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Original subtitles

Es wird Zeit, oder?

- Ich hab dich lieb, weißt du das? - Ja.

Und zwar ganz doll lieb!

- Willst du vielleicht einen Kaffee? - Klar!

- Ist das Manuel, Mama? - Nein, Liebling.

Vergiss bloß nicht, wir reden auf keinen Fall über Manuel, okay?

Ja.

Das ist ein Geheimnis zwischen uns.

Ja? Du bist schon da?

Nicola?

Leute ich, sag's euch, ich bin sowas von fertig.

Ich hab gestern definitiv zu viel getrunken.

Und ob, Mann!

Nicola?

Seht mal, was die hier gepostet hat.

Nicola.

Hey, kannst du einen Moment kommen?

Ich weiß nicht, wie ich es ordentlich verpacken soll.

- Überlegt, es einzupacken? - Da wäre ich nie drauf gekommen.

Sorry, tut mir leid.

- Nico, das hab ich auch schon versucht. - Warte, ich krieg das hin.

So!

- Wunderschön. - Perfekt!

Scheiße, Nico, er ist schon da.

Ma?

Mama?

Hey, da seid ihr ja, kommt doch rein!

Guckt mal, was Papa mir mitgebracht hat.

Komm, meine Prinzessin.

Rosa, meine Kleine,

was hast du da an den Augen?

Make-Up? Ach ja?

Nico, was ist mit deinen Haaren? Geh mal zum Friseur.

Hast du mal Feuer?

Warum ist er hergekommen?

Was hätte ich Mara denn sagen sollen?

„Dein Papa kommt leider nicht zu deinem Geburtstag?"

Was hätte ich tun sollen, Nicola?

- Ein Treffen im Restaurant. - Hör bitte auf damit, ja?

Womit aufhören?

Er macht uns keine Probleme mehr, okay?

Was meinst du? Du hast geschrieben: „Beeilt euch! Kommt schnell her!"

Jetzt sind wir hier, Mama.

Sprecht ihr etwa über mich?

Und rauchst du etwa wieder?

Lust auf Torte?

Es ist schön, dass wir wieder zusammen sind.

Ja.

Das hab ich vermisst.

Kann jemand für mich übernehmen? Ich brauch mal eine Pause?

Ja, ich komme schon.

Mara?

Ich zeig dir, wie man mit dem Roller fährt.

- Au ja! - Dreh dich um.

Zum Geburtstag viel Glück

Zum Geburtstag viel Glück

Zum Geburtstag, liebe Mara

Zum Geburtstag viel Glück

Fester! Fester!

Bravo!

Ciao, Mama.

Ciao, mein Liebling.

Nacht, Schatz.

- Kommst du dann? - Sofort.

Bis dann.

Ciao.

Etwas weicher, noch mal.

Milena, hast du meine Schlüssel gesehen?

Du siehst müde aus.

Ist es gestern Abend spät geworden?

Bis dann. Ciao.

Hallo?

Ich will mit Vito sprechen.

- Vito ist nicht hier. - Hör damit auf, mich anzulügen, du Hure.

- Wie bitte? - Wenn ich rausfinde, dass er bei dir ist,

komm ich zu dir und schlag dir den Kopf ein.

Diese elende Schlampe weiß es auch nicht.

Es wird höchste Zeit zu zeigen, wer wir sind. Verstanden?

Steh auf!

Signora Semeraro, es ist noch nicht mal einen Tag her, seit er verschwunden ist.

Es könnte doch sein, dass er freiwillig weggegangen ist.

Aber Vito würde niemals freiwillig weggehen!

Mein Bruder ruft bei mir an, und zwar an jedem einzelnen Morgen,

mit dem uns Jesus Christus gesegnet hat.

Um sieben Uhr pünktlich jeden Morgen. Zuverlässig...

Immer, und zwar schon seit sehr vielen Jahren.

Haben Sie verstanden?

Wann haben Sie das letzte Mal von ihm gehört?

Das war gestern Morgen. Und ich frag Sie, wie ist das möglich?

Und er hat auch nicht in seinem Haus übernachtet!

Ich liebe meinen Bruder. Ich hab ihn wie mein Kind erzogen.

Ich spüre, dass ihm etwas zugestoßen ist. Sie müssen nach ihm suchen, verstanden?

Signora Semeraro, ich habe Ihren Vater Don Peppino mein Leben lang gekannt.

Und was kümmert mich das jetzt!?

- Sie vermissen Ihren Bruder seit gestern. - Ja.

- Dann auch in Rom. - Weiter?

Was soll ich von hier aus tun?

Was soll das genau heißen? Wofür werden Sie bezahlt?

Wahrscheinlich macht er einen Ausflug.

- Einen Ausflug? - Machen Sie sich keine Sorgen.

Was fällt Ihnen ein, mir das zu sagen?

Sie verstehen mich nicht!

Nehmen Sie dieses Telefon.

Sie machen Ihre Arbeit und tun alles, um meinen Bruder zu finden.

Dann rufen Sie mich an und berichten mir alles.

VERMISST

Wer ist das?

Du und ich.

Januar.

Januar, Februar.

Februar. Wie schreibt man „Februar"?

Ich weiß nicht. Ich hab's vergessen.

Der Monat kommt direkt nach Januar. Also...?

Februar.

- Mit einem „F*" vielleicht? - Ja.

Mit einem „F" also.

Und wie schreibt man „B"?

Ich hab euch drei so lieb.

Wir müssen eurem Vater jetzt all die Liebe schicken, die wir für ihn haben.

Mama?

Guten Tag. Sind Sie Signora Mattei?

- Ja? - Ich bin Orlandi von der Polizei in Rom.

- Dürfen wir reinkommen? - Natürlich.

Dankeschön.

Das ist eine Vorladung.

Wir möchten Sie vernehmen.

Warum?

- Ist schon gut, Nico, beruhige dich. - Mama?

Soll ich jetzt zur Wache kommen?

Ja, folgen Sie uns am besten mit Ihrem Wagen.

Sollen wir mitkommen, Mama?

Bleibt bei eurer Schwester.

Er hat sicher nur ein paar Fragen.

