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Herr Lehmann! Zwei Bier!
Wem gehört der Hund?
Wem gehört der verdammte Scheißhund?
Hör mal.
Ich bin müde.
Hab die ganze Nacht gearbeitet. Ich will nach Hause.
Ich hab keine Zeit jetzt für so 'n Scheiß. Du!
So ist gut. Leg dich erst mal hin.
Schlaf ruhig!
Schlaf ruhig, wenn dir danach ist.
Schlaf so.
Und so.
Träumst was Schönes.
Schläfst schön.
Scheiße! Nimm mal einer den Scheißhund hier weg! Himmel, Arsch und Zwirn!
Halt's Maul!
Da wird man ja aggressiv.
Na ja, jetzt auch egal, verdammte Scheiße.
Das ist Whiskey.
Sollte eigentlich für Karl sein. Ich trink so was ja nicht.
Ist jetzt auch egal.
Scheiß der Hund drauf.
Vielleicht sollten wir mal herausfinden, wie du eigentlich heißt.
Bello? Hasso?
Hasso Bello.
Wie gehen jetzt noch mal diese Scheißhundenamen?
Wastl! Wassi! Boxi-Bootsmann! Boskop!
Ah, Scheiße.
Soll ich dir einfach diese Pulle hier überziehen? Dann wär aber Trauer.
Ah, das interessiert dich, hä? Bist du so 'n Hund?
Dann pass mal auf.
Na, gar nicht mehr so einfach, hä?
Komm doch her, wenn du was willst.
Was machen Sie denn da?
Ich musste mir den Hund vom Leibe halten.
Sieht aber ganz anders aus.
Alles in Ordnung, Leute, ich hab das alles im Griff.
Der ist total besoffen.
- Stehen Sie mal auf. - Geht nicht. Sehen Sie doch.
- Scheißhund! - Ist das Ihr Hund?
Nein, das ist nicht mein Hund, verdammte Scheiße.
- Der ist total besoffen. - Na, das wissen wir ja nun.
Der Hund, meine ich. Der Hund ist total besoffen.
- Kommen Sie hoch! - Tierquälerei!
Sollten sich was schämen, so 'n armes Tier.
- Armes Tier! Das war Notwehr. - Na ja, Ihren Ausweis! Aber schnell!
- Herr Lehmann, ja? - Ja.
So, Sie hören von uns. Und jetzt hauen Sie ab, bevor ich mich vergesse!
Tierquälerei!
- Das war Notwehr. Der hat angefangen. - Hauen Sie ab.
Aber ganz schnell!
Tierquälerei ist so was. Gibt's doch nicht.
Wegsperren müsste man so was.
Halt doch mal fest, Mensch!
Scheißhund! Jetzt muss ich auch noch zum Arzt!
Ja?
- Frank, bis! du das? - Ja, Mama.
Ich wollte schon wieder auflegen, aber dann hab ich gedacht,
du musst ja nach zu Hause sein, du arbeitest doch immer so spät.
Genau, es ist höchstens zehn. - Schon Viertel nach zehn.
Wenn du doch weißt, dass ich nachts--
Da schläft man nicht mehr! Ich bin schon seit sieben auf den Beinen.
- Warum? - Das mach ich doch immer!
Ja, aber warum eben?
Was meinst du damit, warum?
Frank? Was ist denn da los?
Ich kann dich ganz schlecht verstehen. Hast du irgendwas im Mund?
Eine Zunge, Mutter! Ist es besser so?
Du brauchst nicht zu schreien. Ich bin nicht taub.
Warum bist du schon seit sieben Uhr wach und rufst mich um zehn Uhr an,
nur um mir zu sagen, dass du schon seit drei Stunden auf bist?
Aber darum geht es doch gar nicht.
Worum geht es denn, Mutter?
Wir kommen nach Berlin! Damit wir mal sehen, wie du so lebst!
Hey Frank, was stehst du da rum? Komm her!
- Hallo, Herr Lehmann. - Hallo, Heidi.
- Hallo, Karl. - Frank.
- Setz dich, ich komm gleich. - Ist ja kein Tisch frei.
Setz dich irgendwo dazu. Lernst Leute kennen.
- Dazusetzen ist doch scheiße. - Denn setz dich einfach dahinten hin.
- Das ist doch der Tisch vom Personal. - Mach kein Stress. Setz dich irgendwohin!
- Der ist nicht frei, nur fürs Personal. - Sag ich doch!
War nur 'n Scherz.
Der Herr Lehmann darf doch alles. Setz dich und sei ruhig.
Du siehst mitgenommen aus, Herr Lehmann.
Ganz lieb, dass du das sagst, Heidi.
Aber diese Kombination aus Duzen und Herr Lehmann ist das Übelste, was es gibt.
Auf ex, Herr Lehmann. Die Dehydrierung ist der größte Feind des Trinkers.
Das ist das ekelhafteste Glas, das ich je gesehen hab.
- Was willst du trinken? - Weiß ich auch nicht.
Wie wär's mit 'nem Bier?
Ja, bring ihm eins, bevor das noch lange so weitergeht.
Du siehst müde aus.
Du musst doch was essen.
Was willst du essen? Denk an die Elektrolyte.
Schweinebraten.
Na, du kannst um elf noch keinen Schweinebraten bestellen.
Wer sagt das denn?
Niemand isst um elf 'nen Schweinebraten.
Wir haben 'ne Neue in der Küche. Der komme ich nicht mit Schweinebraten.
Eine gelernte Köchin kann man nicht rumschubsen.
Was hat denn Schweinebraten mit Rumschubsen zu tun?
Du hast Angst, das ist es, ne? Du hast Angst vor 'ner Frau in der Küche.
Ich hol sie raus, dann kannste selber mit ihr reden.
Ich hab Angst vor 'ner Frau in der Küche?
Du bist also der Depp, der meint,
er könnte hier um elf Uhr 'n Schweinebraten bestellen.
Ja, ich bin der Depp, der meint, er könnte um elf Uhr 'n Schweinebraten bestellen.
Wenn hier so Vollidioten bis 17 Uhr frühstücken,
darf man doch wohl um elf Schweinebraten bestellen.
Ich würde das andersrum ausdrücken:
Wenn schon lauter Arschlöcher hier bis 17 Uhr frühstücken,
wozu brauchen wir da noch Knallchargen, die schon um elf Schweinebraten bestellen?
Was ist denn dabei, Schweinebraten zu machen?
Ist doch eh von gestern. Scheibe abschneiden, Soße drüber, Mikrowelle.
Und wenn ich dir sage, dass kein Braten von gestern mehr da ist
und du bis zwölf nur Scheiß-Frühstück haben kannst,
wie alle anderen Penner hier,
mit Wurst und dem üblichen Mist, der hier so gegessen wird,
du aber für Braten noch eine Stunde warten musst,
was sagst du dann, du Klugscheißer?
Dass der Braten sicher schon so weit ist, dass du was abschneiden kannst.
Scheiß auf die Kruste, wird eh überschätzt. Klöße auch.
Ihr habt doch Bratkartoffeln für die Frühstücksdeppen am Start.
Soße drüber, fertig ist das Gartenhäuschen, sage ich als Klugscheißer.
Auf die Kruste kommt's also nicht an?
Allgemein überschätzt.
- Gibt's hier noch mehr von deiner Sorte? - Nicht, dass ich wüsste.
Na dann ist ja gut.
Vielleicht sollte ich noch warten.
Ich verstümmele einen halbfertigen Braten, weil wir so gute Freunde sind!
Ist ja eh gleich halb eins--
Dann gibt's demnächst auch noch halbgekochte Kartoffeln für alle.
Nee, bitte. Es ist wirklich in Ordnung.
Ich nehm noch 'n Bier oder was weiß... Kaffee oder... Zeitung.
Trink nicht so viel. Der Tag ist noch lang.
Schöne Köchin, von der ich den Namen nicht weiß.
Schöne Köchin, von der ich den Namen nicht weiß.
Ja, ich will. Ich will es doch auch.
Es sind Drillinge, ganz der Vater!
Poch, poch. Manchmal möchte ich wissen, was da drin los ist.
Gar nichts. Absolut nichts.
Hier. Mit besten Grüßen von der schönen Köchin.
- Ist okay, wenn ich rauche? - Stört mich nicht.
- Sollte man ja eigentlich nicht machen. - Ich seh das nicht so eng.
Wieso sitzt du eigentlich hier? Ich dachte, der ist nur fürs Personal.
Ich arbeite auch für Erwin.
- Soso, und was arbeitest du für den? - Drüben im Einfall.
- Und was machste da? - Hinterm Tresen stehen.
Soso, hinterm Tresen stehen.
- Und das findste gut, oder was? - Wie jetzt, gut?
Hinterm Tresen stehen und Leute abfüllen ist doch kein Lebensinhalt.
Lebensinhalt? Was 'n das? Lebensinhalt?
Meinste, das Leben ist 'ne Flasche, oder 'n Glas?
Oder 'n dicker Eimer, wo man was reintun kann?
Ein Fass, oder 'ne Kotztüte?
- Was weiß ich, sagt man doch so. - Sagt man halt so?
Ist 'ne Scheiß-Metapher.
In Wirklichkeit ist das Leben ein Gefäß, das man schon gefüllt hingestellt bekommt.
Und zwar gefüllt mit Zeit.
Durch das Loch unten läuft die Zeit langsam raus.
- Wenn du schon von 'nem Gefäß redest. - Hab ich doch gar nicht.
Wer mit "Lebensinhalt" anfängt, muss das zu Ende denken.
So ein Wort will durchdacht sein.
