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Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2024
♪ Titelmusik ♪
♪ Kraftvolle Instrumentalmusik ♪
♪ Musik verstummt ♪
* Schreibmaschinen-Akustik *
* Schreibmaschinen-Akustik *
(summt vor sich hin)
Ich habe's doch gesehen!
Nein, das klingt echt schräg, Viktor.
Ja, ist mir klar, aber ich habe es gesehen.
Das stimmt doch nicht.
Doch, tut es.
Frag Karl-Otto, er hat's auch gesehen.
Na ja ... - Sie haben es gesehen.
Wie kommt ein so großes Tier dahin?
Das geht doch nicht. Woher soll ich das wissen?
Wo ist die Mappe?
Noch im Auto.
Im Auto? Du weißt doch, was drinsteht.
Ich habe die Zahlen gerne griffbereit.
* Rascheln *
Ignorier ihn. Grüßen muss ich ihn.
Er ärgert dich nur. Das ist ein Risiko.
(flüsternd) Beachte ihn nicht, bis ihr auf Sendung seid.
Ich hole die Mappe.
Ja, ja.
* Funksprüche *
* Windrauschen *
* Elektrisches Surren *
(stöhnt)
Danke. Hier.
Halt dich an den Plan.
Konzentrier dich nicht auf die Zahlen.
Ich hoffe doch, sie sind diese Mal richtig?
Dreimal überprüft. Hoffentlich.
Geht es bald los? Ja, jeden Moment.
Hi, hi, hallo Gro. Ah, hallo.
Ich bin Siri. Gro. Sehr erfreut.
Viktor. - Okay.
Ich muss Ihnen was sagen.
Es kann noch etwas dauern.
Wir haben ein technisches Problem und es verzögert sich.
Wie lange?
Schwer zu sagen, es ist was mit der Stromversorgung.
Sie arbeiten dran.
Wahrscheinlich liegt es an einer Tanzgruppe von letzter Woche
oder dem Schlagersänger mit seiner Geburtstagsfeier.
Die Gruppe kennt keiner und der Sänger ist auf Tournee.
Aber macht euch keine Sorgen.
Vielleicht kriegen sie es repariert. Okay.
Was machen wir nun?
Gibt es einen Raum zum Aufhalten?
Ja.
Wir würden die Zeit gerne nutzen, um in Ruhe zu arbeiten.
In einem separaten Raum. Politische Sachen.
Genau, politische Sachen.
Wäre es nicht besser, wenn ihr hierbleibt?
Wenn es plötzlich weitergeht, seid ihr schon da.
Ist das okay?
Ja, warum nicht?
Danke, das ist wunderbar.
Ich wähle Sie auch.
Nette junge Frau. Mhm.
* Elektrisches Surren *
Kannst du gucken, was los ist?
Technische Probleme. Aber welche?
Versuch mehr rauszufinden, vielleicht kannst du helfen.
Ja.
(summt leise)
* Donnergrollen *
(räuspert sich)
(räuspert sich)
Was haben Sie draußen gesehen? Hm?
Ich habe das unfreiwillig gehört und bin von Natur aus neugierig.
Oh, ja, da das ...
Mh?
Was? Nein.
Es gab nichts zu sehen.
Sicher? Ja, nur ein Missverständnis.
Was denn für eines?
Das ist nicht so wichtig.
Wegen Ihrer Sicherheit? Nein.
Gott sei Dank.
Was war es dann?
Viktor behauptet, er hätte ein Nilpferd gesehen.
Ein Nilpferd?
Ja.
Wo? Hier draußen vor der Einfahrt auf dem Parkplatz.
Gibt es hier Nilpferde?
Nicht dass ich wüsste. Nein.
Er täuscht sich. Habe ich auch gesagt.
Ein Nilpferd gleich hier ...
Was soll ich sagen?
Ich habe kein Nilpferd gesehen oder etwas in der Art.
Vielleicht war es ein anderes Tier.
Ja, vielleicht.
Ein Hund zum Beispiel.
Fragen Sie ihn? Was soll ich ihn fragen?
Ob es vielleicht ein großer Hund war.
