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Original subtitles

* Titelmusik *

Martina Seiffert

Joachim (Jo) Stoll

Selma Kirsch

Rico Sander

* Kamera-Auslöser *

* Kamera-Auslöser *

* Kamera-Auslöser *

* Musik: Kaleo mit "I can't go on without you" *

# "Well they thought they were made for each other"

"One thinking of one another" # (Mann) Super!

Handkuss. * Kamera-Auslöser * So, jetzt,

sehr schön. Das Leben ist schön, küsst euch!

Ja, so, Schritt zurück, bitte.

Ganz toll! Zurück, bitte, zurück, zurück, zurück. Vorsicht, Stufe!

* Sie schreit. *

* dramatische Musik, Song im Hintergrund *

# "We don't want that"

"We don't want that"

"We don't want that"

"Oh no"

"I can't go on without you"

"I can't go on without you" #

Tag, Herr Förster.

Was haben Sie für uns? Also, da oben eine geplatzte Trauung

und ein paar ruinierte Hochzeitsfotos.

Schicke Mütze übrigens.

Danke.

Was noch? Und hier haben wir 'n Schädelbasisbruch.

Vermutlich durch einen Sturz.

Und Anzeichen für Fremdverschulden haben wir auch? Ja,

verwischte Schuhspuren hier oben, wie von einer Auseinandersetzung.

Außerdem hatte sie nur noch einen Ohrring.

Der andere wurde ihr vom Ohrläppchen gerissen und ist verschwunden.

Und wissen wir, wer sie ist? Leider nein.

Sie hatte keine Papiere bei sich. Aber zumindest das hier.

Warum machen Menschen eigentlich so 'n Bimbamborium,

wenn sie heiraten? Weil...

weil sich Paare an diesem Tag vor aller Welt versprechen,

dass sie für immer zusammenbleiben wollen.

Die meisten Menschen wollen das feiern.

Also, die feiern heute nicht mehr.

Was macht 'n deine Amelie?

Amelie, die ist in China. Die... Warum überhaupt meine?

Vermisst du sie nicht? Martina,

ich seh die fast täglich im Chat. Das ist dasselbe?

Natürlich nicht. Optik und Akustik sind da leider stark eingeschränkt.

Du bist 'n Romantiker!

Das ist 'n technisches Problem und hat nichts mit Romantik zu tun.

Stimmt.

Susanne Schmid.

Schurwaldstraße.

Das ist am andern Ende von Stuttgart.

Da können sich Selma und Jo drum kümmern.

Da kann sich Selma drum kümmern.

Ich sag Jan Bescheid.

* melancholische Musik *

* melancholische Musik *

* lautlos *

* melancholische Musik *

* lautlos *

Jemand was von Stoll gehört? Er geht nicht ans Telefon.

Wir fuhren auch hin, aber er schickt einen einfach von Bord.

Ich glaube, er will für sich sein und in Ruhe nachdenken.

Das ist doch Wahnsinn! Das war alles nicht seine Schuld.

Ich fürchte, das sieht er anders. Versuch's doch bitte noch mal.

So, was haben wir? Das Opfer heißt Susanne Schmid,

28 Jahre alt.

War sie 'n Model? Nein, Psychologiestudentin.

Beim Narzissmus-Seminar hat sie wohl gefehlt.

Hat sie vorher noch was anderes gemacht?

Soweit wir wissen, nicht. Sie war im 20. Semester.

Da scheint sie bei allen andern Seminaren auch gefehlt zu haben.

Ungewöhnlicher Lebensstandard für 'ne Studentin.

Hat sie reiche Eltern? Die Mutter starb vor vier Jahren

und der Vater unbekannt verzogen. Zumindest ist er nirgends gemeldet.

Vielleicht lebt er im Ausland. Kannst du rausfinden,

ob's da noch Kontakt gab? Ist ja seine Tochter. Mach ich.

Was haben wir noch? Jan ist noch nicht fertig mit ihrer Wohnung,

aber er gab mir vorhin das hier.

Das ist ein Vertrag mit der Agentur Hopp & Ex.

Was ist das? Eine Schlussmacher-Agentur.

* spannende Musik *

* Klopfen *

Also, für 'ne Paartherapie sind Sie hier falsch.

Seiffert, Kripo Stuttgart. Mein Kollege Sander. Herr Hopp?

Ja, kommen Sie rein.

Setzen Sie sich.

Danke. So.

Was kann ich für Sie tun?

Von Ihrem Geschäftsfeld hab ich, ehrlich gesagt, noch nie was gehört.

Also, im Prinzip ist es ganz einfach:

Wenn Sie frisch verliebt sind, dann ist alles wundervoll.

