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Original subtitles

Hey, Kleine, nicht so düster. Wie schlimm kann's schon sein?

Ziemlich schlimm, Addison. Wir brauchen einen Fall.

Was für einen? Entspannen Sie mal, etwas, bald ist Wochenende.

Große Fälle passieren außerdem nicht einfach, die werden gemacht.

Irgendwo spielt ein Kassierer mit dem Gedanken, die Bank auszuräumen.

Eine frustrierte Hausfrau beäugt gerade ein Küchenmesser...

und denkt dabei ans Schlüsselbein ihres Gatten Harvey.

Ein armer Verwandter sinnt über Onkel Stanfords Millionen.

Der Arzt hat gesagt, er hätte noch drei Monate. Das war vor vier Jahren.

Unser Fall ist irgendwo da draußen.

- Er reift nur gerade. - Sie scheinen so sicher zu sein.

Bin ich auch. In gerade diesem Augenblick...

greift eine von einem lüsternen Jüngling Abgewiesene zum Revolver...

und zielt damit aufs Hirn des einst Geliebten.

Er dreht sich um, seine Geliebte mit der Waffe erblickend, dann ein Schrei!

- Addison! - Nicht schlecht.

Sie hat da gesessen und gefragt, was sich auf "Detektiv" reimt.

Dann ist die Post gekommen, sie hat sie aufgemacht, und dann geschrien.

- Hat wer "effektiv" vorgeschlagen? - Addison.

- Miss DiPesto? - Agnes?

- Gott, es ist von ihm! - Ihm? Gott?

Der mit dem brennenden Gebüsch und so weiter?

- Nicht von ihm. - Von ihm, J.B. Harland.

Ach, von dem. Wer ist das?

J.B. Harland, der Krimiautor?

- Genau der! - Was steht drin?

- Ich weiß nicht. - Es mag eine gewagte Idee sein...

aber wenn Sie den Umschlag öffnen, finden Sie es vielleicht heraus.

Natürlich. Sie haben Recht.

"J.B. Harland lädt Sie zu einem Mord ein".

- Unglaublich, ich habe gewonnen! - Sie haben gewonnen?

- Ich habe gewonnen! - Ist ja wunderbar.

- Was haben Sie gewonnen? - Einen Wettbewerb!

Ich habe so viel zu erledigen!

Ich muss packen. Ich muss zum Frisör.

J.B. Harland, der größte Krimiautor aller Zeiten.

Ich werde das Wochenende mit ihm verbringen.

- Miss DiPesto, in Männerbegleitung? - Nicht doch. Viel besser.

Besser als Männerbegleitung?

- Besser! - J.B. Harland. Den kenne ich.

- Schreibt Inspektor Donut Bücher. - "Inspector Dumais".

Ich, Miss Agnes DiPesto...

und J.B. Harland.

- Erklären Sie's mir später? - Nur, wenn Sie's mir jetzt erklärt.

Ich bin eingeladen worden, auf J.B. Harlands Mordzug mitzufahren.

Er macht das jedes Jahr.

Er und vier seiner engsten Freunde...

und der Gewinner des Geschichten-Wettbewerbs...

des Murder Mysterty Magazine...

verbringen genau 24 Stunden auf einem Zug nach nirgendwo.

Während dieser Zugfahrt ereignet sich irgendwann ein Mord.

Ich wünschte, ich hätte so was Aufregendes am Wochenende vor.

Die Einladung war in der Post verloren gegangen.

- Die Zugfahrt ist morgen. - Los, Sie haben viel zu tun.

Hier ist zwar schwer was los, aber wir werden's schon ohne Sie schaffen.

Danke.

Sie zwei...

sind echt klasse.

Sie sind sogar noch besser als klasse. Absolut supertoll sind Sie.

Wir finden Sie auch supertoll.

- Supertoll? - Tschüssi.

- Bis dann. - Bis dann.

Ich frage ja nur ungern, aber ich weiß ja nicht, wo der Zug hinfährt...

und ich möchte mein Auto nicht am Bahnhof lassen...

Maddie fährt Sie sicher gern.

- Samstagabend habe ich was vor. - Nie von Mitternachtsmesse gehört?

Wir kommen schon rechtzeitig zurück. Wir bringen Sie zusammen hin.

Mein Glücksstern ist im Steigen. Ich tanz den Schicksalsreigen

Die Zeit ist endlich da, schreit alle jetzt Hurra.

Ich werd den Zug besteigen.

- Supertoll. - Geht so.

Junge, ist das aufregend. Union Station.

Als ich das letzte Mal an einem Bahnhof war...

bin ich mit einem Zug gefahren. Das Leben ist schon verrückt.

Sie sind ja wirklich aus dem Häuschen.

Ich bin so stolz auf Sie...

dass J.B. Harland Ihre Geschichte gewählt hat.

Was haben Sie geschrieben?

Was J.B. Harland zum tollsten Krimiautoren aller Zeiten macht.

- Gewagtes Thema. - Fünf Seiten und mein Foto.

- Ihr Foto? - Ja.

Ich habe ihm ein Bild von mir im Büro geschickt.

Ich dachte mir, wenn er sieht, dass ich in einer Detektei arbeite...

- Da haben Sie wohl richtig gelegen. - Ich fasse es kaum.

Ich fühle mich wie Aschenputtel.

Dann sind wir wohl die Mäuse.

- Zu welchem Gleis müssen wir? - Mal sehen.

Hier steht bloß:

Ich sehe mal auf dem Fahrplan nach.

- Wozu so in Schale? - Reden Sie mit mir?

Nein, mit dem Penner da drüben.

Heißes Date?

Kommt drauf an, was Sie sich unter einem heißen Date vorstellen.

Kann der essen, ohne dass Sie es ihm vorkauen müssen?

Ich bin nicht hier, um über mein Privatleben zu reden.

Ich verabschiede mich von einer Freundin, dann will ich ins Theater.

Ins Theater. Ich wette, der Typ hat Sitze in der fünften Reihe für Cats.

Er hat einen Backstage-Pass. Da kann man nach der Show...

den Katzen die Ohren kraulen, während sie Haarbälle aushusten.

Warum konnten Sie mir nicht einfach viel Spaß wünschen?