Mein Kollege begleitet Sie zum Vernehmungsraum.

Hallo.

Ich bin Grazia Alaima von der Staatsanwaltschaft.

Ich habe leider schlechte Nachrichten, Signora Mattel.

Wir haben die Leiche von Vito Semeraro am Tiberufer gefunden.

Ich weiß, das muss ein Schock sein.

Aber ich muss Sie leider bitten,

dass wir zusammen...

über Ihre gemeinsame Vergangenheit sprechen.

Wie lange waren Sie mit Ihrem Ex-Mann zusammen?

Über zwölf Jahre.

So lange haben Sie auf ihn gewartet?

Selbst, nachdem Semeraro sich von seiner Frau trennte,

ZzOg er nicht zu Ihnen, nicht wahr?

Haben Sie ihn gefunden?

Wo waren Sie in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli?

Zu Hause.

Ach ja? Zu Hause? Und was haben Sie da gemacht?

Ich glaube, so gegen elf Uhr habe ich mich von allen verabschiedet.

Und dann bin ich mit Mara ins Bett gegangen.

Bekomme ich bitte ein Glas Wasser?

Natürlich.

Bringen Sie bitte ein Wasser für die Signora.

Und wie ist der Abend gelaufen?

Eigentlich sehr gut.

Es war der Geburtstag meiner jüngsten Tochter.

Sie wollte ihren Papa dabei haben.

Danke.

Danke.

Also sind Ihre...

Ihre Kinder und Semeraro zusammen weggegangen?

Ja.

Vito...

hat sie in den Arm genommen.

Also, Mara.

Und dann ist er mit Nicola und Rosa gegangen.

Die letzte Umarmung sozusagen.

Ja.

Wie war das für Sie?

Also, dieses Familientreffen?

Ich verstehe nicht, warum Sie mir all diese Fragen stellen.

Fühlten Sie sich hintergangen?

Befürchteten Sie, dass Semeraro und Mattei wieder zusammen kommen?

Auf keinen Fall. Zu dem Zeitpunkt...

Da gab es zwischen uns überhaupt keine...

Keine Verbindung?

Meinen Sie das?

Wir waren mal ein Paar und haben zusammen gelebt.

Wir haben drei Kinder zusammen.

Es wird immer eine Verbindung zwischen uns geben.

Entschuldigen Sie, ich meinte eher eine...

sexuelle oder emotionale Bindung.

Gab es die noch?

Nein.

Warum wollten Sie die Trennung?

Nach so vielen Jahren, da liefen die Dinge nicht mehr gut.

23 Jahre sind eine sehr lange Zeit, nicht?

23 Jahre voller Misshandlungen, Missbrauch und häuslicher Gewalt.

Und Anrufe bei der Polizei.

Ich hab die Arztberichte und Zeugenaussagen gelesen.

Ihr Ex-Ehemann hat Sie durch die Hölle gehen lassen.

Vielleicht hatte er es verdient, dass er getötet wurde.

Er wurde getötet?

Es wurde zweimal mit einem Messer eingestochen.

Einmal Rücken, einmal Halsschlagader.

Er ist an seinem eigenen Blut erstickt.

Wir waren vorhin bei Ihrer Mutter.

Sie hat behauptet, dass Sie am Abend des 30. Juli

das Haus um 19 Uhr verlassen haben und erst um Mitternacht zurückkamen.

Also, wer hat mich angelogen?

Sie oder Ihre Mutter?

Wo waren Sie in jener Nacht?

Dort.

Ich war dort.

Was haben Sie getan, nachdem er gegangen war?

Ich habe ein wenig aufgeräumt.

Und dann hab ich mich ins Bett gelegt.

Sie sagen also, Sie sind schlafen gegangen mit Ihrer Tochter Mara.

Waren Sie die ganze Nacht allein?

Ja.

Sie sind nicht auf den Balkon und haben nach ihm gerufen,

damit er zurück ins Haus kommt?

Es gibt eine Augenzeugin, Signora Mattei.

Vito ist wieder reingekommen.

Und Sie sind die letzte Person, die ihn gesehen hat.

Was sollen wir tun? Sollen wir einen Anwalt für Sie holen?

Ich habe ihn so geliebt.

Hat sie gestanden?

Er ist durchgedreht und hat versucht, sie zu töten.

Sie hat ausgesagt, dass sie ihn in Notwehr erstochen hat.

Trinkst du das noch?

Und Spataro?

Er hat sie misshandelt, sie lässt ihn nachts in ihr Haus rein?

Wenn sie allein ist?

Außerdem wiegt sie vielleicht 50 Kilo.

Und dann hat sie die Leiche ganz ohne Hilfe zum Fluss gebracht?

Was für ein scheiß Geständnis.

Und was machen wir mit Spataro?

Wir lassen sie gehen, aber wir werden sie weiter im Auge behalten.

Die Ex-Frau und die Affäre waren beide am Tatort.

Ich werd dir alles wegnehmen!

Ich schwöre bei der Seele meines Bruders, dass du Mara nie wieder sehen wirst.

Du siehst sie nie wieder!

Hör auf damit.

- Hier ist noch eine Lücke, seht ihr? - Ich hänge zwei auf,

dann sieht es besser aus.

Hörst du überhaupt zu?

Hallo.

Papa!

- Ciao, Papa. - Ciao, meine Kleine.

Ciao, Papa.

Das ist ein schöner Baum.

- Hat jemand Lust auf Pizza? - Ja.

Papa?

Kannst du uns am Samstag zum Weihnachtsmann fahren?

Na klar doch. Wir fahren alles zusammen.

Nein, Mama kann nicht.

Mama kann nicht? Warum?

Esst, sonst wird es kalt.

Komm, Nicola, setz dich hin.

Hast du am Samstag was anderes vor?

Natürlich nicht. Was soll ich vorhaben?

- Mama hat jetzt eine Arbeit. - Ach ja?

Was hab ich verpasst?

Giulia fragte, ob ich ihr an den Weihnachtssamstagen

im Laden aushelfen kann, weil so viel los ist.

Ist keine große Sache.

Ich hol das Wasser.

Das ist toll! Eine sehr gute Idee.

