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Original subtitles

Ach, der Haken...

Ihr glaubt nicht, wen ich letztens zufällig

auf einen Hugo im Café Klecks getroffen habe.

Mario Petzold.

- Woher... - Sorry!

Der Regisseur wollte ewig probieren.

- Wir haben schon angefangen. - Ich habe eh keinen Hunger.

Gut siehst du aus.

Selber!

Kein Gramm zugenommen!

- Willkommen! - Danke.

- Hast du zu mir nie gesagt. - Du hast ja auch zugenommen.

Das macht doch nichts. Ist doch fast wieder runter.

Nach fast sechs Jahren!

- So hab ich das nicht gemeint. - Das ist eine Typ-Frage.

Und ich bin der dicke Typ?

Nein, der normale! Der Richtige! Der Gesunde!

Das Essen sieht geil aus!

- Und du willst wirklich nichts? - Nein.

Auch kein Wein. Leider.

Na, wie geht's dir?

Die Castings sind krass stressig,

aber es geht voll voran.

Nimmst du noch Rollen an?

Das meiste ist für nach der Geburt.

Sie möchte schnell wieder arbeiten.

Toll, dass es so gut läuft.

Und mit drei Wochen kann ich den Kleinen

in die Krippe bringen und abholen.

Thomas übertreibt voll.

Als hätte ich so schnell meine alte Figur wieder.

Du hast noch bei der Geburt deine alte Figur.

Du bist so ein Charmeur.

Ich finde was zum Anfassen sinnlich, oder, Stephan?

- Das ist weiblich. - Hörst du?

Ja, das ist ja total lieb, aber Caster sehen das anders.

Pölsterchen haben noch nie geschadet.

- Pölsterchen? - Ja. Ich hab welche, ihr auch.

Nein.

Männer haben Fett, Speck. Eine Wampe.

Hast du auch Fältchen und benutzt Cremchen?

- Es ist doch Renéchen. - Stimmt.

Und wie pflegt ihr eure Haut?

Wir waschen sie.

- Willst nicht doch was essen? - Nein.

- Du isst doch für zwei. - Nein.

Nach allem, was man so hört,

wächst in dir ja eine Führungspersönlichkeit heran.

Was ist los?

Sie finden den Namen unseres Sohnes eher so...

suboptimal.

- Du hast ihn verraten? - Mhm.

Konnte nicht widerstehen. Er war so stolz!

Und ihr findet ihn nicht geil?

Nein, wir finden ihn nicht geil.

Schon allein, weil geil ein Unwort ist,

das nicht nur nichts mehr

mit seiner ursprünglichen Bedeutung zu tun hat,

sondern auch noch ein vulgäres Synonym ist,

mit sexueller Konnotation,

und die Geiz-ist-geil-Entwicklung

wiederspiegelt.

Und das nichts im Wortschatz

eines Menschen über 18 zu suchen hat!

Sie finden ihn nicht geil.

Schade.

Na ja, also wir waren ein bisschen überrascht.

Ich würde eher sagen entsetzt.

Das tut mir krass leid.

Also, wir dachten, die Anspielung gefällt euch.

Die Anspielung?

Genau die hat uns nicht gefallen!

Ich glaube, das ist ein Missverständnis.

Lass mal.

Wie kannst du uns so was ins Gesicht sagen?

- Ich raff echt nichts mehr. - Thomas hat solche Ideen.

Aber dass du da mitmachst!

- Ja, der Name war meine Idee! - Echt?

Also...

Dass du dich nicht ganz so gut auskennst wie unsereiner,

Schwamm drüber.

Aber du musst doch wissen, was dieser Mann getan hat!

Ich bin ihm nie begegnet!

"Ich bin ihm..." Jetzt hört euch die an!

Die sitzt hier.

Sag's ihr ins Gesicht.

- An na... - Gerne.

Du beweist, was beim Bildungsauftrag schiefläuft.

Die Tussi hat sie nicht alle!

- Äh... - What?

Die Tussi hat sie nicht mehr alle!

- Thomas, es reicht! - Ja. Gut, ich...

Bist du zufrieden? Das kommt von diesem Kacknamen!

Für wen hältst du dich?

- Das hat er nicht so gemeint. - Er ist Professor!

- Er weiß, was er sagt. - Allerdings.

Ich kenne Wörter und ihre Bedeutung,

statt sie nur auswendig zu lernen.

- Fick dich. - Woah!

Der Klugscheißer kann mich mal!

Ich darf meinen Sohn so nennen, wie ich es Will!

Eben nicht!