Was hat die Tatsache, dass man in einer Kneipe arbeitet, mit Lebensinhalt zu tun?
- Man lebt einfach und erfreut sich dran. - Reg dich nicht über ein Wort so auf.
Jedenfalls kann man nicht nur in einer Kneipe arbeiten.
Aha, da kommen wir der Sache doch schon näher. Das kann man also nicht.
Wieso kann man denn nicht nur in einer Kneipe arbeiten?
Wir füllen den Inhalt in Leute rein. Mund auf, Lebensinhalt rein, fertig.
Wie primitiv. Entweder gibt es einen Lebensinhalt, den man reinfüllt,
und das soll noch was zum Saufen sein, oder den, der unten rausläuft?
Ja, die Zeit! Für Besoffene läuft sie langsamer ab.
- Nein, schneller! - Wenn das auf Besoffene so wirkt,
dann weil hier, im Kopf, die Zeit langsamer läuft.
Sie läuft schneller, weil man besoffen nur noch halb so viel mitkriegt!
Nur, wenn du die Zeit als etwas Absolutes nimmst.
Nüchterner Sand läuft schneller durch die Sanduhr als betrunkener.
Für den betrunkenen läuft's langsamer.
- Betrunkener Sand? - Na, das ist metaphorisch gemeint.
Über 'n Wort wie Lebensinhalt aufregen und dann mit betrunkenem Sand kommen?
Wie ich sehe, habt ihr Turteltäubchen euch miteinander bekannt gemacht.
- Karl! - Du musst zurück in die Küche.
Läuft die Zeit für Betrunkene schneller oder langsamer ab?
Da haben sich ja zwei gefunden.
- Nicht ausweichen, das ist wichtig jetzt. - Sie läuft schneller!
- Es läuft langsamer-- - Frank! Katrin muss in die Küche!
- Langsamer. - Schneller.
Katrin und ich gehen nachher schwimmen. Willste mit?
Du gehst schwimmen?
Regelmäßig. Hab 'ne Dauerkarte. Lohnt sich.
- Ja, komm ich mit. - Du schwimmst auch?
- Der Lehmann geht schwimmen? - Ich schwimme gut.
Hey, du! Hey, du Vogel. Ja, du.
Im Schwimmerbereich keine Drogen und nicht vom Beckenrand pinkeln.
- Hallo, Herr Lehmann. - Ah, hallo!
- Kannste uns mal drei Bier bringen? - Ein Kaffee und drei Bier bitte.
- Schultheiss oder Kindl? - Schultheiss oder Kindl?
- Scheißegal. - Scheißegal.
Hier, das stimmt so.
Diese Kombination aus Duzen und "Herr Lehmann" sagen ist echt scheiße.
Die schöne Badehose hätte ich gerne noch mal in Ruhe betrachtet.
- Was macht ihr Dödel hier? - Sind immer sonntags hier.
Seit wann trinkst du denn Kaffee?
- Muss heute arbeiten. - Das müssen wir alle.
- Kühl geworden. - Ja, das kann man sagen.
Das war's wohl mit dem Sommer.
- Auch noch ein Bier, Herr Lehmann? - Ja, ist jetzt auch egal.
Sag mal, wo guckst 'n du immer so da hin?
- Ich dachte, ich hätte was gesehen. - Er sieht immer was, wo wir nichts sehen.
Deshalb ist der auch so schnell aus dem Becken raus, da hat er was gesehen.
Das war wirklich großer Sport, Herr Lehmann.
Da sitzen ja die echten Penner zusammen. Ich wusste, dass ihr wieder hier seid.
Sag mal, musst du eigentlich nie schlafen? Hallo.
Hallo. Hm, das sind alles Kollegen von dir aus der Kneipe?
Kollegen? Wo er arbeitet, das kann man kaum Kneipe nennen.
Wir haben auch schon mal für Erwin gearbeitet.
- Wer arbeitet nicht für Erwin? - Das ist jetzt aber vorbei.
Wir haben heute Eröffnung und prosten und trinken uns schon mal ran.
Was wird 'n eröffnet?
Ach, Kneipe. Na ja, mit noch mehr Lebensinhalt.
Ihr habt ja scheinbar alle euer Hobby zum Beruf gemacht.
- Ich trinke nur Kaffee. - Ich dachte, du wolltest auch 'n Bier.
Nix, muss heute arbeiten.
- Und, schon geschwommen? - Und wie der geschwommen ist!
Schade. Ich hätte zu gern mal gesehen, wie er schwimmt.
War gigantisch. Er ist quasi der Mark Spitz von Kreuzberg.
Na ja, ich geh dann auch mal schwimmen.
- Und du musst heute noch arbeiten. - Ja. später.
Na ja, vielleicht guck ich mal rein. Ist es gut da?
Na ja, äh, das ist schwer zu sagen.
- Na ja, vielleicht bis denn dann. - Bis dann.
Wer war 'n die Frau da?
Das war die neue Köchin aus der Markthalle.
Die ist ihre beste Kundin.
305...
Neun...
- Zehn... - Stimmt so, Silvio.
Dann bin ich schnell weg, bevor Erwin kommt.
- Der schafft mich immer, Herr Lehmann. - Ich heiße Frank, du schwules Ostbrot.
Huch, Herr Lehmann! Du bist ja heute so männlich.
Oh Gott, da kommt Erwin schon.
- Wie war die Frühschicht? - Guten Abend, Erwin.
- Sie war lau. - Weiß gar nicht, warum ich noch aufmache.
Nur damit ich Arbeit habe, Erwin. Damit ich nicht verhungere.
Ja, ja. Macht euch nur lustig, ihr Vögel.
Hallo.
Ich gehe mal nach oben, mich frisch machen.
Kommst du alleine klar?
Wird schon klappen, Erwin.
Ich hätte gern ein Kristall.
Was läuft da für komische Musik?
- Das ist 'ne Kassette von Sylvio. - Das ist doch Acid Hause.
Da nehmen die Drogen ohne Ende, wälzen sich in ihrer Scheiße und ficken.
- Quatsch, Erwin. - Das hat Hans erzählt.
Musst du drauf achten, dass die hier keine Drogen nehmen.
In Schöneberg haben sie deswegen das Loch zugemacht, sagt Hans.
- Schon klar, Erwin. - Das ist ernst.
Koksen doch alle wie die Raben.
- Klauen. - Wer klaut?
- "Klauen wie die Raben", nicht "koksen". - Egal. Dass hier keiner kifft!
Schon klar, Erwin.
Ein Bier.
Herr Lehmann! Gürtel!
Gib mal rüber.
Letzte Runde?
Hallo!
Hallo! Hier.
- Scheiße, jetzt habe ich nasse Füße. - Hallo.
- Willst du was trinken? - Ich wollte eigentlich nach Hause.
Außerdem hab ich nasse Füße. Und nasse Haare.
Na, dagegen sollte man unbedingt was machen.
Du bist echt 'n komischer Kauz.
Bei dir weiß man nie, wie du etwas meinst.
Ja, geht mir genauso. Hier. Nimm doch 'n Schluck.
Ist gerade erst aufgemacht.
Und hier arbeitest du.
- Ja, das ist das Einfall. - Das wusste ich gar nicht.
Dabei wohne ich gleich um die Ecke. Steht auch gar nix dran.
Stimmt.
- Das sollte man Erwin mal sagen. - Ja.
Ich gehe dann mal nach Hause und ziehe mich um.
Ja, genau.
Den Joint aus!
Dann... geh ich jetzt mal.
- Bis denn. - Bis denn dann.
Hier, her damit. Mach die Tüte aus.
Mann, das ist 'ne normale Zigarette.
Willst du mich verarschen? Joint aus oder raus!
- Der soll sich verpissen. - Lass ihn--
- Der soll sich verpissen! - Du hörst ja, was er sagt. Vielleicht--
- Was willst du denn? - Hau ab!
- Ihr seid ja ganz gefährliche Wichser. - Raus hier, aber schnell!
Aua! Das tut weh! Aua!
Gib mir dein Wort, dass du abhaust, wenn ich loslasse.
- Ja! - Ich lass dich los und du haust ab.
Ja doch! Du blöde Sau!
Ich hau dir eine rein! Du Sau, du!
Sau, du! Blöde Sau!
Nie, nie, nie wieder willst du das tun!
Entschuldige dich bei Herrn Lehmann.
Entschuldige dich bei meinem Freund Herrn Lehmann!
Schon gut, Karl. Lass ihn laufen, den Penner.
Du hast Glück, dass ich gekommen bin, bevor Herr Lehmann ernst gemacht hat.
- Verpiss dich, du Arschmade! - Ich krieg euch noch, ihr Wichser!
Lass uns reingehen.
- Das klebt. - Du brauchst trockene Sachen.
- Erwin, das trifft sich gut. - Du hast mir gefehlt.
- Ich hab Nasenbluten. - Ja, das seh ich.
Ausgerechnet die Nase, das ist bitter.
Können wir kurz nach oben? Herr Lehmann braucht trockene Sachen.
- Ich hab Nasenbluten. - Ja, das seh ich, aber...
Pass auf, danach gehen wir schön zu Marco und Jürgen in den neuen Laden.
- Da gibt es was zu feiern. - Das wird nicht gehen.
- Wieso nicht? - Hab zu tun.
Wieso hast du zu tun?
Frank macht den Laden zu und wir besorgen kurz trockene Sachen.
- Musst du eigentlich nie schlafen? - Wie denn, wenn ihr immer Scheiß baut?
Irgendwo ist immer ein Job für Super-Karl. Mach den Laden zu und...
- Noch schnell 'n Kristall-Weizen bitte. - Nee, ist zu.
