All language subtitles for S02E02_-_Frieden aus Stein

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Original subtitles

Hinter Emil her! - Emil?

Lauf!

Der Emil ist tot.

Die vergraben Waffen im Wald. Männer von uns.

Wir vermuten Aktivitäten des Feindes

an der Staatsgrenze der DDR zu Bayern.

Haben wir einen Namen? Georg von Striesow.

Mein Name ist Rosemarie Czerni. Georg Striesow,

Wollen wir uns spalten lassen von den Imperialisten?

Oder versuchen, hier gemeinsam eine gerechte Gesellschaft aufzubauen?

Ihr habt uns unser Land geklaut und kaputtgewirtschaftet.

Sie haben meinen Enkel aufm Gewissen. Sie sind schuld an seinem Tod!

Hier muss mal frischer Wind rein in die verstaubte Bude.

Das hat mit dem, wofür wir kämpfen, nichts zu tun.

Was immer passiert, wir halten zusammen.

Friedrich!

Anna Erler Georg von Striesow

Hilde Vöckler.

In Ordnung.

Gut. - Sie können fahren.

Tag.

Weiterfahren.

Ich hab keine Ahnung. Guck doch mal da drüben.

Hallo, aufmachen!

Die Kindergärtnerinnen sind weg.

Getürmt? Ja.

Hab schon in der Schule angerufen. Die können nicht aushelfen.

Sollen Mama und Onkel Adolph dich mit ins Büro nehmen?

Mhm! - Ja? Na los!

Tut mir wirklich leid, Jürgen.

Ich brauch keine Leute oder 'nen Traktor,

sondern 'nen Mähdrescher, sonst verfault der Weizen.

Ich kriege nur Ersatzteile, die vorher produziert wurden.

Auf das Holz für die Scheune warte ich auch schon seit Wochen.

Die Lieferung ist gerade gekommen. Das wird schon, Jürgen.

Das war doch die Holzlieferung, oder?

Gerda, kannst du mal kurz auf Charlottchen...

Berlin hat uns gebeten, Lagerfläche zur Verfügung zu stellen.

Wofür genau?

Na ja.

Stacheldraht.

Die Grenze wird jetzt dichtgemacht.

Herr Pfarrer! Wir haben wieder Milch!

Was? - Es gibt wieder Milch!

Danke, Lisa!

Mama!

Servus, Cilly. - Hallo.

Wo bleibst du so lang? Kommt Mutter nicht?

Die ist schon wieder drüben. Am heiligen Sonntag.

Was wollen die drüben mit der Kirche?

Die Sozis sind zu blöd zum Scheißen.

Bauen einen Eisernen Vorhang und kaufen Draht beim Klassenfeind.

Jetzt geht's los, Franz.

Cilly! - Ich komme gleich!

Ist denn der Walter nicht da? Wir glauben, er hat ein Mädchen.

Ich hab gehofft, er hätt was von Christa gehört.

Die Christa betet und arbeitet.

Ich komme gleich.

Ich will, dass sie aus dieser Anstalt kommt!

Deine Tochter bleibt dort, solange ich das sage.

Recht so.

Ihr versündigt euch vor Gott.

Liebe Theresa, deine Tochter ist bei Gott.

Sie ist bei den barmherzigen Schwestern

und die sind vermählt mit Jesus, unserem Herrn. Aus, Äpfel, Amen.

Guten.

Irgendwann lassen sie dich nicht mehr zurück.

Wieso? Wenn denen alle weglaufen,

Sei vorsichtig. - Dank dir.

Servus! - Servus, Kathi.

Ausweis, bitte. - Moment.

Ist in Ordnung. Passt schon.

Grüß dich. - Grüß dich.

Kathi, das geht jetzt nicht mehr so einfach.

Und bald gar nicht mehr. Geh weiter, Hubertus.

Du machst das weder gratis noch umsonst.

Finger weg von der Schokolade! Bist eh schon zu dick.

So.

Möchtest du die Blumen hier hinlegen?

Grüß Gott, Frau Erler. Wie geht's Ihnen?

Danke. Wie's eben geht mit der LPG und dem Haushalt

und den Kindern ohne Betreuung. Hab's gehört.

Sie können Charlotte eine Weile hierher bringen. Tun einige Mütter.

Herr Pfarrer?

Ich würde meine beiden Töchter doch gerne taufen lassen.

Also doch?

Sagten Sie nicht... Mein Mann war dagegen.

Ich achte seine Meinung. Nicht, dass Sie denken...

Aber er war auch ein großherziger Mann. Und klug.

Es ist mein Herzenswunsch.

Das freut mich.

Unsere Firma expandiert, lieber Georg.

Und deine Frau hat großen Anteil an unserem wirtschaftlichen Erfolg.

Der wird immer mehr! Ist das nicht fabelhaft?

Rosemarie von Striesow wird zum zweiten Mal befördert.

Rosemarie Czerni wurde nicht mal eingestellt.

Die Verlagerung eurer Produktion in die Ostzone

ist meiner Ansicht nach...

die genau richtige Entscheidung.

Wir haben unsere Produktionskosten mehr als halbiert.

Ich möchte nicht, dass Rosemarie mit Kommunisten Geschäfte macht.

Wir streiten da oft drüber. Täglich.

Herr Graf? Es ist angerichtet.

Ja, dann.

Sieh's doch mal so, lieber Georg: Jeder bekommt das, was er verdient.

Die drüben wollen 'ne harte Mark und buckeln sich dafür krumm.

Wir verdienen gutes Geld und bekommen deutsche Wertarbeit zu Billigpreisen.