Und das von jemandem,

der seine Kinder Cajus und Antigene nennt!

Woah! Halt! Stopp!

Stopp. Es war ein Witz.

Es war ein Witz.

Schatz, ich hab erzählt, dass wir ihn Adolf nennen.

Deswegen regt sich Stephan so auf.

Es war nur ein Gag.

Er soll Paul heißen, wie Papa. Das meinte Anna. Okay?

Puh... Jetzt...

beruhigen wir uns alle...

setzen uns wieder...

...essen Hähnchen. Hm, köstlich.

Und lecker Nachtisch, oder Lisa?

Alles wieder gut.

Du musst drücken und ziehen.

- Gleichzeitig. - Warte.

Die war teuer.

Au!

Das war Absicht.

War's nicht!

Soll ich dir Eis holen?

Okay, ja, es war scheiße von mir.

Ich bin ein Arsch. Es tut mir leid.

Ich bitte alle um Entschuldigung, okay?

René, willst du uns nicht was vorspielen?

NÖ.

Lisa, jetzt hilf mir doch mal.

Jemand Nachtisch?

Stephan?

Sagst du nichts dazu?

Was soll ich denn sagen? Wehgetan?

Raffst du nicht, dass uns das nur sagen sollte,

wie blöd die die Namen unserer Kinder finden?

Quatsch! Ich habe im Regal “Mein Kampf" gesehen.

Das war ein Witz! Das ist alles.

- Wir haben uns totgelacht. - Er hat sich ja entschuldigt.

Thomas ja, Anna nicht.

- Ich hör nur noch auf Tussi. - Anna! Bitte.

Niemand wollte eure Kinder beleidigen.

"Das von jemandem,

der seine Kinder Cajus und Antigene nennt!"

- Warum hat sie das gesagt? - Was willst du hören?

Was ich über die Namen seiner Kinder denke.

- Exakt. - Sie findet die Namen toll.

Tatsächlich.

Ja.

Wir finden, Cajus und Antigene sind...

coole Namen. Echt.

Endlich.

Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wo es ist.

- Was? Wer? - Dein Gesicht.

Was ist damit?

Du machst es, wenn du was sagst, aber nicht meinst.

Ich mache doch kein Gesicht.

Ist dir das noch nie aufgefallen?

Okay, wir haben's verstanden.

Du hast dich geärgert,

aber irgendwann ist auch mal wieder gut.

Alter...

Wie lief denn dein Vorsprechen für diese Serie, Schatz?

Gar nicht, Schatz. Es war ein Theaterstück.

Wie lief dein Vorsprechen für das Theaterstück?

Das interessiert dich?

Natürlich interessiert mich das.

Ah, sonst fragst du auch nie.

Weil du immer so reagierst.

Weil du meine Karriere nicht ernst nimmst.

Was willst du sagen?

Welche Karriere?

Nein, das wollte ich nicht sagen.

Ich war auf einer international angesehenen Schauspielschule.

Und ich habe diesen Workshop in New York gemacht.

Den ich bezahlt hab.

Das war ein Geburtstagsgeschenk!

Trotzdem soll ich in Elternzeit gehen. Und du?

Ach komm, das hat doch finanzielle Gründe.

Ich würde gerne in Elternzeit gehen.

- Da war es wieder. - Was? Wer?

Dein Gesicht.

Natürlich mach ich es. Es ist mein Gesicht!

Okay.

Wie mach ich?

"Ich würde gerne in Elternzeit gehen."

Ja, und wo ist das Gesicht? Ich kapier's nicht.

- Du machst auch kein Gesicht. - Also!

- Es ist eher so 'ne Sehnute. - Sehnute ist übertrieben.

Findest du? Aber es ist doch eher so ein...

Exakt

Was?

Stephan, dein neuer Opel ist sehr gut.

Ja, genau.

Ist keine Sehnute?

Gesicht bringt's mehr auf den Punkt.

- Pupsi, lass dich nicht ärgern. - Ich ärger mich nicht.

Cajus und Antigene sind coole Namen. Echt.

Ist gut getroffen.

Aber es ist auch wirklich süß.

Lacht ruhig. Steh ich drüber.

"Steh ich drüber."

Wisst ihr, was dieses Gesicht sagt?

- Ihr könnt mich mal! - Oh!

Polizei, Polizei.

- Sei doch nicht so empfindlich. - Bin ich nicht.

- Ich hole den Nachtisch. - Ich helf dir.

- Gibst du mir den Topf? - Ja.

- Ich mach. - Kannst du dahin stellen.

Ach, das Gesicht war perfekt.