Ist was?
Ich dachte nur... Vielleicht kann ich ja doch...
- Ich mach zu. Musst du selbst übernehmen. - Ist okay.
Fand ich super eben. Mit dem Ohr.
Ja.
Das war die Kreuzberger Schraube.
Das ist gut. Die Kreuzberger Schraube.
Ist mir eben so eingefallen.
Na, habt ihr euch frisch gemacht?
Hauptsache, glücklich.
Abfall! Sehr witzig.
Das ist groß, Herr Lehmann, das ist groß.
Wie hast du das genannt? Kreuzberger Schraube?
Das solltest du dir patentieren lassen, Herr Lehmann.
- Ich geb noch einen aus. - Nein, nein, nein.
Heute bin ich dran. Es gibt was zu feiern.
Wer ist der Typ mit dem Weizenbier?
Nicht glotzen. Der da am Tisch.
- Keine Ahnung. - Der ist komisch.
Die Welt ist voll von komischen Leuten.
So, schön aufessen. Denkt an die Elektrolyte. Morgen dankt ihr mir.
Wie hieß der Typ, der immer nur Hefeweizen getrunken hat?
- Schneider-Jürgen. - Was ist mit dem?
Das war auch so einer.
- Was macht der eigentlich? - Der ist tot.
- Wieso das denn? - Mit dem stimmt was nicht.
- Was soll mit dem sein? - Der sitzt nur rum und säuft.
Rumsitzen und saufen, das kannst du nicht leiden, was, Erwin?
Frank, was läuft 'n eigentlich mit dir und Katrin?
- Was soll 'n da laufen? - Das ist 'n Drogenfahnder.
Du im Prinzenbad. Das ist nun wirklich sehr verdächtig.
- Der ist nicht wie Schneider-Jürgen... - Deine Meinung zu Sport ist stadtbekannt.
Unsinn.
...bei dem wäre keiner darauf gekommen.
Du bist der Einzige, der darauf kommt, Erwin.
Das interessiert keinen, ob bei uns einer um.
Die machen mir das Einfall dicht!
Mit "stadtbekannt" meine ich: in der ganzen Stadt bekannt.
Du hast doch noch 20 andere Läden. Was kümmert dich da so 'n Kleinscheiß?
Danke schön.
Dann Verkauf ich eben den ganzen Scheiß morgen!
- Was hat er denn? - Der will alles verkaufen jetzt.
Das Einfall nehme ich, aber nur mit Herrn Lehmann.
Kann ich mir denken, du Vogel.
Lieber brenne ich es ab, als dass du es kriegst, du Natter.
Harte Worte, harte Worte, Erwin. Und, was läuft sonst so?
Erwin meint, dass der Typ da hinten am Tisch 'n Zivilbulle sei.
Er glaubt, die denken, der Erwin hat Drogen versteckt.
- Der ist in der Markthalle auch ganz oft. - Das meine ich ja.
Ich weiß nicht. Der erinnert mich an Schneider-Jürgen.
- Wie geht's dem eigentlich? - Der ist tot.
- Wieso das denn? - Keine Ahnung.
- Wieso wird so einer Zivilbulle? - Wieso glaubt ihr das jetzt alle?
Der trinkt auch immer Kristallweizen ohne Zitrone.
- Aber Drogen... - Die haben zwei Kneipen zugemacht!
Eben sagtest du noch: das Loch. Und jetzt: zwei Kneipen.
Egal. Guck da nicht so rüber, Herr Lehmann.
Duzt mich oder sagt "Herr Lehmann", aber diese Verzahnung,
das ist ekelhaft. - Achtung, er guckt.
Der kann gar nicht mehr sehen.
Ja, nähme er Drogen, wäre er nicht so schnell besoffen.
- Verstehe ich nicht. - Musst du auch nicht.
Toll. Du verstehst nix von Drogen und so und verstehst trotzdem immer alles.
- Versteh ich nicht! - Man sollte mit ihm reden. Unauffällig!
Herr Lehmann. Der ist der Unauffälligste.
Nur bei Frauen fällt er besonders auf.
Genau, Herr Lehmann redet mit dem Bullen mal.
- Herr Lehmann ist 'n Held. - Auf Herrn Lehmann.
Aber Vorsicht. Das ist 'n Profi. Der stellt sich blöd.
- Wie heißt der eigentlich? - Was weiß ich. Volker?
Nennen wir ihn Kristall-Volker. In Gedenken an Schneider-Jürgen.
- Was macht der eigentlich? - Der ist tot.
- Wieso das denn? - Keine Ahnung. Hat Erwin gesagt.
Ich tu so, als würde ich aufs Klo gehen.
- Da fällt das gar nicht auf. - Genau.
- Aber... aufpassen. - Ja, ich pass auf.
Machst du noch drei Bier, Marco? Geht auf Erwin.
Hallo. Ich bin nur gerade aufm Weg zur Toilette.
- Wie heißt du eigentlich? - Rainer. Ich heiß Rainer.
Und was machst du sonst so?
- Wieso? - Nur so.
Du bist aber nicht bei der Polizei, oder so was?
Nee, wie kommst 'n da drauf?
Ah, nur so. Nur 'ne Frage. Willst du noch 'n Kristallweizen?
Ja, gern.
Ja, ich muss dann auch wieder. Mein Bier wird warm.
- Ich heiß Rainer. - Alles klar.
Na, wie war's?
- Worüber habt ihr geredet? - So Kram. Er heißt Rainer.
Nennen wir ihn Kristall-Rainer in Gedenken an Schneider-Jürgen.
Hab ich erwähnt, dass es was zu feiern gibt?
- Was hat er gesagt? - Es gibt was zu feiern.
Was soll er gesagt haben?
Ich hab eine Ausstellung in Charlottenburg. In der Knesebeckstraße.
- Galerie und so. - Echt?
Müssen wir dann alle hin, nach Charlottenburg? Ach du Scheiße.
- Was hat er denn nun gesagt? - Irgendwie ist das 'n ganz komischer Typ.
- Sag ich doch. Ist er Bulle? - In der Knesebeckstraße, ihr Arschlöcher.
Ein Bulle! Hab ich's doch gewusst.
- Auf Herrn Lehmann. - Auf Herrn Lehmann. Ein echter Held.
Lass uns doch noch irgendwo hingehen, ein bisschen feiern.
- In der Knesebeckstraße. Charlottenburg! - Na ja...
Oder einfach... Wir gehen zu mir und trinken ein schönes kaltes Bier.
Ja.
Karl! Zu dir geht's hier lang.
Seit wann hast du kaltes Bier?
- Das mit der Frau wird auch noch. - Hör doch auf mit dem Scheiß.
Romantischer Abend zu zweit. Und Karl organisiert das.
Danke.
- Science-Fiction. - Hm?
- Sie ist ein totaler Science-Fiction-Fan. - Was?
- Star Wars! - Och...
Dabei würde ich so gern mal mit ihr ins Kino gehen.
Guck mal, die Sterne.
Da sind keine Sterne, Karl, es hat geregnet.
Guck doch wenigstens mal hin, wenn ich was sage.
Ich hol mal 'n Bier.
- Hau ab! - Fette Sau!
Ja, lauter Cineasten hier, was?
Ich muss mal aufs Klo.
Was willste mit den Chips? Die hat doch schon Popcorn.
Ja, das salzige. Hast dir 'ne kluge Frau ausgesucht. Die denkt an die Elektrolyte.
Ich hab sie mir nicht ausgesucht. Das kann man so nicht sagen.
Ich will da auch nicht mehr rein. Das bringt doch nix.
Manchmal muss man durch die Hölle gehen.
Du hast es immer viel zu leicht gehabt mit Frauen.
Ist doch Teenager-Scheiße. Star Wars!
Und es ist peinlich, wie du die Kuppelmutter spielst.
- Kuppelmutter? - Ja.
Okay. War 'ne Scheißidee. Ist sie halt blöde, die Alte.
Na ja, gegen Star Wars kann man ja so generell nichts sagen. Geschmackssache.
- Und irgendwie hat es ja auch was. - Aha!
Was macht ihr hier eigentlich?
- Och, wir haben... - ...uns irgendwie festgequatscht.
Ist denn der Film schon aus?
Nein. Aber bald ist er aus.
Und jetzt kommt gleich der zweite. Der ist eh nicht so gut.
Der hat so seine Längen.
Wieso, da kommt doch diese Szene, wo... wo sie zu ihm sagt... ähm...
Ich liebe dich.
Genau. Und dann sagt er: Ich weiß.
- Und dann wird er eingefroren. - Ja, ja.
Ja, es ist... Was Herr Lehmann eigentlich sagen will, ist,
dass wir einfach um die Ecke gehen sollten.
Hm? Zu Sylvio, der arbeitet in der Blase.
Aha.
- Warum ausgerechnet hier hin? - Wieso, das ist doch ganz nett hier.
Darum geht's nicht.
- Das ist 'ne Schwulenkneipe. - Hast du was gegen Schwule?
- Was soll ich gegen Schwule haben? - Mit dir macht man echt einiges mit.
Du hast was gegen Frühstücken, gezapftes Bier, Milchkaffee,
gegen Kneipen mit Kerzen auf den Tischen
und, wenn ich richtig verstehe, auch gegen Hermann den Cherusker.
Dann hab doch auch was gegen Schwule.
Ich hab gar nix gegen Schwule. Im Gegenteil.
Alle römischen Kaiser bis einschließlich Diokletian waren schwul.
Oder wenigstens halbschwul.
- Außer Claudius und Septimus Severus. - Septimus Severus?
