All language subtitles for Charite s03e04 Atemstillstand

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Original subtitles

Die Grenze ist geschlossen. Ich werde dieses verlogene Spiel nicht länger

mitspielen. Ich werde hier nicht bleiben.

Niemand weiß genau, wie es hier weitergeht.

Also hör du doch mal bitte auf, dich hier wie so ein Gott aufzuspielen die

Zeit. Hier geht bald das Licht aus, Ella.

Kann da noch mal was nachwachsen?

Dann müssen wir die Nachuntersuchung erfarten.

Die meisten Kinder kommen gesund zur Welt. Und die Zahl der Lebendgeburten

an der Charité ist im weltweiten Vergleich hervorragend.

Sie haben einen sicheren Indikator für Entzündungen im Blut entdeckt.

Eine großartige Leistung.

Was war das?

Vorhin Schüsse.

Da hat jemand geschwappen.

Ruhe, ihr Wäldchen.

Geht doch vor euer Zimmer.

Nein, nein, nein. Ihr geblieben. Ab ins Bett.

Haben Sie Dr. Brunken gesehen?

Ist ja nicht aus seinem Zimmer.

Gerichtsmedizinisches Institut, Professor Prokop, Damrau am Apparat.

Einen Moment, bitte.

Herr Professor.

Prokop. Sie haben einen Erschossenen durch den

Humboldthafen rüberschwimmen wollte.

Bitte beenden Sie die Arbeiten.

Bringen Sie die Leichen in den Keller.

Und verlassen Sie das Institut.

Komm, komm, du kannst weg.

Hast du gesehen, wer es ist?

Wittenberg, Sie bleiben.

Frau Damrau auch.

Herr Professor, es ist noch nicht mal 6 Uhr. Das ist mir nicht entgangen.

Auf Wiedersehen. Danke.

Vielen Dank.

Sie können gehen. Sie bleiben.

Frau Dambraut wird das Diktat aufnehmen. Über die Untersuchung ist absolutes

Stillschweigen zu beharren.

Selbstverständlich. Wittenberg, entfalten Sie die Plane.

Angeblich hätte er noch die Hand nach oben gesteckt und sich zergeben, aber

haben sofort geschossen.

Wohin soll das noch führen, wenn Sie jetzt schon die eigenen Leute

Schonkost kommt auf Zimmer 5.

Gut ist weder in der Chirurgie noch sonst irgendwo.

Ella, wir können nichts machen.

Wie kommt man denn auch auf die Idee, über den Humboldthafen rüberschwimmen zu

wollen? Der Patient auf Zimmer 3 hat wieder starke Schmerzen.

Ich seh nach ihm.

Ach nee.

Totgeglaubte leben länger.

Bitte, Herr Mirzak.

Frau Jasinski.

Mein Bauch, der wird immer dicker. Ja?

Haben Sie Schmerzen?

Nee, zwar.

Kommen Sie mal mit.

Wo warst du denn?

Jeder Einzelne wird gebraucht. Deine Worte.

Wie lange ist der Bauch schon so stark geschwollen?

Seit ein paar Tagen erst, aber es wird immer mehr.

In Ihrer Bauchhöhle hat sich Flüssigkeit angesammelt. Das nennt sich Asthetis.

Ich werde Ihren Bauch jetzt punktieren, die Flüssigkeit ablassen, dann wird es

Ihnen gleich besser gehen.

Keine Sorge, ich bleibe da.

Ich lasse Sie, wenn wir Ihr Pferd jetzt letztlich chirurgischer verlegen. Ich

muss noch mal operieren.

Das heißt, er ist nachgewachsener Krebs in meinem Magen.

Ich fürchte, ja.

Männliche Leiche, Anfang, Mitte 20, 70 Kilogramm.

Bekleidet.

Schusswunde am Hinterkopf.

Haben Sie das?

Ja.

Gut, dann schneiden wir jetzt auf.

Das Bild von Ihrer Tochter, das...

Hängt jetzt übrigens über meinem Treibtisch.

Daher haben Sie vielleicht einen Floh ins Ohr gesetzt.

Falls was bei drei nicht auf den Bäumen ist, wird erstmal medizinisch

untersucht.