- Du solltest schauspielern. - Findest du?

In der 10. Klasse war ich in der Theater-AG.

Du hast doch immer so mit der Versform gekämpft.

Tadam, tadam, tadam. Da musste ich dich abhören.

Warum hast du nicht weitergemacht?

Ich hab mich nicht getraut.

Aber du warst süß.

Gibt's noch was zum Anpacken?

Du findest Cajus und Antigene also blöd.

Mann! Du weißt, dass das keine normalen Namen sind.

Das klingt nach... was weiß ich.

Nach Theaterspielplan.

“Heute große Premiere: 'Cajus und Antigene'!"

- Was verstehst du unter normal? - Was, weiß ich. Üblich?

Verbreitet. Nicht so originell.

Und ist Adolf originell oder normal?

Mann! Langsam gehst du mir echt auf den Sack!

Diese sind originell, um originell zu sein.

Die sind wie ein Post-It auf der Stirn.

"Ich bin der Anti-Kevin. Meine Eltern sind sehr schlau."

Paul Böttcher klingt nach Jeep und GO.

Es ist immer noch kein Jeep.

Und es ist mir völlig egal, was die Leute denken.

Ganz im Gegensatz zu dir.

Du kriegst nicht mal mit,

dass deine Kinder aufs Maul kriegen,

weil sie so bescheuerte Namen haben.

Du bist ein pseudointellektueller Poser!

- Ich? - Mhm.

- Pseudointellektuell? - Und Poser.

- Besessen von meinem Image? - Zerfressen davon.

Von all deinen Witzen heute, war das mit Abstand der Beste.

Nachtisch.

Schmeckt unglaublich!

Dass ausgerechnet du das sagst. Du bist die Egomanie in Person.

Ich? Egoman?

Selbstbewusst, ja. Und sicher nicht perfekt.

Ich finde Thomas großzügig.

- Siehst du! - Och...

Nicht jeder durchschaut deine Egomanie.

- Danke. - Ich kann dir nicht folgen.

Du tust alles, um im Mittelpunkt zu stehen.

Kannst es nicht ertragen, wenn dem nicht so ist.

Das beobachte ich schon eine Weile.

Seit wann?

Schon sehr, sehr lange.

Und wann hast du das zum ersten Mal beobachtet?

- Hört ihr jetzt bitte auf? - Wieso? Wie lange?

René, sagst du auch mal was?

- Wann? - Dankei

Mit Jackie hat alles angefangen.

Dem Hund von Tante Ulla.

Dem Hund von Tante Ulla.

Du weißt genau, wovon ich spreche.

Tante Ulla hatte einen Terrier.

Der neurotische Köter Jackie war ihr das Allerheiligste.

- Eine Art Kindersatz. - Ein süßer Hund.

Aber total verblödet. Sie hat ihn irre verhätschelt.

Ein heißer Tag im Spätherbst. Wir waren am Rhein.

Die Erwachsenen tranken Bier. Uns war langweilig.

- Wie alt wart ihr da? - Ich war so dreizehn...

- Er vierzehn, ich neun. - Ach? Du erinnerst dich wieder?

Jackie kam immer wieder angekläfft.

- Kannst du dich erinnern, René? - Der hatte strubbeliges Fell.

- Und braune Ohren. - Wir warfen Steine ins Wasser.

Irgendwann habe ich gesagt:

”Wollen wir nicht lieber Stöckchen werfen?"

- Thomas fand die Idee doof. - Sie war doof.

Trotzdem hast du mich nicht abgehalten.

Anfangs ging auch alles gut.

Jackie kam mit dem Stöckchen aus dem Schilf.

Ging ab und an am Ufer baden.

Und schließlich warf ich das Stöckchen weiter.

Immer weiter ins Wasser. So weit ich nur konnte.

Und auf einmal war die Strömung zu stark,

riss Jackie mit, blubb...

und aus.

Du hast Jackie umgebracht?

Ja! Ich habe Jackie umgebracht.

- Ist ja krass. - Das echt Krasse kommt nach.

Thomas hat behauptet, er sei es gewesen.

Ich habe dich vor einer Tracht Prügel bewahrt.

So ist er! Und so war er schon mit neun.

Damals dachte ich, er hätte mich aus Freundschaft gerettet!

Aber er hat mir meinen Mord gestohlen!

Jeder Psychologe hätte seine Freude an dir.

Und warum hat er das getan?

Warum?

Um im Mittelpunkt zu stehen.

Es war allein meine Schuld,

dass dieser arme Köter ersoffen ist,

aber er sagt: "Tante Ulla, ich habe Jackie umgebracht."

