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Läufer schlägt Bauer auf B5. - Schachmatt!
Monsieur Dupin?
Nehmen Sie Platz!
Guten Appetit. - Vielen Dank.
Lilou, wie geht's dir? - Hallo, Georges. Störe ich dich?
Nein, nein. Überhaupt nicht. - Was machst du gerade?
Nichts. Wieso?
Du machst doch immer was. Sag schon.
Nichts Besonderes. Ehrlich. Was ist mit dir?
Hör mal, Georges, ich bin da auf etwas gestoßen.
Eine seltsame Geschichte. Auf den Salinen von Maxime und Paul Daeron. Kennst du die?
Nein. - In der Gwenn Rann. Die letzten Felder.
Was ist damit?
Ich glaube, dort wird etwas Illegales mit dem Salz gemacht.
Und das könnte schlimme Auswirkungen auf die ganze Gegend haben.
Was meinst du damit?
Es...
Es ist eine Story, an der ich arbeite.
Ich möchte dir am Telefon nicht mehr darüber sagen, verstehst du?
Ich habe wirklich Angst, da ganz allein hinzufahren.
Verstehe. Diese Saline liegt nicht mehr in meinem Distrikt, Lilou.
Was heißt das?
Na ja, dass ich da eigentlich nicht zuständig bin. Aber was soll's?
Okay. Dann lass uns doch am besten gleich vor Ort treffen.
Wenn es dunkel ist. So in etwa einer Stunde? Passt dir das?
In einer Stunde?
Ja, schaffe ich.
Ist eine Stunde Autofahrt dahin. Kein Problem.
Okay. Danke, Georges.
Und danach trinken wir ein schönes Glas Wein zusammen, okay?
Ja, das machen wir. - Also, dann...
Bis gleich.
Lilou?
Hier ist Lilou. Ich kann leider...
Kriminalpolizei! Lassen Sie die Waffe...
Ja, hallo?
Kadeg. Ich bin hier auf den Salinen in der Gwenn Rann. Auf mich wird geschossen.
Ätschipätsch. Da ist nur die Mobilbox. Ich bin ja nicht bescheuert,
dass ich rund um die Uhr ans Telefon gehe. Aber ihr könnt nach dem Piepton...
Scheiße!
Hier spricht die Polizei! Das Gebiet ist umstellt!
Kommen Sie langsam und mit erhobenen Händen heraus!
Keine falsche Bewegung!
Dupin? Sind Sie das?
Rose?
Commissaire Rose?
Na, das ist ja eine Überraschung.
Glück gehabt, Dupin. Knapp an einer Arterie vorbei.
Jetzt müssen Sie Ihren Arm für eine ganze Weile lang ruhig halten.
Hören Sie, ich war hier mit einer Freundin verabredet.
Seltsamer Ort für ein Rendezvous.
Sie ist bei einer Recherche auf etwas Illegales gestoßen, was hier stattfindet.
Ja. Das habe ich gesehen. Ein Beamter aus Concarneau,
der nachts in meinem Distrikt wie wild durch die Gegend ballert.
Diese Freundin heißt Lilou Breval. Sie ist Journalistin bei "Bretagne aujourd'hui".
Sie müsste schon längst hier sein. Wir müssen sie finden. Dringend.
Und was wollte Sie Ihnen zeigen, mitten in der Nacht?
Ich hoffe, sie geht ran. Dann können wir sie fragen.
Ich versuche es schon die ganze Zeit. Ich weiß es nicht.
Ich nehme an, sie wollte sicherstellen, dass wir unbeobachtet sind.
Sie hatte Angst. Und wie man sieht, aus gutem Grund.
Und warum hat sie uns nicht angerufen? Das zuständige Kommissariat für diesen Distrikt?
Wie gesagt: Wir sind befreundet.
Komm schon...
Und? Geht sie nicht ran, Ihre Lulu? - Lilou. Sie heißt Lilou.
Hier ist Lilou. Ich kann leider... - Nein, sie geht nicht ran.
Ich werde meine Kollegen bitten, sie zu suchen. - Langsam, Dupin.
Haben Sie tatsächlich irgendetwas Illegales hier entdeckt?
Noch nicht. Ich bin noch nicht dazu gekommen. Auf mich wurde geschossen. Sie erinnern sich?
Commissaire Rose? - Ja.
Maxime Daeron. Ich bin der Besitzer der Salinen hier.
Ich habe die Polizei gerufen, als ich die Schüsse gehört habe.
Ich bin spazieren gegangen, und da... - Spazieren? In der absoluten Finsternis?
Moment, Dupin. Ich bin hier zuständig. Sie erinnern sich?
Einer unserer Beamten wird Sie nach Hause fahren. Sie sind nicht mehr fahrtüchtig.
Nicht nötig. Die Kollegen aus Concarneau können mich abholen.
Sie sind das Opfer, nicht der Ermittler. Wir werden uns um alles kümmern.
Gute Nacht. Oder soll ich Sie in Handschellen abführen lassen?
Ganz wie Sie wollen.
So, ne. - Was ist das?
Auto vom Chef. Musste ich abholen. Am Tatort.
Und jetzt rate mal, wen ich da unten bei den Salinen getroffen habe?
Na? Kommst du nie drauf. - Commissaire Rose?
Wie jetzt? Wieso? Woher weißt du das denn?
Dupin sagt, er sei in der Gegend von Guérande.
Nachdem Dupin ja, aus welchen Gründen auch immer,
die Stelle in Concarneau bekommen hat,
die bis zu diesem Zeitpunkt von Commissaire Rose besetzt war,
ist Rose doch von heute auf morgen nach Guérande versetzt worden.
Auf einen Posten, den sie, wie sie sagte, auf keinen Fall wollte,
in einer Ecke der Bretagne, die sie, wie sie weiter ausführte, zum Kotzen findet.
Ein Posten, um den eigentlich du dich beworben hattest.
Wieso? Das war nur Spaß. Ich habe ja keine Beziehungen und nix.
Ich habe ja nur meinen Verstand und meinen Instinkt.
Verstand und Instinkt.
Sag mal, wo treffen wir Dupin eigentlich?
Le Grand Large. An der Küstenstraße nach Guérande.
Vielleicht schläft sie ja. Wie jeder andere normale Mensch zu dieser Zeit.
Sie würde auf jeden Fall zurückrufen. - Sie sollten sich ausruhen. Ihre Verletzung blutet.
Ist nicht so schlimm. - Ja, die sieht aber schlimm aus.
Ich fahre nach Brillac und schaue mich bei Lilou zu Hause um.
Sie beide fahren in die Zeitungsredaktion. Finden Sie heraus, woran Lilou gerade arbeitet.
Ich will wissen, wo Lilou die letzten Tage war und wen sie getroffen hat.
Den Schlüssel, Kadeg.
Monsieur le Commissaire, Sie können unmöglich Auto fahren. Sie sind verletzt.
Ist ein Automatik. Ich brauche nur einen Arm.
Einarmiges Fahren ist vielleicht in Mode in Paris.
In der Bretagne sind Sie dafür den Führerschein los.
Lilou ist eine gute Freundin von mir. Sie hat mich um Hilfe gebeten.
Und dort, wo ich sie treffen sollte, hat man auf mich geschossen.
Jetzt ist sie spurlos verschwunden. Da gehe ich bestimmt nicht einfach schlafen!
Jawoll. Aber dann lassen Sie mich wenigstens mit Ihnen zusammen fahren.
Sie können unmöglich... - Nein.
Die Zeitungsredaktion ist gerade noch so unser Zuständigkeitsbereich.
In Brillac haben wir keine Befugnisse.
Es reicht, wenn ich Ärger bekomme. Los.
Ja, das ist auch wieder wahr. Ärger sind Sie ja gewohnt.
Scheiße.
Lilou?
"Biochemie light", nach Professor Merdrignac.
