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Ihr Kind hat sich aller Wahrscheinlichkeit noch mit Polio
Kinderleben.
Er bekommt keine Luft. Wir brauchen die eiserne Lunge. Die eiserne Lunge,
schnell! Wir haben eine Patientin mit der Verdachtsdiagnose Magenökel. Das ist
ein Tumor.
Magenkatzenung. Ja.
Wir müssen es schaffen, den Krebs eher zu diagnostizieren. Nur so haben wir
Chance, ihn zu heilen. Hören Sie auf, einen Privatkrieg in den Krebs zu
Das ist Stärkheit.
Du machst die Mama doch wieder gesund, oder?
Und somit bliebe es weiterhin völlig unklar, warum Präsident Kennedy die
Atmosphäre zum Weißglühen brächte, wenn er sich doch dessen bewusst sei, was ein
Krieg mit thermonuklearen Waffen bedeutet.
Ein dritter Weltkrieg, wenn er denn ausbrechen sollte, beschränke sich nicht
ein Duell ausschließlich zwischen den zwei Großmächten, der Sowjetunion und
Vereinigten Staaten von Amerika.
So Staatschef Nikita Khrushchev weiter.
Guten Morgen, Herr Professor Rappoport. Guten Morgen. Da brauche ich was
zusammen, wa?
Ja, das kann man wohl sagen.
Aber ich bin mir sicher, dass Ulbricht und Khrushchev noch ein Ast gegen diese
Kriegsbreibern haben.
Na, das wollen wir mal hoffen, Frau Professor.
Die Kinder wohl auch?
Oh ja, zumindest keine Klagen aus Eisenach. Ach ja, Ferienlager.
Das waren Zeiten, wa?
Dr. Senkweil, Entschuldigung.
Bleib drin, bleib drin. Schau nur nach den Kindern.
Tut uns schrecklich leid. Professor Rappoport, ist ja alles gut. Ist ja fast
nichts passiert. Wirklich, ist schon gut.
Sind denn die Kinder in Ordnung? Ja, die Kinder sind in Ordnung.
Wo wollen Sie denn hin?
Mensch, Senkweil, das ist doch nicht Ihr Ernst.
Es geht ja auch um meine Familie.
Und um meine Zukunft.
Die sehe ich einfach nicht mehr hier.
Frag dich nicht.
Ich hätte nie gedacht, dass Sie auch so einer sind. Tut mir leid.
Der haut einfach ab.
Ja, wie viele denn noch? Herrgott!
Wunderschönen guten Morgen.
Guten Morgen.
Alle Vögelchen wieder brav im Nest? Ja.
Schwester Petra, schicke Frisur.
Schwäche Frisur. Ich habe ja nicht mehr Zeit zum Haare waschen.
Sieht so aus, als hätten wir keinen Oberarzt mehr. Dr.
Senkweiler hat mit Sack und Pack das Gelände verlassen.
Nicht der auch noch.
Ja, was soll man machen, wenn der Goldene Westen mit leeren Versprechungen
lockt? Was machen wir denn jetzt ohne Oberarzt?
Zusammenhalten, Dr. Anowak.
Der Partei mehr denn je beweisen, dass die Charité Schulter an Schulter mit
diesem Staat steht. Wir können uns keine Abgänge mehr leisten.
Wir sind jetzt schon wieder weg.
Dann machen wir eben ohne Robert weiter. Hilft ja nicht.
Improvisieren haben wir mittlerweile gelernt.
Schwester, wo ist denn Frau Dr. Wendt?
Durchhalten.
Oberschwester Gerda. Zum 27.
Mal. Ich habe erst ab Mittag Dienst.
Kleiner Tipp, Frau Doktor.
Im Clinch mit der Stationsschwester zieht man meistens den Köpfe ran.
Die Nerven liegen ohnehin gerade blank.
Warum?
Was ist denn jetzt schon wieder?
Senkball. Er hat sich abgesetzt.
Nicht ernst.
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.
Guten Morgen, Herr Professor.
Guten Morgen.
Ganz tief in den Bauch atmen.
Ja, ruhig, ruhig.
So, einen Moment.
Ich höre.
Die Wehen haben heute Morgen gegen halb vier eingesetzt. Seht das gut?
Ganz ruhig.
Tief in den Bauch. So ist gut.
Der Muttermund ist noch nicht...
Ich
plädiere daher für eine Sektion.
Der OP ist schon informiert.
