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Schnauze!
Michel! Michel!
Nein!
Nein!
Ich werde einen Menschen t�ten.
Ich kenne weder seinen Namen noch seine Adresse, noch wei� ich, wie er aussieht.
Aber ich werde ihn finden und t�ten.
Waren Sie krank?
Ja, in gewisser Beziehung.
Hoffentlich nichts Schlimmes.
Nein. Jedenfalls nicht so, wie Sie es meinen.
Wissen Sie, die in der Klinik, die kenne ich. Die flicken sogar 'ne Leiche zusammen.
Ich hab einen Schwager, eigentlich der Schwa- ger meiner Schwester, fast mein Schwager.
Denn ich wohne bei meiner Schwester. Und der ist dort Krankenpfleger.
Ein Riesenbrocken und rothaarig. Andr� Duplessier, wissen Sie, wen ich meine?
Nein. - Und dann ist da noch Doktor Duberger, ein As.
Und das Essen da... erstklassig. Nat�rlich lassen sie es sich bezahlen.
Aber Sie haben trotzdem Gl�ck gehabt. - Ja, ja.
Diese Schweine!
Ich hab das Verkehrsschild gemeint.
Vor noch nicht drei Wochen haben sie ein Kind �berfahren.
H�tten die nicht vorher das Schild aufstellen k�nnen? - Bei der Verwaltung?
Es hat die ganze Strecke �ber etwas genieselt. So wie meistens.
Sie haben viele Laufereien gehabt. - Ja, ich wei�.
Sie haben die Gardinen reinigen lassen. Gut.
Wo ist mein Schiff? - Ein Mast ist abgegangen.
Ich habe es zum alten Kudec gebracht. Der repariert es. - Das war richtig.
Ah, und das haben Sie wieder angeleimt?
Gut.
Oh, Monsieur. Monsieur...
Schon gut. Jetzt h�ren Sie mir bitte gut zu, Madame Levenes.
Ich werde Sie um etwas sehr Wichtiges bitten.
Sprechen Sie nie mehr dar�ber. Nicht einmal die kleinste Anspielung.
Versprechen Sie's mir? - Ich versprech's Ihnen, Monsieur.
Wenn es aus irgendeinem Grund eines Tages notwendig wird,
dass Sie mir von ihm erz�hlen m�ssen,
dann sprechen Sie in der Gegenwart.
Falls aber noch... Ich wei�, dass das nichts �ndert.
Aber so ist es mir lieber.
Na gut.
Gut, gut.
Wir wollen jetzt nicht mehr dar�ber sprechen.
Sie haben getan, worum ich Sie gebeten habe? - Ja, Monsieur.
Das Zimmer ist also leer? - Ja. Ich hab dem Kleinen meiner Nichte die M�bel gegeben.
Und die Spielsachen?
Das habe ich nicht fertiggebracht.
Nein, das konnte ich einfach nicht.
Vielleicht wird es ein halbes Jahr dauern, oder ein ganzes.
Oder vielleicht sogar zwei Jahre. Aber ich werde ihn finden.
Ich werde sein Vertrauen gewinnen. Auf diese Gelegenheit warte ich.
Wenn er mir dann gegen�ber sitzt, werde ich ihm l�chelnd in die Augen sehen.
Und ich werde die Gewissheit auskosten, dass er qualvoll lange sterben wird.
Ich habe zu tun, Madame Levenes. Ich m�chte nicht gest�rt werden.
Falls jemand anruft, ich bin nicht da. - Ja, Monsieur.
Ich habe zu tun, verdammt noch mal! - Ja, aber Monsieur...
Lassen Sie mich in Frieden! - Ja, aber es ist die Polizei.
Guten Tag, Monsieur. - Guten Tag, Inspektor. - Guten Tag, Monsieur.
Nehmen Sie doch bitte Platz. Ja, bitte hier.
Entschuldigen Sie mich f�r einen Moment.
Also... Die Ermittlungen gehen weiter.
Nat�rlich waren sie bis jetzt ergebnislos.
Wir haben durch die Zeitung in der ganzen Gegend den T�ter aufgefordert, sich zu stellen.
Wir haben alle Werkst�tten im Umkreis von 150 Kilometern durchsucht.
Bestimmt ist der Wagen beim Zusammenprall vorn besch�digt worden.
Alle Reparaturen an Kotfl�geln, Sto�- d�mpfern und K�hlern wurden ermittelt.
Wir vernahmen auch die Tankstellenbesitzer.
Im ganzen Gebiet sind meine M�nner von T�r zu T�r gegangen. Nichts.
Ja. Das war ja vorauszusehen.
Es ist nicht unsere Schuld. Das ist genau wie mit der Nadel im Heuhaufen.
Die Nadel im Heuhaufen.
Jedenfalls w�rde ich eine Nadel niemals im Heuhaufen verstecken.
Ich w�rde sie in eine Schachtel voller Nadeln stecken. - Wie meinen Sie das?
Das beste Mittel, einen Schaden zu tarnen, ist, einen weiteren herbeizuf�hren.
Wie w�rde ich die Spuren eines Unfalls verwischen?
Ich w�rde ein St�ck weiterfahren und einen zweiten bauen.
Gegen eine Mauer, einen Baum, irgend sowas.
Der zweite w�rde den ersten Unfall verwischen.
Ja, wir m�ssen den Unfall entdecken, der an diesem Tag in der N�he stattfand.
Wir haben uns l�ngst auch darum gek�mmert. Der Trick ist nicht neu.
Nat�rlich. Aber ich habe mir noch ein paar Dinge �berlegt.
Ich werde es Ihnen einfach mal erz�hlen. Also...
Der Wagen k�nnte erstens nicht besch�digt sein. Das ist unwahrscheinlich.
Oder der Kerl hat ihn in einer Privatgarage abgestellt.
In diesem Fall ist er immer noch da. Oder aber...
Das ist am plausibelsten: Er hat die Reparatur selbst ausgef�hrt.
Sch�n. - Sehen wir uns die letzte Hypothese an.
Gibt sie uns Auskunft �ber den M�rder? Ja.
Wenn er den Wagen selbst repariert hat, muss er eine Ahnung davon haben.
Oder wenigstens die notwendigen Werkzeuge besitzen.
Ein Kotfl�gel wird mit dem Hammer ausgebeult.
Aber... ihm blieb f�r die Reparatur nur die Nacht.
Dann jedoch h�tte das Geh�mmer zu viel Krach gemacht.
Es h�tte die Nachbarn aufgeweckt. - Einen Moment.
Man kann einen Kotfl�gel auch abschrauben und ersetzen. - Genau darauf will ich hinaus.
Wenn er selbst einen Kotfl�gel oder einen Scheinwerfer ausgewechselt hat,
dann ist er ein geschickter Mechaniker.
Er muss in einer Werkstatt arbeiten.
Oder er ist selbst Besitzer einer Reparaturwerkstatt
und kann so �ber sein Ersatzteillager verf�gen,
ohne jemand Rechenschaft geben zu m�ssen.
Etwas gewagt Ihre Schlussfolgerung. - Nein, nein, warten Sie.
Mein Sohn �berquerte die Stra�e von links nach rechts.
Er wurde nach links geschleudert.
Also ist der linke Kotfl�gel besch�digt worden.
Den linken Kotfl�gel m�ssen wir finden.
Guten Tag. - Guten Tag, Monsieur.
Was kann ich f�r Sie tun?
Tja, ich habe einen Blechschaden an meinem Wagen und �h...
Wo haben Sie denn Ihren Wagen? - Zu Hause.
Vielleicht bringen Sie ihn besser vorbei, damit ich nachsehen kann. - Nein, nein, nein.
Ich mache es selbst, wenn Sie das Ersatzteil daf�r haben.
Es ist der Kotfl�gel vorn. - Also einen Kotfl�gel. Was f�r einen Wagen fahren Sie?
Einen 404. - Einen 404. Ich habe keinen 404-Kotfl�gel.
Ich habe �berhaupt keinen Kotfl�gel. - Gut. Vielleicht haben Sie alte Teile.
Von ausgeschlachteten Wagen.
Vielleicht habe ich Gl�ck. - Nein, wir nehmen alte Teile nicht auf Lager.
Das kommt weg. Der Autofriedhof nebenan �bernimmt ausgeschlachtete Teile.
Wir behalten nichts hier. Was sollten wir damit anfangen?
Tut mir leid. Wirklich.
Ich h�tte Ihnen gerne einen Gefallen getan. - Macht nichts. Danke. - Auf Wiedersehen.
Monsieur? - Ja.
Ich glaube, ich habe ihn.
Gut. Nehmen Sie ihn mit. - Es ist so weit. Ich habe ihn.
Passen Sie auf! Mein Werkzeug. - Ja.
Haben Sie nichts Besseres gefunden? Er ist ja v�llig verbeult.
Ja, aber weniger als meiner. Den kriege ich schon hin.
Sagten Sie nicht, es w�re der linke?
Das da ist ein rechter.
Ein entt�uschendes Ergebnis.
F�nf ersch�pfende Wochen f�r nichts oder fast f�r nichts.
Falsche Spuren und verlorene Hoffnungen, dem die Schmerzen unterliegen.
