All language subtitles for Geliebte.Schwester.2017.German.1080p.BluRay.x264-BluRHD

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Original subtitles

Mann, ich dachte, du hättest den Zug verpasst.

Guten Abend, Phil, das dachte ich auch.

- Hast du wenigstens etwas geschlafen? - Ja.

Na ja, ein bisschen schon.

Hast du dir was eingepfiffen?

- Nein, definitiv nicht, Phil? - Doch, bist du drauf.

Nein, bin ich nicht, Phil.

Michael...

Michael würde dir gern persönlich ein paar Fragen stellen.

Er ist auch im Zug.

- Du weißt doch, dass... - Ja, ich weiß, das ist nicht dein Ding...

- ... aber die Publicity.... - Kannst du das nicht für mich machen?

- Du weißt, dass es so nicht läuft. - Du kennst doch die Antworten.

Er will dich, Oliver.

- Also? - Ja, okay...

- Danke, Oliver. - Klar.

Ich habe das Gefühl, dass Ihr Film...

... durch eine Art Kindheitserinnerung inspiriert wurde.

Von meiner Kindheit?

- Nein, ich hatte eine ganz normale Kindheit. - Eine normale? In Spanien?

Kaum zu glauben.

Nein, ich wuchs außerhalb auf, ganz in der Nähe von, ehm, Washington D.C.

In der Vorstadt. Ja. Wir zogen erst nach Spanien, als ich 12 war.

Haben Sie eine Erklärung für das Grundthema „Suche“ in Ihrem neuen Film?

Sicher.

Mein Hauptdarsteller... verliert seine Unschuld.

Da bemerkt er, dass alles, was sonst einfach erschien, jetzt ziemlich komplex ist.

Viel schwieriger als er es gern hätte.

Und er macht sich auf die Reise, um seine Unschuld zurückzugewinnen.

- Was unmöglich ist, wie man weiß. - Hi.

- Ich hab dich gesucht. - Oh, hi, Karen.

Hi.

Setz dich doch, wenn du magst. Ich geb ein Interview.

Machen wir weiter?

Setz dich, bitte.

- Ja, nur zu, ja. Weiter. - Also, Oliver...

Was Ihre Filmfigur dann findet, ist... Beängstigend.

Äh, schrecklich.

Was lässt Sie hoffen, dass Ihre Figur dadurch seine Unschuld wiedererlangt?

Davon handelt ja der Film, dass es nicht geht.

Also, dass sich Angst in unser Leben schleicht...

... oder wir Gefühle wie Furcht, Eifersucht und Angst zulassen...

... eben Dinge, die es unmöglich machen zu...

- Geht's dir gut? - Ja, sorry.

Okay.

- Hi. Mein Name ist Karen. - Michael.

Hi. Schön, Sie kennenzulernen, Michael.

Und wo erscheint der Artikel... Michael?

Süße, warum gehst du nicht zurück auf unseren Platz.

Wir brauchen noch etwa 'ne Stunde. Versuch nüchtern zu werden, okay?

- Du bist ein Arschloch, ja? - Okay...

- Okay. - Vielen Dank dafür.

- Ja, ich haue ab. - Okay.

Aber erst... gibst du mir die Flaschen.

- Welche Flaschen? - Die Flaschen.

Die du aus der Minibar genommen hast.

Ich hab keine Flaschen.

Was soll das heißen, du hast keine? Du hast sie aus der Minibar genommen.

- Keine Ahnung was du willst. Hey! Hey! - Was soll das heißen?

Was soll das denn? Ich hab keine Flaschen, Babe. Okay?

- Ich weiß nicht wo sie sind. - Ich glaub dir nicht!

- Hast du sie etwa weggeschmissen? - Nein, ich weiß nicht wo sie sind, okay?

Jetzt leg dich bitte hin.

Shit.

Wow, die Dame ist aber sauer.

Ist das Ihre Freundin?

- Möchten Sie, dass wir weitermachen? - Ja, bitte.

Wir sprachen von... Unschuld.

Oliver, wissen Sie noch, wann Sie Ihre verloren?

- Das ist eine gute Frage. - Danke.

Das kann man kaum an einem einzelnen Punkt festmachen, oder?

Nein.

Es passiert über einen gewissen Zeitraum. Und ist auch irgendwie abstrakt.

Na ja...

Da gibt es schon etwas, das mir einfällt. Wollen Sie's hören?

Ja. Erzählen Sie.

Ich war damals 14 oder 15.

Und ich lebte bei meinem Dad und seiner Frau in Spanien zu der Zeit.

Wir wohnten in diesem Haus mit Garten.

Und ich erinnere mich, wie ich abends auf dem Balkon stand.

Ich stand nur da, und starrte auf den Mond.