Lilous Notizbuch.
Hallo? Ist da jemand?
Ich habe die Polizei schon gerufen, gell.
Ich habe keine Angst. Im Gegenteil. Ich freue mich, wenn ich Sie erwische.
Die Polizei ist gleich da!
Die Geschichte hat etwas mit den Salinen in der Gwenn Rann zu tun.
Lilou will den Artikel heute liefern. Ich habe ihr die Titelseite freigehalten.
Ist ihr etwas passiert? - Nee, nee, nee. Bestimmt alles gut.
Das Ganze hat nur am Rande mit ihr zu tun. - Die Titelseite?
Worum geht es denn da genau? - Weiß ich selbst nicht im Detail.
Wie? Aber Sie sind doch der Chefredakteur hier.
Ja, ja. Lilou hat einen besonderen Status bei uns.
Sie ist eine exzellente Journalistin, und bislang war jede ihrer Storys erstklassig.
Ich kann mich voll auf sie verlassen. Das da ist ihr Büro.
Hier dürfen wir uns umsehen?
Maxime, Paul, Celine, Mittwoch, 16.00 Uhr.
Destruenten.
Da werden Sie nicht weit kommen. Hier hat jeder sein eigenes Passwort.
Ist bei uns auch so. Ist immer lustig, zu erraten.
Geburtstag der Schwiegermutter...
Todestag vom Wellensittich? Oder Körpergröße vom Ex?
Wahnsinnig witzig. - Kadeg?
Schau mal!
Monsieur le Commissaire, ich habe gehört, Sie sind verletzt.
Wo sind Sie jetzt genau? Kann ich Ihnen irgendwie helfen?
Ist schon okay, Nolwenn. Machen Sie sich keine Sorgen.
Ich glaube Ihnen nicht.
Ich brauche eine Adresse. Der Besitzer einer Saline. Maxime Daeron.
Daeron? Ja, den kenne ich. Die Saline gehört Maxime und seinem Bruder Paul.
Sie sind sehr einflussreiche Leute in Gwenn Rann.
Sonst noch etwas? - Na ja, wie soll ich sagen...
Sagen Sie's einfach.
Maxime hat einen bestimmten Ruf. - Was für einen?
Man sagt, er habe viele Affären.
Seine arme Frau, die kann einem wirklich leidtun.
Und wo wohnt der Don Juan jetzt?
Dasselbe hat mich Commissaire Rose gestern auch schon gefragt.
Sprechen Sie sich nicht untereinander ab?
Unsere Ermittlungsmethoden müssen Sie schon uns überlassen, Monsieur Daeron.
Sind Sie hier überhaupt zuständig? Commissaire Rose sagte doch gestern...
Beantworten Sie meine Frage, bitte! - Das ist eine Angewohnheit.
Ich gehe seit Jahren um diese Uhrzeit mit meinem Hund hinaus
und spaziere über meine Salinen. - Und wo war Ihr Hund gestern?
Tot. Er ist vor kurzem gestorben.
Woran denn? - Er ist plötzlich krank geworden,
von heute auf morgen, und innerhalb von zwei Tagen war er tot.
Was war das für eine Krankheit? - Keine Ahnung.
Aber womit kann ich Ihnen helfen, Monsieur?
Ich war gestern Abend auf Ihrer Saline mit Lilou Breval verabredet.
Haben Sie eine Idee, was sie mir dort zeigen wollte?
Madame Breval? - Sie kennen sie?
Ja, ich kenne sie. - Woher denn?
Keine Ahnung. Von irgendeinem Empfang vielleicht.
Lassen Sie sich Zeit.
Ich kann es Ihnen wirklich nicht sagen. - Ist komisch.
In ihrem Wohnzimmer hängt ein Foto von Ihnen und Lilou Breval.
Darf ich? - Bitte.
Ja, sie hat mich letztes Jahr interviewt. Und da hat sie...
Was könnte sie nachts auf Ihren Feldern gesucht haben?
Keine Ahnung. Aber warum fragen Sie Madame Breval nicht wirklich selbst
und lassen mich... - Guten Tag. Hallo, Maxime!
Paul! Hallo! Das ist Commissaire Dupin.
Er ist gestern auf unseren Salinen verletzt worden.
Monsieur, das ist ja eine schreckliche Geschichte. Es tut mir leid für Sie.
Wie geht es Ihrem Arm? - Das wird schon wieder. Danke.
Wer macht denn so was? - Ja, das frage ich mich auch.
Vielleicht haben ja Sie auf mich geschossen.
Wir gehen davon aus, dass eine Reportage verhindert werden sollte.
Jetzt wollen wir herausfinden, worum es da ging. - Na, worum wohl?
Die bretonischen Paludiers stecken in einer Krise.
"Le Sel" will die alteingesessenen Unternehmen schlucken. - "Le Sel"?
Das ist der größte Salzhersteller Frankreichs. Eine seelenlose Konzern-Krake.
Ségolène Laurent, die Geschäftsführerin, hält uns alle im Würgegriff.
Viele Paludiers haben sich inzwischen in Kooperativen zusammengeschlossen,
um eine Übernahme durch "Le Sel" zu verhindern.
Sie gehören auch zu einer Kooperative? - Nein.
Wir Daerons sind ein Familienunternehmen. Seit vielen Generationen.
Wir treffen unsere Entscheidungen selbst.
Aber warum besuchen Sie nicht das "Centre de Sel"?
Dort können Sie sich über alle Kooperativen informieren.
Fragen Sie Mademoiselle Burgiot. Juliette Burgiot.
Kennen Sie eigentlich die Journalistin Lilou Breval?
Ihr Bruder ist ihr nur ein paar Mal über den Weg gelaufen.
Nein. Ich bin ihr nie persönlich begegnet.
Wieso? Was wollen Sie von mir?
Da kommt ja Ihre Kollegin Commissaire Rose.
Wie viele von Ihnen kommen denn heute noch vorbei?
Wo waren Sie gestern Abend gegen 22 Uhr? - Bitte?
Antworten Sie! - Ich war in Vannes. Mit Geschäftspartnern.
Eine ausgiebige Verköstigung. Bis etwa um ein Uhr nachts.
War das ein Jagdhund? Ihr... - "Filou"? - Ja.
Ja. Der beste, den man sich vorstellen kann. - Sie besitzen also Jagdwaffen.
Allerdings. - Und Sie, Monsieur?
Ein Jagdgewehr. - Catherine? Mach doch auf!
Lass nur! Ich mache das schon. - Darf ich kurz auf Toilette?
Ja, ja, da die zweite Tür links!
Madame, ich bin Paul Daeron. Guten Tag. - Guten Tag, Monsieur.
Ich wollte eigentlich Maxime Daeron sprechen. - Ja, ja, der ist draußen im Garten.
Kommen Sie rein!
Und Sie und Ihr Bruder sind gemeinsam die Eigentümer von den Salinen? - Ja.
Wobei, ich habe mit dem Salz nicht mehr viel zu tun.
Ich besitze eine Schweinezucht. Maxime kümmert sich um alles.
Madame... - Wollen Sie etwas trinken?
Vielen Dank. Ich hatte gerade Kaffee.
Weite Spaziergänge mit "Filou". Mitten in der Nacht. - Bitte?
Ihre Verletzung blutet.
Ich hasse es hier. Diese öde, kleine Stadt voller Touristen.
Hier kann man den ganzen lieben Tag nichts unternehmen.
Na ja, Ihr Mann, der geht zum Beispiel auf die Jagd.
Lilou Breval, Celine Cordier, Ségoléne Laurent.
Was machen Sie hier? Catherine, würdest du bitte kommen?
Commissaire Rose möchte dich sprechen. - Weshalb?
Keine Ahnung. Komm einfach, ja?
Und Sie? Kommen Sie auch wieder mit raus? - Leider, nein.
Madame, wir sehen uns bestimmt wieder. Schönen Tag noch.