Unsinn.
Frau Rüßler, mein Name ist Helmut Kratz.
Die Herztöne Ihres Kindes geben keinen Anlass zur Beunruhigung.
Wir brauchen keinen Kaiserschnitt.
Das Risiko sparen wir uns.
Hm? Selbst im Auge.
Guten Morgen.
Guten Morgen. Ich bin ein bisschen verspätet, Entschuldigung.
Deine Werte haben sich ganz doll gebessert. Ich habe auch ganz viel
Sehr schön.
Schau mal, was ich dir mitgebracht habe.
Danke. Von meinem Sohn.
Dankeschön. Wie ist die Temperatur?
36 Grad.
Wunderbar.
Unauffällig.
Gib mir mal deine Hand, Werner.
So, und jetzt drück mal feste. Geht's noch fester?
Toll. Und jetzt beweg mal dein Bein, dieses hier.
Und jetzt andere.
Wunderbar.
Ich denke, wir können es wagen.
Was ist, wenn das nicht funktioniert?
Wir müssen dafür sorgen, dass er so schnell wie möglich selbstständig atmet.
Seine Werte sind stabil.
Es gibt keinen Grund, ihn länger in der eisernen Lunge zu lassen.
Mama, ich will da raus.
Da ist nichts zu beanstalten. Die Wunden fallen gut.
Sie haben magische Hände, Herr Doktor. Das habe ich gleich gesehen.
Das ist reine Übungssache.
Kann da noch mal was nachwachsen?
Von dem Magenkrebs?
Das lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht sagen.
Dann müssen wir die Nachuntersuchung abwarten.
Jetzt hoffen wir mal alle zusammen das Beste.
Und Sie kommen erst mal wieder zu Kräften.
Ja, das kann ich am besten zu Hause.
Dann erholen Sie sich gut, Berger Familie.
Alles Gute.
Wittenberg, Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel. Das haben Sie schon in
Volksschule gelernt, oder nicht? Denken Sie an das Abendessen mit Ihrer Gattin,
Herr Professor. Der Tisch ist ab 18 Uhr reserviert. Sie sind ein Engel, Frau
Damrau. Vielen Dank.
Achtung bei der Lunge.
Da müssen wir gute Stücke rausnehmen. Wir gehen ins Staubbad.
Los, vorsichtig.
Guten Morgen, Herr Hauptmann.
Guten Morgen.
Herr Zwerg, ist die Kriminalpolizei auch schon wieder da?
Herr Professor, die Freude ist ganz meinerseits. Aber wie immer behellige
die nicht ganz freiwillig.
Ich habe einen neuen Fall.
Wollen nicht lieber Sie mit meiner Frau essen gehen?
Aber Herr Professor, Ihre Frau möchte doch mit Ihnen Zeit verbringen, nicht
mir.
Kann man vorstellen, dass das länger dauert. Vielleicht gleich auf den Morgen
verschieben. Machen Sie das, Sie sind da diplomatischer als ich.
Dann fangen wir gleich an.
Hittenberg.
Wo haben Sie den Kunden? Im Wald? Im Blumenthal bei Preutpel. Durch einen
zufällig. Könnte sie gestürzt sein? Nicht laut der Hutkrämmenregel.
Alles, was oberhalb dieser gedachten Linie auf den Schädel trifft, stammt in
Regel nicht von einem Sturz, sondern von einem Artgenossen.
In alis verbis, ein Schlag mit einem stumpfen Gegenstand. Ein Steinfleck.
Mord. Laut zytologischem Laborergebnis hatte die Verstorbene Geschlechtsverkehr
kurz vor ihrem Ableben.
Im ersten Eindruck nach nicht einvernehmlich.
Ah, das war er.
Kommt näher.
Schauen Sie sich das an.
Rausziehen. Unser Speipsack.
Wittenberg.
Lineal. Licht.
Genial.
Dir, Frau?
Ich kenne doch den Ausdruck, den man zum Fremden gern haben lässt.
Homo homi lupus est.
Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf.
So, Werner, wir schalten jetzt die eiserne Lunge ab, ja?
Das wird sich am Anfang ganz komisch anfühlen, weil du nicht mehr daran
bist, alleine zu atmen, weil die Maschine das jetzt für dich gemacht hat.
Du bekommst aber Luft von uns. Versuch trotzdem, ganz tüchtig mitzuatmen. Wir
helfen dir.