Es war eine wunderschöne Sommernacht. Und dann hörte ich ein Platschen.

Ich sah runter und da war der Hund, den mein Vater erst gekauft hatte...

... für meine kleine Schwester. Es war ein Welpe, höchstens 4, 5 Tage alt.

Wie auch immer, er schaffte es, aus dem Haus zu schleichen...

... rüber zum Pool, und fiel hinein.

Ich war wie hypnotisiert vom Überlebensinstinkt dieses kleinen Kerls.

Er paddelte wie besessen, um nicht unter zu gehen.

Jedenfalls ging ich runter, um ihn aus dem Wasser zu fischen.

Aber als ich ankam, hatte es der Kleine bis zur Mitte des Pools geschafft.

Und er zappelte und jaulte sehr, in seinem verzweifelten Versuch zu überleben.

Dann bewegte er sich nicht mehr. Ich erinnere mich wie geschockt ich war...

... denn ich war mir so sicher, dass er es schaffen würde.

Dass sein Instinkt ihm am Leben erhält bis ich bei ihm bin.

Aber Instinkt reicht nicht aus.

Er traf die falsche Entscheidung und ertrank. Und das schockte mich.

- Und dann... - Er ertrank? Oder ließen Sie ihn ertrinken?

Nein, er ertrank.

Ja...

Dann lass mal sehen...

Mama mia.

- Wir werden eine Menge Spaß haben. - Worauf du dich verlassen kannst.

GELIEBTE SCHWESTER

Es ist sehr kurz. Der Ausschnitt geht gar nicht, find ich.

Wenn schon unten knapp, dann aber oben nicht so tief.

Ja. Meine Mutter möchte, dass ich rot trage, aber deins ist schon rot.

Mit gefällt eben rot auch sehr gut.

Aurora?

Was ist, erkennst du mich nicht?

Oliver.

Magst du etwa keine Überraschungen?

Doch, aber du sagtest nur, du kommst vielleicht vorbei.

Na ja, hier bin ich, komm her.

- Ist das dein neuer Klamottenstil? - Gefällt's dir?

Ja.

- Stellst du uns vor? - Klar. Natalia, das ist mein Bruder. Oliver.

- Und das ist mein Freundin Nita. - Angenehm.

- Und mir erst. - Bis bald.

Muss jetzt leider schnell los.

- Wir reden später noch mal drüber. - Lass mich wissen, welches Kleid es wird.

- Seit wann bist du hier? - Erst ein paar Tage.

- Warst du denn schon bei uns zuhause? - Nein, ich übernachte bei Freunden.

- Du kannst gern bei uns bleiben. - Lieber nicht.

Ich glaub, es ist besser so. Wie geht's dir, Schwesterherz.

Siehst Klasse aus.

Ich hab dich fast nicht wiedererkannt.

- Da, das ist mein Auto. - Wo ist dein Käfer?

Den hab ich verkauft. Ist mehr was für jüngere.

Aber du bist doch auch jung.

Hier fahr du, ich bin sehr müde.

Sag mir, wo's langgeht.

Warum bist du hier?

Um Freunde zu besuchen.

Und auch dich.

- Warum fragst du? - Warum jetzt und nicht früher?

Viel zu tun, Aurora.

Wir hatten viel Spaß in L.A. bei meinem letzten Besuch.

Aber wir sehen uns nur, wenn ich die Initiative ergreife.

Hast ja recht.

Ich war ziemlich eingespannt in L.A., und hätte gern mehr Zeit gehabt.

Jetzt bin ich hier, und möchte nicht, dass wir uns streiten.

Okay.

- Sieht aus wie immer. - Mama ist nicht da.

Na dann...

Du gehst schon? Wir sind gerade erst angekommen.

- Sie kommt bestimmt gleich. - Ich komm zu spät zu einer Verabredung.

- Bis bald. - Komm doch mal zum Essen.

- Mach ich. Egal wann? Melde mich. - Hier, nimm die Autoschlüssel.

- Ich nehm 'nen Mietwagen. - Geht schon.

- Nein, behalt sie. - Ist okay. Nimm ihn bitte, Oliver.

Ich nehm dann Mamas Auto.

- Im ernst? - Ja.

Gern.

Danke.

Ich hab dich sehr vermisst.

Ich dich auch.

- Wie geht's deinem Studium? - Gut.

Ich versuch ein Stipendium in Kolumbien zu bekommen.

Aber vorher muss ich die Aufnahmeprüfung bestehen, sonst bleib ich hier.

- Wo genau? - In Kolumbien.

- In welchem Teil Kolumbiens? - In Medellin.

Klingt gut, Aurora.

- Ehrlich gesagt, möchte ich gern reisen. - Dann zieh dein Studium durch.