Ich merke, dass das Feld, auf dem ich suche, grenzenlos ist.
Und dass ich nur ein Gesch�pf auf der Erde bin, das ein anderes Gesch�pf verfolgt.
Meine einzige Waffe ist meine Geduld.
Ich habe unendlich viel Zeit. Ich habe mein ganzes Leben und sein ganzes Leben.
Nur der Zufall k�nnte mir helfen. Der Zufall ist fantastisch und real zugleich.
Er scheint sogar das einzig Reale zu sein.
Ich setze die Spitze meines Kugelschreibers auf einen Punkt des Papiers.
Das ist ein ebenso zuf�lliges Zusammentreffen wie alles andere, das auf der Welt passiert.
Ich wette, Sie sitzen im Dreck fest. - Stimmt.
Ja, ja. - Ja, ja. Sie sind nicht der Erste, dem so was passiert.
Ach so? - Es ist doch nach jedem Regen hier dasselbe.
Immer steckt einer hier im Dreck fest.
Das hei�t, nicht einer. Manchmal sind es auch zwei oder drei. - Aha.
Man m�sste was unternehmen. Ich scheine festzustecken.
Sie kennen sich sicher aus. - Ich, nein. - Ich habe auch keine Ahnung.
Der sitzt aber fest. Ganz sch�n. - Ja.
�brigens, im letzten Wagen, der hier festsa�, da sa� nicht irgendjemand drin.
Das war eine Schauspielerin, ein Filmstar, ein tolles M�dchen. - Aha.
Ja, sie sa� in einem Sportwagen.
Es war ein Mustang, hat mein Sohn gesagt.
Ein tolles M�dchen. Der Kerl, der bei ihr war, hat rumgemeckert,
und zwar weil das Vorderteil des Wagens im Eimer war.
Ich kann mich noch genau erinnern, es war am 3. Januar.
Ja, am Abend des 3. Januar.
Am 3. Januar? - Ja, am 3. Januar. Ein bildsch�nes Weibsst�ck.
Und gar nicht eingebildet. Sie war ein bisschen nerv�s und hat geweint.
Ich hab zu ihr gesagt: Nehmen Sie das doch nicht so tragisch.
Sie kamen noch mal mit dem Schrecken davon. - Ja. Wie hie� sie denn?
Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber sie war im Fernsehen.
Ja, ich hab sie im Fernsehen gesehen. Und zwar hie� die Sendung...
Also der Titel hie�... Ach, den habe ich auch vergessen. - Sehr schade.
Ja, aber mein Sohn kennt sich mit so was aus. - Wirklich?
Ja, der kennt alle Filmstars. Der kennt sie viel zu gut. - Ja.
Aber warum interessieren Sie sich daf�r?
Tja, wissen Sie, es ist immer komisch, wenn man einen prominenten Vorg�nger hatte.
Wann werden Sie nach Hause gehen?
Tja, warten Sie mal. Wir k�nnten sofort gehen.
Wir trinken einen kleinen Roten. Der w�rmt Sie auf. - Ja.
Ich hole sp�ter meinen Traktor, damit Sie wieder aus dem Dreck rauskommen.
Ja, das w�re nicht schlecht. - Also, dann wollen wir mal. Kommen Sie!
Sagen Sie mal, sind Sie aus Paris? - Ja, aber ich lebe viel auf dem Land.
Drei Wochen. - Drei Wochen? - Aber wir sind froh, wenn es nicht noch mal friert.
Um diese Jahreszeit, was kann man da schon verlangen? Wo steckt Jean-Francois?
In der Molkerei. - Gut. Sag ihm, er soll kommen.
Passen Sie auf! Hier ist es ziemlich dreckig. - Macht nichts.
Wir sind auch schon da.
Hier rein. F�hlen Sie sich wie zu Hause. Nehmen Sie Platz!
Ja, ich suche inzwischen meinen Jungen. - Komm doch mal mit!
Lauf!
3. Januar. Das w�re ein erstaunlicher Zufall.
Auf den Gedanken, dass es eine Frau ist, bin ich �berhaupt nicht gekommen.
Aber ich werde auch bei ihr nicht mehr Skrupel haben als bei irgendjemand anderem.
Ich sehe sie vor mir.
Ich sehe, wie sie mit Vollgas in die Wasserlache f�hrt,
um das Blut meines Sohnes von ihrem Wagen abzuwaschen.
Mein Sohn. - Guten Tag.
Macht, dass ihr rauskommt. - Guten Tag. Geht's gut? - Ja.
Na los! Sag doch dem Herrn, wie die Dame gehei�en hat.
Helene Lanson. - Ja, da haben Sie's. - Ist mir nicht bekannt.
Sie kennen Helene Lanson nicht? - Ich habe diesen Namen noch nie geh�rt.
Ich gehe selten ins Kino und sehe mir nie das Fernsehen an.
Ich zeige Ihnen ihr Foto. Unm�glich, dass Sie die noch nie gesehen haben. - Aha.
Ach, Mutter schenk uns doch mal einen Tropfen ein. Wie w�r's mit 'nem Schluck?
Ja, ja, sehr gern. Vielen Dank.
Hier. Wissen Sie, die im Fernsehen zeigen zu wenig poetische Sachen, nicht wahr?
Da ist sie. - Ja. Helene Lanson. Ja.
Wie hie� denn die Sendung? - Sie hie� "Die Ketzer".
Da haben Sie's. - Sie haben recht, ein wirklich sch�nes M�dchen.
Ja. Dagegen der Kerl bei ihr, der war ganz sch�n h�sslich.
Aber der Mustang! Eine Wucht, der Wagen.
Dieser Mann... Wie hie� der denn? - Also, das wei� ich nicht.
Dieser Kerl war grob. Er hat sie unentwegt angebr�llt, weil sie geweint hat.
Und au�erdem... ich wei� nicht, wie ich Ihnen das erkl�ren soll,
er hatte im Blick so etwas Hartes. Genau das war es. Ein harter Blick.
War er ihr Mann? Was glauben Sie? - Das sollte ihr Mann sein? L�cherlich.
L�cherlich. Was wei�t du denn davon?
Sie mag dieses M�dchen nicht. Dabei hat sie sie noch nicht mal gesehen.
Na dann, auf Ihr Wohl!
Ich frage mich ernsthaft, was du an dieser Anf�ngerin findest.
Ich sagte es doch. Sie ist eine Rolle in meinem neuen Drehbuch.
Passt auf sie. - Ach nein! Steigst du jetzt auch in die Filmbranche ein?
Du machst es den anderen nach. - Na und?
Warum nicht? So was hindert mich doch nicht, das zu schreiben, worauf ich Lust habe.
Wann wollte sie kommen? - Ich kann nicht beschw�ren, ob sie �berhaupt kommt.
Im Prinzip beschlie�t sie ihren Abend immer im St. Delaire, aber...
Man wei� ja nie. - Nimmst du noch einen?
Ja, ja, ich nehme noch einen. - Zwei Scotch.
Tja, die arme Helene. Wei�t du, sie k�nnte ganz gut sein,
wenn man sie etwas anderes drehen lie� als immer diesen Bl�dsinn.
Aber hat man ihr denn noch niemals eine Chance gegeben?
Ach, woher? Sie hat eben Pech. Sie ist ein richtiger Pechvogel.
Ein was, bitte? - Ein richtiger Pechvogel. Na, du kennst das doch.
Sieh mal, da kommt sie gerade.
Salut, Helene! - Salut!
Willst du nicht zu mir runterkommen? Ich m�chte Kasatschok tanzen.
Nett hier? - Ja.
Wie geht's dir denn so? Geht's gut? - Danke. Und dir?
Du siehst fabelhaft aus. - Mach keine Witze. - Es ist keiner. Das meine ich nicht allein.
�brigens kommst du gerade recht. Hier, unser Freund interessiert sich f�r dich.
Das kann ich nicht glauben. - Doch, es stimmt. Na los, setz dich doch.
Er sieht aus wie der steinerne Gast.
Trink doch was.
Dieser Junge hier hei�t Marc. Ein talentierter Autor.
Es war nicht schwierig. Die Dame ist nicht scheu, und das ist noch gelinde ausgedr�ckt.
Sie war auch nicht dumm, wie ich es eigentlich erwartet hatte.
Sie hatte sogar eine gewisse Bildung, eine nat�rliche Schlagfertigkeit.
Bis jetzt hat sie noch keine einzige Dummheit gesagt.
Man f�hlt sich besser, wenn man da drin war. Das beste Restaurant von Paris.
Halten Sie? - Nat�rlich.
Also, wie er die Speisen zubereitet, das ist wirklich fantastisch.
Zwischendurch scheint sie sich zu fragen, was ich wirklich von ihr will.
Es reizt mich, mitanzusehen, wie sie dahinterzukommen versucht.
Ich habe ihr nicht den Hof gemacht. Nicht den kleinsten Antrag.
Wahrscheinlich begreift sie es nicht. Wenn sie w�sste...
Sie kennt mich unter dem Pseudonym Marc Andrezieux, unter dem ich B�cher schreibe.
Wer w�rde da auf Charles Thenier kommen,
dessen Sohn auf einer Stra�e in der Bretagne �berfahren wurde?
