All language subtitles for Weissensee - 04x01 - Alte Wunden.Weissensee.S04.German.BDRiP.x264-TV4A.German.orig.Addic7ed.com

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Original subtitles

(Mann stöhnt angestrengt)

(er stöhnt)

(Mann) Gratis Westpresse. Hier.

Greift zu. Geschenkt.

Westpresse. Alles umsonst.

Martin, ich verstehe, dass das schnell gehen muss.

(Sägelärm übertönt Gespräche der Arbeiter)

(Frau) Wiese, Kupfer und Co. Nachrichten nach dem Piep.

-(Piepton) -Katja, bist du da?

Bitte nimm ab, wenn du da bist.

Kannst du Anna von der Schule abholen?

Ein wichtiger Auftrag muss fertig werden.

Es wäre gut, wenn ich bis zum Ende... Bis zum...

(Arbeiter) Das funktioniert nicht.

Bitte ruf zurück, wenn du das abhörst.

-Was ist? -lst heiß gelaufen.

Der Chef hat wieder an der Wartung gespart.

Okay, zeig mal.

Martin, mach dich vom Acker. Wir schaffen das rechtzeitig.

Mit einer Fräse schaffen wir das nie.

Dann schaffen wir es eben nicht. Das ist Pech.

Damit kannst du den Schweden nicht kommen.

Wir müssen zeigen, dass wir das im Griff haben.

-Tschüss. -Tschüss, dann bis morgen.

(Junge) Du gehst in die Schule, wir holen dich ab.

(melancholische Musik)

(Falk stöhnt angestrengt)

Herr Schmidt, das ist noch zu früh. Sie dürfen nicht alleine an die Geräte.

Einen Versuch noch.

Sie geben nie auf, oder?

Kommen Sie.

Super. Martin, hau ab.

-(Marlene) Hans? -Hm?

Du redest jetzt mit mir.

-Weich nicht aus. -lch rede die ganze Zeit.

Du hörst mir nicht zu.

Ich habe keine Lust, philosophische Gespräche zu führen.

Im Gegensatz zu dir finde ich nicht, dass alles falsch war.

Aber wie wir es umgesetzt haben, das war ein Fehler.

Fehler? Das ist doch Unsinn.

Es geht darum, das Vermögen der Partei

vor dem Zugriff dieser Demokraten zu schützen.

Die wollen uns enteignen, wie '33.

-Das darf nicht noch einmal passieren. -Du vergleichst heute nicht mit '33!

Die wollen doch nur die PDS kaputt machen.

Dann nehmen sich die Westparteien unser Geld.

Euer Geld?

Ja, natürlich ist das unser Geld. Wem gehört es denn sonst?

Natürlich haben wir alle was davon.

Ja, Geld wird das Einzige sein in diesen Zeiten, was uns schützt.

-lch meine nicht nur die Partei. -Eine interessante Interpretation.

Ist es dir eigentlich egal, was um uns herum passiert?

Was aus dir wird? Ja, aus uns?

Was ist, wenn uns das Haus weggenommen wird, Hans? Hm?

-Da hilft uns Schopenhauer nicht. -Das kann niemand.

Woher willst du das wissen?

Nein, Hans.

Wir müssen zusammenhalten. Wir brauchen Freunde und Verbündete.

Es weiß niemand, was kommt.

Diese Freunde brauchen wir nicht.

(melancholische Musik)

(Gemurmel)

(Frau aus Radio) Wolfgang Schnur vom Demokratischen Aufbruch,

Kandidat der Allianz für Deutschland bei der Volkskammerwahl,

ist heute überraschend von allen Ämtern zurückgetreten,

nachdem der Presse eindeutige Beweise dafür zugespielt wurden,

dass Schnur inoffizieller Mitarbeiter...

-Oh... -Entschuldigung.

-Alles gut. -Aber wenn ich das höre...

Diese Schweine, die uns jahrelang verrieten

und jetzt tun, als hätten sie nichts gemacht.

Ja, ja. Ich kann Sie gut verstehen.

Ach ja?

Ich meine, Sie reden ja nicht viel, aber...

Als Anwalt ist es Ihnen doch bei uns gut gegangen, oder?

Trotzdem liege ich hier, und Sie stehen.

...entsetzt und nach eigenen Angaben tief enttäuscht.

