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Ich krieg doch kaum noch Luft. Machen Sie doch mal irgendwas.
Immer mit der Ruhe. Wir haben hier alle Wahrscheinlichkeiten, dass es mit einer
Neugeborenen selbst zu tun hat. Unsere Tochter ist behindert. Sophie, die
Zahnmuster in Leipzig und Wien stimmen überein. Ich hab so ein Gefühl, wir
es hier mit einem Serienmörder zu tun.
Kurt ist weg.
Er ist über die Grenze.
Ich will, dass Sie mich auf den Krebsforschungs -Kongress in Westberlin
begleiten.
Das ist eine Blutergiftung. Das Herz von Fritz ist durch diesen Schlag
geschwächt. Sie wollen ihn doch nicht sterben lassen, unseren Fritz.
Papiere. Wir müssen dringend in die Charité.
In Ordnung, Sie dürfen weiterfahren.
Dankeschön.
Ich habe das auch gemacht.
Pflaster.
Wie geht es Ihnen?
Ich könnte wohl immer ausreisen.
Damit warten wir aber noch ein Weilchen.
Ich habe Ihnen ja gesagt, solche wie Sie brauchen wir ja.
Na ja, ohne die Hilfe von Professor Prokop hätte es das nicht geschafft.
Sie hätten auch ein bisschen früher einen Ton darüber verlieren können, was
ihrem Finger los ist.
Ich glaube, das schafft er doch mit neuen Griffen.
Brennscheid, mein Name.
Rappoport, morgen.
So, wollen wir mal sehen.
Katharina hat unmächtig gewonnen zum wiederholten Male.
Hallo Katharina.
Sie sind der Vater?
Der Trainer.
Wie ist denn der Blutdruck?
150, 65.
Das ist ein bisschen niedrig. Ich habe kalte Hände. Entschuldige, bitte.
Und ist die jetzt immer noch schwindelig?
Bisschen.
Katharina ist Leistungssportlerin.
Turnerin.
Kannst du mal dein Hemdchen ein bisschen runter machen für mich, bitte?
So.
Einmal einatmen, bitte.
Kannst wieder rufen.
Und wie fühlst du dich jetzt? Nicht so gut.
Müde. Müde.
Gut, dann rufst du dich erstmal aus, ja?
Und wenn der Schwindel nicht besser wird, dann geben wir ihr eine Infusion,
bitte.
500 Milliliter NACL und intravenös Vitamin C, 1000 Milligramm, ja? Gut.
Und ein großes Blutbild. Und morgen machen wir ein EKG. Morgen?
Und das nicht schneller?
Womöglich heute? Nein, das geht nicht schneller.
Wir lassen sie mal zur Beobachtung hier, ja?
Und keine Angst, wir finden schon raus, was hier fehlt.
Ja? Herr Professor?
Das mit dem Kongress, das wird er gemeinsam hinfahren.
Das wird nichts.
Ich will Sie gar nicht länger auf die Beute spannen. Es ist, wie es ist.
Meine Helme liegt in den letzten Zügen Ihrer Schwangerschaft. Ich hänge
dementsprechend an einer äußerst kurzen Leine.
Bitte.
Und werde nicht reisen können.
Drum werden Sie mich dort vertreten.
Den Zwischenstand Ihrer Forschungen habe ich Professor Klarbereit telegrafiert.
Sie können in seinem Seminar Ihre Hypothese diskutieren.
Aber... Was ist denn, wenn ich mich irre?
Kontroversen sind das A und O in der Wissenschaft.
Dann müssen Sie die Leute halt anders überzeugen.
Ich warte auch noch auf die Genehmigung meines Dienstausreiseantrags von dem
besten... Dann kümmern Sie sich drum.
Überzeugen Sie den Lehmann, die es mich überzeugt haben. Wo ein Wille ist, ist
auch ein Weg.
Auf geht's!
Gehen wir!
Katharina war Teil des gesamtdeutschen Olympiakasers letztes Jahr in Rom. Wir
sind doch knapp an den Medaillen vorbei.
Interessant.
Die Bundesregierung hat den deutsch -deutschen Austausch der Sportverbände
dem Mauerbau komplett unterbunden.
Dabei haben die Mädchen vorher als eine Mannschaft trainiert.
Miteinander. Ost und West.
Und jetzt?
Alles vorbei.
Klare Kante, kein Zurückweichen.
Unser feiner Bundeskanzler Adenauer hat persönlich dafür gesorgt.
Ach, Sie sind aus dem Westen?
Ja.
Nehmen Sie doch Platz.
Die Charité ist für den gesamten Kader immer die erste Anlaufstelle gewesen.