- Ich fass es nicht. - Das ist krass, oder?

Ich konnte eine Woche lang kaum sitzen.

Natürlich erinnere ich mich.

Darum ging's dir doch. Wie bei Adolf.

Im Mittelpunkt zu stehen.

Du bist ja wahnsinnig.

"Egomanisch. Krankhafte Ich-Sucht.

Neigung, im Mittelpunkt allen Handelns

und Geschehens stehen zu müssen."

Guck mal! Hier ist ja ein Foto von dir!

Wo du schon mal das Buch hast. Guck mal unter G!

- G? - G, wie geizig!

Was?

Tja, ein Wort für mich, ein Wort für dich.

- Geizig? - Mhm.

- Ist das alles? - Oh, ich hab noch mehr.

- Aber eins nach dem Andern. - Stopp!

Beide gewinnen einen Satz!

Unentschieden. Und jetzt ist Ende, okay?

In Tennis gibt's kein unentschieden.

- Was? - Du hast gesagt, unentschieden.

Das ist nicht richtig.

Sorry, du kennst dich ja mit Wörtern aus.

Und mit Tennis.

Besser als mit Fußball und Autos.

- Besser als du mit Literatur. - Okay.

Du willst unbedingt eine aufs Maul?

Du bist ein pseudointellektueller Geizhals!

Es reicht! Jetzt hören alle auf!

Also... Stephan ist doch nicht geizig.

Ach so. Aber pseudointellektuell?

Nein. Aber...

Nee, also es...

Du legst einfach wert drauf, dass...

- René? - Ja,genau.

René. Findest du mich auch geizig?

Na ja. Du bist jetzt nicht grad verschwenderisch.

Das trifft's genau.

In Renés Worten heißt das krass geizig.

- Nein. - Wir können ja knickrig sagen.

Oder knauserig.

Mhm, und du bist großzügig. Oder doch eher großkotzig?

Du hast Antigene ein iPad zum Namenstag geschenkt.

- Zahnstocher hatte sie schon. - Das ist Mikado.

Im Gegensatz zu einem iPad höchst pädagogisch!

- Dein Geiz ist pathologisch. - Ja, das sagt der Richtige!

- Überbezahlt, wie du bist. - Nicht zu vergessen N!

Wie neidisch. Neidzerfressen.

Und da ist sie wieder, seine Egomanie.

Worauf soll ich neidisch sein? Du hast nicht mal Abitur.

Das ist es, was dich eigentlich ärgert.

Professor Berger hat sich Kraft seines Geistes

alles angeeignet.

Und Thomas, der Versager, fährt ein dickes Auto

und verdient dreimal so viel wie du!

Ohne Abi!

Klar, bei dir geht es um materielle Werte.

Ich mach mir nichts aus Äußerlichkeiten.

Aha.

Und warum dampfst du die Etiketten von meinem Wein?

Ich dampfe was?

Ich hab dich gesehen.

Du dampfst die Etiketten von meinen Flaschen

und klebst sie auf Aldi-Wein.

Oh mein Gott.

Ich weiß nicht, wovon er spricht.

War es das, was du neulich gemacht hast?

Was? Nein. Wann?

Bei mir ist eine Stunde ausgefallen.

- Du warst in der Küche. - Das ist doch lächerlich.

Was hast du dann gemacht?

Was dann, was hast du gemacht? Experimente!

- Für die Kinder! - NÖ, ist klar.

Schön. Okay.

Jetzt, wo wir diese Offenheit aufgebaut haben,

sollte unser lieber René doch auch erfahren,

wie Thomas ihn nennt.

- Stephan, jetzt reicht's. - Ihr seid so krass.

Hat sich einer mal für das Essen bedankt?

Selbstverständlich.

- Was? Wann? - Da warst du in der Küche.

Ah, klar.

Wie nennst du mich denn, Thomas?

- René, bitte. - Jetzt mach da nicht mit.

Komm, vergiss es einfach, okay?

Ich möchte wissen, wie ich genannt werde.

- Nein! Möchtest du nicht. - Wieso?

René, vertrau uns einfach.

Du stehst doch über diesen Deppen hier.

Thomas.

- Wie nennst du mich? - René, bitte.

- Lass es einfach... - Stopp.

Ich Will es jetzt wissen.

Königin.

Königin?

Er nennt dich “Die Königin". Bist du jetzt zufrieden?

Die Königin? Ist es denn so schlimm?

Na ja...

René König... die Königin.

Ich versteh nicht.