Ja.
Da steht etwas über Sie.
Das ist erfrischend.
"Die Gleichberechtigungs-Debatte des Sommers", spannend.
(schnalzt)
Ja, doch, doch.
Völlig richtig.
(schnalzt)
Jaaa.
* Quietschen *
(räuspert sich)
Mh?
Mh?
Soll ich dazu was sagen?
Nein!
Mache ich gerne, aber ...
Wir sollten das wohl auf der Bühne diskutieren ...
Ich weiß, was Sie sagen.
Glaube ich nicht. Doch.
Sie glauben zu wissen, was ich denke oder fühle,
aber das stimmt nicht.
Über Ihre Gefühle sagte ich nichts,
nur etwas über die Gesetze, die Sie ablehnten.
Sie haben wenig über meine Gefühle gesagt.
Das gebe ich zu.
Nur hier steht auch:
"Willoch regt sich auf,
über die Vorschläge der Arbeiterpartei zur Frauenquote"
Ich rege mich nichts auf - ich bin nur dagegen.
Sie meinen, Aufregung ist Frauenmonopol.
Habe ich das gesagt? Nein, aber gedacht.
Ich habe viele aufgeregte Männer in der Politik erlebt.
Die meisten waren ihre Vorgänger.
Ich wäre schon verzweifelt, würde ich mich stets aufregen,
wenn Ihre Partei undurchdachte Vorschläge macht.
Sie sicher auch.
Mh? Mh?
Ich glaube, Sie auch.
Nein.
Nein? Nein!
Wiktor?
Wiktor?
Sorry, sorry, sorry. Kein Problem.
Ja, tut mir leid,
aber es könnte noch dauern, so wie es aussieht.
Der Rest ist fertig - das Publikum ist da.
Das Nilpferd wird gesucht.
Machen Sie sich keine Sorgen.
Was?
Wiktor hat uns informiert. Hat er das?
Die Anwohner starten eine Suchaktion und die Feuerwehr ist gebrieft.
Die Feuerwehr? War das falsch?
Wer ist dafür zuständig? Der Kammerjäger.
Niemand, es war kein Nilpferd.
Es könnte ein anderes Tier sein, ein Hund zum Beispiel.
Also kein Nilpferd? Ich habe keins gesehen.
Aber das wäre gefährlich.
Es sind aggressive Tiere. Tatsächlich?
Ja, keine Spezies tötet jährlich mehr Menschen als Nilpferde und Kühe.
Das bezweifle ich.
Ich denke, Mücken sind gefährlicher.
Wegen Malaria und so weiter.
Das sind aber keine Säugetiere. Die gefährlichsten Säugetiere.
Mücken sind gefährlicher.
Wir können uns die Debatte sparen, es gibt kein Nilpferd.
Sorgen Sie dafür, dass wir anfangen. Sie arbeiten dran.
Wo ist Wiktor?
Er zeigt den Nachbarn, wo er das Nilpferd gesehen hat.
Ja.
Das dauert wohl noch hier.
Die Analyse, die Sie wollten.
Die Analyse von Brundtland?
Mh? Mh?
Was war das?
Ich habe nicht Sie gefragt.
Einer unser Berater heißt Brundtland.
Ihr Mann.
Ja, ich weiß.
Grüßen Sie ihn von mir.
Mache ich.
Er wurde neulich im Dagbladet erwähnt.
Ah, was Sie nicht sagen.
Sie haben geschrieben:
Wir haben viele kompetente Berater in der Außenpolitik in der Partei.
Das sei ein Grund, warum der Wahlpampf gut läuft.
Ich will mich nicht damit brüsten.
Es ist ein Kompliment für ihren Mann.
Schade, dass er sich nicht weiter für einen Sitz beworben hat ...
Können Sie aufhören?
Womit?
Sie provozieren mich. Ich bin nur freundlich.
Wir reden und ich mache Ihrem Mann ein Kompliment.
Das ist keine Provokation.
Ich mache Ihrer Frau auch keine Komplimente.
Darüber würde ich mich freuen.
Ich mache gerne Ihrer Frau
und allen Krankenschwerstern Komplimente.