Es wird alles gut, Werner.
Luft und Pflaster abschalten.
Klapp.
Sehr gut. Gut machst du das.
Ganz toll.
Und dann versuche ich, dir zu helfen, dass du mit dem Kopf hier durchkommst.
geht die Luft einen kurzen Moment weg. Keine Sorge. Wir sind gleich auf der
anderen Seite wieder da.
Alles gut, alles gut.
Komm hoch.
Ganz ruhig. Ganz ruhig. Luft kommt, Luft kommt. Genau. So. So ist gut. Atme mit
dir. So.
Brustkorb hebt sich und senkt sich.
Gut. So ist gut. Sehr gut. Und jetzt trage ich dich mit deinem Papa zusammen
aufs Bett rüber. Der hilft mir.
Alles gut. Alles gut. Drüben kommt wieder Luft. Und eins, zwei, drei.
So. Ganz ruhig.
Luft kommt.
Gut.
So ist gut. Ganz ruhig. Ganz ruhig atmen. Genau.
Ganz ruhig atmen.
Ich würde mir gerne Ihr Blut noch mal genauer anschauen.
Ich bin mir sicher, irgendwo im Blut, da gibt es einen Weg, den Krebs zu
erkennen.
Und je früher wir ihn sehen, desto besser können wir helfen.
Schön rot ist es ja noch, das Blut.
Na dann, viel Erfolg bei allem, was wir damit vorhaben.
Danke.
Rieterchen, packst du deine Sachen zusammen? Wir wollen dann noch langsam
Das ist für dich. Das sind Mama, ich und du.
Weil du die Mama gerettet hast.
Danke.
Alles gut.
So, nimmst du mal meine Tasche? Ja.
Gehen wir es mal ohne?
Weiteratmen, genau, sehr gut. Genau, schau mich an.
Setzen wir uns mal zusammen hin.
Ganz langsam.
Okay. Ist gut, wir schauen das schon.
Gehen Sie ruhig zu Ihrer Frau.
Ist die ein bisschen schwindelig? Das ist kein Wunder.
Versuchen wir mal ganz vorsichtig, die Füße auf den Boden zu stellen.
Einen. Mal den Boden ein bisschen abtasten.
Ganz kalt.
Ich versuche mal zusammen aufzustehen. Ich bin aber da. Ich lasse dich nicht
los. Keine Angst. Ich lasse dich nicht los. Sehr gut.
Gut. Können wir mal den rechten Fuß ein Stückchen vorsetzen?
Genau so.
Und jetzt links.
Und den rechten.
Und guck mal, da steht die Mama und der Papa.
Und jetzt laufen wir mal ganz langsam zu denen hin.
Eine Füßchen.
Und den rechten.
Sehr gut.
Gut machst du das.
So. Und jetzt drückst du mal alleine.
Schau mal.
Genau. Schaffst du.
Schaffst du.
Gut gemacht, meine Tochter.
Herzlichen Glückwunsch, Frau Röschler.
Das haben Sie gut gemacht.
Herr Professor.
Ja? Bitte.
Einen Moment.
Die Kleine ist leicht gelbstichig. Ja, ich sehe schon.
Ungewöhnlich so kurz nach der Geburt.
Benachrichtigen Sie die Neonatologie.
Sie lassen den Säugling rüberbringen.
Sollten wir es nicht erstmal beobachten?
Nein, das sollten wir nicht.
Was ist mit ihr?
Anzeichen einer leichten Gelbsucht. Aber Gelbsucht ist bei Neugeborenen generell
nicht ungewöhnlich.
Tritt aber normalerweise nicht gleich bei der Geburt, sondern erst ein bis
Tage danach auf. Und deswegen möchte ich das kontrollieren lassen.
Wenn deine Mama morgen kommt, dann sage ich ihr, dass du nach Hause darfst.
Das sind die Akten für die nächste Schicht. Und die Medikation für den
Asthmatiker habe ich geändert.
Ist sonst noch irgendwas?
Die Gynäkologie hat vor einer Stunde eine Säuglinge mit Gelbsucht
Und die sind immer noch nicht hier?
Haben sie nochmal angerufen?
Geht keiner da? Dann probieren sie es bitte nochmal.
Gut.
Wie dauert denn das denn? Hattet ihr den in Platten oder was? Wie blöd ist das
denn schrecklich gesagt?
Die Schweinehäute sind schon ganz gelb.