- Tu doch nicht so. - Alles ist gut.

Wir lieben dich so, wie du bist.

Ja, wie bin ich denn? Wovon redet ihr?

Äh...

- Kapierst du's echt nicht? - Nein!

Guck mal, Königin...

Das ist liebevoll gemeint.

Ich sage ja nicht Tunte oder Schwuchtel.

Ja, warum auch?

Ihr denkt, ich bin schwul.

Ich fühl mich erleichtert,

seit ich mich mit Jackie geoutet hab.

Aber ich bin nicht schwul!

- Dann weißt du es noch nicht. - Thomas.

Das ist doch kein Thema. Es gibt die Ehe für alle.

Wir hatten einen schwulen Außenminister,

Moderatoren, Musiker,

Bundestagsabgeordnete, Fußballer!

Fußballer sind nicht schwul!

- Das ist seine Sache. - Ich würd's euch doch sagen!

Also bitte, René! Du bist nicht verheiratet.

Du lebst in Köln, arbeitest in Bonn.

Du triffst Mario Petzold auf einen Hugo im Café Klecks?

Du trägst seltsame Farben wie Flieder oder Orange?

Wer trägt Orange, außer in Guantanamo?

Du backst gerne, du kochst, du trinkst Rosé...

- Bäh. - Du benutzt Parfüm.

- Eau de Toilette. - Das meine ich!

Ich liebe Männer, weil ich Hugo mag?

Und Flieder trage?

In welchem Jahr lebt ihr?

Ich mag auch Céline Dion und Thomas Mann!

- Wir verurteilen dich ja nicht. - Natürlich nicht!

Dann haben wir uns alle geirrt. Du stehst auf Frauen.

Du stehst doch auf Frauen?

- Was?

Zumindest auf eine.

- Hast du wen kennengelernt? - Ja.

Echt?

Ja!

Aber ihr seid nicht zusammen oder so?

Doch.

Und warum weiß ich das nicht?

Und wie ist die? Groß, klein, blond?

Brünett? Aufblasbar?

- Boa, du nervst! - Man wird doch fragen dürfen!

- Mir ist gerade nicht danach. - Dir ist nicht danach?

Immer wenn's um dich geht, kneifst du.

Also eins weiß ich sicher.

Du bist 'ne Memme.

- Was willst du wissen? - Lass dich nicht provozieren.

Er wird doch mal was erzählen können!

Er hat doch kein Schweigegelübde abgelegt.

Was willst du wissen? Frag.

- Wie lange seid ihr zusammen? - Ein paar Jahre.

Ein paar Jahre? Und das erzählst du mir nicht?

Und wie ist die so?

- Toll. - René, hört doch bitte auf.

Was hast du denn dagegen, dass er es uns erzählt?

Also ich, ähm...

- Na ja... Also... - Sag mal, kennst du die?

Ja.

Anna kennt sie.

Oh, das wird ja immer besser. Äh, kennen wir sie auch?

Ja.

Aber nicht Mario Petzold, oder?

Nein.

Jemand, den du kennst. Viel besser kennst.

- Was meinst du damit? - Viel besser.

Besser als jeder andere.

- Was? - Fuck.

Nee, oder?

Es läuft schon so lange. Sag's.

- Oh mein Gott! - Ich glaub's nicht.

René, sag's ihnen.

Komm jetzt, sag's ihnen oder ich sag's!

- Okay, ich sag's! - Was soll er sagen?

Es tut mir leid. Ich wollte das nicht.

Oh Gott, nein, das... Das hast du nicht gemacht.

Ich hab was nicht gemacht?

- Ist es von mir? - Was?

- Ist er von mir? - Wen meinst du?

Den kleinen Adolf, natürlich!

What?

Oh mein Gott, Alter! Hackt's?

Nein, das doch nicht! Also, bitte!

- Boa ey, ich dachte schon... - Ja, ich auch.

Also wirklich.

Alter, ey!

{alle lachen)

Und wer ist es dann?

Elisabeth...

Ich bin mit Dorothea zusammen.

Dorothea wer?

Dorothea. Deine Mutter.

Hä?

- Wessen Mutter? - Es ist Dorothea, Thomas.

- Wer? Dorothea Thomas? - Dorothea.

Deine Mama. Meine Mama.

Unsere Mama!

Wie...

- Du bist mit Mama zusammen? - Ja.

Du hast gelacht.

Jetzt hast du mich aber fast... Du, jetzt sind wir aber quitt!

Das ist kein Witz.

Dorothea und ich, wir sind ein Paar.

Aber, ich...

