All language subtitles for Ein Tag in Berlin 1926

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Original subtitles

Berlin 1926.

Hauptstadt des Verbrechens.

Kriminalkommissar Fritz Kiehl ist im Dauereinsatz.

Jede Woche drei Morde. Fast doppelt so viele wie heute.

Nach Krieg und Inflation feiert die Stadt der Sünde

den Tanz auf dem Vulkan.

Ohne Tabu.

Auf den Straßen regieren Armut und Elend.

In der Unterwelt die mafiösen Ringvereine.

Die Polizei scheint machtlos.

Es geht um Mord, Kiehl.

Fritz Kiehl gehört zur ersten Mordinspektion der Welt.

Die Ermittler sind ihrer Zeit weit voraus.

Ihre Methoden bestimmen die neue Polizeiarbeit.

Ihr Motto: Mit Verständnis zum Geständnis.

Ein Geheimnis zu bewahren kann 'ne große Belastung sein.

Für einen Fall setzt der Kommissar alles auf eine Karte.

Wir unterbrechen unser Programm für einen Fahndungsaufruf.

Er wagt sich in die Höhle des Löwen.

Und sucht in Berlins Unterwelt nach einem Verbündeten.

Ich brauche deine Hilfe, Adi.

* Musik *

Der Morgen des 16. November 1926.

In Deutschland keimt nach Krieg, Revolution und Krise

ein zarter wirtschaftlicher Aufschwung.

Mit seinen vier Millionen Einwohnern

ist Berlin zu einer Weltstadt herangewachsen.

Nur London und New York haben mehr Einwohner.

Berlin ist modern und mobil.

Im Schatten des Funkturms liegt die Avus.

Sie dient als Rennstrecke und zugleich als erste Autobahn der Welt.

Die Stadt lockt Touristen, denn sie ist die Partymetropole Europas.

Am Zentral-Flughafen Tempelhof nimmt die Lufthansa ihren Flugverkehr auf.

Doch schon damals gilt: Berlin ist sexy, aber auch bitterarm.

Die Armut lässt die Kriminalität wuchern,

Banden kontrollieren viele Stadtteile.

Was Berlin den Ruf als "Spree Chicago" einbringt.

Eine neue Abteilung der Kriminalpolizei

soll mit dem schlimmsten aller Verbrechen aufräumen: Mord.

* Telefonklingeln *

Die Beamten der Berliner Mordinspektion

müssen rund um die Uhr erreichbar sein.

Deshalb hat jeder der Kommissare

einen eigenen Telefonanschluss zu Hause.

In der Telekommunikation ist Berlin auf dem neuesten technischen Stand.

Die Verbrecherjagd ist ein Knochenjob.

Und hält Fritz Kiehl und seine Kollegen unter ständiger Anspannung.

Vor allem während der vier Wochen Bereitschaftsdienst

bleibt den Kommissaren kaum Zeit zum Schlafen.

Ja, Kiehl.

"Kommissar Kiehl, Sie müssen kommen."

"Wir haben wieder 'nen prominenten Kinodirektor."

"Das ist jetzt der vierte Tote die Woche."

Berlin in den 20er Jahren, das wirkt von außen so leicht,

so lebendig und so vergnügt.

Aber für viele Menschen war es das nicht.

Wir haben auf der einen Seite viele Menschen,

die haben ihre Gesundheit verloren.

Das sind die Soldaten, die versehrt aus dem Krieg gekommen sind.

Es gibt ein Millionenheer von Menschen,

die haben nahe Angehörige verloren, die sind traumatisiert.

Die haben ein ganz anderes Verständnis von Alltagsgewalt.

Und greifen auch durch. Das ist eine gewalttätige Situation.

In Ordnung. Ich komme.

70 Wochenstunden sind die Regelarbeitszeit.

Und weitere Überstunden keine Ausnahme.

Familienleben: Fehlanzeige.

Musst du schon wieder los? Wieso hast du nicht im Bett geschlafen?

Tut mir leid. Ich wollte dich nicht wecken.

Schon wieder ein Mord geschehen.

Im Alltag des Kripobeamten steht auch die eigene Gesundheit hintenan.

Ein Granatsplitter in der Schulter

quält den ehemaligen Frontsoldaten Kiehl.

Er nennt es sein "Souvenir aus Flandern".

Immerhin hat Kiehl wieder Fuß gefasst.

Er verfügt über ein regelmäßiges Einkommen samt Rentenanspruch.

Viele andere Veteranen haben nicht nur ihre Gesundheit,

sondern auch ihren Arbeitsplatz verloren.

Doch ohne Schmerztabletten alle paar Stunden kommt Kiehl nicht klar.

Ein preußischer Beamter kennt keinen Schmerz, was?

Wir können die Leiche ja nicht liegenlassen.

Aber du weißt ja: Mörder fangen lohnt sich.

Die Beamten erhalten eine Erfolgsprämie.

Und löst Kiehl einen spektakulären Fall,

steht sogar eine Beförderung in Aussicht.

Du Kopfgeldjäger.

Kiehl muss sich beeilen.