Katharina ist die Medaillenhoffnung der westdeutschen Mannschaft.
Im Winter findet in Prag die Qualifikation der Weltmeisterschaft
Haben Sie einen Verdacht?
Leistungssportler gehen sehr oft über ihre körperlichen Grenzen hinaus.
Katharina wird zu nichts gezwungen.
Der Sport ist ihr Ein und Alles.
Sie verlassen uns.
Ja.
Wir wissen noch nicht, wie sie sich entwickeln wird.
Ob ihr Nervensystem Schäden davongetragen hat, aber Dr. Rappoport
gemacht. Uns beiden, nicht wahr?
Ja.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Tochter alles Gute.
Richten Sie Dr. Rappoport liebe Grüße von mir aus, ja?
Herr Parteisekretär Lehmann.
Frau Dr. Wendt.
Guten Tag.
Ich bin im ZK vorstellig geworden und habe meine Kontakte ins
Gesundheitsministerium spielen lassen.
Es ist verfügt worden, dass der Charité in Zukunft absolute Priorität
hinsichtlich dringend benötigter Medikamente eingeräumt wird.
Und was Prof. Prokopps kleinen Ausflug anbelangt, der bleibt einfach unter uns.
Einverstanden?
Ja.
Prof. Prokopps.
Er möchte, dass ich ihn auf einem Kongress in West -Berlin vertrete.
Und Dr. Brunken ist ja auch auf diesem Kongress.
Herr Dr. Brunken ist Chirurg, er ist kein Forscher.
Ich habe auch keinen Kontakt zu ihm.
Das sagten Sie ja.
Ja.
Also ich würde gerne unsere neuesten Forschungsergebnisse dort präsentieren.
Das sollte die Mauer nicht verhindern.
Ganz genau.
Seit ihrer Gründung steht die Charité dafür, die Medizin voranzubringen.
Ganz schön herbstlich mittlerweile.
Frau Dr. Wendt, so gern ich Sie Ihrer Wege ziehen lassen würde, die
Entscheidung liegt bei Dr. Nowak.
Er ist Ihr Vorgesetzter.
Das soll ich jetzt unterschreiben.
Wie gerade sind wir zu uns gekommen?
Ich war mal Freunde, Ella.
Und jetzt bist du mein Oberarzt. Deshalb muss ich doch nicht zwangsläufig dein
Feind sein.
Ella, ich brauche Leute, die gerne mit mir arbeiten. Hier, an der Charité.
Ich war nie gegen dich.
Im Gegenteil, bei der ganzen Sache mit Kurt habe ich mich immer hinter dich
gestellt. Das weiß ich auch zu schätzen.
Alex, bitte, bitte.
Dieser Kongress, der ist sehr, sehr wichtig für mich.
Ich weiß.
Aber ich weiß nicht, ob ich dir noch vertrauen kann.
Ich habe niemals etwas getan, was dir auch nur ansatzweise hätte schaden
Du musst es für mich unterschreiben.
Wenn es hart auf hart kommt.
Ja.
Das würde ich mit allen Konsequenzen.
Ich habe etwas für mich dabei auf dem Spielstelle.
Hier.
Sie sind nächste Woche für die Frühschicht eingetragen.
Tut mir leid, da bin ich vom Dienst befreit.
Was?
Ich vertrete Professor Prokop auf einem Kongress in West -Berlin.
Und wer soll dann Ihre Schicht übernehmen? Jeder ist ersetzbar.
Pflaster hätte keiner ersetzen können.
Ich bin froh, dass er lebt.
Ich hätte mir die Entscheidung sehr gerne erspart, aber... Letztendlich war
richtig.
Ja.
Nimm so einen Hut mit.
Soll kühl werden, Rauten.
Ich glaube, ich bin es.
Hey, alles in Ordnung? Ja, alles gut.
Ab ins Bett.
Und ihr macht die Augen wieder zu. Hopp, hopp.
Machen wir das?
Hättest du ab und an nachher sehen?
Klar.
Aber du bist doch nur ein paar Tage weg, oder?
Willst du ihn wiedersehen?
Hm?
Kurt?
Ich weiß ja grad nicht mehr, wo er genau ist.
Hast du verlängern können?
Schon irgendwie ungerecht, das Leben, oder?
Die einen wollen unbedingt weg.
Die anderen müssen.
Meinem Antrag auf Aufenthaltsverlängerung wurde nicht
Ich muss im Dezember zurück.
Nicht einmal Lehmann kann noch was für mich tun.
Du wirst mir so fehlen.
Keine Sorge, ein bisschen halte ich hier für noch die Stellung.