Meine Brüder und Schwestern im Osten sehen unsere Kataloge

und denken: Das will ich auch. - Und laufen in Scharen rüber,

damit sie das kaufen können, was sie selber produziert haben.

Ja. Ich gebe zu, ein charmanter Gedanke.

Also bist du einverstanden?

Dass meine Frau dein Ostgeschäft übernimmt?

Ist er, das kann ich sehen. Mit den Reisen in die Zone nicht.

Berlin. Wir sprechen von Berlin.

Sowjetzone bleibt Sowjetzone.

Rudolf wird mich vorm schrecklichen Iwan schützen.

Trinken wir auf die Wiedervereinigung des Landes in den Grenzen von '37.

Oh, danke, Georg. Aber ich versorge ja nur die Kinder.

Du hältst mir den Rücken frei, Traudl.

Entschuldigt mich bitte kurz.

Du solltest dich mit dem Alkohol etwas zurückhalten.

Das tut dir nicht gut.

Wir sollten unsere Gäste nicht so lange alleine lassen.

Ich komme gleich nach.

Rosemarie, Sie Glückliche. Georg ist ein so wunderbarer Mann.

Danke.

Sie sind wirklich zu beneiden.

Komm wieder zur Verbandssitzung.

Nicht solange Franz Schober euer Vorsitzender ist, Rudolf.

Eine Spende würde den Vertriebenen auch helfen.

Kommt gut nach Hause. Waldtraut. Georg.

In meiner Schule hat keiner 'ne Mutter, die arbeitet.

Aber die sind arm und können nicht anders.

Ich bin ja morgen wieder da. Bis morgen.

Na komm, Arthur.

Hast du den Honig gegessen, den ich für dich hatte?

War sehr gut.

Es geht mir schon besser.

Was hat der Betriebsarzt gesagt?

Die Bronchien. Morgen soll ich noch mal hin.

Ich komm mit dir mit.

Was ist passiert?

Gerd, guck dir das mal an.

Angermann, konzentrier dich auf deine Arbeit.

Und ihr glotzt nicht in der Gegend rum. Macht weiter!

Sabotage ist das.

Denkst du, wir werden sabotiert?

Wie Sie sehen: Alles erstklassige Qualität.

Unser Problem sind die permanenten Lieferschwierigkeiten.

Das Problem ist erkannt, wird abgestellt.

Und hier, Gräfin Striesow, sehen Sie unsere rote Produktlinie.

Wenn Sie die andere Seite betrachten, sehen Sie die blaue Produktlinie.

Bitte folgen, aber Vorsicht: Nicht so nah an die Maschinen.

Und zum Schluss unser Schmuckstück: Die neue Halle.

Alles moderne Maschinen. Und warum laufen sie nicht?

Das sind reguläre Wartungsarbeiten.

Sie hatten bei einer Stückzahl von 20.000 schon Verzögerungen.

Wie wollen Sie garantieren, dass Sie 50.000 pünktlich liefern?

Wir hatten einige Personalengpässe in den letzten Monaten.

Sagen Sie einfach, Sie garantieren die Fristen.

Wir sind ein Versandhaus. Wir versenden Waren an unsere Kunden.

Keine Entschuldigungen, wenn es länger dauert.

Vielleicht könnten wir das in Ruhe im Konferenzraum besprechen. Bitte.

Frau von Striesow?

Entschuldigen Sie bitte. Hilde Vöckler.

Sind Sie verheiratet mit Georg von Striesow?

Ja, warum? - Hilde, was ist los?

Schon gut. Entschuldigen Sie die Störung.

Wie geht es Georg? Wie geht es Anna?

Ist sie noch immer glücklich mit Friedrich?

Friedrich ist tot.

Tot?

Zurück an die Arbeit und zwar sofort! Was ist denn das für ein Ton?

Wie behandeln Sie Ihre Genossin? Schon gut. Sie können gehen.

Sie kommen aus Tannbach.

Ich suche meinen Sohn Horst. Horst Vöckler.

Ihr Mann war mit ihm in Kriegsgefangenschaft.

Ja. Ihr Mann ist der Einzige, der wissen könnte, wo er ist.

Bitte. Ich bin krank. Ich möchte ihn gerne noch mal sehen.

Rosemarie. Ich weiß nicht...

Rosemarie, jetzt... 'tschuldigung. Komm bitte.

Ich wohne Bersarinstraße 14.

Hilde? Zum Verhör.

Jetzt ist die Vöckler dran!

Ihre Kollegin Angerbauer, Sophia... Angermann.

Sie arbeitet links neben mir.

Frau Angermann hat ausgesagt,

dass Sie in der fraglichen Zeit Ihren Platz verlassen haben.

Das ist richtig. Mir war nicht gut.

Und?

Ich hab die Waschräume aufgesucht,

hab Wasser getrunken, hab mich abgekühlt.

Dann bin ich wieder zurück.

Waren Sie dort alleine?

Ja.

Leonhardt. Robert Leonhardt.

Passiert es öfter, dass Ihnen während der Arbeitszeit nicht gut ist?

Nein. Warum?

Ihr Sohn Horst Vöckler, der Vater Ihres Sohnes, Franz Schober,

beide bekannte Nazis.

Auf welcher Seite stehen Sie?

Ich habe mit keinem von beiden mehr Kontakt.

Das dürften Sie dann ja auch wissen.

Und ich mach auch keine Maschinen kaputt. Wem soll das nützen?

Sie wissen auch nicht, wer ein Interesse

an einem solchen Sabotageakt haben könnte?

Von uns Frauen? Niemand.

Wir schaden uns selbst, wenn wir die Arbeit verlieren.

Sie können gehen.

Wenn Sie nicht nach Frankfurt kommen...

