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Dies ist eine Dokumentation...
... über das ungewöhnliche Leben eines alten Leichenpräparators.
Er ist der beschäftigste der Welt und arbeitet in der gefährlichsten Gegend Kolumbiens -
... eines der gefährlichsten Länder der Erde...
... das seit vielen Jahren von Gewalt zerfressen und regiert wird.
Es ist zu simpel und einfach.
In der Gegend von El Cartucho gibt es nichts als Leichen.
Es gibt dort nichts als Gewalt und Gebete.
Ich möchte die Liebe und Würde zeigen, die dem Menschen noch bleibt...
... nachdem ihm alles genommen wurde. - Tsurisaki Kiyotaka
Er war ein Obstverkäufer.
- War er das? - Ja.
Wenigstens wurde er nur erstochen.
Dieser Stich ist der tödlichste.
- Waren Sie in der Nähe? - Sehr nah.
So ein Pech, Kalter.
- Sollen wir ihn zudecken? - Einen Moment noch. Nur eine Sekunde.
Bringen Sie das Mädchen weg. Sie hat doch Angst vor ihm.
Er war nur ein Junge.
Der Junge war Obstverkäufer.
Hast du etwas Kleingeld übrig?
Nur etwas Kleingeld!
Nur etwas Kleingeld!
Wir bitten um etwas Kleingeld!
Warum machen Sie Fotos?
INSTITUT FÜR RECHTSMEDIZIN
JUNI 1996
Die Leber.
- Werden Sie gebraucht oder weggeworfen? - Sie werden wieder zurückgesteckt.
Ich nehme sie heraus, weil sie die Arbeit behindern.
Er hatte einen Herzinfarkt.
Das ist aus dem Blut geworden.
Es kamen mindestens 5 Liter Blut heraus.
Es sammelt sich immer in den Gelenken an.
Da.
Je kleiner das Gewicht, desto kleiner der Peso.
- Lässt du die Lumpen drin? - Ja.
Ich verlange den günstigsten Preis für die Arbeit: 50.000 Pesos (50 US Dollar).
Wirklich?
50.000 Pesos?
Bei Gaviria würde dieser Job 400.000 Pesos kosten (400 US Dollar).
Das ist der Preis fürs Präparieren.
- Wer ist da? - Ich bin's.
Hast du ihn cremefarben angemalt?
Schaut her, warum sollte ich diesen kleinen Scheißer aufschneiden?
- Es ist Mitleid erregend. - Tust du mir einen Gefallen?
Warum nicht, Schlampe?
- Hm? - Warum nicht, Schlampe?
- Was? - Ich meine, ja.
Gut.
Fertig.
Ihr seht mich hier beim Bekleiden einer Leiche.
Ich liebe es, die Leichen anzuziehen. Das ist meine Art, sie zu bekleiden.
Lass uns im Restaurant was zu Mittag essen.
Mittagessen oder was?
Nein.
Nein?
Verdammt.
- Woran ist sie gestorben? - Herzinfarkt.
Dies ist eine Frau, die sich nie geschminkt hat.
Warum sollte ich sie nun anmalen wie einen Clown?
Gut.
Die hier sind sehr rostig.
Die sind für diejenigen, die nicht mal ein Skalpell haben.
Die denken, das seien richtige Instrumente.
- Für die Chirurgie, oder wie? - Ja.
Diese Schrott-Skalpelle sind für nichts gut, außer sich selbst damit zu schneiden.
Du bist der einzige hier, der diesen Job noch filmt.
- Ich verstecke das Zeug hier. - Okay, okay.
Gut.
DIE INNENSTADT
Ich hab nichts dabei. Durchsucht mich eben.
Ich habe nichts dabei.
Du Hurensohn!
- Ich schwöre, ich hab nichts dabei! - Halt die Klappe, Mann!
Lasst das! Ich habe mich doch benommen!
Lasst das! Ich hab überhaupt nichts dabei.
Du Hurensohn!
Hab ihm 1.000 Pesos (1 US Dollar) gegeben. Aber ich hab nichts zu verkaufen dabei.
DER SÜDEN
Das sind die Eingeweide.
Fertig.
Das ist vielleicht ein Hurensohn.