Die ersten 48 Stunden entscheiden über Erfolg oder Misserfolg.

Seit Kriegsende explodiert die Kriminalitätsrate in Berlin.

In Kiehls gutbürgerlichem Schöneberg sind es Diebstahl und Betrug.

In den Bezirken wie Friedrichshain und Wedding Körperverletzung

und Hehlerei.

In Mitte Raub und Prostitution.

Dort ist auch Kiehls Dienststelle, die Mordinspektion.

Auf den Fluren des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz, der Roten Burg,

herrscht Dauerbetrieb.

Zu jeder Tages- und Nachtzeit sind nicht nur die Beamten im Einsatz,

sondern auch die Büro-Angestellten.

Guten Morgen, Fräulein Steiner.

Guten Morgen, die Damen. - Guten Morgen.

Die Abteilung ist stolz auf ihre moderne Büroausstattung.

Die Sekretärinnen dokumentieren die Fälle mit Schreibmaschinen,

die den neuesten Tastaturstandard erfüllen.

Die Buchstaben sind nicht mehr alphabetisch angeordnet,

sondern nach der QWERTZ-Tastatur.

Häufig getippte Lettern liegen so weit auseinander,

dass sich die Hebeltypen weniger oft verhaken.

Das Tippen geht schneller voran.

Auch werden Diktate nicht mehr in Kurzschrift aufgenommen,

sondern von den Chefs in ein Diktiergerät gesprochen.

"Der Täter versuchte nach Ladenschluss,

von der Klaus Messer zu kaufen."

Der Parlograph erobert die Behörden und Unternehmen.

Eine Membran im Inneren der Maschine überträgt Schallwellen

auf eine Nadel, die ein Rillenmuster auf einer Wachswalze hinterlässt.

Wird sie in Gang gesetzt,

überträgt sie das gesprochene Wort auf Kopfhörer.

Die Sekretärinnen tippen das Gehörte ab.

Tolles Kleid. Ein wirklich erquicklicher Anblick.

Gertrud Steiner ist die Chefsekretärin.

Darf ich?

Das haben Sie aber schön gesagt. Herr Gennat wartet.

Und Ihre bessere Hälfte ist auch schon in den Startlöchern.

Kiehls bessere Hälfte ist der erfahrene Kollege Max Schreiber.

Die Ermittler arbeiten in festen Zweier-Teams.

Über ihnen steht der Chef der Mordinspektion,

Kriminalrat Ernst Gennat.

Guten Morgen. - Zigarre?

Danke.

Gut, dass Sie nun da sind, Kiehl.

Der Kollege Schreiber ist schon instruiert.

Gennat ist ein kollegialer Chef

mit einer sprichwörtlichen Lust auf Kuchen.

Kuchen gefällig? - Danke.

Auch 'ne kleine Sünde, Kiehl? Hm?

Oh, danke.

Haben Sie gemacht oder ...

Mit Verlaub, Herr Kriminalrat, Sie denken, es geht um Raubmord?

Die Schutzpolizei geht davon aus,

dass er einen ganz natürlichen Tod gestorben ist.

Aber wir kennen ja die Brüder.

Wenn die Abendkasse mit den Einnahmen verschwindet,

sollte die Mordinspektion noch mal ein Auge drauf werfen.

Im trägen Körper des Kripo-Chefs arbeitet ein blitzgescheiter Geist.

Ernst Gennat ist damals eine berühmte Berliner Größe.

Seine Geschichte hat Regina Stürickow ausgegraben.

Als Gennat 1905 seinen Dienst antritt,

ist die Kripo von professionellen Standards noch weit entfernt.

Man hat losgesucht, ob überhaupt jemand bereit ist,

ob jemand Dienst hat, gerade diesen Fall zu übernehmen.

Da ist dann aber schon so viel Zeit vergangen,

dass gar keine Spuren mehr gesichert werden konnten.

Oder schon so viele Leute am Tatort waren.

Man hatte noch nicht die Erfahrung und auch gar nicht das Know-how,

wie man effektiv mit einem Mordfall umgeht.

Um das zu ändern, gründet Ernst Gennat eine Mordinspektion.

Sie ist die erste weltweit und besteht aus drei Abteilungen,

die jeweils vier Wochen Bereitschaftsdienst haben.

Ein Team ist also immer aktiv.

Die beiden anderen stehen als Reserve bereit.

Zudem etabliert er neue Hilfsmittel wie "Mordauto" und "Zentralkartei".

Die Zentralkartei ist das Herzstück seiner Aufklärungsmethoden.

Gennat lässt von seinen Kommissaren eine umfassende Fallsammlung anlegen,

die auch europäische Tötungsdelikte berücksichtigt.

Sie ist nach Schlagworten geordnet und wird ständig erweitert.

Gennat ist davon überzeugt, dass mit dem System

ähnliche Verbrechen schneller gelöst werden können.

Er hat vor allen Dingen immer wieder gefragt: Warum ist ein Täter so?

Warum macht er das?

Und wie kann jemand sein, der diese Tat gemacht hat?

Man kann wirklich sagen: Gennat war der erste Profiler.