Steigen Sie ein.

Sie haben meine Frau vor der Heirat durchleuchtet und nichts gefunden.

Warum jetzt? Security reasons.

Einer konnte entkommen.

Wir wissen dadurch, dass die drüben unsere Codes geknackt haben.

Sie ist aus dem Osten. Ihre ganze Familie.

Meine Tochter lebt auch im Osten.

Getrennte Familien sind doch heute fast normal.

Was wissen Sie über Rosemaries Bruder?

Was soll das? Na ja, hat sie ihn erwähnt?

Natürlich.

Hat sie auch gesagt, dass er zur NVA gegangen ist?

Sie hat von Jugendsünden gesprochen.

Und dass sein bester Freund erschossen wurde.

Er wurde beim Fluchtversuch erschossen.

Der Bruder, Kurt, wurde verhaftet wegen versuchter Desertation.

Das ist keine Jugendsünde.

Dafür gibt es schwere Haftstrafen.

Kurz darauf kommt seine Schwester nach Tannbach. Warum?

Meinetwegen natürlich.

Na ja, Sie sind reich, Sie sind Graf, aber.

Sie sind auch Geheimnisträger.

Edwards, ich bin abgeschaltet. Altes Eisen.

Ihre Kommunistenparanoia ist ja noch schlimmer als meine.

We're on the brink of fucking World War three.

Was ist, wenn wir Sie wieder brauchen?

Sie haben einen erfahrenen Kämpfer. Setzen Sie Horst Vöckler ein.

Ich bin zu alt.

Colonel.

Keine Schrauben, keine Ersatzteile, kaputte Landmaschinen.

Wir schuften uns hier krumm und haben trotzdem nichts.

Aber die Bonzen in Berlin leben in Saus und Braus.

Wie der feine Herr Pfarrer. Dort geht's zu wie im KaDeWe.

Der bestellt alles, was gut und teuer ist, bei der Kirche im Westen.

Dann wisst ihr ja auch, warum seine Kirche so voll ist, oder?

Ist doch 'n guter Grund. Nicht jeder hängt sich ein Kreuz um.

Und nicht jeder hat einen Grafen zum Vater.

Was ist eigentlich dein Problem?

Hab ich dir irgendwas getan? Gerda, hast du das Paket aufgemacht?

Schon okay. Kann ja jeder wissen, was mein Vater mir schickt.

Könnt auch auch gerne was nehmen.

Hier, Kaffee. Danke.

So.

Ist wieder Bescherung?

Kaffee.

Wie das riecht! - Für dich.

Schokolade. Machst du die Tür zu?

Oh Gott!

Sagenhaft!

Jetzt könnt ihr vergolden.

Das zahlt alles der Franz.

Das ist ein Ablass für seine ganzen Sünden.

Ich zahle nicht schon wieder.

Du musst mitkommen. Genosse Hermann will dich sprechen.

Wieso? Will der auch geschmiert werden?

Du musst mitkommen! Fass mich nicht an, Hubertus!

Komm, steig ein.

Sag mal!

Ist mir egal, ob sie über 65 ist. Kann drüben bleiben.

Ich hab gesagt, dass ich sie weder im Pfarrhaus noch woanders haben will.

Warum reden Sie eigentlich, als wäre ich gar nicht da?

Sie ist nicht über meine Grenze gekommen.

Wieso hab ich das Gefühl, dass du da drinsteckst?

Sie haben das Recht zu verschwinden und sich nie mehr blicken zu lassen!

Das Recht haben Sie! Und jetzt raus!

Du auch, Prantl!

Und ich hab gedacht, dass die Menschen im Sozialismus

freundlicher und menschlicher sind als auf der anderen Seite.

Jaja. - Wiederschauen!

Tür zu!

Vielen Dank. Wiedersehen.

Hallo, Rosemarie! Schau mal, was ich gefangen habe.

Was denn? - Einen Frosch!

Einen Frosch? Er hat ein richtig schönes Muster!

Guck mal! - Oh, ist der schön.

Guck ihn dir mal von der anderen Seite an.

Hat er schon einen Namen? Nein.

Der darf nicht raushüpfen.

Hallo, Georg! Schön, wieder zu Hause zu sein.

Ich hab in Berlin eine Frau kennengelernt.

Und? Ihr Name ist Hilde Vöckler.

Wo hast du sie kennengelernt?

Sie arbeitet dort in einer Textilfabrik.

Und? Weiter?

Sie ist krank. Ich hab ihr Hilfe versprochen.

Sie möchte ihren Sohn wiedersehen.

Das ist die Mutter dieses Schober-Bastards,

des Mörders meiner Frau.

Bist du von Sinnen, mich so was zu fragen?

Das... Ja, es war dir nicht klar, ich weiß.

Herrgott noch mal! Gibt es irgendjemand in diesem Land,

der keinen Grund hätte, verzweifelt zu sein?

Wie naiv bist du eigentlich?

Das weiß ich nicht. Sehr krank, glaube ich.

Georg, weißt du was über ihren Sohn? Ob er überhaupt noch lebt?

Nein, das weiß ich nicht.

Ja?

Vöckler ist im Westsektor gewesen. Bleiben Sie dran.

Befehl vom Genossen Oberst. Ja, legen Sie's hin.

Das Radio hab ich dir aus Berlin mitgebracht.

Es tut mir leid.

Ich habe Hilde Vöckler mit ihrem Sohn gleichgesetzt.

Das war ungerecht.

Ich versteh, dass du ihren Sohn ablehnst, aber...

Ich hab ein paar Anrufe gemacht. Horst lebt, das kannst du ihr sagen.

Wenn er sie finden will, wird er sie finden.