So kommst du auch mal aus dem Haus raus.

Du bist ja immer bei den Kindern.

Du kannst dich entspannen.

- Vito, lass mich wieder los! - Hab ich dir die Erlaubnis dazu gegeben?

- Du tust mir weh. - Das war erst der Anfang!

- Was fällt dir ein? Hinter meinem Rücken? - Tu mir nicht noch mehr weh!

Es tut mir so leid.

Halbmond, Halbmond, Vollmond.

Du weißt schon, dass alles, was sie gesagt hat, gelogen war?

Sie hat uns die ganze Zeit Theater vorgespielt.

Was ist denn los? Warum guckt ihr mir nicht zu?

Mara, du machst das ganz toll! Du machst das gut.

Sie hat uns von vorne bis hinten verarscht.

Du hast ein böses Schimpfwort gesagt! Guckt ihr mir jetzt zu oder nicht?

Livia! Willst du ein Eis?

Ja.

Livia!

Kannst du bitte mit ihr zur Eisdiele gehen?

Nicola, ich lern für die Prüfungen.

Bitte, nur fünf Minuten.

- Willst du ein Eis haben? - Ja.

- Dann los. Komm. - Ja.

Wir haben immer gewusst, dass es mal eskalieren wird.

Wir haben oft darüber gesprochen.

Es waren du und ich.

Es sind du und ich. Okay?

Was sollen wir tun?

Wir werden sie besuchen.

Und Rosa?

Die ist bei Mara.

Hasst sie mich?

- Und du? - Nein.

Du hasst mich nicht?

Der Anwalt hat gesagt, dass Tante Mimma das Sorgerecht für Mara haben will.

Du musst auf deine beiden Schwestern aufpassen.

Ihr müsst immer zusammen bleiben, Nicola, hast du gehört?

Bleibt zusammen.

Wie haben Sie Carla Mattei kennengelernt?

In der Frauenklink, in der ich arbeite,

behandeln wir viele Opfer häuslicher Gewalt.

Was hat sie Ihnen erzählt über Semeraro?

Dass er ein gewaltbesessener und eifersüchtiger Mann war.

Und es war dank Ihnen, dass sie den Mut fand,

ihn endgültig zu verlassen?

Dank der Unterstützung, die sie von uns erhalten hat, ja.

Das ist ja auch unsere Aufgabe.

Wir zeigen den Frauen Mittel und Wege auf, wie sie sich aus diesen...

toxischen Beziehung befreien.

Aber jetzt sind Sie beide in einer Beziehung?

Ja, Carla und ich, ja.

Und Semeraro? Hat er davon gewusst?

Ja.

Wie hat er reagiert?

Nicht gut.

Er ist uns gefolgt, und hat sich vor dem Haus auf die Lauer gelegt, und...

eines Tages hat er mich angegriffen. Deshalb hab ich ihn auch angezeigt.

Er hat gesagt, er wird alles dafür tun, damit Carla zurückkommt.

Alles? Heißt das, auch Mord?

Ich schätze schon, ja.

Hat er gedroht, Sie umzubringen?

Ja.

Also, mit anderen Worten...

- kommt Ihnen sein Tod sehr gelegen. - Staatsanwältin!

Bocci, Ihre Handydaten beweisen deutlich, dass Sie in der Tatnacht dort waren.

Klären Sie mich bitte auf.

- Was haben Sie dort getan? - Darauf müssen Sie nicht antworten.

Also...

Waren Sie dort?

Ja, ja, ich war dort.

Es ist so heiß.

Besser, oder?

Warum genau waren Sie dort?

Carla hat mich am späten Abend angerufen.

Und weil ich wusste, dass Semeraro dort war, bin ich sofort hin.

Und was haben Sie dort gesehen?

Carla war verzweifelt, und Semeraros Leiche lag auf dem Boden.

Warum riefen Sie nicht die Polizei?

Mein Klient weiß, dass er nicht richtig gehandelt hat.

Deshalb sind wir ja auch hier.

Ich behaupte nicht, dass wir das Richtige taten, um Gottes Willen, aber...

Carla hat ihn immer wieder und wieder angezeigt, und nichts ist passiert.

Wenn Carla sich nicht selbst verteidigt hätte,

würden Sie jetzt Semeraro verhören.

Zum Zeitpunkt des Mordes waren Sie aber nicht vor Ort, richtig?

Ja, bei der Tat selbst war ich nicht dort.

Woher wollen Sie wissen, dass es Notwehr war?

Ich habe gesagt, dass sie über Jahre geschlagen und vergewaltigt wurde.

Er hätte sie niemals gehen lassen.

Es sei denn, dass er tot ist.

Haben Sie und Mattei deshalb beschlossen, ihn umzubringen?

Nein, das haben wir nicht beschlossen.

Signor Bocci, Sie sind festgenommen.

Ihr habt es geschafft.

Meine Kleine.

Ciao.

Ciao, na, mein kleines Sonnenlicht?

Komm, ich nehm dich mit nach vorne.

Na, komm.

Warum zieht ihr nicht eine Weile zu uns?

Bleibt bei uns. Wir sind eure Familie. Wir werden uns um euch kümmern.

Wenn wir irgendwie helfen können, sagt einfach Bescheid.

Ihr müsst das nicht alleine durchstehen.

Papa.

Papa.

- Gut. Dann bestell noch mehr davon. - Und wir sollten Inventur im Lager machen.

Eins nach dem anderen.

Semeraro! Sobald du fertig bist, brauch ich drüben deine Hilfe.

Denk dran, morgen würde ich mir gerne freinehmen.

Geht nicht, ich brauch dich hier.

Mara, kannst du mal eine Pause machen?

Hast du keine Lust, mit den anderen Kindern zu spielen?

Sie gehen alle rein.

Wir fragen deine Lehrerin, ob sie dir vielleicht einen Snack geben kann?

Ich weiß es auch nicht.

Mara! Schluss damit, du gehst sofort in die Schule, ist das klar? Sofort!

Mara! Komm! Geht jetzt bitte da rein, tu mir den Gefallen, okay?

Alles gut?

Ich habe ihr Pausenbrot vergessen, und jetzt ist sie bockig.