Sie ist jetzt mit meinem Mann bei meiner Schwiegermutter auf dem Bauernhof.

So.

Keine Angst.

Keine Angst. Alles gut.

Ich werde Sie morgen als Erste operieren. Das können Sie auf Station

Wird gemacht, Herr Doktor.

Der Tod an der Grenze heute Morgen. Ich dachte, das bist du, Kurt.

Alles in Ordnung?

Ja.

Ich muss mich mal um die Patienten kümmern.

Du denkst immer nur an dich, oder?

Maximale Aufmerksamkeit.

Vom Dach bringen, kurz mal verschwinden.

Ich denke, du setzt nächstes aus.

Bei dem Projektil, das ich aus dem Kopf des Toten entfernt habe, handelt es sich

um ein Geschoss mit der Größe 7 ,62 x 25 mm.

Einem Kaliber, das meinem bescheidenen Erkenntnisstand nach nur in den MPs der

Transportpolizei benutzt wird.

Ein Tod durch Ertrinken kann ausgeschlossen werden, da ich keine

Ertrinkens feststellen kann.

Die Todesursache ist einzig und allein ein Schuss in den Hinterkopf.

Aber das wussten Sie bereits, meine Herren. Nichts Neues.

An solchen Flussübeliten.

Danke, Herr Professor.

Den Rest übernehme ich.

Das geht doch nicht. Sie können doch nicht... Das können Sie doch nicht

Sie können nicht den Durchschlag mitnehmen.

Geh mal nach Hause.

Ariana.

Wie wär's denn mal mit dem Schlüssel?

Kann ich reinkommen?

Ich...

Ich

wollte dich

nicht erschrecken.

Ich würde doch nicht durch den Humboldthafen schwimmen.

Zu vertrauen wär's dir aber.

Würde ich mir aber was anderes einfallen lassen.

Sind Sie schläftig?

Nee.

Wobei ich doch nicht schläftig bin.

Das Wort heute vorgefallen ist. Das ist erst der Anfang.

Hör auf mit diesen Orakelsprüchen, Kurt.

Die haben heute einen Menschen umgebracht.

Die werden hier niemanden mehr rauslassen. Im Gegenteil.

Das wird alles immer nur noch schlimmer.

Die werden eine ganze Generation einmauern.

Hier.

Zur Erinnerung, falls du mal wieder auf solche dummen Gedanken kommst. Du musst

dir keine Sorgen umschlagen.

Ich habe deinen Kontakt, der ist sicher.

Was?

Lass uns gemeinsam gehen.

Ärzte werden überall gebraucht.

Ich bin nicht so feige.

Setz mich einfach ab.

Das mit Freiheit zu kommen.

Die Charité, das wird gerade ein Zuhause.

Oh.

Ich wollte nicht sterben.

Ich wollte eh noch mal... Ja, ich muss jetzt sowieso auf Station.

Wir sehen uns morgen.

Ach so, du musst Frau Jessens die morgen früh abheben, ne?

Ja, ja.

Ach, du hast eingetragen.

Ich gehe dann mal, Herr Professor.

Frau Damrau, hätten Sie doch eine Minute, einen Diktat aufzunehmen.

Natürlich.

Mein Straßenbahn ist sowieso weg.

Männliche Leiche.

Anfang Mitte 20.

Körperzustand im Alter entsprechend.

70 Kilogramm.

Bekleidet. Nass.

Eine Schutzwunde am Hinterkopf.

Keine weiteren Verletzungen sichtbar.

Daraus resultierend ist nach eingehender Obduktion abschließend festzuhalten,

keine Ertrinkungsmerkmale.

Todesursache ist einzig und alleinig.

Ein Schuss in den hinteren Schädel.

Mitte links.

Herzlichen Dank, Frau Dammerer.

Sie können ins Veramt machen.

Danke, Herr Professor.

Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik.

Noch ist nicht bekannt, ob die Schüsse zum sofortigen Tod des Mannes geführt

haben.