- Viel Spaß. - Danke.

Wenn's Sie so glücklich macht.

Es ist ein Privatzug, auf Gleis 29.

- Prächtig. - Prächtig.

Prächtig!

Teppiche an den Wänden.

Muss anstrengend sein, hier Staub zu saugen.

"Liebe Miss DiPesto, willkommen in J.B. Harlands Mordzug.

Ich bin entzückt, Sie als meinen Ehrengast hier zu haben...

und ich freue mich darauf, Ihre Bekanntschaft zu machen.

Auf einen guten Kriminalfall.

Ihr ergebener Diener, J.B. Harland."

Ich halt's kaum aus.

- Wie läuft das mit diesem Spiel? - Ich weiß nicht genau.

Diese Gruppe trifft sich ein Mal im Jahr...

und jeder versucht, vor den anderen einen Fall von J.B. Harland zu lösen.

- Wer ihn löst, gewinnt. - Wo sind denn die anderen?

Vielleicht gehört das zum Fall.

Das ist ja der Sinn bei der ganzen Sache.

Man weiß nie so recht, was vorgeht.

Ich sollte mich vielleicht schon mal ein bisschen umsehen.

Danke, dass Sie mir mit meinem Zeug geholfen haben.

- Alleine hätte ich es nie geschafft. - Ohne Zeug geht's ja nicht.

- Viel Spaß! - Den werde habe ich bestimmt haben.

Recht vornehm, das muss man zugeben.

Innerhalb eines Jahres machen die hieraus bestimmt Eigentumswohnungen.

- Addison? - Ja ja, schon gut.

Ich werde mich bloß mal etwas umsehen.

Sehr elegant. Eigenes Kopfteil.

- Eleganter Knopf. - Was machen Sie da?

Ich will sehen, wie die funktionieren.

- Warum? - Weil sie nun mal da sind.

Stammt die Zeile nicht aus Mountains and Three-Minute Miles?

- Ich sage Ihnen mal was. - Oh Wunder.

Erinnern Sie sich an den Stromausfall 1965, als die Ostküste im Dunkeln war?

Ich habe es noch nie jemandem gesagt, aber dafür war ich verantwortlich.

Das überrascht mich kaum.

Als ich klein war, hat meine Mami mir immer gesagt:

"David, mach das Licht aus, in China sitzen die Kinder im Finstern."

Und ich habe das Licht nie ausgemacht.

Ich habe eine rebellische Ader, muss ich zugeben.

Eines Tages war ich bei einem Freund und dachte mir:

"Ich muss nach Hause, bevor Mom von der Arbeit heim kommt."

Gefährlich wie ich nun mal lebe, hatte ich das Licht angelassen.

Ganz ohne Grund. Geldverschwendung, Energieverschwendung.

Also steige ich auf mein Fahrrad, und radle heim so schnell es geht.

Ich muss ja vor meiner Mom zu Hause ankommen.

Ich komme an, trete auf die Bremse, lasse das Fahrrad fallen...

sehe nach oben, und das Licht ist immer noch an.

Ich sehe auch, dass meine Mom zu Hause ist. Sie hat nichts gemerkt.

Ich fische den Schlüssel aus meiner Tasche...

denke mir, ich schleiche hinein, mache das Licht aus, und alles ist ok.

Als ich in meine Tasche fasse, ist da kein Schlüssel drin.

Was bedeutet, ich muss klingeln...

was wiederum bedeutet, dass meine Mom aufmachen muss...

wobei sie an meinem Zimmer vorbei geht und sieht, dass das Licht an ist...

was ihr klar machen wird, dass ich nicht ihr leiblicher Sohn sein kann.

Ist ja eine fesselnde Geschichte.

Ich drücke also auf die Türklingel, und es macht "ding".

Das war's? Ist das die Geschichte?

Verstehen Sie nicht? Normalerweise macht unsere Türklingel "ding-dong".

Aber diesmal bloß "ding". Ich höre, wie es "ding" macht, drehe mich um...

und im ganzen Straßenblock geht überall das Licht aus.

Ich war's. Hatte das ganze Stromnetz mit meiner Zimmerlampe überlastet.

Das habe ich nie zuvor jemandem erzählt.

Kein Wunder.

Jedes Mal, wenn ich heutzutage einen Knopf sehe...

Na, drücken Sie ihn schon, bevor ich mir das noch länger anhören muss.

- Der Knopf gefällt mir. - Können wir jetzt gehen?

Angenehm. Feste Matratze. Da fühle ich mich wieder wie damals in San Quentin.

Soll ein Witz sein.

- Probieren Sie's mal aus. - Ich glaube Ihnen auch so.

- Maddie - David.

- Wissen Sie, was Ihnen fehlt? - Was denn?

- Spontaneität. - Stimmt. Gehen wir.

Kommen Sie. Setzen Sie sich zu mir.

- Warum? - Weil wir halt hier sind...

auf einem Privatzug mit einem schönen Bett...

mit Teppichen an den Wänden.

Außerdem habe ich Sie nett gebeten. Ich würde es für Sie auch tun.

- Aber dann gehen wir? - Dann gehen wir.

Na, sehen Sie.

- Hat doch gar nicht wehgetan, oder? - Nein.

Muss wirklich was Besonderes gewesen sein damals...

per Zug durchs Land zu reisen...

und sich anzuhören, wie der Zug durch die Landschaft rumpelt.

Das Geschick jedes Passagiers ein Geheimnis.

Jeder Wagen angefüllt mit der Möglichkeit von Machenschaften...

- Gefahr und Romantik. - Erzählen Sie mehr.

Wahnsinnsmahlzeiten, auf feinem Linnen dargereicht.

Drinks, die man schlürft während der Zug durchs Zwielicht schlüpft.

- Zwielicht? - Zwielicht.

Spüren Sie was?

Meine Nagelfeile, wie sie sich in Ihre Rippen bohrt.

Meine Güte, es ist bald Sonnenaufgang auf dem guten alten Addison-Flieger.

- Addison? - Falscher Knopf.

- Addison, tun Sie was. - Und was?

- Irgendwas! - Was?

- Das haben Sie mit Absicht gemacht. - Nein.

- Doch, wohl. - Nein, wirklich nicht.