Ich würde mir Sprüche darüber verkneifen,
dass ihr Mann das Gesundheitswesen stutzen will.
Habe ich gesagt, dass wir Krankenschwestern abschaffen?
Es ist genauer betrachtet ein Widerspruch.
Unsere Partei verteidigt diesen Beruf gegen eure Politik.
Auf den Widerspruch hat Sie wohl niemand hingewiesen.
Es wäre einfach, ihn zu widerlegen.
Es ist kein Widerspruch,
dass ich mit Arne Olaf verheiratet bin.
Ich liebe ihn eben, basta.
Ich will ihn nicht gegen Sie ausspielen. Doch.
Er wird schon immer gegen mich ausgespielt.
Ihr eigener Vater war nicht glücklich mit ihm.
War er nicht, stimmt.
Das geht so seit ich in der Politik bin.
Es wird mir von Ihrer, den anderen Oppositionsparteien
und meiner eigenen Partei vorgehalten.
Wenn die Frau eines Odvar Nordlis in einer anderen Partei ist,
hätte es keinen interessiert.
Odvar Nordli hat einen Hintergrund ...
Es geht um keinen Hintergrund, sondern Gleichberechtigung.
Dass ich sein Anhang sein müsste.
Das ist nur die halbe Wahrheit.
Nordli ist in Armut aufgewachsen.
Er ist im Wirtschaftsleben und der Arbeiterbewegung verwurzelt.
Es wäre abwegig, ihn als Konservativen zu verdächtigen.
Sie sind ein Bürgerkind.
Aus einer bekannten Familie mit einem Studium in Harvard.
Es ist doch klar,
dass Sie ein dankbares Opfer für diese Anfeindungen sind.
* Türschlagen *
Wo ist der Stromkreisverteiler?
Ich weiß es nicht, bedauere.
Wie alt ist der, 300 Jahre?
Wie blöd muss man sein, um Elektriker zu werden?
Für mich ist es kein Skandal, dass Sie Arne Olaf geheiratet haben.
Im Gegenteil, es zeugt von Zivilcourage.
Das ist bei Ihrer Partei selten.
Können Sie aufhören?
Warum? Ich bin fertig.
Gott sei Dank.
Außer Ihnen fehlt etwas ein?
Nein, aber Sie machen immer weiter.
Sie sprechen immer Themen an, auf die ich antworten will.
* Türknallen *
Was gibt es Neues?
Das Nilpferd ist noch verschwunden.
Das meine ich nicht, sondern die Technikprobleme.
Sie arbeiten dran.
Wir haben über Ihr Nilpferd nachgedacht.
Wir glauben, es war vielleicht kein Nilpferd,
sondern ein anderes Tier.
Ein ...
... großer Hund.
Das kann ich unterscheiden.
Zum Beispiel ein englischer Mastiff, ein beeindruckend großes Tier.
Es hat graues kurzes Fell.
Man kann es mal verwechseln - kein Grund, sich zu schämen.
Alle stimmen mir zu. Alle?
Jan Erik, Thorniel, Thorstein, Karl-Otto und viele andere.
Die Sicherheit der Leute hat Vorrang.
Der Saal ist voll.
(flüsternd) Aber konzentrier dich auf die Debatte.
Du sagst du so.
Vielleicht handelt es sich um eine kollektive Psychose?
Ja, natürlich.
Wenn Wiktor das sagt, stimmt es.
Aber wir waren uns doch einig?
Wenn er sicher ist, halten wir uns dran.
Ja, aber ... Nein!
Woher wissen Sie, dass er es nicht gesehen hat?
Er muss sich von Ihnen nicht sagen lassen,
was er gesehen hat.
Ist gut, dazu äußere ich mich nicht.
Ich glaube nur,
wir sollten mit gesundem Menschenverstand vorgehen.
Wir anderen sind ja alle blöd.
Das sage ich nicht. Doch, immer wieder.
Genug, das hält keiner aus.
Warum regen Sie sich so auf? Ich rege mich nicht auf!
Ist ja gut.
Was ...?
Vielleicht täusche ich mich und es ist ein Hund.