Danke.

'n Abend.

'n Abend, Herr Fiedler. Einmal die Nummer sieben.

Und das hier wurde vorhin für Sie abgegeben.

Danke.

Ja, bitte?

Ich wollte fragen, wie es Ihnen geht. Gut.

Ich...

Ich habe Ihnen was mitgebracht.

Ihre Kollegin Rita Freese sagte, Sie mögen das.

Ist ein echter, kein Kunsthonig.

Danke, aber ich möchte das nicht.

Ich möchte auch nicht über meine Kolleginnen sprechen,

Ich spioniere nicht, egal wie viel Honig Sie mir bringen.

Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte. Ich hab etwas auf dem Herd.

Ich bin glücklich mit dir.

Und trotzdem wäre ich gerne anders.

Du nicht?

Nein.

Es gibt einiges, was ich gern ändern würde an mir.

Aber dass ich dich liebe,

das nicht.

Herr Schober?

Ohne Milch. Nur Zitrone.

Nein, das muss ein Irrtum sein.

Nee? Na dann.

Schönen Tag noch.

Schober? Ist dir nichts Besseres eingefallen?

Lass uns endlich in den Osten gehen. Da ist nicht verboten, was wir tun.

Ich setz da keinen Fuß rüber.

Passt wie angegossen. Ja, steht dir gut.

Runder Hals ist auch nicht schlecht bei dir, wirklich.

Ich möchte mal so 'ne Haarfarbe. Rostrot würde dir auch gut stehen.

Warum kommst du denn gar nicht mehr heim, Gustl?

Du fehlst dem Papa fei schon. Der Papa, der Papa.

Ich werde im Leben kein Bauer mehr.

Ich verkaufe auch keinen Stacheldraht für ihn.

Aber das mit deiner Schreiberei

ist doch auf Dauer auch nicht das Wahre, oder?

Mei, Mama. Was ist schon wahr, hm?

Kathi! Guck mal, was mir Rosemarie geschenkt hat.

Fesch bist, Cilly! Super!

Das hat sie auch noch mitgebracht, schau.

Ich lasse euch die Muster da.

Das ist mein Sohn, der Gustl.

Die Gräfin von Striesow. Ich hab viel von Ihnen gehört.

Sicher nichts Gutes. Wenn's von Ihrem Mann kam.

Dass Sie eine spitze Zunge haben, das habe ich gehört.

Und dass der Graf unverschämtes Glück mit seiner dritten Frau hat,

hab ich auch irgendwo gehört.

Darf ich fragen, wie er Sie überzeugt hat?

Mit seinem Geld natürlich, was denken Sie?

Ich nehme einen Wein.

Rot. - Gerne.

Genosse Hermann. Hat jemand behauptet,

im Osten gibt's kein frisches Obst?

Du magst doch Himbeeren, oder? Ja, doch.

Danke schön. Und?

Wie geht's der kleinen Charlotte? Gut.

Besser. Schön.

Das ist ja 'ne Überraschung. Haben Sie sich in der Tür geirrt?

Guten Tag, Herr Pfarrer.

Danke für die Himbeeren. Wir sehen uns morgen, ja?

Bis morgen.

Genosse Hermann. - Wiedersehen.

Aus Mutters Garten. Danke schön.

Wegen des Artikels über die Geheimarmee glauben Sie,

dass man Sie umbringen wollte? Nein, ich weiß das.

Die haben die Bremsen manipuliert.

Hier überall in den Wäldern verbuddeln CIA und BND Waffen.

Darüber zu schreiben ist Landesverrat.

Fragen Sie Ihren Mann.

Was hat mein Mann damit zu tun?

Warum erzählen Sie mir das überhaupt?

Sie wirken vertrauenswürdig.

So? Tue ich das?

Ja. - Stasi, BND, CIA.

Klingt ja wirklich spannend.

Hallo, Liebling.

Na, wie haben Cilly deine Schürzen gefallen?

Ich hab Gustav Schober kennengelernt.

Georg, was ist dran an den Gerüchten über dich?

Wovon redest du? Das weißt du ganz genau.

Dass du mit den Waffendepots zu tun hast und mit der Granate,

Hat dir das dieser Lügner von Schober erzählt?

Er ist nicht der Einzige, der darüber spricht.

Ich hätte auch ein paar Fragen.

Was weißt du über meinen Bruder? Und vor allem: Woher weißt du's?

Ich frage doch nicht, weil ich dir misstraue.

Er sitzt im Gefängnis und du gehst mit mir um, als sei ich schuldig.

Als dein Mann sollte ich von ihm wissen.

Denen du geholfen hast, Waffen zu vergraben?

Diese Explosionen im Wald waren alte Wehrmachtsgranaten.

Lüg mich nicht an, Georg! Bitte!

Du glaubst deinem Mann weniger als dem Schmierfinken von Schober?

Was hat's mit seinem Unfall auf sich?

Wer hat seine Bremsleitung angesägt? Wir sind im Krieg!

Hier direkt hinter der Grenze wird aufgerüstet.

Ohne die Amerikaner wären die Sowjets und ihre Knechte längst da.

Warum hast du mir das mit deinem Bruder verschwiegen?

Ist es wahr, dass er desertiert ist?

Es-Dur, Herr Pfarrer? C-Moll.

Das sind die Bonner Ultras am Stammtisch:

"Vorsicht, Kameraden. Die Russen kommen."

Und das unsere kleine Republik aufm Weg zum Weltfrieden:

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."

Sie hätten Musiker werden sollen, Herr Pfarrer.

Wollte ich auch. Warum haben Sie das nicht gemacht?

Der Krieg.

Er hat uns alle verändert, Frau Erler.