Dank der Kartei können seine Ermittler Tatmuster erkennen.

Und Verbrechen aufdecken,

die scheinbar nichts miteinander zu tun haben.

Gennats Truppe hat eine Aufklärungsquote von 90 Prozent.

Das macht sie zu gefragten Experten.

Doch nicht immer sind sie erfolgreich.

Als die Düsseldorfer Polizei sie um Amtshilfe

im Fall Peter Kürten bittet, scheitert die Berliner Truppe.

Auch im eigenen Haus stößt die Mordinspektion auf Widerstände.

Vergessen Sie nicht, Kiehl: Wir sind die Neuen hier im Präsidium.

Wir haben zwar ein paar Erfolge. Aber wissen Sie, was das bringt?

Das führt nur dazu, dass uns alle noch mehr auf die Finger schauen.

Wir stehen unter Beobachtung. Das ist Ihnen hoffentlich klar?

In Gennats Büro steht der Schädel eines Opfers als Mahnung.

Denn der Mörder wurde nie gefasst. Der Kripo-Chef hasst ungelöste Fälle.

Für sie hat er einen anrüchigen Ausdruck.

Wir können keinen "nassen Fisch" brauchen.

Nicht bei diesem prominenten Fall.

Klar. Auf geht's.

Der Erfolgsdruck auf die Ermittler ist hoch.

Modernste Ausrüstung, zu der auch das "Mordauto" gehört,

erleichtert ihre Arbeit.

Der Wagen ist eine Spezialanfertigung des "Adler Standard".

Er hat alles an Bord, was zur Tatort-Sicherung benötigt wird.

Aber auch Funkgeräte, damit die Beamten jederzeit

Fahndungen einleiten und Unterstützung anfordern können.

Eine Schreibkraft gehört ebenfalls zum Team.

Sie fertigt die Berichte direkt vor Ort an,

damit kein Detail vergessen wird.

Und für die Fotos

nehmen die Kommissare ihre eigene Ausrüstung mit.

Vom Präsidium am Alexanderplatz geht es direkt zum Concordia-Kino,

dem Tatort.

Der Wagen kämpft sich durch den dichten Verkehr.

Damals noch ohne Blaulicht.

Mit über 300 Filmtheatern ist Berlin Kinohauptstadt.

Die großen Säle liegen im Westen.

Die kleineren in Friedrichshain sind vor allem bei Arbeitern beliebt.

Und die Kassen stets gut gefüllt. Sie werden oft ausgeraubt.

Wo immer die Kommissare erscheinen, die Presse ist schon da.

Jedes Verbrechen verspricht Auflage.

Mal stehen die Männer in den Zeitungen als Stars,

mal als Versager da.

Darf ich?

Kriminalität in den 20er Jahren wird jetzt auch ganz anders wahrgenommen.

Wir haben die Zeitungen, die auch gelesen werden

von einer Mehrheitsbevölkerung.

Wo die Kriminalität und die Toten zu Sensationen werden.

Und wir haben vor allem in der beginnenden Filmindustrie

die Anfänge des Kriminalfilms, kann man fast sagen:

"M - Eine Stadt sucht einen Mörder"

Das sensibilisiert die Bevölkerung für dieses Thema.

Es wird auf einmal spannend und modern,

über Kriminalität zu sprechen.

Und auch die Arbeit der Beamten zu beurteilen.

Die Schutzpolizei hat strengste Anweisung,

den Tatort nicht zu verändern.

Mann, Mann, Mann! Einmal mit Profis arbeiten!

Der ist wohl nicht auf dem Schreibtisch

aus dem Leben geschieden.

Wir haben den nur vom Boden auf den Tisch gelegt.

Müssen die Herren Kommissare sich nicht die Hucke verbiegen.

Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

Tatorte wurden regelrecht zerstört.

Es ist tatsächlich vorgekommen, dass am Tatort der Tote

auf ein Bett gelegt wurde, damit er nicht so auf dem Boden liegt.

Damit das alles ein bisschen pietätvoll aussieht.

Vielleicht umgestoßene Möbel wieder aufgerichtet.

Und damit war eine Spurensicherung überhaupt nicht mehr möglich.

Ich hole die Sachen aus dem Wagen.

Kannst ja gucken, was unser "Chefermittler" noch drauf hat.

Mann, Mann, Mann.

Bitte.

Der Zaster ist futsch.

Ich glaube, das war so:

Der Räuber hat den Direktor gehörig in 'ne Bredouille gebracht.

Dann hatte er 'nen Herzkasper und machte 'nen Abgang.

Und der Täter schnappt die Moneten und verduftet.

Herzkasper?

Würde ich sagen. Hat ja keine Schramme, der Kollege.

Wer hat denn die Leiche gefunden?

Eine von den Damen von der Kasse hat ihren Chef

nach dem Ende der Vorstellung noch gesehen.

Und das muss dann so gegen 22.40 Uhr gewesen sein.

Und dann hat sie Kasse gemacht und ist heim.

Normalerweise geht der Herr Direktor dann auch.

Heute Morgen ist sie über die Leiche gestolpert.

Wo ist denn die Frau?