Carlos wird mich unterstützen. Er will auch dorthin.

Carlos? Dein Freund?

Ja, aber ich mag den Ausdruck nicht so.

- Kommt ihr zwei gut miteinander aus? - Halt still, Kopf runter.

Ja, wir verstehen uns sehr gut.

Wie lange seid ihr zusammen?

- Fast 8 Monate schon. - 8 Monate?

Das klingt nach was Ernstem.

Was ist mit dem Kerl, mit dem du vorher zusammen warst?

Abel?

- Abel. Ja. - Aurora!

- War sehr intensiv. - Intensiv?

- Du weißt schon, typisch Musiker. - Aurora, kommst du runter?

- Carlos ist das genaue Gegenteil. - Aurora!

Komme gleich!

Okay.

Bleib sitzen.

Hey, Hey, Hey! Soll ich so rumlaufen?

Ganz ruhig, bin gleich wieder da.

Ich kann nicht arbeiten, einkaufen und auch noch kochen.

- Ich hatte wirklich keine Zeit. - Weil du immer wieder Ausreden hast.

Ich brauche deine Unterstützung. Das weißt du doch.

Ich verspreche dir, mich zu bessern.

Wie oft hast du das schon versprochen?

- Dieses Mal wird es anders. - Wir werden sehen. Jetzt essen wir mal.

Es ist köstlich, Julia.

Ich habe Glück, dass Margarita mir hilft.

- Wie lange hast du vor zu bleiben? - Weiß nicht.

Ein Weilchen.

Ein Weilchen ist nichts Genaues. Eine Woche, zwei Wochen?

Mal sehen.

Ein Weilchen ist ein dehnbarer Begriff, kann alles bedeuten. Oder?

Kann man so sagen... aber nichts Genaues.

Arbeitest du an einem neuen Film oder Werbespot?

Nein. Nichts dergleichen.

Ich besuche ein paar Freunde, und natürlich euch zwei.

Ich hatte Sehnsucht nach meiner Schwester.

Ich hab vor ein paar Tagen eine Raubkopie von deinem Film bekommen.

- Wirklich? - Ja, aber die lief nicht. War wohl defekt.

Wie geht's Karen?

Karen?

Ja, Karen, deine Freundin. Aurora hat's mir gesagt.

Warum ist sie nicht hier?

Ich würde sie gern kennenlernen.

Sie ist beruflich unterwegs, und konnte nicht mit. Noch Wein?

- Ja. - Ich auch.

Warum braucht Oliver dein Auto? Er hätte eins mieten können.

- Du kannst es einfach nicht lassen, oder? - Er war immer egoistisch.

- Nächstes Mal nehme ich den Bus, okay? - Darum geht es nicht, Schatz.

Du weißt, ich hole dich gerne mal ab.

Es ist nur, dass dein Bruder so dreist ist.

Er taucht wie ein Geist auf, und verschwindet wieder.

- Seht ihr euch noch mal? - Natürlich. Darum ist er hier.

Du siehst ihn erst wieder, wenn er fährt. So ist er.

Er ist auf einmal da, grinst, und macht was er will.

Er hat gesagt, er besucht seine Freunde, dann erst uns.

Viel mehr dich.

An mir liegt ihm nichts.

- Das stimmt nicht. - Aurora, bitte, ich kenne ihn.

Vielleicht, weil er so selbständig ist.

Das stört dich an ihm, weil du lieber alles unter Kontrolle hast.

Ich finde, er nimmt sich zu viel raus. Manchmal richtig unverschämt.

Wegen solcher Sprüche bleibt er nicht hier. Ich hab's ihm ja angeboten.

- Wo wohnt er denn? - Ein Freund überlässt ihm sein Apartment.

- Kennst du ihn? - Nein.

Er ist wie Papa. Der hat auch überall Freunde.

- Hola. - Ich hab ein Paket für Aurora Bernard.

- Das bin ich. - Bitte hier unterschreiben.

Sehr gern.

- Danke. - Vielen Dank.

- Dann bis bald. - Wir sehen uns.

Aurora! Ein Paket für dich!

Ist das nicht ein bisschen altmodisch?

Mir gefällt es.

Wolltest du nicht lernen, Carlos?

- Doch. - Dann tu es.

Gibst du mir den Rotstift?

Danke.

Lass das.

Du trägst nen Tanga?

- Warum nicht? - Seit wann trägst du Stringtangas?

Die trage ich doch öfter.

Hab ich noch nie an dir gesehen.

Aber... gefällt mir gut.

- Ich sagte, lass es! - Warum?

Was ist los, verdammt? Hast du ein Problem?

Wenn ich sage ich will nicht, will ich nicht.

Ja, aber du willst schon seit zwei Wochen nicht.