Bleibt ja nicht so. Ja, irgendwann kommt der Alltag,

kommen die Probleme, man hat keinen Sex,

es wird gemeckert und ehe Sie sich versehen,

ja, wachen Sie auf neben Ihrer Traumfrau oder Ihrem Traumprinz

und dann liegt da plötzlich 'n Frosch.

In dem Moment komm ich ins Spiel.

Ja, wer hat schon Lust, dieses letzte Gespräch zu führen?

Wenn man der ehemals geliebten Person in die Augen sehen muss

und sagen muss: Es ist vorbei.

Ich... ich mach Schluss.

Ex & Hopp.

Hopp & Ex. Ist 'n Wortspiel. * Er lacht. *

Na ja, jedenfalls mach ich aus einem unglücklichen Paar

zwei glückliche Singles. Das ist 'ne Win-Win-Win-Situation.

Das ist 'ne sinnvolle Serviceleistung. Exakt.

Sie brauchen aber jemanden, der seinen Job wirklich liebt, ja?

Jemand, der bereit ist, dahin zu gehen, wo's wirklich wehtut.

Jemand, der diese traurige Nachricht in letzter Minute,

mit sehr viel Fingerspitzengefühl, unter die Latte hämmert.

Peter Hopp aka "der Ronaldo" unter den Schlussmachern.

Sehen Sie zum Beispiel hier, ja? Modell "Avanti".

Ihr ehemaliger Zukünftiger, beziehungsweise umgekehrt,

bekommt von uns an drei Tagen hintereinander eine SMS

mit dem Inhalt: Die Beziehung ist beendet.

Kurz und knackig unter die Latte gedribbelt,

und der Wechsel Ihrer Mobilfunknummer ist im Preis mit inbegriffen!

19,95 Euro!

Ich seh grad, Sie schielen hier auf unser etwas teureres,

aber durchaus rentables Angebot "der letzte Seufzer".

Sie verbringen noch mal einen wunderschönen Abend zusammen

mit Ihrer ehemalig Geliebten, haben noch mal richtig guten Sex!

Ich?

Wenn Sie die Wohnung verlassen und sich wieder anziehen,

beginnt unsere Arbeit: Wir beenden die Beziehung stilvoll am Telefon!

Ich glaub, ich hab's verstanden. Schön.

Wir sind wegen einer Ihrer Kundinnen hier: Susanne Schmid.

Ach,

Frau Schmid, ja.

Die hatte "Public Viewing".

Bitte, was? Oh,

das ist der Renner unter den Damen von Welt.

Sehr dramatisch.

Sie vereinbaren mit Ihrem Ex einen öffentlichen Treffpunkt,

nur dass Sie da niemals auftauchen, stattdessen:

Hallo, Hopp und Ex. Bumm!

64,95 Euro.

Und das nehmen die Ex-Partner einfach so hin? Na ja,

Sie brauchen natürlich schon so 'n bisschen psychologisches Feingefühl.

Herr Veith,

darf ich Markus sagen? Hallo.

Nein. - Herr Veith.

Susanne schickt mich. Sie wird heut nicht kommen.

Sie wird überhaupt nie wiederkommen. Es ist aus!

Der öffentliche Ort ist dafür perfekt geeignet,

diese Anonymität, das schafft für mich einen Raum,

um Vertrauen aufzubauen. Diesen guten Willen herzustellen.

Ich agiere letztendlich als guter Freund.

Und das klappt? Ich geb mir Mühe.

Passen Sie auf: Wissen Sie, diese Person,

ich bin quasi so was wie der große Bruder.

Ich nehme die Person in den Arm, ich bin da und sag:

"Hey, ja, du bist grad tief gefallen, ich hör dir zu,"

"und weißt du was:"

"Das Leben schlug dir ins Gesicht, aber du stehst wieder auf."

"Du kommst immer wieder hoch."

Herr Veith, überlegen Sie, was Sie da tun. Herr Veith!

Herr Veith, entspannen Sie sich! - Arschloch!

Hilfe! - Was willst du?

Was willst du? * Stimmengewirr *

Ja, ist gut, ist gut.

Ja, ist gut.

* schreit * (Hopp) Die Leute haben gar nicht die Möglichkeit...

* schreit * ...zu verarbeiten, was da gerade so passiert.

So war das letztendlich auch bei Susannes Ex, ja?

Ich ging da rein, ich beendete die Beziehung,

also, wir gaben uns die Hand und dann bin ich gegangen.

Wenn das so einfach war,

warum hat Frau Schmid nicht selbst die Beziehung beendet?

Na ja, wissen Sie, manche Dinge überlassen wir lieber den Profis.

Jetzt würd ich aber auch gerne wissen,

warum Sie mir diese ganzen Fragen stellen.