Ich erwarte sie.
Es ist das erste Mal, dass sie zu mir kommt.
Ich wei� noch nicht, wie ich mich verhalten werde.
Aber meine Entschlossenheit wird keine Sekunde ins Wanken geraten.
Wenn sie schuldig ist, wird sie sterben.
Ich h�tte es lieber, wenn...
Guten Tag. - Guten Tag. - Bitte.
Geht's gut? - Ja. - Geben Sie mir...
Gehen Sie nur.
Nehmen Sie Platz! M�chten Sie was trinken?
Gern. - Whiskey? - Whiskey.
Mit Wasser oder pur? - Pur. - Gut.
Ein miserables Wetter, hm? - Ja.
Es gibt keinen Fr�hling mehr, keinen Sommer, Herbst und Winter, es gibt gar nichts mehr.
Ja, das stimmt. - W�re ich der liebe Gott... - Marc? - Ja?
Worauf wollen Sie raus?
Worauf ich hinaus will? - Ja, worauf?
Sie nehmen mich in Restaurants mit, in Kinos, in Nachtclubs. Warum?
Tja, weil ich das als sehr angenehm empfinde. Sie nicht?
Doch. - Na also.
Sie haben mir ganz vage von einem Drehbuch erz�hlt.
Wie weit sind Sie damit? - Ich mache noch Notizen.
Ich besch�ftige mich oft damit.
Zeigen Sie mir die Notizen? - Aber ja, nat�rlich.
Einen Augenblick.
Also... �hm... das ist ja wirklich zu dumm.
Bestimmt hat sie die Sekret�rin.
Sie wird wohl... sie... �h...
Marc? - Ja?
Sprechen wir doch offen. Was wollen Sie wirklich von mir?
Tja, ich... �hm...
Sie sind ja schlie�lich kein kleines M�dchen und es...
...ist nicht sehr schwer zu verstehen.
Dann tun Sie jetzt so, als ob ich ein kleines M�dchen w�re und antworten mir.
Wenn Sie darauf bestehen, dass ich Ihnen die �blichen Plattheiten vorsetze,
werde ich Ihnen sagen, dass Sie sch�n sind,
dass Sie Charme haben
und dass Sie mir sehr gut gefallen.
Und weiter?
Seit dem Tag, an dem Sie in mein Leben getreten sind, schlafe ich nicht mehr,
ich esse nicht mehr und ich trinke nur wenig.
Der Gesang der V�gel kommt mir wie ein tristes Geleiere vor.
Und der Duft der Blumen ist f�r mich muffig.
Gen�gt Ihnen das?
Nein.
Nein.
Ich hatte keine Ahnung, dass es noch diese Art von M�nnern gibt.
Es ist nicht das, was Sie glauben. - Sind Sie verheiratet oder sch�chtern?
Keins von beiden.
Dann haben Sie keine Lust, mich zu k�ssen.
Doch.
Sie sind ein komischer Typ.
Tee oder Kaffee? - Tee.
Wie w�r's jetzt mit Zwieback, Marmelade und Spiegeleiern? - Wunderbar.
Ich bin hungrig.
Aufgepasst! Bitte, es ist fertig.
Da, stellen Sie es auf den Tisch.
Das riecht aber gut.
Ach, das ist doch nichts Besonderes.
Eines Tages werde ich f�r Sie einen Hasenr�cken in Pfefferso�e zubereiten.
Oder �berbackene Morcheln. Dann sagen Sie mir, was Sie davon halten.
Wo sind die Kaffeel�ffel? - Da dr�ben. Pardon.
Hier. Suchen Sie sich einen aus. - Die sind aber nicht h�bsch, Ihre L�ffel.
Ich dachte, Sie haben Geld wie Heu. - Nein. Aber was macht das schon?
Ich bin Junggeselle. Ich lebe m�bliert. - Warum?
Tja, wissen Sie, ich reise viel.
Deshalb habe ich nichts. Ich habe kein Verh�ltnis zu eigenen Sachen.
Mir geht's genauso. Nur wenn man auf dem Land wohnt...
Ich w�rde rasend gerne aufs Land ziehen. - Aus welcher Gegend stammen Sie?
Willst du immer "Sie" zu mir sagen? Ich komme aus der Bretagne.
Aha. Und haben Sie da... Lebt deine Familie noch dort?
Meine Gro�mutter und meine Schwester.
Und, �h... und Freunde? - Nur ein paar.
Mein Schwager.
Warum hast du deinen Schwager nicht zur Familie gez�hlt? - Nein?
Ja, doch. Es ist unwichtig.
Wo wohnt denn dein Schwager? - Er wohnt in Camp�re.
Er besitzt 'ne Autowerkstatt. Sehr geschickt.
Entschuldige bitte.
Du musst mir verzeihen. Ich war nie sehr geschickt.
Was sagtest du gerade? Du sagtest doch, dass ihm eine Werkstatt geh�rt.
Wem denn? - Deinem Schwager. - Ja.
Der ist stinkreich. Er hat die gr��te Autofirma der ganzen Gegend.
Bestimmt.
Wie hei�t dein Schwager? Vielleicht kennen wir uns. Ich bin oft in der Bretagne.
Ich liebe diese Gegend sehr. - Paul Decourt.
Ich w�rde mich wundern, wenn du ihn kennst.
Nein, ich kenne ihn doch nicht.
Ein komischer Typ, hast du gesagt.
Komisch, komisch. Er ist nicht komisch.
Viel eher ist er unsympathisch.
�brigens, ich verstehe �berhaupt nicht, warum du dich f�r ihn interessierst.
Mich... interessiert alles, was dich ber�hrt.
Wie nett, dass du das sagst.
Das war sogar das einzig Nette, was du mir gesagt hast seit heute fr�h.
Triffst du ihn oft?
Wen denn? - Deinen Schwager.
Nein, nicht oft. Eigentlich treffe ich ihn gar nicht mehr.
Und warum?
Ich war zu Anfang des Jahres krank.
Ein Nervenzusammenbruch. Ja, ich wei� schon...
Dar�ber lacht man immer, aber es ist nicht komisch.
Nein, ich finde es �berhaupt nicht komisch. Ich lache auch nicht.
Hast du �rger gehabt?
Ja, ich hatte �rger, aber ich m�chte nicht dar�ber sprechen.
Hast du 'ne Zigarette? - Ja, in meinem Zimmer. Sie liegen auf dem kleinen Ding.
Ein Teddyb�r?
Lass das! Gib ihn mir! - Was ist denn? Bist du verr�ckt?
Er ist ein Andenken. Ich h�nge sehr daran. Gib ihn her!
Du kriegst ihn ja. An wen ist er ein Andenken? - An meinen Neffen. Er ist tot.
Ich h�nge daran. - Einen Augenblick. - Los, gib ihn her!
Warum darf ich nicht den Teddy anr�hren? - Warum machst du nicht, was ich dir sage?
Ja, ich wei�, dass ich f�r dich nur ein Flittchen bin. Pass auf, was ich mit dem Teddy mache.
H�r auf! Schluss!
Du bringst mich ja um.
Ich bitte dich um Verzeihung.
Ich dich auch.
Ich habe mich wie ein Idiot benommen.
Wenn man ein Ziel wie das meine verfolgt, muss man jede Gef�hlsregung unterdr�cken.
Dieser Teddyb�r, an dem mein Junge so hing,
ist letzten Ende nichts als ein Haufen Pferdehaare und Pl�sch.
Ich bin seltsam ger�hrt von diesem kleinen Dummkopf neben mir.
Sie hatte zugegeben, dass sie nach dem Ver- brechen einen Nervenzusammenbruch hatte.
Das beweist mir, dass sie mehr Opfer als Schuldige ist.
Das hei�t nat�rlich nicht, dass ich mein Vorhaben in irgendeiner Weise aufgebe.
Im Gegenteil, ich bin an meinem Ziel angelangt.
Ich glaube, Gef�hle, die man vort�uscht, zahlen sich auf dieser Welt am besten aus.
Es ist mir gelungen, sie zu bewegen, mit mir nach Camp�re zu fahren.
Einerseits gab ich vor, erholungsbed�rftig zu sein und betonte meine Liebe zur Bretagne,
und andererseits hielt ich ihr vor, dass sie mich nicht f�r w�rdig genug befindet,
ihrer Familie vorgestellt zu werden.
Statt sich zu str�uben, war sie vor Freude au�er sich.
Fast sch�me ich mich daf�r, dass sie die Tiefe meiner Gef�hle �bersch�tzt.
Ich war der Meinung, dein Schwager hat eine Autofirma.
Deswegen muss er doch nicht zwischen zwei Tanks�ulen schlafen.
Hier wohnt er, und die Firma ist in der Stadt. Beeil dich, wir sind sp�t dran.
Da ist noch was, was du deiner Schwester sicher nicht gesagt hast.
Sollte ich mir nicht ein Hotelzimmer nehmen? - Woher denn? Sie kennt mich.
Ach, wie angenehm, was du da eben gesagt hast.
