All language subtitles for Makta S01E10

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Original subtitles

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2024

* Türöffnen *

Hey! Wir kennen uns noch nicht, ich bin, äh, Thorbjörn.

Hey, ja. Ja, ja. Gro.

Ja, also wenn wir ...

Vielleicht begrüßen wir uns erst mal richtig.

Äh, ja, ich freu mich drauf, das wird bestimmt toll. Genau.

Okay. Genau.

Method Acting. Wer ist das? Thorbjörn Harr.

Nie gehört!

Okay.

Kann losgehen.

Hau rein!

* Summen *

* Summen *

* Summen *

Ja. Das hätten wir.

Danke schön. Vielen Dank.

Ja, Frau Brundtland, es geht los.

♪ Titelmusik ♪

♪ Kraftvolle Instrumentalmusik ♪

♪ Kraftvolle Instrumentalmusik klingt aus ♪

Der Pressemensch ist da.

Wie siehst du denn aus? Du willst mich dabeihaben?

Na klar.

Ich kann mir was anderes anziehen. Nein, super. Ja?

Ja. Cheese!

Das ist nichts, irgendwie - ich denk mir was aus.

Können Sie so tun, als hätten Sie Ronald Reagan an der Strippe?

Oder Margaret Thatcher?

Hello! Mister President, äh. Ja. Nein. So geht das nicht.

Das mit dem Pyjama ist ein bisschen blöd.

Aber lustig, oder? Nee, der Pyjama ist prima.

Nur, der Koffer Was ist damit?

Es sieht aus, als wühle Arne Olav drin.

Können Sie die Akten da aufheben?

Ja. Als würden Sie auch was tun, nicht nur Gro. Yes, I see. Klasse.

Jetzt tun Sie so, als ob Sie die Akten in die Tasche stopfen.

Gro, Sie reden dabei weiter mit Ronald Reagan.

Das ist ein Rollentausch:

Der Mann packt der Frau den Aktenkoffer.

Da denken doch alle,

dass er Zugang zu Regierungsdokumenten hätte.

Er ist Mitglied bei den Konservativen.

Hör ich recht?

Ist das nicht weit hergeholt? Äh. Hat er nicht.

Kinn hoch, Arne Olav. So? Super.

Nein, klar, aber du weißt, wie's ist:

Sie versuchen, dir was anzuhängen.

Wir haben uns überlegt, dass du den konservativen Ehemann weglässt.

Wieso? Es hieß, ich soll Bürgernähe zeigen.

Du kannst nach Hause, Beate. Danke, Gro.

Sie wollen mich kleinkriegen. Das kann man so sagen.

Es wird schlimmer, nach der Debatte geht der Wahlkampf erst richtig los.

Egal, ist ja gut: Ich halt Arne Olav raus, kein Problem.

Wenn andere ein Problem haben, weil er rechts ist,

sollen sie heute den Fernseher einschalten.

Da stopfe ich diesen Wichtigtuern das Maul. Genau.

Ja, nicht wahr?

* Fahrstuhl-Glocke * Hast du ein Los für die Weintombola?

Noch nicht. Ich trinke nicht mehr, aber es wäre ein Geschenk.

Aufgehört? - Ja, habe ich.

Hey, hey, hey! Morgen!

Immer aktiv! Ja, ja. Muss ja.

Lass dich nicht stören, aber ich muss einfach gratulieren! Wozu?

Weil die konservative Partei dich fürs Parlament nominiert hat.

Äh. Ja, das wär doch einfach großartig.

Du könntest so viel für uns tun! Äh, ja.

Aber wer zum Teufel hat mich auf die Kandidatenliste gesetzt?

Na, das weiß ich auch nicht.

Hat dich niemand gefragt oder benachrichtigt?

Es gibt Leute, die merken, wie du dich im Wahlkreis engagiert hast. Ja.

Ist doch gut. Ja.

Nicht? Doch, doch, sehr gut, nur, äh, ich weiß halt nicht, ob das passt,

im Moment.

Ja, Gro. Verstehe.

Ich freu mich schon auf die Debatte heut Abend. Ja.

Willoch ist so ein begabter Redner. Ja.

So charmant und witzig. Witzig, absolut.

Ja. Und schlau wie ein Fuchs, ja. Genau, aber ...

Er hat was Beruhigendes, findest du nicht? Stimmt.

Wenn er einen anguckt,

dann ist das wie ein Bad in Zuversicht und Vertrauen.

Ja, ja, ja, ja, aber, ich muss jetzt leider, trotzdem, danke.

Und viel Glück für Gro.

Ja, werd ich ausrichten. Also, ihr auch.