Weil Frau Schmid gestern getötet wurde.

Was?

Wir müssen wissen, mit wem Sie für Susanne Schmid Schluss machten.

Der Mann heißt Markus Veith.

* spannende Musik *

* Autotür schließt. *

Markus? - Ja? - Polizei. Ist was passiert?

* Piepsen *

Keine Ahnung.

Hallo. Kirsch, Kripo Stuttgart.

Veith.

Können wir kurz alleine sprechen? Warum?

Ich glaub, es ist besser, wir sprechen unter vier Augen.

Schon gut, wir haben keine Geheimnisse voreinander.

Es geht um Susanne Schmid.

Sie kennen Frau Schmid? Ich kenne sie.

Nicht persönlich, aber... ja.

Dann wissen Sie, dass Ihr Mann und...

Sie hatten ein Verhältnis.

Wären Sie so freundlich, uns mitzuteilen, was das Ganze hier soll?

Frau Schmid wurde tot aufgefunden,

und wir gehen von Fremdverschulden aus.

Wie... was ist denn passiert?

Das versuchen wir jetzt rauszufinden.

* dramatische Musik *

Ja. Das musste ja so kommen...

Was meinen Sie damit?

Susanne war...

wie sagt man... flatterhaft.

Flatterhaft? Heißt was genau?

Sie hatte viele Männerbekanntschaften.

Eine davon waren Sie. Ja,

eine Dummheit, die ich sehr bereue. Ich hab Nadja alles gebeichtet.

Das stimmt. Wir gehen deswegen zur Paartherapie.

Wir wollen noch mal ganz von vorn anfangen.

Wo waren Sie gestern Abend gegen 23 Uhr?

Hier. Bei meiner Frau.

Können Sie das bestätigen? Das stimmt. Er war hier bei mir.

Den ganzen Abend. Und die ganze Nacht.

Jo?

Wir vermissen dich.

Ich weiß nicht, ob ich zurückkommen kann.

Mach keinen Fehler!

Das wär nicht mein erster. Es ist nicht deine Schuld.

Ja,

es ist aber auch nicht so einfach. Meine Freundin ist tot

und ich habe ihre Mörderin erschossen,

ohne sie fragen zu können, warum sie Henriette...

Lass dir helfen.

Bitte, komm zurück ins Team, Jo. Wir brauchen dich.

Das kann ich nicht.

Und? Ich weiß nicht, was ich noch machen soll.

Richard versucht noch mal, mit Jo zu sprechen.

Also, ich denke, wir sollten ihn in Ruhe lassen.

Haben wir was zu Herrn Veith? Ja.

Zwei Jugendstrafen wegen Körperverletzung

und zwei neueren Datums wegen häuslicher Gewalt.

Die eine ist vom vergangenen Jahr,

die andere von erst vor ein paar Wochen.

Seine Frau? Ja, und sie hat die Anzeige zurückgezogen.

Praktisch. Jetzt gibt sie ihm sein Alibi.

Vielleicht finden wir ja den Riss in der Fassade.

Riss, das ist mein Stichwort. Der Ohrring,

der dem Opfer aus dem Ohr gerissen wurde bzw. sein Pendant.

Der hat's in sich: ein Diamant mit ganz besonderem Schliff.

Hearts and Arrows.

Hier. * Räuspern * In die Oberfläche sind acht Pfeile

und acht Herzen punktsymmetrisch eingearbeitet.

Das kann nicht jeder. Und es hat seinen Preis.

Wie viel kostet so 'n Ohrring? - 10.000. Wow. Minimum.

Frau Schmid hatte einen verdammt teuren Lebensstil.

Herr Veith sagt, sie hatte diverse Männerbekanntschaften.

Sie hat sich aushalten lassen.

Diesbezüglich hätt ich vielleicht was.

Ich sah mir mal ihr Bankkonto näher an.

Durchaus gefüllt. Bareinzahlungen, Überweisungen etc., etc.,

aber es gibt auch 'ne monatliche Einzahlung in Höhe von 3000 Euro.

Immer zum Monatsersten. Hat sie doch nebenher gearbeitet?

Na ja, das Geld stammt von 'ner Steinbeck GmbH.

Und was machen die? Das ist 'n Pflasterbetrieb.

(Mann) Das kann doch nicht sein!

Meine Susanne?

Die kann doch nicht tot sein!

Ich versteh das alles nicht. Das tut mir leid, Herr Steinbeck.

In welcher Beziehung standen Sie zu Frau Schmid?

Wir waren ein Paar.

Ein Liebespaar?

Ja. Wieso?

Sie überwiesen der Frau Schmid im Monat 3000 Euro. Na und?

Ich kann doch mit meinem Geld machen, was ich will.