Lassen Sie sich die Anamnese und die Befunde der Mutter geben. Aber was hat
denn schon unbedingt? Vielleicht weiß sie gar nicht, dass sie infiziert ist.
Ich habe endlich die Stationsweste erreicht.
Professor Kratz ist momentan auf Visite.
Was soll das denn heißen? Dass niemand sonst die Akte lesen kann, oder was?
Der Billy Rubin, der ist bei 25.
Das ist viel zu hoch.
Das Kind muss sofort unter Blaulicht. Ich riskiere doch keinen Kern -Ekterus
schwersten Behinderungen, nur weil ich keine Infos über die Mutter habe.
Sie passen bitte auf die Augen auf. Das Licht ist Gift für seine Netzhaut.
Okay, ich bin so schnell wie möglich wieder da.
Aber wo wollen Sie denn hin? Wenn der Prophet nicht zu Berg kommt, muss der
zum Prophet. Sie nehmen bitte alle halbe Stunde die Werte, ja?
Beck und Forsler baten ebenfalls um Auflösung Ihres Vertrags.
Mein Auftrag seitens der Partei ist es, das zu unterbinden.
Was habe ich damit zu tun?
Sprechen Sie mit dem Personal auf Ihrer Station.
Ich soll politische Reden halten.
Herr Professor, Sie sollten Ihre Belegschaft davon überzeugen, dass die
nach wie vor die beste Adresse ist.
Mein lieber Herr Lehmann, ich überzeuge durch meine fachliche Kompetenz.
Und ich nehme an, dass meine Mitarbeiter das so schätzen müssen. Und wenn nicht,
dann kann und würde ich auch nichts ändern.
Ich habe mich in meinem Leben schon einmal von der Politik
lassen.
Und ich werde diesen Fehler nicht noch einmal machen.
Professor Kratz, ich muss hier dringend sprechen.
Na, wenn Sie mich schon so freundlich fragen.
Herr Professor,
das Kind, das Sie uns überstellt haben, die Gelbsucht. Ja, wie geht es Ihnen
denn? Schlecht.
Ikterus Gravis. Wir hoffen, dass die Fototherapie anschlägt. Aber ich muss
dringend mit der Mutter sprechen.
Liegt auf Station.
Verdacht auf Hepatitis?
Nein. Und Sie sind sicher, dass sie Erstgebärende ist?
Also in aller Bescheidenheit. Ich bin sehr wohl in der Lage, den Körper einer
Mehrfachmutter von dem einer Erstgebärenden zu unterscheiden. Kommen
Frau Röschler, wir müssen wissen, ob Ihr Kind unter einer
Blutgruppenunverträglichkeit leidet.
Das weiß ich nicht.
Sie sind doch die Ärzte. Das ist richtig, aber Sie können uns dabei
herauszufinden. Sehen Sie...
Erst wenn wir die Ursachen der Gelbsucht eingrenzen, können wir die passende
Behandlung einleiten.
Diese Blutgruppenunverträglichkeit ist nur möglich, wenn die Kleine nicht ihr
erstes Kind ist. Aber Sie haben angegeben... Natürlich ist das mein
Was soll das? Ich verstehe nicht.
Sie waren schon mal schwanger,
richtig?
War es ein Abort?
Bei einer Abteilung können innere Verletzungen entstehen.
Und dadurch vermischt sich ihr Blut mit dem des Fötus. Und dadurch werden
Antikörper gebildet. Und diese Antikörper führen im Körper ihres Kindes
dass vermehrt rote Blutkörperchen abgebaut werden und daher die Gelbsucht.
Und jetzt?
Ich muss mit meinem Mann sprechen.
Das ist doch sicher möglich, oder?
Natürlich. Der ist auf Geschäftsreise in Hamburg.
Ich kümmere mich jetzt mal um Ihr Kind.
Also die Informationen über den Abort hätte ich deutlich früher gebrauchen
können. Wenn die Patientin mir falsche Angaben macht, sind auch mir die Hände
gebunden. Ja, aber dann sorgen Sie wenigstens dafür, dass Ihre
besetzt ist. Dann spare ich mir wenigstens den weiten Weg hier auf Ihr
Inselparadies.
Meine Klinik ist so gut besetzt, wie es in diesen Tagen möglich ist. Und es
steht Ihnen nicht zu, sich so im Ton zu vergreifen.
Oder schließen Sie Ihre Patienten bei Einlieferung vielleicht einen
Lügendetektor an?
