit? Selbstverständlich.
Drehen sie Propagandafilme? Oh, ja.
Aber verdienen sie verdammt viel Geld damit? Natürlich.
Festland-Produktionen sind finanziell betrachtet hervorragende Gelegenheiten.
Dazu kommt der schiere Umfang der Filme, die man dort drehen kann.
Das verkommt aber schnell zu einer mühsamen Aufgabe...
... da man ständig Dinge absegnen lassen muss, weil so viel Geld auf dem Spiel steht.
Bei meinem „Category III“-Film...
... war ich zwar auch verantwortlich für das Geld meiner Investoren.
Da es aber ein geringerer Betrag war...
... hatte ich weniger Bedenken, neue Ideen auszuprobieren.
Es gibt bessere Wege, Geld zu verdienen, aber keine, die so viel Spaß machen.
Der bekannteste „Category III“-Film nach der Übergabe ist wohl Dream Home.
Allgemein ist das einer der besten Hongkong-Filme dieses Jahrzehnts.
Um das Zuhause ihrer Träume zu bekommen, müssen mehr als nur die Preise purzeln.
Dream Home beleuchtet neben der Gesellschaftskritik...
... auch den Immobilienhandel in Hongkong.
Er ist gleichzeitig Horrorfilm als auch pechschwarze Komödie.
Ich fand, dass es die beste Story war, die wir erzählen wollten.
Sie beschäftigt sich mit der Gesellschaft Hongkongs...
... und dem, was dort wirklich passiert.
Wir wollten aber auch einen Fantasy-Twist einbauen und es an die Grenzen treiben.
Wir hatten große Hoffnungen in das Publikum in Hongkong gesetzt...
... und wollten die Messlatte höher legen. Wir wollten es krachen lassen.
Wir finden, die Ära der Kultfilme war im Laufe der 90er verschwunden.
Alle wollten nur noch seriöse Filme drehen.
Wir jedoch hatten etwas ganz anderes im Sinn.
Pang Ho-Cheung versteht schwarzen Humor hervorragend.
Das Publikum hat sich diesbezüglich mittlerweile auch gebessert.
Es hat schwarzen Humor früher nicht immer verstanden.
Sie waren schockiert und überrascht.
An der Kinokasse war er offensichtlich kein Erfolg.
Viele Zuschauer waren bereits von der eigenen Wohnungssuche extrem gestresst.
Im Kino wollten sie dann etwas schauen, das sie nicht an ihre Hypothek erinnert.
Diese Message trug wohl dazu bei, dass er hier keinen Erfolg hatte.
Das westliche Publikum...
... wird hier jedoch erstmals die schwierige Lage vor Augen geführt.
So schwierig, dass man töten würde, um ein Haus kaufen zu können.
Mir gefiel Dream Home, weil er schockierend und relevant war.
Ich fand ihn gut gemacht.
Ein wenig verstörend war es doch, da ich viele der Darsteller kenne.
Mit anzuschauen, wie Freunde zerlegt werden, kann etwas beunruhigend sein.
Josie Ho ist fantastisch in diesem Film. Ich finde, es ist ihre beste Darbietung.
Sie ist eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation.
- Sie ist toll in diesem Film. - Ich hatte viel Spaß dabei.
Ich arbeite gerne an skurrilen Indie-Filmen.
Wegen meines Aussehens denken viele Filmschaffende in Hongkong...
... dass ich Auftragskillerinnen oder coole wortkarge Rollen...
... wie eine knallharte Firmenchefin spielen sollte.
Tatsächlich kann ich diese Rollen nicht spielen. Ich bin viel zu verschroben.
Selbst Jahre nach dem Kinostart, wenn ich auf die Straße gehe...
... werde ich auf der Straße angesprochen von Leuten, die in den 90ern geboren wurden...
... und mir sagen, dass ich weitermachen solle.
Das heutige Hongkong ist nämlich hungrig.
Leider ging es ihm in den 2000ern immer noch gut.
Plötzlich wurden alle aus wirtschaftlichen und politischen Gründen sehr vorsichtig.
Sie gingen keine Risiken ein und waren sehr verängstigt.
Die heutige Jugend sagte mir aber, dass wir weitermachen sollen.
Die Jugend Hongkongs sehnt sich nach jemandem...
... der die Messlatte erneut höher legt.
Danach kamen ein paar ganz nette Filme heraus.
Sex and Zen 3D mit dem herumwackelnden CGI-Riesenpenis.
Danach wurde Sex and Zen 4D in Hongkong angekündigt, der aber nie verwirklicht wurde.
Leben oder Sterben...