Ihr auch, ja.

Wir sehen uns.

Frau Brundtland,

Ihr Mann hat genau den gleichen Pyjama wie ich.

Ich habe gerade das Bild in der Zeitung gesehen – ulkig.

Ja, Arne Olav liebt ihn. Ja, so schön bequem und warm.

Aber nicht zu warm. Eben.

Ja, Frau Brundtland, wir sehen uns in der Manege.

Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer

bei uns in Marienlyst zur Debatte.

Mit Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland und Kare Willoch.

* Ring-Glocke *

Los geht's.

Frau Ministerpräsidentin: Wird Russland auch kernwaffenfrei?

So geht das nicht: Die Frage ist falsch gestellt.

Das ist eine Suggestivfrage, die soll nur verwirren.

Darf ich meine Frage so stellen, wie ich möchte? Das wäre nett.

Ich finde die Frage völlig in Ordnung. Nein!

Stellen Sie sie bitte anders!

Das geht nur, wenn Sie mich aussprechen lassen. Ja?

Wenn Sie mich nicht unterbrechen, kriegen Sie eine.

Sie haben die Chance. Die nehme ich gerne wahr, aber ...

Die nehmen Sie nicht wahr, alles nur Ausweichen.

Das ist nur die höfliche Bitte. Der komm ich gerne nach, los.

Kriege ich eine Chance? Die haben Sie, hatten Sie.

Sie nehmen nichts wahr, Sie hatten Chancen.

Ich warte seit 45 Minuten, dass Sie die wahrnehmen. Nichts.

Okay, das sollte reichen. Was wollen wir sagen?

Wir sagen, dass es manchmal ...

Manchmal so wirkt, ja ... - Als wärst du ein bisschen wütend.

Aggressiv.

Ich? Ich bin nicht wütend.

Natürlich nicht, klar, es könnte so aussehen. Engagiert.

Ingjald, ich bin engagiert.

Wir diskutieren Wichtiges, das nimmt einen mit.

Wie oft soll ich es noch sagen?

Dazu gibt es Gesetze, die mehrheitlich verabschiedet wurden.

Sind Sie (piep) oder was?

Wir sagen ja nur, es kommt so rüber.

Du bist engagiert, aber ...

Ich trete selbstbewusst auf und rede nicht drumrum.

Mimisch wie gestisch.

Warum diskutiert ihr nicht mit ihm? "Frau Brundtland".

Mit dieser Schmierseifenstimme.

Willoch geht einem mächtig auf die Nerven.

Uns geht es auch nicht anders, aber das ist, was er will.

Habe ich das Wort, Frau Brundtland, darf ich ... Klar haben Sie das.

Stellen Sie die Frage, worauf warten Sie? Wenn Sie fertig sind.

Ihnen fällt keine ein.

Etwa, dass du ihn unterbrichst. Du musst ihn ausreden lassen.

Ich muss mir doch Gehör verschaffen, Ingjald!

Er sitzt einfach da, behauptet oder fordert.

Aber du musst den Mann ausreden lassen, das ... Ich weiß:

Die Opposition kritisiert die Regierung - aber auch umgekehrt:

Ich erkläre das Handeln der Regierung.

Ich möchte ja gar nicht Odvars Politik verteidigen,

sein Faible für den NATO-Doppelbeschluss!

Ja. - Ja, daran werden wir für die nächste Debatte im Vorfeld arbeiten.

Wir haben uns gedacht, ein kleines Coaching,

vor laufender Kamera.

Ich hab ein bisschen Erfahrung mit Kameracoachings.

Ich hab doch Kameraerfahrung.

War das die Antwort?

Ich glaub, dass du manchmal nicht weißt, wo du grad hingucken sollst.

Woher weiß ich, dass das die falsche Kamera ist? Die war aus.

Sie sind aus, wenn es rot leuchtet. Nein, umgekehrt.

Wenn das rote Lämpchen leuchtet, sind sie an. Unlogisch!

Ja, schon.

Hey, hey. Hey, Liebling.

Das riecht aber gut. Ja. Ja.

Ist da Butter dran? Ja.

Margarine, ich weiß nicht, das bringt nichts.

Man kann sich auch mal Butter gönnen. Stimmt.

Hab ich noch Zeit, mich umzuziehen? Na, klar.

Übrigens ... Bevor ich's vergesse ...

Du zuerst.

Es gab blöde Reaktionen auf die Reportage. Ach, ja?

Ja, manche Leute meinen, du wärst ein Spion für Willoch.

Früher hat das funktioniert, die nette, normale Familie.

Das hat den Leuten gefallen.

Aber jetzt sind die Medien gegen mich.