- Denkst du überhaupt manchmal an mich? - Ja, ich denke an dich...

- ... aber daran liegt's nicht. - An was dann?

Sag's mir.

Es sind erst ein paar Monate, und es läuft nicht mehr.

Es läuft doch gut.

Ich will nicht drum betteln. Ich bin 's leid, mir einen runterzuholen.

Sei bitte ehrlich zu mir.

Ich weiß nicht, Carlos, du bist wie'n Roboter. Du machst immer dasselbe.

Immer nur rein-raus.

Du könntest dir zur Abwechslung mal was Neues einfallen lassen.

Fick dich selbst!

Ich sollte mit meinen Kumpels losziehen und mir was suchen.

Vielleicht hast du das ja schon, wer weiß.

Wie geht's deinem Bruder? Ich dachte, er kommt auch.

Hab ihn angeschrieben, aber er antwortet nicht.

- Schon länger nichts gehört? - Ja, leider. Willst du auch einen?

Sehr gerne.

Er sieht anders aus, als auf den Fotos, die du mir gezeigt hast.

- Ja, die waren schon älter. - Heute sieht er besser aus.

Martin sieht gut aus im Anzug, oder nicht?

Ja, steht ihm sehr gut.

- Wo bleibt Christina? - Hör mir bloß auf mit Christina.

Sie nervt nur noch. Sie ist so mittelmäßig.

- Sie ist deine Freundin, Nati. - Egal. Ich hoffe, sie bleibt einfach zuhause.

Sie macht mich wahnsinnig. Die perfekte Schleimerin.

Auch wenn ihr Vater einflussreich ist. Na und? Sie ist stinklangweilig.

Er sieht wirklich gut aus.

Nicht wirklich hübsch, aber er hat was. Oder?

Hola?

Hola, Oliver. Gut.

Ich bin auf einer Party. Wo bist du?

Klingt gut.

Keine Ahnung, wie lang das geht.

Ja, würde ich ja gern, aber ich kann nicht einfach abhauen.

Nein, ich bin erst gekommen.

Oliver, bestimmt, wenn ich es irgendwie schaffe.

Ich sag dir rechtzeitig Bescheid.

Nein, nein, ich kann hier nicht so reden.

Okay. Bis später.

Typisch Natalia.

Die ändert sich nie.

Ich bin müde.

Wollen wir gehen?

- Nicht! - Die sind alle mit sich selbst beschäftigt.

Nicht hier!

Nicht hier?

- Dein Kleid hat mich so richtig heiß gemacht. - Dann geh kalt duschen!

Was ist los? Gehst du?

Ja, mir ist nicht so gut. Kommt wohl vom Alkohol.

- Aber du hast gesagt... - Ich geh jetzt.

Warte auf mich!

- Ich fahr dich. - Ich nehm ein Taxi.

- Warum denn ein Taxi? Ich sagte doch... - Ich nehm lieber ein Taxi.

Verdammt, Aurora, was soll das denn?

Wir reden morgen, Carlos. Okay?

- Oliver. - Da bist du ja!

Hier bitte.

- Auf euch zwei Süßen. - Auf uns!

- Was ist das? - Frag nicht, trink!

Nochmal!

Oliver?

Hola.

Ist was passiert?

Nein, hast du schon geschlafen?

Nein.

Ich wollte nur mit dir reden.

- Bist du sauer? - Nein, warum sollte ich?

Was machst du gerade?

Danke.

Ich wollt mich entschuldigen, wegen der Sache letztens. Das...

Ist alles okay.

- Ich war betrunken, und hätte dich niemals... - Nein, ehrlich, es ist alles in Ordnung.

Geht's dir gut?

Ich bin etwas angespannt wegen der vielen Examen.

Die Examen. Natürlich.

Wie läuft's denn so?

Ich lass mich zu schnell ablenken, das ist nicht gut.

Ich bin sicher, es wird klappen.

Du bist vorbereitet, und Zeit genug ist auch noch, oder?

Mag sein, aber mir wird auch langweilig.

Vielleicht liegt es am Alltagstrott.

Von hier zur Universität, von der Universität zurück hierher.

Das kann einen verrückt machen.

Mich nervt Routine auch.

Eigentlich mag's keiner, aber schlimmer wird's, es normal zu finden.

Aber dein Alltag kann so schlimm nicht sein, oder?

Du studierst, was du willst, du treibst Sport, dein Freund sieht gut aus.

Klingt alles in allem doch recht angenehm.

Woher weißt du, dass Carlos gut aussieht?

Na ja... Du bist hübsch, oder eher noch sehr hübsch...

... und da dachte ich, er müsste es auch sein. Oder nicht?

Ich lege keinen Wert auf Äußerlichkeiten, das interessiert mich nicht.