Nach etwas Musik bringen wir offizielle Stellungnahmen zum Rücktritt von Schnur.

Entschuldigung.

Habe ich was Falsches gesagt?

(sie schaltet das Radio aus und atmet tief ein und aus)

Nein, es ist nur...

-Es ist verrückt. -Was denn?

Das Gleiche habe ich vor ein paar Jahren zu einer Mitgefangenen im Knast gesagt.

Was, Sie waren im Knast?

Hoheneck. Fünf Jahre.

(unheilvolle Klänge)

(sie seufzt und räuspert sich)

Ach.

(melancholische Musik)

Entschuldigung.

Ich habe schon lange nicht mehr drüber gesprochen.

Dann noch vor einem Patienten.

-So was von peinlich. -Nein, überhaupt nicht.

Fünf Jahre Hoheneck?

Das hätte ich nie gedacht.

Seit Wochen kümmern Sie sich um mich, und Sie wirken...

überhaupt nicht...

Also, ähm, was ich sagen wollte...

Sie sind so... ähm...

So... ähm...

Na... lebendig, so...

-Machen Sie mich gerade an? -Nein.

Können wir weitermachen?

Wiese, Kupfer und Co. Nachrichten nach dem Piep.

Katja? Katja, bist du da?

(laute Musik)

Anna war nicht mehr vor der Schule. Ist sie zu Hause? Katja.

(dynamische Popmusik)

(Martin) Elena ist nach der Geburt vertauscht werden...

Sie ist meine Tochter.

(Mann) Wir ließen einen Test machen, als ihr weg wart.

Wir sind nicht die Eltern von Elena. So.

Scheiße...

Ich könnte dich umbringen dafür. Elena hat bei uns ihr Zuhause.

(Martin) Ich weiß... Das weiß ich...

Ich hätte ihr das so gerne gegeben.

Ich hab mir solche Sorgen gemacht.

Du bist nicht gekommen.

Ja, ich weiß. Ich hatte Ärger im Betrieb, und...

-Es tut mir leid. -Reiner und Maria kamen nie zu spät.

Und sie haben mich auch nicht angelogen.

Wieso sagst du das?

Du hast gesagt, die sind im Urlaub. Aber ich hab ins Haus gesehen.

Da waren alle Möbel weg. Das hast du gewusst, oder?

Lass uns nach Hause fahren.

-lch bin hier zu Hause. -Nein, bei mir.

Bei dir wohne ich nur.

Anna, bitte.

Ich heiße nicht Anna, sondern Elena.

Bloß weil du nach acht Jahren ankommst, kannst du nicht alles bestimmen.

Ich hab dich gesucht.

Acht Jahre.

Wir beide. Deine Mama und ich. Das weißt du.

Ja. Aber mich hat keiner gefragt.

Ich kenne dich doch gar nicht. Und meine Mutter ist tot.

Ich weiß.

Wieso können die so einfach weg sein? Wieso?

Ich mein, ich bin doch...

(schluchzend) Wieso sind alle immer weg?

Hallo.

(Schwester) Bis morgen.

Alles in Ordnung?

Ja, ja. Ich dachte nur ganz kurz für einen Moment...

...das wäre Dunja Hausmann, die Sängerin.

Geht mir auch immer so. Aber das war nur Katrin aus der Chirurgie.

-Sie kennen Dunja Hausmann? -Mhm.

Ich war ein großer Fan. Bis rauskam, dass sie ein Spitze! war.

(Schuss)

(Falk stöhnt)

Und Sie?

Ja, ich war auch ein Fan. Bis morgen.

Herr Schmidt?

Ähm... Ich wollte fragen...

ob Sie vielleicht...

(kichernd) Also... vielleicht...

könnten wir beide... Also, ähm...

-Ja? -lch gehe gern spazieren...

-Oh Gott, ist das doof. Entschuldigung. -Nein, gar nicht.

Ich roll auch gern durch die Gegend.

Aber heute ist leider schlecht.

Ich hab noch einen Termin...

-(sie lachen herzhaft) -Okay.

Aber ich komme darauf zurück. Versprochen.

(Presslufthammerdröhnen)

-(Vera) Kommst du mit? -Keine Zeit.

Niki, das ist wichtig. Die Wahl ist allesentscheidend.

Wir können unseren Weg schaffen.