Nicht gerade eine feine Strumpfhose.
Es funktioniert.
Dieser Job hier wird in jedem Bestattungsinstitut gemacht, ganz egal wo.
Nun ja, nicht in einem Bestattungsinstitut auf dem Land.
- Diese Gürtel gehören meinem Assistenten. - Ja, ich weiß.
OKTOBER 1996
OROZCO WAR NICHT DA, WEIL ER INS KRANKENHAUS MUSSTE.
Was hat ihn so gefickt?
Ein Auto hat ihm die Hinterbeine gebrochen. JUNI 1997
CHE LEBT IN UNSEREN HERZEN
GAVIRIA MÖRDER
Nimm es.
Ihn hat's schwer erwischt.
Na klar, Bruder.
Er wurde aus einem Kipplaster geschleudert und ist gegen einen Felsvorsprung geprallt.
Ist ein einfacher Job.
Das Blut hier ist unfassbar.
Für Leute von dort ist es nicht notwendig, den Kopf zu öffnen.
- Nicht? - Für ihn, der auf der Straße geöffnet wurde...
- Es ist nicht notwendig, ihn zu öffnen? - Nein.
Es ist eine Schande.
Alles, was entnommen wurde, ist hier drin.
Verflucht noch mal, das ist ein steriler Faden aus der Chirurgie.
Das Gehirn ist hier. Sein Kopf ist also leer.
Hier drinnen ist die ganze Gehirnmasse.
- Froilito! - Sir?
- Nimm den Sarg. - Öffne die Tür.
- Eine Schießerei? - Ja.
Wie geht's Ihnen, Sir?
Ihm geht's super, dank dem Jungen.
Ist er sauer?
Nein. Geh zurück zum Bestattungsinstitut!
Diese Autopsie ist lausig. Da wurde gar nichts gemacht.
Nichts?
Sie ist nur halb fertig.
Die Eingeweide wurden nicht entnommen.
Verdammt!
- Er ist schwer! - Du bist nicht sehr kräftig.
- Wer? - Du.
Nach der Operation musst du dich schonen.
Nach der Operation... ja, muss ich wohl.
- Was? Wasser? - Ja.
Meine Beschwerden stecken in der Kuvertur.
- Der Magen ist entzündet. - Ja.
- Wie auch immer. - Pass mehr auf dich auf.
- Ich kümmere mich besser um die Toten. - Du hast sie jahrelang herumgetragen.
Nun habe ich ja einen Assistenten.
Er hilft mir, falls nötig.
Da ist Scheiße.
Da ist Scheiße. Waschen wir seinen Arm.
- Dort ist es nicht. Darunter. - Oh, ja.
Ich hab es gesucht.
Wie viel schüttest du davon in eine Leiche?
Eine halbe Flasche ist genug, weil es stark verbrüht.
Etwa die Hälfte.
Es ist genug. Er wird schon fast gekocht.
Es ist stark.
- Was bewirkt es in der Leiche? - Ohne, verwesen sie sehr schnell.
Verdammt.
Er wurde aus einem Kipplaster geschleudert.
Rausgeschleudert oder gegen die Windschutzscheibe geprallt?
- Rausgeschleudert. - Ist er aufgegangen?
Nein, der Aufprall öffnete den Kipplaster, und er wurde rausgeschleudert.
Er wurde beim Aufprall rausgeschleudert.
Der Kipplaster schleuderte ihn raus, kippte um und landete auf dem Rücken.
Verflucht noch mal!
- Gut. - Seine Zeit war gekommen.
Er war schon alt.
Muss schwierig sein, ihn wieder herzurichten.
- Er ist jetzt hergerichtet. - Aber ist das dasselbe?
Der Preis ist nicht derselbe. Aber er ist jetzt wieder hergerichtet.
Aber wie viel kostet das?
Kommt darauf an. 30.000 bis 40.000 Pesos (30 bis 40 US Dollar).
Es hängt auch von den beschissenen Archiven des Bestattungsinstituts ab.
Dieser Job kostet 10.000 Pesos (10 US Dollar).
Er hatte Probleme mit der Prostata.
- Was ist das? - Sperma.