Hab eine gute Reise, Ella.
Und vergiss uns nicht.
Wiedersehen.
Wiedersehen Frau Dr.
Müssen wir noch weitere Untersuchungen machen.
Warum? Ja, weil weder das EKG noch die blutwerte Rückflüsse auf die Ursache der
Symptome gehen.
Das wissen wir gar nicht.
Kannst du mir mal noch genauer beschreiben, wie sich das anfühlt?
Ja, fühle ich dann ganz toll.
Ich bekomme keine Luft mehr, kann nicht mehr atmen.
Können Sie mal schauen, ob wir vielleicht heute noch die Lunge röntgen
Und ein EEG, bitte.
Natürlich.
Dann messen wir deine Hirnströme.
Frau Rappoport, der Verband macht mir Druck. Die drohen mit der
eines anderen Mädchens und dann ist Katharina draußen.
Es ist also sozusagen im nationalen Interesse, dass sie so schnell wie
wieder auf die Beine kommt. Ach, glauben Sie mir in meinem Ohr.
Die Kriminalpolizei mal wieder, Inspektor Hertwig.
Ich dachte, die polnischen Kollegen hätten den Täter gefasst.
Ein Verdächtigen, der es aber offensichtlich nicht gewesen ist.
Ganz offensichtlich.
Und, was machen wir jetzt?
Ja, bitte?
Meine Vorgesetzten sitzen mir im Nacken.
Dieser Fall wird langsam aber sicher zu einem Schleudersitz.
Das ist eine gewächste Frauenleiche in drei Monaten.
Alle haben die gleichen Wissspuren.
Das würde ich Ihrem Mann sofort ausrichten.
Herr Professor, Ihre Frau, die Wehen haben eingesetzt. Solche Wehen dauern
ein bisschen.
Und ich kann noch nicht dort sitzen und warten, bis das Kind kommt. Also, fangen
wir an.
Los. Bitte.
Auch zehn Schnittsätzen, wie Sie es gelernt haben.
Atmen Sie ein und auch.
Ein und auch.
Guten Morgen, Frau Professor. Hoher Besuch.
Sind wir denn schon so weit, ja?
Na, dann schauen wir mal.
So, Achtung.
Du kannst die Herz tönen.
Prost.
Ja.
Schwach, aber regelmäßig.
Keine Beckenendlage. Das ist gut.
Rufen Sie die Kinderklinik an. Ich möchte, dass Frau Rappoport bei der
anwesend ist.
Sofort. Mach ich, keine Sorge.
Wir gehen keine Risiko ein. Ja.
Ja,
danke.
Wer macht das denn?
Extrablatt.
Gerne.
Extrablatt.
Zehnfällig.
Mensch, Fritz, das ist Wahnsinn. Ich muss mal austreten. Dann klingel doch,
Stuhlkopf. Wobei kommt das noch, dass ich mir von dir so eine Wanne unter den
Hintern schieben lassen soll?
Nee, nee, du.
Brauchen Sie Hilfe?
Kümmern Sie sich mal lieber um Ihre Patienten.
Jetzt, wo Sie Frau Doktor auch noch auf große Jungfernfahrt in den Westen
geschickt haben.
Wann kommt denn die wieder?
Immer morgen.
Na denn.
Sie vielleicht, wo ich Professor klar finden kann. Ah, Hertha Vogel.
Ich bin seine Laborleiterin. Er war ganz aus dem Häuschen, als er Ihre Texte
gelesen hat.
Bitte.
Herr Professor?
Hier sucht sich jemand.
Unser Besucher von der Charité.
Herzlich willkommen.
Dankeschön. Professor Prokop bedauert sehr, nicht hier sein zu können.
Nun ja, er hat hier adäquaten Ersatz geschickt, die Charité.
Sie müssen mich bitte entschuldigen. Sie sehen ja, was hier los ist. Ich freue
mich auf Ihren Vortrag.
Ja, bitte.
Entschuldigung. Entschuldigung?
Vortrag? Sie wollen Ihre Ergebnisse doch sicher präsentieren, oder?
Ich dachte, Sie machen der Einfachheit halber vielleicht gleich den Aufschlag.
Zur Eröffnung quasi.
Ja, kommen Sie.
Ich werde Sie vorstellen.
Bitte.
Ist das EEG von unseren Turner -Mädchen fertig?
Na klar.
Wie waren denn die Werte heute Morgen?
Soweit normal.
Gestern Abend hatte sie nochmal einen Schwächeanfall, aber die Nacht selbst
durch. Also irgendwas stimmt nicht mit dem Mädchen.