Doch, doch, haben Sie wohl.

Miss.

Reden Sie etwa mit mir?

Sie müssen J.B.s Gast sein.

Sein Mordzug ist absolute Spitze.

Rodney nennt man mich, Mordfälle löse ich.

Auch, wenn's nur zum Spiel ist.

Ich heiße Agnes.

Aber meine Freunde nennen mich Miss DiPesto.

Hallo, Miss DiPesto.

Der Zug fährt ab.

Ich gehe lieber wieder in mein Abteil.

Wieso?

Ich weiß nicht.

Entschuldigung.

- Haben Sie wohl. - Nein, habe ich nicht.

- Doch, haben Sie. - Habe ich nicht.

- Doch, haben Sie. - Habe ich nicht.

- Doch, haben Sie. - Habe ich nicht.

- Haben Sie. - Habe ich nicht.

- Hallo? - Miss DiPesto!

Grandma?

- Nein, ich bin's, Maddie. - Und David.

Wir sind in dem Bett in der Wand.

Soll ich lieber gehen?

Nein, drücken Sie den Knopf und lassen Sie uns raus.

Welchen Knopf?

- Oh, den da. - Ja, den Knopf.

Hat's Ihnen auch gefallen?

Sie hat mich gezwungen. Ich fand, es war zu früh für uns.

- Wir fahren ab. - Muss das sein?

Ich lasse ungern alle meine Freunde zurück.

- Der Zug fährt! - Heiliges Jerusalem, sie hat Recht.

Lassen Sie sich mal was einfallen, wie ich wieder aussteigen kann.

Das erledige ich mit Freuden.

Ich schmeiße Sie aus dem Zug, wenn's nicht anders geht...

aber unterlassen Sie bitte alles, was nicht erotischer Natur ist.

Das ist nicht meine Schuld.

Ich bin nicht von gestern!

Stimmt, gestern habe ich mit ihr zu Mittag gegessen.

Vielleicht, wenn wir uns alle ruhig zusammen hinsetzen...

Maddie.

Weiß jemand, mit wem ich reden muss, damit der Zug angehalten wird?

Anhalten?

Diesen Zug?

Den J.B. Harland Mordzug?

Der Zugführer ist im Maschinenraum eingeschlossen.

Vor 24 Stunden hält der Zug nicht an.

- 24 Stunden? - Kein Grund zur Panik.

Wir haben Sie erwartet.

Ich bin J.B. Harland.

Wie Sie alle wissen...

wähle ich alljährlich einen Leser...

des Murder Mystery Magazin aus, um mit uns auf die Fahrt zu gehen.

Dieses Jahr ist unser Ehrengast Agnes...

- Maddie Hayes. - Sie sind Maddie Hayes, nicht wahr?

Janet, Sie müssen sich irren. Diese Dame heißt...

Maddie Hayes.

- Sind Sie nicht Agnes DiPesto? - Nein, das bin ich.

- Aber Sie sind auf dem Foto. - Auf welchem Foto?

Da, das bin ich.

David, wir sind alle ganz gut getroffen hier.

Nicht übel.

Da hätte ich auch gern eins von.

Sie sind nicht Miss DiPesto?

- Wer sind Sie dann? - Sie sind Detektive.

Geschäftspartner in der Agentur, für die ich arbeite.

Sie haben mich zum Bahnhof gebracht und jetzt sitzen sie auf dem Zug fest.

Also sind die beiden waschechte Privatdetektive? Ich fasse es nicht.

Entschuldigen Sie mich.

Willst du sie bloß anstarren, oder lädst du sie zum Bleiben ein?

Das ist absolut nicht drin.

J.B. hat diesen Fall für sechs Mitspieler geschrieben.

Außerdem gibt es bloß sechs Schlafabteile.

Fassen Sie das nicht falsch auf, aber wenn's nichts ausmacht...

würde ich gern aussteigen.

- Aussteigen? - Ich habe nichts eingepackt.

Zu diesem Mord kommen alle, ohne sich groß vorzubereiten, nicht?

Sie müssten nicht mal anhalten, bloß etwas langsamer fahren.

Wie ich bereits erklärt habe, ist das unmöglich.

- Rodney. - Ja?

Bringen wir unsere Gäste unter.

- Ok, J.B. - Dann ist ja alles klar.

Das werden 24 faszinierende Stunden.

Ich lasse Sie alle Ihre Angelegenheiten erledigen.

Heute Abend wird sich irgendwo auf diesem Zug ein Mord ereignen.

Bis dann...

genießen Sie Ihren Seelenfrieden.

- Kein übler Samstagabend. - Mit Ihnen rede ich kein Wort.

Dass wir hier festsitzen, war nicht meine Absicht. Aber wo wir nun mal...

Von "wir" ist hier keine Rede. Es gibt bloß Sie und mich.

Wo Sie nun mal hier sind, lassen Sie uns das Beste daraus machen.

Machen Sie allein das Beste daraus. Ich brauche keine Gesellschaft.

- Schön. - Schön.

- Ok. - Ok, schön.

Geheimnisvoller Zug, geheimnisvolles Frikassee. Meine Lieblingsspeise.

- Sie sind wirklich Detektiv? - Wirklicher geht's nicht.

David Addison.

David. Guter Name. Lässt sich leicht auf Torten schreiben.

Ich heiße Sebastian Rhodes.

Ich bin Bäcker.

Koch bin ich auch...

aber meine Spezialität sind Kuchen und Brote...

und Kriminalfälle.

Ich bin wirklich froh, dass J.B. Sie bleiben lässt.

Es wird mächtig Spaß machen...

gegen echte Privatdetektive spielen zu müssen.

Ja, ich komme beinah um vor Freude.

- Sie verstehen das hoffentlich. - Wie bitte?

Es ist nicht so, dass ich Sie nicht im Zug haben wollte.

Aber J.B. braucht einen Monat, um diese Fälle vorzubereiten...

und zwei lebendige Personen zu viel könnten alles durcheinander bringen.

Ich wüsste kaum, wo ich weniger gern wäre als auf diesem Zug.

Sie werden es kaum glauben, aber wir beide hätten fast zusammengearbeitet.

Ich bin Eigentümerin von Magic Night, der Parfümfirma.