Jetzt weißt du, wie man eine Leiche wie diese herrichtet.
Fertig.
Jetzt ziehen wir die „Mijo“-Socken an.
Verdammt!
Es fällt raus.
- Es fällt raus? - Ja.
Es passt nicht rein. Ich stecke es rein und stopfe es dann zu.
Fertig.
Bedecke den Kopf.
So zieht man eine liegende Leiche an. Mit einem umgekrempelten Hemd.
Man zerreißt den Rücken und krempelt es um.
Heb seinen Kopf hoch und zieh ihn an.
Ihn von Ärmel zu Ärmel anzuziehen, würde nicht funktionieren.
Halt den Kragen.
Mach es enger.
Es ist zugeknöpft.
Zieh es runter.
Dreh es etwas rum.
Lass uns den Rest im Sarg erledigen.
Legst du da jemanden für ein Foto rein?
Nein.
Lass ihn uns runter heben.
Sei vorsichtig.
Bastard!
Lass uns den Rest im Sarg fertig machen.
Zieh die Tüte ab und platziere seinen Kopf.
Genau eine halbe Stunde.
Gut.
Wenn ich das ständig machen muss, könnte ich auch gleich Zimmermann werden.
Gut.
Magst du mein Bild? Es ist sehr hübsch.
Wir wissen gar nichts über deine Karriere. Ein Mysterium.
- Redest du über mich? - Ja, als Polizeiinspektor.
Nun ja, ich war mal Polizeiinspektor.
Waren die Zeiten damals genauso gewalttätig wie heute?
Ja, genauso.
Gut.
Ein neuer Job.
- Was ist passiert? - Gar nichts.
Nichts? Wir haben keinen Fall.
Sollen wir hierbleiben? Boss?
- Ja, ich gehe jetzt. - Gut.
Wenn jemand nicht arbeiten kann, sollte er auch nicht essen.
- Du kennst die Bedeutung dieser Arbeit? - Darum geht's ja. Ich hab sie getan, Bruder.
Er hat vor nichts Angst, außer vor einer einzigen Sache.
- Vor welcher? - Spritzen.
Ich repariere das mit dem Messer.
Formalin verbrüht sehr stark.
- Sie geht auf eine Reise. - Wohin?
Nicht so weit. Sie geht nach Sogamoso.
Dort ist es so heiß, dass sie stark aufblähen würde.
Sie ist mit Flüssigkeit gefüllt.
Alberto hat das gemacht. Ist sein Stil.
Und wer hat dich gelehrt?
Ich mache den Job seit 20 Jahren, Alberto macht ihn erst seit vier.
Aber wir streiten nicht miteinander wegen des Jobs.
- Nicht? - Nein.
Ich muss das Formalin über die ganze Leiche schütten.
Natürlich war das jetzt zuviel Formalin.
Es ist schade, dass ihr Magen geschlossen ist.
Was? Ich wurde gebeten, den Job aufzuschieben.
Wenn ich den reparierten Körper öffne, füllt er sich wieder mit Wasser.
Er wurde für den Transport hergerichtet.
Ich hab Journalisten gesehen, die hier einen Leichenpräparator interviewten.
Sie haben Biruta interviewt.
- Ja, ein Interview für Channel 3. - Warum?
Jetzt werden die Leute denken, dass alle Präparatoren so blind sind wie er.
- Er hat von allen am wenigsten drauf. - Das wusste ich nicht.
Er ist sehr ungeschickt.
Egal, ob er was tun kann oder nicht, wenn er gefragt wird, tut er's.
Die Leichen, die Biruta präpariert, verwesen, weil er nicht weiß, wie man's richtig macht.
Er hat hier eine Leiche restauriert...
... sie dann aber zu seinem Kumpel gebracht, dem angeblich besten Präparator der Straße.
Der beste Bogotás, angeblich.
Wenn das so wäre, warum beschädigt er die Leichen dann?
Die Leichen, die ich präpariere, halten von 20 Tagen bis zu einem Monat, ohne Geruch.
Ich muss sie alle aufbahren.
Das ist sehr interessant!
Froilan macht das nicht. Er macht nichts.
Wie findet ihr das? Kann Froilan das, der Wichser?