Ist mir ein Rätsel.
Machen Sie noch mal ein erweitertes Blutbild, bitte.
Selbstverständlich. Apropos?
Ja, natürlich.
Ja, komm sofort.
Sie sehen aus, als hätten Sie einen Geist gesehen.
So ähnlich.
Ja.
Frau Dr. Rappoport, Sie suche ich. Herr Parteisekretär.
Darf ich fragen, warum Sie mich nicht über den Ehrengast aus dem Westen
informiert haben?
Auch Katharina und Eterna sind zu uns gekommen, um sich behandeln zu lassen.
ist eine Patientin wie alle anderen auch. Das ist sie natürlich nicht. Ganz
gar nicht.
Der Düsseldorfer Beschluss vom 16. August spricht doch für sich. Der
des Westens ist nun unser Gegner.
Was habt ihr denn?
Kann ich leider noch nicht sagen.
Hat der Westdeutsche Verband denn keine eigenen Ärzte, um seine Sportlerin zu
versorgen? Gegenfrage.
Ist die Partei denn nicht froh, wenn die Konkurrenz aus dem Westen den weiten
Weg auf sich nimmt, um zu uns an die Charité zu kommen?
Ich meine, das ist doch eine Auszeichnung.
Ich bin sicher, dass Sie das Ihren Genossen darlegen können.
Da hat man Sie doch einfach eingesperrt.
Ich fühle mich nicht eingesperrt.
Na, hören Sie mal. Sie können ja nicht mal mehr in die Lüneburger Heide.
Geschweige denn woanders hin.
Was wäre, die Reisegenehmigung zu kriegen?
Ein Kollege musste für mich bürgen.
Na und jetzt?
Bleiben Sie?
Guten Morgen, werte Kollegen.
Ich freue mich auf einen regen interdisziplinären Austausch.
Lassen Sie uns diskutieren, lassen Sie uns debattieren und wenn nötig
wissenschaftlich streiten, auf das wir lernen, den Krebs zu besiegen.
Unsere erste Impulsgeberin forcht zur Krebsfrüherkennung am Institut des wohl
hinlänglich bekannten Prof.
Otto Prokop und praktiziert an der Medizinischen Klinik der Charité. Meine
und Herren, Dr. Ella Wendt aus Osten Berlin.
Vielen Dank.
Sie lag in einem Waldstück nahe der tschechischen Grenze.
Sechste für Schweiz.
Wir haben Reifenspuren am Tatort gefunden.
Fünfte in seiner gemähten Radstand.
Aber das ist bisher alles, was wir haben.
Vielleicht sollten Sie nicht am Fundort, sondern am Tatort suchen.
Das doppelte Totenfleckensystem.
Wittenberg, sehr gut. Sie dürften einen guten Lehrmeister gehabt haben.
Über den Haptoglobinspiegel sind wir im Zuge meiner jüngsten Forschungen
auf die Haptoglobin -Typen gestoßen.
Und in diesem Zusammenhang auch auf eine Anomalie.
Ich behaupte, dass es einen vierten Typus gibt, der nicht auf die Wirkung
unbekannter Suppressorgene zurückzuführen ist.
HP00.
Und zwar in 2 ,5 Prozent aller Fälle.
Und, meine Damen und Herren, die Proben meiner Forschungsreihe, die diese
Anomalie aufweisen,
stammen allesamt von Krebspatienten.
Sehen Sie die Flecken, die entsprechend der Lage den abgängigen Körperteilen
entstehen?
Einerseits. Andererseits die, die scheinbar der Schwerkraft trotzen.
Und was heißt das jetzt?
Wenn der Leichnam in der frühen postmortalen Phase, also sechs bis zwölf
nach Eintreten des Todes, bewegt oder transportiert wird, entstehen solche
Flecken. Ja.
Ja, aber bewegt von wo?
Ja, bitte?
Ölspuren, eindeutig. Verstanden.
Gibt es Ölvorkommen in der Sächsischen Schweiz, von denen wir nicht wissen?
Entschuldigung, Herr Professor, Ihre Frau ist jetzt kurz davor.
Herr Wittenberg, Frau Damrau, machen Sie die Sache fertig.
Es ist ja alles gesagt.
Eingesetzt.
Erste Hülle. Hülle sind regelmäßig.
Bitte.
Was ist denn?
Und?
Erst eine Kinderärztin, jetzt ein frischgebackener Vater. Der Kreißsaal
Rummelplatz. Bitte, Herr Kollege, machen Sie einmal eine Ausnahme, bitte.
Aber nur als Insult. Danke.
Helmi.