- Möchtest du ein Stück Kuchen? - Ja.

Ich backe für mein Leben gern und habe immer ein Stück Kuchen dabei.

Vielen Dank!

- Kannst du dann jetzt in die Schule gehen? - Ja.

- Ciao, mein Schatz. - Ciao.

GEFÄNGNISPOLIZEI

Signora Carla Mattei hat ihren Ex-Ehemann Signor Vito Semeraro getötet,

der auch der Vater ihrer drei Kinder ist.

Und das auf kaltblütige Art und Weise.

Ihr Liebhaber, Signor Manuel Bocci,

trägt eine moralische Mitschuld, da er half, die Leiche im Tiber zu entsorgen.

Wir werden beweisen,

dass die Angeklagte nicht, wie sie behauptete,

sich selbst verteidigt und in Notwehr gehandelt hat.

Der Mord war komplett geplant.

Sie hat von vornherein festgelegt, wo und wann

und auch, wie sie die Leiche los wird.

Danke sehr. Ich muss jetzt los, keine weiteren Fragen.

Erheben Sie sich bitte.

Also, Signora Spataro, laut Ihrer Aussage...

haben Sie deshalb vor dem Haus von Signora Mattei gewartet...

weil Sie eifersüchtig waren, korrekt?

Ja.

Signora Spataro.

Bitte sprechen Sie etwas lauter ins Mikrofon. Vielen Dank.

Ja.

Was haben Sie gesehen?

Vito kam mit seinen Kindern raus.

Und...

die Kinder sind mit dem Roller weggefahren, und...

Vito wollte gerade zu Fuß losgehen.

Und dann ist sie...

also Signora Mattei ist auf den Balkon gekommen und hat ihn zurückgerufen.

Und Vito ist dann wieder reingegangen.

Er ging zurück, und was haben Sie getan?

Also, ich hab gewartet.

Und dann?

Bin ich gefahren.

Sie sind gefahren?

Also warten Sie den ganzen Abend vor dem Haus

und fahren dann wieder, warum?

Ich dachte, dass er die ganze Nacht über bei ihr im Haus bleibt und bin gefahren.

Wissen Sie noch, um wie viel Uhr das war?

Ungefähr um Mitternacht.

Signora Spataro,

hatten Sie den Eindruck, dass Signor Vito Semeraro zur...

Gewalt geneigt hat?

Zu mir war er jederzeit sehr freundlich und zuvorkommend.

Hat er über seine Frau gesprochen?

Er hat sich über Carla beschwert.

Er sagte, dass sie sehr launisch sei, abwesend und egoistisch.

Aber er ist wieder zu ihr zurückgegangen.

Er ist immer zu ihr zurückgegangen? Warum?

Kann es sein, dass er sie immer noch geliebt hat?

Und ob er sie geliebt hat! Er hat sie über alles geliebt, mein Vito.

Er hätte alles für sie getan.

- Aber er hat sie zusammengeschlagen und... - Das hat sie sich ausgedacht.

Gott ist mein Zeuge! Diese Frau ist ein böser Teufel!

Sie ist Abschaum. Sie ist Abschaum, Euer Ehren.

Sie hat das Haus nie geputzt.

Sie hat nie was gekocht.

Sie hat sogar Nicola einmal zu Hause gelassen, ganz alleine,

damit er auf Rosa aufpasst.

Während mein Bruder auf der Arbeit war, um die Familie zu ernähren.

Wissen Sie, was sie tat? Sie hat mit ihren Freunden herumgehurt!

Signora Semeraro, bitte, achten Sie auf Ihre Wortwahl.

Er war zu gut für sie. Er war ein Heiliger.

Und ein schöner noch dazu!

Er hat hart gearbeitet.

Ein wundervoller Vater und treuer Ehemann.

Sie hat ihn bloß ausgenutzt. Und dann...

hat sie ihn in den Fluss geworfen!

Sie schläft schon.

Und, wie war's?

Alles gut.

Wir haben gegessen, uns einen Film angesehen, dann ist sie eingeschlafen.

Hat sie genervt?

Nicola, das Problem ist nicht Mara.

- Also, nicht das Einzige. - Was heißt das, „nicht das Einzige"?

Leute, das ist keine Wohnung für ein kleines Mädchen.

Wir können sie nicht die Verhandlung über hier bei uns behalten.

Wir lassen uns irgendetwas einfallen.

Und dann die Journalisten...

Sie hängen den ganzen Tag vor dem Haus herum und belästigen uns.

- Ich habe heute nichts erledigt bekommen. - Ja und?

Also...

Tut mir leid, Nicola, aber...

Das kann so nicht weiter gehen.

Sollen wir ausziehen?

Antworte mir.

Antworte mir!

- Komm schon! - Lass gut sein.

Und? Fertig?

Hat Mama uns allein gelassen, um mit Freunden auszugehen?

Mit welchen Freunden?

Stimmt es oder nicht?

Rosa, keine Ahnung, sie hat's vielleicht mal gemacht, ja.

Vergiss nicht, was für ein beschissenes Leben Mama wegen Papa hatte.

Vielleicht hat sie manchmal Zeit für sich selbst gebraucht.

Daran ist doch nichts falsch.

Warum seid ihr noch nicht reingegangen?

Ich will endlich wieder nach Hause.

- Liebst du mich? - Ja.

Willst du mit mir zusammen sein?

Ich bin doch schon mit dir zusammen.

Nein, ich meine, willst du hier leben, mit mir und Mara?

- Willst du das wirklich? - Ja.

Aber was, wenn er mich niemals gehen lässt?

Wer von Ihnen beiden hat den ersten Schritt gemacht?

Sehen Sie die Vorsitzende Richterin oder die Staatsanwältin an.

Eines Tages haben wir beschlossen, etwas trinken zu gehen.

Wer hat es zuerst vorgeschlagen?

Das weiß ich nicht mehr.

Kommt es denn öfter vor, dass Sie mit einer Frau etwas trinken gehen,

die in Ihrer Klinik war?

Einspruch, Euer Ehren.

Abgelehnt.

- Antworten Sie der Staatsanwältin. - Nein.

Das war das erste Mal für mich.