Anna. Bitte einfach nur Anna.

Wolfgang.

Wir sind wieder da. - Hallo.

Hallo, Felix, hallo, Kathrin. Hallo.

Hallo. - Ich habe Hunger.

Ich auch. Da sind Himbeeren aufm Tisch.

Und Kuchen. Ich bring dich noch raus.

Auf Wiedersehen. - Wiedersehen.

Es war sehr schön. Vielen Dank. Ich hab zu danken.

Wolltet ihr nicht Taufsprüche aussuchen?

Haben wir auch. Papa wollte das aber nie.

Was passiert bei einer Taufe?

Der Pfarrer redet was aus der Bibel und man kriegt Wasser auf den Kopf.

Frau Vöckler?

Von wem? Weiß nicht.

Mein Mann war zu Hause. Danke.

Guten Abend.

Ich hab keine Angst.

Was wollen Sie von mir? Nur mit Ihnen reden.

Bitte.

Schön haben Sie's hier.

Nach den Gemeinschaftsunterkünften jahrelang.

Und Ihre Arbeit gefällt Ihnen?

Besser als die Chemiegiftküche, in der ich war.

Und Sie?

Mögen Sie das, was Sie tun?

Ich bin überzeugt, dass ich im besseren Deutschland lebe, ja.

Ich glaube nicht, dass Sie mir Honig bringen wollten.

Eigentlich darf ich nicht hier sein,

aber das wird unser Staat aushalten müssen.

Mich hat dieser Staat noch nie gut behandelt.

Aber ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben.

Vielleicht setzt er irgendwann um, worauf alle warten.

Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Ach.

Deswegen arbeiten die Leute so langsam in den LPGs

und wir haben weder Obst noch Gemüse.

Unsere wirtschaftlichen Schwierigkeiten

haben mit der nach Westen offenen Grenze zu tun.

Aber Sie haben doch die Wahl?

Meinen Sie das jetzt so, wie Sie's sagen?

Der Bonzenstaat da drüben mit seinen Ex-Nazis und Kriegstreibern?

Für mich ist das keine Alternative.

Das wäre auch zu einfach.

Die bequemste Methode, wenn alle Unzufriedenen einfach rübergehen.

Machen Sie mir 'nen Kaffee?

Ich würde gerne noch etwas bleiben, wenn Sie einverstanden sind.

Bohnen müssten Sie nächstes Mal mitbringen.

Mona oder Rondo?

Schauen Sie in meiner Akte nach. Da steht sicher drin, was ich mag.

Hallo, Mutter.

Ich freue mich so, dich zu sehen.

Ich hab nicht viel Zeit.

Wo lebst du?

Was arbeitest du?

Hast du Telefon?

Kann ich dich anrufen?

Nein.

Du kannst mir nicht vertrauen, ich verstehe.

Ich wollte dich um etwas bitten. Ich...

Ich brauche Tabletten.

Deshalb wolltest du mich sehen, ja?

Nein, ich wollte dich immer sehen. Das hab ich gehofft seit damals.

Und jetzt bin ich glücklich, dass du gekommen bist.

Das müsstest du noch kontieren. Mhm.

Was ist denn das?

Das sind Taufsprüche. Für meine Kinder.

Taufsprüche?

"Das Schönste hier auf Erden, ist lieben und geliebt zu werden."

Ist das aus der Bibel? Das ist Wilhelm Busch.

Klingt etwas wie Goethe. Aber der könnte aus der Bibel sein:

"Das ist's aber, was ihr tun sollt:."

Rede einer mit dem anderen Wahrheit und richtet recht.

Na ja, wenn Gott so spricht,

hält sich hoffentlich auch der Klassenfeind daran.

Danke schön. Gib das wieder her.

Der Schoß der Kirche ist schon was Wunderbares.

Oder ist es doch der Schoß von Pfarrer Herder?

Er gibt den Menschen Hoffnung, mehr als wir.

Der Sozialismus gibt ihnen Hoffnung. Nicht dein Pfarrer oder die Kirche.

Oder willst du sagen, wir hätten versagt?

Nein. Aber wir haben Fehler gemacht, das sage ich.

Ich werde wieder in die Kirche gehen.

Anna, du bist nicht irgendwer! Du leitest mit mir diese LPG!

Du hast Vorbildfunktion und du hast Verantwortung über viele Familien!

Ich werde nicht zulassen, dass du tagsüber einen Plan erfüllen willst.

Und, Kathi? Wie wär's? Heute lassen wir mal die Männer kochen.

Um Gottes willen! Das möchtest du nicht essen, was die zusammen kochen.

Hast du's gehört? Die Cilly will jetzt Tanzkurse anbieten.

Ehrlich? Na, da werden wir unsere Männer nicht hinkriegen.

"Die anhaltende Krise um Berlin gab dem Besuch des Bundeskanzlers"

in der deutschen Hauptstadt einen besonderen Akzent.

Die Drohungen gegen Berlin

haben die Zahl der Flüchtlinge aus der sowjetrussischen Besatzungszone

erneut ansteigen lassen.

"An diesem Wochenende flohen nahezu 4000 in den Westteil der Stadt."

"Sie fürchten, auch der letzte Fluchtweg könne abgeschnitten werden.

So ließen sie alles, was sie besaßen, zurück."

Christa!

Wo kommst du her? Ich bin abgehauen.

Bitte, Mutter, hilf mir! Schick mich nicht zurück!

Sie schlagen uns. Sie schicken uns den Rohrstock holen und schlagen uns.

Lüg nicht! Das sind alles gottesfürchtige Frauen da im Heim.

Wir dürfen nicht sprechen, nicht singen.