- Ich hatte mich beworben als... - Als das Magic Night Girl.

Einmal war unser Haus... J.B. und ich hatten einmal ein Haus zusammen.

Wir haben damals zusammen gewohnt, will ich damit sagen.

Ich hatte überall Bilder von Ihnen hängen, um mich zu entscheiden.

Aber ich habe zu lange überlegt, und Blue Moon Shampoo hat Sie angestellt.

- Sie und J.B. Harland sind nicht...? - Nein, nicht mehr, nicht wirklich.

Wir besitzen zwei Häuser zusammen...

und er bleibt in dem, in welchem ich mich nicht aufhalte.

- Das tut mir Leid. - Braucht es nicht, ich bin glücklich.

Ich habe ja meine Chance gehabt.

Eines Abends vor sieben Jahren, auf einer dieser Zugfahrten...

hatte J.B. sich total mit Courvoisier voll laufen lassen.

Er hat um meine Hand angehalten...

aber ich war dumm und wollte zu viel.

Ich wollte einen nüchternen Heiratsantrag.

Letztendlich habe ich die Warterei aufgegeben.

Tja, genießen Sie den Mord, Maddie.

- Hallo. - Kommen Sie rein.

Gehört das alles Ihnen?

Das ist noch gar nichts. Sie sollten mal meine Wohnung sehen.

Sollte ich?

Nein, dass Sie müssen, habe ich damit nicht gemeint.

- Aber Sie könnten, will ich sagen. - Sicherlich.

- Wenn Sie wollten, heißt das. - Sicherlich.

Sie haben da eine wundervolle Geschichte über J.B. geschrieben.

Das hat ihm viel bedeutet.

War alles wahr. Er ist ein Genie. Ich lese seine Bücher seit Jahren.

Wirklich? Welches ist denn Ihr Lieblingsbuch?

Schwer zu sagen.

Wahrscheinlich Death Extension.

Ich konnte kaum aufhören. Das mit dem Lichtschalter war brillant.

Das beruhte auf einem Einfall, den ich während des Stromausfalls hatte.

In der Stadt, nicht bei mir.

Die Idee war von Ihnen?

Ja, ich berate J.B. in technischen Angelegenheiten.

Ich bin Experte für Kriminaltechnik.

Als Mann für Mordindizien, gewissermaßen.

J.B. ruft mich mitunter um 2 Uhr morgens an...

um zu fragen, ob Fingerabdrücke sich auf Götterspeise nachweisen lassen...

und Ähnliches.

Ich arbeite übrigens gegenwärtig an einer eigenen Geschichte.

J.B. hat mich wirklich sehr als Mentor ermutigt.

Ein wundervoller Mann.

Was ist das?

Das wird Bunsenbrenner genannt.

Sehr lebendig, sehr tödlich.

Miss DiPesto.

Auf eine schöne Frau...

einen guten Mordfall...

und auf den Mann, der uns alle zusammengebracht hat:

J.B. Harland.

Ich weiß, Sie reden nicht mehr mit mir...

aber Sie müssen doch zugeben...

dieser Zug, diese Nacht...

alles schwer romantisch.

Haben Sie denn nie von so was geträumt?

Von so einer Nacht, auf einem Zug wie diesem?

Doch. Aber diese Leute waren nicht dabei und Sie auch nicht.

Gefällt mir, wenn Sie so gemein zu mir sind.

Wann soll denn dieser blöde Mord nun eigentlich stattfinden?

Der Schrei kommt mir bekannt vor.

Ich glaube, er ist tot.

Hier sollten Sie heute Nacht nicht schlafen.

Vielleicht hat er was Falsches gegessen.

Vielleicht gehört das zum Fall. Vielleicht tut er nur so.

Fassen Sie den Mann nicht an. Wer weiß, wo der rumgelegen hat.

Ziemlich tot.

Das muss ein unglaublicher, irrer, perverser Scherz sein.

Das Leben folgt eben der Kunst.

Der Kunst? Dass ich nicht lache. Hier folgt das Leben dem Schund.

Wetten, dass seine Zunge einen guten Fliegenfänger abgibt?

Wie wär's mit etwas Respekt für den Verschiedenen?

Ich respektiere Sie, Rodney.

Es ist wirklich unglaublich. J.B. liegt hier tot...

und Sie tauschen Sticheleien aus.

Was sollen wir denn Ihrer Meinung nach tun?

Als Erstes sollten wir mal den Zug anhalten.

Geht nicht. Als ich damals 1977 den Nierenstein loswerden musste...

Sebastian, ersparen Sie uns das.

Was machen wir denn jetzt?

J.B. ist tot.

Und so wie's aussieht, hat einer von uns ihn kaltgemacht.

Mit fällt da etwas ein.

Seit 15 Jahren...

treffen wir uns regelmäßig hier, um einen Mordfall zu lösen...

einen Mordfall, den uns J.B. auftischt.

Der Zug hält erst in 22 Stunden an, Leute.

Mir gefällt's, mir gefällt's.

Wollen Sie andeuten, dass wir aus J.B.s Tod ein Spiel machen sollen?

Das ist bereits geschehen.

Ich stimme Sebastian zu.

Wir sind es J.B. schuldig, diesen Mord selber aufzuklären.

Davon abgesehen, wen wollen wir der Polizei lieber übergeben:

Eine Leiche oder einen lebendigen Mörder?

- Das ist doch pervers. - Und unklug.

Wir leisten hier doch dem Mörder Hilfestellung.

Wie sollen wir den Mörder finden...

wenn er oder sie nach Herzenslust die Indizien verfälschen kann?

Sie hat Recht. Sie sind doch alle Experten in Sachen Kriminalfällen.

Der Täter wird mit Genuss mit ansehen, wie Sie in die Irre geführt werden.

Was Sie sagen wollen, ist dass jemand die Ermittlung leiten sollte.

Jemand, der keine Verbindung J.B. hat.

Jemand, der kein Motiv hat.

- Jemand ohne Gepäck. - Ich glaube nicht...

Schon in Ordnung, Sie sehen gut aus.

Also, Leute...

mal sehen, wo wir anzufangen haben. Zunächst mal haben wir eine Leiche.

Verblüffende Beobachtung.