Du bist ein Idiot. Ich wollte damit nur sagen, dass man von der kleinen Schwester,
die in Paris wohnt, nicht erwartet, dass sie sich benimmt, als k�me sie aus dem Kloster.
Meiner Schwester ist das gleich, aber wenn du unbedingt darauf bestehst,
der Schuppen hat f�nfzehn Zimmer.
Guten Tag. - Guten Tag.
Wie geht's dir denn? - Guten Tag, Madame. Marc Andrezieux. - Jeanne.
Ich zeige euch die Zimmer.
Du bekommst dein altes, und Marc bringen wir in dem kleinen daneben unter.
So, das ist Ihr Zimmer. - Sehr sch�n. - Hoffentlich gef�llt's Ihnen. - Nat�rlich.
Ja, es gef�llt mir sehr. Ja, wirklich.
Ich lasse euch allein. Unsere Freunde warten unten. Paul wird gleich kommen.
Gut. Ich ziehe mir nur ein Hemd an und binde eine Krawatte um. Dann komme ich runter.
Ah ja.
So was Scheu�liches habe ich wirklich noch nie gesehen.
Kommen Sie! Ich stelle Sie vor. Das ist Philippe, mein Sohn.
Guten Tag. - Guten Tag, Monsieur. H�r auf. Dein Vater kommt gleich.
Monsieur Marc Andrezieux. Madame Decourt, meine Schwiegermutter. - Sehr erfreut.
Jacques Ferrand, ich bin der Partner von Paul Decourt. - Guten Tag.
Sehr erfreut. - Und das ist Jacques' Frau Anna. - Sehr erfreut, Madame. - Guten Tag.
M�chten Sie etwas trinken? - Ja, gerne. Danke. - Einen Bordeaux? Einen Whiskey?
Whiskey.
Sicher ohne. - Ja. Danke.
Was m�chtest du? - Darf ich? Danke.
Nein, danke.
Nein.
Danke.
Ein reizendes St�dtchen, Camp�re, nicht? - Und diese Ruhe erst.
Vor allem im Winter. - Im Sommer geht's ja.
Der Fr�hling ist am h�bschesten. Die Umgebung ist wirklich reizend.
Alle Wiesen voll von Blumen. - Wie das im Fr�hling eben so ist.
Aber auch der Herbst ist hier sehr reizvoll. - Ja.
Als ich das letzte Mal im Herbst hier war, waren die Farben...
gelb und rot. - Sie meinen ocker. - Ja, und blau. Sehr h�bsch.
Sie wohnen in Paris, nicht wahr? - Da ist ja auch mehr los als hier.
Das stimmt. Ja. Ein bisschen zu viel f�r meinen Geschmack.
Wir waren vor drei Wochen da. Mein Mann und ich. Der Verkehr ist einfach unm�glich.
Ja, besonders in der Hauptverkehrszeit.
Von der Madeleine bis zum Porte Maillot zwei Stunden. - Wahnsinn.
Und dann noch dieser L�rm. Ich habe in einem Bericht der Polizei gelesen,
dass der L�rm zwischen sechs und acht Uhr abends, ich wei� nicht, wie viel Phon erreicht.
Ja. - Ja, und die Verschmutzung der Luft.
Es wird behauptet, das sei ein nationales Problem.
Ich glaube, das ist international. - Man fragt sich, wie das alles enden wird.
M�chtest du nichts? - Ganz recht. - Und dann die vielen Jugendlichen.
Die haben doch nur Angst.
Hatten Sie einen sch�nen Sommer? - Sprechen wir nicht dar�ber. - Entsetzlich.
Alle Touristen flohen nach Spanien. F�r das Gastgewerbe war es katastrophal.
Aber das lag nicht nur am Wetter. Man gibt ihm zu schnell die Schuld.
Die Sonne scheint hier genau wie anderswo. Sie k�nnen mir ruhig glauben,
auf die Beh�rden entf�llt ein gro�er Teil der Verantwortung. - Sie sagen es.
Die Investitionspolitik sollte neu �berdacht werden. In welcher Branche arbeiten Sie?
Ich schreibe ein wenig. - Ja, nat�rlich. Ich hab's mir schon gedacht.
Wie war doch Ihr Name? - Marc Andrezieux.
Ja, ich habe Ihren letzen Roman gelesen. Wie hie� er noch gleich?
Ich war beeindruckt vom Schluss. Das halbblinde Dienstm�dchen,
das sich in die Flammen des brennenden... - Nein, das stimmt nicht. - Nicht?
Nein, Sie m�ssen sich geirrt haben. Das ist nicht mein Gebiet.
Ich schreibe Geschichten f�r Kinder. - Ach so.
Trinken Sie noch etwas? - Nein, vielen Dank. Er war ausgezeichnet.
F�nfzehn Jahre alt. - Darf ich?
Ich h�tte eine Frage. Was halten Sie vom "nouveau roman"?
Manche Leute langweilt das. Ich finde, dass das ein interessanter Versuch ist,
Formen zu erneuern, die eigentlich pass� sind. Nein?
Er vers�hnt die Zeit mit dem Raum, wenn man das so sagen kann.
Finden Sie nicht? Doch. Ja, ja, durchaus.
Ich meine, Natalie Sarraute, Pitot, man mag sie oder man mag sie nicht.
Das sind ganz neue Aspekte. - Ja, ja, da stimme ich Ihnen zu.
Ja, ja, tats�chlich. - Das empfinde ich auch.
Das ist Paul!
Sag mal, Sch�tzchen: Hast du ein sch�nes Leben oder nicht? Du hast es.
Seit damals machst du keinen Finger mehr krumm, blo�, weil man nett zu dir war.
Du glaubst, es ist gelaufen. Aber es ist noch lange nicht gelaufen.
Ich geb dir'n guten Rat: Frag mich! Sonst sp�rst du nicht meine Hand am Hintern,
sondern meinen Fu�. Und das tut weh.
Du machst dich wohl �ber alle lustig.
Ihr seid schon da?
Ich hab mich versp�tet. Entschuldigt mich. Besprechung.
Ihr seht aus der W�sche...
Also dieses Ragout da, das ist einfach zum Kotzen.
Die So�e ist das reinste Wasser.
Warum hast du sie nicht eindicken lassen? - Sie hat vier Stunden lang gekocht.
Dann koch sie f�nf oder sechs, das ist schei�egal.
Ich habe schon hundert Mal gesagt, wenn das Fleisch gar ist, musst du es warm halten.
Die So�e wird getrennt in einer Kasserolle eingedickt.
Getrennt eingedickt in einer Kasserolle. Habe ich das gesagt oder nicht? - Ja.
Sind Sie ein Gourmet?
Ja, nat�rlich. Zum richtigen Zeitpunkt. - Also dann verstehen Sie mich auch.
St�ndig hei�t es, man w�rde meckern. Aber man fordert es ja heraus.
Ich hasse es, wenn man die Speisen verdirbt. - Wissen Sie, wie viel Geld ich daf�r ausgebe?
Nur f�r den Fleischer? Eintausend Franc.
Und die Kochkunst ist die einzige Kunst, die nicht l�gt.
Man kann sich verhauen in der Malerei, in der Musik,
aber beim Fressen ist das unm�glich. Das ist gut oder schlecht.
Aber meine Frau schlie�t sich lieber in ihr Zimmer ein und schreibt lyrische Erg�sse.
Aber heute Morgen habe ich ihr... - Du!
Aber... Monsieur soll doch was davon haben.
Also passen Sie auf: Oh, hoffnungsvoller Mond,
oh, Tal der Tr�nen, oh, Herz in der schwarzen Zwangsjacke.
Bitte, Paul, h�r auf! - In der schwarzen Zwangsjacke.
Seele der G�tter, Elixier der Jugend der Welt,
oh, gro�es Werk des Fr�hlings aller Dinge... Gar nicht schlecht. - H�r auf!
Ihr T�nze meines Herzens auf den Malven.
Das steht da! - H�r auf, Paul!
Nein, warte! Was ist? - Bitte, Paul!
Ihr T�nze meines Herzens auf den lila Lilien,
w�hrend das letzte Aufb�umen in den Abgr�n- den den schwarzen Nachtfalter meines Ichs
bis in den Grundfesten ersch�ttert.
Madame hat sich eingeschlossen in ihr Zimmer,
um ihre Grundfesten zu ersch�ttern.
Was halten Sie davon? Sie kennen ja das Metier. - Ich finde, Madame,
dass das v�llig die Tatsache entschuldigt, dass Sie Ihren Herd verlassen.
Das ist sehr nett von Ihnen, Monsieur. Paul wollte mich nur damit necken.
Ach, ich mag dich doch, mein kleines Reh, oder nicht?
Ich habe nichts gegen Poesie, gegen Kultur. Ich bin ganz und gar f�r...
Was ist dieser verdammte Bengel nur f�r ein Arschloch?
Kannst du nicht aufpassen? Siehst du nicht, was ich deinetwegen gemacht habe, Vollidiot?
Los! Verschwinde!
Ein ekelerregendes Wesen. Eine Karikatur des vollkommen schlechten Menschen,
wie man ihn in Wirklichkeit nie anzutreffen hofft. Ich hatte schon bef�rchtet,
ihn sympathischer zu finden, als ihn Helene geschildert hatte.