Ist ja kein Problem. Nein, ein Mastiff.
Wir sind uns einig?
(stöhnt)
Alles klar?
Ich halte ihn nicht aus. Du musst ihn ignorieren.
Was ist mit der Idee für dein Gezappel mit dem Fuß?
* Elektrisches Surren *
Bin nicht dazu gekommen. Versuche es.
Ja.
* Türknallen *
In fünf Minuten kann es losgehen, macht euch bereit.
Gibt es hier eine Toilette?
Unten in der Lobby. Danke.
(seufzt)
* Elektrisches Surren *
* Elektrisches Surren *
* Elektrisches Surren *
* Abschaltgeräusch *
* Donnergrollen *
* Krachen *
* Poltern und Rumpeln *
* Grunzen *
* Grunzen und Poltern *
* Schnauben *
* Surren *
* Keuchen *
* Klirren und Poltern *
* Keuchen und Stampfen *
* Surren *
Es ist alles chaotisch. Das ist das falsche Wort.
Was ist passiert? Der Verteiler ist explodiert.
Wir haben das Feuer gelöscht. Explodiert?
* Husten *
* Sirenen *
Okay, Leute, Evakuierung. - Nein, ist schon repariert.
Geht nach Hause.
Ein Verteiler ist explodiert!
Das war nur ein Funke und jemand ist ausgeflippt.
Wer ist hier verantwortlich? - Eigentlich die Produzenten.
Die sind in London.
Evakuierung! Die Ministerpräsidentin ist hier.
- Hier brennt nichts, bist du taub?
Falscher Alarm, packt wieder ein.
Kümmert euch um das Nilpferd. - Sie haben es gesehen?
Ein Nilpferd läuft rum? Ich will ja nicht ...
Wer ist dafür zuständig? - Das Wildtier-Dezernat.
Was heißt repariert? Es ist dunkel.
Was soll ich alles machen, ich bin nur Elektriker?
Oh.
Scheiß-Feuerwehr, haltet euch wohl für was Besseres.
Alles Amateure und Dilettanten.
Wisst ihr, wie man euch in meiner Heimat nennt?
Wasser-Wichser!
* Türknallen *
Kann ich den Verteiler sehen?
Jupp, ich zeige ihn euch.
Hast du den Reißnagel im Schuh?
Tut mir leid, wie das läuft, kann ich was für dich tun?
Das wird schon, Wiktor.
Und?
Hm? Stimmt was nicht?
Nein, nein.
Tut Ihnen was weh?
Nein.
Ja, die Stühle sind unbequem.
Nein.
Warum bringt die Feuerwehr nicht den Notarzt mit?
Der könnte ... Ich habe keine Zeit, mit Ihnen zu plaudern.
* Türknallen *
* Schritte *
Vielleicht sollten wir gehen?
Ja, wir hätten nicht kommen sollen.
Das sehe ich auch so.
Okay. Was?
Das hier wird zu verrückt.
Vielleicht ist es Zeit, es abzublasen.
Abzublasen? Nein.
Das geht nicht. Oder vielleicht ein anderer Termin?
Ich habe aber keinen anderen Termin.
Okay?
Ich verstehe Sie ja,
aber vielleicht ist das hier vorrangig?
Es war heute schon vorrangig.
Drücken Sie sich nicht zwei Wochen vor der Wahl.
Ich drücke mich nicht.
Haben Sie nicht von abblasen geredet?
Ich spiele hier keine Spielchen.
Wir würden davon nicht profitieren.
Ganz im Gegenteil.
Eine Verschiebung käme Ihnen zugute.
Wir hätten davon Nachteile.
Ich glaube nicht,
dass Sie ihre Fähigkeiten anzweifeln.
Wir liegen zurück und die Debatte ist unsere Chance, das zu ändern.
Sie haben alles zu verlieren.
Ja? Ihre Zustimmungswerte.
Sie sind sich der Umfragen bewusst? Das beruhigt mich.
Wir haben noch nicht verloren.
Es schmerzt, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
Mein Fuß schmerzt bereits.
Was? Es findet statt, Herr Willoch.