Auf Wiedersehen. Und lassen Sie Ihren Arm verarzten. - Mache ich.
Komm! Und reiß dich zusammen, ja?
So 'n Scheiß.
Madame Juliette Burgiot? - Ja?
Dupin. Kriminalpolizei.
Nehmen Sie sich bitte die Schutzkleidung, bevor Sie hereinkommen, ja?
Es war ein wenig seltsam. Mir schien, als wüsste Madame Breval selbst nicht genau,
worum es geht. Sie wollte wissen,
ob chemische Hilfsmittel bei der Salzernte benutzt werden,
ob Fässer zum Einsatz kommen, ob sich Bakterien bilden bei der Salzernte,
wie Salz auf Bakterien reagiert. Merkwürdige Fragen. - Und?
Salz sollte nicht luftdicht abgefüllt werden. Fässer haben in einer Saline nichts zu suchen.
Und Chemikalien? - Im "Fleur de Sel"? Sind Sie verrückt?
Sagen Sie, können wir hier irgendwo einen Kaffee bekommen?
Hat Madame Breval Sie konkret auf die Saline der Brüder Daeron angesprochen?
Nein. Ist irgendwas mit Maximes Saline? Gibt es Probleme?
Es gab da gestern nur einen Vorfall und...
Juliette, mon cherie, du stehst hier mit so einem gut aussehenden Mann
und vergisst dabei ganz, ihn mir vorzustellen. - Natürlich nicht, Madame Laurent.
Ségolène Laurent? Die Chefin von "Le Sel"? - Ja. Und wer sind Sie?
Monsieur le Commissaire Dupin. Von der Polizei in Guérande.
Ach, Polizei? Ich wusste gar nicht, dass meine Freundin Commissaire Rose
einen so attraktiven Mitarbeiter hat. - Bin ich erst seit kurzem.
Darf ich fragen, weshalb Sie hier sind? - Dasselbe wollte ich Sie gerade fragen.
Madame Laurent und "Le Sel" haben in unserem Nebengebäude Ihre Büros.
Tatsächlich?
Das überrascht mich aber. - Ja. Wir kooperieren oft,
vor allem in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Wir bereiten gerade eine Ausstellung vor.
Ich habe gehört, es gibt eine Art Krieg zwischen den unabhängigen Paludiers
und Ihrem Konzern, Madame Laurent.
Krieg? Das ist doch Unsinn. Wir denken etwas marktorientierter,
effizienter und strukturierter als diese Romantiker,
die sich in den Kooperativen zusammengeschlossen haben.
Ich war gerade in China. Da geht man schon ganz andere Wege der Salzbereitung.
Und deshalb wollen Sie die unabhängigen Salinen schlucken?
Schlucken? Wir wollen unseren Einflussbereich erweitern.
Das stimmt, aber das ist ja kein Verbrechen. Das ist Marktwirtschaft.
Interessiert Sie auch die Saline der Brüder Daerons?
Ich glaube, ich muss Ihnen keine Auskunft über interne Geschäftsstrategien geben.
Was machen Sie, wenn einer der Paludiers einfach nicht verkaufen will?
Nichts. Was dachten Sie, Monsieur le Sel?
Ich verstehe, dass das eine persönliche Sache für Sie ist, Dupin.
Aber das geht nun eindeutig zu weit.
Sie behindern meine Arbeit, und Sie führen Befragungen durch,
zu denen Sie in keinster Weise ermächtigt sind.
Commissaire Rose. Gibt es keine Möglichkeit,
bei diesem Fall auf regionaler Ebene zusammenzuarbeiten?
Ganz sicher nicht.
Ich werde bestimmt nicht zulassen, dass Sie im schönen Concarneau sitzen
und von da aus auch noch meine Fälle in Guérande bearbeiten.
Haben Sie das verstanden? - Lilou Breval ist verschwunden.
Offenbar sind ihre Recherchen für jemanden unbequem geworden,
und der wollte sie aus dem Weg räumen.
Ich verstehe nicht, warum wir nicht zusammenarbeiten können?
Wenn ich Sie noch bei einer einzigen Übertretung ertappe, lasse ich Sie festnehmen,
in Handschellen auf das Kommissariat führen und schmoren,
bis Préfet Locmariaquer Sie persönlich dort abholt. Ist das klar?
Gut, aber jetzt passen Sie auf.
Lilou Breval scheint einem Lebensmittelskandal oder so etwas auf der Spur zu sein.
In ihrer letzten Spesenabrechnung
sind Fahrten in ein Lebensmittellabor in Carmelac aufgeführt
sowie ein Bewirtungsbeleg für ein Mittagessen mit einer dortigen Chemikerin.
Wie heißt sie? - Céline Cordier. - Céline Cordier.
Die arbeitet gerade im Außendienst. Dahinten am Pointe de Chémoulin.
Das stand in Lilous Notizbuch. Alles klar. Vielen Dank.
Hallo? Mein Name ist Dupin, Kriminalpolizei.
Ich suche eine Celine Cordier!
Ja?
Was ist das für eine Verletzung? - Sieht schlimmer aus, als es ist.
Eine Schusswunde? - Ja.
Wie ist das passiert? - Jemand hat auf mich geschossen.
Ach so. Na, dann...
Worum ging es in Ihrem Gespräch mit Lilou Breval?
Salz. - Genauer.
Madame Breval wollte unsere Untersuchungen verstehen.
Was für Untersuchungen?
Wir unterziehen alle Lebensmittelindustrien der Region regelmäßigen Kontrollen.
Salinen testen wir vor allem auf eventuelle Verunreinigungen.
Gibt es irgendwelche Besonderheiten in der Saline der Daerons? - Wieso?
Sie kennen die Brüder? - Flüchtig.
Unsere letzte Visite dort ist schon eine Weile her. Damals war alles in Ordnung.
Welche Art von Verunreinigung kann es in Salinen denn überhaupt geben?
Bakterien, Fäkalien, Fremdkörper.
Können Sie mir sagen, was "Destruenten" sind? - Klar.
Bakterien, die Substanzen zersetzen. Banal formuliert.
Und noch banaler?
Vielfraße. Existieren, um zu fressen.
Was ist mit der Saline der Daerons?
Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte für eine Verunreinigung?
Hat Lilou Breval Sie danach gefragt? - Nein.
Aber ich werde gleich eine Untersuchung anordnen. - Okay. Vielen Dank.
Nolwenn, was gibt's?
Was?
Tut mir leid, Dupin. Kommen Sie jetzt, bitte!
Sie hat eine Verletzung am Hinterkopf.
Das wird die Gerichtsmedizin feststellen. Kommen Sie jetzt, bitte!
Das ist kein Selbstmord. Da hat jemand gehofft,
dass der Körper ins offene Meer abgetrieben wird.
Die Flut in der Nacht war zu stark und hat genau das Gegenteil bewirkt.
Ich habe gar nicht gewusst, dass Sie auch noch Forensiker sind, Dupin.
Lilou war einer großen Sache auf der Spur.
Irgendwas Ungewöhnliches passiert in den Salinen der Daerons.
Was ist das? - Lilous Notizen.
Sie führen sowohl zu Madame Laurent bei "Le Sel"
als auch zu einer Biochemikerin, einer Madame Cordier.
Woher haben Sie das? - Ich habe Ihnen von Anfang an gesagt,
dass Lilou verschwunden ist und dass mich das extrem beunruhigt.
Aber Sie haben mir nicht zugehört. - Sie haben Beweismaterial unterschlagen.
Weil Sie sich verdammt noch mal nicht dafür interessiert haben!
Ich bin mit meinen Drohungen am Ende, Dupin.
Verschwinden Sie, oder ich verhafte Sie wegen Behinderung der Ermittlungen!
Wenn Sie mir zugehört hätten, wäre Lilou vielleicht noch am Leben.