Da tritt eine Menge Wasser aus.
Als ich mal einen Indio aus Ecuador präpariert habe...
... hat er 6 Tage Nachtwache überstanden.
Ich war 3 Tage und 3 Nächte hier, um ihn zu restaurieren.
Ich habe ihn restauriert und gut aufbewahrt.
Dann habe ich eine andere Indio in Los Martinez getroffen.
Ich fragte sie, wie sie es fand, und sie sagte „sehr schön“.
Fantastisch.
- Dein Job ist total verrückt. - Was?
Dein Job ist total verrückt.
Die haben mit nichts angefangen.
Ja, ich weiß. Ich weiß, was du meinst.
Die haben mit nichts angefangen, mit gar nichts.
Bleib mir vom Leib mit den Alten.
Die haben mit nichts angefangen.
Die bekommen nichts.
Die bekommen nichts. Sind arm, arm. Friss Scheiße.
Friss 'ne Menge davon, Hurensohn.
Frag mich was.
Frag mich einfach was.
Sie hat eine gut geschlossene, haarige Muschi.
Wie süß sie einmal war.
- Eine niedliche Leiche, was? - Ja, sicher.
Ihre Füße sind niedlich.
Du musst was für mich besorgen, Bruder!
Das Blut fließt aus den Gedärmen.
Dieser arme, alte Mann blutet nicht mal.
Die Leber.
Das Formalin verbrüht ihn.
Es ist, als würde man ein Stück rohes Fleisch in kochendes Wasser werfen.
Es kocht ihn gerade.
Diese Lumpen stopft man in die Bauchhöhle, um ihr Form zu geben.
Wenn ich das nicht mache, bleibt sie so eingefallen.
Fertig.
Wenn die Leiche größer ist...
... dauert es länger, die Eingeweide zu entnehmen, zu waschen und zurückzulegen.
Aber 99,99% der Leichen sind wie diese, an der keine Autopsie durchgeführt wurde.
Das macht man genau wie das hier.
Es ist schneller, sie zu öffnen, die Eingeweide zu entnehmen, zu waschen und zurückzulegen.
- Das ist schneller. - Wird irgendwas in den Kopf gestopft?
Schon, aber das ist ein armer, alter Mann. Warum sollte ich ihn öffnen?
Wozu seinen Kopf mit der Säge öffnen? Das Hirn wird entnommen und hier reingelegt.
Es ist besser für ihn, das Gehirn drin zu lassen...
... weil ich die Luftröhre und zwei Venen zerschneiden muss.
Ich hab ihn umgedreht, um ihn ausbluten zu lassen...
... weil das Gehirn verwest, wenn noch Blut darin ist.
Wenn es nicht blutet...
Ich weiß, dass es nicht blutet.
Jedenfalls wurden dem alten Mann die Luftröhre und zwei Halsadern durchschnitten.
Also hat er kein Blut mehr im Kopf.
So machen es alle Leichenpräparatoren.
Was auch immer die anderen sagen mögen, ist Bullshit.
So macht man das hier und in Bestattungsinstituten wie Gaviria, Cristo Rey...
... in Los Olivos, Cali, Medellin, und so weiter.
Aber wir müssen gewissenhaft arbeiten.
Manche Präparatoren tun das nicht.
Nicht, aus Angst vor, oder aus Ignoranz gegenüber den Toten.
Sie wissen, dass die Leiche am nächsten Tag ohnehin begraben wird...
... und dass dadurch kein Problem entsteht. Aber ein Präparator muss sie öffnen...
... und tun, was ich hier gerade tue.
Glücklicherweise habe ich, sozusagen...
... die Gewissenhaftigkeit, mein bestes für eine Leiche zu geben.
Ich könnte eine Leiche anziehen, sie in den Sarg stecken...
... und mich nicht darum kümmern, was dann passiert - was ich versuche zu vermeiden.
Der Kunde wäre wegen einer schlechten Arbeit verärgert.
Morgen oder übermorgen könnte es jemand der Familie sagen...
... und die Familie sagt dann zum Bestattungsinstitut:
„Was hast du mit der Leiche angestellt? Sie ist verwest, du Hurensohn.“ So in der Art.