Aber ja, er ist umwerfend.

Also hatte ich recht.

Ja, du hattest recht.

Weißt du... in letzter Zeit gelingt mir nichts wirklich.

Es ist hoffnungslos.

Du hast Glück, sei zufrieden, Oliver. Du bist frei, und hast alles.

Niemand hat wirklich alles, Aurora.

Und du?

Bist du nicht frei?

Nein.

Mir liegt Freiheit nicht. Ich kann damit nicht umgehen.

Ich genieße es, zu jemandem oder etwas zu gehören.

Ich verstehe dich nicht.

Es gab Zeiten, da hätte ich dich gern angerufen.

Ich wollte wissen, wie du dein Leben lebst, aber dann hab ich es doch nicht getan.

Warum nicht? Ich bin dein Bruder.

Du kannst mich immer anrufen, auch wenn ich noch so beschäftigt bin.

Schon, aber ich hätte das Gefühl, dich zu stören.

Oder, dass du denkst, ich wäre sterbenslangweilig, oder zu anhänglich.

- Oder nerve dich. - Das würde ich nicht.

Ich würde zuhören.

Es ist spät geworden, Oliver. Ich bin müde.

Ja, hast recht.

Wir sollten uns bald mal treffen.

Nur wir beide, auf einen Drink. Vielleicht spazieren gehen, so ganz in Ruhe.

Das ist eine wirklich gute Idee.

Ich geh jetzt ins Bett.

Gute Nacht.

Schlaf gut.

Küss dich.

Küss dich.

- Hola. - Hola.

- Was machst du hier? - Hast du gerade geduscht?

- Ja, aber komm rein. - Soll ich später wiederkommen?

Nein, komm ruhig rein. Bitte komm.

- Wie geht's? - Sehr gut.

Schön.

- Das ist also dein Unterschlupf? - Ja. Aber woher kennst du die Adresse?

- Du hast es beim Mittagessen ausgeplaudert. - Ach ja.

- Was zu trinken? - Nein, danke.

- Hätte ich das gewusst, wär hier aufgeräumt. - Klar.

Da arbeitest du?

Ja.

Warum bist du gekommen?

Einfach nur, um zu sehen wie und wo du so lebst.

- Ich zieh mich an, und wir essen Mittag, okay? - Okay.

Fühl dich wie zuhause.

Bin fertig!

- Gehen wir? - Ja.

Ich hab mich mit Carlos gestritten, er ist ein Idiot.

Was war denn?

Ach, weißt du, er sagt mir ständig, was ich tun oder lassen soll.

Und das nervt mich.

Mit uns, das klappt nicht, und ich weiß nicht, wie ich's ihm sagen soll.

Ehrlich sein ist immer am besten, oder?

- Ja, find ich auch. - Danke.

Ich weiß nicht, aber es ist nicht so leicht, jemandem die volle Wahrheit zu sagen.

- Jemanden, den man gern hat, oder? - Wahrheit kann verletzen, oder Angst machen.

Das stimmt.

Aber das ist kein Grund, traurig zu sein, hm?

Liebst du Carlos?

Ich weiß nicht.

Ich meine, er ist ein echt lieber Kerl, aber...

Ich möchte ihm nicht weh tun.

Würde es ihm weh tun?

Es hat mir gefehlt, mit jemandem zu reden. Hast du jemanden?

- Du meinst, jemand besonderen? - Ja, genau.

Nein, da ist niemand.

Danke.

- Wer ist das Mädchen im Video? - Welches Video?

Das Mädchen im Schlamm... Das Video...

Hast du etwa rumgeschnüffelt?

Ja, ich bin eben einfach darüber gestolpert.

Das ist Karen.

Karen?

Tut mir leid.

- Ich hätte es nicht ansehen dürfen. - Ist nicht schlimm, nichts passiert.

Was hältst du von den Aufnahmen?

Ziemlich heftig. Warum hast du's gemacht? Für einen Film?

Nein, nein.

Karen steht auf solche Sachen.

Wir machen es zum Vergnügen.

Ist es eure Perversion?

Was genau nennst du pervers?

Was Seltsames oder Verbotenes.

Abel hat mich früher auch gefilmt.

Sieh an.

Dann hast du ja auch deine Perversionen?

Um ehrlich zu sein, hat es mir schon gefallen.

Zeigst du mir diese Videos?

Ich hab sie nicht mehr. Er hat sie alle.

Okay.

Ich möchte dir was zeigen.

Lass das.

Du trägst 'nen Tanga?

- Warum nicht? - Seit wann trägst du Stringtangas?

Die trage ich doch öfter.

Hab ich noch nie an dir gesehen.

Aber gefällt mir gut.

- Ich sagte, lass es! - Warum?