Herr Willoch?
Wir können ja höflich sein, wenn wir hier sitzen.
Habt ihr Spaß? Noch in Form?
Ja, wir plaudern hier.
Ich hoffe, ihr habt noch viel zum Plaudern.
* Windrauschen *
* Türknallen *
Höflichkeit ist eine gute Sache.
Sie finden doch nicht, dass ich Sie persönlich attackiere?
Ich habe großen Respekt vor Ihrer Arbeit.
Die Führungskämpfe der Arbeiterpartei waren trostlos.
Das lag sicher nicht an Ihnen.
Sie waren eine Erfindung der Presse.
Aber das bleibt bei den Leuten hängen.
Bei denen bleibt hängen, wie schwer es Ihnen fällt,
die Politik Ihrer Vorgänger zu vertreten.
Männer natürlich. Das sehen Sie falsch.
Ich glaube, dieser Eindruck ist nicht abwegig.
Ihr Problem ist,
dass Sie letztendlich mit uns einer Meinung sind.
So geht es wohl den meisten Ihrer Genossen.
Das könnt ihr nicht zugeben, sonst würdet ihr zugeben,
dass eure Politik verfehlt ist.
Diesem Schluss überlässt man sich sicher ungern.
Vielleicht können wir uns auf ein Beispiel einigen?
Womöglich fällt es Ihnen schwer, zu akzeptieren,
dass in Norwegen jedes Geschäft um Punkt 16 Uhr schließen muss.
Und es gibt nur einen Fernsehsender.
Ich bin damit voll zufrieden.
Sie vertreten eine Politik,
die Sie geerbt haben und zu der Sie nicht stehen.
Sie sind schließlich eine moderne Frau.
Das sieht man in jeder Nahaufnahme.
Sie sollten das auch jetzt zeigen, nicht kurz vor den Wahlen.
Ich stehe zur Arbeiterpartei und ihrer Politik,
das ist meine Pflicht.
Und zwar zur ganzen Politik und nicht nur einzelnen Themen.
Das ist meine Aufgabe und Überzeugung.
Bei uns geht es anders zu als bei euch:
Wir sind eine Solidargemeinschaft.
Daran haben sich alle Vorsitzenden gehalten.
Es liegt nicht daran, wenn ich Debatten verliere.
Ich habe mit Debatten kein Problem.
Mein Problem ist, dass ich eine Frau bin.
Frau Brundtland, nicht jede Kritik an Ihnen ist falsch,
weil Sie eine Frau sind.
Sonst könnte man nicht Ministerpräsidentin sein.
Sie haben Recht mit den Nahaufnahmen.
Ich weiß, wie ich wirke. Sehen Sie.
Nein, ich sehe darauf nicht dasselbe
wie Sie in ihrer unendlichen Weisheit.
Ich sehe eine wütende Frau.
Ich darf nicht wütend werden.
Einar Gerhadsen darf das.
Bratteli darf trinken und fluchen, aber ich nicht.
Ich sitze in einem Studio,
mit dem unausstehlichsten Menschen, dem ich je begegnet bin.
Ja, dann merkt man, dass ich was verberge,
aber ich gebe Ihnen nicht recht.
Meine Nieren sondern Cortisol aus, weil Sie mich auf die Palme bringen!
Cortisol? Ja, ein Hormon, das Stress auslöst.
Ich löse Hormone aus?
Das war's!
Wir gehen? Verzeihen Sie.
D-Das war ein missglückter Versuch, witzig zu sein.
Wiktor! Tut mir leid.
Gro, Gro, Gro!
Wiktor?
Ich entschuldige mich auf Knien.
Das war unpassend.
Ich bitte um Verzeihung.
Was ist, das Nilpferd?
Nein, wir brechen ab.
Nein. Hä?
Wir haben das diskutiert, aber ist es klug?
Keine Diskussion, wir fahren.
Die Feuerwehr sagt, es ist alles in Ordnung.
Der volle Saal wartet auf euch.
Sie belagern die Treppen.
Oh.
* Ferner Applaus *
Dann bleibt uns wohl nichts übrig.