Ich wurde eine Woche ins Turnzimmer gesperrt!

Mit nur einem Nachttopf. Niemanden zum Reden!

Bitte nicht! Bitte geh nicht ran! Sie suchen mich.

Bitte.

Heinrich!

Sie ist auch dein Kind, Heinrich.

Frau Schober? - Das bin ich.

Uns ist ein vermisster Heimzögling gemeldet worden. 16 Jahre, weiblich.

Sie soll sich bei Ihnen aufhalten.

Meine Tochter ist daheim, wo sie hingehört! Da bleibt sie auch!

Gute Frau, wir sind nicht zum Spaß hier. Man hat uns gerufen.

Wo willst du denn hin?

Christa! In aller Herrgottsfrühe?

Franz, lass das Kind los! So, da haben Sie's!

Du warst das!

Der Teufel soll dich holen!

Die Nonnen werden ihr die Flausen austreiben.

Ich bin auch katholisch aufgewachsen. Hat's mir vielleicht geschadet?

Eines Tages, Franz, da wirst du dafür büßen!

Das du anderen eingeschenkt hast!

Das schwöre ich bei allem, was heilig ist.

Wenn's dir besser geht.

Aha! Abfahrt!

Heinrich, das kannst du nicht zulassen!

Sie darf heim, wenn sie sich benehmen kann.

Christa!

Bitte, nein!

Charlotte Felizitas Erler, ich taufe dich im Namen des Vaters,

des Sohnes

und des Heiligen Geistes. Amen.

Dein Taufspruch lautet:

"Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen."

Geh, Felix! So schlimm war's jetzt auch nicht.

Zwei Stunden und drei Minuten.

Zwei Stunden und drei Minuten zu lang und so langweilig.

Tag allerseits. - Grüß Gott.

Wie sagt man?

Herzlichen Glückwunsch zur Taufe. Was willst du?

Kannst du die Kleine kurz nehmen?

Logisch. Wir gehen schon mal vor, hm?

Weil es wichtig ist, dass du weißt, wer deine Kinder getauft hat.

Hier, eine Abschrift der Akte Herder. Ich werde die nicht lesen.

Lies es! Ich will's nicht wissen.

Anna, das ist wichtig. Wenn wir alle verurteilen,

die damals dabei waren, steht ein Volk vor Gericht.

Ich hab zumindest keinen Menschen aufm Gewissen.

Schau dir in Ruhe an, was er getan hat, dein Heiliger.

Frag ihn.

Anna.

Ich hab's gelesen.

Über David Brunner und seinen guten Freund, den Musikstudenten Herder.

Der das Versteck der Brunners an die Gestapo verraten hat.

Sagen will, dass er erst 19 war, er selber Angst hatte,

nicht wusste, was mit den Juden passiert.

Nein, das werde ich nicht.

Also ist es wahr?

Ja.

Sie kamen um 6 Uhr in der Früh.

Vier Mann in unserer Wohnung.

Sie drohten, meinen Vater zu erschießen,

wenn wir ihnen nicht sofort das Versteck sagten.

Ja, da hab ich sie verraten.

Meinen Vater haben sie trotzdem erschossen.

Es vergeht kein Tag, ohne dass ich diese Schuld fühle.

Ich weiß, mir kann niemand vergeben. Am wenigsten ich selbst.

Gott vielleicht.

Vielleicht auch nicht.

Wo warst du?

Noch mal in der Kirche.

Papa hat gesagt, die Kirche ist wie die Kneipe.

Man betäubt sich da nur. Du hast Papa gar nicht mehr lieb.

Immer wenn du zum Pfarrer gehst, bist du nicht mehr traurig über Papas Tod.

Haben Sie etwa auf dem Kurfürstendamm eingekauft?

Verträgt sich das mit Ihrem Klassenstandpunkt?

Doch, im KaDeWe. Oh!

Kann ich Sie auch mal um was bitten? Ja, bevor Sie andere Leute fragen.

Welche anderen Leute?

Delegationen aus dem Westen. Zum Beispiel.

Die frag ich nicht. Da werde ich gleich wieder verhört.

Rindfleisch mit fränkisch Kren.

Das hab ich immer gekocht, als ich die Pension noch hatte.

Essen Sie was mit?

Sehr gerne.

Bitte.

Unsere Dienste gehen davon aus,

dass dieser Sabotageakt erst der Anfang war. Da kommt noch mehr.

Habt ihr einen Verdacht?

Jemand aus der Belegschaft?

Nicht alle in unserer Behörde glauben an die Unschuld einiger Mitarbeiter.

Vielleicht.

Das ist doch Wahnsinn, Robert. Keiner vertraut keinem.

Jeder ist ein verkappter Sozi oder Nazi oder Kommunist.

So kann man doch nicht leben.

Ja. So kann man nicht leben.

Ich frage mich in letzter Zeit immer öfter bei allem, was ich tue,

ob das noch übereinstimmt mit dem,

was ich denke.

Alle sehnen sich nach Freiheit. Die da drüben bestimmt auch.

Ist das wirklich alles, was wir können?

Gute Arbeit. Antisowjetische Propaganda,

Kriegstreiberei, Gruppenbildung -

das reicht, um ihn für Jahre einzusperren.

Holt ihn euch. Über die Mutter. Ihr habt freie Hand.

Wir können mittlerweile große Teile des Funkverkehrs dechiffrieren.

Er kann uns noch Informationen liefern:

Schleuserquellen, Waffendepots. Dafür gibt's andere.

Wir zeigen ihm jetzt mal, wie weit die Macht der Arbeiterklasse reicht.

Die Verbindung ist noch nicht so stabil,

dass wir sie als Lockvogel nutzen können.