Halten Sie mich über den Zustand des Kindes auf dem Laufenden.
Ich denke, Sie finden den Weg auch wieder zurück.
Meine Empfehlung.
Wesen Sie.
Haben wir Frau Jasinski zu viele Versprechungen gemacht?
Warum sollten wir ihr die Hoffnung nehmen, wenn wir sie selbst noch nicht
aufgegeben haben?
Weil es leere Versprechungen sind.
Lohnt sich die Nachtschicht im Labor wenigstens.
Prokop hatte recht.
Leider. Die Nummer mit den Blutgruppenmerkmalen, die war völliger
Können wir mal was anderes reden?
Schade, ein Senkball.
Der hat mich an die Schlagetee geholt.
Er hatte doch eigentlich eine ganz gute Stellung hier, oder?
Ja.
Politik? Gut,
aber hier geht es jetzt nicht um Politik.
Nein.
Ach,
da sind es ja wieder die magischen Hände.
24 Stunden Dienstag.
Es geht immer noch um Politik.
Haben Sie heute früh die Nachrichten gehört?
Wenn man diesen Spinner Kuschel vom Kriegssaal baden hört.
Blutsauber sind das.
Blutsauber.
Natürlich. An die muss ich ran.
Blutsauber. Nicht Blutgruppen.
Der Flüchtlingsstrom aus der DDR in den Westen unseres Landes findet kein Ende.
Das Notaufnahmelager an der Marienfelder Allee verzeichnet erneut tausende von
neuen Flüchtlingen.
Ja, schön bei uns die Ausbildung genießen und dann sich dünner machen.
Mein Nachbar macht's klüger.
Kommt aus dem Westen, verdient drüben das Dreifache und zahlt bei uns für
Zweiraumwohnungen ab Lohnnei.
Ich bräuchte mir Ihre Hilfe. Würden Sie vielleicht kurz mitkommen?
Dauert auch nicht lange, keine Sorge.
Eigentlich schon dienstlos.
Bitte.
Je dicker dein Bauch, desto besser werden die Übersetzungen.
Du scheinst ein kluges Kerlchen zu werden.
Wird sicher ein Mädchen.
Das Essen oben ist übrigens langsam verkocht. Ich bin gleich fertig.
Er hat Weg, sie rauchen zu tun.
Guten Abend.
Herrliche Frau, wo war du?
Die Lichteweite zwischen den zweiten Prämularen 15 und 25 des Oberkiefers
bei 28 mm.
Daraus können wir auf einen adulten Vertreter der Gattung Homo sapiens
Kein Tierfraß.
Allerdings, die mittleren Schneidezähne 1 ,1 und 2 ,1, die fehlen.
Sehr eigenartig.
Ein einzigartiges Gebiet.
Der Täter hat seine Zähne dort platziert, wo das Gewebe besonders weich
Ein Kenner der Atomie.
Oder jemand mit Erfahrung.
Passau, Konstanz, Leipzig.
Und das sind nur drei Fälle, die ich auf die Schnelle ausfindig machen konnte.
Junge Frauen, allesamt blond und schlank.
Vergewaltigt, erschlagen und in einem Waldstück abgelegt.
Ich kann nichts von Bissspuren lesen. Schauen Sie sich die Bilder an.
Schlechte Bilder.
Zu wenig Licht. Schlechte Einfallswinkel. Könnten von Wittenberg
Sind die Leichen schon krematiert?
Ja, leider.
Ich schwöre es Ihnen, Herr Professor.
Ich habe so ein Gefühl, wir haben es hier mit einem Serienmörder zu tun. Ihr
Gefühl in allen Ehren. Was für mich zählt, sind Fakten, Fakten, Fakten.
Quod effet demonstrandum.
Würden Sie?
Bitte? Ich würde es mal mit Schlafen probieren.
Dann sind die Blutwerte auch besser.
Ach so, nein, nein, nein, meine Blutseite sind in Ordnung.
Warum brauchen Sie sie dann?
Weil ich Vergleichsproben brauche.
Gesundes Blut, krankes Blut.
Das ist alles nicht so einfach.
Naja, eigentlich schon, aber... Na, dann können Sie es ja doch Eulen Gerda mal
einfach erklären.
Gut.
Also dann stellen Sie sich mal vor, diese
Arbeitsplatte hier ist eine Blutbahn, ja?