Ich würde das Ganze gerne noch mal von ihr hören.

Der ist speiübel geworden. Die hab ich heimgeschickt.

Verdammte Schlamperei! Das ist unsere einzige Zeugin!

Wir müssen sie befragen, solange die Erinnerungen noch frisch sind!

Seine Freundlichkeit wird dem Schupo nicht gedankt.

Dabei verhält er sich so,

wie es die Polizeiführung seit Neuestem verlangt.

Nach dem Vorbild britischer Bobbies

sollen Schutzpolizisten stets hilfsbereit sein.

Eine Vorgabe, um ihren schlechten Ruf als Schlägertruppe zu verbessern.

Seit den 1920er Jahren heißt es deshalb: "Dein Freund und Helfer"

Kiehl und Schreiber sichern, was noch an Spuren da ist.

Dabei halten sie sich an einen strikten Ablauf.

Gennat hat immer gesagt:

Am Tatort darf nicht erst befohlen werden, was gemacht werden muss.

Er hat sieben Schritte festgelegt,

mit denen die Kripo am Tatort zu arbeiten hatte.

Und das sind sieben Schritte, die heute noch so angewandt werden.

Schritt eins: allgemeinen Überblick verschaffen.

Schritt zwei: Kennzeichnung der Spuren und Beweismittel,

ohne dabei den Tatort mit eigenen Spuren zu zerstören.

Das Fotografieren des Tatorts, Schritt drei,

ermöglicht es den Ermittlern,

auf den Bildern nachträglich Hinweise zu entdecken.

Die zur Lösung des Falls von Bedeutung sind.

Schritt vier ist die kriminalistische Spurensicherung.

Da dürfen keine Fehler passieren.

Die Ermittler suchen vor allem nach Fingerabdrücken.

Aber auch Fußspuren, Faser- oder Blutreste

werden gewissenhaft dokumentiert.

Bei der ersten Bestandsaufnahme geht es Kiehl und Schreiber

vor allem darum, nichts zu übersehen.

Guck dir mal das Schätzchen an.

Ich kann das Kaliber nicht entziffern.

Wofür haben wir denn unser eigenes Labor, hm?

Warte mal kurz.

Die erste Untersuchung erfolgt mit bloßem Auge.

Doch schon damals kümmern sich Experten im Labor

um die genaue Analyse.

Bitte.

Schritt sechs ist die Untersuchung des Toten.

Bis heute darf der Arzt erst zum Schluss ran,

weil er für seine Arbeit Tatort und Leiche verändern muss.

Interessant.

Ein winziges Loch im Hemd des Toten weckt sofort die Aufmerksamkeit

des erfahrenen Mediziners.

Meine Herren, wir haben hier ein Einschussloch ohne Blutung.

Die heiße Patrone hat die Wunde direkt wieder verschlossen.

Kommt selten vor, aber es passiert. Die Kugel dürfte noch drinstecken.

Mehr kann ich Ihnen erst sagen, wenn ich ihn eingehender untersucht habe.

Sie entschuldigen.

So viel zum Thema Herzinfarkt. Noch was Schlaues beizutragen?

Das Fräulein von der Kasse hat auch gesagt,

dass sie einen ehemaligen Mitarbeiter gesehen hat.

Der war wohl der Kartenabreißer gewesen.

Und ist vor ein paar Wochen rausgeflogen.

Charles Adams, Amerikaner.

Haben Sie die Adresse? - Nee, kann ich aber besorgen.

Die brauch doch nicht ich! Die brauchen Sie!

Los, vorladen den Mann. Sie haben hier schon genug geholfen.

Schupos und Kommissare sind keine besten Freunde.

Zu allem Überfluss gehen Kiehl seine Eukodal-Schmerztabletten aus.

Er braucht dringend Nachschub.

Na, hau schon ab.

Ich mach den Rest vom Schützenfest.

Den Bericht krieg ich auch alleine hin.

Ich hol dich an der Apotheke ab.

Weiter.

Der "Rest", das ist der abschließende Bericht zum Tatort.

Ohne ihn braucht das Team gar nicht erst bei Gennat anzuklopfen.

Kiehl macht sich inzwischen auf den Weg zur nächsten Apotheke.

1926 ist knapp die Hälfte der Berliner nicht krankenversichert.

Die meisten können einen Arzt nicht bezahlen.

Deshalb suchen sie Hilfe beim Apotheker.

Die Arzneihändler haben Hochkonjunktur.

Guten Tag, die Dame. - Guten Tag.

Wie kann ich Ihnen helfen?

Ich hätte gerne etwas nachgefüllt. Davon bitte: Radiumwasser.

Wissen Sie, die Kinder sind so müde, und ich bin auch so ausgelaugt.

Das hat uns geholfen.

Das ist auch ein sehr gutes Produkt. Mache ich Ihnen eben fertig.

Der Herr, ich bin gleich für Sie da. - Danke.

Nicht alles, was als gesund angepriesen wird, ist es auch.

Radioaktiv angereicherte Stoffe wie Radiumwasser

sind damals besonders beliebt.

Verstrahltes Wasser gilt als heilsam und kräftigend.