Aber uns interessiert, was sie im Gegenzug für das Geld tun musste.

Wollen Sie damit sagen, dass meine Susanne 'ne Hure war?

Das wollte er nicht sagen. Natürlich will er das!

Ich seh's ihm doch an! 'n Typ wie ich

und eine Göttin wie sie, da muss doch Geld im Spiel sein.

Weil jemand wie ich niemals eine Frau wie sie haben wird,

wenn er nicht dafür zahlt! Haben Sie oder haben Sie nicht

der Frau Schmid im Monat 3000 Euro überwiesen?

Ich habe Susanne geholfen.

Sie hat studiert,

sie wollte ihre eigene Praxis eröffnen.

Soll jemand wie sie im Discounter an der Kasse landen?

Jemand wie Susanne verdient nur das Beste.

Und ich lasse nicht zu, dass Sie sie posthum mit Dreck bewerfen.

Wie haben Sie Frau Schmid denn kennengelernt?

Ein Mal im Jahr gibt es ein Unternehmertreffen.

Da war sie plötzlich.

Wir kamen ins Gespräch

und sie war ganz begeistert vom Pflasterhandwerk.

Jedenfalls versprach sie mir, sich meinen Betrieb anzusehen...

tja,

und dann kam eines zum andern.

Außer den 3000 Euro bedachten Sie sie noch mit weiteren Zuwendungen?

Wie meinen Sie das? Haben Sie ihr Schmuck geschenkt?

Solche Ohrringe zum Beispiel?

Nein, die sind nicht von mir.

Von wem sind 'n die?

Das wissen wir nicht.

Sicher 'n Erbstück.

Ja, das wird's sein.

Wo waren Sie gestern gegen 23 Uhr?

Zu Hause. Gibt's dafür Zeugen?

Nein.

Ich lebe allein.

* laute Jazz-Musik *

* Klopfen *

Es ist zu laut!

* Schaltet die Musik aus. *

Interessant, Musik ist also auch nicht so deins. Verstehe, na gut.

Also dann, Frau Schmid, wie schon vermutet,

Schädelbasisbruch mit subduraler Einblutung

zwischen Dura Mater und Arachnoidea. Neu ist allerdings:

Da ihr jemand ante mortem den Ohrring rausgerissen hat,

dacht ich mir, schau doch mal unter den Nägeln nach,

ist ja gut möglich, dass 'n Kampf stattfand. Und?

Sensationelle Idee von mir, ich fand Hautpartikel

unter den Nägeln. Sie muss also ihr Gegenüber gekratzt haben.

Allerdings ist die Auswertung der DNA-Ergebnisse noch nicht durch.

Ich glaub, ich weiß, wen sie gekratzt haben könnte.

Ich hab das Gefühl, dass Sie uns nicht die ganze Wahrheit sagen.

Wieso? Zeigen Sie uns bitte mal Ihren rechten Arm?

Wir können das auch erzwingen. Ganz wie Sie wollen.

Höher.

Haben Sie 'ne Erklärung dafür?

Natürlich hab ich 'ne Erklärung dafür, ich...

Ich hab...

Wir fanden unter den Fingernägeln von Frau Schmid Hautreste.

Wenn wir die nun mit Ihrer DNA abgleichen,

haben wir in Kürze ein Ergebnis. Wenn Sie uns jetzt anlügen...

Wir haben uns gestritten. Wann?

Vorgestern. Und worum ging es?

Frau Schmid war mit der Höhe der Rechnung unzufrieden.

Ich dachte, Sie bieten Trennungen zum Festpreis an?

Nur manchmal entstehen eben Zusatzkosten. Zum Beispiel?

Wenn noch was abgeholt werden muss

oder wenn ich zusätzliche Leistungen in Rechnung stellen muss.

Ich dachte, Sie sind der "Ronaldo" unter den Schlussmachern,

der jeden Abschluss unter die Latte hämmert?

Ja, im Fall von Herrn Veith ist das halt alles komplizierter verlaufen.

Ja, ich...

Es hat länger gedauert, ich wollte das honoriert sehen.

Frau Schmid kam zu mir ins Büro und war da anderer Meinung.

Wir stritten und dann ist sie rausgestürmt,

und in dem Moment wollt ich sie sanft aufhalten

und sie hat mich gekratzt. Wo waren Sie gestern gegen 23 Uhr?

In meiner Stammkneipe. In Bernds Kneipe.

Wir überprüfen das. Wiedersehen.

Was ist 'n mit dem Alibi von diesem Dings, diesem... Hopp! Ja.

Das scheint zu stimmen.

Allerdings erreichte ich nur die Aushilfe. Der Chef ruft zurück.

Sind wir fertig mit Frau Schmids Wohnung?