Wie hat sie begonnen, diese Beziehung?

Wann haben Sie damit begonnen, diese Leidenschaft füreinander auszuleben?

Haben Sie die Initiative ergriffen oder sie?

- Carla, aber... - Eine unternehmungslustige Frau.

- Euer Ehren, was sollen diese Fragen? - Kommen Sie zum Punkt.

Wie oft hatten Sie Sex miteinander?

Wahrscheinlich erinnern Sie sich nicht mehr so.

Drei Mal.

- Drei? - Ja.

In sechs Monaten? Obwohl Sie sich in der Zeit täglich gesehen haben?

Ja.

Versteh ich nicht. Ihre Liebe war noch jung,

warum gab es dann so wenig Leidenschaft zwischen Ihnen?

Eine Frau wie Carla, die durch die Hölle ging, braucht ihr eigenes Tempo.

Natürlich.

Während Signora Mattei ihr eigenes Tempo gebraucht hat, was haben Sie da getan?

Ich habe das getan, was ein Mann tun sollte...

Ich hab ihr die Zeit gegeben und gewartet.

- Sie haben gewartet? - Ja.

Und während Sie gewartet haben...

haben sie ihre Tochter zur Schule gefahren,

haben ihre Einkäufe erledigt, sie zum Arzt gefahren, ihre Rechnungen bezahlt.

Als Sie das Auto von Signora Mattei zum ersten Mal gesehen haben,

- in welchem Zustand war es da? - In keinem guten.

Wenn ich mich nicht täusche, dann nannten Sie es sogar ein „totales Wrack".

„Ohne Autoversicherung und mit einer leeren Batterie."

Können Sie mir bestätigen, dass das Ihre Worte waren?

Ja, das stimmt.

Warum war es in diesem schlechten Zustand?

Weil Vito Semeraro ihr verboten hat, es zu fahren.

Aber am Tatabend ist der Motor angesprungen,

und darin wurde die Leiche von Signor Semeraro zum Fluss gebracht.

- Haben Sie die Schäden für sie repariert? - Ja.

Auf Ihre Initiative hin?

Carla hat mir gesagt, dass sie das Auto braucht,

- wenn sie ihre Jüngste Tochter fahren... - Sie bezahlten die Versicherung...

und brachten das Auto in eine Werkstatt?

Ja.

Genau eine Woche vor dem Mord. Was für ein Zufall!

- Euer Ehren! - Bleiben Sie bei den Fakten.

Sie waren also immer da.

Für Signora Mattei.

Genau wie am Tatabend...

als Signora Mattei erneut gerettet werden musste, und zwar...

vor dem Monster oder Ungeheuer... wie sie ihn immerzu genannt hat,

dem Monster, das im Begriff war, sie umzubringen.

Wie ich sagte, war er bereits tot, als ich ankam.

Sie wollten ihr nicht einmal dabei helfen,

als Sie sich dazu entschied, sich selbst zu retten?

Sie wollten Sie nicht dabei unterstützen, die Leiche von Semeraro loszuwerden?

Nein, dieses Mal nicht.

Ich bin wieder gefahren.

Und warum? Warum haben Sie ihr nicht geholfen?

Weil ich Angst davor hatte.

Ich war ein Feigling.

Ein „Feigling"?

Meiner Meinung nach spielen Sie...

in dieser Geschichte einfach nur eine tragische Rolle.

Die des gutmütigen Mannes, der von dieser Frau manipuliert wurde.

Aber Sie versuchen, sich aus einem vorsätzlichen Mord herauszuwinden,

den Sie mit dieser Frau gemeinsam begangen haben.

Mit der „Liebe Ihres Lebens",

nur weil Sie behaupten, dass Sie ein Feigling sind.

Nicola?

Du hast keine Ahnung, wie oft ich an dich und deine Schwestern denke.

Du erinnerst dich vielleicht nicht mehr, aber...

als ihr noch klein wart, haben wir öfter zusammen was unternommen.

Ich mit deinem Vater, dir und Rosa.

Einmal sind wir zusammen auf die Eisbahn gegangen.

Weißt du noch?

Du bist hingefallen und hast dich verletzt.

Aber du wolltest vor deinem Vater nicht weinen.

Aber vor mir hast du geweint, und ich hab dich in den Arm genommen.

Was genau willst du von mir?

Ich würde gerne etwas für euch tun.

Ich könnte euch unter die Arme greifen mit Mara.

Kann ich euch wenigstens was zu essen bringen?

- Hey. - Hey.

Wie geht's?

Das Fleisch ist durch, Rosa. Sogar mehr als durch.

Alles gut?

Morgen gibt es Kabeljau für Mara, aber ich weiß nicht, wie man das kocht.

Ich mach das schon.

Was ist?

Tante Mimma hat angerufen.

Sie findet, dass wir beide überfordert sind

und dass Mara vorübergehen bei ihr wohnen soll.

Mara bleibt hier. Warum hast du ihr geantwortet?

Warum hast du das getan?

- Rosa, warum hast du geantwortet? - Was willst du von mir?

Wer bist du, das zu entscheiden?

Ich bin weder deine Frau noch deine Sklavin.

Ich bin 20 und noch zu jung dafür.

Warum hast du ihr geantwortet?

Warum hast du geantwortet? Ich habe dich was gefragt.

Wer hält die Familie zusammen? Wer?

- Wer hält die Familie zusammen? Schau. - Weg mit deinen Händen. Welche Familie?

Ist dir klar, dass Mama nie aus dem Gefängnis kommt?

Komm her.

Tut mir leid.

Ich kann das nicht ohne dich durchstehen.

Das ist das erste Mal, seit ich 20 war, dass ich mich um niemanden kümmern muss.

Es ist das erste Mal, dass ich nur an mich denken darf.

Dass ich Zeit für mich habe.

Das ist ein egoistischer Gedanke, nicht?

Warum haben Sie beschlossen,

nach allem, was Ihr Ehemann Ihnen angetan hatte,

ihn in Ihr Haus zu lassen?

Mara hat mich immer wieder drum gebeten.

Sie wollte mit uns allen ihren Geburtstag zu Hause feiern, auch mit ihrem Vater.