Aber keine Mordwaffe.

Hätte der Mörder die nicht aus dem Zug geworfen?

Gute Frage, Agnes. Nicht reden, Rodney.

David.

Oh, Mensch, jetzt schon?

- Gibt's hier eine Gefriertruhe? - Nein, das meine ich nicht. Es...

Magic Night.

- Er ist total davon umhüllt. - Damit umhüllt?

Wieso riecht er von Kopf bis Fuß nach Ihrem Parfüm, Janet?

Was meinen Sie wohl?

Das Hirn rast.

Das können Sie jemand anderem erzählen, Miss McCall.

Für Sie und J.B. sind die Frühlingsgefühle doch längst passé.

Wollen Sie etwa behaupten, ich hätte ihn umgebracht?

Ich frage mich, ob sie die Mordwaffe nicht in ihrem Abteil versteckt hat.

- In ihrem Abteil. - In meinem Abteil?

In Ihrem Abteil.

Lassen Sie mich ran.

- Sie muss in ihrem Abteil sein. - Sehen Sie überall nach.

Was rennen Sie denn alle? Was machen Sie denn?

Partner, warum sehen wir beide nicht da unten nach.

Sicherlich.

Das ist doch keine Ermittlung, das ist eine Inquisition hier.

Übersetzen Sie das mal.

Diese Leutchen werden sich gegenseitig kaltmachen.

- Na und? - Na und?

Fühlen Sie sich denn kein bisschen für sie verantwortlich?

Ich fühle mich verantwortlich, dabei wollte ich nicht mal mitfahren.

Wir können sie nicht einfach Anschuldigungen erheben lassen.

Einer von uns muss sie irgendwie beschäftigen...

bis dieser blöde Zug anhält.

- Wieso? - Wieso?

Meine Güte, scheren Sie sich denn um niemanden in diesem Zug...

- nicht mal um DiPesto? - Was ist mit ihr?

Sie ist doch so naiv.

Haben Sie bemerkt, in wessen Bett die Leiche abgelegt worden ist?

Sie kann hierbei zu Schaden kommen. Anschuldigungen, Sticheleien.

Ich kenne Sie. Wenn ihr etwas zustößt, werden Sie sich das nie verzeihen.

Nie? Nie ist lange hin, Maddie.

Für wie kaltblütig und gefühllos halten Sie mich?

Sagen Sie nichts. Schreiben Sie einen Aufsatz darüber.

Denken Sie etwas darüber nach.

Und jetzt gehen wir mal zurück zu Folge 88 von Dynasty...

und sehen, ob die Lage sich etwas beruhigt hat.

Was machen Sie da?

Es ergibt doch keinen Sinn. Alle wissen, dass ich J.B. liebe.

"Geliebt habe." Vergangenheit.

Geben Sie das her.

Skyler, Sebastian, Rodney, Sie alle...

zum letzten Mal, ich habe J.B. nicht umgebracht.

Ich gebe zu, das ich dazu Grund gehabt hätte.

Ich gebe zu, dass mir dann und wann danach zumute gewesen ist.

Es ist leicht, jemanden zu hassen, der Ihnen ewige Liebe schwört...

und Sie dann ignoriert, sobald Sie kleinste Fältchen haben.

Das Traurige daran ist...

dass J.B. mich wirklich geliebt hat.

Und das wäre ihm auch noch klar geworden, wenn...

einer von euch Idioten ihn nicht umgebracht hätte.

Was für eine überzeugende Darbietung. Ich bin ja so gerührt.

Seien Sie doch ruhig!

Ruhe! Ich hasse Sie!

- Männer sind alle Schweine! - Janet.

Schweine, die nicht wissen wie es ist, verlassen zu werden.

Männer werden nie verlassen.

Frauen werden verlassen, wie Spielzeuge, die man satt hat...

oder Autos, die nicht schnell genug fahren.

Mr. Harland hat Sie nicht verlassen. Sie sind doch in seinem Mordzug.

Ich habe ihm den Arm umgedreht, damit er mich wieder einlädt.

Die einzige Frau...

in diesem Zug, die ihn interessiert hat, waren Sie.

Na ja, eigentlich Sie.

Ich habe dich gehasst, Mr. J.B. Saftarsch.

Hört sich mir ganz nach Geständnis an.

Das ist es auch.

Ich gestehe.

Ich hätte ihn umbringen können.

Ich habe sogar darüber nachgedacht.

Aber ich war es nicht.

Ich kann mich nicht entsinnen, wann ich mich zuletzt so amüsiert habe.

Mann muss kein Sherlock Holmes sein...

um zu erkennen, dass alle schwer angespannt und müde sind.

Erklären wir einen zeitweiligen Waffenstillstand und ruhen uns aus.

Wir können uns gleich morgen früh wieder treffen.

Ich glaube, Miss Hayes hat Recht.

Morgenstund hat Gold im Mund.

- Stimmt wohl. - Kann sein.

- Na ja... - Ich glaube auch.

Ich bin dabei.

Sind alle in Ordnung?

Sebastian, Ihr Fuß ist auf meinem Gesicht.

Mein Fuß ist nicht auf Ihrem Gesicht.

Ich weiß, Sie können nichts sehen mit diesem Fleischberg...

den Sie zwischen Hals und Knien haben, aber Ihr Fuß ist auf meinem Gesicht.

- Gute Nacht, Miss DiPesto. - Gute Nacht, Rodney.

- Gute Nacht, Miss Hayes. - Gute Nacht, Skyler.

- Gute Nacht, Sebastian. - Gute Nacht, Janet.

Gute Nacht, John Boy.

Ich habe sie gefunden. Ich habe die Mordwaffe gefunden.

Sie haben sie gefunden? Wo denn?

In Skyler Cantrells Abteil natürlich.

David, diese Zugfahrt ist erst in acht Stunden vorbei.

Wie wollen Sie verhindern, dass die sich alle gegenseitig umbringen?

Ich glaube, Sie unterschätzen die Einfühlsamkeit...

und Reife dieser Gruppe. Die sind nicht hysterisch.

Vertrauen Sie mir, das wird schon hinhauen.

- Sind Sie sicher? - Absolut.

Ich habe Skyler sofort verdächtigt. Also bin ich rein geschlichen.