Ich will den haben. Punkt.

Damit wären fünf Jahre unserer Arbeit zerstört.

Das ist ein Befehl, Genosse.

Du nähst also 200 Knopflöcher am Tag?

Erfüllt das deren Plan oder deinen?

Es geht mir gut. Es ist ein Auskommen, mehr brauch ich nicht.

Aber lass uns nicht über mich sprechen. Erzähl mir von dir.

Nein.

Du möchtest mir nicht sagen, was du tust.

Nein.

Du hast eine Lungenentzündung.

Wenn die Antibiotika nicht helfen, stirbst du.

Aber sie werden helfen.

Zugriff.

Nein.

Ich weiß, ich bin keine gute Mutter gewesen.

Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen.

Und meine Fehler gutmachen.

Ich bin glücklich, dass ich dir das jetzt sagen kann.

Ich bin hier, weil ich jemanden kennengelernt habe.

Wie schön.

Wir treffen uns einmal im Monat hier.

Wie lange kennst du sie?

Bisschen mehr als 'n halbes Jahr. Und ist es was Ernstes?

Er ist meine große Liebe.

Er?

Ja.

Du liebst einen Mann?

Oh, mein Junge.

- Bis morgen dann. - Pfiat di.

Herr Pfarrer! Kommen Sie, trinken Sie einen mit mir.

Lisa? Bringst du noch mal zwei auf meinen Zettel?

Setzen Sie sich.

Trinken wir auf unseren Sieg über den Kapitalismus. Prost.

Wissen Sie, was Ihre Kirche nicht begreift?

Den Himmel auf Erden?

Dann können Sie mir auch sicher erklären,

warum die Leute massenhaft davonlaufen?

Ehrlich gesagt kann ich das nicht.

Ich versteh's auch nicht.

Aber Sie.

Sagt jedenfalls meine hochgeschätzte Kollegin.

Pfarrer Herder, sagt sie,

Er kann den Menschen Hoffnung geben, dass es wieder aufwärts geht.

Das hat sie gesagt?

Für Anna sind Sie größer als Marx.

Sie Messias der Arbeiterklasse.

Bevor Sie ihr meine Akte gegeben haben.

Kommen Sie.

Sie als wahrer Christ haben doch kein Problem mit Schuld.

Gott im Himmel vergibt alles.

Aber es stimmt schon.

Frauen... Frauen vergeben leider nie.

Ich bin froh, dass Anna die Wahrheit kennt, Genosse Hermann.

Im Grunde bin ich Ihnen sogar dankbar.

Ich wünsche noch 'nen schönen Tag.

Ich fahr nach Berlin.

Colonel Edwards, meine Frau.

Pleased to meet you, Countess. Wir sprachen über Berlin.

Sagen Sie ihr bitte, wie gefährlich der Ostsektor mittlerweile ist.

Über Berlin machen zu viele rüber. Das Loch wird bald dicht gemacht.

Die USA haben Berlin doch immer verteidigt.

Es ist die freie Welt.

Ich bin in zwei Tagen zurück. Wiedersehen.

Und sie sind stolz darauf.

Theoretisch ja. Praktisch liegt bei uns Ware

mit dem Etikett "Volkseigener Betrieb" wie Blei im Regal.

Jetzt übertreiben Sie nicht gleich so, mein Bester.

Wir produzieren Wertarbeit. Und die Welt darf das ruhig wissen.

Unsere Kunden wollen aber keinen Klassenkampf auf dem Leib tragen.

Das würde uns sehr entgegenkommen. Made in Germany.

Entschuldigen Sie mich einen Moment.

Frau Vöckler?

Haben Sie Ihren Sohn sehen können?

Ja.

Danke.

Danke.

Rita!

Das ist doch Wahnsinn!

Warum tust du das? Lass mich in Ruhe!

Auf Sabotage steht die Todesstrafe! Mir scheißegal!

Was ist los? Nicht schon wieder.

Komm. Komm!

Da raus!

Verschwinde nach drüben.

Du bist zu jung zum Sterben. Was ist mit dir?

Jetzt hau endlich ab!

Alle Arbeiter in die Kantine! Niemand verlässt das Fabrikgelände.

Festnehmen!

Ab!

Das ist doch lächerlich. Wie lange wollen Sie uns noch festhalten?

Das wird Konsequenzen haben, Herr Hofmeister!

Ich bestehe darauf, das Gebäude zu verlassen!

Der Stromausfall gehört doch zur Planwirtschaft

wie der Spitzbart zu Ulbricht.

Wir sind Bürger der Bundesrepublik Deutschland und...

Das interessiert mich nicht.

Frau von Striesow, Sie sind dabei beobachtet worden,

wie Sie mit einer Arbeiterin geredet haben.

Das wird wohl im real existierenden Sozialismus noch erlaubt sein.

Nun, wenn diese Privatangelegenheit dazu dient,

volkseigenen Besitz im Wert von Millionen zu zerstören

und schlagartig hunderte Menschen arbeitslos zu machen,

dann geht uns das sehr wohl etwas an, Gräfin.

Warten!

Gesicht zur Wand!

Stehenbleiben! Sie können hier nicht durch! Gehen Sie zurück!

Darf der rüber? Ja, schick ihn weiter.

Ihre Papiere, bitte!

In Ordnung. Lass ihn durch.

Sabotage? Meine Frau?

Es muss ein Missverständnis sein.

Dann bemühe deine Bonner Freunde!

Ja, ist gut.

Mitkommen!

Sie können gehen.

Was für eine Farce ist das?

Herr Major. Hilde Vöckler ist unschuldig und krank.

Ich weiß.