Der würde hier eh nicht reinpassen.
Genauso wenig wie wir. Oder sind wir schwul? Ist Karl schwul?
Sylvio ist nicht glücklich, uns hier zu sehen. Und sein Chef schon gar nicht.
- Rück doch mal. - Wer ist denn sein Chef?
Die Leder-Uschi da hinten.
Er sagt, ein Bier mit der Frau, also mit dir, wäre okay,
und dann sollen wir raus. - Die haben was gegen Frauen?
Was sind 'n das für Penner?
Ist 'ne Schwulen-Kneipe. Ist ja die Idee, dass die Schwulen mal unter sich sind.
Die können mich nicht rausschmeißen, nur weil ich 'ne Frau bin.
Sachte, sachte. Niemand schmeißt hier irgendjemanden raus.
Guck mal!
- Ist der jetzt auch noch schwul? - Man kann nie wissen.
Hey. Hallo. Hi.
Hallo. Setz... dich doch.
Äh, nein. Da kommt noch jemand.
- Wer denn? - Klaus.
- Ich bin übrigens Rainer. - Katrin.
Hallo. Hi. Tag.
- Bist du öfter hier? - Nö, wieso?
Nur so. Du kannst uns noch 'n Bier mitbringen, wenn du dein Weizenbier holst.
Ja, okay.
Sag mal, woher kenn ich den denn?
Der tourt durch alle Kneipen. Und trinkt Weizenbier. Kristall.
Ohne Zitrone.
Sylvio, ich hatte mich doch klar ausgedrückt. Für die Heten kein Bier mehr.
Ach, letzte Runde.
Herr Lehmann muss irgendwie aufgemuntert werden. Was 'n los?
Ja, was haste denn?
- Meine Eltern kommen bald nach Berlin. - Na, das ist scheiße.
Kann doch ganz okay sein.
Die wollen mal gucken, wo ich arbeite. Ich sagte ihnen, ich leite ein Restaurant.
Leute, ist nicht meine Idee, aber Detlef, mein Chef--
Ha!
Detlef? Die Leder-Uschi heißt Detlef? Das ist ja fantastisch.
Halt mal die Klappe, Karl. Er sagt, er braucht hier keinen Hetero-Stammtisch.
Wir gehen gleich.
Ich kenne das Restaurant-und Gaststättengesetz.
Es gibt keine Sonderrechte für Schwule.
Ich schmeiße Detlef auch nicht aus der Markthalle.
- Wir gehen gleich. - Wir gehen, wenn wir wollen.
- Das hätte ich jetzt nicht gedacht. - Mit Denken hat das nix zu tun.
Die Leder-Uschi da hinten denkt seit Jahren nix mehr.
- Außer an den nächsten Schoko-Stich. - Karl!
So, Leute, das war's. Alle raus hier.
Flaschen bleiben da. Und nehmt eure fette Schnappe mit.
Verpiss dich, oder ich scheiß dich bei der Gewerbeaufsicht an.
Ach du Scheiße. Wen haben wir denn da?
Den Obergewerbeaufseher, oder was? Von welchem Gewerbe denn?
Vom Schleimfotzenlecker-Gewerbe, oder was?
So, und jetzt Schluss. Püppi, du bist die Erste. Raus hier.
Was willst du denn, du Vogel? Komm mal her, Penner.
...verrückt geworden hier!
Frank!
Und lasst euren Arsch hier nie wieder blicken, ihr Heten!
Na, los, ins Savoy! Schnaps trinken.
Scheiße, Scheiße, Scheiße. Du bist in Ordnung, Herr Lehmann.
Du auch, Karl. Holst mich von der Arbeit ab. Feine Geste ist das.
Los! Schnaps für alle. Wir gehen ins Savoy, kommt!
La, la, la, la...
Schön, ins Savoy. Savoy ist gut!
- Was 'n los, Alter? - Wieso ins Savoy? Das ist in 61!
- Und? - Ich hab Hunger.
Ich kenne einen schönen Laden am Kanal.
Gut, geht schön essen. Rainer und Sylvio, wir gehen ins Savoy.
Ich hab auch irgendwie Hunger.
Nee, nee! Du kommst mit ins Savoy. Da gibt's Croque Madame.
Oder du trinkst mal 'n Hefeweizen. Das ist so gut wie 'n halbes Brot.
Jetzt hab ich aber auch Hunger.
- Kriegst du immer, was du willst? - Wieso?
Ich weiß nicht. Du kommst mir vor wie jemand, der immer kriegt, was er will.
Na ja...
ich will ja nicht viel.
Wie, nicht viel? Ist das hier vielleicht nicht viel, oder was?
Ach...
Du hast es doch gewollt. Das war doch von Anfang an dein Plan.
Ich liebe dich. Weißt du?
Das ist der Punkt.
Kann ich mal den Aschenbecher haben?
Ich glaube, die unterschätzen dich alle.
Die denken, dass mit dir nicht viel los ist.
Da gibt's nichts zu unterschätzen. Ich bin genau der, der ich bin.
- Hast du das eben wirklich gemeint? - Was denn?
Dass du mich liebst?
Natürlich. Ich sag so was nicht einfach daher.
Na, das will ich auch nicht hoffen.
So, jetzt biste markiert.
Willste im Bett essen oder in der Küche?
Im Bett.
Was ist denn?
Ach. Ich... Ich weiß nicht, ob ich dich liebe.
Doch, irgendwie schon.
Aber ich bin nicht wirklich verliebt in dich.
Versteh ich nicht.
Na ja.
Also, lieben tu ich dich auf jeden Fall.
Aber verliebt sein, das ist dann noch mal was anderes.
Das ist überhaupt nichts anderes.
Wenn du jemanden liebst, biste auch in den verliebt.
Eben nicht.
Wenn man jemanden liebt,
dann ist es nur allgemein und überhaupt.
Aber wenn man in jemanden verliebt ist,
dann ist das ganz in diesem Moment und so.
Du meinst, das eine ist chronisch und das andere ist akut.
Ja.
Na ja, so wie chronische Bronchitis und Lungenentzündung.
Also, das wird mir jetzt zu unromantisch.
Und jetzt noch die Stadtrundfahrt.
- Wir hoffen, er kommt bald. - Ich freu mich schon drauf.
- Hallo, Mama. - Ach, Frank.
Frank! Bis gleich denn, ne?
Hallo, Mama.
Frank, das sind die Herrschaften aus Bremen.
Du schwitzt ja! Du riechst auch ein bisschen.
Ja, ich bin gelaufen. Der Bus kam nicht.
- Hattet ihr 'ne gute Fahrt? - Wie man's nimmt.
Wir sind ja seit halb vier auf den Beinen.
Sieben Stunden haben wir gebraucht. Von Bremen bis hier.
Und dann diese DDR-Polizisten.
Das hat gedauert! Dass die einen kontrollieren dürfen...
Warum seid ihr denn nicht auf dem Zimmer?
Die Stadtrundfahrt geht doch gleich los. Du kommst doch mit.
Stadtrundfahrt?
Die ist doch im Preis mit drin. Die geht drei Stunden.
- Ich dachte, du kommst mit. - Stadtrundfahrt, also...
- Da fühle ich jetzt nicht... - Er wohnt doch hier in Berlin.
Ich würde in Bremen auch keine Stadtrundfahrt machen.
Wieso nicht? Das kann interessant sein.
Lotte, nu lass doch mal. Er braucht das nicht.
Das ist ja eh nur Westberlin.
Ost-Berlin wäre auch für ihn interessant.
Wir können doch schließlich mal was zusammen machen.
Wir gehen doch heute zusammen essen.
In dem Restaurant, wo ich Geschäftsführer bin.
Wieso heute Abend? Da ist doch Varieté.
Ihr wolltet doch mit mir essen gehen und gucken, wie ich arbeite.
Also Lotte, er hat recht. Wir hatten das so verabredet.
Na ja. Wir können natürlich auch mit ihm essen.
Dann fällt das mit dem Varieté eben weg.
Er hat das mit dem Essen organisiert, dann gehen wir auch hin.
Ich meinte ja bloß, weil das da mit drin ist.
Frank! Du rauchst ja!
Wenn ich das gewusst hätte,
hätte ich dir zollfreie Zigaretten mitgebracht aus der DDR.
Ja, die kann man da kaufen, hab ich gehört, in Ost-Berlin.
Im Intershop. Na ja, jedenfalls...
Wir gehen heute Abend mit ihm essen. Das Varieté ist nicht so wichtig.
Das ist aber mit Transvestiten und so. Das kriegst du sonst nirgendwo.
- Hat du eigentlich eine Freundin? - Ich?
Lotte, nun hör schon auf damit!
Wieso? Es ist doch nichts Schlimmes daran.
- Er ist ja nicht vom anderen Ufer. - Das hat ja keiner behauptet.
Man wird ja mal fragen dürfen.
Also gehen wir zusammen essen? Ich hab alles vorbereitet.
Sicher. Wenn du sagst, dass wir das so verabredet haben.
Nimm dich doch zusammen.
Ah, da ist er ja. Hallo, Boss!
Setz dich doch, Boss.
Du brauchst mich nicht Boss nennen, Karl.
- 'n Abend. - 'n Abend.
- Wieso Kerzen auf den Tischen? - Innerbetriebliche Verbesserungsidee.
Sieht doch nett aus.
Okay. Herrlich. Endlich Kerzen.
Ja.
- Guten Abend. - Guten Abend.
- Darf ich? - Hübsch hier.
Oh. Und jetzt?
Oh, die nicht. Meine Tasche.
- So. Komm. - Danke.