Hier.

- In seinem Rasierzeug. - Zäher Bart?

Sie will es ihm anhängen. Ist doch klar. Skyler hat kein Motiv.

Kein Motiv? Er hat J.B. gehasst.

Aber ich hasse immer alle.

Sie mussten ihn los werden, was?

Kniffliger Fall. Ich stehe jedenfalls vor einem Rätsel.

Wollen Sie etwa nicht wissen, wie...

Skys massive Spielschulden sich auf einmal in Luft aufgelöst haben?

Fahren Sie nur fort. Ich finde es lustig, wie Sie sich zum Affen machen.

Sie haben bis zum Hals drin gesteckt, nicht? Sie hatten schreckliche Angst.

- Habe schon mal besser geschlafen. - Und was haben Sie dann getan?

Sie sind zu J.B., um ihn um ein Darlehen zu bitten, nicht wahr?

- J.B. war mein Freund. - Und was hat Ihr Freund Ihnen gesagt?

Er hat gelacht und nein gesagt.

Er hat gesagt, dass er mich mit Freuden zappeln sehen würde.

Und was geschah dann?

Sagen Sie's Ihnen doch. Sie haben ja so eine Gabe für Geschichten.

Binnen Kurzem fanden Sie heraus, dass Ihr reicher Vater verschieden war...

und zwar an einem Herzanfall.

In einem etwas überhitzten Whirlpool.

Aber so kam das Opfer in J.B.s letztem Buch ums Leben.

- Woher haben Sie das gewusst? - Er war J.B.s technischer Berater.

Er hat alles durchgesehen, was J.B. schrieb.

Ist das wahr, Skyler?

Oh, ja.

Bloß, dass die einst liebreizende Miss McCall alles durcheinander bringt.

Mein Vater verschied im Mai.

Mr. Harland fing erst im Juli an, an dem Buch zu arbeiten.

Ich habe die Todesart nicht von ihm gestohlen, sondern er von mir.

Stimmen diese Daten, Rodney?

Ich weiß nicht.

Aber das lässt sich rasch im Büro nachprüfen, sobald der Zug hält.

Ja, sobald der Zug hält...

und Skyler Gelegenheit hat, mit seiner Erbschaft abzuhauen.

Lässt sich denn nicht jetzt irgendetwas machen?

Ich meine, können wir an dem Ding keine Fingerabdrücke suchen oder so?

Ich habe Puder und Pinsel dabei.

Sagen Sie mal, Sie machen das ganz gut.

Die meisten Leute versteifen sich dabei, und der Abdruck verschmiert.

Übung macht den Meister.

Wie lange machen Sie das schon?

Sie kennen sich ganz gut mit Petrischalen aus.

Ach, schon seit meiner Kindheit.

Ich habe mein erstes Mikroskop bekommen, als ich so klein war.

Zeigefinger, bitte.

Und Sie arbeiten ausschließlich für J.B. Harland?

Hat mich direkt nach dem Schulabgang angestellt.

Ich verdanke J.B. alles, um ganz ehrlich zu sein.

Er gab meinem Leben Sinn, hat meine Kreativität zum Ausdruck gebracht.

Ich wusste nicht mal, dass ich schreiben kann, bevor ich ihn traf.

Wir waren dabei, Tod durch Injektion für eine Geschichte zu recherchieren.

Ich habe ihm eine Liste der diversen Gifte und Todesarten gegeben.

Er hat sie mir an den Kopf geworfen.

Er hat gesagt: "Ich will keine Fakten, ich will eine dramatische Szene."

Das hat mich echt verletzt, wissen Sie.

Aber dann bin ich zurück in mein Labor gegangen...

und habe das Gift gefunden...

von dem ich meinte, es würde am besten funktionieren.

Und ich habe genau aufgeschrieben, wie der Mörder es anwenden würde.

Wie es aussehen würde, was er zu seinem Opfer sagen würde.

Am Tag darauf habe ich es ihm gegeben.

Er hat kein Wort gesagt.

Aber er hat es wortgetreu in seinem Buch benutzt.

Seitdem ist er für mich stets eine Art Mentor gewesen.

- Da hat es Sie erwischt, wie? - Ja.

Ich schreibe momentan sogar selbst einen Roman.

Krimi?

Was sonst?

Sie auch, was?

Rodney schlägt wieder zu.

- Was halten Sie so von ihm? - Von wem? Rodney?

- Finden Sie ihn merkwürdig? - Nicht merkwürdiger als andere.

Wieso? Ist irgendwas im Gange?

Oh, nein. Nichts im Gange.

- Vielleicht muss was in Gang kommen. - Ach herrje, ich weiß nicht recht.

Miss Hayes, man sieht mir's wohl nicht an, aber ich habe so einiges erlebt.

Wenn man genug erlebt, kriegt man manchmal Angst.

Wir haben alle Angst, Agnes.

Ach was, Sie doch nicht.

Ich nicht? Wieso nicht? Weil ich mal Modell war?

Meinen Sie, ich habe nie geheult, weil das Telefon stumm blieb?

Oder mich nie bei Nacht verliebt und dann herausgefunden...

dass ich ihn bei Tageslicht nicht ausstehen kann?

Meinen Sie, ich wäre nie verletzt worden? Das Lächeln ist meine Narbe.

Ich habe auch so einiges erlebt. Wir haben alle Angst, Agnes.

Aber das darf einen nicht davon abhalten, seinen Weg zu gehen.

Fassen Sie mich nicht an, ich bin steril.

Nicht, was Sie denken.

Sie machen das gut, Rodney. Werde Sie weiter empfehlen.

Sie sind ein Witzbold, Mr. Addison.

Das merkt man, wie?

Hat mir früher Sorgen gemacht, bis ich las, dass es genetisch veranlagt ist.

- Mr. Addison? - Ruft da jemand nach mir?

- Agnes DiPesto. - Die habe ich von Herzen gern.

- Erzählen Sie mir von ihr. - Was wüssten Sie denn gern?

Ich weiß nicht. Was immer Sie Lust haben, mir zu erzählen.

Mich hat noch nie eine Frau so angezogen.

Normalerweise bin ich Rodney, der Flatterhafte.