Ohne D-Mark und ohne, dass die BRD uns schluckt.

Der Drops ist gelutscht.

Wir rauschen auf den Kapitalismus zu wie die Titanic auf den Eisberg.

Da Will ich vorbereitet sein. Hier. Guck mal.

Wenn ich gewählt werde, kann ich dafür kämpfen,

dass die Akten geöffnet werden.

Du willst doch auch wissen, was mit Robert passiert ist.

Glaubst du, das steht in so 'ner Scheißakte?

Vielleicht.

(wummernde Popmusik)

So?

(Musik bricht ab) (Lisa) Wir sind mitten im Shooting.

Wieso geht keiner ans Telefon?

-lch hab's nicht gehört. -(Lisa) Zehn Minuten.

(Musik läuft weiter) (Martin) Kann mir mal einer zuhören?

-Feierabend. Anna braucht Ruhe. -(Anna) Elena...

Ich habe morgen ein Probeshooting in Mailand.

-Katja hat mit mir noch mal geübt. -lhr hattet euren Spaß.

Papa, wie oft noch. Das ist meine Arbeit, verdammt noch mal.

-Gut. Deine Schwester braucht Ruhe. -Was ist mit der?

Immer wenn es um Anna geht, zerreißt du dich...

-Aber was ist mit mir? -(Katja) Lisa, das ist doch Quatsch.

Ich hab dir den Blödsinn mit dem Modeln erlaubt. Jammer mich nicht voll!

Du bist ein Arschloch, Mann!

-Lisa? -lch bin bei Freunden.

(Tür knallt)

-Scheiße. Das war nicht gut, Martin. -Ach.

Irgendwas stimmt nicht mit Lisa. Ich dachte, sie taut auf, redet drüber.

-Das steigt ihr einfach nur zu Kopf. -lst auch egal, ist vergeigt.

Wie? Jetzt hab ich Schuld? Ich reiße mir für alle den Arsch auf.

(singt) Ich reiß mir den Arsch auf Für dich

Und ich reiß mir auch den Arsch auf Für dich

Aber Arsch darf man eigentlich Überhaupt gar nicht sagen

Und es geht mir so schlecht Ja, es geht mir so schlecht

Oh mein Gott, es geht mir so schlecht

Und die Last drückt mich nieder Auf meinen männlichen Schultern

Und es geht mir so schlecht

(singt) Und ich bin so eine coole Frau

Und ich habe niemals Zeit

Aber ich habe immer recht

Immer recht, ich habe immer recht

Das klingt schrecklich, ihr könnt nicht singen.

Was hast du eben gesagt?

Du, ich habe Jodeldiplom. Und wenn du weiter so frech bist...

Sing ich so lange, bis zu blau wirst In deinem kleinen Gesicht...

So, und jetzt erzähl mal, Anna.

Elena. In der Schule sagen auch alle zu mir Elena.

Wieso könnt ihr das denn nicht?

Ich freue mich, Herr Kupfer, dass Sie uns empfohlen wurden.

Unser Gespräch hat bestätigt, dass Sie der Richtige im richtigen Team sind.

Danke.

Ihre Kenntnisse über die Lage und die Menschen vor Ort sind Gold wert.

Die "Promittas" ist nicht nur eine der größten europäischen Versicherungen.

Wir werden mit Ihrer Hilfe einer der größten Investoren in Ostdeutschland.

Ich werde Sie nicht enttäuschen.

Wissen Sie, was auf uns alle zukommt, in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren,

das ist so gewaltig und einzigartig,

dass wir alle an unsere Grenzen kommen werden.

Aber das hängt doch auch von den Wahlen ab.

Vielleicht können Sie gar nicht so investieren.

Überschätzen Sie die Macht der Demokratie nicht, lieber Kupfer.

Die DDR ist wirtschaftlich in die Knie gezwungen werden.

Auch wenn es anders scheinen mag.

Alles wird weniger demokratischen Entscheidungen folgen

als wirtschaftlichen Notwendigkeiten.

Das war schon immer so.

Hat Karl Marx auch beschrieben. Leider zog er die falschen Schlüsse.

-Sie kennen sich aus mit Marx? -"Das Kapital". Großartiges Buch.

Wenn Sie einen Konzern lenken wie ich, müssen Sie von Ihrem Gegner lernen.