- Wisst ihr schon, was ihr trinken wollt? - Nee.
- Ich würde den guten empfehlen. - Den guten was?
- Den 86er. - 86er. 86er was?
- Rotwein! - Ja...
Ich öffne mal die... damit er atmen kann.
Netter junger Mann.
- Was kannst du empfehlen, Frank? - Den Schweinebraten.
Den kann ich mir doch selber machen. Habt ihr denn nichts Aufregenderes?
Mama, das Restaurant ist berühmt für seinen Schweinebraten. Berühmt!
- Ich nehm den! - Ich auch.
Ich weiß nicht.
- Grand Cru! - Ist ein ganz feines Stöffchen.
- Ist denn der Schweinebraten gut? - Gut ist gar kein Ausdruck.
Manche bestellen den sogar zum Frühstück, so gut ist der.
Ist der denn mit Kruste?
- Da frag ich gleich mal die Köchin. - Nein!
Die Köchin? Das muss der doch selbst wissen. Prost.
Könnten wir auch so einen Wein haben wie die da hinten?
Nö.
Kann ich helfen?
- Ist denn der Schweinebraten mit Kruste? - Oh, das Krustenthema. Ja, mit Kruste.
- Bei mir ist der immer ohne. - Manche sagen, sie wird überschätzt.
Das ist übrigens Katrin Warmers. Das sind meine Eltern.
- Angenehm. - Guten Abend.
Ihr Sohn ist 'n prima Chef und großer Schweinebraten-Fachmann.
Prost. Sie haben ja gar kein Glas. Setzen Sie sich doch.
Gerne.
Chef, ich nehme auch 'n bisschen was, ja?
Ja.
- Heidi. - Glas!
- Ich halte alle von der Arbeit ab. - Solang der Chef nix sagt...
Der Chef sagt: Wenn's der Wahrheitsfindung dient...
- Danke schön. - Prost.
- Ihr sollt ja alle immer glücklich sein. - Er ist ein super Boss.
Er ist unter den Geschäftsführern ein ganz großer Stratege.
Du. Du!
- Prost. - Prost.
- Prost. - Prost, Chef!
Kann ich jetzt mal die Bestellung aufnehmen?
Was willst du jetzt mit der Bestellung?
Wo willst du die hinbringen? In die Küche? Ist da jetzt jemand?
Ordnung muss sein. Das ist doch dein oberster Grundsatz, Boss.
Ja, das schärft er uns immer ein.
Also, ich nehme den Schweinebraten, wenn der mit Kruste ist.
Ja, ich auch.
Ja.
Dreimal Schweinebraten.
Ich mache auch immer etwas Knoblauch an den Schweinebraten.
Ich auch. Das ist wichtiger als die Kruste.
- Auf den Knoblauch. - Prost.
Warte mal. Riecht ihr das?
Was riecht denn da...
Das riecht verbrannt.
Aus der Küche.
Also, ich rieche nichts.
Ich mach dann mal drei Schweinebraten klar.
Das war aber nett, dass Sie extra hergekommen sind.
Klar, für die Eltern vom Chef. Ihr Sohn ist 'n ganz großer Fachmann für alles.
- Fachmann? Versteh ich nicht. - Oh, la, la!
- Da gibt's nichts zu verstehen, Mama. - So, ihr Lieben, was zum Knabbern.
Und schön Salz rauf tun. Denkt an die Elektrolyte.
Was meint der denn damit?
Keine Ahnung. Manchmal möchte ich die alle feuern. Prost.
- Prost. - Prost.
Schlückchen, Schlückchen.
Frank, wie kannst du bloß hier leben? Mit dieser Mauer drum rum.
Da fühlt man sich doch total eingesperrt, nicht? Die ist doch überall.
Na ja, eingesperrt... Die anderen sind ausgesperrt.
Willst du wenigstens mal Ost-Berlin besuchen?
Da geht doch jetzt alles drunter und drüber, in Ost-Berlin.
Muss doch total interessant sein.
Was habt ihr denn dauernd mit eurem Ost-Berlin?
So, Leute, jetzt esst das mal schön auf.
Ah, das sieht aber gut aus.
Können wir davon noch was haben?
Äh... Och, ich weiß gar nicht, ob wir den noch da haben. Vielleicht ein Bier?
Nein, der ist lecker, der Wein.
Was sollen denn die Kerzen? Wir haben doch keinen Stromausfall.
- Schmeckt's? - Danke.
Das ist Erwin Kächele, unser Besitzer hier. Meine Eltern.
Ein ganz prima Restaurant haben Sie hier. Ganz prima.
- Auch der Schweinebraten. - Ja, schön.
Verzeihung, aber kann ich dich gleich mal sprechen, Herr Lehmann?
Ja, natürlich, Erwin. Bin gleich da.
Wieso nennt der dich "Herr Lehmann" und duzt dich dann?
- Das ergibt doch gar keinen Sinn. - Ich weiß, Mutter, ich weiß.
Also, ich weiß zwar nicht, was hier so läuft,
aber dir scheint's ja richtig gut zu gehen.
Gut, dich mal wiederzusehen, Frank.
- Danke. - Prost.
Prost, Papa.
- Na, schmeckt's? - Ja. Lecker, lecker.
Lecker.
Sag mal, wird man hier auch gut bezahlt?
Ich meine, so als Geschäftsführer.
Na ja, Geschäftsführer, das bedeutet ja nicht viel, das--
Auch wenn du kein Geschäftsführer bist, wir haben dich trotzdem lieb.
Hauptsache, du kommst über die Runden.
Also, ich finde das ganz prima hier.
Und so nette, lustige Leute.
Prost.
- Prost. - Ja, ein ganz lustiges Völkchen hier.
- Ich muss mal eben rüber zu Erwin. - Ja, ja.
Ich geh mal.
Karl?
Ein bisschen zäher.
Karl, kann ich noch 'n Kristall?
- Kristall? - Prost, junger Mann. Setzen Sie sich.
Dieser Kristall-Rainer geht mir langsam auf die Nerven.
Ich bin Lotte. Erich.
Hier ist noch etwas Extra-Kruste.
Herr Lehmann, ich mache mir Sorgen um Karl.
Warum?
Der baut nur noch Scheiße. Hier ist Chaos.
Der hat seine Ausstellung in Charlottenburg.
Deine Eltern adoptieren gerade Kristall-Rainer.
Irgendwie baut der ab.
Der ist so lustig.
- Das ist mein Platz. - Holen Sie sich einen Stuhl ran.
- Ja, ich komm später noch mal wieder. - Danke.
Ich geh dann auch mal wieder in die Küche.
- War nett, Sie kennengelernt zu haben. - Auf Wiedersehen.
- Der Schweinebraten ist ganz wunderbar. - Danke.
Auf Wiedersehen.
Nett. Nettes Mädchen. Sehr nettes Mädchen.
- Kennst du die schon lange? - Warum?
Na ja, nur so. Ich meine nur. Prost.
Frank. Wir müssen da noch was besprechen mit dir.
Was denn?
Du musst was für uns erledigen. Wir schaffen das nicht mehr.
Zeitlich.
Was denn?
- Es kann auch ganz interessant sein. - Ja.
Ja was?
Du musst nach...
- Ost-Berlin. - Ost-Berlin.
Hey! Hey, Karl!
Wie kriegst du das Riesenteil nach Charlottenburg?
Ach!
Ost-Berlin!
- Was? - Ost-Berlin!
- Was ist denn mit Ost-Berlin? - Ich soll da rüber.
Aha.
Scheiß hier...
- Scheiße das alles! Wann denn? - Morgen. Wegen Familie.
Ich muss 'ne Verwandte treffen, 500 Mark übergeben, von Oma.
Katrin kommt nach. Wir müssen uns nur irgendwo treffen.
- Weltzeituhr. - Hä?
- Weltzeituhr. - Was denn für 'ne Weltzeituhr?
Keine Ahnung. Im Osten treffen sich die Leute immer an der Weltzeituhr.
Was wollen die denn im Osten mit der Weltzeit?
Jedenfalls, Katrin freut sich drauf. Die findet das ganz spannend.
Scheiße!
Was machst du denn für 'n Scheiß?
Wie findest du das alles hier?
Ja, ist doch... amtlich.
Amtlich? Wie, amtlich?
Ja...
Du sagst, das ist "amtlich". Schlimmer geht's ja gar nicht.
Ach Quatsch.
Du hast einfach zu viel gearbeitet. Du hast keinen Abstand mehr.
- Frank, weißt du, was ich an dir so mag? - Nee?
Dass du von Kunst und alledem keine Ahnung hast.
Überhaupt keine.
Und du solltest dich mal duschen. Du stinkst.
- Siehst du! Und das meine ich. - Ich weiß.
Tag.
So, jetzt noch einmal. Was hat es mit diesem Geld auf sich?
Es ist von meiner Oma. Ich sollte es zu 'ner Verwandten in Ost...
in der Hauptstadt der DDR bringen.
Das ist dann also diese... Das kann man ja kaum lesen. Wer hat denn das geschrieben?
- Meine Großmutter. - Also...
"Helga Bergner" heißt das dann wohl. Und die ist Bürgerin der DDR?
Ja. Wenn sie in der DDR wohnt, dann ist sie wohl auch Bürgerin der DDR.
Warum haben sie das Geld beim Zoll nicht angegeben?
Ich wusste nicht, dass man das muss. Was weiß ich von den DDR-Zollvorschriften?
Wenn Sie die nicht kennen, warum schmuggeln Sie dann Geld in die DDR?
Ich hab doch gar nicht versucht...
Ich hab gar nicht versucht, Geld zu schmuggeln.