Schreibt Ihre Lilou darin auch über Maxime Daeron?
Er hatte mit ihr ein Verhältnis. Nur kann er nicht der Täter gewesen sein,
weil er bis zu seinem nächtlichen Spaziergang auf den Salinen bei seiner Frau war.
Und eine 9 mm Faustfeuerwaffe, wie sie bei den Schüssen auf Sie im Einsatz war,
wurde bei Maxime Daeron auch nicht gefunden.
Zumindest besitzt er keinen Waffenschein dafür.
Danke. Das hilft mir weiter.
Dupin?
Der Pathologe in dieser Region ist, Moment,... Docteur de Souret in Saint Nazaire.
Sie kennen ihn nicht zufällig persönlich, oder?
Na ja, wie soll ich sagen, es ist der Freund einer Cousine.
Ein guter Freund? - Sie haben zwei gemeinsame Kinder.
Ich brauche den Obduktionsbericht. Unter der Hand.
Gut, ich sehe, was ich tun kann.
Und sagen Sie Riwal und Kadeg Bescheid.
Sie sollen schnellstmöglich ins "Le Grand Large" kommen.
Ja, also gut. Ich kümmere mich darum. - Alles klar.
Monsieur le Commissaire? - Ja?
Ich wollte Ihnen noch sagen, dass es mir wirklich sehr leid tut wegen Ihrer Freundin.
Vielen Dank. Also... - Moment noch!
Sie sollen dringend Préfet Locmariaquer zurückrufen.
Der kann mich mal.
Paul... - Ich muss mir dir reden, Maxime.
Komme gleich.
Das ist doch Juliette Burgiot vom "Centre le Sel".
Das willst du nicht wissen.
Catherine hat versucht, dich zu erreichen.
Sie haben die Journalistin gefunden. Tot. In der Brandung von Mesquer.
Ich habe dich vor ein paar Wochen mit ihr hier gesehen.
Willst du reden, Maxime?
Komm, ich bin dein Bruder. Brauchst du wieder Geld?
Das ist es nicht.
Diesmal ist es viel schlimmer.
Wir bewegen uns auf dünnem Eis. - Dünnes Eis?
Das ist ein bisschen untertrieben, Chef. Dafür können wir gefeuert werden.
Ja, Chef, also ich kann meine Karriere auch nicht so einfach aufs Spiel setzen.
Ist schon gut, Riwal. Ich verstehe das. Sie können gehen, wenn Sie wollen.
Also, ich bin dabei.
Wenn wir den Fall lösen,
wird sich Préfet Locmariaquer bestimmt erkenntlich zeigen.
Und so eine Beziehung kann ja nicht schaden.
Nun ja, so sei es. Ich bin dabei.
Jetzt doch, oder was? Du hast doch eben gesagt, du willst nicht. - Okay.
Danke.
Vielen Dank.
Also...
Ich gehe davon aus, dass Lilou auf dem Weg zu den Salinen getötet wurde.
Vielleicht sogar noch in ihrem Haus. Als ich da war,
standen die Stühle auf dem Tisch, als ob da jemand hätte sauber machen wollen oder so.
Vielleicht ist der Täter überrascht worden und konnte seine Spuren nicht mehr verwischen.
Ich muss da noch mal hin.
Ja, aber da dreht Commissaire Rose mit ihrer Truppe gerade jeden Stein um.
Ja, aber ich muss trotzdem hin. - Gut. Aber Sie gehen doch davon aus,
dass der Grund für den Mord an Breval in dem Artikel sein muss,
an dem sie gearbeitet hat. - Ganz genau.
Dazu wissen wir nur etwas von einem angeblichen Kampf zwischen "Le Sel"
und den Paludiers. Und dass möglicherweise Bakterien,
sogenannte "Destruenten" im Spiel sind, die vielleicht das Salz auffressen.
Madame Laurent hat erwähnt, dass sie beruflich in China war.
Und dass man dort "neue Wege" bei der Salzgewinnung einschlägt.
Versuchen Sie rauszufinden, was die da machen.
Was wäre, wenn Maxime Daeron erpresst wurde?
So nach dem Motto: "100.000 Euro in kleinen Scheinen
oder ich kippe Gift in Ihre Saline". - Können wir nicht ausschließen.
Celine Cordier, diese Biochemikerin, hat eine Überprüfung der Saline angeordnet.
Ja, wir müssen uns die Ergebnisse besorgen, sobald sie feststehen.
Und vielleicht sollten wir die Saline überwachen.
Was immer der Schütze dort wollte, ich habe ihn dabei gestört.
Vielleicht kommt er wieder.
Das bedeutet dann Nachtschicht und dann auch noch eine Zielscheibe abgeben...
Finde ich jetzt... - Ich mache das. Für Sie beide ist das zu riskant.
Vor der Haustür von Commissaire Rose. - Mit dem Arm? - Arm? - Nein.
Ich fahre zur Saline. - Ja, er macht das.
Sicher? - Jawohl.
Danke.
Und wo wollen Sie jetzt hin?
Na, Sie gefallen mir.
Sie haben heute Morgen schon hier herumgeschnüffelt, gell?
Aber jetzt, das ist ja eigentlich noch viel besser,
brechen Sie ein polizeiliches Siegel auf
und inspizieren in aller Ruhe den Schauplatz eines Mordes.
Ich bin selbst von der Polizei.
Ja, ja, ich weiß. Aber nicht aus dem Bezirk hier.
Und deshalb dürften Sie da eigentlich gar nicht sein, gell?
Sie sind gut informiert.
Wissen Sie, ich bin vor 43 Jahren aus Österreich hierher ausgewandert.
Ich sehe und höre alles, was in Brillac passiert.
Holen Sie sich doch ein Glas! Sie wissen doch, wo die Gläser stehen.
Ich glaube, mir hätte nichts Besseres passieren können, als Ihnen zu begegnen, Monsieur...
Lambusch. Lambusch. - Lambusch.
Sie haben nämlich bestimmt gesehen, ob Madame Breval gestern Abend allein war
oder ob sie Besuch hatte.
Dieser Maxime Daeron,... der war da. - Maxime Daeron.
Ja, ja, der war ja häufig da. Er hat ja ein Verhältnis mit der Madame Breval gehabt.
Deshalb habe ich mich auch nicht darüber gewundert.
War Maxime Daeron allein?
Sehen Sie...
Sie sind ein richtiger Polizist, der die richtigen Fragen stellt.
Nicht wie die Kollegen. Bitte. Danke. Wiedersehen. - Und?
Es war noch jemand dabei. Sie sind mit dem Wagen von dem Daeron gekommen.
Und zwar ein rotes Cabriolet. Der Wagen hat gewendet,
und dann habe ich gesehen, dass noch jemand drinnen ist.
Aber dann ist nur der Daeron ausgestiegen. Der andere ist später ins Haus gekommen.
Können Sie ihn beschreiben? - Leidernicht.
Ich kann die Hofeinfahrt vom Fenster aus nicht sehen.
Aber dann ist die Tür geöffnet worden. Mit dem Türöffner, den Sie da haben.
Der macht so ein unangenehmes Geräusch.
Später, um 21:45 Uhr, sind sie dann wieder weggefahren.
In der Nacht ist dann noch ein Kastenwagen gekommen. Ein Lieferwagen.
Ein weißer. Den habe ich vorher nie da gesehen.
Wie spät war es da? - Zehn Minuten nach zwölf.
Ich war auf der Toilette, gell.
Sag mal, Maxime, ich will dich ja nicht bedrängen,
aber liebst du mich oder bin ich nur ein Name auf einer Liste?
Du bist nur ein Name auf einer Liste. Und jetzt...
Geh, bitte. - Scheiße. Das ist Ségolène.
Vielen Dank fürs Mitnehmen, Monsieur Daeron. Und einen schönen Abend noch.
Juliette?