Helmi, Schatz, ist alles gut gegangen?
So.
Oh, bist du ein schöner... Ein ganz, ganz prächtiger Junge.
Ein schöner wie du.
Ein ganz schöner Abend. Vom Aussehen kommt er ja glücklicherweise nach der
Mutter.
Schönen Abend noch. Ja, bis morgen.
Schön, dich zu sehen.
Was machst du hier?
Ein Kollege von mir erzählt, dass du da bist.
Wie geht's dir?
Was macht dich Charité?
Ja, ist jedenfalls nicht hinter dir zusammengefallen.
Es ist sehr gut hier.
So wie du dir das vorgestellt hast.
Na ja, es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Aber immerhin kann man sagen, was man denkt.
Ich freue mich, dich zu sehen.
Katharina, hier ist jemand für dich.
Julia, was machst du denn hier?
Brennscheid hat mich angerufen.
Maximal eine halbe Stunde, ja?
Ich habe gehört, dass es dir nicht gut geht.
Das wird schon wieder.
Und was macht euer Training?
Du kennst doch Brennscheid.
Brennscheid fehlt uns.
Wir haben jetzt eine Frau, die uns trainiert. Ganz schön streng.
Die will unbedingt, dass unser Ostkader Gold holt. Wow, ihr habt neue Anzüge.
Ja.
Schön, oder?
Warum haben Sie mich denn dazu gerufen?
Ich habe es gelesen.
Na ja, ziemlich amerikanisch, Ihr Ansatz.
Um es höflich auszudrücken.
Ich will Ihnen Ihren Platz gar nicht streitig machen, Herr Professor.
Schauen Sie, die Geburt, die Tage danach, die Versorgung der Mutter und
Säuglings. Lassen Sie uns das doch in einem...
ganzheitlichen Sinne sehen.
Eine Woche lang war ich im Notaufnahmelager Marienfelde.
Ist kein Spaß dort.
Unzählige Untersuchungen, Fragen, Kontrollen, das ganze Programm.
Manche brauchen Wochen, um da rauszukommen.
Ich bin jeden Morgen um sechs Uhr aufgestanden, damit ich so viele
wie möglich an einem Tag schaffe.
Sind da immer noch so viele Flüchtlinge?
Nicht mehr so viele wie vor der Grenzschließung, aber die Stimmung ist
angespannt.
Mein Arzt hat mir einen Klinikkontakt gegeben, das war dann überhaupt mein
Glück.
Dadurch ging das Aufnahmeverfahren dann ziemlich schnell.
Mensch, jetzt bist du offizieller Bürger der BRD.
Naja, die Vorstellung, dass ich meine eigentliche Heimat vielleicht nie mehr
sehen kann.
Das ist schon absurd.
Aber weiß man nicht, die haben Politiker sonst wo so einfallen lassen.
Vielleicht rollen ja ab morgen die Panther hier an, dann war es jetzt auch
der kleinen Insel im Roten Meer hier.
Optimismus, das war noch nie so dein Ding, oder?
Ach, nein.
Ach, nein.
Und auf die Zukunft.
Ich weiß, sie hat mich boniert.
Die Klinikleitung plant ein neues Gebäude.
Die Frauenheilkunde. Und zwar soll das hier entstehen.
Aber das ist ja genauso weit entfernt wie jetzt auch.
Vielleicht findet sich ja ein kleines Plätzchen für die Neonatologie.
Vielleicht hier, so in der Nähe.
Da.
Naja, oder?
Entschuldigung, darf ich?
Warum denn ein zweites Gebäude? Die Neonatologie könnte doch einfach in das
Gebäude. Also, jetzt war es im Halbplan, ja?
Wie hält Ihr Mann das eigentlich mit Ihnen aus?
Indem man das Matriarchat akzeptiert. Ja, wenn ohnehin ein Gebäude... Also,
so. Wie gesagt, ich bin nicht die Klinikleitung.
Seid ihr wahnsinnig?
Kommt da runter, bitte!
Das ist kein Spiel.
Runter. Sofort.
Katharina, du bist so lebenswürdig.
Ich hab dir doch überhaupt nicht gesagt, dass du keinen Sport mehr machen
kannst. Darum geht's doch gar nicht.
Katharina, komm jetzt runter.
Katharina, komm da runter.
Wir waren in einer Mannschaft, Julia und ich.
Und jetzt können wir uns nicht mehr sehen.
Mal telefonieren können wir.
Diese scheiß Mauer.
Ich will mein Leben nie wieder so... Vorsicht, Carina!
Ich hab sie.
Ganz ruhig.
Ganz ruhig, wir bringen dich jetzt auf Station zurück, ja?