Um was zu schmuggeln, nehme ich doch nicht 'n Briefumschlag,
wo meine Oma den Empfänger draufgeschrieben hat. Bin doch nicht blöd.
Werden Sie mal nicht vertraulich.
Das müssen Sie schon uns überlassen, wie wir Ihre Taten bewerten.
Ich hab aber nichts gemacht.
Warum haben Sie, als Sie gefragt wurden, ob Sie etwas anzugeben haben,
nicht die Frage offen gelassen und sich erst erkundigt, bevor Sie sie verneinten?
Äh... Können Sie die Frage noch mal stellen?
Warum haben Sie, als Sie gefragt wurden, ob Sie etwas anzugeben haben,
nicht die Frage offen gelassen und sich erst erkundigt, bevor Sie sie verneinten?
Ich hab sie gar nicht verneint. Ich hab gesagt:
- "Nicht, dass ich wüsste." - "Nein."
- Wie, nein? - "Nein, nicht dass ich wüsste."
Sie sagten nicht nur: "Nicht, dass ich wüsste."
Sie haben gesagt: "Nein, nicht dass ich wüsste."
Das muss man doch nicht als absolute Verneinung interpretieren.
Das ist ja fast schon bösartig.
Wollen Sie den Zollbehörden der DDR Bösartigkeit unterstellen?
Nein. Nicht doch. Das käme mir gar nicht in den Sinn.
Dann überlegen Sie sich, was Sie sagen.
So, dann wollen wir mal ein Protokoll machen.
Vernehmung des Lehmann, Frank.
Bürger der selbständigen politischen Einheit Westberlin.
Datum.
Na, und das Geld?
Gut...
Hallo, hier ist Katrin Warmers. Ich bin leider nicht da.
Ich bin's, Frank. Ich bin wieder hier. Ich mache mir Sorgen.
Ich versuch's auch gleich noch mal in der Markthalle.
Tschüss.
Ja, ich bin's, Frank. Weißt du, wo Katrin ist?
Nein. Aber du musst sofort kommen, es ist was mit Karl. Notfall!
- Also, was war los? - Erwin war zum Essen da.
Karl ist gleich auf ihn los, redete wirres Zeug.
Dass Erwin ihm noch Geld schuldet und so. Und dann hat Karl ihm eine gelangt.
Jetzt übernimmt Erwin im Einfall Karls Schicht.
Was war denn los? Wie kam Karl auf so 'n Scheiß?
Ich weiß es nicht. Der war ganz komisch, wie wenn man ihn überhaupt nicht kennt.
- Wolltste nicht mit Katrin im Osten sein? - Ja, bin wieder da. Wo ist Karl jetzt?
Keine Ahnung. Was läuft so zwischen dir und Katrin?
- Wieso? - Seid ihr jetzt so richtig zusammen?
Ach so. Ach so! Moment mal eben.
- Fräulein, können wir bitte zahlen? - Wir auch?
Ja.
Ich bin's noch mal. Bin gerade unterwegs und ruf später noch mal an.
Tschüss.
Ich fahr diesen Winter nach Bali. Nicht noch mal den ganzen Winter hier.
- Allein? - Nö, mit zwei anderen Leuten.
Die vertreiben Bali-Klamotten. Vielleicht kann ich auch für die arbeiten.
Ist doch 'ne gute Sache. Bali und so.
Aber noch mal wegen Karl. Wo könnte der sein?
Bei dem blicke ich nicht mehr durch. Ich glaube, der hat 'ne Freundin.
- Das wüsste ich aber. - Doch. Hat 'ne Kneipe in 61, das Savoy.
- Du, Frank. - Hm?
- Biste denn jetzt mit Katrin zusammen? - Wieso?
Ich meine nur. Wenn nicht, dann komm doch mit nach Bali.
Und was soll ich in Bali?
Ist mal was anderes. Könnte lustig werden.
Musst auch mal raus, siehst müde aus.
- Das geht nicht, Heidi. - Warum nicht?
Ist nicht mein Ding, Bali.
Fräulein, können wir jetzt endlich zahlen? Wir haben's eilig.
- Ja, wir auch! - Wir auch. Wir haben's auch eilig.
Heidi! Du bist in Ordnung.
- Schön, dass du das mal merkst. - Hab ich immer gewusst.
Schön, dass du's auch mal sagst.
- Ich geh jetzt mal Karl suchen. - Mach das mal.
Guck dir das Elend ruhig an, dann weißt du, was ich meine.
Okay. Er soll mich bitte anrufen, wenn er wieder wach ist.
Wenn er aufwacht, haut er neuerdings immer gleich wieder ab.
Ich sollte den nicht mehr reinlassen.
- Ja, das ist schwer zu verstehen. - Wie meinst du das?
- Nach alldem, was du sagst. - Ich tu mir das nicht mehr länger an.
Wenn du ihn zuerst sprichst, sag ihm, dass er nicht mehr wiederzukommen braucht.
Okay.
- Ich hab die Schnauze voll. - Okay.
- Sag ihm das. Nie wieder. - Gut.
Das wird dann gar kein Problem sein für ihn.
Dann wird er nicht mal mehr anrufen.
- Wie lange kennt ihr euch denn schon? - Du meinst, wie lange wir zusammen sind?
Wie lange wir schon miteinander ficken, oder was?
Na ja, ja, irgend so was.
Zwei Jahre. Zwei Jahre für nichts.
- Er hat dir nie von mir erzählt, oder? - Doch!
Am besten wäre es, du nimmst ihn gleich mit.
Ja, vielleicht sollte ich das tun.
Ha! Den kriegst du jetzt nicht wach. Das hab ich schon oft versucht.
Ja, tragen kann ich ihn auch nicht.
Mach's gut.
Ich bin's, weißt schon.
Ich mach mir langsam Sorgen, ob alles okay ist, wegen Osten und so.
Und, ich arbeite gleich im Einfall. Bitte melde dich.
Bitte. Danke. Tschüss.
- Hallo! - Hallo.
Ich hätte gern einmal Köfte. Und von dem Grünzeug hier.
- Das hier? - Ja.
Und 'n Tee.
Setz dich hin. Ich bring ihn an den Tisch.
- Hallo. - Hallo.
- Hallo. - Genug. Hallo.
- Hallo. - Hi.
- Ich möchte gerne eine Fanta. - Bitte?
Fanta, ja.
Okay. Dann nehm ich auch 'ne Fanta.
Ähm, gut. Und dann nehme ich noch Kaugummis. Die...
Gut. Sind die mit Knoblauch?
- Danke! - Danke schön.
Was gibt's hier noch so?
Scheiße! Da ist Lehmann.
Ich komm gleich, ja?
Frank.
Ich weiß, was du jetzt denkst.
Ich denke gar nichts. Was soll ich denn denken?
Hör mal, ich... ich wollte...
Setz dich bitte, das macht mich ganz nervös, wenn du stehst und ich sitze.
Wo will denn der Zivilbulle hin? Hat er keinen Hunger mehr?
Ich hab ihm gesagt, dass ich allein mit dir reden will.
Na, dann mal los.
Was machst du hier? Ich hab gedacht, du bist bei deiner Tante im Osten?
Die haben mir das Geld abgenommen und mich zurückgeschickt.
Wieso? Hast du dich vor Angst verzehrt? Hast du Kristall-Rainer um Hilfe gebeten?
- War der zufällig da, hat dich gerettet? - Wieso willst 'n das jetzt wissen?
Was ist das für 'ne blöde Frage? Wieso soll ich das nicht wissen wollen?
Ich wollte mit dir einen Ausflug machen.
Mir hat man mein Geld abgenommen, mich wieder zurückgeschickt
und ich Trottel hab mir noch Sorgen um dich gemacht!
Dann kommst du turtelnd mit Kristall-Rainer reingeschneit,
und das wirft ja wohl Fragen auf, oder?
Zum Beispiel, wo du ausgerechnet Kristall-Rainer aufgegabelt hast.
Wenn du's unbedingt wissen willst: Ich hab Rainer in Ost-Berlin getroffen.
- Der hat's bis über die Grenze geschafft. - Und? Was hat er da gewollt?
Nur wie üblich hinter dir herhecheln, oder hat er da noch Zivilbullen-Geschäfte?
- Ist er auch noch Geheimagent? - Einmal Köfte mit Grünzeug.
Ja, ja.
- Der ist Informatiker. - Informatiker heißen die jetzt!
Hör auf mit dem Quatsch, ich hab den zufällig da getroffen.
Kristall-Rainer! Zufällig im Osten getroffen.
- Ja. Aber darum geht's jetzt gar nicht. - Nein.
Worum geht's denn?
Ich finde nicht, dass du irgendwelche Ansprüche auf mich hast.
Ansprüche?
- Hab ich irgendwas von Ansprüchen gesagt? - Nee, aber du tust so.
- Wie, tu ich? - Ich hab dir gesagt, wie's ist.
Ich hab dir gleich am Anfang gesagt, ich bin nicht verliebt in dich.
Was soll denn das heißen? Du hast zu mir gesagt, ich liebe dich bestimmt.
Nein! Ich sagte, ich liebe dich natürlich, aber ich bin nicht verliebt in dich.
Das ist genau dieselbe Scheiß-Diskussion wie mit diesem Ostbeamten da.
Was heißt denn das konkret? Und was hat das mit Kristall-Rainer zu tun,
oder liebst du den auch nur und bist nicht in ihn verliebt?
- Oh Frank! - "Oh Frank!" Was soll 'n das heißen?
Oh Frank, der arme Willi? Oh Frank, was soll jetzt werden? Das verstehst du nicht?