-Das ist Ihnen doch sicher nicht fremd. -Natürlich nicht. Nein.

Etwas wäre mir wichtig: Offiziell sind Sie als Herr Schmidt eingestellt.

Und dabei soll es auch bleiben. Wir legen Wert auf äußerste Diskretion.

Vor allem auch, was Ihre speziellen Fähigkeiten angeht. Sie verstehen?

Absolut. Das ist ganz in meinem Sinne.

Sehr gut.

Fällt es Ihnen eigentlich schwer, für den Klassenfeind zu arbeiten?

Hätte ich Ihnen andersrum eine gute Stelle angeboten...

Was hätten Sie gemacht?

(Mann) Der Countdown läuft, nur noch 36 Stunden,

dann dürfen 12,2 Millionen Bürger zum ersten Mal in der Geschichte der DDR

tatsächlich frei und demokratisch wählen.

Tausende Journalisten sind in Ost-Berlin und beobachten die letzten Stunden.

Heute trat die Wahlkommission vor die Kameras...

-Schickt dich dein Mann? -Nein, im Gegenteil.

Hans würde es nicht gutheißen, dass wir reden.

Wir sehen das, was passiert, vollkommen unterschiedlich.

Du hast allen Grund, wütend auf Hans zu sein.

Aber hör dir bitte trotzdem an, was ich vorschlagen will.

Ich gehöre zu einem vertrauensvollen Kreis,

der sich um das Parteivermögen sorgt.

Ach. Tatsächlich?

Soviel ich weiß, ist das meiste schon im Ausland gesichert.

(Marlene) Alle Investitionen vor '89 sind sicher,

aber in Zukunft schauen uns die anderen genau auf die Finger.

Deswegen brauchen wir neue Wege, um unser Vermögen zu sichern

und sinnvoll anzulegen, vor allem die Devisen.

Du hast Verbindungen in viele Richtungen und könntest uns von großem Nutzen sein.

Es wäre nicht zu deinem Schaden.

Ist das auf deinem Mist gewachsen?

Die geplante Enteignung der Partei lässt mir keine Ruhe.

Ich habe Rainer vom ZK gefragt, wie ich helfen kann.

Ich habe angeboten, mit Falk zu reden, mit Hans und mit dir.

Weil ihr noch andere Möglichkeiten seht, und weil man euch vertrauen kann.

Aber dein Wende-Hans Will nicht.

Nein. Er Will sich nicht die Hände schmutzig machen.

Das ist falsch. Wir müssen was tun.

Falk wird uns unterstützen.

Über seinen neuen Posten bekommt er Einblick,

an welchen Ost—Betrieben der Westen interessiert ist,

und wo es sich lohnt, zu investieren.

Du bistja ein Teufelsbraten, du...

(Marlene) Ich hab mich viel zu lange zurückgehalten.

Ich weiß nicht, wie lange Falk noch als Herr Schmidt herumlaufen kann.

Wenn die mitbekommen, woher er kommt, wer er ist,

werden wir Hilfe brauchen, vielleicht auch Geld.

Mach dir keine Sorgen. Die Tarnung: wasserdicht.

Na, hoffentlich.

Was mir Sorgen macht, ist, dass wir den Täter nicht haben.

Glaubst du, Falk weiß wirklich nicht, wer auf ihn geschossen hat?

(Frau) Wir brauchen die D-Mark. Schauen Sie sich doch mal um.

Ich schaue mich um. Ich schau mich jeden Tag um, ganz genau.

Ich sehe viele Menschen, die hart dafür arbeiten,

dass dieses Land nicht in die Knie geht, auch ohne D-Mark.

(Frau) Die D-Mark ist schon da,

durch die Wessis, die zu uns kommen, weil es billiger ist.

Mit unserem Geld bin ich Bittsteller in meinem Kiez.

Die D-Mark als Rettung für alle. Glaubt ihr das?

(Vera) Sie haben recht. Die D-Mark wird kommen. Weil die Mehrheit sie will.

Ich mache mir keine Illusionen.

Die Frage ist, wann und zu welchen Bedingungen sie kommt.

Und ob wir es schaffen, dass sie kommt,

ohne dass die westdeutsche Industrie hier alles plattmacht.

Und wie wollen Sie das schaffen?