So, und dann wäre dieser Handschuh ein rotes Blutkörperchen.
Krebszellen. Wir wissen, dass sie da sein können und ich bin mir sicher.
dass wir sie im Blut finden können, aber wir können sie bislang noch nicht
messen, ihre Anzahl und damit auch die Gefahr, die von ihnen ausgeht. Aber das
wollen wir.
Und zwar frühzeitig.
Und jetzt, Obacht!
Bei der krankhaft vermehrten Zerstörung von roten Blutkörperchen wird der darin
enthaltene Blutfarbstoff freigesetzt.
Hämoglobin. Und der lässt sich messen? Noch nicht ganz.
Aber das hier, das lässt sich messen.
Haptoglobin. Das ist ein sogenanntes Transportprotein für Hämoglobin.
Ich habe den Haptoglobinspiegel im Blutserum der Patientin Jasinski
jetzt halten Sie sich fest.
Er übertrifft den Normwert um mehr als das Doppelte. Das heißt, es ist nicht
geheilt? Nein, nein, nein, das kann man so nicht sagen.
Das ist ja auch vorerst nur eine Theorie, aber ich glaube... Unter jener
Bedingung.
Wenn Sie Ihr Blut untersucht haben, machen Sie Feierabend.
Übermüdet kann ich so Stationliche brauchen.
Natürlich.
Aufwachen, genau. Schön feste trinken.
Nicht schlafen.
Trinken.
Was hat Professor Kratz gemeint?
Das wollen Sie lieber nicht wissen.
Die Bilirubin -Werte sind gefallen.
Wir sind wieder bei 20.
Die müssen noch weiter runter.
Wir müssen die Darmtätigkeit anregen. So, jetzt trinken wir, meine Kleine.
Kommen Sie.
Ich übernehme.
Ich bleibe die Nacht hier.
Haben Sie nicht Geburtstag heute?
Alles Gute.
Danke. Erholen Sie sich.
Oh, hallo Ella.
Magst du vielleicht ein Stück Kuchen?
Danke.
Was tut denn das hier gerade?
Ich glaube, du hast die Einladung nicht gesehen.
Ach so, herzlichen Glückwunsch.
Ich wollte schlafen, aber ist egal.
Viel Spaß.
Entschuldigung, das Du ist mir jetzt so rausgerutscht.
Danke.
Ella, was findest du?
Gut.
Darf ich fragen, warum du mich erst sitzen lassen wolltest?
Ach so, ich hatte einen Geistesblitz.
Und den musste ich danach gehen.
Dem Geistesblitz der Blutsauger?
Das sind gerade meine einzigen Freunde hier.
Der Habdolubin -Wert im Blut von unserer Patientin Jasinski ist wesentlich höher
als in meinem.
Ach was.
Dann musst du dranbleiben.
Ja.
Aber dafür brauche ich Blut. Viel Blut. Pro Kopf Blutdepot.
Genau.
Aber da ist das Problem.
Ich kann mich ja nicht einfach nachts da reinschleichen wie so ein Vampir, um
mein Forschungsradius zu erweitern.
Naja. Du als Gräfin Dracula, das wäre doch mal eine interessante Vorstellung.
Hm.
Mhm.
Sehr danke.
Ich muss nicht nach Transsilvanien.
Kein Fernweh.
Ich fühle mich eigentlich gerade ganz wohl hier.
Als kleiner Junge wollte ich immer mal zum Mond reisen.
In den Staaten beschäftigen sie einen Nazi, um eine Rakete zu bauen. Wusstest
das?
Naja.
Der Zug ist wohl endgültig abgefahren.
Und ist ja vielleicht auch ein bisschen weit bis zum Mond.
Ich habe dieses Land noch niemals verlassen.
Du?
Insofern, wenn mir so richtig schlimm wird, dann ziehe ich mich aufs Dach von
Haus B zurück.
Und dann...
Bin ich wenigstens ein bisschen näher dran.
Bin ein bisschen weiter weg von all dem hier.
Weißt du was?
Geh zu Prokop Ella.
Und versuch es nicht wert, oder?
Ich hab noch nie jemanden getroffen, der so leidenschaftlich für seine Sache
kämpft wie du.
Gute Nacht.
So, der hat mich abgekanzelt wie ein kleines Kind.
Das hättest du ja mal sehen sollen.
So ein eitler Guckel.
Nein, sonst gibt's nichts Neues. Nein.