Elisabeth...

- Ich dachte, wir sind uns nah. - Sind wir ja auch.

- Aber du vertraust mir nicht. - Natürlich vertrau ich dir!

Aber nicht so wie ihr. Seit wann weißt du es denn?

Das ist eine Sache zwischen euch.

- Seit wann weißt du das? - Thomas!

Ich schiebe dir deine Klarinette in den Arsch.

Und zwar quer!

Seit wann?

Pupsi, ihr seid krass verletzt. Und es ist schwer...

Das war eine einfache Frage. Seit wann weißt du es?

Was ändert das?

Dann weiß ich, seit wann du mich belügst.

Das ist eine Sache zwischen Dorothea und René.

Hör auf zu trinken.

Ich fang gerade erst an.

- Ich hatte Angst. - Es geht ums Prinzip.

Wenn es jemand anders wäre, dann wär's doch dasselbe.

Was laberst du da? Es geht um Mama!

Hör doch mal auf mit Mama! Ich hör immer nur Mama!

Wie alt bist du eigentlich? Neun?

Deine Mama liebt einen Mann, na und?

Nein, keinen Mann!

Einen... René!

Boah, werd erwachsen. Wirklich!

René, seit über dreißig Jahren sind wir eng miteinander.

Es hat kaum einen Tag gegeben,

an dem wir uns nicht gesehen oder telefoniert hätten.

Oder wenigstens geschrieben.

Ich hab dir immer vertraut.

Elisabeth, kein Mensch erzählt alles.

Ich nicht. Nicht vor René. Der weiß alles.

Alles alles?

Es geht jetzt ausnahmsweise Mal nicht um dich!

René kennt meine guten Tage und meine schlechten.

Er kennt meine Sehnsüchte, meine Träume, meine Sorgen.

Und von deinen Problemen hab ich ihm auch erzählt.

- Das ist doch... - Was?

Zu Privat? Zu intim? Wozu hat man denn Freunde?

Wozu eigentlich? René... Wie konntest du nur!

Das ist Jahre her. Das ist nicht der Rede wert.

Ich wollte es dir sagen. Ich konnte nicht.

Warum hast du es denn Anna erzählt?

Hat er nicht.

Ich hab die beiden in Köln gesehen.

Händchen haltend.

Hör auf!

Ich hatte Angst!

Angst, dass ihr es nicht versteht.

- Wir haben... - Stopp! Stopp!

Du redest hier von Mama!

Meiner Mutter, die dich aufgenommen hat!

Die dir Brote geschmiert

und Drei-Fragezeichen-Kassetten gekauft hat!

Der Frau von Paul, meinem Vater!

Klingelt's da?

Ich verstehe dich ja!

Papa hat dich geliebt! René hier, René da!

Das ist pervers!

Thomas, beruhige dich oder geh!

Ich gehe!

Nee, Thomas! Beruhig dich und bleib!

Thomas!

Thomas!

Thomas.

Thomas! Du wolltest, dass er redet!

Das ist das Tor zur Hölle!

Jetzt übertreib doch nicht so maßlos!

- Thomas! - Bleib da. Wir hören ihm zu!

Thomas!

Deine Eltern haben mich aufgenommen,

als ich sieben war.

Ihr alle habt mir Geborgenheit gegeben.

Elisabeth wurde meine Freundin, eine Seelenverwandte.

Du, Thomas, hast mich oft geärgert,

wie ein kleiner Junge das so macht.

Dorothea hat mich zur Musik gebracht,

sie hat das aus mir gemacht, was ich bin.

Erst Pauls Tod...

hat alles verändert.

Mir wurde klar, dass ich eine Frau liebe,

die ich nicht lieben darf.

Zumindest nicht... so.

Ich wollte nicht, dass es aus mir herausbricht,

wollte nicht, dass es irgendjemand merkt.

Weder ihr noch sie.

Also hab ich beschlossen, sie nicht mehr zu sehen.

Ich wollte sie vergessen, wollte nur noch weg.

Darum...

habe ich auch das Tourneeangebot angenommen.

- Nach Kanada! - Ja.

Ich bin geflüchtet.

Dorothea dachte,

Pauls Tod hätte mich von ihr entfremdet.

Sie dachte, sie ist mir nicht wichtig.

Aber mit der Zeit wurde es schlimmer.

Eines Abends, mitten im Konzert,

konnte ich nicht mehr weiterspielen.

Noch in der Nacht flog ich zurück,

nahm mir am Flughafen einen Leihwagen

und fuhr zu Dorothea.