Ostdeutschen Meldungen zufolge handelte es sich um Warnschüsse. Ein Tod durch

Ertrinken könne daher nicht ausgeschlossen werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt zeigt sich zutiefst betroffen und

kritisiert den Vorfall ebenso wie Bundeskanzler Konrad Adenauer auf

Währenddessen... wurden die Sperrenlagen zwischen dem brandenburgischen Umland

und Westberlin auch heute ausgebaut.

Erste Stacheldrahtsperren werden um bis zu drei Stacheldrahtzäune erweitert.

Häuser in Grenznähe werden weiter geräumt und dem Erdboden gleichgemacht,

Meter breite Schutzzonen auf der Ostseite der deutsch -deutschen Grenze

errichten.

Guten Morgen.

Und, gut geschlafen?

Passt schon.

Zimmer 5.

Gibt's Kaffee?

Im Schwätzenzimmer.

Schnell.

Also, warum macht in der Zone keiner mehr den Führerschein?

Zum Fahren auf eingezäuntem Gelände braucht man keinen mehr.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Entschuldigen Sie.

Mein Vater ist von der Leiter gefallen.

Er hat uns zur Unfallchirurgie geschickt.

Hier sind Sie aber auf der Inneren.

Wollen Sie sich kurz hinsetzen?

Sie können ja gar nicht auftreten.

Rollstuhl, bitte.

Oh, das hört sich überhaupt nicht gut an.

Den Husten zieht er schon ewig mit sich rum.

Ja,

wollen wir mal?

Ja.

Dann hoffe ich mal, dass meine alten Knochen wieder... Ja.

Gut, dann bringen Sie doch bitte mal den Herrn... Neumann. Weiter Neumann.

Herr Neumann in die Unfallchirurgie. Die kümmern sich um Ihr Bein, ja? Und dann

kommen Sie aber nochmal zurück, damit wir uns Ihren Husten angucken können.

Gut.

Danke.

Ich meine Zuständigkeit.

Guten Morgen.

Da wir gestern etwas früh aufgehört haben, können wir heute umso schneller

beginnen.

Das Protokoll, bitte.

Drücke ich mich missverständlich aus?

Nein.

Nein, Herr Professor, es ist nur, was da gestern passiert ist. Es ist Politik,

für die ich mich nicht interessiere. Ich habe einen Toten bekommen und habe

meine Arbeit getan.

Tun Sie es, Sie Irrige, bitte.

Wittenberg, aufdecken.

Wo waren wir stehen geblieben?

Rippenfraktur. Rippenfraktur, wunderbar. Auf geht's.

Der Westen hört einfach nicht auf, die Leute gegen unser Land aufzuhetzen.

Schau mal hier.

Good morning.

Wann sitzt du hier schon?

Seit sechs.

Hör mal.

Deshalb kann man sich zum Wohl von Mutter und Kind nicht auf gewachsenen

Strukturen ausruhen, sondern sollte dem Fortschritt der Zeit Einzug gewähren

lassen. Schließlich steht die Charité in der Tradition von Professoren wie

Virchow über Koch bis hin zu Sauerbruch schon immer für Forschung und

Weiterentwicklung. Harte Geschütze.

Das sind alles Fakten und die wird er heute noch am Schreibtisch bekommen.

Gerade sind sie schon deshalb nicht ernst, weil du eine Frau bist.

Ärztinnen gibt es in seiner Welt noch nicht wirklich.

Na, willkommen im 20.

Jahrhundert.

Und da sollte die Gynäkologie ein paar Meter an die Neonatologie heranrücken.

Damit wir auch unsere jüngsten Patienten optimal versorgen können.

Das ist so ein eitler Gockel.

Ingeborg? Ja.

Wann kommen die Kinder nach Hause?

Um 15 .30 Uhr.

Ich hoffe nur, dass der Bus durchkommt.

My darling, die Kinder waren nicht im Urwald, sondern in Eisenach.

Ja, hat er recht.

Schwester Rieke, zum 153.

Mal, ich brauche die Röntgenbilder.

Wie soll ich denn bitte eine OP durchführen, wenn ich keine Aufnahmen

Die liegen alle schon drin, Herr Doktor.

Einmal durchatmen.

Ja, es wird nicht besser hier.

Wie verlief die OP von Frau Jasinski?

Zitis.

Komplette Bauchfälle, seine einzige Metastase.