Bist du jetzt also an der Reihe? - Hallo, Ségolène!
Monsieur Daeron hat mich zurückgebracht, weil ich,... ich hatte...
Ja, ja, du hast dein Auto hier vergessen. - Maxime. Wie geht es Ihnen?
Das ist eine Überraschung, euch beide hier zu sehen.
Ich wusste gar nicht, dass ihr euch kennt. - Doch, doch. Wir sind alte Freundinnen.
Du hast ja wohl wirklich gar keine Ansprüche mehr, Maxime, was?
Ségolène... - Gute Nacht.
Geht dir wohl gerade nicht so gut, Maxime.
Deine Geliebte, oder sollte ich lieber sagen, deine Ex-Geliebte ist tot,
deine Saline hat ja eh finanzielle Probleme
und wird jetzt auch noch von Celine auf Verunreinigungen untersucht.
Fehlt doch nur noch, dass deine liebende Gattin endlich mal erfährt,
dass du hier wenigstens die Hälfte aller Frauen in und um Guérande schon gevögelt hast.
Du klingst wie eine enttäuschte, stehen gelassene Geliebte. Nicht sehr schön.
Passt gar nicht zu dir. - Und du bist einfach ein Arschloch.
Und? Schon fündig geworden, Madame Cordier?
Irgendwelche Verunreinigungen? Bakterien in meiner Saline?
Noch nicht. Aber ich bin ja sehr ehrgeizig, wie Sie wissen.
Ja, ich weiß. Geben Sie mir doch Bescheid, wenn Sie etwas finden. Bitte.
Wo kann ich Sie erreichen? In der angeranzten Fischerbude von Ihrem Bruder?
Mesdames, ich habe schon einen sehr anstrengenden Tag hinter mir.
Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden.
Das Angebot steht noch: 750.000 Euro. Kannst du dich zur Ruhe setzen.
Golf spielen lernen. Das wird dir guttun. Beruhigt ungemein.
Meine Saline bekommst du nur über meine Leiche, Ségolène.
Und du, ruf mich an. Ich muss mit dir sprechen, ja?
Scheiße!
Monsieur Daeron?
Ich fasse es nicht. Sie haben mir gerade noch gefehlt.
Sie hatten ein Verhältnis mit Madame Breval.
Gratuliere. Da sind Sie bei Gott nicht der Erste, der das rausgefunden hat.
Sie haben ein falsches Alibi angegeben. Sie waren gestern Abend nicht hier zu Hause,
sondern bei Lilou Breval. - Ja. Aber als ich ging, lebte sie noch.
Hören Sie, ich darf doch eigentlich gar nicht mit Ihnen sprechen.
Sie sind doch gar nicht zuständig. - Wer war die zweite Person bei Ihnen im Auto?
Welche zweite Person? - Zweite Person.
Sie hatten Streit mit Lilou. Sie hat etwas über Ihre Saline herausgefunden,
und das darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
Es kam zu einem Handgemenge. Entweder Sie haben sie gestoßen,
oder sie ist unglücklich gestürzt.
Auf jeden Fall schlug sie mit dem Hinterkopf auf dem Couchtisch auf und war tot.
Hören Sie, ich muss nicht mit Ihnen reden.
Und wenn, möchte ich, dass mein Anwalt dabei ist. - Nachts kamen Sie dann wieder
und haben den Leichnam in einen weißen Kastenwagen verfrachtet.
Sie sind zum Meer gefahren.
Vielleicht sind Sie mit der Toten sogar in einem Boot hinausgerudert.
Aber die Gezeiten haben Ihnen einen Streich gespielt
und die Tote, statt in den Ozean, zurück an den Strand getrieben.
Was soll das? Sie wissen doch selbst am besten, dass ich auf meiner Saline war.
Wie hätte ich Ihnen denn sonst... - Sie hatten nach Ihrer Vernehmung genug Zeit,
um wieder zurück zu Lilous Haus zu fahren.
Gute Nacht. - Man hat Sie gesehen.
Ja? Wer? Der alten Scheißer Lambusch? Ein Alkoholiker vor dem Herren.
Der schon mittags alle Namen durcheinanderbringt.
Wer war die zweite Person bei Ihnen im Auto? - Es gibt keine zweite Person.
Ich bin gestern allein dort gewesen. Ich habe Lilou geliebt.
Und davon konnte mich nicht einmal das doofe Foto mit Ihrer dummen Fresse
an der Wohnzimmerwand abhalten.
Ich habe Lilou um eine zweite Chance gebeten. Aber sie hat abgelehnt.
Und weil mir die Tränen über das Gesicht gelaufen sind und mein Herz gebrochen war,
bin ich zu meinen Salinen gefahren, um mich ein wenig zu beruhigen,
um mich dann zu meiner Frau ins Bett zu legen.
Haben Sie auf mich geschossen?
Warum?
Polizei!
Kriminalpolizei! Geben Sie sich zu erkennen!
Mann, haben Sie mich erschreckt! Wer sind Sie denn?
Riw... Rimbaud! Mein Name ist Rimbaud.
Wieso nehmen Sie so früh am Morgen schon Wasserproben?
Wir haben hier 21 Becken. Mit dem lächerlich kleinen Team,
das man mir zugesteht, bräuchte ich drei Tage, um alle Anlagen korrekt zu testen.
Da mir Ihr Vorgesetzter aber suggerierte, dass in Monsieur Daerons Saline
besonderer Handlungsbedarf besteht, muss ich meine Arbeit sehr früh beginnen.
Einverstanden? - Jawohl.
Und ich denke immer, nur mein Job geht rund um die Uhr.
Sonst noch was?
Haben Sie sonst irgendjemanden gesehen hier auf der Saline?
Nein. Und wenn Sie mich jetzt entschuldigen... Ich habe zu tun.
Augenblick noch, Madame!
Wo waren Sie eigentlich vorgestern Nacht, so zwischen halb zehn und 0:30 Uhr?
Brauche ich ein Alibi oder was? - Das ist Routine. Polizeiliche Routine.
Also, Monsieur... Rambaud? - Rimbaud.
Ich war in einer Disco in Nantes und habe richtig die Sau rausgelassen.
Tanzen. Alkohol. - Kann das irgendjemand bestätigen?
Ich weiß nicht. Ich glaube, der Türsteher kennt mich da. Und der DJ.
Machen Sie das auch manchmal? - Was... meinen Sie?
Die Sau rauslassen?
Was ist das eigentlich für ein Becken hier? Ich meine das, wo wir hier sitzen.
Hier ist so viel Wasser drin, im Vergleich zu den anderen.
Ein Blindbecken.
Hier sammelt sich das Wasser. Und wenn die Flut kommt,
verteilt es sich von da auf die ganzen Felder.
Aber natürlich nur, wenn der Paludier das so will.
Wenn also seiner Meinung nach zu wenig Wasser in den Salinen ist...
Und das Becken hier ist derzeit unbenutzt.
Hier wird nichts produziert, und von hier wird auch nichts verteilt.
Blindbecken.
Und jetzt gehen wir beide...
zurück zu unserer Arbeit. Einverstanden?
Einverstanden.
Nolwenn. Sie sind schon munter. - Ja, nicht nur das.
Ich habe auch den Obduktionsbericht von Lilou Breval.
Und?
Sie starb durch ein Schädeltrauma. Sie ist vermutlich bei einem Sturz
mit dem Kopf aufgeschlagen... - Auf einer Kante. Einer Tischplatte vielleicht.
Es war also entweder ein Handgemenge oder ein Unfall. Aber kein Mord.
Monsieur Dupin, warum beknie ich meinen Bekannten,
wenn Sie sowieso immer schon alles vorher wissen?
Ohne Fakten sind meine Theorien nichts wert, Nolwenn.
Irgendjemand wollte die Leiche dann verschwinden lassen.
Vielleicht, um Zeit zu gewinnen, oder in der Hoffnung,
sie wird nie gefunden. Wann war die Todeszeit?