Meine drei Kinder konnten niemals ein normales Leben führen.

Deshalb habe ich meiner Tochter gerne diesen einen Wunsch erfüllt.

Ob es noch einen anderen Grund gab...

Das weiß ich nicht mehr.

Vielleicht sagte ich auch ja,

weil ich ihm zeigen wollte, dass es uns auch ohne ihn gut geht.

Oder weil ich aufhören wollte, ihn weiter zu lieben.

Aber was immer es genau war, es gab kein Entkommen.

Wenn er hinter mir her gewesen wäre, zu Hause, oder woanders...

hätte er mich immer gekriegt.

Was für ein Ehemann war Vito Semeraro?

Bis zu unserer Hochzeit, da war er ein zuvorkommender und liebenswerter Mann.

Wir haben uns im Urlaub kennengelernt.

Seitdem waren wir keinen Tag mehr voneinander getrennt.

Ich bin nie wieder nach Frankreich zurückgekehrt,

sondern bin hier in Italien geblieben.

Aber...

sofort nach unserer Hochzeit war er wie ausgewechselt

und wurde zu einem gewalttätigen Mann. Und ist es seitdem geblieben.

Dann frage ich mich, warum haben Sie...

einen gewalttätigen Mann in ein Haus gelassen, in dem auch Ihre Kinder waren?

Ich dachte, dass ich die Sache im Griff hätte.

Immerhin habe ich 20 Jahre mit ihm zusammen gelebt.

Ich habe mich damals in ihn verliebt,

weil er einfach ein wunderbarer Mann war.

Und ich hatte immer gehofft, dass er wieder zu dem Mann wird,

den ich kennengelernt hatte.

Sie haben gesagt, dass er von Anfang an gewalttätig war.

Aber...

wie können Sie heute noch sagen, dass Sie ihn irgendwie immer noch lieben?

Sie alle...

Sind Sie immer perfekt und wissen genau, was Sie tun oder denken sollen?

Oder was Sie genau wollen?

Ja, ich habe Vito getötet.

Das bestreite ich auch nicht, aber ich habe mich nur verteidigt.

Können Sie uns genau sagen, was passiert ist?

Rosa...

Nicola und Vito...

waren grade aus dem Haus gegangen.

Der Abend war gut gelaufen.

Ich dachte, diesmal gibt es keine Gefahr.

Vito?

Dein Telefon!

Aber ich hatte mich getäuscht.

Danke.

Carla, darf ich Mara einen Gute-Nacht-Kuss geben? Nur eine Minute.

Hatte ich denn eine Wahl?

Ich habe „Ja" gesagt, weil...

er so ruhig und friedlich gewirkt hat.

Gute Nacht, mein Schatz.

Komm, Vito.

Ich will die Kinder öfter sehen.

Natürlich.

Denk an Mara.

Die erste Regel lautet: Nicht reagieren.

Die zweite Regel lautet: Tu so, als sei alles normal.

Ich will bloß am Leben meiner Kinder teilhaben. Mehr verlang ich nicht.

Wenn Mara die Puppe nicht gefällt...

dann kauf ich ihr was anderes.

Ich weiß ja nicht, was sie so mag.

Und das ist alles bloß deine Schuld.

Die dritte Regel: Sprich! Bring ihn wieder zur Vernunft.

Du bist den Kindern immer ein sehr guter Vater gewesen.

Die vierte Regel lautet...

- Triffst du dich noch mit ihm? - ...funktionieren die drei nicht...

...Jauf weg!

Aber Mara war ja noch da.

Wie sollte ich da weglaufen?

Mir war klar, dass ich an dem Abend sterben würde.

Ich habe das schon viele Jahre mitgemacht.

Mir hat er es immer wieder gesagt...

„Du bist bloß eine lebende Tote."

Meine Kinder, denen er mich wegnimmt...

Ich schwöre...

Ich schwöre bei Gott, dass ich ihn niemals umbringen wollte.

Aber das Wichtigste waren für mich meine Kinder.

Ich wollte sie nicht verlieren.

Ich musste jetzt stark für sie alle drei sein.

Für sie habe ich alles gereinigt.

Ich habe Manuel zu mir gerufen, damit er mir hilft, aber...

er hat es nicht getan.

Ich habe nur an meine Kinder gedacht.

Sie waren es, die mir die nötige Stärke gegeben haben...

um die Leiche von Vito in den Lift zu bringen.

Bis runter zur Garage.

Dort habe ich ihn ins Auto gelegt.

Keine weiteren Fragen.

Gut, haben Sie noch Fragen, Oberstaatsanwältin?

Signora Mattei, Ihre Worte berühren uns wirklich sehr. Das meine ich ernst.

Würden Sie sagen...

dass Sie Ihren Mann getötet haben, um Ihre Kinder zu retten?

Ja.

Die Kinder, die...

laut Ihrer polizeilichen Aussage...

von Signor Semeraro niemals angerührt wurden

oder schlecht behandelt wurden? Im Gegenteil!

Er hat sie auf Händen getragen.

Oder?

Finden Sie es normal, dass ein Mann seine Frau 20 Jahre lang

vergewaltigt und schlägt?

Würden Sie Ihre Kinder mit so einem Mann allein lassen wollen?

Bitte antworten Sie nur auf die Fragen der Staatsanwältin, Signora Mattel.

- Als Frau können Sie das verstehen. - Signora Mattei!

Was wir jetzt hier gehört haben,

sind sozusagen die Fakten von Signora Mattel.

Signora Mattei betont immer wieder, dass sie die ganze Tat ohne Hilfe beging.

Außerdem sagt sie aus, wie genau sie es getan hat.

Mit der Stärke einer Mutter.

Das ist ihr Geheimnis.

Wenn es doch bloß möglich wäre,

dass Signora Mattei es uns selbst demonstrieren könnte.

Wenn das Gericht damit einverstanden ist.

Rosa?

- Hey. - Hey.

Gehen wir auf den Spielplatz?

Geh schon mal vor. Bleib bitte da, wo ich dich sehen kann.

Wie geht's dir?

Du bist immer noch angepisst.

Wir haben uns auch wie Arschlöcher verhalten, ja.