Jetzt wird meine Genugtuung, ihn zu beseitigen, doppelt gro� sein.
Sie sagten gestern, Sie m�chten meine Firma besuchen? Wollen Sie das immer noch?
Ja, nat�rlich. Mit dem gr��ten Vergn�gen.
Was schreiben Sie denn da? - Ein Buch? - Ja.
B�cher zu schreiben w�rde mir auch Spa� machen. Damit macht man sicher viel Zaster.
Was ist denn? - Gar nichts. Nein, nein. - Sie wollen nicht, dass ich es lese?
Ich mag das nicht. Solange es nur Notizen sind, ist es nicht gut.
Darum zeige ich es nicht gerne. - Stehen Schweinereien drin? - Nein, gar nicht.
Worum geht's denn?
Es ist eine Geschichte von jemandem, der einen anderen sucht.
Ist das ein Krimi? - Ja, in gewisser Weise.
Ich war der Meinung, Sie schreiben nur Sachen f�r Kinder.
Ja, das stimmt. Es ist die Geschichte eines Kindes.
Jedenfalls haben Sie Angst und schlie�en es weg.
Sie haben Angst, man k�nnte es Ihnen klauen? - Ich wei� nicht. Ich mag es nicht.
Wenn Sie Angst vorm Klauen haben, gebe ich Ihnen den Schl�ssel zu meinem Safe.
So schlimm ist es nicht. - Wertsachen sollte man wegschlie�en.
Ich mach's mit meinen Aktien auch so. Ich grabe Ihnen ein Loch im Garten
und tue einen dicken Stein drauf, wenn Ihnen das Buch so wichtig ist.
Das ist vielleicht ein Dreckszeug. - Wof�r ist das gut?
Gegen die Schei�eritis. Die m�chte ich Ihnen nicht w�nschen.
Hey!
Bitte.
Das verschl�gt Ihnen wohl die Sprache. - Ja, sehr eindrucksvoll.
Monsieur Andrezieux, was verschafft uns die Ehre? - Guten Tag.
Er wollte die Werkstatt sehen. Keine Ahnung, warum er sich daf�r interessiert.
F�r einen Schriftsteller ist alles interessant. Er sucht einen Background f�r eine Geschichte.
In dem Dreck und der Schei�e hier? Ich kenne doch meinen kleinen Schwager.
Der hat's eben mit der H�flichkeit. Und neugierig ist er auch noch.
Kommen Sie weiter.
Das wissen Sie sicher auch. Mit Weibern hat man nur �rger.
Sie wollte unbedingt malen. Also bezahle ich ihr einen Lehrer.
Er unterrichtet am Lyzeum.
Eine Woche sp�ter ist es aus damit. Sie schlie�t sich in ihr Zimmer ein
und liest mystischen Quatsch wie Horoskope, Hinduismus, Buddhismus,
Brahma, Rama, Shiva... Ich wei� nicht, was sonst noch.
Und jetzt f�ngt sie noch mit Lyrik an.
Mir ist das schei�egal. Ich habe nur Angst, der Junge wird auch so.
Versetzen Sie sich an ihre Stelle. Vielleicht ist es eine Art von Flucht.
Aber sie hat doch alles. Ich mache mich kaputt, damit sie alles hat.
Nein, das liegt in der Familie. Mit Helene, ihrer Schwester, ist es ganz genauso.
Die kann damit angeben, dass sie uns schwer zu schaffen gemacht hat.
Vor allem mir. Das Mistst�ck.
Also davon k�nnte ich Ihnen stundenlang erz�hlen. - Ja?
Aber wozu sollte ich Ihnen denn beichten?
Wozu stochern Sie eigentlich in diesem Dreck herum?
Ich hab Sie gefragt, warum Sie in diesem Dreck herumstochern.
Es ist nichts. Gar nichts.
Kennen Sie Cesare, einen Bildhauer? - Nein.
Seine Leidenschaft sind Karosserien. Er behauptet in jeder Form seine Seele.
Das sagt er? - Ja.
Sie haben wohl einen kleinen Hieb.
Oder? Was f�r 'ne sch�ne Seele.
Warum treten Leute, die Autos verkaufen, immer gegen die R�der?
Und warum machen Leute, die beim Film sind, immer so?
Das liegt am Beruf. Und ich trete eben.
Brauchen Sie nicht einen hei�en Ofen? Der w�re eine seltene Gelegenheit.
Danke, ich habe einen Sportwagen. - Aber doch nicht so einen.
Ich sage Ihnen das nicht, weil es mein Beruf ist, Autos zu verkaufen.
Den da, den habe ich selbst gefahren. Fabelhafter Schlitten.
Aber jetzt muss ich ihn loswerden.
Und warum?
Warum... Warum m�ssen Sie ihn loswerden?
Weil... Frage ich Sie vielleicht, ob Ihre Gro�mutter Fahrrad f�hrt?
Was treibst du denn da?
Und beeil dich! Du glaubst wohl, wir h�tten unsere Zeit gestohlen.
Ich hab dich �berall gesucht. - So? Was gibt's denn? - Mein Zeugnis.
Du musst es unterschreiben.
Was hast du in Geschichte? - Da habe ich leider Pech gehabt.
Ich habe das Directoire gelernt, und Empire ist drangekommen.
Jetzt reicht's! - Hey! - Jetzt reicht's.
Bitte. Na gut. Wir werden uns doch nicht wegen so einem Quatsch streiten.
Schlie�lich sind wir verschw�gert. Na klar, wir sind verschw�gert.
Sie geh�ren beinahe schon zur Familie. - Beinahe, aber noch nicht ganz. Philippe?
Philippe?
Philippe!
Also Philippe... - Dieses Schwein! Dieser Kotzbrocken.
Er soll doch verrecken.
Er ist dein Vater. Vergiss das nicht. - Ach, Schei�e.
Warum bringen Sie ihn nicht um?
Warum bringen Sie ihn nicht um?
Was du von mir verlangst, ist Wahnsinn. Ist dir klar, was du eben gesagt hast?
Ich hab genau gesp�rt, was Sie im Moment gedacht haben.
Wenn Sie es nicht machen, mache ich es.
Was willst du machen? - Ich werde es tun.
Ich habe einen. Der ist doppelt so gro�.
Was f�r ein Familienbild? Fast wie aus einem Roman der Comtesse de Seguirre.
So? Findest du?
Sieh mal, Philippe.
Oh, ist das wundersch�n, Kinder. Eine Meerspinne.
Ich sagte dir: Bleib nackt, du Sau. - Ich friere. - Ich w�rme dich schon.
Und Jeanne? - Die k�mmert es einen Dreck.
Und Ihren Mann? - Den k�mmert es erst recht einen Dreck.
Ich bete dich an.
Tu's jetzt. - Marc!
Komm mal her!
Sieh mal!
Was hast du auf einmal? Du siehst mich so komisch an.
Du hast auch mit ihm geschlafen.
Mit wem?
Du wei�t sehr gut, wen ich meine.
Das war das scheu�lichste Erlebnis meines Lebens.
Verzeihst du mir?
Ich habe dir nichts zu verzeihen.
Verbirgst du mir nicht noch etwas?
Reicht's dir noch nicht, Marc?
Bist du sicher, dass du mir nichts mehr verbirgst?
Oh, Marc, hab doch Mitleid mit mir.
Was ich dir eben gestanden habe, war schon zu viel f�r heute.
Hallo! Sehen Sie her, liebe Jeanne.
Diese Muschel ist eigentlich keine Muschel. Das ist eine Nadelschnecke.
Das ist au�erordentlich. - Los! Los! Ihr beiden Fischer, die Flut kommt.
Wir gehen nach Hause.
Manche behaupten, man k�nnte in der Provinz schwer Geld machen,
aber es ist nicht schwerer als anderswo. Man muss nur geschickt sein.
Marc, ich kann Ihnen ein gutes Gesch�ft zuschanzen, wenn Sie wollen.
Mit mir? Gesch�ft? Also wissen Sie... - Ach, reden Sie doch keinen Stuss.
Sie brauchen keinen Handschlag zu tun. R�cken Sie zehn Mille raus
und Sie verdienen zwei im Jahr. Das sind 20 Prozent. Das bietet sich nicht alle Tage.
Nein. - Ich kenne da eine Alte. Die hat in der N�he ein Grundst�ck.
Daraus will ich einen Golfplatz machen. Aber das Weib will nicht verkaufen.
Man k�nnte sie an den Bettelstab bringen. Ich k�nnte den Grund sogar umsonst kriegen.
Sie gab mir ein Paket Obligationen, und zwar ohne jede Quittung.
Es gibt �berhaupt keinen Beweis.
Ich meine es ernst. Wir k�nnten gleich mal hinfahren. Es ist nicht weit.
Nur drei Kilometer.
Los! Los! Ihr Faultiere, beeilt euch ein bisschen.
Sehen Sie sich das an! Sehen Sie sich das an!
Ich rutsche ab.
Ich kann mich nicht festhalten.
Ich werde mir das Genick brechen. Hilfe!
Sie k�nnen mich doch nicht einfach da h�ngen lassen. Hilfe! Hilfe!