Du wirst in den nächsten 24 Stunden entlassen. So oder so.

Egal, was der Herr Gemahl ausrichtet.

Wann wird mein Bruder freigelassen?

Wenn man ihn freikauft?

Die Macht des Geldes sprengt alle Gesetze, glaubst du das nun auch?

Geld ist das Gesetz. Nichts anderes.

Wenn ihr die Grenzen schließt, werdet ihr Westgeld brauchen.

Mehr denn je.

Dann werdet ihr darüber nachdenken.

Hat der Graf dich tatsächlich umgedreht.

Du kennst meine Haltung, Genosse Major.

Die Mittel sind überall gleich dreckig, ja.

Du hast es weit gebracht, Genossin Czerni. 'Tschuldigung.

Gräfin von Striesow.

Pass auf, was du sagst. Der Krieg ist lange nicht vorbei.

Auf Aufforderung der Warschauer-Pakt- Staaten eingeleiteten Maßnahmen

zur Abriegelung der Sowjetzone von Westberlin

"sind ein empörendes Unrecht."

Nun, schau dir das an. Diese roten Affen.

"das Ulbricht-Regime die Lage um Berlin grundsätzlich ..."

Da fällt es doch himmelweit!

"rechtliche Bindungen und Gebote der Mensch..."

Da kannst auch bloß mit dem Kopf schütteln, oder?

"Der Senat ..." - Prost!

Die Hände!

Warst du Komplizin?

Hilde, das sind Kriminelle,

die unsere sozialistische Wirtschaft zerstören wollen, das weißt du genau.

Wundert es euch wirklich,

dass so viele sich um die Zukunft betrogen fühlen?

Für wen arbeiten wir denn? Für den Klassenfeind! Für die Profitgeier!

Haben wir die Probleme überwunden... Wie lange denn noch?

Ihr verheizt alle, die an euch glauben.

Wir haben Rita Freese und Karl Rohwedder verhaftet.

Beide schweigen. Warst du die dritte?

Du solltest mit mir reden.

Ihr baut eine Mauer.

Ihr glaubt, wenn ihr uns einsperrt, wird es besser.

Du hast gesagt, wenn ich etwas brauche, soll ich dich fragen.

Jetzt bitte ich dich wirklich um Hilfe.

Lass mich frei. Nur diesen einen Tag.

Warum?

Wenn ich dir helfen soll, dann musst du mir die Wahrheit sagen.

Ich möchte meinen Sohn noch mal sehen.

Ich weiß, dass ihr ihn sucht. Ich mache vielleicht einen Fehler.

Es ist vielleicht unser letztes Treffen.

Wo wollt ihr euch treffen?

Ich hab meinen Sohn schon einmal verraten.

Noch einmal überlebe ich das nicht.

Ausweis, bitte!

Vöckler, Hilde.

Mach auf.

Alles ist abgeriegelt. Wie bist du durchgekommen?

Ein Bekannter hat mir geholfen. Wer?

Mutter, ich muss das wissen! Wer?

Robert Leonhardt.

Robert Leonhardt? Der ist bei der Staatssicherheit.

Er hat versprochen... Die haben dich als Lockvogel benutzt.

Nein, ich bin alleine hier.

Du hast mich wieder verraten.

Horst Vöckler.

Hau ab!

Wir müssen hier weg! Schnell!

Ich geh nicht mehr zurück.

Bleib mit mir hier.

Bitte..?

Vöckler hat ihn erschossen.

Vergesst den Ausweis nicht!

Sittenpolizei. Sie sind verhaftet wegen Verstoß gegen Paragraf 145.

Sie sind angezeigt worden. Widernatürliche Unzucht.

Die unmittelbare Bedrohung der Freiheit der Menschen

liegt in Westberlin.

Aber dieser isolierte Außenstützpunkt ist kein isoliertes Problem.

Die Bedrohung existiert weltweit.

"Unsere Bemühungen müssen ebenso weitgefächert und wirksam sein ..."

Kennedy zieht das jetzt tatsächlich durch.

Besser eine Mauer als einen Krieg.

Hat er nicht recht damit?

Ich jedenfalls werde Berlin nicht mehr betreten. Und du auch nicht.

Wie bitte?

Diesmal konnte ich dir noch helfen mit Glück und meinen Beziehungen.

Deshalb wird es kein nächstes Mal mehr geben.

Ich werde meinen Beruf nicht aufgeben, falls du das meinst.

Deine Reisen in die Zone schon.

Die Beziehungen werden sowieso erst mal eingefroren.

Meine Frau macht keine Geschäfte mit Kommunisten oder Bastarden.

Was hast du vor? Meinen Vertrag kündigen?

Georg.

Ich brauche meine Ehefrau jetzt hier, bei mir, bei meinem Kind.

Du hast nicht das Recht, über mich zu bestimmen.

Wir sind verheiratet. Natürlich hab ich das.

So, ich muss noch mal in die Firma.

Tag.

Höchste Zeit, dass wir Stellung beziehen.

Es muss Schluss sein mit diesem Rein und Raus.

Wer jetzt nicht mit uns ist, ist gegen uns.

So, jetzt.

Was ist? Holt mal das von der Straße weg.

Anna!

Warum antwortest du ihm nicht? Hast du ihm immer noch nicht vergeben?

Vor Leuten wie ihm müssen wir uns schützen.

Und Kapitalist wie viele andere da drüben.

Uns bleibt keine Wahl, als sie uns vom Leib zu halten.

Dabei einen Krieg riskieren? Familien zu zerstören?

Ein ganze Bevölkerung einzusperren? Was redest du da, Anna?

Ist das der bessere Mensch, der du sein wolltest?

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