Wenn ich es vermassle, bekomme ich kein Geld vom Bestattungsinstitut.
Beschädige ich eine Leiche, und es passiert was Schlimmes, ist der Kunde weg.
Gestern sprachen wir über das Phänomen all dieser gewaltsamen Tode in Kolumbien.
Kolumbien, wo das beste Kastellanisch gesprochen wird.
Nicht mal die Spanier sprechen es so klar wie wir.
Was soll man machen? Wenn wir dort hin reisen, sprechen sie nur Blablabla.
- Gibt es dort Dolmetscher? - Natürlich.
Natürlich, weiß ich doch.
Vor etwa 40 oder 50 Jahren...
... wurde während der Hilter-Ära dieser Job in Deutschland nicht gemacht.
Sie haben einfach 40.000 oder 50.000 Leute in ein Loch geworfen.
Fertig.
Diese Gürtel sind sehr wichtig für mich.
Dank ihnen muss ich niemand anderen um Hilfe bitten.
Ist eine Leiche schwer, schnalle ich sie unter den Hals oder die Beine, um sie anzuheben.
Ich sage euch besser nicht, was mein Eindruck ist.
Ich denke, dass ihm etwas anderes zugestoßen ist.
Was ist passiert?
Er wurde geschlagen.
Und dann?
Aber die Verantwortlichen haben seine Todesurkunde schon unterzeichnet.
Lassen wir ihn so. Der Bestatter wird seine Hände anordnen.
Natürlich.
Gut.
- Hier ist noch eins, ist aber unbrauchbar. - Von damals, als du bei der Polizei warst?
- Nein, da war ich nicht bei der Polizei. - In der Armee.
- Ja. - Dieses Foto wurde 1952 gemacht.
Und dieses hier... wurde später gemacht...
1985.
- Wofür brauchst du es? - Warte. Ich kann sie vervielfältigen.
Kannst du uns diese beiden überlassen?
Du hast dich so verändert.
Damals war ich 18 Jahre alt.
Gutaussehend.
Es war ein Zeitalter der Gewalt, bekannt als „La Violencia“.
- Ich weiß nicht, wie ich das überlebt habe. - Du meine Güte!
- Ich weiß nicht, warum ich noch lebe. - Waren diese Zeiten sehr hart?
Natürlich. Nun haben wir eine Zukunft.
So viele Leben wurden in den 50ern und 60ern ausgelöscht.
Aufgrund der politischen Gewalt.
Ich werde nie darüber sprechen können.
Gut.
Es war so krank, dass ich hoffe, dass ich das nicht noch einmal erleben muss.
Gut. Fertig.
Das ist meine persönliche Akte für Notfälle.
Ich bewahre sie hier auf. Das einzige, was ich nicht habe sind Dollars.
Bringt ihr mir welche.
Viele davon.
Verfluchte Scheiße.
FEBRUAR 1998
Ich möchte dich, als seinen Freund, fragen, woran er gestorben ist.
Ich weiß nur, dass es Komplikationen durch seine Krankheit gab.
Darum wurde er ins Krankenhaus gebracht.
Zuerst wurde er operiert. Das war der Anfang vom Ende.
Ihm wurde eine Bluttransfusion gegeben.
Er bekam jeden Monat eine Bluttransfusion.
Aber es wurde immer schlimmer, wie Krebs.
Und diese einfache Operation hat solche Komplikationen verursacht?
- Genau. - Was ist dann passiert?
Er hatte einen Termin für eine weitere Operation.
Das Gewicht, das er immer herumschleppte, hat seinen Magen anschwellen lassen.
Dadurch bekam er einen Leistenbruch.
Er hatte einen Termin für die Operation.
Aber der Arzt wollte die Operation nicht durchführen.
Er sagte, der Leistenbruch sei zu weit fortgeschritten für eine Operation.
Er kam ins Krankenhaus, aber dann machte die Niere Probleme.
- Die Galle sekretierte und wurde gelb. - Hat ihn das Heben der Leichen umgebracht?
- Weil es ihn zu sehr anstrengte? - Ja, am Anfang schon.
Er hat sich nach der Operation nicht geschont.
Er sollte sich ausruhen.