Na ja, medizinisch lässt sich das alles nicht exakt sagen,
da die Leiche so lange im Wasser lag. Aber sie gehen davon aus,
dass die Tote zwischen 2 und 3 Uhr morgens in den Golf geworfen wurde,
sonst wäre sie mit der Strömung aufs Meer hinausgetrieben.
Monsieur le Commissaire?
Geschwindigkeitsüberschreitung von 37 km/h.
Respekt. Das ist Rekord. Das hatten wir noch nie.
Glauben Sie wirklich, ich lege zu Hause die Füße hoch,
wenn eine Freundin von mir getötet wurde?
Sie sollten Ihre Zeit nicht damit verschwenden, mich zu jagen, sondern den Täter.
Einen Moment, Monsieur le Préfet Locmariaquer. Ich verbinde.
Monsieur le Préfet? Wie geht es Ihnen?
Nein, das stimmt so nicht.
Aber zusammen mit den Schüssen ist...
Nein, daran wird mich niemand hindern.
Jetzt lassen... Monsieur le Préfet? Hallo? Hallo?
Geht's Ihnen jetzt besser?
Mich hat vorhin ein Bekannter zurückgerufen, der bei Gericht arbeitet.
Ich hatte ihm erzählt, dass wir die Daerons ein wenig durchleuchten wollen.
Und siehe da: "Le Sel" hat Maxime Daeron vor einigen Monaten verklagt.
Weswegen? - Daeron hat "Le Sel" vor neun Monaten seine Saline verkauft.
Ich dachte, er will nichts mit denen zu tun haben.
Es gibt einen Vertrag. Notariell beglaubigt.
Aber dann hat Daeron es sich anders überlegt und den Vertrag annullieren lassen.
"Le Sel", also Madame Laurent, hat aber auf Einhaltung geklagt.
Mit welchem Ergebnis? - Morgen.
"Le Sel" hat vor drei Monaten überraschend die Klage zurückgezogen.
Wie? Was passiert? - Das frage ich Sie.
Ach so, ja. Also in China, weil Sie ja letztens danach gefragt haben,
da haben die pro Jahr zwei Erntezyklen mehr als wir hier.
Die achten nicht auf Nachhaltigkeit und den Kram.
Die ballern da munter alles an chemischen Zusätzen rein, was geht.
Angeblich sogar Chlor. - Und diese "Gewinnoptimierung"
will Madame Laurent offenbar in die Bretagne übertragen. - Genau.
Préfet Locmariaquer hat mich heute schon zwei Mal angerufen.
Wieso dich denn? - Ich musste lügen, wo ich bin.
Ich habe auch mit ihm gesprochen.
Also wenn Sie wollen, können Sie wieder zurück nach Concarneau fahren, Riwal.
Nein, nein. Ich mache dann mal lieber hier weiter.
Maxime war heute Nacht kurz hier. Er hat in der Küche was getrunken.
Dann hat er ein paar SMSe verschickt, ist aufgebrochen
und seitdem nicht mehr zurückgekommen.
Sehen Sie, Ihr Mann hat vorgestern Nacht Lilou Breval aufgesucht.
Und da war er nicht allein. - Ich dachte, das sei vorbei.
Das habe ich doch selber mit bekommen. - Wie meinen Sie das?
Ich wollte Maxime abholen. Vor ein paar Tagen. In seinem Büro.
Da habe ich sie schreien gehört. Durch die geschlossene Tür.
Sie hat ihn beschimpft, dass er jetzt eine andere vögelt.
Und dass "Filou", also unser Hund, dass er ihn auf dem Gewissen hat.
Wie kann sie das gemeint haben?
"Filou" muss wohl irgendwas gefressen haben oder getrunken.
Und diese Breval behauptete, das hätte ihn umgebracht.
"Ich lasse das alles auffliegen", hat sie gesagt.
Hat Ihr Mann, hat Ihr Mann den Hund "Filou" irgendwo begraben?
Er hat ihn verbrannt. Draußen auf den Salinen.
Ich konnte mich noch nicht mal verabschieden.
Yes!
Madame Laurent? - Ja?
Ich habe vorhin angerufen. - Ach ja. Kommen Sie!
Monsieur... - Rimbaud. - Rimbaud?
Ich müsste eine Hölle haben für meinen Zorn,
eine Hölle für meinen Stolz und die Hölle der Zärtlichkeit.
Ein Konzert von Höllen. - Wie bitte?
Ein Zitat von Ihrem Namensvetter Arthur Rimbaud. Kennen Sie nicht?
Ach so, selbstverständlich.
Aber Sie kommen tatsächlich aus Guérande, nicht wie dieser Komiker Dupin?
Ich bin ganz echt. Aber wir haben die Ermittlungsergebnisse
von diesem Monsieur Dupin,
und dazu möchte ich Sie noch einmal persönlich befragen. - Wozu?
Zum Beispiel dazu, dass Maxime Daeron Ihnen seine Saline bereits verkauft hat
und Sie das dem Kollegen aber verschwiegen haben.
Das sind Interna, das geht erst mal niemanden etwas an.
Warum hat Monsieur Daeron den Vertrag annullieren lassen?
Da müssen Sie Monsieur Daeron schon selber fragen.
Das werden wir. - Und? Bin ich jetzt verhaftet?
Nein. - Tja, dann muss ich Ihnen ja auch keine weiteren Fragen beantworten.
Und ich glaube, ich werde mich bei Commissaire Rose beschweren.
Sie planen eine Ausweitung Ihrer Salinen?
Ach, zeigen Sie mir doch noch mal Ihren Ausweis!
Bis in die Naturschutzgebiete hinein. Salzernte nach chinesischem Vorbild.
Ihren Ausweis, bitte! - Hatten Sie ein Verhältnis mit Maxime Daeron?
Au revoir, Monsieur.
Was machen Sie da?
Am besten rufe ich gleich Commissaire Rose an.
Commissaire Rose? Commissaire Rose ist eine Beamtin,
der es offenbar in erster Linie darum geht, ihre idiotischen Vorschriften einzuhalten.
Eine Freundin von mir ist tot. Und niemand wird verhindern, dass ich diesen Fall aufkläre.
Und wenn es mein letzter ist. - Eier scheinen Sie ja zu haben.
Was ist das? - Ihr Bruder hat hier seinen Hund verbrannt.
Ach ja? Das hat er mir gar nicht erzählt. - Woran ist "Filou" denn gestorben?
Keine Ahnung. Das müssen Sie Maxime fragen.
Ich suche ihn gerade selbst. Hatte gedacht, er ist vielleicht hier.
Ihr Bruder hat die Saline vor neun Monaten verkaufen wollen.
Aber auf dem Vertrag steht nur sein Name. Dabei gehören 50 Prozent davon doch Ihnen.
Er hat eine Generalvollmacht. Ich habe mit meinen Schweinen genug zu tun.
Das ist meine Welt. Das Schlachten. Zerlegen. Ausweiden.
Hin und wieder muss ich mich daran erinnern, was mich reich gemacht hat.
Und wenn ich selbst nicht in der Lage bin, ein Tier zu töten,
dann habe ich auch nicht das Recht, Geld mit toten Tieren zu verdienen.
Warum hat Ihr Bruder die Saline verkaufen wollen? - Sie ist halt leider nicht sehr lukrativ.
Und warum hat er den Vertrag dann annulliert? - Weil ich ihm unter die Arme gegriffen habe.
Finanziell. - Wussten Sie, dass Ihr Bruder immer wieder Affären hatte?
Mein Bruder ist ein impulsiver Mensch, Monsieur le Commissaire.
Leidenschaftlich. Sprunghaft. Exzessiv.
Man kann ihn nicht mit normalen Maßstäben messen. Er hat eine große Wirkung auf Frauen.
Und Ihre Schwägerin weiß das alles.