The show must go on. The show must go on.
Das ist keine Show.
Ich weiß, aber ...
Es ist schön, dass dich so viele sehen wollen.
♪ Spannungsvolle Musik ♪
Ein Wort von mir und sie kündigen euch an.
Ich möchte Ihnen noch eines sagen.
Ich sehe die Auswirkungen,
dass Sie als Frau anders behandelt werden.
Ich bin nicht blind.
Nicht blind?
Könnten Sie dann ein paar unserer Gesetze durchwinken?
Macht ihr am Ende eh.
Vielleicht ein paar, aber alle?
Sie tun so, als hätten wir erkannt, dass ihr eigentlich Recht habt.
Eigentlich ist es umgekehrt
Es hat 20 Jahre gedauert, bis ihr erkannt habt,
das selbstbestimmte Abtreibung Teil der Freiheitsrechte ist.
Euch dämmert sogar, was wir am Sozialstaat haben.
Der Sozialstaat ist nicht eure Erfindung.
Er war immer eine Grundlage der Konservativen Partei.
Wir haben ihn verwirklicht,
Sie könnten dankbar sein,
statt uns wie naive Kinder zu behandeln.
Nicht wie Kinder,
die Naivität findet sich in jedem Alter.
Ihr Vorgänger, Johan Nygaardsvold ...
... war älter, als er meinte, Norwegen müsse abrüsten.
Die Wehrmacht hat unser Land fünf Jahre besetzt.
Die Besetzung ist also meine Schuld.
Das wollte ich damit nicht sagen.
Wir zanken wieder.
Ich wollte Sie nicht kritisieren.
Ich verstehe Sie und wie schwer Sie es als Frau haben.
Sie sollen nicht aufhören, mich zu kritisieren.
Kritik finde ich hilfreich.
Ja.
(druckst herum)
Wissen Sie, was mir aufgefallen ist?
Man redet uns mit Vornamen an, früher war das anders.
Bratelli, Nordli, Korvald ...
Aber Sie nennt jeder nur "Gro".
Ich bin nicht mehr "Willoch", sondern einfach nur "Kare".
Es missfällt Ihnen.
Ich bin unsicher, ob es gut ist, wenn es nur um die Person geht.
Es geht doch um Politik, nicht, mit wem wir verheiratet sind.
Ja, wir sind Gro und Kare.
Das macht die Politik vielleicht greifbarer.
Vielleicht, hoffentlich haben Sie Recht.
Deshalb ist der Saal voll. Das könnte sein.
Bei Bratteli und Korvald war der Andrang viel kleiner.
Das ist doch gut.
Absolut.
Wenn es nicht nur um die Show geht, wie dieser ... Martinsen sagt.
Ja, das ist albern.
Dass alles gleich wichtig wäre.
Es ist ein Unterschied,
ob wir über wichtige Sicherheitsfragen debattieren ...
... oder in Trondheim ein entlaufenes Nilpferd rumläuft.
Äh, ja.
♪ Spannungsvolle Musik ♪
Apropos, Willoch.
Apropos Nilpferd.
Ja?
Ich war vorhin da unten auf der Toilette.
Und auf dem Rückweg
habe ich verstörende Geräusche im Lagerraum gehört.
Ich verstehe nicht.
Na ja, so ein Stampfen ...
... und Schnauben.
Vielleicht war es ja das ...
Aber ...
... ich bitte Sie.
Ja, es klingt abenteuerlich.
Ich hatte kurz das Gefühl, dass es da drinnen war.
Wie kam es rein? Keine Ahnung.
Die Türen sind zu eng.
Sie haben es gesehen?
Nein, aber gehört.
Das müssen Sie mir glauben.
Was hielten Sie von einem Patienten, der das sagt?
Ja, aber ...
Wir sind uns in vielem einig ...
Ich habe mir das nicht eingebildet.
Ich hörte ein Stampfen, ein Keuchen, ein Schnauben ...
Sie sind sicher?
* Keuchen *
Gro.
Wir können nicht ausschließen, dass die ganzen Aufregungen heute,
in ihrem Unterbewusstsein zu einer Sinnestäuschung führten ...