Sie wissen ja, wie Frauen sind.

Sobald sie hören, dass man Chemieingenieur ist...

laufen sie einem alle nach.

Aber diesmal ist es anders.

Ist sie wirklich das, was ich in ihr sehe?

Wollen Sie meine Meinung?

Am Abend vor DiPestos Geburt war Gott auf einer Superparty.

Gestatten Sie mir noch eine Frage. Antworten Sie bitte ehrlich.

Ich mag Sie, Addison.

Ich habe doch nicht eine im Auge, die schon in festen Händen ist, oder?

Ich verstehe nicht ganz.

Sie waren zuerst da.

Ich will Sie nicht anlügen, Rodney.

Wie es zwischen Ihnen gefunkt hat, war für mich schwer mit anzusehen.

Aber ich kann wohl nicht dem Schicksal im Wege stehen, oder?

Das ist sehr großmütig von Ihnen, Addison. Danke.

Benehmen Sie sich aber bloß anständig, junger Mann.

- Sie ist was ganz Besonderes. - Verlassen Sie sich drauf.

- Ich höre. - Gerade mal noch drei Stunden.

- Ta-ra! - Ta-ra was?

Was kann in dreieinhalb Stunden schon passieren?

Der gute alte Rodney ist schnell dabei.

Mr. Addison, Miss Hayes, ich habe was gefunden.

Es war unter einem Haufen Taschentüchern im Abfall.

Ok, zugegeben, das ist mein Hemd. Aber das ist ein falsches Indiz.

Das hat jemand da hineingetan, um mich schuldig erscheinen zu lassen.

Und es klappt.

Ich bin jedenfalls froh, dass Miss DiPesto das gefunden hat.

Sie sind alle so sicher, dass ich es war...

dass ich es beinahe auch geglaubt hätte. Aber das hier ist plausibler.

Ich hatte Sebastian von Anfang an im Verdacht, um ehrlich zu sein.

Ach, wirklich?

Absolut. Sebastian hat nie wirklich zu unserer Gruppe gehört.

Der ist nur aus Mitleid aufgenommen worden.

Das wussten doch alle, dass J.B. sich gern...

mit kriecherischen Bewunderern umgab.

Und Sebastian kann besser kriechen als eine Schildkröte.

Kommen Sie schon, Skyler.

Sprechen Sie sich ruhig aus.

Sie sind eifersüchtig.

Sie sind schon immer eifersüchtig gewesen.

Auf die tiefe Freundschaft, die mich und J.B. verband.

Du meine Güte.

Das Fett ist ihm ins Gehirn gesickert...

und verursacht ihm Wahnvorstellungen.

Kommen Sie schon, Sie wissen genau, was ich meine.

Zwischen J.B. and mir war etwas...

ganz Besonderes.

Ich kriege Karies, wenn ich mir dieses süßliche Getriefe nur anhöre.

Ich war mit J.B. befreundet.

Er hat mich geliebt.

Einmal sogar...

lud er mich ein, eine Wochenende mit auf seinem Anwesen zu verbringen.

Und als Sie da ankamen, was ist dann passiert?

Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Es war eine wundervolle Zeit.

Zum Kochen.

Das ist der einzige Grund, warum er Sie eingeladen hat.

Der einzige Grund, warum er sich mit Ihnen abgegeben hat, Sebastian.

- Das ist nicht wahr. - Er war geizig.

Er wollte Sie da haben, damit Sie für die richtigen Gäste kochen...

für die, die ihm wirklich wichtig waren.

Er hat so getan, als wären Sie ein Bediensteter.

Als ob er Sie nicht mal kennen würde.

Geben Sie's zu.

Er hat Sie erniedrigt.

Er hat Sie ausgenutzt, genau wie alle anderen in seinem Leben.

Deswegen hat er Sie auf sein Anwesen eingeladen...

und deswegen hat er Sie immer wieder zu dieser Zugfahrt eingeladen.

Als Koch.

Ich habe solchen Hunger.

Wie können Sie zu solchen Zeiten ans Essen denken?

Er konzentriert sich.

Ich könnte durchaus einen glasierten Schweinebraten wegputzen...

mit Süßkartoffeln...

und Erbsen.

Als ich klein war...

habe ich geglaubt, jede einzelne Erbse auf meinem Teller essen zu müssen...

weil ich nicht wollte, dass eine kleine Erbse von den anderen getrennt würde.

Wissen Sie, was ich immer gemacht habe?

Ich habe sie zerteilt, um zu sehen, ob sie dabei schreien würden.

15 Minuten. Nur noch 15 Minuten.

Tja...

die Fingerabdrücke sind glasklar sichtbar.

- Es gab sogar Blutspuren. - Gut, dass es Fingerabdrücke gibt.

Na los, Rodney, raus damit. Wer ist der Schuldige?

- Wer? - Wer?

- Wer? - Sie.

- Ich? - Sie.

Jetzt bin ich echt am Ende.

Es zittern mir die Hände. J.B. ist hin, ich bin die Mörderin.

- Welch eine grimme Wende. - Agnes.

Des Messers Abdruck weist auf mich. Mein Leben vorbei, wie fürchterlich.

Wenn ich vorm Henker steh, dann schrei ich weh, oh weh.

- Oh, jemine, oh jemine! - Agnes.

Lassen Sie uns mal nachdenken.

Tut mir Leid. Ich will ja niemanden stören...

aber worüber denken wir nach?

- Den Mord, die Indizien, die Details. - Einen guten Anwalt.

Schon gut, Sie haben getan, was Sie konnten.

Kommen Sie mich im Knast besuchen?

- Im Knast? - Jetzt kapiere ich.

- Ich weiß, wer der Mörder ist. - Wirklich?

Ja. Rufen Sie diese Kloßköpfe im Clubwagen zusammen.

Ja, Sir, Mr. Addison. Ich möchte noch eben sagen...

ich war mir sicher, dass Sie die Antwort finden würden.

Also, wer ist es denn?

- Nicht Sie. Und ich auch nicht. - Addison?

- Und nicht Miss DiPesto. - Wer dann?

Der Butler kann es auch nicht gewesen sein, weil J.B. keinen hatte.

Sie fragen sich sicher, warum ich Sie alle hergebeten habe.