Da ist sie ja schon.
Und, Catherine? Ist er aufgetaucht?
Ich bin der Bruder. Commissaire Rose wartet auf mich.
Auf mich auch.
Ich weiß nicht, wie Sie hierhergekommen sind, Dupin, aber Sie sind verhaftet.
Was wollen Sie, Rose? - Abführen!
Wollen Sie sich rächen oder wollen Sie den Fall lösen?
Es geht hier nicht um mich oder um Sie, sondern um zwei Mordfälle.
Mein Beileid, Monsieur Daeron. - Ich kann Ihnen helfen!
Eintrittsöffnung Austrittsöffnung
Amtsanmaßung, Hausfriedensbruch, Einbruch, Nötigung.
Das Blut vor Lilou Brevals Haus stammt von Ihnen.
Ich kann Ihre Karriere mit einem Fingerschnips beenden.
Hören Sie auf mit dem Scheiß! Lassen Sie uns endlich zusammenarbeiten.
Ich habe jede Menge Informationen,... - ... die Sie mir jetzt geben werden,
und zwar alle. Und dann verschwinden Sie. Endgültig.
Die Waffe in der Fischerhütte ist eine 9 mm.
Sie müssen überprüfen, ob das dieselbe Waffe ist,
mit der auch auf mich geschossen wurde.
Ich muss überhaupt nichts, Monsieur Dupin.
Ein Zeuge hat einen Schuss im Bootshaus gehört. Um zwei Uhr morgens.
Damit wissen wir den exakten Todeszeitpunkt.
Woher wollen Sie das wissen? - Da steht's doch.
Moment!
Das heißt noch lange nicht, dass es Selbstmord war. Das bedeutet gar nichts.
Stopp, Dupin! Langsam! Worauf wollen Sie hinaus?
Ich überprüfe meine Theorien anhand Ihrer Fakten. Das war kein Selbstmord.
Sie überinterpretieren. Das ist doch völlig klar.
Maxime Daeron hat Lilou Breval getötet. Ein Streit wegen der Trennung.
Mord aus Leidenschaft. Er hatte einen labilen Charakter.
Er war seit Jahren in psychiatrischer Behandlung,
litt unter manischen Depressionen.
Maxime Daeron hatte die Gelegenheit, ein Motiv und den Charakter.
Danach hat ihn sein schlechtes Gewissen eingeholt, und heute hat er sich selbst gerichtet.
Eine logische Konsequenz.
Keine Schmauchspuren auf dem Handrücken.
Was? - Sehen Sie das nicht?
Da steht, dass Maxime Daeron Schmauchspuren an den Fingern
und dem Handballen hat, aber keine auf dem Handrücken.
Wissen Sie, was das bedeutet? Das ist kein Selbstmord.
Nehmen Sie Ihre Dienstwaffe in die Hand! - Sind Sie verrückt geworden?
Na los, machen Sie schon! Bitte!
Was wird das, Dupin? - Sehen Sie:
Ihre Finger und Ihre Handballen sind frei,
aber Ihr Handrücken ist von meiner Hand bedeckt.
Ergo: keine Schmauchspuren.
Checken Sie Blutwerte von Daeron. Ich bin mir sicher, dass er betäubt war,
als er erschossen wurde.
Monsieur Dupin, vielen Dank für Ihre Ausführungen.
Sie dürfen jetzt gehen. Au revoir.
Sie sind ziemlich hartnäckig. Um nicht zu sagen, lästig. Lassen Sie uns in Ruhe!
Ist Madame Daeron da? - Erstens schläft meine Schwägerin.
Sie hat starke Medikamente bekommen, wie Sie sich denken können.
Zweitens hat Commissaire Rose mich ausdrücklich davor gewarnt,
noch einmal mit Ihnen zu sprechen.
Aber Sie wollen doch bestimmt wissen, wer Ihren Bruder erschossen hat?
Was? War das kein Suizid?
Wissen Sie, wo Ihre Schwägerin gestern Nacht war? So gegen zwei Uhr morgens?
Ich nehme an, dass sie hier war. Sie hat sich Sorgen gemacht,
weil Maxime wieder getrunken hat und plötzlich weggegangen ist.
Sie hat mir eine SMS geschickt, aber ich habe geschlafen.
Maxime hat mich gebraucht, und ich, ich habe gepennt!
Sie waren immer für Ihren Bruder da.
Sie haben ihm geholfen. Haben ihm Geld geliehen.
Das hätte ich vielleicht nicht tun sollen. Dann hätte er die Saline verkauft und...
Und was?
Ich bin selbst erst dahintergekommen, als der Hund gestorben war.
Der hatte aus dem Blindbecken getrunken.
Aber darin hat Maxime ein Experiment gemacht.
Im Wasser. Mit irgend so einem Partner. - Mit wem?
Das hat er mir nicht gesagt. Sie wollten eine Möglichkeit finden,
Algen aufzulösen oder so was. - Mit Bakterien?
Das weiß ich nicht.
Maxime war fest davon überzeugt, dass er damit ein Vermögen machen wird.
"Dann sind wir die Algenplage los", hat er gesagt.
"Und zwar nicht nur hier bei uns, sondern auf allen Stränden dieser Welt."
Aber als der Hund gestorben ist, da hat er sich überlegt,
ob das Ganze vielleicht doch zu riskant ist.
Aber sein Partner wollte weitermachen.
Madame Cordier hat gestern etliche Becken inspiziert.
Vielleicht war da das, das Blindbecken schon dabei.
Da kümmern wir uns später drum.
Da ist ein Netz oder so was.
Findest du das nicht ein bisschen übertrieben?
Du sollst da doch nur reinsteigen, eine Wasserprobe nehmen und gucken,
was das für ein Netz ist. - Ich meine, wenn da wirklich irgendwelche Giftstoffe drin sind...
Oder andere Chemikalien... Den Hund hat das umgebracht.
Der ist so eine Memme. Hat doch keiner gesagt, dass du das Wasser trinken sollst.
Machen Sie schon, Riwal! - Ja.
Also hier ist das Netz.
Das geht anscheinend durch das halbe, halbe Becken.
Das ist wie ein Käfig.
Ein großer Unterwasserkäfig. - Ist irgendwas drin?
Moment!
Augenblick mal! - Was?
Bin ich ja mal gespannt, wer das ist.
Kollegen!
Halt! Polizei!
Fast, fast gehabt.
Seht mal! Es sind insgesamt drei Fässer!
Aber...
die sind alle drei leer.
Die Fässer waren also im Boden versteckt und sind mit dem Netz unten gehalten worden,
damit man sie von außen nicht sehen kann.
Und nachdem das Becken im Moment nicht benutzt wird,
war es der perfekte Ort für Experimente. - Ja gut, aber was war in den Fässern drin?
Wir nehmen eine Wasserprobe. Helfen Sie Riwal!
Dann fahren Sie ins Marine-Institut nach Concarneau.
Dort gibt es ein Labor und einen gewissen Marc Runné.
Ja, ich glaube kaum, dass der um die Zeit noch arbeitet.
Er wird eine Nachtschicht einlegen.
Ich dachte, ich komme am besten gleich selber vorbei.
Dieser Marc Runné ist ein unheimlich netter Kerl.
Der war im Tennisclub mit meiner Mutter... - Was hat er in dem Wasser gefunden?
Destruenten. Also diese Vielfraß-Bakterien. - Das habe ich mir gedacht.
Die lösen Substanzen auf. Und da sind unheimlich viele davon in dem Wasser.
Runné war ganz aufgeregt. Er meint, die sehen manipuliert aus.
Manipuliert? - Ja, irgendwie anders als normal.
Können die auch eine Salzernte zerstören? - Guter Instinkt.
Genau die Frage habe ich ihm auch gestellt. Und ja, klar,
die können ratzfatz alles kaputtmachen.