Du tätschelst hier an Kristall-Rainer rum, redest Blödsinn erster Ordnung,
antwortest nicht auf vernünftige Fragen und lässt nur so 'n "Oh Frank" ab
wie so 'n kalten Furz. Sag mal, spinn ich, oder was?
Jetzt reg dich doch bitte nicht so auf.
Wieso soll ich mich nicht aufregen?
Ich liebe dich. Verdammte Scheiße.
Und wenn ich mich nicht mal mehr darüber aufregen kann, dann bin ich tot!
Verstehst du?
Tot!
Das muss ich mir echt nicht antun.
Wenn man sich darüber nicht aufregen kann, dann über gar nichts.
Dann ist nämlich alles nur noch egal. Glaubst du, das bedeutet nichts?
Ich hab dir gesagt, dass es bei mir anders ist und du keine Ansprüche auf mich hast.
Okay. Ich stelle keine Ansprüche.
Mach ich sowieso nie. Aber ich rege mich auf, verdammte Scheiße!
Das ist mein gutes Recht!
Ja, dann reg dich halt auf.
Wann ich mich aufrege, das entscheide ich.
Kristall-Rainer. Im Osten getroffen. Zufällig.
Was kann ich dazu, dass du zu blöd bist, rüberzukommen?
Nichts. Hab ich das gesagt? Hab ich?
Sagte ich: "Katrin Warmers, du bist schuld daran, dass ich nicht rübergekommen bin"?
Und wenn die mich nicht zurückgeschickt hätten? Wär dann noch alles beim Alten?
Oder 'n flotter Dreier in der Hauptstadt der DDR?
- Was weißt du denn schon? - Nichts!
Eben, ich weiß überhaupt nichts.
Aber Heidi weiß doch immer alles.
"Heidi, ficken die beiden schon lange,
Kristall-Rainer und Katrin? Wie ist 'n das?"
Ich wette, Heidi weiß das. Heidi weiß immer was.
So nicht, ja? So nicht, mein lieber Herr Lehmann!
- So kannst du mit mir nicht reden! - Ich rede, wie's mir passt.
Frank. Es ist aus.
Sag du mir nicht, dass es aus ist.
Du hast mir überhaupt nicht zu sagen, dass es aus ist.
Das ist mein Text.
Und ich sag dir mal was:
Katrin. Es ist aus!
Ich liebe dich nicht mehr, und ich bin auch nicht mehr in dich verliebt.
Danke schön! Für mich war das nämlich eh immer ein und dasselbe.
Das glaub ich dir nicht.
- Dass es für mich ein und dasselbe ist? - Nein, das andere.
Klar glaubst du das nicht! Du kannst sagen, dass es aus ist.
Wenn ich sage, dass es aus ist, dann kannst du's dir gar nicht vorstellen.
Hier!
Ich zahle mit für die liebe Frau Warmers,
und dann bleibt da sicherlich noch was übrig für...
Fanta-Rainer! Hahahahaaa!
Der Fanta-Rainer! Hohohohooo!
Der Fanta-Rainer! Hahahahaaa!
Der Fanta-Rainer!
Der Fanta-Rainer! Hahahahaaa!
Der Fanta-Rainer!
Der Fanta-Rainer!
Der Fanta-Rainer!
- Was gibt's denn? - Frank?
Komm mal schnell ins Einfall.
Erwin, ich arbeite diese Woche nicht im Einfall. Die ganze Woche nicht.
Gestern nicht, vorgestern nicht, vorvorgestern nicht,
heute nicht, morgen nicht, übermorgen nicht, überübermorgen nicht.
Darum geht es doch gar nicht, du Vogel. Karl ist hier.
- Na und'? - Der spinnt!
Der macht hier Randale. Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen.
Wer ist "wir"?
Alle. Ich, Jürgen, Marco, Rudi. Eben alle.
Und was macht ihr alle da? Und wer ist 'n Rudi?
Es ist jetzt wirklich nicht die Zeit für Kleinkram, Frank.
Karl ist außer Rand und Band.
Der ist verrückt geworden und der fragt dauernd nach dir.
Hallo, Karl.
Ja, was ist denn los?
Du siehst müde aus.
Es liegt am Wetter.
Was ist 'n mit dem Wetter?
Die machen irgendwas mit dem Wetter.
- Das geht die ganze Zeit schon so. - Klappe, Erwin.
Wer hat was mit dem Wetter gemacht?
Frank, du hast immer die verkehrten Bücher gelesen.
Wir sollten mal wieder Minigolf spielen.
Was macht ihr hier eigentlich alle? Sind wir hier im Zoo, oder was?
Na, jetzt reg dich mal nicht... so auf hier.
Der hat bei mir vorhin an die Tür getreten. Und mich geweckt.
Total durchgedreht. Dabei war er heute Morgen ganz normal.
Wieso heute Morgen?
Na, der war mit frühstücken, im Schwarzen Café.
Da wollte er unbedingt mit. Na ja, der hat wieder mal durchgemacht.
Die Nacht davor auch.
- Mensch, der ist doch total durchgedreht. - Wer bist du denn?
Das ist Rudi, der arbeitet jetzt auch hier.
Wenn ich deine Meinung hören will,
Rudi, dann sag ich Bescheid.
Bis dahin hältst du schön die Fresse.
- Jetzt... - Halt dich raus, der soll's Maul halten.
Sieh dir doch mal an, wie das hier aussieht.
Ja, sieht so aus, als ob Karl was mit dir am Laufen hätte, Erwin.
Der Erwin ist 'n ganz alter Vogel.
Komm, lass uns hier abhauen, Karl.
Komm.
Jetzt erst mal 'n bisschen Matratzenhorchdienst.
- Weißt du was? - Hä?
Lass uns in die Potse fahren und einen wegstecken.
- Karl! Hör auf! - In die Potse gehen!
Ist doch gar nicht unser Ding. Da waren wir doch noch nie!
Dann trinken wir erst 'ne Tasse Kaffee, und dann fahren wir in die Potse.
- Eine Wegsteckung machen. - Ja. Ja, ist doch gut.
- Was läuft eigentlich mit dir und Katrin? - Nicht jetzt. Ist 'n Scheiß-Thema.
Ohne Eis kann man doch Whiskey gar nicht trinken.
Das sehen viele anders. Da gibt's mannigfaltige--
- Quatsch! Du willst doch nur ficken. - Quatsch, Karl.
- Wo willst du überhaupt hin? - Na, zu dir.
- Ja, bei mir ist gut. - Ja, ist herrlich bei dir.
- Das wird schon wieder. - Was?
Alles. Bisschen Matratzenhorchdienst, technischer Dienst am Auge.
- Die bauen jetzt Autos. - Wer baut Autos?
Ja, in Charlottenburg, wenn sie nicht aufpassen.
Wenn wer nicht aufpasst?
Weißt du, wenn Kreuzberg Indien wäre, denn wäre Herr Lehmann ein Guru.
- Gibste mal den Schlüssel? - Weißt du noch, wie wir zusammen wohnten?
Natürlich. Jetzt gib mal den Schlüssel.
Da hast du immer Schokoladenpudding gemacht.
Quatsch, hab ich nie. Ich mag gar keinen Schokoladenpudding.
- Gib den Schlüssel. - Ich muss in die Markthalle.
Jetzt hör doch mal endlich auf mit der Scheiße und gib mir den Schlüssel!
- Komm her, komm her. - Bist du völlig wahnsinnig?
- Du willst doch nur ficken, ja. - Du bist ekelhaft.
Scheiß-Schlüssel.
- Scheiße. - Mein Guru.
- Du musst auch aus den Klamotten raus. - Dekonstruktion.
Geht deine Dusche?
Ich will nicht mit dir unter die Dusche.
Na, dann geh halt so ins Bett.
Ich mach mal kurz Schokoladenpudding.
Du hast doch gar keine Milch. Jetzt hör doch mal auf mit dem Scheiß.
Alles paletti, Herr Lehmann.
- Nachti Nachti, Herr Lehmann. - Nacht.
Wir müssen uns mehr mit dem Osten beschäftigen.
Der Osten kann warten, jetzt leg dich hin.
Wieso schläfst du denn nicht?
- Hab nicht geschlafen. - Du schnarchst doch.
Schnarchen ja, schlafen nein.
- Penn jetzt mal richtig. - Nachti Nachti, Herr Lehmann.
Dekonstruktion!
Dein ganzer Kram für die Galerie, Karl.
- Daraus kann man noch was machen. - Nein! Jetzt hast du das kaputt gemacht,
jetzt lass das auch so.
Wir müssen mal einen Arzt sehen.
- Worum geht's denn? - Mein Freund hier...
- Was ist denn mit dem? - Er fühlt sich nicht wohl.
- Wie, fühlt sich nicht wohl? - Na ja, so geistig.
Sie meinen, nicht so ganz auf der Höhe?
Ja.
Hm.
Ja, Gerd hier.
Ja. Ich schick sie zu dir hoch, okay?
- Siebter Stock. Station sieben. - Danke.
Dann erzählen Sie mal, Herr... Lehmann.
Was hat Ihr Freund denn für Probleme?
Na ja, er redet wirres Zeug, er schwitzt so komisch,
er schläft nicht, hat die letzten zwei Nächte durchgemacht.
Das ist ja nicht verboten, wachbleiben.
Wann... Seit wann ist er denn so komisch?
- Also, heute Morgen war er noch normal. - Normal, was ist schon normal heutzutage?
Na, erzählen Sie mal so 'n bisschen über ihn. Was macht er denn so?
Er ist Künstler und wir arbeiten zusammen in einer Kneipe.