Also haben wir uns gedacht,

es wär eine Idee, wenn wir dich aus dem Verkehr ziehen.

Was meinst du?

Den Staatsbesuch nächste Woche.

Mugabe? Da brauchen wir dich nicht, das mach ich solo. Oh, nein.

Auf den hab ich mich gefreut, ein fortschrittlicher afrikanischer ...

Da haben sie gleich einen Vorwand, auf mir herumzuhacken.

Was wolltest du mir sagen? Nichts, äh, schon bisschen verrückt.

Weiß nicht, scheint so,

als wär ich auf der Kandidatenliste der Konservativen gelandet.

Oh je.

Weiß auch nicht, wie ich dazu komme, ich hab mich nicht drum gerissen.

Das ist kein Problem.

Du sagst Bescheid und sie nehmen dich von der Liste. Ja.

Hast du einen Witz auf Lager? Einen Witz? Ja, für Einar.

Einar reißt andauernd Witze. Ja.

Die find ich ja meistens nicht so lustig.

Dann überlass die Witze mir. Okay.

Warum sagen Engländer für Gewerkschaft You-nion statt Me-nion?

Con-servative, statt me-servative?

* Türglocke *

Danke, aber wir haben schon einen Staubsauger.

Starker Witz.

War nur ein Witz, kommt rein! Einen so zu erschrecken.

Sissel wollte umkehren.

Ich muss Witze lernen. Hast du Herztropfen da?

Legt ab!

Du verstehst Spaß, was, Sissel? Doch. Oder? Nicht lustig?

Erst mal: Danke für die Einladung, Gro. Bitte, gern.

Ich find's gut, wenn wir uns privat treffen. Auf jeden Fall.

Ich weiß, ihr steht Reiulf nahe, du und Einar.

Es könnte sein, dass ihr ein falsches Bild von mir habt.

Ich find die Hexenjagd gegen dich überzogen.

Jetzt beteiligen sich deine Nachbarn an der Kampagne.

An der "Weg-mit-ihr!-Kampagne.

Hallo, hallo!

"Weg mit ihr!"?

Ich find dich gut. Was?

Dein Feuer, wie du ihn vor dir hertreibst. Genau.

Da bist du aber der einzige, für die Medien bin ich eine Giftnudel.

Du machst das gut.

Dieser Willoch mit seinem perfiden Grinsen.

Immer arrogant, typischer Rechter, die sind alle so.

Hm.

Außer dir. Danke. Aber die Leute finden ihn witzig.

Dann schlag zurück - wie vorhin, mit dem Staubsaugerwitz.

Das kommt im Fernsehen nicht an. Genau.

Was sollen Witze in einer Debatte.

Da tauscht man sich über Politik aus.

Er nimmt dich auf den Arm, weil du 'ne Frau bist.

Ich find das nicht witzig. Eben. - Unmöglich.

* Sirren *

Telefon. Ja, entschuldigt.

Ja, der Staatsbesuch nächste Woche wird bestimmt spannend.

Ja? Hallo?

Sie muss sich gegen Kritik verteidigen.

Hallo?

Das könnte unangenehm werden.

Wer ist dran? Ich hör nichts.

Okay, dann leg ich jetzt auf. * (Anrufer stöhnt) *

Ja, schon.

* (Stöhnen) *

Ja, aber ich bin nicht mehr dabei. Traurig?

Ein bisschen: Ich mach das jetzt schon zum x-ten Mal. Ich weiß.

Ich bin ziemlich gut darin.

Ich lauf einen Meter hinter ihr und trag ihre Tasche.

Du musst einen Meter hinter ihr laufen? Ja.

Die Ministerpräsidentin geht voran, wie ein Minenräumgerät.

Die anderen stapfen hinterher.

Wir haben einen eigenen Tisch, ich und die Frauen anderer Politiker.

Charme - kann ich. Glaube ich.

Damit ist es jetzt aus.

Das kommt wieder: eine Pause im Wahlkampf.

Ich hätte Mugabes Frau total betört.

Du kannst zu mir kommen und meine Frau betören.

Jederzeit. - Er ist zu faul dazu.

Dass du mich immer kleinmachen musst.

Nein. - Doch!

War das ...? Nein. Britt ist bei den Linkssozialisten?

Arbeiterpartei, Linkssozialisten – das ist egal.

Bald seid ihr an der Macht.

Das könnte kommen - scheint fast so.

Da tun sich Chancen auf? Was für Chancen?

Du hast eure Kampagne mit Beiträgen zur Sicherheitspolitik gefüttert.

Das waren nur so kleine Studien.

Staatssekretär im Außenministerium, das wär was.