Leber, Milz, Pantreas.

Alles voller Tumoren. Das sieht nicht gut aus.

Ich werde mit ihr sprechen.

Sie hat ein Recht darauf, zu erfahren, wie es um sie steht.

Denkst du an deine Mutter?

Und an dich damals?

Das Leben geht immer weiter, Kurt.

Das habe ich damals gelernt. Es ist egal, was passiert.

Ella.

Wie gestern.

Der Patient wird bereits narkotisiert. Danke.

Und dann bitte nochmal einen.

Und aus.

Also, ich würde Sie gerne stationär aufnehmen. Dann kann ich das nochmal

beobachten.

Nur übertreiben Sie mal nicht.

Auf ein Wort, Frau Kollegin.

Moment, ich bin gleich wieder da.

Ein Beinbruch?

Du nimmst einen Beinbruch auf.

Wir haben kaum Betten für unsere eigenen Patienten.

Du hast das Blut.

Und ich werde es mal rum.

Muss denn das wirklich sein?

Ich wollte morgen zurück nach Schneeberg. Ich habe keinen Urlaub mehr.

Naja, Herr Neumann, aber mit so einem kaputten Bein kann man ja sowieso nicht

arbeiten.

Was machen Sie denn eigentlich beruflich?

Mein Vater ist bei der Wismut.

Wismut? Das heißt, Sie sind Bergmann?

Ja, das bin ich. Und schon über 20 Jahre.

Immer unter Tagen.

Keinen Tag krank.

Das ist ja ein echter Held der Arbeit.

Und? Norm erfüllt?

Übererfüllt.

Meine Brigade verdient sich jeden Monat unseren extra Liter Kumpeltod.

Von den Sonderationen an Lebensmitteln mal ganz zu schweigen.

Tja, einer für alle und alle für einen.

Schauen wir uns auf jeden Fall genauer an, Herr Neumann.

Na ja, wenn Sie das sagen, Herr Doxer.

Sind Sie auch an einer Silikose?

Hm.

Das wäre auch nicht ungewöhnlich für Bergmann, so eine Staublunge.

Das habe ich auch mal irgendwo gelesen.

Dass Sie bis vor ein paar Jahren sogar noch trocken gebohrt haben.

Wir brauchen ein Röntgenbild.

Das Gerät ist mal wieder kaputt.

Da gibt es doch sicher auch einen Vorbefund.

Was soll ich denn der Mutti sagen?

Er sitzt im Schneeberg und weiß von nichts. Ja, und das soll auch so

Die legt sich doch sonst sofort auf, auch wenn nichts ist.

Herr Neumann, bei der Wismut, da sind Sie doch bestimmt mal im Werkkrankenhaus

gewesen. Ja, da war ich auch mal. Zur einen Untersuchung. Tja, und wegen

Husten.

Aber dann ist er nicht mehr hingegangen.

Haben die Kollegen Sie dort geröntgt? Krank sein, das gibt's bei mir nicht.

Lass doch die anderen nicht hängen.

Sie hören es ja.

Stur wie ein alter Bock.

Haben alle. Es gehört dazu.

Lungenfunktion? Genau.

Die überprüfen wir jetzt mal.

Ich rufe den Weißkrankenhaus an und lasse mir durchgehen, was sie an

haben.

So, dann dürfen Sie bitte einmal hier reinpusten.

Kräftig.

Charity Berlin, Dr. Nowak am Apparat. Ich benötige Informationen zu Walter

Neumann, geboren am 29 .07 .06.

Ich brauche die Laborwerte und die Röntgenbefunde, falls es welche gibt.

Dann würde ich gerne mit dem behandelnden Arzt sprechen.

Und, wann ist er wieder im Haus?

Ich brauche die Krankenakte, das ist wirklich dringend.

Gut, dann geben Sie sie eben in die Post, aber bitte so schnell wie möglich.

Danke.

Herr Nowak, wie geht's der Station?

Haben sich die Gemüter ein wenig beruhigt nach dem Vorkommen des

Tages?

Wir haben genug zu tun, das lenkt ab.

Die Leute sind natürlich verunsichert.

Verständlich.

Stellen Sie sich vor, wie es bei unserer armen Bereitschaftspolizei aussieht.