Ich musste mit ihr sprechen.

Ich konnte es nicht mehr für mich behalten.

Ich kam in der Dunkelheit an. Es hat geschüttet.

Man konnte keine zwei Meter weit sehen.

Doch plötzlich...

als hätte sie gewartet, immer auf mich gewartet,

stand sie da.

Ich fühlte mich leer und erschöpft, aber...

aber ich war glücklich.

Endlich war ich da, wo ich hingehörte.

Die Regentropfen auf Dorotheas Gesicht

waren wie Tränen.

Oder es waren Tränen, ich weiß es nicht genau.

Es war ein Traum, und doch Wirklichkeit.

Dorothea nahm mich bei der Hand und...

dann haben wir miteinander geschlafen.

- Oh, René! - Oh! Halt die Fresse!

René!

Oh, sag mal...

Schau dir das an.

- Ist schon okay, Anna. - Nein, ist es nicht.

Entschuldige dich.

Sorry, dass ich dich geschlagen habe,

obwohl du es verdient hast.

Tut mir leid, aber ich musste dich nicht um Erlaubnis bitten.

- Wir sind alt genug. - Ja, vor allem sie.

- Okay, der war nicht schlecht. - Mann...

Die könnte deine Mutter sein. Sie ist quasi deine Mutter.

Langsam verstehe ich Dorothea.

Mit der hast du auch noch drüber geredet?

Ich habe ihr gesagt, ihr werdet das verstehen.

Offensichtlich lag ich da falsch.

Dorothea! Ich gebe dich mal weiter!

Hallo, Mama!

Großartig. Bombenstimmung.

Das Essen war super.

Wir haben es bloß kaum runtergebracht.

Warum?

Ich möchte dich nicht langweilen mit Details...

Thomas hat erzählt, dass er seinen Sohn Adolf nennen will.

Anna kam eine Stunde zu spät zum Essen.

Sie finden die Namen unserer Kinder blöd.

Aber das war noch gar nichts im Vergleich zum Mord an Jacky,

den nämlich Stephan begangen hat.

Gar nicht Thomas, wie wir dachten.

Und anscheinend dampft Stephan

die Etiketten von Thomas' teurem Wein ab,

und verköstigt uns mit billigem.

Von Thomas soll ich dir ausrichten,

er möchte dich wahnsinnig gern besuchen

am Wochenende vom 32. auf den 33.

Falls du es nicht verplant hast mit deinem Liebhaber.

Na, René, wen denn sonst? Oder hast du noch andere?

Ja, klar. Gern.

Mama Will dich sprechen.

Moment.

Das erzähle ich dir später.

Nicht so gut...

Okay.

Ich melde mich.

Ja, ich... dich auch.

Sie kommt morgen.

Auch das noch.

Elisabeth, ruf Dorothea an und entschuldige dich.

- Ich soll mich entschuldigen? - Natürlich.

Und wer entschuldigt sich bei mir?

- Na? irgendwer? - Äh... Ich verstehe nicht.

Sag mal, wie du mich anguckst.

Wie meine Schüler beim Abschreiben.

Mit dem Grammatikbuch auf dem Schoß,

dem Spickzettel in der Hand:

“Ähm, keine Ahnung,

Frau Berger-Böttcher, wovon Sie reden...

Du bist doch immer so stolz auf deinen Intellekt.

Sabeth? Geht's dir gut?

Was ist denn hier los?

Was Will meine hysterische Frau von mir?

Keine Ahnung! Vielleicht eine Entschuldigung?

Ich renne hin und her, kümmere mich ums Essen,

ich parke die Kinder bei deinen Eltern,

damit du mal Ruhe hast.

Und was macht ihr?

Ihr schlagt euch gegenseitig die Köpfe ein!

Und du bringst keinen Teller in die Küche.

Du wolltest doch Kinder, unbedingt!

Und kümmerst du dich um die?

Nee! Nie! Manchmal überkommt es dich.

Dann spielst du mit ihnen, sonntags, eine Viertelstunde,

und zwar so, dass sie total überdreht sind,

wenn ich sie ins Bett bringen muss.

Aber du musst dich ja nicht drum kümmern.

Du musst ja nicht aufstehen, wenn sie einen Alptraum hatten,

oder wenn sie ins Bett machen

und man das Laken wechseln muss.

Nee, du musst ganz dringend

noch den superinteressanten Aufsatz von XY

in der neuesten Ausgabe von Blablablup lesen.

Weißt du noch, wie das angefangen hat?

Ich habe für dich auf meine Doktorarbeit verzichtet.