Wie richtige Arschlöcher.

Guck mal, Rosa!

Ganz toll, mein Schatz!

Wie geht's Livia?

Keine Ahnung. Ich habe sie schon länger nicht mehr gesehen.

Das tut mir leid für dich.

Hör mal.

Heute Abend geben wir in San Lorenzo ein Konzert. Kommst du?

Wir haben ein Video veröffentlicht.

Echt jetzt?

Warte, ich zeig's dir.

Da, deine Schwester!

Rosa!

Mara!

Mara!

Was ist passiert?

- Komm her. Ich hab dich. - Mama...

Ruhig.

Dir ist nichts passiert. Du hast dich nur erschreckt.

Semeraro?

Semeraro?

Kommen Sie.

Der Wind weht also in diese Richtung.

Gut.

Ich verstehe, und was ist hiermit?

Was ist da?

Der Herr des Hauses ist auch endlich gekommen.

- Was hat sie hier zu suchen? - Nico!

Was ist das?

Ich bin vorhin hingefallen.

Was zur Hölle ist passiert?

So solltest du nicht sprechen, wenn du deine Schwester auf dem Arm hast.

Halt deine Klappe, okay?

Was ist passiert?

Los, mach, dass du hier weg kommst!

Na schön.

Die Tante geht jetzt.

Ich wünsch euch allen einen schönen Abend!

Im Gegensatz zu eurer Mutter hat mir meine Manieren beigebracht.

Nehmt euch daran ein Beispiel.

Komm mit mir.

Und, was ist passiert?

- Es war nicht meine Schuld, okay? - Ach ja?

Warum hast du mich nicht angerufen?

Rosa, antworte mir.

- Warum? - Weil ich Angst hatte!

- Vor wem? - Vor dir! Du hast dich total verändert.

- Ich? Warum hast du die Schlampe geholt? - Ja. Weil sie uns helfen will!

Ich helfe uns, ich helfe uns! Nicht sie!

Ich reiße mir den Arsch für uns auf. Verstehst du das nicht?

- Sie will uns Mara wegnehmen! - Und was ist, wenn sie recht hat?

Was ist, wenn Mama sich nicht selbst verteidigt hat?

Signora Mattei,

bitte zeigen Sie uns genau, welche Bewegungen Sie

in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli ausgeführt haben.

Zeigen Sie uns genau, wie Sie die Leiche bewegt haben,

- nachdem Sie ihn brutal ermordet haben. - Einspruch, Euer Ehren!

Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit, Signora Mattei.

Ich würde sagen, wir haben genug gesehen.

Die Situation ist, wie sie ist. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Ihre Mutter ist bei dem Experiment vor Gericht gescheitert.

Und deshalb glaubt ihr niemand mehr.

Wenn sie schon dabei log, wie sie die Leiche beseitigte,

denken alle, dass sie auch beim Rest log. Das können Sie sicher gut nachvollziehen.

Und jetzt?

Jetzt wird Ihrer Mutter niemand mehr das glauben, was am allerwichtigsten ist.

Dass sie in Notwehr gehandelt hat.

Aber meine Mutter hat nicht gelogen.

Bei einem Prozess ist es nicht wichtig, was wahr und was unwahr ist.

Es zählt nur das, was die Richterin denkt.

Und die Richterin glaubt Ihrer Mutter nicht mehr.

Hey.

Rosa?

Mara?

Ciao, Nicola.

Gib mir Rosa.

Sie kann grade leider nicht ans Telefon.

Gib mir Rosa.

Beruhige dich, Nicola.

Die Mädels sind gerade bei mir zu Hause.

Sie wollten zu mir kommen.

Sie sind nach Hause gekommen.

Da bin ich wieder.

- Alles in Ordnung? - Alles bestens.

Der Kuchen schmeckt lecker.

Ich bin so froh, dass ihr gekommen seid.

- Ich glaube, ich bin satt. - Sicher?

Wills du noch mehr Saft?

Danke sehr.

Drehst du jetzt total durch?

Sie streiten wieder.

Du tust gefälligst das, was ich dir sage!

Dafür werd ich dich umbringen!

Ich schwöre, ich bringe dich um!

Ich bring erst dich und dann die Kinder um!

Ich bring dich um, hörst du?!

Mama?

Mach dir keine Sorgen, es ist alles in Ordnung.

Du wirst uns doch niemals verlassen, Mama?

Aber nein, mein Liebling!

Ich werde euch beide niemals verlassen.

Ich bleib hier bei euch.

Ich hab dich so lieb, Mama.

Du weißt, dass ich dich liebe.

Nicola!

Du wolltest mir helfen?

Gib mir dein Auto.

Hat er dich wirklich nie geschlagen?

Weißt du, er hat mich nie geliebt.

Du bist also auch gekommen.

Sie gehen hier nicht mehr weg.

Nico?

Seit wann bist du hier?

Ich muss dir was sagen.

Was ist passiert?

Ich muss es allen erzählen. Aber ohne dich kann ich das nicht tun.

Das Gericht glaubt, dass es absolut notwendig und unerlässlich ist,

sich ein Bild des vollständigen Beweismaterials zu machen, und...

daher, gemäß des Artikels 507...

hören wir im Folgenden die Zeugenaussage von Nicola Semeraro.

- Wie bitte? - Warten Sie erst mal ab.

Signor Semeraro,

laut Verteidigung wurden Sie vorgeladen...

weil sie etwas Relevantes über die Tat und zu den Umständen sagen können.

Ich war all die Jahre immer dabel.

Bei jedem Streit und wenn mein Vater meine Mutter geschlagen hat.

Ich war auch da...

als er ihr gesagt hat, dass er sie umbringen wird.

Ich war da, als die Polizei gekommen ist.

Sie haben ihre Aussagen aufgenommen und sind wieder gegangen.

Mein Vater blieb immer da.

Ich war auch da,

als er sie angefleht hat, ihn nicht zu verlassen.

Und als sie ihm vergeben hat.

Ich war immer da.

Und ich war...

am Abend des 30. Juli auch da, Euer Ehren.

Das stimmt nicht. Wir beide sind doch zusammen weggegangen.