Ich gehe die sichergestellten Sachen nachher durch,

aber in ihren Kalender hab ich schon mal geschaut.

Der Dienstag und der Freitag gehörten Herrn Steinbeck.

Der Montag gehörte Herrn Veith.

Zumindest war das so bis vor zwei Wochen.

Früher im Jahr tauchen noch andere Namen auf,

aber die verschwinden.

Interessant sind die Telefondaten von Frau Schmid:

Herr Veith hat Frau Schmid

immer wieder, bis kurz vor ihrem Tod, noch angerufen.

Vielleicht wird das der Riss in der Fassade

und wir können an seinem Alibi rütteln.

Ich hab Sie beide heute Nachmittag so verstanden,

dass Sie noch mal von vorn anfangen wollen.

Was meinen Sie?

Ist es nicht Sinn einer Paartherapie, dass man das ändert,

was zur Beziehungskrise geführt hat? Natürlich.

Dann frag ich mich, warum Sie Frau Schmid immer weiter anriefen.

Sie hatte noch Sachen von mir. Was für Sachen?

Na ja, Sachen.

Zahnbürste, Deo, Klamotten.

Und deswegen ruft man jemanden immer weiter an?

Susanne war leider sehr kindisch.

Alles, was wir bisher von ihr wissen,

deutet überhaupt nicht darauf hin, dass sie sich je kindisch verhielt.

Was wollen Sie überhaupt von mir?

Ich frag Sie das jetzt noch mal: Wo waren Sie gestern Abend?

Bei meiner Frau.

Wann genau haben Sie denn von der Affäre Ihres Mannes erfahren?

Nachdem er ein Wellnesswochenende mit ihr verbracht hat.

Ich hab's auf einer Kreditkartenabrechnung entdeckt.

Und dann?

Ich hab ihn zur Rede gestellt. Wir haben furchtbar gestritten,

aber irgendwann hat er alles zugegeben.

Und danach haben Sie die Paartherapie begonnen? Ja.

Sie sind davon ausgegangen, dass die Affäre beendet war.

Natürlich. Wussten Sie,

dass Ihr Mann Frau Schmid noch bis kurz vor ihrem Tod

immer wieder angerufen hat? Das ist nicht wahr!

Doch, das ist wahr. Es tut mir leid, ohne jeden Zweifel.

Ich stelle Ihnen jetzt eine Frage und ich möchte,

dass Sie Ihre Antwort sehr genau überdenken.

War Ihr Mann gestern Abend zu Hause?

Frau Veith?

* ruhige Musik *

* ächzt *

"Jenny!"

"Jenny!"

* keucht *

* schluchzt *

* Sie stöhnt. * Stehen bleiben!

* kurzer Aufschrei *

Jenny! Jenny, es ist vorbei!

* Schuss, dramatische Musik *

* Klopfen *

Durst?

* Jo pustet. * - Immer...

Du hast schon ohne mich angefangen. (leise) Ja.

Dann brauch ich ja nicht zu fragen, wie's dir geht?

Tut mir leid.

Weißt du, woran ich die ganze Zeit denken muss?

An den Tag, an dem sie verschwunden ist.

Ich bin morgens kurz weg, um Croissants zu holen

und als ich wiederkam, da war sie weg.

Und wir waren dann abends in der Kneipe. Wir schauten Fußball.

Natürlich wunderte ich mich,

warum sie einfach so vor dem Frühstück verschwunden ist,

* seufzt * aber ich dachte mir, das wird sich irgendwie aufklären.

Vielleicht ist ihr Handy kaputt oder so.

Jetzt denk ich die ganze Zeit darüber nach,

was für 'n Polizist ich eigentlich bin.

Ich...

Ich schau Fußball, trinke Bier,

während Henriette im Wald verscharrt wird.

Vielleicht hab ich was für dich.

Ein Kunde von mir.

Ein guter Typ und vor allem ein Geschäftsmann.

Der hat 'n Bootsverleih am Bodensee.

'n Bootsverleih?

Ja, der sucht händeringend gute Leute,

der sucht 'n Geschäftsführer.

Guten Morgen. Morgen, Selma, du schon hier?

Morgen. Ja, ihr wisst ja, der frühe Vogel fängt den Wurm.

Ich hab auch schon einen.

Ich hab mal die Namen aus Susanne Schmids Notizbuch abtelefoniert.

Sie zog eigentlich mit allen dasselbe ab wie mit Steinbeck

und mit Veith. Einem dieser Männer fiel auf,

dass sie irgendwie nie über ihren Vater reden wollte, er vermutet,

weil er im Knast saß. Mhm. Weswegen?

Das find ich noch raus, wenn ich genau weiß, wann und wo.