Verdammt! Machen Sie was! Los!
Paul! - Was ist denn passiert?
Fallt mir nicht auf den Wecker! Los, kommt!
Na los! Macht schon! Ich habe eure d�mlichen Fisch-Partys satt.
Mach Licht!
Warum hast du ihm geholfen?
Wem?
H�ttest du ihn doch auf die Felsen st�rzen lassen, Marc.
Sei still.
Er verdient es nicht zu leben.
Ich wei�.
Ich kann ihn nicht ausstehen.
Verliebte zirkeln oft. Aus Sch�chternheit
und um das s��e Erwarten des Gl�cks zu verl�ngern.
Ich bin so voller Hass, dass ich jeden Augenblick genie�e.
Seine Hinrichtung wird nur die Geste eines Mannes sein,
der die �berfl�ssige Schale einer Frucht wegwirft.
Einer Frucht, die er bis zum Ende genossen hat.
Er kann nicht schwimmen. Das hat mir sein Sohn gesagt.
Philippe.
Ich gehe stundenlang mit ihm spazieren.
Ich muss Decourt dazu bewegen, einen Ausflug aufs Meer zu machen.
Ich werde mir ein Boot mieten. Ein sehr kleines Boot.
Ich werde einen Tag abwarten, an dem ein Sturm aus S�dwest aufzieht.
Von dort kommt oft das schlechte Wetter. Wir segeln eine Meile lang am Wind,
ungef�hr bis zum Kap. Dort haben wir den Wind gegen uns
und m�ssen kreuzen. Nun kommt meine lang erwartete Gelegenheit.
Ich werde eine besonders harte B�e abwarten, das Ruder herumrei�en
und die Schot dicht holen.
So wird das Boot kentern. Unweigerlich.
Grunds�tzlich vermieten sie keine Boote. Sie stellen welche auf Bestellung her.
Aber der Chef ist mein Kumpel. Der hilft Ihnen. - Ich kann auch ein Boot kaufen.
Nur um eine Spazierfahrt zu machen? Mit Ihren Piepen gehen Sie ganz sch�n um.
Ach, das Arschloch ist doch nie zu Hause. - Sehen Sie mal, das ist nicht schlecht.
Das ist wirklich nicht schlecht. - Was? Die Nussschale?
Sie glauben doch nicht, dass ich Sie begleite. - Warum? Haben Sie Angst?
Nein, aber ich bleibe gerne am Leben. - Aber Sie riskieren t�glich zehn Mal mehr,
zum Beispiel, wenn Sie... wenn Sie die Stra�e �berqueren.
Also, das gef�llt dir? - Ja, sehr.
Ach, duzen wir uns jetzt? - Ja, wir kennen und doch lange genug. - Ja, das schon.
Ich mag's nicht, wenn man sich Verzierungen abbricht. Ich bin direkt, ein bisschen pl�tzlich,
aber nur, weil ich ehrlich bin. Daf�r 40.000 Franc zu zahlen, finde ich bl�dsinnig.
Ich finde das nicht bl�dsinnig. Also, was h�ltst du davon?
Du, mir ist das schei�egal.
Die meisten Leute ziehen die Odyssee vor,
aber die Ilias ist f�r mich das Erhabenste,
das je geschrieben wurde.
Falls du sp�ter Kafka liest, wirst du erleben, dass es mit ihm dasselbe ist.
Nur bei Homer ist es eben viel sch�ner.
Es gibt da eine Stadt. Man redet �ber sie, aber man dringt nie in sie ein.
Und viele junge Helden k�mpfen und sterben f�r diese ideale und unerreichbare Sache.
Verstehst du? Es ist das einfachste Thema, das du dir vorstellen kannst.
Aber... aber mit unvergleichlich poetischen Details.
Wenn ein schlechter Dichter einen Tod beschreibt, verwendet er Klischeevorstellungen.
Er spricht von Augen, die sich verdrehen, und von dem Schwei�, der einem auf die Stirn tritt.
Von dem gr�sslichen, unmenschlichen Grinsen, das...
Von all dem findet sich nichts bei Homer. Jeder Tod, den er beschreibt,
hat seine Besonderheit. Man erlebt es richtig mit.
Ich erinnere mich an eine Stelle, wo ein junger Trojaner von Diomedes verfolgt wird.
Er wird von einem Speer im Nacken getroffen.
Die Speerspitze tritt zum Mund wieder raus, wie eine Zunge aus Metall.
Er w�lzt sich am Boden und bei�t auf den kalten Stahl.
Ein sch�nes Bild, nicht wahr?
Sie sind sehr nett. Wirklich nett, dass Sie mir helfen.
Ich war mit diesen Griechen und Trojanern v�llig verloren.
Ich sch�me mich ein wenig, es zu sagen, aber ich mag Sie sehr.
Das macht mich verlegen, dass du es zu mir gesagt hast. Es freut mich.
Es ist sehr schade.
Was ist schade? - Dass Sie nicht mein Vater sind.
Na sch�n. Mach weiter.
Ist es wirklich schlecht, �ber seine Eltern ein Urteil zu f�llen?
Wei�t du, es ist viel schwieriger, sich selbst daran zu hindern.
Jedenfalls... ist es besser, an etwas anderes zu denken.
Soll man sie also ignorieren? Ist es das?
Ja, in gewisser Weise.
Bei mir ist es umgekehrt. Ich h�tte lieber einen Vater, an den ich denken kann.
Es ist auch schwer, sich am Denken zu hindern. Es geht nicht.
Ich denke an ihn, und es ekelt mich.
Ich wei�, wie man Kinder macht. Die H�lfte des Blutes,
das in meinen Adern flie�t, meine Haut, meine Haare, meine Augen... - Sei still!
Dein Blut ist dein Blut und nichts anderes. Es geh�rt dir.
Deine Augen geh�ren dir. Du bist es, der sie... du betrachtest.
Du bist es, der denkt. Du bist es, der handelt. Du bist es, der...
Gut, vorw�rts! Mach jetzt weiter.
Morgen ist doch Sonntag. Nehmen Sie mich auf Ihr Boot mit?
Nein.
Ich habe schon deinen Vater eingeladen. - Er mag das �berhaupt nicht.
Er hat die Hosen voll.
Bei der Geschichte in den Klippen hat er sich gesch�mt.
Er hat sich geniert, weil er Angst vor den anderen gezeigt hat.
Warum haben Sie ihn eingeladen?
Warum?
Wei�t du, das war, weil er...
Er machte mich mit dem Mann bekannt, der mir das Boot verkauft hat.
Das ist n�mlich ein Kumpel von ihm. Da bekam ich es billiger.
Wei�t du, dass... Ich musste mich revanchieren.
Komm, du hast noch zu arbeiten.
Ich hab noch was zu erledigen. Warte noch einen Augenblick.
Ja, aber mach nicht zu lange. Die Flut kommt gleich. Und nimm dir �lzeug mit.
Du sollst dich nicht erk�lten. - Ich komme in Klamotten wie ein alter Seeb�r.
Passen Sie bitte auf, Marc. Paul ist nicht gerade ein alter Segler.
Ich bin doch kein Flaschenkind. - Du hast schon immer vor dem Wasser Horror gehabt.
Bis auf das Wasser im Whiskey. Los, komm schon mit, Geraldine!
Ich h�rte den Wetterbericht. Er war nicht besonders.
Nein, nein, es gibt nur ein bisschen Wind und ein bisschen Regen am Kap.
Sonst wird es sch�n. Kaum Seegang.
Bitte, pass auf, Cherie. - Du brauchst dir keine Sorgen zu machen.
Und bleib bitte in K�stenn�he. - Nein, das w�rde dir nichts n�tzen.
Wieso denn nichts n�tzen? - Ja...
Geh jetzt, bitte.
Geht die See nicht ein bisschen zu hoch? - Ach, woher? Lm Gegenteil. Die See ist ideal.
Wohin fahren wir denn? - Wir segeln um das Kap und dann kehren wir um.
Um das Kap? Das gibt es viele Felsen und eine gef�hrliche Str�mung.
Du brauchst keine Angst zu haben. - H�r doch auf, ich hab keine Angst.
Ich mache nur ungern Dummheiten. Das ist alles. - Ich bin doch da.
Tja.
Alles in Ordnung? Willst du die Pinne �ber- nehmen? - Nein, da kenne ich mich nicht aus.
Das ist nicht schwer. Du drehst so nach rechts und so nach links.
Bei 'ner B� l�sst du los. Wenn Wind im Segel ist,
bl�ht es sich auf und zieht. Hast du die Hosen voll? - Geh mir damit nicht auf den Wecker.
Dann komm! Los, versuch's doch!
Wenn du schon in ein Boot steigst, dann musst du es auch versuchen.
Wir steigen r�ber.
Na, siehst du! Es ist doch keine Kunst.
Es ist wirklich nicht kompliziert. - Woher denn? Ganz einfach.
Warum macht man da blo� so'n Geschrei drum?
Ich hab's dir ja gesagt.
Hey, und was mache ich jetzt? - Lass es einfach laufen.
Lass es laufen.
Lass doch!
So jetzt reicht's mir. Du kannst wieder selbst �bernehmen.