... das ist deine Entscheidung.
Drug War ist eine hervorragender Film.
Einer von Johnnie Tos Besten der letzten Jahre.
Der Drogenkrieg und das Drogengeschäft werden hier...
... aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet. Konkret aus der Sicht von Festlandchina.
Es stimmt, dass er sich der chinesischen Zensur fügt.
Es ist aber auch einfach ein toller Film.
Hervorragend inszeniert mit unglaublichen Darbietungen.
Zwei der wichtigsten Figuren werden auf sehr coole Weise getötet.
Das fand ich sehr mutig für einen sehr kommerziell ausgerichteten Film.
Er kam in China landesweit in die Kinos.
Alle Figuren, die Drogen nehmen, sind nicht aus Festlandchina.
Ebenso alle Figuren, denen Drogen verkauft werden.
Wäre ja noch schöner, wenn es in Festlandchina Drogen geben würde.
Das zeichnet sich in aktuellen chinesischen Filmen ab.
Oberflächlich betrachtet sind es Actionfilme...
... im Grunde jedoch Propaganda, wie Operation Mekong.
Dort ist die Aussage ebenfalls: „Nur diese widerlichen Thais nehmen Drogen...
... nicht die Festlandchinesen.
Diese üblen Ausländer verüben allerhand Schandtaten.“
China hat kein Freigabesystem, oder scheinbar erst kürzlich eins eingeführt.
Das glaube ich, wenn ich es sehe.
Denn durch diese Willkür haben sie große Kontrolle.
Sobald es konkrete Regeln gibt, findet man Wege, diese zu umgehen.
Wenn die Regeln jedoch nie kommuniziert werden...
Man kann gewisse Dinge auf bestimmte Arten präsentieren.
Wie ich bereits zu Hacksaw Ridge sagte:
Solange man Asiaten tötet, kann man sich deutlich mehr leisten.
In Fällen wie Drug War muss man jedoch der Parteilinie folgen.
Man muss zeigen, dass die Bösen stets bestraft werden...
... und die Guten immer gewinnen. Ich wusste, dass der Cop stirbt...
... weil er Drogen ausprobiert hat.
Das hätte er nicht tun sollen, deshalb muss er sterben.
Der einzig mögliche Weg für ihn.
Mit diesem Film konnte ich auch nichts anfangen.
Mir gefiel der Look nicht, alles war so grau.
Das liegt zum Teil aber an der Luftverschmutzung.
Mit diesem Film hat der Regisseur zudem in diesem System experimentiert.
Indem er in China einen Film über Drogen gedreht hat.
Egal wie es ausgeht, man verspürt noch genug Sympathie mit den Figuren.
Ihnen wohnt genug Menschlichkeit inne, anders als in den frühen Geisterfilmen in China.
Dort stellte sich immer heraus, dass es kein Geist, sondern ein Regierungsgegner war.
In dieser Hinsicht ist Drug War aber nach wie vor ein guter Film.
Er hat nur aufgrund seiner Thematik eine „Category III“-Freigabe.
Wäre er früher in Hongkong erschienen, hätte er kein „Category III“-Freigabe erhalten.
Eine ziellos Umherwandernde.
Ich muss etwas Unvergessliches machen, verdammte Scheiße!
Du bist entweder ein Blockbuster oder ein Kunstfilm.
Das sind in Hongkong die beiden Schubladen.
Naked Ambition ist ein skurriler 3D-Film mit Pornoelementen, in dem ich mitspiele.
Für die war es ein simpler Porno.
Es geht um Identität, aber das versteht niemand.
In Naked Ambition 2 geht es offensichtlich um Nationalismus in Hongkong.
Im Film drehen die Figuren aus Hongkong Sexfilme in Japan...
... die wiederum in Hongkong verkauft werden. Sie sagen immer: „Wir sind aus Hongkong!“
Der Film endet damit, dass sie sich igh-Fives geben: „Wir sind aus Hongkong!
Unsere Identität wird niemals gefährdet werden.“
Das macht ihn zum politischsten der aktuellen Hongkong-Filme.
Mit Sleep Curse hat sich Herman Yau einen kleinen Scherz erlaubt.
Natürlich entspricht der Gewaltgrad dem „Category III“-Siegel.
Worum es jedoch geht?
Um böse Japaner, die in Hongkong einfielen, und die das pure Böse sind.
Herman Yau kommt also mit all dem widerlichen Zeug davon...
... das normalerweise chinesische Investoren abschrecken würde.
Das wird ja nur Japanern angetan. Ist also okay.
The Untold Story macht keine Gefangenen und nimmt nie den Fuß vom Pedal.