Schönen guten Abend. Wie lange? Ich weiß nicht, ich komme mit dir. Hier lang.
Okay.
Also dann.
Gute Nacht.
Wir sehen uns morgen.
Ja.
Vielen Dank für die Einladung.
Bis im größten Vergnügen.
Herr Dr. Nowak?
Kann ich Ihnen etwas Gutes tun?
Einen Kaffee vielleicht?
Danke.
Frau Damrau.
Frau Damrau.
Ach Gott, Frau Damrau.
Entschuldigung.
Entschuldigung, Herr Professor.
Ich war gerade am Telefon.
Es hat keinen Sinn.
Bitte sagen Sie den Vortrag ab.
Aber, Herr Professor, das können Sie doch nicht machen. Dann frage ich auch
Überlegen Sie sich was.
Darö, Schnupfen, ich bin krank, was weiß ich. Aber ich kann damit... Sie haben
mir gerade noch gefehlt. Was gibt es denn?
Diese frohe Botschaft wollte ich Ihnen gerne selber überbringen.
Wir haben ihn gefragt.
Den Beißer.
Gratuliere, alle Hand. Das schau her.
Sie hatten recht, Herr Professor.
Die Ölspur, Fund und Tatort waren nicht identisch.
Also haben wir angefangen, uns an Tankstellen und Raststätten in der
umzulocken. Und dann haben wir sie rausgefischt.
Einen LKW nach dem nächsten an der Grenze.
Tja, den Rest können Sie sich denken.
Ein Blick aufs Gebiet, er war sofort geständig.
Ein hochinteressanter Fall.
Ich werde ihn in meinen Atlas aufnehmen, samt Erlösung.
Ironie des Schicksals? Er fährt für Thyssen.
Die sollen ja den Stahl für die Grenzbefestigungsanlage geliefert haben.
hat er sich selbst den Käfig gebaut, aus dem sie nicht mehr rausgelassen haben.
Ja, ja, schon klar.
Was hat er denn?
Er will seinen Vortrag nicht halten.
Der berufen schon den ganzen Morgen Leute an und fragen, ob noch Plätze frei
sind. Soll der ins Kino gehen oder in die Kirche? Was weiß denn ich?
Nein, Herr Professor, das Publikum liebt es, wenn Sie über Okkultismus sprechen.
Okkultismus?
Ja, Herr Professor, kein Wunder, dass Sie übel gelaunt sind.
Sie haben es nur mit den düsteren Seiten des Lebens.
Sagen Sie, Sie sind doch gerade Vater geworden, oder?
Mhm.
Reden Sie halt mal über was Schönes.
Was die Menschen wirklich bewegt.
Oder können Sie das nicht?
Wir sprachen gerade über die laufende Studie von Professor Wroblewski am Sloan
-Kettering -Institut in New York.
Ich, ähm...
Ich muss gestehen, dass sich die Beschaffung von Fachliteratur in den
Monaten als etwas schwierig erwiesen hat.
Ja, aber das heißt, Sie wissen noch gar nichts von der Theorie?
Krebs über den Eiweißgehalt im Blut nachzuweisen?
Die schürmen Sie aber auch von allem ab, was? Frau Dr. Wendt, entschuldigen Sie,
ob ich Sie vielleicht einen Moment sprechen dürfte?
Vielleicht gleich hier?
Darf ich fragen, worum es geht?
Um ihre Zukunft.
Dr. Breuer hat sich krank gemeldet. Na wunderbar.
Ebenso die Schwestern Paula und Rehine.
Wie soll man dann anständig Visite durchführen?
Mit der halben Belegschaft am Tropf?
Frau Wendt auf dem Konkret?
Kommt doch eh nicht wieder.
Was war das bitte?
Nichts.
Ich meinte nur ich.
Ich glaube, dass Frau Dr. Wendt womöglich im Westen bleibt.
Vielleicht. Sie sollen aber nicht glauben. Sie sollen die Klappe halten
Arbeit machen.
Gehen Sie.
Das war überhaupt nicht gut.
Aber Sie glauben das doch nicht auch, dass Frau Doktor sich absentiert.
Ich weiß es nicht.
Ich weiß es wirklich nicht.
Aber warum haben Sie sie denn fahren lassen?
Weil ich es ihr schuldig war.
Unsere Klinikleitung unterhält hervorragende Kontakte nach Leverkusen.
Da wird ein frischer Wind, seit der Vorstand gewechselt hat.
Und im kommenden Jahr sollen nun eine Art mehr an, wie sagt man so schön,
Bencher entstehen. Die Bayer -Ergebung in Ihre Forschung investieren?