Duck dich! Los!
Lass los! Lass los!
Du sollst es loslassen! - Ich hab das Drecksding satt! Nimm's mir ab!
Ich hab dir gesagt, du sollst loslassen! Lass endlich los!
Nimm die Schot weg!
Schluss mit dem Spa�! Wir drehen um. - Nein. Jetzt wird's erst richtig lustig.
Wir drehen um. - Was ist mit dir los?
Bist du verr�ckt geworden? - Du machst das jetzt, und versuche keinen Trick.
Wir verrecken gemeinsam. - Was f�r ein Trick?
Quatsch nicht. Mach, was ich dir sage.
Dein Tagebuch h�ttest du besser verschlie�en sollen, Freundchen.
Du hast mich wohl f�r einen Idioten gehalten.
Weil Monsieur Schwarten f�r Rotzbengel schreibt,
glaubt er wohl, alle anderen w�ren tr�be Tassen.
Als ich sah, wie du dich geziert hast, habe ich dein mistiges Tagebuch gelesen.
Mach keinen Quatsch! Deinetwegen mache ich ein falsches Man�ver.
Ich w�rde dir das nicht sagen, und zwar weil dein Tagebuch bei meinem Anwalt liegt.
Wenn mir was passiert, wandert dein schwarzes Notizbuch direkt zur Polizei.
Das war mein Gesch�ft, das mich vorhin aufhielt.
Ich habe vielleicht gelacht. Du h�ltst mich f�r ein Schwein, h�?
Und warum hast du das Buch nicht sofort zur Polizei getragen?
Doch nur, weil du wusstest, dass du dann ein paar Jahre im Knast verbringst.
Mach dir deshalb keine Sorgen. Ich werde dich nicht anzeigen.
Ganz im Gegenteil. Ich will n�mlich deinen Kopf haben.
Deinen Kopf, du Schwein! Den kriege ich auch.
Es ist fast perfekt. Und du kannst auch nicht den kleinsten Finger mehr r�hren.
Mich wird man nicht im Mindesten behelligen.
Es ist, als w�rest du schon tot.
Halt die Schnauze, du Arsch, du Dreckskerl, du Mistbock, du Sau, du Stinktier!
Halt die Schnauze! H�rst du mich? Du Mistbock!
Du Stinktier! Kotzbrocken! Dreckskerl! Dreckskerl! Dreckskerl!
Ich verbiete Ihnen, jemals wieder mein Haus zu betreten. Ist das klar, Sie K�nstler?
Ich werfe Sie zum Fenster raus! - Ich hole nur meinen Koffer.
Sagen Sie Ihrer Hure, sie soll Ihnen den Koffer packen!
Ist dir kalt? Soll ich das Verdeck wieder schlie�en?
Nein, nicht n�tig.
Ich mach bald 'ne Pause. Wir werden irgendwo anhalten.
Ich lade dich zum Essen ein.
Hast du Lust, jetzt was zu essen? - Ja.
Mehr als je zuvor.
Lisette! Bitte!
Hier. Versuch es.
Woran denkst du gerade? - An nichts.
Hier. - Ich will auch nicht denken.
Wie schaffst du es blo� zu essen?
Wei�t du, ich versuche alles zu verdr�ngen.
Bis jetzt hat es mir nicht den Appetit verdorben.
Ganz im Gegenteil.
Darf ich die Ente servieren? - Ja, ich bitte darum.
Wei�t du,
der kleine Junge, den ihr auf der Stra�e �berfahren habt,
das war mein Sohn.
Ich habe lange gebraucht, um dich aufzusp�ren.
�brigens ist mein wahrer Name nicht Marc Andrezieux sondern Charles Thenier.
Ich hatte nur ein Ziel, als ich dich bat, mit mir in die Bretagne zu fahren.
Du kannst es dir sicher vorstellen.
Ich wollte Paul treffen und ihn t�ten.
Du hast mich doch nicht deswegen kennen gelernt.
Am Anfang schon.
Du kannst dir nicht vorstellen, was ich durchgemacht habe.
Du wirst es mir nicht glauben.
Ich habe nicht gewagt zu reden.
Ich bin feige.
Ich kann mich nicht ausstehen.
Das habe ich schon mal geh�rt.
Vielen Dank. - Guten Appetit, Monsieur. - Danke.
Wir fahren zur�ck. Und du wirst ihn t�ten.
Ein tragisches Ereignis rief tiefe Trauer hervor. - Ich helfe dir dabei.
Es handelt sich um den gewaltsamen Tod einer bekannten Pers�nlichkeit Camp�res.
Monsieur Paul Decourt. Man fand ihn im Badezimmer seines Hauses.
Der Tod trat vor einigen Stunden ein. Er wurde offenbar durch eine Vergiftung verursacht.
Es ist ungekl�rt, ob es sich um einen Unfall oder einen Selbstmord handelt.
Monsieur Decourt war Eigent�mer einer Autofirma in Camp�re.
Es war die Schw�gerin...
Er war der Schwager einer Schauspielerin, die wir schon oft bewundern konnten.
Helene Lanson. Die K�nstlerin hielt sich kurz vorher im Haus des Verstorbenen auf
und wurde von dem Schriftsteller Marc Andrezieux begleitet, dem Jugendbuchautor.
Es wird angenommen, dass beide sich jetzt auf dem Weg nach Paris befinden.
Sollten Sie die Sendung sehen, bittet man Sie, sofort nach Camp�re zur�ckzukehren.
Und jetzt zeigen wir Ihnen die ersten Bilder aus dem Haus, wo das Ungl�ck stattfand.
Ja, ein Grinsen. Unmenschlich. Es war grauenhaft anzusehen.
Er war's. Er hat ihn umgebracht.
Bitte, setzen Sie sich wieder, Madame.
Ich bin Kommissar Constante. - Sehr erfreut. Charles Thenier.
Ich muss Ihnen etwas sagen. Er hat sich hier unter einem falschen Namen vorgestellt.
Haben Sie das verstanden? - Madame, Sie k�nnen reden, wenn Sie drankommen.
Sie sollen... - Sie Schwein! - Was ist denn tats�chlich geschehen?
Die Leiche wurde von dem Hausm�dchen gegen 19 Uhr entdeckt.
Das muss kurz nach Ihrer Abfahrt gewesen sein. - Ja, das stimmt schon.
Er schleppte sich noch ins Badezimmer und brach �ber dem Becken zusammen.
Bei seinem Sturz zerbrach es. - Aha.
Eine traurige Geschichte. - Setzen wir uns. Ich m�chte Sie sprechen. - Ja, nat�rlich.
Wir haben die ersten Ergebnisse der Autopsie bekommen.
Ich nehme an, dass Sie das interessiert.
Gibst du mir bitte was zu trinken? - Ja, nat�rlich.
Monsieur Thenier, Sie wussten doch, dass er ein Mittel gegen Verdauungsst�rungen nahm.
Ja, ich war gerade erst angekommen... Ich war vielleicht ein oder zwei Tage da...
Da hat er es sich nicht nehmen lassen, mich einzuweihen.
Wir fanden in seinem Magen etwas von diesem Zeug, vermengt mit Gift.
Die Analyse war einfach. Er hatte sonst nichts gegessen.
Was war das f�r ein Gift? - Es handelt sich um eine Substanz,
die aus ziemlich komplizierten Alkaloiden zusammengesetzt ist.
Man benutzt das Zeug, um Sch�dlinge zu vernichten.
Man bezeichnet es als Rattengift. Es ruft einen gr�sslichen Tod hervor.
Das zentrale Nervensystem wird paralysiert.
Ein Stunde vor dem Exitus hat der K�rper Zuckungen wie bei einem epileptischen Anfall.
Die Atmung wird unm�glich. Paul Decourt hat unmenschlich leiden m�ssen.
Sie sehen mich sehr best�rzt, Monsieur le Commissaire.
Die Schwierigkeit f�r den Giftmischer ist, dass das Rattengift scheu�lich schmeckt.
Das in die Suppe oder in den Tee zu tun w�re also vollkommen unm�glich.
Aber in einem Medikament, das ohnehin scheu�lich und bitter schmeckt,
da ist es m�glich.
Es ist also keineswegs ausgeschlossen sondern sogar wahrscheinlich,
dass jemand das Alkaloid in die Flasche tat. - H�ren Sie nicht auf dieses Schwein!
Aber Madame, ich muss Sie bitten zu schweigen.
Leider ist die Flasche verschwunden. Keine Spuren, keine Fingerabdr�cke, nichts.
Sie wissen dar�ber wohl auch nichts, Monsieur Thenier?
Gar nichts.
Warum soll ich mehr wissen als Sie? - Besch�ftigen wir uns mit Ihrem Tagebuch.
Nat�rlich haben wir es erhalten, und ich habe es gelesen.
Ich hoffe, dass Sie meine stilistischen Qualit�ten genossen haben.
Ja, unter anderem.
Ich verstehe Ihre Beweggr�nde, Monsieur Thenier.
Wir sind keineswegs Unmenschen.
Aber Gesetze m�ssen respektiert werden. Daf�r bin ich verantwortlich.
Sie m�ssen zugeben, dass Ihr Tagebuch einen erdr�ckender Beweis gegen Sie darstellt.