Aber der Vogel hat noch was gefangen? Ja.

Abi 2008.

Fotos der Klasse 13. Jetzt ratet mal,

wer mit Frau Schmid zur Schule gegangen ist?

Dass Sie Susanne Schmid bereits seit der Schule kannten,

schien Ihnen nicht erwähnenswert? Ich hielt das für nicht wichtig.

Sie ist tot. Wichtig genug? Was hat das mit mir zu tun?

So im Gesamtbild kauf ich Ihnen den Streit um die Rechnung nicht ab.

Okay, ich sag Ihnen, wie's war. Susanne war meine große Jugendliebe.

Wir waren schon in der Schule zusammen.

Ja, aber sie war damals schon echt schwierig. Und...

irgendwann hielt ich's nicht mehr aus und dann machte ich Schluss.

Der Grundstein für Ihre Geschäftsidee.

Susanne hat das nicht so gut akzeptiert, aber sie musste ja.

Und wir sahen uns jahrelang nicht

und irgendwann kam sie zu mir ins Büro und wollte,

dass ich 'n Fall für sie übernehme. Markus Veith. Ja.

Ja, sie hatte echt Angst vor ihm. Der Typ ist jähzornig.

Sie hatten sie vorher nicht gesehen

und sie nahm Sie auch darüber hinaus nicht in Anspruch? Nein.

Ich wollte das geschäftlich halten, ja, aber was soll ich tun?

Es kam wieder eins zum andern, sie hat mich ständig angerufen.

* Mailbox *

* spannende Musik *

* Mailbox *

"Scheiße!" Irgendwann wurde es mir wieder zu viel,

dann bat ich sie in mein Büro. "Ich find das gut,"

"dass wir das professionell halten. Auch wenn wir beide wissen,"

"dass da 'n bisschen mehr ist." - "Hör auf!"

"Hey, jetzt warte mal." - "Nein! Hör auf." - "Ah!"

Ja, war 'ne schlechte Idee.

Susanne ist hysterisch geworden, ich wollt sie beruhigen,

dann hat sie mich gekratzt, ich hab sie rausgeschmissen.

Ich glaube, der erzählt uns ein Märchen nach dem andern.

Bisher fanden wir kein richtiges Motiv bei ihm.

Grab mal weiter, ich bin sicher, dass wir was finden.

Mit dem stimmt was nicht.

Also, ich ging Steinbecks Finanzen noch mal durch.

Und die 3000 Euro, die er im Monat an die Frau Schmid überwies,

die stürzten ihn in tiefrote Zahlen,

seine Firma konnt das gar nicht mehr ausgleichen.

Deshalb rief ich beim Amtsgericht Stuttgart an.

Dort hat Steinbeck vor zwei Wochen einen Insolvenzantrag gestellt.

* Er schluchzt. *

Wann genau begann Ihre...

ähm... Liaison mit der Frau Schmid?

Das war keine...

"Liaison"!

Wir haben uns geliebt! Seit über zwei Jahren

überwiesen Sie der Frau Schmid monatlich 3000 Euro.

Und jetzt sind Sie pleite! Woher... Nicht anfassen!

Fiel Ihnen gar nicht auf,

dass Frau Schmid nicht vorhatte, zu Ende zu studieren?

Die wollte Sie einfach nur weiter zahlen lassen.

Ich... ich... Ich frage mich gerade,

wie die Frau Schmid wohl darauf reagierte,

als Sie ihr beichten mussten, dass Sie kein Geld mehr haben.

Ich hab sie so geliebt.

Aber die Frau Schmid, die hat Sie nicht geliebt, richtig?

Ist es nicht so, dass Frau Schmid mit Ihnen Schluss machte,

als sie erfuhr, dass bei Ihnen nix mehr zu holen ist?

Ich hab doch alles gezahlt. Urlaub, Auto, Einrichtung. Einfach alles.

Und vorgestern trafen Sie sich. Ein Wort ergab das andere,

Sie wurden richtig emotional...

wütend. Sie rissen ihr den Ohrring aus, weil Sie dachten,

dass es 'n Geschenk von 'nem Konkurrenten sei.

Und dann fiel sie und schlug unglücklich auf dem Kopf auf.

War das nicht so?

Herr Steinbeck, war das nicht so?

Ich glaube,

ich möcht jetzt nichts mehr sagen. Wenn du mich fragst,

hatte Herr Steinbeck wirklich allen Grund,

auf Susanne Schmid wütend zu sein.

Der hatte 'n Tatmotiv und er hatte 'ne Gelegenheit.

Jetzt müssen wir nur nachweisen, dass er am Tatort war.

Richtig. Fang an.

Martina, Susanne Schmid hieß früher Huber.