Was ist los, verdammt?

- Hast du ein Problem? - Wenn ich sage...

Was soll das denn?

Was denkst du?

Nimmst du das jetzt auf?

Ich nehme ständig auf.

Wie kannst du mir so was antun?

- Ich bin deine Schwester! - Okay, du bist meine Schwester.

Ja. Meine Halbschwester, eigentlich.

Das ist echt widerlich.

Komm, Aurora, du hast in meinen Sachen geschnüffelt.

- Und meine Privatsphäre? - Das ist was anderes!

Ich habe keine Kamera bei dir installiert! Das geht zu weit.

So schlimm ist es auch nicht.

- Warte, wo willst du jetzt hin? - Das war echt Scheiße, verdammt.

Hey, was ist los mit dir? Du bist so abwesend.

Nein, alles okay.

Wie wär's, wenn wir mal 'ne Auszeit nehmen?

Weg von deinen geliebten Läden?

Ich hab dir doch erzählt, dass Martin mit mir einkaufen gehen wollte.

Er hat's getan.

Er hat mir diese tollen, „silbernen“ Ohrringe gekauft.

Das war nicht mal Silber, und von dem Blech hab ich auch noch 'nen Ausschlag bekommen.

Hast du erwartet, dass er den Laden für dich leer kauft?

Ich hab mehr erwartet. Er tut sonst so galant.

- Aber es kam noch schlimmer. - Ich höre...

Er hat mir danach vorgehalten, dass ich zu materialistisch sei.

Und wir wissen beide, dass er recht hat.

Vielleicht du und ich, aber er kennt mich ja gar nicht.

Außerdem bin ich nicht nur materialistisch.

Ich mag zum Beispiel weiße Sandstrände, schöne Landschaften und auch die Natur.

Ach so, darum möchtest du einen Ausflug aufs Land machen.

Er soll endlich sehen, wie du die Natur genießen kannst.

Nein. Ich will einfach mal raus hier.

Hey, wie wär's? Ich organisiere es selbst.

Erst gehen wir schön spazieren, danach machen wir ein Picknick.

- Und laden Martin und Carlos ein. - Keine so gute Idee.

- Warum? - Carlos und ich haben so unsere Probleme.

Und darum werden uns die Abwechslung, und die Landluft auch sehr gut tun.

Bring deinen Bruder mit, als interessante Ergänzung.

Martin ist Kinokenner. Dann wird's nicht so langweilig.

- Okay? Ja? - Ich denk darüber nach.

Darüber nachdenken? Nix da.

Okay.

Hat dein Bruder 'ne Freundin?

Ja. Warum?

- Er gefällt dir? - Sagen wir...

Sieht aus wie'n Arschloch, aber ja, er gefällt mir.

Er ist schon mein Typ. Und früher war es ja auch deiner.

- Sprichst du von Abel? - Von wem sonst?

Abel war ein Hund. Aber viel lustiger als Carlos.

Er war ein Idiot.

Frag mich, wie er im Bett ist.

Wer?

Dein Bruder.

- Er ist mein Bruder! - Mag ja sein, aber er sieht trotzdem aus...

... als wüsste er wo's langgeht. Glaubst du, er mag's richtig schmutzig?

Kannst du bitte aufhören?

Hier.

Es tut mit leid.

I'm a back door man.

A back door man.

I'm a back door man.

I'm a back door man.

I'm a back door man.

- Noch jemand ein Sandwich? - Eine Serviette, bitte.

- Hier, bitte. - Danke.

Gern.

- Herr Regisseur? - Sehr aufmerksam.

Nein, vielen Dank.

Was für Filme drehst du denn genau?

Weiß nicht.

- Eine genaue Bezeichnung ist schwierig. - Martin ist ein echter Filmcrack.

- Du wärst bestimmt überrascht. - Das stimmt.

Ich gucke mindestens einen pro Tag. Ich habe tausende auf Disc.

Alle anzugucken, werde ich nie schaffen.

- Woher kriegst du sie? - Ein Freund lädt sie für mich runter.

Aber ich bin sehr anspruchsvoll bei Filmen.

Ich bestehe auf hoher Qualität. Also nur HD.

Und über Projektor.

- Nur das Beste. - Vom Feinsten.

- Meine Filme gibt's da nicht. - Doch, bestimmt, da gibt es alles.

Ich geh mal kurz weg.

Hast du vor, hier zu drehen?

Nein, ich mach hier Urlaub.

Sag mir eines, Oliver...

- ... wem kann man heute noch trauen? - Wie kommst du darauf?

Keine Ahnung, aber ich...

... werd das Gefühl nicht los, dass heute keiner mehr dem anderen traut.

Sogar innerhalb der Familie.

Meine Eltern glauben nicht, was ich ihnen erzähle.