Wir haben am Runden Tisch die Treuhandgesellschaft durchgesetzt,

in die das gesamte Vermögen der DDR geflossen ist.

Diese Gesellschaft wird verhindern, dass jemand ankommt

und sich unrechtmäßig bereichert

an all den Sachen, die wir gemeinsam aufgebaut haben.

Du kannst nicht den Wölfen die Tür aufmachen und dann Ringelpietz tanzen.

Sich auf den Rücken legen ist doch auch keine Lösung.

Wir sind nicht auf die Straße gegangen, um vor dem Westen auf die Knie zu gehen.

Wir haben dieses Land verändert.

Auf unsere Revolution können wir stolz sein.

Und damit können, müssen wir was machen.

Aber etwas Eigenes.

Das gilt auch für unsere Vergangenheit.

Wir werden dafür kämpfen, dass die Stasiakten geöffnet werden.

(Frau) Anschluss Dunja Hausmann.

Sie können mich beschimpfen oder mir eine Nachricht hinterlassen.

Ich Will mich nicht an Ihnen rächen.

Wenn ich das wollte, hätte ich es längst getan.

Sie wollen mir auch nicht weiter schaden, nehme ich an.

Wir wissen beide viel voneinander.

Klassisches Gleichgewicht des Schreckens, würde ich sagen.

So, und ich will, dass das so bleibt.

Sie behalten für sich, was Sie über mich wissen,

und niemand erfährt, was Sie getan haben.

Und Sie ersparen sich das Gefängnis, ja?

(Tür fällt ins Schloss)

(Besetztton)

(schneidende Klänge)

(er ächzt)

-Alles okay? -(seufzend) Ja.

Elena... Ich glaube, da gewöhne ich mich nicht dran.

Dach. Weil es wichtig ist für sie.

Was erzähle ich ihr denn, wo Rainer und Maria sind?

Die Wahrheit. Da kommst du nicht drum rum.

"Bei dir wohne ich nur."

Das hat sie heute gesagt.

Du bist zu ungeduldig. Mit beiden Mädchen.

Hör mit Lisa auf. Die hat sie nicht alle.

Ist lustig, wie ähnlich ihr euch seid.

Sie ist genauso ein Dickschädel wie du.

Etwas stimmt nicht. Aber sie macht nur Stress.

-Auch so wie du. -Quatsch. Die hebt ab.

Fotos hier, Auftritt da, heute Mailand, morgen Paris.

Das ist doch alles unwirklich.

-Nein, nein, nein. -Dann stopp mich.

(singt) Heute Mailand, morgen Paris...

Ich kann nicht schlafen.

Na komm her, Süße, ich bring dich ins Bett. Komm her.

(Mann) Frau Kupfer, haben Sie einen Moment?

Bernd Krohnak. Ihr Auftritt war beeindruckend.

-Tatsächlich? -Mhm.

Was Sie über die Treuhand sagten, meinen Sie das?

-Selbstverständlich. -lch arbeite da, Leute wie Sie fehlen.

-Wie ich? -Sie sind aus dem Osten.

Sie haben einen klaren Blick und eine Vision.

Sie verstehen was von Wirtschaft. Haben Sie am Runden Tisch bewiesen.

Ich gehe davon aus, gewählt zu werden.

Von da kann ich euch besser unterstützen.

Glauben Sie wirklich, dass Sie gewinnen?

Ich glaube, wir werden stark genug,

um mit der SPD einen vernünftigen, behutsamen Weg zu gehen.

Na dann... Viel Glück.

Hier ist meine Nummer. Falls es doch anders kommt.

(unheilvolle Musik)

(Tastenklackern)

(fetzige Dancemusik)

(sphärische Musik)

(Klopfen)

Sonja schläft tief und fest.

-Brauchst du Hilfe? -lch komm zurecht. Danke, Mutter.

-Macht er mit? -Du kennstja deinen Vater.

-Soll ich noch mal mit ihm reden? -Besser nicht.

-Wir schaffen es ohne ihn. -Wenn er sich gegen uns stellt?

-Kann ich noch etwas tun? -Danke. Alles gut.

(sphärische Musik läuft weiter)

Stopp, stopp. Stopp, stopp.

-Okay... -Bitte keine Fotos.

-Tut mir wirklich leid. -Oh, Entschuldigung.

-Wir warten hier auf Papa, okay? -Bis gleich.