In Berlin sind die toxischen Mittelchen der Verkaufsschlager.

Stärkungsmittel wollten alle.

Sie waren entweder überfordert

oder wollten besonders leistungsfähig sein.

Alles, was irgendwie den Körper leistungsfähiger machte,

war beliebt.

Der technische Fortschritt verändert das Lebenstempo in der Großstadt.

Immer mehr Menschen leiden unter Stress.

Um Schritt halten zu können, bringen die Pharmaunternehmen

ständig neue Muntermacher und Schmerzmittel auf den Markt.

Viele davon gelten heute als harte Drogen.

Darunter Medikamente wie Morphium, Kokain und sogar Heroin.

Sie machen süchtig.

Erst als der Gesetzgeber nachreguliert,

gibt es sie und auch Schmerzmittel wie Eukodal nur noch auf Rezept.

Ein Problem für Kiehl, denn er gilt trotz Dauer-Schmerz als austherapiert

und erhält kein Rezept mehr.

Doch wie tausende andere Veteranen ist er längst tablettenabhängig.

Der Herr, was kann ich für Sie tun?

Eukodal bitte, Granatensplitter.

Sehr gern. Dann hätte ich gern noch Ihr Rezept.

Wenn wir so genau sein wollen,

dann müsste ich mir mal Ihr Rezeptbuch anschauen.

Reine Routinekontrolle.

Über die Abgabe von Kokain und Morphium

muss genau Buch geführt werden.

Die Obergrenze für eine medizinische Dosis liegt bei etwa 0,2 Gramm.

Doch in den Büchern tauchen immer wieder Eintragungen

über die zehnfache Menge auf.

Viele Apotheker geben gegen gefälschte Rezepte

viel zu hohe Mengen aus.

Man muss ja auch bedenken, dass manche Apotheker vielleicht deswegen

nicht so genau hingeguckt haben.

Weil sie auf diese Weise ja auch Umsatz gemacht haben.

Eine Hand wäscht die andere.

Fritz Kiehl bekommt seine Schmerztabletten.

Ist das alles, Kommissar?

Schönen Tag noch.

In seiner "Mordehe", wie die Zweier-Teams genannt werden,

trifft Kiehl bei seinem Kollegen Schreiber auf vollstes Verständnis.

Der Umgang mit Schmerz- und Suchtmitteln

ist im Berlin der 20er Jahre sorgloser als heute.

Wirf mal lieber auf Vorrat ein. Wird 'n langer Tag heute.

Auf geht's.

Die Kommissare müssen schnell zurück zum Präsidium.

Die Schutzpolizei hat den verdächtigen Amerikaner

zum Verhör gebracht.

Guten Tag.

So, Herr Kommissar, da ist er.

Jetzt können Sie ihm zeigen, was 'ne Harke ist.

Wenn er aufmuckt, sind wir vor der Türe.

Die Verhörmethoden zu den Zeiten vor Ernst Gennat in den 20er Jahren.

Aus heutiger Sicht würde man sie als illegal bezeichnen.

Damals ist versucht worden, bei Verhören, bei Vernehmungen,

wie wir heute sagen, den Willen des Gegenübers zu brechen.

Durch Gewalteinwirkung, körperliche Gewalt.

Oder auch verbal zu der Aussage zu kommen, die man wollte.

Ob es die richtige Aussage war.

Oder ob das Opfer, der, der verhört worden ist,

nur dem Druck stattgegeben hat.

Und dann das ausgesagt hat, was man von ihm erwartet.

Machen Sie dem Mann doch die Handschellen ab.

Die Ermittler von der Mordinspektion gehen neue Wege,

um an belastbare Aussagen zu kommen.

Mit Verständnis zum Geständnis ist das Motto ihrer Verhörtechnik.

Ich hoffe, meine Kollegen waren nicht allzu grob mit Ihnen.

Kriminalkommissar Fritz Kiehl. Schluck Wasser? Zigaretten?

Nein, danke.

Ihr Name klingt nicht sonderlich deutsch. Sie sind Amerikaner, oder?

Ja, aus New York. - New York ...

Wie lange leben Sie denn schon in Deutschland?

Ich bin nach dem Krieg in Europa geblieben.

Die Liebe, Sie wissen schon.

Fritz, hier ist das Labor-Ergebnis.

Die Patrone ist ein amerikanisches Fabrikat.

Genauso amerikanisch wie unser Mann hier.

Hören Sie.

Ein Geheimnis zu bewahren, das kann eine große Belastung sein.

Und am Ende kommt die Wahrheit eh ans Tageslicht.

Ich will Ihnen helfen,

dass das Ganze so glimpflich wie möglich ausgeht.

Dann ist plötzlich jemand da, der hört einem zu.

Und wenn jemand zuhören kann, wenn man sich erleichtern kann,

sich etwas von der Seele reden kann.

Dann kann man über ein Thema reden, über das man gar nicht reden möchte.

Weil es ja verwerflich ist, wenn man eine Straftat begangen hat.

Wir haben eine Leiche gefunden.

Der Mann, der Sie vor zwei Wochen aus Ihrer Stellung entlassen hat.