Korrekt. Und zwar mit einer hohen sechsstelligen Führung.
Und ich will, dass Sie dabei sind, Frau Dr. Wendt.
In meinem Team.
Dankeschön.
Forschen Sie denn zur Krebsfrüherkennung?
Gemach, Gemach.
Wir werden auch in der Früherkennung wieder tätig werden.
Im Moment stochen da alle zu sehr im Dunkeln.
Und es rentiert sich nicht. Dafür macht niemand Gelder locker.
Ja.
Aber die Anomalie der Haptoglobin -Typen ist... Ein Ansatz von vielen.
Aber er schnickt noch viel für seine Kinder schon.
Und wenn Sie mich fragen... Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran.
Ich halte Ihre Ergebnisse für eine Fehlbestimmung.
Ebenso wie Prokop, wenn ich ihn am Telefon richtig verstanden habe.
Sie sind ein brillanter Kopf, Frau Dr. Wendt.
Sie glühen.
Ich habe ein Auge für Super.
Das hat Prokop aber offensichtlich auch.
Ich fühle mich Ihnen sehr verpflichtet. Frau Dr. Wendt, auch wenn Sie vermutlich
mehr Mumm und Ethos haben als die gesamte Belegschaft der Schöneberger
zusammen, so denke ich doch, dass Sie Ihre Gehaltsvorstellungen in Zukunft ein
wenig nach oben korrigieren sollten.
Sie sind es wert.
Überlegen Sie es sich.
Sie können morgen bei mir anfangen.
dass dein Röntgen wird.
Hier haben wir deine Blutwerte.
Hier ist das EKG.
Wir haben dich wirklich vom Scheitel bis zur Sohle durchgecheckt.
Dein Herz ist gesund.
Deine Blutwerte sind hervorragend. Deine Lunge ist vollkommen intakt.
Dein Körper ist kerngesund, Katharina.
Wollen Sie mir unterstellen, dass ich mir das alles nur ausgedacht habe? Ich
doch dabei, wie sie ohnmächtig geworden ist. Nein, deine Atemnot und das
Herzrasen und die Ohnmachtsanfälle, die existieren wirklich.
Aber ich glaube nicht, dass es physisch bedingt ist.
Schau mal, dein Herz ist ein ganz sensibles Organ.
Und manchmal braucht es Zeit, um negative Gefühle zu verarbeiten.
Wie Schmerz.
Oder eine Niederlage oder eben eine Trennung.
Aber was genau heißt das denn jetzt?
Das heißt, dass ich dir leider als Ärztin nicht wirklich weiterhelfen kann.
Ich kann auch eure Situation nicht ändern.
Das ist Politik.
Die Politik hat Gegnerinnen aus uns gemacht.
Hauptsache, du bist gesund.
Katharina, wir tun doch wirklich unser Bestes damit.
Naja, aber die beiden sind ja wie Schwestern. Da können wir nur wirklich
helfen.
Ihr könnt doch Freundinnen bleiben.
Und dann seht ihr euch auf den Wettkämpfen wieder. Und dann gewinnt mal
eine, mal die andere. Und vielleicht kommt irgendwann eine Zeit, da turnt ihr
wieder zusammen.
Schau mal, Katharina, deine Seele wird einen Weg finden, um mit der neuen
Situation umzugehen. Da bin ich mir ganz sicher.
Und irgendwann wird dein Körper wieder heil.
Du musst dir nur Zeit geben.
Ella!
Und? Wie ist der Kongress?
Warte mal, ich kenne ein wunderbares Lokal. Klar, er hat mir ein Angebot
gemacht. Wie bitte?
Er meinte, dass ich sofort anfangen könnte.
Herzlichen Glückwunsch. Das sind ja fantastische Möglichkeiten.
Damit ist deine Aufnahme so gut wie durch. Nee, nee, nee. Darüber muss ich
mal nachdenken. Was gibt's denn da bitte darüber nachzudenken? Du bist
unbeschadet über die Grenze gekommen. Jetzt steht dir die Tür zur Welt offen.
musst nur noch durchgehen.
Aber ich... Was? Frohkopf, der wird platzen vor Stolz. Genau wie alle
Pass auf. Ich mach dir einen Vorschlag. Du gehst jetzt rein, packst deinen
Koffer und ich hol dich in einer halben Stunde ab.
Was? Du musst doch irgendwo wohnen, oder nicht?
Du kannst mein Bett haben und ich nehme das Sofa.
In Ordnung? Du sagst, das ist leicht.
Ja, es ist leicht.
Ganz leicht.