Da ist also bei der Suche nach einem Mittel gegen Grünalgen etwas schief gelaufen.
Die Bakterien wurden freigesetzt.
Maxime Daeron hat durch den Tod seines Hundes die Gefahr erkannt.
Seine gesamte Salzernte hätte kontaminiert werden können.
Und nicht nur seine.
Das Wasser wäre vielleicht durch alle Becken der ganzen Region gespült worden.
Das sind Killerdinger. Die greifen alles an. Sogar lebende Organismen.
Daeron hat seinem Komplizen gesagt, dass er damit aufhören will,
bevor es zur Katastrophe kommt. Ich meine...
Stellen Sie sich vor, kontaminiertes Salz käme in den Handel?
Ja, nach dem Motto: "Fleur des Sel, kleine Prise tötet schnell."
Und das alles hat Lilou herausgefunden.
Vielleicht hat Maxime es ihr sogar selbst erzählt.
Verdammt! Riwal ist ins Becken gestiegen. Er muss sofort ins Krankenhaus.
Sich untersuchen lassen. - Nein, muss er nicht. Die Bakterien sind alle tot. - Was?
Sind alle tot. Die zersetzen gar nichts mehr. Nicht mal Riwal.
Das heißt, der Täter hat das Experiment gestoppt?
Ja, also scheint so. Zum Glück.
Vermutlich ist ihm die Nummer dann zu heiß geworden.
Danke.
Monsieur Dupin? - Guten Morgen.
Suchen Sie mich? - Ja.
Woher wussten Sie...
Über Sie hört man ja erstaunliche Geschichten.
Haben Sie in den Salinen der Daerons schon etwas gefunden? - Bislang nicht.
Haben Sie auch das Blindbecken durchsucht?
In einem Blindbecken wird nichts produziert. Es ist für uns irrelevant.
Ja, in dem schon. Es ist ein Netz darin gespannt.
Ein Netz, das drei Fässer unter Wasser hält. - Sehr spannend.
Aber ich bin Biochemikerin und interessiere mich nur sehr bedingt...
In diesem Becken wimmelt es vor Destruenten.
Ein Unterwasserkäfig voll mit aggressiven Bakterien.
Commissaire Dupin, ich weiß nicht, wie gut Sie in Biologie in der Schule waren,
aber Bakterien sind sehr, sehr klein. Die kann man nicht in einem Käfig einsperren.
Der Käfig war dazu da, dass nichts an die Oberfläche treibt und niemand sieht,
was dort vor sich geht. Wir haben Grünalgen gefunden.
Die Beseitigung von Grünalgen an den Touristenstränden
kostet jährlich mehrere Millionen. Also wenn jemand ein Mittel erfinden würde,
mit dem man Grünalgen bereits im Wasser zersetzen kann,
dann wäre das eine Goldgrube. - Und ein Hirngespinst.
Bakterielle Destruenten zersetzen nicht nur Algen, die machen, was sie wollen.
In einer so hohen Konzentration, dass sie ganze Algenteppiche zerfressen könnten,
würden sie alles zerstören. Das komplette ökologische Gleichgewicht.
Und wenn man die Bakterien irgendwie manipuliert?
Eine biochemische Manipulation? - Ja.
Sie gucken zu viele Science Fiction-Filme. Das wäre ein echtes Genie,
das Bakterien beibringen kann, was sie zersetzen dürfen und was nicht.
Wer das schafft, hätte den Nobelpreis sicher. - Die Kollegen in Nantes sind dabei,
Ihr Alibi zu überprüfen. Bisher noch ohne Erfolg.
Gehört der Wagen da Ihnen?
Der weiße Lieferwagen.
Ich fahre mit dem Rad.
Hallo. - Monsieur Dupin?
Commissaire Rose.
Ich... Hören Sie, ich muss mich nicht bei Ihnen entschuldigen.
Sie haben sich unmöglich verhalten, aber... - Ja?
Sie haben uns sehr geholfen. Das möchte ich nicht verschweigen.
Wir haben Maxime Daerons Blutwerte genommen.
Er war betäubt. Sie hatten recht. Es war Mord.
Wissen Sie, wem die Waffe gehört? - Noch nicht. Leider. Wir arbeiten daran.
Und Sie? Was führen Sie wieder im Schilde?
Nichts. Gar nichts. Wieso?
Ich war hier. Als Maxime ging, habe ich sofort ein seltsames Gefühl gehabt.
Deswegen habe ich Paul direkt eine Nachricht geschickt.
Sind die alle von ihm?
Er hat sie alle aufgehoben.
Ich weiß, Maxime war kein einfacher Mensch. Er hat mich oft sehr verletzt.
Aber im Grunde seines Herzens hat er nur mich geliebt. Das weiß ich genau.
Paul war an seinem Schreibtisch, um einem Abschiedsbrief zu suchen.
Und da hat er sie entdeckt. - Und? Hat er einen gefunden? Einen Abschiedsbrief?
Irgendwelchen anderen Kram, aber das nicht.
Was hat er gefunden?
Einen Vertrag, den Maxime abgeschlossen hat.
Mit einem Partner. Irgendwas Geschäftliches. - Mit welchem Partner?
Keine Ahnung. Er hat noch was zu klären, hat er gesagt,
und dann hat er jemanden angerufen. Und dann... ist er weg.
Wo ist das Arbeitszimmer Ihres Mannes? - Die Treppe hoch.
Aber es ist nicht aufgeräumt.
Paul Daeron. Ich bin im Moment nicht erreichbar...
Wo wollte Ihr Schwager hin? Wissen Sie das?
In die Fischerhütte, glaube ich. Wieso?
Was ist mit Ihnen, Monsieur?
Sind Sie verrückt geworden? Was machen Sie hier?
Geben Sie mir die Waffe, Monsieur Daeron! Hier wird keine Selbstjustiz geübt.
Sie hat meinen Bruder umgebracht.
Die Waffe, Paul!
Sie bleiben hier.
Geben Sie auf! Das macht keinen Sinn!
Hier spricht die Polizei! Madame Cordier, Sie sind umzingelt!
Legen Sie die Waffe nieder und kommen Sie zurück!
Wir postieren jetzt Scharfschützen.
Scharfschützen.
Werfen Sie die Waffe weg!
Sie schießen nicht besonders gut, sonst hätten Sie mich schon auf der Saline erwischt.
Lilou hat mir gedroht, sie wollte alles auffliegen lassen.
Ich habe sie nur gestoßen. Sie ist dumm aufgekommen. Mit dem Kopf.
Legen Sie die Waffe weg!
Na los!
Und jetzt helfen Sie mir! Helfen Sie mir da rein!
Na los!
Paul Daerons Schwägerin hat die Polizei gerufen.
Und Commissaire Rose hat uns direkt verständigt. Glaubt man gar nicht.
Paul wollte seinen Bruder rächen. - Hat aber auch 'ne feste Meise, der Typ, nicht?
Sein Arm ist komplett entzündet. Er muss endlich ins Krankenhaus. - Ja, ja.
Ich habe gerade ein Déja Vu. - Sie können ja lächeln.
Ich werde mich bei Ihrem Vorgesetzten ausdrücklich für Ihre Hilfe bedanken.
Gern geschehen.
Wenn Sie in der Nähe sind, schauen Sie vorbei. - Mache ich.
Nolwenn hat bereits das Krankenhaus in Concarneau verständigt.
Sie werden dort erwartet. - Moment, ich habe noch nichts gegessen.
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal etwas gegessen habe.
Im nächsten Ort ist ein gutes Restaurant. Mit "Fleur de Sel" aus der Gwenn Rann.
Im übernächsten Ort gibt es eine tolle Pizzeria. Lassen Sie uns dahin fahren.
Pizzeria in der Bretagne.
Commissaire Dupin, das Leckermäulchen vorm Herrn.
Vorsicht! Da ist eine Radarfalle.
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