Und was heißt denn überhaupt deine?

Es war mein Thema!

Wär ja schade gewesen,

meine Vorarbeit zu verschwenden.

Nee, in diesem Haushalt

wird wirklich gar nichts verschwendet.

Und wer hat Korrektur gelesen?

Ich war ja zu Hause, ich war ja im Mutterschutz!

Da hat man ja gar nichts zu tun!

Nicht das Geringste! So wie heute Abend auch.

Ich habe nichts gemacht, habe ja nichts zu tun hier.

Und du hast die Abendessen mit deinen tollen Kollegen.

Und du musst dir Ausreden ausdenken,

warum ich nicht mit kann.

Bin ich dir peinlich?

Weil ich mich in deiner Doktorarbeit

besser auskenne als du?

Weil ich nach der Geburt der Kinder fett geblieben bin?

Und entschuldigst du dich jemals dafür?

Nee! Nein! Natürlich nicht.

Oder du, Thomas? Hm? Du Muttersöhnchen!

Dir hat man von deiner Geburt an

alles durchgehen lassen!

Papas süßer, kleiner Clown, der alles darf!

Schlechte Noten? Kein Problem.

Das Abi schmeißen? Warum nicht?

Wenn der Junge keinen Bock hat.

Wir haben ja deine Schwester,

die unsere Erwartungen erfüllt.

Und René, ich mein...

Du weißt alles über mich, ich weiß nichts über dich.

Anna!

Wir hatten uns noch nie was zu sagen.

Rauch doch noch eine.

Oder trink einen Schnaps

auf deinen Adolf oder Paul, oder Knut!

Ich hol mir jetzt

eine schöne Flasche von unserem Billowein

und geh damit allein ins Bett.

Wie jeden Abend!

Ihr könnt mich alle mal!

Ich wollte doch nur einen Witz machen.

- Ich fahre dich nach Hause. - Und was ist mit Elisabeth?

Schon gut, ich mach das.

Ich nehme den Wagen, du ein Taxi.

Wir sehen uns morgen, falls du dich beruhigst.

Anna, ich...

- Man sieht sich. - Ich bring euch noch zur Tür.

Komm, ist gut.

Hier.

Danke.

Oh Mann, ey.

Nur der Gedanke... Mama treibt's mit der Königin.

Mit ein bisschen Glück kriegen sie keine Kinder mehr.

Ist der süß!

Renés Rosé.

Süß und warm.

Gib dem Ganzen Zeit.

Es ist immer schwer, den Stiefvater zu akzeptieren.

Hier. Ich guck mal nach Sabeth.

Boah„.

Gute Nacht.

Willst du nicht hier pennen?

Nee, ich nehm mir ein Hotel.

Ist doch Quatsch, bleib doch hier!

- Echt? - Ja, sicher.

Das Sofa ist saubequem.

Schläfst du da öfter?

Äh, das kommt vor.

Ach, guck mal.

Krieg ich jetzt deine ewige Dankbarkeit?

Nee, die leihe ich dir.

Mit Zinsen, weil ich so geizig bin.

Gute Nacht, du Komiker.

Gute Nacht, du Mörder.

80 endete ein Abend,

nach dem nichts war wie vorher...

Ach Sabeth, mach auf.

...und doch alles beim Alten blieb.

Menschen streiten sich'

und raufen sich wieder zusammen.

80 ist das nun mal.

In einer sich rasant verändernden Welt

müssen wir auf die bauen, die wir lieben.

Auch, wenn sie uns manchmal nerven oder enttäuschen.

'Das Leben ging weiter'

und die Dinge nahmen ihren natürlichen Lauf.

Drei Monate später gab Anna

eine für alle Zuschauer unvergessliche Vorstellung.

Die Waffen ruhen, des Krieges Stürme schweigen.

Auf Blutgeschlachten folgt Gesang und Tanz,

ein Zar und Kirche prangt in Festes Glanz!

Ihre Fruchtblase platzte, und das Kind,

für das Thomas tatsächlich Elternzeit nehmen wollte...

...kam schließlich zur Welt.

Wir eilten zur Klinik, um den Jungen zu begrüßen.

Es gab allerdings ein Problem.

Und?

Ja, also es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht.

- Was ist? - Die gute...

Die Mutter ist wohlauf.

Was ist die schlechte?

Na ja, das Kind ist...

Das Kind ist...

ein Mädchen.

Ach, so was macht man nicht!

- Das gibt's doch nicht! - Habt ihr schon einen Namen?

No Limits Media 2018 Untertitel: 8. Georgi u. a.

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