Halbe Stunde!
Ein Kleinkrimineller aus Bonn, der behauptet hat, mit einem umgebauten
Staubsauger die Aura von Kleidungsstücken verändern zu können und
Millionen verdient hat, bis wir ihm das Handwerk gelegt haben.
Nur eine Geschichte von vielen, die ich Ihnen heute mitbringen wollte.
Geschichten über Okkultismus, über Scharlatanen, Betrüger und darüber, wie
Ihnen das Handwerk legen können.
Nämlich, indem wir das tun, was wir am besten können, genau hinschauen.
Mit dem klaren Blick der Wissenschaft, die die Grenzen zwischen dem, was ist
was sein kann, genau beschreibt und definiert.
Ich will ganz ehrlich zu Ihnen sein.
Ich hatte fest vor, den heutigen Vortrag abzusagen.
Denn die ereignisreichen Wochen, die hinter uns liegen, haben gezeigt, dass
Grenzen, die wir mit unseren Mitteln glauben, so genau beschreiben zu können,
plötzlich, selbst für das geschulte Auge, überraschend unscharf geworden
Ein Riss geht durch unser Land, das einmal eins war und nun geteilt ist
eine Mauer.
Entzweit.
Aber die Erfahrung lehrt uns, politische Systeme kommen und gehen und sie
bringen Grenzen hervor, über die nicht wir, sondern die Zeit entscheiden wird,
ob sie von Dauer sind oder nicht.
Die Grenze aber, die wir selber überwinden und verschieben können,
für die wir die Verantwortung tragen, wir finden sie nicht da draußen, wir
finden sie nur in uns selbst.
Und das ist die Grenze, die uns immer wieder aufs Neue herausfordert und in
sich Tag für Tag entscheidet, ob wir daran wachsen werden oder scheitern.
Das allerdings gelingt nicht mit den Mitteln der Wissenschaft, sondern nur
den Mitteln der Menschlichkeit.
Diese Grenze markiert den Bereich und das Fundament, auf dem dieses ehrwürdige
Haus vor mehr als 250 Jahren gebaut worden ist.
Es ist das Fundament des Humanismus.
Und es ist auch das Herz, das in diesem ehrwilligen Krankenhaus schlägt und das
es über alle Grenzen hinweg und alle Widrigkeiten zum Trotz am Leben erhält.
das ihm auch seinen Namen gibt.
Die unsterbliche Seele der Charité heißt Barmherzigkeit.
Der Charité blieb ich bis ans Ende meines Berufslebens und über den Fall
Mauer hinaus treu.
Kurz sah ich nie wieder.
Auch wenn mein Forschungsansatz letztendlich nicht zielführend war, gilt
Blutforschung als Wegbereiter der forensischen Molekulargenetik.
Bis heute ist die dazugehörige Krebsforschung die Triebfeder der
fächerübergreifenden wissenschaftlichen Arbeit an der Charité.
Auch Prof.
Dr. Otto Prokop blieb sein ganzes Berufsleben an der Charité und gründete
1987 das erste deutsche forensische DNA -Labor.
Er obduzierte wohl an die 50 .000 Leichen und erhielt zahlreiche
Auszeichnungen. Sein Atlas der gerichtlichen Medizin gilt bis heute als
wichtiges Standardwerk.
Am 9.
November 1989 fiel die Mauer und das geteilte Deutschland wurde wieder
In den darauf folgenden Strafprozessen gegen Mauerschützen trat Otto Prokop
immer wieder als Sachverständiger auf und half damit der juristischen
Aufarbeitung.
Ingeborg Rapoport erhielt 1969 den ersten Lehrstuhl für Neonatologie in
Europa und konnte ihre Forderungen damit endgültig durchsetzen. Dank ihrer
unermüdlichen Arbeit lag die Säuglingssterblichkeit in der DDR
der der Bundesrepublik.
Im Alter von 102 Jahren erhielt sie nachträglich ihre Promotion, die man ihr
jüdischer Mischling 77 Jahre zuvor verweigert hatte.
Prof. Dr. Helmut Kratz gilt bis heute als der bedeutendste Gynäkologe der
Republik. 1985, zwei Jahre nach seinem Tod, wurde der Helmut -Kratz -Preis
gestiftet, der sich an Gelehrte richtet, die wesentliche Verdienste an der
Entwicklung des Fachgebietes Gynäkologie haben.
Nicht zuletzt dank der aufopferungsvollen Arbeit des
die Charité allen politischen und ökonomischen Bedingungen zum Trotze den
als eines der wegweisendsten Krankenhäuser der Welt bis zum heutigen
erhalten.
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