Und man hat Sie am Tatort gesehen.

Wo waren Sie denn gestern um ...

Um 22.40 Uhr, wo waren Sie da?

Zu Hause.

Hab mit meiner Verlobten in Dresden telefoniert.

Können Sie gerne überprüfen. Sie arbeitet im Hotel Continental.

Da habe ich sie angerufen.

Alle Indizien deuten auf Charly Adams als Täter.

Angeblich hat er aber ein Alibi.

Die Kommissare lassen es umgehend überprüfen.

Diese Angestellten in den großen Telefonzentralen,

die haben sich auch Notizen gemacht.

Und wenn was besonderes war, hier Aufzeichnungen geführt,

auf die man dann zurückgreifen konnte.

In gewisser Weise so was wie Datenspeicherung aus heutiger Sicht.

Und davor?

Davor? Im Kino war ich davor.

Ist kein Verbrechen, oder?

Natürlich nicht.

Kiehl ist sich sicher, dass der Verdächtige lügt.

Hat alles seine Richtigkeit. Sie können gehen.

Das Alibi stimmt, die Ermittler haben nichts in der Hand.

Entschuldigen Sie, dass wir Sie bemüht haben.

Ist gut.

Laut Telefonprotokoll hat Charly Adams definitiv um 22.40 Uhr

von seiner Wohnung aus telefoniert.

Um diese Uhrzeit kann er also nicht am Tatort gewesen sein.

Die Zeugin hat aber ausgesagt,

dass sie Charly nach dem Programm im Kino gesehen habe.

Zwei Mal, bitte.

Zeit für ein schnelles Mittagessen muss sein.

Mit dem Aufkommen der Büroarbeit wird die Bockwurst populär.

Dazu gibt es Senf.

Die legendäre Currywurst ist eine Erfindung der Nachkriegszeit.

Ich könnte mich schwarz ärgern.

Vergiss nicht, es könnte alles viel schlimmer sein.

Uns geht's doch goldig.

1926 hungern in Berlin Zehntausende.

Kriegsheimkehrer, Witwen, Arbeitslose und Inflationsverlierer

überleben nur dank der Armenspeisung.

Die bietet den Menschen täglich kostenlos eine warme Mahlzeit an.

Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.

Der Mittelschicht geht es besser.

Sie trifft sich im legendären "Aschinger".

In der ersten Systemgastronomie der Welt bekommen die Gäste

zu ihrem Essen so viele Schrippen, wie sie wollen.

Die Geburtsstunde der "All you can eat"-Idee.

Nach Erlebnisgastronomie suchen die wenigen Superreichen.

Sie finden sie im "Haus Vaterland" am Potsdamer Platz.

Oder im "Restaurant Rheinterrassen".

Vor einem künstlichen Flusspanorama

bietet das Haus sogar eine stündliche Gewitter-Simulation.

Eine Welt, die Kiehl und Schreiber nur aus Zeitungen kennen.

Mensch Max, schau mal.

Dir fallen ja gleich die Augen aus dem Kopp.

So hübsch sind die Mädels nun auch nicht.

Das sind Tänzerinnen. Verstehst du nicht?

Da gab's ein Vorprogramm im Kino, vor dem Film.

Ein Vorprogramm mit leicht bekleideten Tänzerinnen

ist in vielen Kinos die Regel.

Was hat denn die Kassendame ausgesagt im Kino?

Nach dem Programm hat sie den Adams noch gesehen.

Genau. Aber die meint gar nicht das Ende von dem Film.

Die meint das Ende von dem Programm hier, von dem Vorprogramm.

Dann hat der Adams ja Zeit genug gehabt,

ihr zu begegnen und den Direktor ins Jenseits zu befördern.

Genau. Und rechtzeitig ist er zum Telefonat wieder zu Hause.

Aber da ist er jetzt bestimmt nicht mehr.

Die Kommissare müssen schnell handeln, um Adams zu fassen,

bevor er über alle Berge ist.

In weniger als einer halben Stunde haben sie ihn zur Fahndung gegeben.

Die Berliner Mordinspektion nutzt dafür das neue Massenmedium Radio.

1926 besitzen bereits eine Million Menschen in Deutschland

ein Radiogerät.

Mit den Hörerzahlen steigen auch die Chancen

auf erfolgreiche Festnahmen rapide an.

Achtung, Achtung. Wir unterbrechen unser Programm

für einen Fahndungsaufruf.

Die Berliner Polizei bittet um Ihre Mithilfe.

Um das Radio bekannt zu machen, fahren Werbewagen durch die Stadt

und verteilen Flugblätter.

In Berlin sind anfangs über 20 Sendemasten

für die Verbreitung des Signals nötig.

Aufwendig ist auch der Empfang.

Die Hörer zu Hause sind noch an Kopfhörer gebunden.

Lautsprecher kommen erst gegen Ende der 1920er auf.

Der "Detektor", ein Kristall, der die Signale aufnimmt,

ist extrem sensibel.

Selbst kleinste Bewegungen stören den Empfang.

"Der Name des Gesuchten ist Charles Adams, genannt Charly."