Das wollte ich immer schon mal sagen.

Ich bin hier, um Ihnen zu sagen...

dass der Mörder hier im Raum ist, und es ist nicht Miss DiPesto.

Wollen Sie hier nicht bloß die Schuld Ihrer Sekretärin vertuschen?

Alle Indizien weisen auf sie hin.

Die Leiche in ihrem Bett, die Fingerabdrücke auf dem Messer.

Die Fingerabdrücke, die auf so praktische Weise auftauchten...

als wir alle gerade müde und verwirrt waren.

Gerade, als wir alle bereit waren, uns überzeugen zu lassen.

Was wollen Sie damit sagen?

Immer mit der Ruhe, Rodney.

Sollten Sie nicht auf Herz und Nieren geprüft werden, wie alle anderen?

Ok. Ok.

Aber ich will bloß klarstellen, dass mir...

Miss DiPesto ebenso viel bedeutet wie Ihnen.

Wissen Sie...

acht Jahre lang für jemanden zu arbeiten, ist eine lange Zeit.

Es ist doch überraschend, dass jemand mit so viel Einfluss wie Harland...

Ihnen nicht früher geholfen hat, Ihre Bücher zu veröffentlichen.

Oder hat er Ihre Bücher veröffentlicht? Letztendlich...

haben Sie ihm ja die Verbrechen geliefert, die Indizien, die Lösungen.

Durch den Mord an ihm...

wären Sie von J.B. Harland befreit worden...

und hätten auf die Weise ein für alle Male Ihre Intelligenz bewiesen.

Nicht übel.

Aber Sie haben nicht den geringsten Beweis.

Habe ich wohl, und Sie haben ihn mir gegeben.

Ich dachte mir, was wirklich passiert war, als ich die Leiche im Bett sah.

Aber einen schlauen Burschen wie Sie konnte ich nicht ertappen, Rodney.

Also musste ich Sie sich selber ertappen lassen.

Sie haben diese Fingerabdrücke als die von Miss DiPesto identifiziert.

Aber ich hatte sie abgewischt, bevor ich Ihnen das gegeben hatte.

Die einzigen Fingerabdrücke hier drauf waren von mir.

Das haben Sie aber nicht überprüft, weil es nicht nötig war.

Sie wussten, dass keiner hier Ihre Behauptung anfechten können würde.

- Wie ich das gemacht habe? - Ich will bloß wissen, warum.

Tut mir Leid, dass es so ausgehen muss, Miss DiPesto.

Ich habe Sie wirklich gemocht.

Die Liebe ist nicht einfach.

Es ist ja wohl klar, dass es in Miss DiPestos Interesse wäre...

wenn Sie nicht versuchen würden, mich aufzuhalten.

Wischen Sie das ab. Da sind DiPestos Fingerabdrücke drauf.

Addison!

- David. - Er ist weg. Sehen Sie da drin nach.

David.

- Was machen Sie? - Bleiben Sie drin!

Tun Sie das nicht. Addison!

Ich habe Ihnen doch gesagt, Sie sollen drin bleiben.

- Ich habe schon genug am Hut. - Addison, kommen Sie zurück!

Rein mit Ihnen! Warten Sie!

Was machen Sie da?

- Sie sollten wissen, er hat eine... - Waffe!

Sie wissen nicht, wann Sie aufgeben müssen, was, Addison?

- Doch. Gehen wir wieder runter. - Bleiben Sie, wo Sie sind.

Ich will nicht noch jemanden umbringen müssen.

Rodney, wir fahren auf einen Tunnel zu!

Sicher doch.

Rodney, wenn Sie als Graffiti enden, bricht es Ms. DiPestos Herz.

Drehen Sie sich doch mal um und sehen Sie selbst?

Rodney, ich sage Ihnen, ducken Sie sich sofort, oder...

man findet Sie zwischen "Bob liebt Mary" und "Jesus der Erretter" wieder.

Passen Sie auf! Rodney!

JESUS DER ERRETTER - BOB LIEBT MARY

Es ist vorbei, Maddie, Sie können die Augen wieder aufmachen.

- Sagen Sie's ihr. - Sie können die Augen aufmachen.

Richtig supertoll, oder nicht?

Richtig supertoll, ja.

- Ich belästige Sie nur ungern. - Kein Problem.

Sie sind ja sehr spät noch hier.

Ich weiß, aber da macht mir etwas noch Gedanken.

Ich muss mit jemandem reden, von Frau zu Frau.

- Frau zu Frau? - Frau zu Frau.

Es ist Ihnen vielleicht nicht aufgefallen...

aber während der Fahrt in J.B. Harlands Mordzug...

entwickelte sich eine tiefe, bedeutsame Beziehung zwischen mir...

- und Rodney... - Rodney Dillon.

Sie haben's bemerkt.

- Leidenschaft ist nicht zu verbergen. - Wohl nicht.

Sie wissen ja wohl...

dass sein Terminkalender für die nächsten 30 Jahre etwas voll ist.

22, bei guter Führung.

So was erinnere ich mich auch gehört zu haben.

Ich habe mich gefragt...

- Na ja... - Ja?

22 Jahre sind eine lange Zeit.

Kann man wohl sagen.

Und Donahue zufolge bin ich körperlich und sexuell auf der Höhe...

- und zwar genau jetzt. - Donahue muss es wissen.

Sie kennen doch den Herrn, der morgens immer Sandwichs verkauft?

- Mr. Sandwich? - Er heißt Neil.

Er will mich zum Abendessen ausführen. Und nicht bloß Sandwichs.

- Warmes Essen. - Warmes Essen?

Ist das Rodney gegenüber fair?

- Er wollte Ihnen einen Mord anhängen. - Ja, ich weiß.

Außerdem ist ein Abendessen noch keine Romanze.

- Ja, ich weiß. - Ich würde gehen.

- Wirklich? - Ja.

In den 80er Jahren hat man's nicht leicht als ledige Frau, was?

Na ja...

danke für den Rat. War supertoll.

Ich gehe wohl mal nach Hause und rufe Mr. Sandwich an.

- Gute Nacht, Agnes. - Bleiben Sie nicht zu lange.

Bestimmt nicht.

Untertitel: SDI Media Group

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