Hast du denn was von den Kindern gehört? Haben die geschrien?
Ach gut.
Das ist doch schön.
Hast du das gesehen?
Danke. Das ist gut, wenn Lisa ein bisschen aus sich rausgeht.
Gut, freue ich mich.
Ja?
Ich melde mich zurück, ja?
Bis später.
Die Werte sind wieder in die Höhe geschossen. Wir hatten nichts.
Wir brauchen eine Blutauszaußtransfusion. Nein, nein, die
Wir brauchen Frischblut.
Die Mutter?
Das ist nicht die passende Blutgruppe. Wir brauchen nur Negativ.
Aber da unten sind doch Polizisten. Gehen Sie mal bitte runter und fragen
denen nach.
Ah, Hauptmann Hertwig. Was machen Sie hier um diese Zeit? Herr Professor, er
wieder zugeschlagen.
Der Beißer. Der Beißer? Haben Sie ihn so genannt? Sie sind kreativ. Sie sollten
mir der Presse anheuern.
Wiener Waldviertel. Wiener Waldviertel.
Schauen Sie, die Kollegen aus Österreich haben uns diese Bilder geschickt.
Furchtbar. Bisswunde auf der Arminnenseite.
Ich habe recht. Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht, der Beißer ist ein
Serienmörder. Ich möchte die Leiche selber sehen.
Rufen Sie Professor Breitenecker von der Wiener Gerichtsmedizin an. Ich komme.
Ich darf Sie an das Abendessen mit Ihrer Frau erinnern. Heute.
Ich brauche einen Blutspender.
Null negativ.
Und zwar sofort.
Da liegt ein Kind im Sterben.
Keine zwei Tage alt.
Zwei Tage, bitte.
Freiwillige vor. Null negativ.
Ich habe null negativ.
Kommen Sie mit.
Ich werde immer nur kleine Mengen aus der Nabelvene des Babys entnehmen und
lasse die gleiche Menge Blut von Ihnen zurückfließen.
Wenn Ihnen schwindelig wird, sagen Sie Bescheid, ja?
Er muss in zwei Stunden wieder da sein.
Na, das sollten wir schaffen.
Du hast es bald geschafft.
Meine Vorlesungen müssten wir absagen und halten zum Institut ja einen Schuss.
Lass mal ja anständige Fotos machen von den Leichen. Ich habe Ihnen ja
hundertmal gezeigt, wie das geht.
Unbedingt, Herr Professor.
Aber die Vorlesungen sind schon lange ausgebucht. Hilft ja nicht. Das kommt
alles mit.
Ja. Guten Tag.
Benz?
Ella Benz?
Ich erinnere mich dunkel.
Ja, ich habe sie gelesen, ihre Artikel. Ja, gratuliere.
Und ich habe meine Hausaufgaben gemacht und habe weitergesucht.
Habt ihr Globin?
Genau, aber eben nicht als akute Phase Protein, sondern als Transportprotein
Hämoglobin. Lese gleich schon selber.
Schön.
Okay, es mag sein, dass meine verstorbene Mutter der falsche Antrieb
Forschungen ist, ja?
Aber ich denke nun mal jeden einzelnen verdammten Tag an sie.
Und da draußen haben wir ein Mädchen, das ist auch ganz kurz davor, ihre
zu verlieren. Nur weil wir nicht in der Lage sind, uns richtig zu entschlüsseln.
Ja, bis hierhin bin ich alleine gekommen, aber jetzt brauche ich ihre
Ich brauche Vergleichsproben aus ihrem Blutdepot, um meine Hypothese zu
untermauern, um sie aufzubauen.
Es heißt doch, dass man immer nur so gut ist, wie die Menschen, die um einen
herum sind.
Und ich...
Ich werde dieses verdammte Blut entschlüsseln.
Helfen Sie mir dabei?
Bitte, ich brauche Zugang zu Ihrem Blutdepot.
Ihre These ist interessant.
Nicht mehr, nicht weniger.
Wittenberg, geben Sie der jungen Dame 20 Blutbogen aus dem Depot.
Das wird für das Erste reichen.
Danke. Wenn ich zurück bin, müssen Sie meinen Bericht erstatten. Vielen Dank.
Dann werden wir ja sehen, wie wir zusammenarbeiten können und vor allem,
Wiederschauen.
Anlässlich der Ankunft des 17 .000.