Das war eine ziemlich unbequeme Sache, tief gebeugt über dem Gerät,

die Kopfhörer auf.

Und dann der Versuch, den optimalen Empfang aus dem Gerät herauszuholen.

Wegen der schlechten Sendequalität

müssen die Sprecher extra deutlich artikulieren.

Der Grund für den typischen 20er Jahre-Klang.

Besonderes Erkennungsmerkmal ist sein starker amerikanischer Akzent.

Versuchen Sie keinesfalls, selbst den Verdächtigen zu stellen.

Er schreckt nicht vor dem Gebrauch der Waffe zurück.

Während der Aufruf läuft,

wählt Fritz Kiehl einen anderen Weg der Tätersuche.

Er wagt sich ins Berliner Milieu.

Berlin ist Partymetropole, lockt mit Revuen und leicht bekleideten Damen.

Kiehls Ziel ist das berüchtigte Szene-Tanzlokal "Der wilde Peter".

Wie der Name verspricht,

regieren dort allabendlich Ekstase und Absturz.

Die Feierlust hilft, das Elend der Straße, den Schrecken

der letzten Inflation und Wirtschaftskrise zu vergessen.

Der Tanz auf dem Vulkan feiert den Moment.

Wie lange der Tanz auch immer dauern mag.

In den Clubs gelten andere Gesetze:

Offiziell sind homosexuelle Handlungen eine Straftat.

Doch im Nachtleben der Stadt

wird selbst Liebe zwischen Männern offen gelebt.

Das enge Moralkorsett der wilhelminischen Kaiserzeit

ist gesprengt.

Viele Menschen haben in dieser Erholungsphase,

in der Mitte der 1920er Jahre das Gefühl, kurz durchatmen zu können.

Und dann aber auch leben zu wollen.

Und expressiv und laut und schrill leben zu wollen.

Und genau das geht in Berlin wie in keiner anderen deutschen Stadt.

Die Amerikaner bringen den Swing nach Berlin.

Und die Menschen tanzen bis zum Morgengrauen.

Im Dunkel der Nacht weichen die Grenzen der Gesellschaft auf.

Prominente gehen in die Clubs der einfachen Leute und umgekehrt.

Drogen werden hemmungslos genommen.

Arm und reich, legal und illegal koexistieren im Sündenpfuhl Berlin.

Wir haben da ein breites Publikum,

was sich so eine gelegentliche Kokain-Dosis durchaus leisten kann.

Umgerechnet auf heutige Verhältnisse

wären das ungefähr 15 Euro pro Dosis.

Und Berlin greift hemmungslos zu.

Fritz Kiehl schaut dieses Mal weg. Er will zu Muskel-Adolf.

Der mächtige Bandenchef hat im "wilden Peter" sein zweites Zuhause.

Ihn allein aufzusuchen ist riskant.

Seine Aufpasser riechen den Polizisten

zehn Meilen gegen den Wind.

Ich muss den Boss sprechen.

In eurem Viertel geht ein dreckiger Hund um.

Rund zwei Dutzend Gangs teilen Berlin unter sich auf.

Mit Kontakten bis in die höchsten Kreise.

Organisierte Verbrecherbanden, die "Ringvereine".

Ein Zeichen ihrer Bruderschaft ist der Siegelring.

Kiehl erhofft sich von der Bande

Informationen über den gesuchten Flüchtigen.

Und bewegt sich damit an der Grenze der Legalität.

Die Gangs verdienen ihr Geld

ausschließlich mit kriminellen Geschäften.

Auch mit Prostitution.

Gucken kostet auch, schön weitergehen!

Über 80 Vereine gibt es in der Stadt, aufgeteilt nach Metiers.

Der Verein "Immertreu" ist auf Bordelle

und Glücksspiel spezialisiert.

"Apachenblut" hat sich zusätzlich dem Rauschgifthandel verschrieben.

Der Verein "Deutsche Kraft" ist ein Zusammenschluss von Dieben.

Die "Letzte Hoffnung" setzt auf Schutzgeld-Erpressung.

Die Ringvereine sind sicherlich nicht mit der Mafia

im italienischen Sinne vergleichbar.

Aber es sind mafiöse Strukturen, es ist organisierte Kriminalität.

Das sind die Vorläufer der organisierten Kriminalität

in Deutschland.

Stammsitz der Ringvereine sind unscheinbare Lokale.

Bis heute ist die originale Inneneinrichtung

der "Mulackritze" erhalten.

Ein typisches Berliner Unterwelt-Lokal.

Zwischen spießigem Porzellan und bürgerlichem Menü-Angebot

lässt nichts auf die kriminellen Machenschaften der Gäste schließen.

Einige Vereine geben sich als Sportclubs aus.

Mit Vereinswappen und gelegentlichen Ausflügen aufs Land.

Andere tarnen sich als Gesangs- oder Sparverein.

Nach außen galten sie als Geselligkeitsvereine.

Und als solche trafen sie sich in Gaststätten.

Und das mögen sie sicher auch sogar gemacht haben.

Sie mögen auch gesungen haben oder auch

einer bestimmten Art von sportlichen Aktivitäten nachgegangen sein.