Ich finde, das Thema wäre vielleicht was für einen Film.

Oder?

Die Leute glauben an dich, und geben dir Geld um Dinge aufzudecken. Oder?

- Ja. - Dinge, die du für wichtig hältst.

Aber das ist in diesem Land unmöglich.

Kein Vertrauen, Oliver.

Der Glaube fehlt.

Was soll das?

Was soll das?

Oliver, hör auf! Oliver!

Oliver, lass mich gehen!

Und was ist mit der Kamera?

Das gefällt dir doch!

Bring mich nach Hause.

- Was soll das? - Komm her!

Warum tust du das?

Das tut weh!

Hör mir doch zu!

Bitte hör auf! Mama!

Mama!

Mama, lass mich hier raus!

Mach auf!

Mach die Tür auf!

Mama!

Lass mich raus!

Mama...

Sagen Sie endlich etwas.

Sie sind hier nicht vor Gericht.

Wie beruhigend.

Aber wenn Sie möchten, können wir gern über das Vorgefallene sprechen.

Ich möchte aber nicht darüber sprechen. Ich möchte nach Hause.

Mir geht's gut.

Was bedeutet „gut“ für Sie?

Mit sich selbst zufrieden sein.

Glücklich sein.

Sind Sie glücklich?

Ich mach das nur für meine Mutter. Ich bin alt genug.

Haben Sie einen Freund?

- Nein. - Gehen Sie mit jemandem aus?

Jetzt nicht mehr.

Wie heißt er?

- Carlos. - Carlos.

Und was denken Sie... wie Carlos sich in diesem Moment fühlt?

Das interessiert mich nicht.

Warum? Haben Sie ihn nicht geliebt?

Oder wenigstens gern gehabt?

Was ist denn das für eine Frage?

Wie gern hatten Sie ihn?

Gern genug.

Und wie gern im Vergleich zu ihrem Bruder?

Hast du schon gehört?

Sie hat mit ihrem eigenen Bruder geschlafen. Dem eigenen Bruder.

- Die schläft mit jedem. - Die ist doch pervers.

- Wie ein Tier. - Animalisch und pervers.

- Wie krank. - Einfach ekelhaft, diese Vorstellung.

Find ich auch. Du sagst es.

Einfach ekelhaft.

Aurora?

Was willst du?

Du bist intelligent, benimm dich nicht wie ein Idiot.

- Ich will zu meiner Schwester. - Du bist ja krank.

- Du kannst mich nicht aufhalten, Julia. - Und wenn es das Letzte ist, was ich tue.

- Halt dich von ihr fern. - Du verstehst nicht, um was es hier geht.

Du bist ein Scheißkerl! Lass Aurora in Ruhe.

Julia, bitte.

Verlass besser die Stadt, hörst du? Verlass das Land.

Ich bring dich um, wenn ich dich noch einmal sehe.

Du weißt, ich mein es ernst. Ich zögere nicht.

Das ist keine leere Drohung!

Hurensohn.

Bist du hungrig?

Nein.

- Wirst du heute wieder hier oben essen? - Ja.

Du könntest aber auch mit mir gemeinsam unten essen.

- Hat Oliver angerufen? - Bitte was?

Hat Oliver angerufen?

- Was soll das, verdammt? - Ich will nicht, dass du mit ihm sprichst.

- Der Mistkerl, wie konnte er nur? - Aber es ist doch gar nichts passiert.

Da ist Carlos aber anderer Meinung.

- Carlos lügt. - Mag sein, aber Oliver nicht.

Er hat mir eben alles erzählt.

Liebes...

Oliver hat nur mit dir gespielt.

- Das Ganze hat ihm nichts bedeutet. - Vielleicht geh ich mit ihm nach L.A.

Du wirst mit niemanden, nirgendwo hingehen. Du bist krank, Aurora.

Und du musst in Therapie.

Es war nur Sex, Mama. Versuch es doch auch mal.

Bist du verrückt?

Also gibst du es zu?

Ich bin erwachsen! Du kannst mich nicht für immer einsperren!

Du bist noch ein Kind!

Wie war er, als Sie noch ein Kind waren?

- Rebellisch, sagte Vater. - Okay, verstehe.

Und wie würden Sie ihn beschreiben, mit Ihren eigenen Worten?

Mysteriös. Ja...

Er war geheimnisvoll.

- Und war das Verhältnis zu seinem Vater gut? - Nein, sie kamen nicht miteinander aus.

- Und mit Ihrer Mutter Julia? - Noch schlimmer.

Sie war nicht seine Mutter, also war das normal.

- Finden Sie? - Ja, ich denke schon.

Und...

Hat Sie das...

... irgendwie beunruhigt, oder war es Ihnen recht?