- Was meinen Sie mit Künstler? - Er macht so Skulpturen.
Übermorgen hat er 'ne Ausstellung, da hat er ewig für gearbeitet.
Und jetzt hat er alles kaputtgehauen.
Na, ist auch Kunst, Dekonstruktion.
Ja.
Hat er in letzter Zeit Drogen genommen?
Wahrscheinlich. Wenn er dauernd durchmacht.
Das geht auch ohne.
Wenn er Drogen nimmt, welche dann? Kokain? Amphetamine, Heroin...
- Nee, Heroin nicht. - Kokain, Amphetamine, Speed...
- Weiß nicht, keine Ahnung. - LSD?
- Gibt's das noch? - Sie sind aber nicht auf dem Laufenden.
Haben Sie irgendwelche näheren Angehörigen hier?
- Eltern, Onkel, Tante, Freundin? - Nicht, dass ich wüsste.
Wissen wir nicht.
Na gut,
dann werden wir Sie mal genauer ansehen.
Na komm schon.
Haben Sie heute was gegessen, Herr Schmidt?
Sie sind ein ganz schlauer Fuchs.
- Der Herr Lehmann raucht zu viel. - Stimmt das?
In Maßen.
Ja, unregelmäßig.
Er ist Ihr Freund und sagt "Herr Lehmann" zu Ihnen?
Ja, das ist so 'n Witz. Der hat sich irgendwann verselbständigt.
- Aha. - Ich muss auch mal wieder gehen.
Ich kann Sie nicht aufhalten, Herr Schmidt.
Setzen Sie sich eben noch mal kurz hin?
Können Sie das mal kurz halten?
Mund auf.
Und schön runterschlucken.
Ja, legen Sie sich hin, wenn Ihnen danach ist, Herr Schmidt.
Sie waren ja nun lang genug auf den Beinen.
Also, körperlich fehlt ihm nichts Ernstes. Er ist ein bisschen dehydriert.
Wahrscheinlich ein Mangel an Elektrolyten.
Poah!
- Elektrolyten? - Ja, wieso?
Die sind ihm wichtig.
Er ist sozusagen ein großer Freund des Kartoffelchips.
- Was ist denn jetzt mit ihm? - Der dürfte jetzt einschlafen.
Wir sollten ihn über Nacht hierbehalten.
Na ja, den werden Sie auch kaum wieder mitnehmen können.
Und wenn er dann ausgeschlafen hat, ist er danach wieder okay?
Schwer zu sagen. Ich denke mal nicht.
Ihr Freund hat eine Art Depression.
So eine Mischung aus Depression und Nervenzusammenbruch.
Das haben wir hier öfter.
- Sie haben gesagt, er ist Künstler? - Hm.
Aber er arbeitet seit zehn Jahren oder so in einer Kneipe?
- Das kommt vor. - Ja, aber nicht jeder kommt damit klar.
Und die Ausstellung, vielleicht die Stunde der Wahrheit, da bekam er Angst.
- Angst wovor? - Dass das alles zusammenbricht.
Dass er versagt. Dann bricht alles zusammen.
Es ist ein leichtes Leben hier in der Gegend, wenn man jung ist.
Bisschen Arbeit. Billige Wohnung. Viel Spaß.
Aber viele brauchen noch irgendetwas, um alles zu legitimieren.
Vielleicht nicht schlimm. Aber vielleicht auch eine ausgewachsene Depression.
Ich werde ihn mal auf Station bringen lassen.
Wir haben ja hier Name, Telefon, An...
Moment! Haben wir heute nicht den neunten?
Doch.
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Herr Lehmann.
- Danke. - Sie sind...
30!
Öffnen Sie mal die Tür?
Ich hätte gern 'n Bier.
Und, alles gut?
- Alles gut. - Dann ist ja gut.
- Lass dir schmecken. - Danke.
Ein Bier bitte.
Herr Lehmann! Was machst 'n du in diesem Laden?
- Das könnte ich dich auch fragen. - Auch wieder wahr.
- Hallo, Sylvio. - Hallo, Jan.
Walter, machste noch eins?
Wie geht's Karl?
- Woher weißt du denn davon? - Heidi hat's mir erzählt.
Geht so. Schläft jetzt.
Der hat viel zu wenig geschlafen.
Heidi hat mir auch erzählt, dass du heute Geburtstag hast.
Heidi! Was die alles weiß.
Herzlichen Glückwunsch jedenfalls.
Sylvio!
Happy birthday to you
Happy birthday to you
Happy birthday, Mr. Lehmann
Happy birthday to you
Danke. Danke!
Weißt du, Silvio, es gibt da so 'nen Film aus den 70ern.
Da sind diese Leute in der Zukunft.
Wenn die ein bestimmtes Alter erreicht haben, müssen die in die Erneuerung.
In Wirklichkeit werden alle umgebracht, aber es heißt Erneuerung.
Kenne ich, den Film.
"Der Sandmann" mit Michael York.
Ich hab das Gefühl, ich muss mal in die Erneuerung.
Das ist gut, Erneuerung.
Apropos Erneuerung, machst du uns zwei Tequila?
Die Erneuerung kommt von ganz allein.
Wenn es Zeit ist.
- Salz. - Es ist Zeit.
- Na dann. - Salz.
Danke.
Weißt du, Sylvio, diese Sache mit Katrin.
Ich hab überhaupt nicht kapiert, was da eigentlich passiert ist.
Und dann das mit Karl.
Ich hab überhaupt keine Ahnung, wann das anfing mit der ganzen Scheiße.
Das ist das Komische daran.
Das ist wie mit dem Untergang des Römischen Reiches,
da weiß auch keiner, wann das eigentlich anfing.
Okay, da gab's die Sache mit der Donau-Legion, aber...
Ich bin der festen Überzeugung, man hätte genauso gut sagen können...
Wenn man das früher, also, zurückverfolgt, auf einen noch eheren Zeitpunkt...
Was ist da mit deinem Kumpel los? Pennt der oder was?
Nix! Der denkt nach.
Worüber?
Was ich gerade gesagt hab.
War ja auch interessant. Aber weck ihn mal auf, ist ja kein Hotel hier.
Walter, machste mir mal 'n Bier bitte. Und 'n Kurzen.
- Hast du Geld dabei? - Na sicher doch, Chef.
- Zum Wohl. - Danke. Prösterchen.
Habt ihr schon gehört? Das Neueste?
Die Mauer ist offen.
- Die kommen jetzt alle rüber. - Ja, hat vorhin schon einer erzählt.
Voll der Hammer, die kommen jetzt alle rüber.
Ja, hat vorher schon einer erzählt.
Sylvio, wach mal auf.
Die Mauer ist offen.
Was?
Die Mauer ist offen.
Was soll 'n das heißen?
Keine Ahnung.
Dass die jetzt alle hier rüberkommen.
Hm.
Das sollte man sich vielleicht mal ansehen.
Erst mal austrinken.
Ach du Scheiße.
- Wo wollen die denn alle hin? - Ku'damm wahrscheinlich.
- Was wollen die alle? - Sich das mal ansehen.
- Schau mal, da! - Nein, nicht die jetzt.
- Komm. - Nee, keinen Bock.
Jetzt stell dich nicht so an. Erneuerung!
Es gibt immer was zu tun für Super-Karl.
Sylvio!
- Hallo, Herr Lehmann. - He, Erwin.
- Hallo, Herr Lehmann. - Hallo, Heidi.
Was macht Karl?
Geht so. Wer arbeitet denn jetzt im Einfall?
- Ist zu. - Erwin!
- Das gab's ja noch nie. - Ja, ja. Schau dir das mal an.
Da kommen die einfach alle so rüber.
Hallo, Frank. Frank.
Hallo, Herr Lehmann.
- Wie geht's denn Karl? - Geht so. Er schläft jetzt.
Ich hau ab nach Schöneberg. Mal gucken, was in der schwulen Sub los ist.
Ich glaube, wir müssen jetzt auch mal. Arbeitest du nächste Woche wieder, Frank?
Nee, Erwin. Ich muss mal was anderes machen.
Schade. Aber ich hab mir so was schon gedacht.
Na ja, du weißt ja. Bei mir kannst du immer arbeiten.
Erwin, mach's gut. Und pass auf dich auf.
Mach's gut, Herr Lehmann. Rudi. Komm mal mit.
Tschüss, Herr Lehmann.
Du kannst ja noch darüber nachdenken. Du weißt schon.
Und wie geht's dir jetzt so?
Ja, geht... Ich hab dich damals nicht ausreden lassen.
Ich wollte dir nur sagen,
es tut mir sehr leid, aber ich hab mich in ihn verliebt.
- In Kristall-Rainer? - Ja.
Ich liebe dich sehr, wirklich.
Aber leider hab ich mich plötzlich in Kristall-Rainer verliebt.
In Kristall-Rainer verliebt.
Ja, da kann man nichts machen, ne?
Da kann man nichts machen.
- Es kommt so über einen, das passiert. - Ja, es kommt so über einen.
Dann ist ja gut.
Was haste jetzt so vor?
Ich lass es auf mich zukommen.
- Vielleicht geh ich nach Bali. - Was willste denn in Bali?
Weiß ich noch nicht. Irgendwas wird sich da schon ergeben.
Ist ja auch nur 'ne Idee. Vielleicht mach ich ja auch was ganz anderes.
- Na, dann. Mach's gut. - Ja, du auch.
Wahnsinn!
Wahnsinn! Wahnsinn!
Hey! Ich bin der Jürgen aus Eberswalde, und wer bist du?
Ich bin Herr Lehmann. Kannst mich aber trotzdem duzen.
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