Muss man sich von einem 24 -jährigen Kriminellen provozieren lassen.

Die war mit Sicherheit genauso überfordert. Tapfere Jungs.

Innenminister Maron wird Sie mit dem Ehrenabzeichnen der Volkspolizei

auszeichnen.

Diese subversiven Elemente werden es nicht schaffen, unsere jungen

sozialistische Republik zu zerstören.

Der Gesetzesbrecher war im Übrigen Mitglied der illegalen West -CDU.

Sind Sie eigentlich Parteimitglied bei uns?

Bisher nicht.

Denken Sie wohl nach.

Das sind fähige Leute.

Es gibt Halte in Zeiten wie diesen.

Was ist nun eigentlich mit der bekannten Oberarztstelle?

Wäre sicher gut, wenn die Abteilung wieder eine gewisse Führung hätte.

Da braucht es jemanden, auf den man sich verlassen kann.

So, da wären wir, Herr Neumann.

Ja.

Hallo. Morgen komme ich gleich nach der Arbeit und bringe dir frische Sachen,

Vati. Ja, schön.

Jetzt? Ja.

Richtig?

Ein, zwei.

Dankeschön.

Na?

Alles in Ordnung? Ja, ist alles gut.

Und sag der Mutti bitte, ich komme bald.

Bis morgen.

Bis morgen.

Schwester?

Petra.

Können Sie ihm helfen?

Wenn wir mit unserer Diagnose richtig liegen, dann wird er zwar nicht mehr

Tage arbeiten können, aber wenn er dann nicht mehr einfährt, dann wird sich

seine Lunge richtig gut erholen. Das wird ihm gar nicht gefallen.

Aber die Wismut ist doch so groß.

Man wird schon eine passende Stelle für ihn finden.

Vielen Dank, Frau Doktor.

Bis morgen.

Machen Sie sich keine Sorgen.

Wir kriegen Ihren Vater wieder auf die Beine.

In jeder Hinsicht.

Ich nehme den Koffer. Endlich zu Hause.

Langsam. Mir kriegt sie alles.

Gib mir. Ich will auch einen Koffer.

Danke.

Mama.

Mama. Mama. Mama.

Die Ferien waren großartig. Ach, mein Großer. Wie schön.

Mama!

Hallo, Tante Gretel. Ein bisschen Heimweh hatte ich schon. Ja, das

Trink mal, was die Tante Gretel mit Limonade gemacht hat.

Das war so toll. Wir hatten ein eigenes Baumhaus. Und am Abend haben wir Feuer

gemacht. Wie ich mich freue.

Wie ich auch nie habe. Es ist unglaublich für mich.

Mama, hat sich auch nichts verändert in meinem Zimmer? Na, was soll sich denn

verändert haben?

Du bist schon wiedergewachsen.

Komm her, mein Schatz.

Komm her, mein Schatz.

Ui, habe ich dir weh getan.

Was ist denn da passiert?

Sie hatte wohl heute Morgen noch einen kleinen Anfall und hat sich den Kopf am

Esstisch gestoßen. Dette Maus, diese Grenze.

Wovor läuft sie jetzt eigentlich genau?

Diese Grenze.

Mikey, Tommy, ich zeige euch das auf der Karte.

Komm, setz dich.

So schön, dass ihr beide wieder hier seid.

Also.

Das ist die DDR.

Und hier geht unsere Grenze rum.

Wow, ganz schön groß.

Ja, 8 Millionen Einwohner.

Und hier ist Berlin.

Habt ihr alles weg?

Ich muss es wissen, Frau Doktor.

Ich muss wissen, was ich meiner Tochter und meinem Mann sagen muss.

Der Krebs hat gestreut, Frau Jasinski.

Es haben sich mit der Phasen am Bauch Fell gebildet.

Hat Dr. Brunken sie nicht entfernen können?

Das waren zu viele.

Die angrenzenden Organe sind auch betroffen.

Das war einfach zu spät, dass wir den Krebs entdeckt haben.

Wie viel Zeit habe ich noch?

Das ist von ganz unterschiedlichen Faktoren abhängig.

Wenigstens noch, bis Rita in die Schule kommt?