Weiß nicht.

Denken Sie darüber nach. Gefiel es Ihnen vielleicht...

... dass er mit Ihren Eltern nicht zurechtkam?

Ja... er war ja dadurch auch anders.

Es war für alle eine unangenehme Situation.

Er fiel aus dem Rahmen. Das kann schon anziehend und fesselnd sein.

- Was war denn so anders? - Er war gewalttätig und destruktiv.

Er nahm Vaters Auto und verschwand damit tagelang.

Das ist für Sie aus dem Rahmen fallen?

Ja, er hat sich getraut Sachen zu machen, die ich nicht mal aussprechen würde.

Wie...

... würden Sie ihn heute beschreiben? Immer noch geheimnisvoll?

- Weiß nicht. - Versuchen Sie es. Mit nur einem Wort.

Dunkel.

Er ist jetzt eine dunkle Person.

Als Kind hab ich ihn oft beobachtet. Er war so anders, als alle anderen.

So, als hätte er keine Gefühle.

Ich weiß nicht, wie er all diese Streitereien mit meinem Vater ausgehalten hat.

Dann ging er fort?

Fühlte sich unwohl.

- Wie fühlten Sie sich? - Erleichtert.

Ab dann lief alles so, wie meine Eltern es geplant hatten.

Was glauben Sie, warum bricht Ihr Bruder gern alle Regeln?

Zur Befriedigung.

Ist es das, was er von Ihnen wollte?

Bitte?

Einfach nur die Regeln brechen?

Glaube nicht.

Warum sollte es anders sein?

Was passiert, wenn er abreist?

Vielleicht ist er schon weg. Ich weiß es nicht.

Wie fühlst du dich heute?

Gut.

Muss dieses Ding ständig an sein?

- Gib es mir! - Hör auf!

Gib es her!

Es reicht!

Aurora, was machst du denn? Aurora! Wo willst du hin?

Oliver!

Oliver!

Aurora.

Hab versucht anzurufen.

- Wo warst du denn? - Mir wurde verboten, dich zu treffen.

- Du hast es versucht? - Ja, ich war im Club, aber du warst nicht da.

Ach ja? Du hast mich im Stich gelassen.

Nein, du warst ja nie allein. Aurora.

- Was ist passiert? - Nichts, bin gefallen.

Es tut mir leid, was du wegen mir alles durchmachen musstest.

- Ich konnte nichts machen. - Es war so schrecklich.

Natalia?

Du miese Schlampe.

Ich eine Schlampe? Ich?

Bist du jetzt vollkommen verrückt geworden?

- Nutte! - Hey! Hey! Hey!

- Wer von uns hat seinen Bruder gefickt? - Ich bring dich um, Hure!

Hört auf!

- Geh jetzt besser. - Ihr seid irre.

Verpiss dich! Verschwinde!

Und du bist ein Kretin!

- Du bist krank! - Wie kannst du nur so widerlich sein?

Du bist Abschaum! Und gemein!

Verpiss dich, du Miststück!

Ich glaub es nicht.

- Das war nicht geplant. - Was meinst du damit?

Das mit ihr oder mir?

- Was genau hätte nicht passieren dürfen? - Das hier. Du hättest nicht kommen sollen.

Bitte sag mir die Wahrheit: Wie lang machst du mir schon was vor?

- Ich hab dir nie was vorgemacht. Ehrlich. - Ach ja? Und was soll dann der Scheiß?

- Es hätte nicht passieren sollen. - Du wiederholst dich, Oliver! Es ist geschehen!

- Es war ein Fehler! Ich kann es erklären! - Was willst du erklären?

Dass du über meine beste Freundin steigst, während ich zuhause eingesperrt wurde?

Nein.

Weißt du, was Respekt ist?

Hast du Respekt vor irgendwas?

- Beruhige dich, dann reden wir. - Ja. Dann fällt dir sicher was Intelligentes ein.

Du bist ein Wichser und ein Scheißkerl.

Eine Schande, Oliver.

Du hast etwas sehr Wichtiges in deinem Leben verloren.

Du bist wirklich pervers.

Menschen zu erniedrigen, ist für dich normal.

Darum ist dein Leben auch so dunkel und leer.

Verschwinde aus meinem Leben.

- Oliver Bernard? - Ja, das bin ich.

Hier ist ein Umschlag für Sie.

Bitte hier unterschreiben.

Okay.

- Danke. Das war's. - Bis bald.

Was zum Teufel ist das?

Ich schwöre, das sieht aus wie eine rituelle Bestrafung für Ehebruch.

Genau das ist es.

Lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich, und genießen Sie einfach die Vorstellung.

Jetzt weißt du hoffentlich, wem du gehörst.

Damals war der Mann noch ein Mann.

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