Signor Semeraro, an dieser Stelle muss ich Sie unterbrechen.

Wenn Sie mit Ihrer Aussage fortfahren,

werden Sie sich wahrscheinlich selbst belasten.

Wollen Sie von Ihrem Recht, nichts zur Tat auszusagen, Gebrauch machen?

- Nein, ich möchte weiter aussagen. - Bitte.

Als die Feier meiner Schwester vorbei war,

bin ich nach Trastevere gefahren und... hab Freunde getroffen.

Um ungefähr zwei oder halb drei bin ich nach Hause gekommen.

Was ist passiert?

Was ist passiert?

- Hilf mir, Nicola. - Was hat er getan?

Bitte hilf mir.

Meine Mutter hätte mich niemals um solch einen Gefallen gebeten,

wenn die Lage nicht absolut Ernst gewesen wäre.

Man konnte ihr die Verzweiflung ansehen.

Ich hab ihr geholfen.

Was hätte ich tun sollen?

Schläft Mara noch?

Mara schlief immer noch.

Wir ließen sie zu Hause und hofften, sie würde nicht aufwachen.

Wir haben das Auto genommen, und ich bin gefahren.

Ich hab zu keinem Zeitpunkt dran gedacht, die Polizei zu rufen.

Weil ich an gar nichts gedacht hab.

Wir sind mit dem Auto bis ans Tiberufer gefahren und...

haben ihn reingeworfen.

Nicola!

Nicola!

Nicola! Er war dein Fleisch und Blut!

Wie kannst du sowas sagen?

Das war Papa!

Wie kannst du sowas sagen?

Wie kannst du behaupten, dass es dir leid tut?

Du machst mich krank, raus! Ich will dich nie wieder sehen!

Mach, dass du raus kommst!

Ruhe bitte. Ruhe! Oder ich lasse den Saal räumen.

Meine Mutter hat Sie angelogen.

Denn ihr ganzes Leben hat sie uns stets beschützt.

Also mich und meine beiden Schwestern.

Und alles, was sie je getan hat, hat sie immer nur für uns getan.

Und meine Schwester und ich haben immer befürchtet, dass es so endet.

Ich hab es mir sicher tausend Mal vorgestellt,

wie ich vor Gericht zum Tod meiner Mutter aussagen muss.

Und wenn das jetzt nicht so ist...

dann nur, weil meine Mutter sich selbst verteidigt hat.

Und deshalb verurteile ich sie nicht.

Denn es ist so: Ich weiß genau

und ich verstehe absolut...

durch welche Hölle sie in ihrem Leben gegangen ist.

Die einzige Sache, um die ich Sie hier bitte...

bevor Sie das Urteil sprechen...

Zeigen Sie Verständnis. Danke.

Vielen Dank. Sie werden aus dem Zeugenstand entlassen.

Für heute wären wir dann fertig.

Wir unterbrechen die Verhandlung, um über das Urteil zu beraten.

Erheben Sie sich bitte.

Im Namen des Italienischen Volkes, spricht das Schwurgericht von Rom...

gemäß Artikel 530 der gültigen Strafprozessordnung

den Angeklagten Bocci Manuel frei, da er die Tat nicht begangen hat.

Gemäß Artikel 530 Strafgesetzbuch wird

die Angeklagte Mattei Carla freigesprochen,

da die Tat keine Straftat darstellt

und sie im Sinne von Artikel 52 Strafgesetzbuch in Notwehr gehandelt hat.

Schämen Sie sich!

Halten Sie sich zurück oder ich lasse Sie aus dem Saal entfernen.

Unter Berücksichtigung der beiden Artikel 533 und 535 des Strafgesetzbuches

befindet das Gericht Mattei Carla der Störung der Totenruhe für schuldig.

Sie wird dafür zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt.

Gemäß Artikel 163 des Strafgesetzbuches setzt das Gericht

diese als Bewährungsstrafe aus

und ordnet somit die sofortige Freilassung von Carla Mattei an.

Sie sollten sich schämen.

- Damit ist die Verhandlung geschlossen. - Sie alle zusammen! Lassen Sie mich.

Das ist noch mal gut gegangen.

Danke.

Und Nicola?

Er wird bloß eine milde Strafe für seinen Anteil erhalten,

- machen Sie sich darüber keine Sorgen. - Okay.

Entschuldigung, haben Sie vielleicht eine Zigarette?

Na klar.

Danke.

Danke.

Wo ist die Küche?

- Hier unten. - Toll.

Wo kommt das Schlafzimmer hin?

Hier.

Und dann bist du fertig?

Nein.

Was ist da?

Da fehlt noch was.

Wo ist Rosa?

Die kauft gerade Kerzen ein.

Und was ist mit Papa, kommt der auch?

Nein, Papa wird nicht kommen.

Aber warum musste er dann das letzte Mal herkommen?

- Wer? - Papa.

Warum?

Das ist ein Geheimnis, hörst du?

Sag es mir.

Komm schon.

Sag's mir ins Ohr.

Letztes Jahr, da...

hat Mama mir gesagt, dass ich unbedingt sagen soll,

dass Papa zu meiner Party kommen soll.

Hat der kleine Fisch schon gegessen?

Ja.

Dann wasch dir die Hände.

Ist das wahr?

Ist das wirklich wahr?

Du hast mich auch verarscht.

Du bist verzweifelt zu mir gekommen.

Vielleicht hat er dich da nicht mal geschlagen.

Ganz egal, ob es an dem oder einem anderen Abend war...

Du weißt genau, dass er mich umgebracht hätte.

Ich hab die Kerzen!

Rosa ist wieder da!

Machen wir jetzt den Kuchen fertig?

Mama?

Ich wollte dich nie in die Sache mit reinziehen. Das schwöre ich.

Mama?

Hast du dir auch die Hände gewaschen, Schatz?

Ja, hier, siehst du?

- Setzt euch. - Wir fangen erst an, wenn Nicola da ist.

Nicola?

Nicola? Kommst du?

Zum Geburtstag viel Glück

Zum Geburtstag viel Glück

Zum Geburtstag, liebe Mara

Zum Geburtstag viel Glück

Puste sie aus!

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