-(Mann) Danke. -(Mann) Gern.

(Mann) Da haben wir Herrn Wolf...

(Katja, lachend) Schick, schnack, schnuck.

(melancholische Musik)

Papa, wer sind die?

Das sind, äh, Oma und Opa.

(Anna) Und warum sagst du nicht Hallo?

Na komm.

-Hallo. -Hallo.

Anna, das sind Hans und Marlene. Deine Großeltern.

Das ist Sonja, das ist Anna... Elena. Meine Tochter.

Hallo, Anna.

-Hallo. -Freut mich, dass wir uns kennenlernen.

Hallo.

Und das ist Katja.

Katja, meine Eltern.

Ich kenne Ihre Artikel.

Tatsächlich? Und Sie?

Ich schaffe nicht, alles zu lesen, was gedruckt wird.

Ich mache eine Reihe "Gesichter der DDR".

Ich würde Sie gerne interviewen.

Ich glaube nicht, dass ich Viel erzählen kann.

Sie können es sich ja überlegen.

Okay, Katja, wir müssen.

-Tschüss, Opa. -Tschüss, besuch uns mal.

Mach ich.

Meinst du, das war eine gute Idee?

Die sieht doch ganz nett aus, Oma. Ist sie meine Cousine?

Das ist kompliziert, Schäfchen.

Da ist doch nichts kompliziert.

(heitere Blues-Musik)

Hauptwachtmeister Görlitz.

Was soll das werden, wenn es fertig ist?

Habt ihr sie noch alle? Haut ab.

Der Typ duzt uns. Geht‘s noch, du Sack?

Ich kann auch anders: Ich verhafte Sie alle.

Wegen Autodiebstahls und Sachbeschädigung.

Ihr habt uns gar nichts mehr zu sagen, ja?

Noch hab ich das Sagen. Treten Sie sofort einen Meter zurück.

-Willst du Stress oder so? -Also...

Hey, was macht... Was macht die denn da?

-Entspannt euch mal. -Deinen Ausweis!

Hey! Ihr machtjetzt ganz schnell ‘ne Fliege. Du auch!

-Wer bist du denn? -Die, die dir die Ohren lang zieht.

-Wenn du dich nicht vom Acker machst. -Das sind doch Stasischweine.

Ich sehe nur zwei in Uniform, die sich ins Hemd machen.

Und Hormonstau ist noch keine politische Haltung, Kleene.

Das gilt auch für euch. Kapiert?

Gesetz und Ordnung könnt ihr vergessen.

Die Kurzen brauchen den Arsch voii. Seid ihr dabei?

-Das dürft ihr nicht. -Sagt wer?

Die Gesetze gelten doch nicht mehr für euch. Na?

Na? Heiner, schnapp sie dir.

(Martin) Sehr gut.

So, das hat ein bisschen gedauert.

-Bitte schön. -Danke.

-Elena. -Danke.

Hältst du alleine?

Katja...

-Das geht so nicht. -Du musst deins ja nicht essen.

Martin, dein Vater ist alt genug. Der weiß, was gut für ihn ist.

-Vielleicht ist das nicht gut für uns. -Wovor hast du Angst?

Das verstehst du nicht.

Weil ich blond bin oder weil ich aus dem Westen bin?

Nein, weil...

Das ist noch nicht vorbei... die Vergangenheit.

-Das ist gefährlich. -lch pass auf. Versprochen.

Ach, so eine Scheiße. Das schöne Auto.

-Die spinnen doch. -Kannst du laut sagen.

Dass ich mal 'nen Bullen raushaue... Verrückte Welt.

Hier. Für dich und deinen Kollegen.

Vielen Dank.

Ist was?

Sie sind groß.

Das möchte ich meinen. Kriegt man was für sein Geld.

Ich mein nicht... Ich meine, Sie sind groß.

Für eine Frau.

-Dito. -(Heiner) Sperber ruft Sperber 1.

(Nicole) Ich glaube, Sie müssen.

-Ähm... Was? -lch weiß nicht, was, aber Sie müssen.

Ach der... Brauchen Sie ein Auto?

Hm? Nee.

Die Bullenschleuder schon gar nicht.

Nein. Es gibt noch größere... größere...

Hier, schauen Sie mal. Das ist die Zukunft.

"Peter Görlitz". Das mach ich hier alles nur nebenbei.