Aber er kam vom Krankenhaus direkt wieder hier her.
- Er hat sich nicht geschont. - Dann sind die Nähte hier gerissen.
Nein, sie sind nicht gerissen. Ein richtiger Ball hat sich hier geformt.
Ein harter Ball. Er hat sich den Gürtel umgeschnallt...
... aber es hat nichts genutzt. Dann ist er gestorben.
Ja, er ist am Heben der Leichen gestorben.
Wann ist er gestorben?
Sonntag, vor 20 Tagen? Sonntag, vor 20 Tagen.
Ich hab die Poster gemacht. Schaut!
- Sie wurden runter gerissen. - Ein Poster ist immer noch da.
Schaut euch die Poster an, die ich bestellt habe. Dort!
- Ich hab die Poster bestellt. - Lasst uns dorthin gehen. Wo sind sie?
Schau mal, da hängt ein Poster auf dem steht „Froilan Orozco“.
Darauf steht „Froilan Orozco“.
Darauf steht „Orozco, unser Freund“.
Was denkst du über Orozcos Tod? Du warst sein Freund.
- Nein! Nein! - Komm schon, wir drehen eine Doku.
Ja...
Nein, nein, nein, nein, nein! Es ist gefährlich!
- Er ist sowieso tot. - Ist das alles?
- Ja. - Sag mir...
- Dreht er immer noch? - Ja, klar. Das weißt du doch.
Nein, nein, ich mag Video nicht, keine Chance.
Sollen wir dorthin gehen? Lasst uns gehen!
Wo ist er?
Ihr fotografiert mich zu viel! Warum dreht ihr mich?
Alle Leute hier beklagen den Tod von Orozco.
Ja, du hast ein wundervolles Leben, Bruder.
Was denkst du über Froilans Tod?
- Interviewt ihr mich? - Ja.
Woher kommt ihr?
Was denkst du über Froilans Tod, der hier Leichen präpariert hat?
Ich kenne ihn nicht.
- Der Mann, der vor ein paar Tagen starb? - Ja.
- Doch, ich kenne ihn. - Er war ein guter Mensch, oder?
- Hat er dir Geld gegeben? - Ich war seine Assistentin.
Wirklich?
Er hat mir eine 1.000 Pesos Münze gegeben, aber sie wurde mir gestohlen.
Neulich hat mir einer einen 2.000 Pesos Schein gegeben, aber das Leben ist trotzdem scheiße.
Er sagte: „Nimm 2.000 Pesos und verschwinde.“
- Aber es war eine Blüte! - Wirklich?
- Ja. - Und Froilan hat dir etwas Geld gegeben?
- Ja. - Orozco?
Was machst du da? Drehen?
- Etwas Kleingeld. - Gott segne dich!
Danke.
Was soll ich sonst noch sagen?
Ich liebe ihn sehr. Gott segne ihn.
Ich möchte einen Kaffee. Dieser Laden gibt mir aber keinen.
Nicht?
Kaffee mit Milch!
Ich möchte einen Kaffee mit Milch.
Verkauft mir einen Kaffee mit Milch!
Er war wie ein Vater für mich. BIRUTICA: DER SOHN VON BIRUTA
Und als mein Meister hat er mir alles beigebracht.
Ich bin ihm sehr dankbar dafür.
Ich bin das, was er mir beibrachte.
Ich werde ihn nie vergessen.
Was kann ich euch sonst noch sagen?
Er war sehr nett zu allen.
Mehr kann ich euch nicht sagen.
Nichts weiter.
Er hat während eines Streits mit dieser Machete gekämpft.
Er hat sie rausgeholt, um sich zu verteidigen.
Er war damit bewaffnet.
Du bist arm, wenn du vor einem Job keine Tasse Kaffee hast.
Es ist arm, überhaupt einen Job zu beginnen!
Es ist arm, einen Job ohne eine Tasse Kaffee am Morgen zu beginnen.
Gut. Fertig.
Orozco hat in seinem Leben mehr als 50.000 Leichen präpariert.
Aber er selbst wurde nicht präpariert. Er hat noch nicht mal ein Grab.
DAS DRITTE JAHRTAUSEND
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