Bis zum Prozess gegen ihren Vater.

Danach hat sie den Mädchennamen ihrer Mutter angenommen.

Ihr Vater saß im Gefängnis wegen sexuellem Missbrauch

an der eigenen Tochter, als sie noch ein Teenager war.

Er hat dafür sechseinhalb Jahre bekommen.

Nach der Haft wanderte er wohl nach Thailand aus,

zumindest sprach er im Gefängnis immer davon.

Ich hab mit ihrem damaligen psychologischen Betreuer geredet.

Er bescheinigt ihr 'nen ausgeprägten Narzissmus

und eine ganz klare Neigung, sich an niemanden binden zu wollen.

Das passt ja,

bei Steinbeck

und all den andern Männern.

Aber bei Herrn Hopp? Dem ist sie nachgerannt?

Das kam mir auch komisch vor.

Deshalb sah ich mir Hopps Telefondaten an.

Nicht sie hat ihn gestalkt, sondern er sie.

Anrufe ohne Ende. Bis kurz vor ihrem Tod.

Den kauf ich mir!

* spannende Musik *

So, Herr Hopp...

ich hab jetzt die Faxen dicke.

Das ist Ihre letzte Chance, die Wahrheit zu sagen.

Wir haben ein paar Ihrer alten Schulkameraden angerufen.

Und wissen Sie, was die alle gesagt haben?

Sie waren Susanne Huber, wie sie nämlich damals noch hieß,

hoffnungslos verfallen.

Und Sie sind ihr,

ich zitiere:

"...nachgelaufen wie ein kleines Hündchen".

Ja, dann war das wohl so.

Sie hat Sie damals mies behandelt.

Und jetzt wieder.

Wussten Sie, dass sie mich nicht mal erkannte,

als sie wegen Markus Veith in mein Büro kam?

Sie ist einfach reingekommen und wusste nicht mal, wer ich bin.

Ich dachte, es ist Schicksal,

dass wir uns nach so langer Zeit wiedersehen.

Aber sie hat mich nur benutzt.

Damit haben Sie mir ein perfektes Motiv für den Mord geliefert.

Ich hab ein Alibi!

* Tür schließt. *

Und Peter Hopp hat kein Alibi mehr.

Der Besitzer von Bernds Kneipe hat angerufen, es stimmt zwar,

dass Hopp da war, aber nur bis ca. 22 Uhr.

Danach sah er ihn nicht mehr. Und der Wirt lässt ausrichten,

Hopp soll seinen Deckel bezahlen, bevor wir ihn verknacken.

Also kommen Dieter Steinbeck und Peter Hopp für die Tat infrage.

(Friedemann) Hallo, die Damen!

Wie geht's dem Jo?

Nicht gut.

Vielleicht sollt ich ihn einmal anrufen?

Er geht nicht dran, egal, wer anruft.

Ich glaub, nicht mal Schrotti weiß was.

Vielleicht sollten wir Jo einfach in Ruhe lassen.

In Ordnung. Aber wenn ich was tun kann, dann meldet euch.

Ich mach das sofort! Machen wir. Danke.

Ich glaube, wir haben ihn!

Hopp? Nee, Steinbeck.

Der war vor 'nem halben Jahr mal in 'n Verkehrsunfall verwickelt,

bei dem die Schuldfrage nicht geklärt werden konnte.

Jedenfalls wurde er dazu verdonnert, 'n Fahrtenbuch zu führen.

Das ließ ich mir aushändigen. Und von seinem Zuhause bis zum Tatort

sind's exakt 16,7 Kilometer.

Und die sind auch im Fahrtenbuch eingetragen,

allerdings wurde das Fahrtziel geschwärzt.

Aber Jan brauchte gerade fünf Minuten,

um das wieder sichtbar zu machen. Und meinte,

dass er von solchen Fingerübungen unterfordert sei und... egal.

Es war der Schlosspark.

(Frau Veith) Frau Seiffert?

Frau Veith?

Danke.

Was kann ich für Sie tun?

Ich würde meine Aussage gern korrigieren:

Mein Mann Markus war vorgestern nicht zu Hause.

Ich habe den Abend mit einer Freundin verbracht, nicht mit ihm.

Bitte, was soll denn das Ganze hier? Ich sagte Ihnen doch schon alles!

Ihre Frau hat ihr Alibi widerrufen. Was?

Die Sache mit Susanne Schmid, die war für Sie noch nicht vorbei.

Ich frag Sie also noch mal: Wo waren Sie in der Tatnacht?

Ob Sie's glauben oder nicht:

Ich wollte mit Susanne abschließen.

Ich wollt diesen ganzen Irrsinn hinter mir lassen.