-Das ist aber ein komisches Hobby. -(er lacht)

(heitere Rockmusik von Gianna Nannini)

-Hello Lisa. Nice to see you. -Hi, Brian.

-How are you? -Let me take that.

Thank you.

-(Frau) Oh, hi. -Hi.

-Are you nervous? -A little bit.

Don‘t worry. You will rock them all, Darling.

(flippige Musik) (Mann) And then to me.

Turn around. Yeah. Okay.

More sexy. Yeah. Good.

Super. Yeah.

Come to me. Come on.

A little bit more. Yes, good.

No.

Brian?

-l'm sorry... -(er murmelt Unverständliches)

Are you good again?

Go, nice.

Go on.

(Hans) Falk.

Überleg‘s dir doch noch mal.

Du musst das doch nicht machen.

Du hast gar keinen Stolz, Vater, wa?

Wir werden kaltgestellt und mit einer Rente abgefunden.

Die sie uns wegnehmen, wenn der Westen übernimmt.

Was hat denn das mit Stolz zu tun, beim Klassenfeind anzuheuern?

Die nutzen dich bloß aus, um Leute zu bescheißen.

Ich wusste nicht, dass du noch an den Kommunismus glaubst.

Nur weil ich mich umschaue, habe ich nicht den Weg verloren.

Ja, unseren Weg gibt es leider nicht mehr.

Kein Grund, alles zu verraten, wofür er eigentlich steht.

Und das Wäre?

Ideen sind für Menschen da, nicht umgekehrt.

Soll das 'ne Predigt werden?

Was glaubst du, wieso westdeutsche Banken und Versicherungen

dich und andere aus dem Ministerium wollen?

Ja, die wissen wenigstens, was wir wert sind.

-Seid ihr also eine Ware. -Alles ist eine Ware, Vater.

Das ist die neue Zeit.

Außerdem geht es nach wie vor um die Sache. Mutter hat das begriffen.

-Die blüht förmlich auf. -Was sie und Gaucke wollen, ist richtig.

Ich versorge sie mit Infos aus meiner Firma. Du solltest auch helfen.

-Wozu? -"Wozu ?"

Du kannst dich nicht ewig raushalten.

Ich halte mich nicht raus. Ich mache nur nicht mit.

(düstere Musik)

Sag mal...

Triffst du dich noch mit Dunja Hausmann?

Wieso?

Ich wollte es nur wissen.

Hallo, liebe Zuschauer, hier ist Ost—Berlin.

Hier ist der Wahltreff...

-Und, was meinst du? -Das muss klappen, Niki. Es muss.

Die Leute waren jedenfalls guter Laune. Ich hab verkauft wie blöde.

-Roman. Hey. -Hey.

-Schön, dass du da bist. -Na? Alles gut?

Vera, kommst du mal?

-lch bin gleich wieder da. -Okay.

Die ersten gesicherten Zahlen liegen also vor.

Da entfallen auf die CDU 46 %. (Applaus aus dem TV)

Auf die SPD 21.

Auf die PDS 14 %.

Auf die DSU 6 %.

Und auf die BFD, auf das Bündnis... den Bund freier Demokraten, 5 %.

-Und es gibt noch eine zweite Seite... -lch gehe zu deinem Vater.

(Moderator) Wie Sie sehen, sind das die ersten fünf...

Was habe ich dir gesagt? Die kriegen uns nicht klein.

Sicher.

Clever, die Wahlen vorzuziehen und die Bürgerrechtler zu überrumpeln.

Das habt ihr dem Böhme zu verdanken.

Ja, und weil der Vorschlag von der SPD kam.

Die BFD 5 %, also der Bund freier Demokraten.

Der Demokratische Aufbruch 0,9 %.

(Frau) Das ist katastrophal für die Bürgerrechtler.

-Hey. -Lass mich.

Vera.

Vera.

Scheiße! So eine verdammte Scheiße!

Scheiße!

Ich verstehe das nicht. Wie kann das sein?

Ohne uns hätte es keine freien Wahlen gegeben.

Wir haben die Köpfe hingehalten, nicht die Blockflötenarschlöcher.

Na ja, hinter der CDU steht der Dicke.

Hinter dem Dicken steht die D-Mark. Und da steht das Paradies.

Wie blöd kann man eigentlich sein?