Ich weiß es nicht, aber ich werde jetzt dafür sorgen, dass sie so bald wie

möglich nach Hause kommen und dass sie dort schmerzfrei sind.

Versprechen Sie mir, dass Sie weiterkämpfen, bis dieser Krebs keine

hat.

Auch wenn ich selbst nichts mehr davon haben werde.

Nehmen Sie mein Blut so viel Sie wollen, nehmen Sie meine Organe, alles.

Dann machen Sie weiter, damit ich nicht umsonst sterbe.

Das verspreche ich Ihnen.

Und? War es erfolgreich, Frau Kollegin?

Ich werde mich damit nicht zufrieden geben.

Wer ist denn schon wieder gestorben?

Niemand.

Aber ich habe jemandem was versprochen.

Und meine Versprechen, die halte ich für gewöhnlich.

Wie ruhig, wie verlässlich ist doch die Forschung im Vergleich zur Politik.

Mit ihren großen Gesten, ihren lauten Taten.

Der Haptoglobin, das war eine Sackgasse.

Hat mich verrannt.

Wo wollen Sie denn hinrennen?

Wollen wir nicht einfach mal stehen bleiben und schauen, was wir haben?

Wollten Sie nicht das Blut in seine Einzelteile zerlegen?

Und immer kleinteiliger werden?

Der Haptoglobin aufspalten in seine Subtypen.

Eklat.

Und zwar auf molekularer Ebene.

Unser Blut erzählt so viel über unsere Anlagen.

Vielleicht tragen die Habtoglobintypen das Geheimnis in sich, nach dem wir

suchen.

Ja, vielleicht.

Hallo?

Ja.

Dr. Dent.

Dr. Dent, Sie müssen dringend kommen. Herr Neumann.

Besorgen Sie mich negativ.

Er verblutet.

Was ist passiert?

Seit wann ist das so?

Ich bin gerade zum Dienst gekommen, da habe ich den gehört.

Laryngoskop! Kissen beiseite!

Schneller, schneller, schneller, schneller!

Ich seh nichts!

Die Stimmbänder sind so bespollen, es ist alles voller Blut!

Druck auf den Kehlkopf!

Ich habe seiner Tochter doch gesagt, dass alles gut wird.

Ich habe es ihr versprochen.

Ich habe es ihr versprochen.

Wir haben was übersehen, Alex.

Es kann doch nicht sein.

Irgendwas. Er kommt mit einem Beinbruch und 24 Stunden später ist er tot.

Das haben wir nicht gewusst.

Ich rufe nochmal Schneeberg an und versuche mit dem zuständigen Kollegen zu

sprechen. Ich will wissen, was da los ist.

Wo bleibt Dr. Brunken?

Ich weiß nicht. Wir brauchen ihn für die nächste Schicht.

Der

Mann

ist tot.

Einfach so.

Und ich will jetzt wissen, warum.

Was hilft mir die Akte, wenn wir sie nicht da haben?

Ich möchte mit dem zuständigen Kollegen sprechen. Und zwar jetzt.

Ja, dann eben mit seiner Vertretung.

Nein, bitte. Sie brauchen niemanden schicken. Das können wir hier auch.

Die Pathologie unseres Hauses ist... Ach, jetzt

wo er tot ist, kann es nicht schnell genug gehen.

Das ist doch absurd.

Absurd ist das doch!

Wissen Sie was? Dann kommen Sie mal.

Wir sind da.

Immer. Weil das hier die Charité ist.

Die charizäne Tradition von Professoren wie Virchow über Koch.

Der Virchow, der würde sich im Grab rumdrehen und der Koch gleich dazu.

Anmaßung.

Mir vorzuschreiben, wie... Alles in Ordnung, Herr Professor?

Soll ich nochmal wiederkommen?

Ach Quatsch, wenn Sie hier... Das ist ja nur, weil die Kollegin hier, die

Kollegin Rappoport, die will, dass hier ständig einer ihrer Kinderärzte hier auf

der Station ist, ja?

Puh, Vergleiche mit Amerika.

Dabei haben sie die in Amerika gar nicht mehr gewollt.

Reden Sie doch noch mal mit ihr.