Flüchtlings in diesem Monat... hielt Willy Brandt heute beim
der SPD eine Rede, in der er die steigende Angst der Menschen in der
Demokratischen Republik thematisierte. Die Menschen der Zone hätten Angst, dass
die Maschen des eisernen Vorhangs zuzementiert werden würden. Aber die
Mittellager aus der Karbanweide, du musst dich nicht austauschen.
Geht aufs Haus, Herr Professor.
Fritz, Sie sind ein Künstler, ein wahrer Künstler. Heute Abend gibt es Witzel in
Wien, versprochen.
Dein Pass läuft übrigens ab.
Wird alles erneuert bei der Gefängnisreise, alles erneuert. So ein
echtes Dienerschnitzel, das hätte ich doch mal gerne.
Jute Parade, Herr Professor.
Aus Furcht, in einem gigantischen Gefängnis eingeschlossen zu werden,
viele das Land. So Brandt in seiner Rede weiter.
Was war
eigentlich der Auflauf da unten?
Darf ich leider nicht drüber reden.
Ach komm schon.
Wollt ihr drüben einmarschieren oder was?
Wir schützen die Bevölkerung.
Na dann schützen Sie mal.
Wiedersehen. Tschüss.
Gut reagiert.
Vor allem rechtzeitig.
Vielen Dank, Herr Doktor.
Aber wenn Sie noch einmal bei Dienstantritt nach Alkohol riechen, dann
ein Nachspiel.
Das verspreche ich Ihnen.
Danke.
Sie hat es geschafft.
Es tut mir so leid.
Haben Sie denn Ihren Mann erreicht?
Sie können ihn anrufen, jederzeit.
Danke. Ich habe mit ihm sprechen können.
Schön. Na, dann wird er ja bald da sein.
Bei seiner kleinen Familie.
Es ist gerade alles nicht so einfach.
Kommen Sie mit zum Ende.
Kurz vor Mitternacht. Kommen Sie morgen wieder.
Dann bleibt mit denen vorher keiner weg.
Wie sieht's denn aus?
Gut. Gut sieht's aus.
Wiedersehen. Gute Nacht.
müssen von nun an jederzeit zur Verfügung stehen.
Schön, dass du hier bist.
Warte, warte.
Komm.
Das ist die Krebsgeschichte.
War ein verdammt guter Tag heute.
Auch du, Simon.
Also, von hier aus kann man zum Mond fliegen, ja? Von hier aus kannst du
hinfliegen.
Wo soll ich denn hingehen?
Wo wolltest du schon immer mal hin?
Hawaii.
Hawaii.
Bahamas.
Kuba.
Kuba?
Steck noch, steck noch, steck noch, steck noch. Und stopp.
Und jetzt machst du dir Augen zu.
Mach dir Augen zu. Komm, vertrau mir, es funktioniert wirklich.
Augen zu.
Okay.
Und jetzt wirst du leicht.
Wie eine Feder.
Was gibt es denn zu lachen?
Du kannst fliegen, wusstest du das?
Siehst du deins?
So mal loslassen, mal die Kontrolle abgeben.
Kurt, hör doch auf, so einen Blödsinn zu quatschen.
Ich will nicht fliegen.
Guck da hin.
Mach die Augen zu.
Das wird nicht bereuen, versprochen.
Augen zu.
Und jetzt.
Jetzt hebst du ab vom Dach.
Hoch in die Luft und die Charité da unten.
Die Charité wird immer kleiner und kleiner unter dir.
Und von hier aus fliegst du einfach weiter Richtung Welten.
Das ist ganz einfach.
Denn hier oben gibt es keine Grenzen.
Da unten schaust du.
Siehst du das? Die Lichter?
Das ist schon Brüssel.
Spürst du den Wind?
Schmeckst du das Salzwasser auf der Zunge?
Der Atlantik.
Unter dir rauscht das Meer.
Neben dir schwirren ein paar verirrte Möwen.
Und da, Bermuda, die Bahamas,
Kuba.
Was machen die da?
Das gibt's doch gar nicht.
Er bindet sie mit dem Stacheldraht.
Das gibt's doch nicht.
Wir machen zu.
Wir schließen die Sektorengrenze. Das gibt es ja gar nicht.
Hey!
Hört auf!
Hört auf damit!
Die eigenen Leute einsperren!
Hände weg von unserer Stadt!
Ihr dummen...
Keine Person auf dem Dach. Beide durchsuchen.
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