Aber diese Kulisse wurde sozusagen ausgenutzt

für dann die kriminellen Taten, um diese auszubaldowern.

Oder um weitere Pläne zu schmieden.

Bedingungsloser Gehorsam und Treue bis in den Tod

sind das Rückgrat der Vereine.

Jedes Mitglied verpflichtet sich dazu.

Symbole wie Anstecknadeln, Schleifen oder Ringe

dienen als feste Erkennungszeichen.

Eine Satzung macht die Männer zur eingeschworenen Gemeinschaft.

Ihr Ehrenkodex: Das Wohl des Vereins steht über allem.

Und: Auf keinen Fall dürfen Hunde mitgebracht werden.

In einer Stadt voller Schwerverbrecher

sehen sich die Ringvereine als eine Art "Gentlemen Club".

Das bedeutet: Für sie sind jegliche Form von Gewaltverbrechen tabu.

Passiert in ihrem Viertel ein Mord,

dann wird der Täter verpfiffen oder in Selbstjustiz gerichtet.

Das oberste Gebot der Banden ist so legendär,

dass der Regisseur Fritz Lang seinen Milieu-Film

"M – Eine Stadt sucht einen Mörder" mit echten Ringbrüdern besetzt.

Die den Täter jagen, schnappen und der Polizei übergeben.

Die hast du gar nicht gekannt.

Damit sorgen die Vereine für Ruhe in den Vierteln.

Welch Glanz in meiner Hütte.

Hab ich Geburtstag?

Weil Kiehl weiß, wie die Vereine ticken, hofft er,

bei Muskel-Adolf Hilfe zu bekommen.

Er ist berüchtigt dafür, hart durchzugreifen,

wenn es in seinem Bezirk nicht läuft.

Was verschafft mir denn die Ehre?

Ich brauch deine Hilfe, Adi.

Klar, so einer wie du kommt nie zum Spaß.

Wir suchen einen gewissen Charly Adams aus Friedrichshain.

Ist untergetaucht. Amerikaner. Bunter Hund.

Bin ich die Auskunft?

Es geht um Mord, und da hört der Spaß auf.

Oder wir müssen uns mal um deinen kleinen Nebenverdienst kümmern.

Die Drohung des Kommissars wirkt sofort.

Ich helfe, wo ich kann, als guter Bürger.

Es gibt eine Zusammenarbeit zwischen Polizei und den Ringvereinen.

Und zwar gerade im Hinblick auf schwarze Schafe.

Gewaltverbrechen, Sexualverbrechen, das wurde nicht geduldet.

Und wenn so was auffiel, dann kriegte die Polizei auch ihre Tipps.

Sofort mobilisiert der Bandenchef alle Ringvereine der Stadt

für die Suche nach dem Mörder.

Ring-Alarm ist eine Spezialität der Berliner Unterwelt.

Dabei informieren sich die Mitglieder untereinander

binnen kürzester Zeit.

Es dauert nicht lange,

bis ein Tipp zu einem Stundenhotel in Neukölln führt.

Charly Adams hält sich dort versteckt.

Der Hotelbesitzer hat ihn verraten.

Auf seine Ringbrüder kann sich Muskel-Adolf verlassen.

Alles fertigmachen zum Zugriff.

Charly Adams. - Hey!

Mitkommen. - Was soll das?

Der Mörder ist gefasst.

Innerhalb von 24 Stunden können die Ermittler den Fall lösen.

Denn Kiehl findet auch die Tatwaffe.

Die Kugel vom Tatort stammt aus dem Revolver des Amerikaners.

Das beweist die Labor-Untersuchung.

Der genaue Tathergang wird im Abschlussbericht festgehalten.

Nach dem Ende des Vorprogramms betritt Charly Adams die Wandelhalle

und wird von der Kassendame gesehen.

Adams geht weiter zum Büro des Kinodirektors.

Dort kommt es zum Streit, in dessen Folge

Adams den Direktor erschießt und den Tresor ausräumt.

Dann flüchtet der Täter über den Seitenausgang.

Als er zu Hause ankommt, telefoniert er um 22.40 Uhr mit seiner Verlobten

in Dresden.

Gute Arbeit, Kiehl.

Unterschreiben.

Punktgewinn für das Team um Ernst Gennat

im Sieg gegen das wuchernde Verbrechen.

Fritz Kiehls gewagter Schachzug hat die Wende im Fall Adams gebracht.

Ein aufgeklärter Raubmord mehr

für die Erfolgsstatistik der Berliner Mordinspektion.

Es war Kiehls letzte Ermittlung als Kriminalkommissar.

Der junge Beamte wird zum Kriminaloberkommissar befördert.

Mit mehr Gehalt und mehr Befugnissen.

Fritz Kiehls Geschichte ist erfunden und dennoch wahr.

Sie erzählt von Polizisten mit Idealen.

Die im Berlin der wilden 20er Jahre jeden Tag aufs Neue

der Gewalt entgegengetreten sind.

Und dabei ihren Kopf hingehalten haben für Recht und Sicherheit.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019

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