Ey. Freiheit ist auch immer die Freiheit zur Dummheit.

(Moderator) ...ob die Wahl gelaufen ist oder nicht...

-Was machst du hier? -lch laufe nur rum.

Du kommst immer wieder her und holst dir ein Auto.

Was geht‘s euch an? Die Autos will doch keiner mehr.

Ganz schön große Fresse. Vielleicht ist das unser Platz? Unsere Autos?

Hört zu, ich will keinen Ärger.

-Das sind eure Autos. Kein Problem. -Wie heißt du?

Roman.

Und weiter?

Kupfer.

Roman Kupfer: Bist du gut?

Womit?

Mit Autos.

Ich denke schon.

Der Böhme ist ja nicht der Einzige.

Unsere Leute sitzen überall.

-(Hans) Ich halte keinen Kontakt mehr. -Wir brauchen die. Gerade jetzt.

Vor allem die Offiziere im besonderen Einsatz. Die sind Gold wert.

Wozu? Sieh die Taschen voll zu hauen?

Ich habe zu Marlene und Falk gesagt, dass ich da nicht mitmache.

Wir machen das nicht für uns, wir machen das für die Partei.

Seit wann hast du etwas nicht für dich getan?

Mir geht es um die Sache. Und am Ende gewinnen wir alle.

Ich Will den Kontakt zu deinen Offizieren im besonderen Einsatz.

-Günther, der Kampf ist vorbei. -Falsch. Er fängt gerade erst an.

Und du weißt doch,

dass man zwischen den Fronten am gefährlichsten lebt...

Willst du mir drohen?

Du bist einer von uns. Ob du das willst oder nicht.

Und wenn du das verleugnest,

dann bist du wie eine Schildkröte...

Aber ohne Panzer.

Ich bin keiner von euch.

Und falls ich mich überhaupt noch für was einsetze,

dann dafür, dass wir reinen Tisch machen,

zu dem stehen, was wir gemacht haben.

Unsere letzte Aufgabe ist es, die Akten zu öffnen.

(Frau) Drei, zwei, eins, und los!

(Menge akklamiert) Sascha! Sascha! Sascha!

(Lied: "1000 gute Gründe" von Die Toten Hosen)

(rasante Punkrockmusik)

Totale Pflichterfüllung

Ordnung und Sauberkeit

Alles läuft hier nach Fahrplan Der Zufall ist unser Feind

Weiter! Weiter! Weiter!

Wir lieben unser Land Unser Fernsehprogramm, unsere Autobahn

Wir lieben unser Land

Es gibt 1000 gute Gründe Auf dieses Land stolz zu sein

Warum fällt uns jetzt auf einmal Kein einziger mehr ein?

Unser Lieblingswort heißt Leistung...

...und auch schon vorher, das hat man ja gewusst,

diese DDR nicht mehr existieren wird.

Sie wird sein eine Fußnote in der Weltgeschichte.

Das kommt daher,

dass die Leute, die die Chance gehabt haben, aus der DDR etwas zu machen,

alles, was sich falsch machen ließ, falsch gemacht haben...

(Telefon klingelt)

(unheilvolle Musik)

Wiese.

(flüsternd) Hier ist Lisa. Ist Papa da?

Ich höre dich nicht. Kannst du lauter sprechen?

Bitte. Ich muss Papa sprechen.

Warte mal einen Augenblick, ja?

Martin. Martin.

Lisa ist am Telefon. Aus Mailand. Die klingt irgendwie komisch.

Danke.

Lisa? Ist was passiert?

Papa, ich wollte dir nur sagen, dass es mir leidtut.

Ich hab... Ich hab Scheiße gebaut.

Es tut mir auch leid, Lisa.

-lch hab mich wie ein Idiot benommen. -Nein. Überhaupt nicht.

(Mann) Lisa, darling? What are you doing?

Come back to Daddy.

Just a second.

Lisa, alles in Ordnung?

-Wer war das? -Nur ein Freund.

(sie schnieft)

Geht‘s Anna gut?

Ja. Sicher.

Was ist los?

Ich hab Heimweh.

-Dann komm nach Hause. -Das möchte ich ja auch....

You can talk to your boyfriend later.

Let‘s go back, darling.

(düstere Klänge)

No Limits Media 2018 Untertitel: Anne Panier

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