Ach ja? Inwiefern?
Sie haben geschrieben, dass Sie nur ein Ziel haben, und zwar Paul Decourt zu ermorden.
Ja schon, aber die Planung eines Verbrechens ist noch kein Verbrechen.
Es ist doch offensichtlich, dass Sie sich �ber seinen Tod freuen. - Ja.
Aber es ist doch kein Verbrechen, sich �ber ein Verbrechen zu freuen.
Na sch�n. Ich gebe ja zu, dass ich an nichts anderes gedacht habe
als daran, ihn umzubringen.
Ich gebe auch zu, dass die Nachricht, die Sie mir �berbrachten, mich ma�los freut.
Und wenn mir etwas leid tut, dann nur, dass er zu wenig gelitten hat.
Mein Leid hat schon im Januar begonnen.
Sie... Sie sind wenigstens ehrlich. Aber Sie m�ssen zugeben,
dass das den Verdacht verst�rkt. - Ja, gut. Aber ich habe ihn nicht umgebracht.
Alle Welt wollte schlie�lich, dass dieses Biest stirbt.
Alle Welt hasste ihn. - Wir wollen nicht �bertreiben. - Es stimmt.
Ausgenommen vielleicht seine Mutter, weil sie ihm sehr �hnlich ist.
Ich w�rde sogar noch weitergehen: Wenn ich an Ihrer Stelle w�re,
w�rde ich mich sofort von der Liste der Verd�chtigen streichen.
Ich wusste, dass er mein Tagebuch hatte. Und ich wusste auch, dass es,
wenn ihm das Geringste passiert, der Polizei �bergeben w�rde.
Ich w�re ein Idiot, wenn ich hinginge und ihn umbr�chte.
Ich gehe doch nicht in die H�hle des L�wen. - Sicher, da ist was dran, was Sie sagen.
Ich �berlegte mir das auch schon.
Ich muss jetzt die anderen vernehmen. Besonders Mademoiselle Lanson.
Unser Gespr�ch setzen wir auf dem Kommissariat fort, Monsieur Thenier.
Begleiten Sie Monsieur Thenier in mein B�ro.
Gut. Nimm dir ein Zimmer im Hotel. Ich komme nach.
Und das ist alles gewesen? - Ja, so war es. - Dieses Schwein!
Spielkarte? Mit zwei Buchstaben.
As. - As. Ja, As. A-S.
W�rden Sie bitte mitkommen, Monsieur Thenier?
Nehmen Sie doch Platz.
Ich habe alle Beteiligten vernommen und bin zu gewissen Schl�ssen gelangt.
Man m�sste die Dummheit wirklich gepachtet haben, um ein Verbrechen zu begehen,
obwohl alles gegen einen spricht. Sie sind aber das Gegenteil eines Dummkopfes.
Danke. Ein Mann in Ihrer Lage kann also Paul Decourt nicht umgebracht haben.
Au�er er spielt. Au�er er spielt diesen Dummkopf.
Das w�re die beste List, nicht wahr?
Ich h�re Ihnen gern zu.
Nehmen wir an, Sie wollen mit voller Absicht Paul Decourts Verdacht erwecken.
Sie machen ihn neugierig und richten es ein, dass er Ihr Tagebuch findet.
Sie bringen ihn dazu, Vorsichtsma�nahmen zu treffen.
Und gerade diese Vorsichtsma�nahmen f�hren ihn ins Verderben.
Die Belastungsmomente, denen Sie ausgesetzt werden, haben ihn davon �berzeugt,
dass Sie von Ihrem Vorhaben Abstand nehmen.
Dieser Gedankengang ist aber falsch. Das genaue Gegenteil tritt ein.
Ja, aber das ist nur eine Vermutung. - Sicher.
Aber lassen Sie mich fortfahren. Wenn man unterstellt,
dass Ihr Tagebuch ein Gest�ndnis darstellt, das Sie an sich selbst gerichtet haben,
so haben Sie recht. Damit stehen Sie als Letzter auf der Liste der Verd�chtigen.
Aber kehren wir die Dinge um. Nehmen wir einmal an,
das Tagebuch sei das Schl�sselelement, der Motor Ihres Projektes.
Was halten Sie davon?
Nichts. Ich h�re Ihnen zu.
Ich glaube, Ihr Tagebuch wurde nur geschrieben, um entdeckt zu werden.
Es wurde entdeckt. Und so gab es kein Hindernis mehr.
Paul Decourt konnte sterben.
Ich bin da nicht ganz mitgekommen. Es w�re doch einfacher gewesen,
wenn ich mein Pseudonym benutzt h�tte. - Wir w�ren auf den richtigen Namen gekommen.
So dagegen, indem Sie sich nicht verbargen, indem Sie ganz offen handelten,
wussten Sie genau, dass Sie mir damit den Boden unter den F��en wegziehen.
Bedauerlicherweise sehe ich mich dazu gezwungen, Sie zu verhaften.
Beantworten Sie ehrlich meine Frage:
Wo befindet sich das Fl�schchen? Herein.
Da ist ein Junge, der Sie sprechen m�chte. Philippe Decourt. Er sagt, es sei dringend.
Dann bringen Sie ihn herein.
Komm nur rein, Philippe. Du brauchst keine Angst zu haben.
Was hast du, Philippe? M�chtest du mir was erz�hlen?
Ich m�chte Ihnen das geben. Darin befindet sich das Gift.
Ich hab es im Keller versteckt, unter Lumpen.
Ich habe meinen Vater umgebracht.
Wei�t du, was du da eben gesagt hast? - Ja, ich war es.
Marc hat es nicht getan.
Mein Vater ist b�se gewesen. Unmenschlich.
Wir hatten in der Garage Rattengift. Das habe ich in die Flasche getan.
Als Papa getrunken hatte, stellte er sie wieder in den Schrank zur�ck.
Sp�ter habe ich dann die Flasche geholt. Ich habe sie versteckt.
Ich hatte Angst, man k�nnte Fingerabdr�cke finden.
Beschw�rst du, dass das wahr ist? - Ja. - Sieh mich bitte an, Philippe.
Sieh mich an!
Du beschw�rst, dass alles wahr ist.
Wei�t du, dass du damit dein Leben zerst�rst?
Bist du dir dessen bewusst?
Und?
Sprechen wir jetzt nicht dar�ber.
Morgen.
Morgen werde ich dir alles erz�hlen.
Jetzt m�chte ich schlafen.
Ich m�chte schlafen.
Helene, meine Liebste, verzeih mir.
Gestern Abend hat sich Philippe f�r schuldig erkl�rt,
den Mord an seinem Vater begangen zu haben.
Ich habe ihm zugeh�rt und danach habe ich als freier Mann das Kommissariat verlassen.
Was f�r eine sch�ne Rache, nicht wahr?
Das ist einer griechischen Trag�die wert. Ein Mann t�tet ein Kind.
Und das Kind dieses Mannes wird ihn seinerseits t�ten.
Armer Philippe. Er hasste seinen Vater. Sein Hass war fast so stark wie der meine.
Ich frage mich, ob nicht ein Teil der Freundschaft, die er f�r mich empfand,
diesem gemeinsamen Gef�hl entsprang.
W�hrend der Nachhilfestunden, die ich ihm gab, h�tte ich ihm suggerieren k�nnen,
wie er es anstellen sollte, seinen Vater umzubringen.
Ich bin �berzeugt, er w�re vor nichts zur�ckgeschreckt.
Vielleicht h�tte er mich deswegen noch mehr geliebt.
Du musst dem Kommissar erkl�ren, dass es so nicht stimmt, Helene.
Dass ich der Schuldige bin.
Ich, ganz allein. Und dass sich Philippe nur beschuldigt, um mich zu retten.
Bitte, verstehe mich. Ich habe f�r diesen Menschen einen solchen Hass empfunden,
dass ich nicht mein Leben f�r meine Rache opfern wollte.
Der Kommissar hat das verstanden.
Mein Tagebuch sollte vermitteln, dass meine Rache
in den Augen der anderen gescheitert war,
ich sie aber im Geheimen stillen konnte.
Verzeih mir. Ich kann nicht Philippe f�r mich bezahlen lassen.
Ich habe zwar geglaubt, ich sei so kalt wie die Klinge eines Messers geworden,
aber das Herz braucht l�nger zum Sterben, als man denkt.
Philippe soll nicht leiden m�ssen.
Glaub mir, Helene, wenn uns dies alles nicht mit sich gerissen h�tte,
dann h�tte ich dich geliebt.
Jetzt fahre ich hinaus aufs Meer. Ich werde weit fahren und niemals zur�ckkehren.
Ich werde verschwinden, Helene, mich im Nichts aufl�sen.
Gestern vor dem Kommissar war ich feige. Ich hatte Angst vor dem Gef�ngnis.
Und ich hatte nicht den Mut, Philippes Opfer zur�ckzuweisen.
Ich will mir meine Strafe selbst aussuchen.
Es gibt in den "Ernsten Ges�ngen" von Brahms ein Lied nach dem Librum Ecclesiastis.
Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh. Wie dies stirbt, so stirbt er auch.
Adieu.
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