Deswegen bin ich zur Max-Eyth-Brücke und hab alles,

was mich an sie erinnert hat, in den Neckar geworfen.

Ich dachte, wenn ich alles vernichte, dann komm ich von ihr los.

Erklären Sie mir diesen geschwärzten Eintrag in Ihrem Fahrtenbuch.

Wir wissen, dass Sie im Schlosspark waren.

Ich habe Susanne nicht umgebracht. Herr Steinbeck, Sie waren am Tatort.

Sie hatten ein Motiv.

Und wenn Sie nicht langsam mit etwas mehr rüberkommen als

"Ich war das nicht", beende ich die Vernehmung hier

und schicke Sie in Untersuchungshaft.

Ich wollt ihr erklären, dass ich wieder auf die Beine komme.

Und dass ich sie weiterhin unterstütze.

Ich hab sie angefleht, mir etwas Zeit zu lassen,

aber sie sagte nur, dass sie sich nicht auf mich verlassen kann.

Und dass sie noch nie in ihrem Leben jemand so enttäuscht hätte wie ich.

Sie hat sich umgedreht und ist gegangen.

Hat mich einfach stehen lassen.

Und da sind Sie ihr nachgegangen?

Ja. Nein.

Ich habe ihr nichts getan. Ich schwöre es. Ich war wie gelähmt.

Laut Telefonverbindungen, haben Sie in der Tatnacht um 22.16 Uhr

'n kurzes Gespräch mit Frau Schmid geführt.

Kurz, aber lang genug, um 'n Treffen zu vereinbaren.

Ja, ich wollte zu ihr.

Herr Hopp!

Ich war nicht im Schlosspark, okay?

Ich war bei ihr zu Hause. Ich dachte, dass sie vielleicht dort ist.

Und wann wollen Sie da bitte gewesen sein?

Weiß nicht mehr. So gegen Viertel vor 11. Ja, ich hab mehrmals geklingelt

und als niemand aufmachte, hab ich versucht,

'n kleinen Stein an ihr Fenster zu werfen.

Und? Ich hab nicht getroffen.

Ja...

ich fürchte, ich war nicht ganz nüchtern.

Ich hab das Nachbarfenster erwischt.

Als da Licht anging, bin ich abgehauen.

Ich glaub Herrn Veith kein Wort. Aber Herr Steinbeck hat zugegeben,

dass er am Tatort war. Was ist mit dem Schlussmacher?

Der ist raus.

Ich sprach gerade mit der Nachbarin von Susanne Schmid

und die bestätigte, dass Herr Hopp gegen 23 Uhr

'n Stein an ihre Fensterscheibe schmiss.

Die riss daraufhin und dann sah sie den Hopp wegrennen.

Dann bleiben nur noch die beiden anderen.

Steinbeck oder Veith. Kannst du uns 'n Durchsuchungsbeschluss

für beide besorgen? Was? Wieso?

Unsere Chance ist der Ohrhänger. Wenn der wirklich so wertvoll ist,

dann hat ihn der Täter ja vielleicht noch.

* unverständliches Gespräch *

Wie sieht's aus?

Nichts, nada, niente.

* spannende Musik *

Jan?

Wer ist diese Frau? Das ist Nadjas Mutter.

Wir haben noch mal mit Ihrer Freundin gesprochen, Frau Veith.

Als sie gehört hat, dass es um ein Tötungsdelikt geht...

Sie möchte Ihnen lieber kein Alibi mehr geben.

Was hat es mit diesen Ohrringen auf sich?

Meine Mutter hat sie mir auf dem Sterbebett gegeben

und gesagt, dass ich sie, wenn ich mal eine Tochter hätte,

an sie weitergeben soll.

Ich selbst habe die Ohrringe aus lauter Ehrfurcht nie getragen.

Woher wussten Sie, dass Frau Schmid im Schlosspark sein würde?

Das wusst ich nicht.

Markus war nicht zu Hause.

Wieder mal nicht...

und ich dachte, er ist bestimmt wieder zu ihr.

Ich wollte klingeln,

aber gerade als ich ankam, verließ sie das Haus.

Da bin ich ihr gefolgt.

Ich ging ihr nach,

holte sie ein und...

und dann...

* schluchzt *

Dann sahen Sie, dass sie diese Ohrringe trägt.

Sie gehörten meiner Mutter.

Und er hat sie ihr geschenkt!

Einfach so!

Da bin ich durchgedreht!

* dramatische Musik *

Und sie war die ganze Zeit vor unserer Nase...

Vielleicht ist genau das ihre Geschichte:

Sie ist da und man sieht sie nicht. Mhm.

* ruhige Musik *

Stoll, sind Sie wieder da?

Ja.

Was ist das?

Meine Kündigung.

Im Ernst?

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019

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