Ich habe keine Wahnvorstellungen.
Na dann, ein Tier aus dem weiten Afrika.
Ein Nilpferd wütet im Lagerraum ...
Gehen wir hin, wenn Sie mir nicht glauben.
Ich glaube Ihnen.
Wenn da nichts ist und kein Glas rumliegt,
gebe ich zu, mich getäuscht zu haben.
Ehrlich, Gro, deswegen sind wir nicht hier.
Wir sind hier, um über Politik zu reden
nicht, um ein Nilpferd zu suchen.
Kommen Sie, Willoch.
Nein, ich glaube Ihnen!
Warum? Ich will hierbleiben.
Ich merke an Ihrer Stimme, dass Sie mir nicht glauben.
Kann ich was für meine Stimme?
Klar, die haben Sie als Politiker kultiviert.
Dieser süffisante, selbstgefällige Ton:
"Hört mich an, ich täusche mich nie."
Ich durchschaue Sie.
Ich täusche mich halt fast nie.
Kümmern Sie sich um ihre Stimme, die ist speziell.
Können wir aufhören?
Ja, aber ich täusche mich nicht.
Ich bin überrascht.
Ein rationaler Mensch wie Sie, gibt sich Wahnvorstellungen hin.
Ich habe keine Wahnvorstellungen.
Bei einem Mann hätten Sie nachgeguckt.
Sie haben diesem Martensen selbst nicht geglaubt.
Können wir uns auf einen Kompromiss einigen?
Im Lagerraum könnte ein Tier sein, aber kein Nilpferd.
Wäre das okay? Nein.
Was denn sonst?
(beide) Ein großer Hund?
Das wird immer besser:
Ein Hund, der Geschirr zertrümmert.
Kommen Sie einfach mit, dann sehen wir, wer Recht hat.
Hören Sie bitte auf.
Hier ist zweifellos ein Nilpferd, das ist ein Sicherheitsproblem.
Das ist ernst.
Ich fühle mich hier sicher,
aber schicken Sie gerne jemanden von Ihrer Security.
Wenn ich das täte und er es bestätigt,
würde Sie es auch nicht glauben.
Es wären für Sie Wahnvorstellungen.
Das Gegenteil ist der Fall.
Laut Ihnen, würde ich einem Mann glauben.
Das wäre ein interessanter Test.
Man würde sehen, ob ich frauenfeindlich bin.
Ich weiß, wie frauenfeindlich Sie sind.
Ich sage Karl-Otto, er soll nachgucken.
Was ist, wenn er kein Nilpferd findet?
Wenn die Ministerpräsidentin vor ihrem Schatten erschreckt?
Ich habe einen Schatten wie ein Nilpferd, weil ich dick bin?
Nein, Sie sind nicht zu dick.
Sie sind gertenschlank wie eine Tanne.
* Gelächter *
Ich würde Sie nur mit einem Nilpferd vergleichen,
weil die Leute nicht wissen, wie gefährlich es ist.
Ich erinnere Sie an Ihre Worte:
Ein dickes Nilpferd ist ungefährlicher als eine Mücke,
die Seuchen verbreitet.
* Gelächter *
Reden wir weiter über Tiere? Ja.
Sie vergleichen mich mit einem Nilpferd,
dem widerspreche ich.
Außerdem habe ich drei Kilo abgenommen.
Das ist die Freiheit des Einzelnen.
Es geht um die Debatten-Kultur.
Die Art und Weise des Umgangs miteinander.
Man vergleicht sich nicht mit einem Nilpferd.
Das war's, wir sind fertig.
* Applaus und Jubel *
Was?
♪ Bobbysocks: "La Det Swinge" ♪
* Lauter Jubel *
* Knall *
♪ Bobbysocks: "La Det Swinge" ♪
♪ Musik verstummt ♪
* (Radio) "La Det Swinge" *
* (Radio) ♪ Age Aleksandersen: "Lys Og Varme" ♪ *
* (Radio) ♪ Age Aleksandersen: "Lys Og Varme" ♪ *
♪ Age Aleksandersen: "Lys Og Varme" ♪
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