Die Menschen müssen wieder miteinander reden.

Mit dieser Frau kann man doch gar nicht vernünftig reden.

Sie ist ja wie eine aufgescheuchte Furie.

Ich verstehe gar nicht, wie ihr Mann das mit ihr aushält.

Weil der Mieter Rappoport, das ist nun mal wirklich ein intelligenter Mensch.

Ist aber die Frau Doktor auch.

Die Frau hat keinen Doktor.

Wie? Keinen Doktor?

Würde ich mich über ein konstruktives Gespräch freuen, ja. Das konstruktive

Gespräch, das sollte sie mal mit ihren unerzogenen Kindern führen.

Was machen Sie denn, Pflaster?

Alles in Ordnung, Herr Professor.

Wir haben alles im Griff.

Ja, alles im Griff.

Das hoffe ich auch, dass wir alles im Griff haben.

Die schicken jemanden, der ihn abholt.

Sie wollen Neumanns Leichen am Selbstobduzieren.

Die Fahrer vom Werkskrankenhaus der Wismut sind praktisch schon unterwegs.

Warum können wir ihn nicht obduzieren?

Weil wir nicht das zuständige Werkskrankenhaus sind.

Alex, da stimmt doch was nicht.

Der Mann ist bei uns gestorben und ich will wissen, warum.

Die sind ein paar Stunden hier.

In der Pathologie warten wir zwei Tage, bis unser Tod da drin ist.

Vergiss die Pathologie.

Herr Professor!

Herr Professor!

Was machen Sie denn hier?

Ein Patient von mir ist verstorben. Ja, was soll vorkommen?

Ich muss wissen, woran.

Ja, dann bringen Sie ihn in die Pathologie.

Das geht nicht. Er muss sofort obduziert werden. Bitte.

Was soll denn die Eile? Wer ist tot? Kann das nicht werden?

Die kommen ihn holen. Ja, wer denn?

Die von der Wismut.

Als wir die Akten über ihn angefordert haben, da hat es ewig gedauert, bis wir

was rausgeschickt haben. Und jetzt, wo er tot ist, da kann es Ihnen nicht

schnell genug gehen, ihn abzuholen und selbst zu obduzieren. Die Wismut, das

interessant.

Bauen die nicht so Rahmen ab?

Den schaue ich mal an.

Wann ist denn der gestorben?

Vor nicht mal zwei Stunden.

Komm an, beeilen Sie sich.

Gut, ich lasse ihn dann runterbringen. Bis gleich.

Ich komme aus der Lehmann.

Mir kann ich helfen.

Sie kennen doch Dr. Brunken.

Ja, natürlich.

Und Frau Dr. Wendt ist nämlich auch mit ihm befreundet.

Für das Privatleben meiner Kollegen weiß ich nicht allzu viel.

Was gibt's denn?

Dr. Brunken ist abgängig.

Ich hab ihn dann auch gestern bei uns auf Station gesehen.

Und heute früh ist er nicht zu seiner Schicht erschienen.

Spind leer, Kittel feinsäuberlich aufgehängt.

Aus zuverlässiger Quelle wissen wir, dass er bereits im Welten ist.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Kollegin darüber unterrichtet war.

Ich weiß Ihre Loyalität zu schätzen.

Auch uns gegenüber.

Soll sich doch der Westen mit dem Querulanten rumschlagen.

Wir brauchen Leute, die zusammenhalten. Vor allem hier in der Charité.

Leute wie Sie, Dr. Nowak.

Auf Sie können wir uns verlassen, nicht wahr?

Was ich Ihnen noch geben wollte.

Herr Professor, ich dachte, Sie sind beim Dauerlauf. Jetzt bin ich hier. Wir

haben einen Toten. Die haben wir hier öfters. Mantel, Bittenberg.

Können wir kurz über Kurt reden?

Nicht mehr. Jetzt geht's um Neumann.

Sie bleiben.

Falls ich Fragen habe, will ich nicht nach Ihnen suchen müssen.

Gut, dann fangen wir an.

Männliche Leiche, Mitte, Ende 50, übergewichtig.

Gebrochenes Bein, operiert.

Tibia, Kopffaktor minimal disluziert.