Hier wird den Großteil des Films gegen Japan gehetzt.
Plötzlich werden dann Schwänze abgeschnitten...
... Innereien herausgerissen und Körper in Stücke geschossen.
Die letzten 20 Minuten sind oldschool, bis dahin denkt man jedoch:
„Okay, ich verstehe, worauf ihr hinauswollt und wie ihr es rechtfertigen wollt.“
Das ist schräg, da der Film eh niemals in Festlandchina erscheinen wird.
Er scheint aber den ganzen Film über das blutige Finale rechtfertigen zu wollen.
Ich verstehe nicht, wieso. Er gefällt mir dennoch.
Es ist ein guter Film, besser als viele heutige Hongkong-Filme.
Aber leider auch ein Schatten seiner selbst.
Für „Category III“-artige Filme muss man sich in Südkorea umsehen.
Interessanterweise prangt in den Kaufhäusern das „Category III“-Siegel...
... auf den Blu-ray- und DVD-Hüllen unzähliger koreanischer Filme.
Früher gab es in Hongkong ein Publikum dafür.
Heute befindet es sich in Südkorea.
Die ganz großen „Category III“-Filme wie The Untold Story...
... waren der Kickstart für Hongkong-Exploitation.
Es war ein Neustart, etwas völlig Verrücktes, das Spiel mit den Gefühlen des Publikums.
Nationales Kino mit einer nationalen Identität, das man nirgendwo anders findet.
Zutaten für alle großen Exploitation-Filme.
Egal ob italienische Menschenfresser oder britische Pete-Walker-Filme.
Sie haben alle eine eigene Identität.
Genau das hat der Hongkong-Film getan.
Das südkoreanische Kino war und ist immer noch brillant darin.
Ihm ist noch nicht die Puste ausgegangen.
Man kann auf 20 Jahre großartiger südkoreanischer Filme zurückblicken.
Manche davon sind genauso extrem...
... wenn nicht gar extremer als die Vertreter aus Hongkong.
Die koreanische Regierung erkannte, dass es ein lukratives Geschäft ist.
Sie lockten ihre Landsmänner in Hollywood zurück nach Südkorea...
... um für ihr Land zu arbeiten. Die Regierung unterstützte sie dabei.
In den darauffolgenden 10, 20 Jahren erlebte das südkoreanische Kino einen Boom.
Natürlich ist Südkorea ein ganzes Land und nicht nur eine Stadt.
Dennoch hat Südkorea seine Filmindustrie sehr viel besser unterstützt.
Der Hongkong Film Development Council unterstützt zu oft die miserabelsten Projekte.
Dabei hätten sie die Chance, sehr viel aktiver Filme zu bewerben.
Was sie meiner Meinung nach nicht tun.
In Korea achtet man auf ein ausgeglichenes Verhältnis.
Zudem erkannten die Koreaner viel früher, dass man wie in Hollywood...
... einen bestimmten Produktionsstandard gewährleisten muss.
Sonst sieht man schlecht aus.
Mittlerweile ist es besser, aber das hat man in Hongkong lange Zeit nicht verstanden.
Tagtäglich erlangt etwas irgendwo Kultstatus, aber wie lange hält dieser Status an?
Diese Filme haben etwas Schräges und Besonderes an sich.
Sie verstehen, dass wir nichts zu verlieren haben.
Heute sind „Category III“-Filme nicht mehr so gefragt.
Man kann sich ja Videos von echten Enthauptungen auf dem Handy anschauen.
Bestimmte Themen können und sollten behandelt werden.
Das ist aber nur möglich in „Category III“-Filmen.
Egal, ob erwachsener Humor oder nicht jugendfreie Sequenzen.
Ich glaube, „Category III“-Filme werden nicht verschwinden.
Zumindest nicht rückblickend.
Dank digitaler Plattformen und neuer, an Hongkong-Filmen inszenierter Zuschauer...
... die entdecken, wie interessant, eindringlich, packend und wild diese Filme waren.
„Category III“-Filme werden natürlich nach wie vor gedreht.
Sleep Curse ist ein gutes Beispiel und ein in Hongkong sehr erfolgreicher Film.
Ein Teil der Seele von „Category III“ wird im heutigen Hongkong-Kino fortbestehen.
Die Filme der 80er und 90er werden aber nie wieder erreicht werden.
Denn manche Themen können nicht reproduziert werden.
Man kann nicht anderen ins Gesicht spucken...
... und dabei „Ebola für dich! Ebola für dich!“ brüllen.
Das war einmal.
C'est la vie.
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.