Gut, dann schneiden Sie auf.

Eine Staublunge, die zu einem Karzinom geführt hat.

Knotenbildung.

Lymphknotenbefall.

Ein Tumor.

Einer. Die ganze Lunge ist voll davon.

Wittenberg -Fotos.

Abholung Innere.

Summa summarum, der Mann war nicht nur Quarzstaub ausgesetzt.

Zu noch ganz anderen Stoffen.

Welchen? Welchen Stoffen?

Gelokek.

Uran, Radon.

Bergleute, die Uran abbauen, sind einer sehr hohen Strahlung ausgesetzt.

Anders bekannt unter Schneeberger Krankheit.

Eine besondere Form von Lungenkrebs.

Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass Bergleute ein erhöhtes Risiko

an Lungenkrebs zu sterben.

Und niemand macht was dagegen?

Natürlich gibt es Schutzmaßnahmen.

Aber keiner hält sich daran.

Die Bergleute wissen oft selber gar nicht, wie gefährlich das Zeug ist, das

da rausholen.

Die lassen in den Stollen ihr Leben, damit die Russen damit ihre

stopfen können.

Und das heißt jetzt Erbs für den Frieden.

Das heißt, Neumann ist nur einer von vielen.

Das ist zu befürchten, ja.

Dann hätten wir ja nicht für ihn tun können, egal was wir versucht hätten.

Der Mann war viel näher am Tod als am Leben, lange bevor er von der Leiter

gestürzt ist.

Herr Professor.

Bergkrankenhaus Wismut.

Wir sollen den Leichnam von Walter Neumann abholen.

Meine Verehrung.

Alles, was Sie tun?

Was erwarten Sie?

Ich bin Gerichtsmediziner.

Dass ich den Mann zum Leben erwecke?

Im Durchschlag bitte in mein Büro.

Guten Abend, Herr Nowak.

Darf ich kurz bitten?

Ich kann das nicht später.

Guten Abend.

Was ist denn los?

Wo ist mein Vater?

Frau Neumann.

Wo ist er denn?

Kommen Sie mal mit drauf. Ist er passiert?

Ich muss Ihnen leider sagen, dass... Nein.

Sie haben doch gesagt, es geht ihm gut.

Es ist nur ein Beinbruch und... Was mit der Lunge?

Es tut mir leid.

Sie haben gesagt, Sie bekommen das wieder hin.

Ich habe nicht gehört.

Das ging alles sehr schnell.

Als ich bei ihm ankam, da war er bereits kollabiert. Ich habe wirklich alles

versucht, aber ich muss ihm leider mitteilen, dass ihr Vater heute Morgen

verstorben ist.

Hau mal an.

Es ist zu Komplikationen gekommen.

Was denn für Komplikationen?

Es gibt Situationen, in denen selbst wir Ärzte machtlos sind.

Hören Sie, Ihr Vater wurde zusammen mit einem Beinbruch eingeliefert bei uns,

aber wir mussten... Eine Lungenembolie.

Wir konnten nichts mehr machen.

Es hat sich ein Grinsen gebildet, das eine Lungenarterie verstopft hat.

Es tut mir leid.

Das kann nicht sein.

Komm,

beruhigen Sie sich. Ich hätte ihn nie auf diese Leiter steigen lassen.

Kommen Sie mal mit.

Ganz ruhig.

Kommen Sie mal mit.

Machen wir das jetzt so?

Belügen wir unsere Patienten und ihre Angehörigen?

Ella. Eine Emo, wie kannst du mir das denn antun?

Ella, es ist besser, wenn wir uns da raushalten. Glaub mir.

Aber es ist nicht wahr. Niemand kann nachweisen, woher die Tumore in seiner

Lunge kamen. Auch wir nicht.

Wir sollten uns da nicht einmischen.

Was haben sie dir versprochen?

Hm?

Was haben sie dir versprochen? Sag doch einfach nicht...

über die ganze.

Die haben nach dir gefragt.

Ich habe ihnen gesagt, dass ich mir sicher bin, dass du nichts davon gewusst

hast.

Wir haben beide gewusst, dass es nicht gut geht mit ihm.

Seit dem Unfall auf dem Dach.

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