Davon träumt man als Wissenschaftler.

Sich mit seinen Forschungen in der realen Welt

für die Gesellschaft nützlich zu machen.

Noch Hunger? Nein, nein.

Nein, es war wunderbar. Das freut uns - Dessert geht noch?

Klar, soll ich helfen? Nein, schon gut.

Ich lass mich nicht von Arne toppen, kommt nicht infrage.

Okay. - Wiedersehen. - Wiedersehen. Gute Nacht.

Das war schön. Ja, nicht?

Willochs Spion könnte Britta von den Linkssozialisten verführen.

"Mein Name ist Brundtland – Arne-Olav Brundtland."

"Gerührt, nicht geschüttelt." "Take that!"

(ahmt Schüsse nach)

"Oh, my lord in heaven."

"Oh, look at this." Sag mal? Yes.

Hast du, ähm, hast du in letzter Zeit komische Telefonate gekriegt?

Wieso? Du? Ja. Grad vorhin, beim Essen. Echt?

Nur, äh, so irgendwelche Atmer - und Laute.

Das müssen wir weitergeben. Das müssen wir melden.

Ich glaub auch.

* (Telefon) *

♪ Trommelwirbel ♪

* Telefon *

♪ Laute Trommelmusik ♪

Also, wir nehmen das sehr ernst. Das versteh ich vollkommen.

Aber nicht übertreiben, es handelt sich nur um Anrufe.

Es ist gut, dass Sie die melden, wir müssen über so was Bescheid wissen.

Ja, ist klar.

Aber ist es nötig,

dass der Verteidigungsminister hier mit am Tisch sitzt?

Das wird doch kein Armeeeinsatz.

Das kann man nie wissen, Gro.

Es gab seltsame Anrufe und wir haben den Staatsschutz informiert.

Die Sache ist die, es sind nicht nur "seltsame Anrufe".

Es gab auch konkrete Drohungen.

Vergessen Sie die erst mal.

Aber sind sie besorgniserregend?

Nein, Sie machen weiter wie gewohnt.

Wir kümmern uns um alles, ohne Sie in Ihrer Arbeit zu behindern.

Zwei Beamte, Carlsen und Petersen hier,

übernehmen Ihren Schutz, rund um die Uhr.

Ich muss darauf bestehen, dass das diskret geschieht.

In Regierungsgebäuden, in der Öffentlichkeit.

Und natürlich keine Beeinträchtigung meines Familienlebens.

Sie werden uns nicht bemerken, wir sind praktisch unsichtbar.

* Hubschrauber *

Die zentrale Aussage Ja? - Sehr einfach.

Die NATO ist gut.

Sehr gut. Das ist es doch.

Das war informativ und instruktiv, vielen Dank, Arne Olav.

Ich glaub, wir trinken einen Kaffee. Ja!

Das wird sicher eine interessante Diskussion. Sehr gern.

Ja, nicht? Danke.

Durch Sie verstehe ich die Einschätzungen Europas und der USA:

Was die Verhandlungsbereitschaft der UdSSR betrifft.

Es freut einen, wenn unsere Erkenntnisse Relevanz haben.

Gute Nachricht übrigens. Äh?

Sie stehen auf einer Liste unserer Kandidaten

für einen Sitz im Parlament. Ja.

Sie wären also nicht abgeneigt, Verantwortung zu übernehmen?

Warum nicht? Gut zu wissen.

Ich will nicht vorgreifen, aber nach den Wahlen

könnten wir einen fähigen Kopf wie Ihren brauchen.

Gut.

Und das, äh, ergäbe keine Probleme an der Heimatfront?

Nein. Absolut nicht.

Vier, nicht?

Vier was?

Kinder! Vier Kinder, ja, stimmt.

Sie sind so süß, wenn sie klein sind.

Danke für die Einladung. Gruß an Gro.

Danke, ich werd's ausrichten.

* Türschloss *

Hey! Hey!

Schon zu Hause? Ja, ein paar geplatzte Termine.

Wo sind die Kinder?

Die Jungs sind beim Tanzkurs und Kaja besucht ihre Freundin.

Und du? Und du, wo kommst du her?

Na, aus dem Institut.

Schon gegessen? Ja, bisschen was.

Hast du Lust auf ein Käsebrot? Nein.

Nein, äh, da hinten.

Ist was? Ja, nein.

Was passiert?

Nicht wirklich, nein.

Es sind nur wieder ein paar dieser Briefe gekommen.

Drohbriefe?

Wahrscheinlich nur dummes Zeugs,

aber sie haben mir Personenschutz verpasst.

Mit Autos, die uns überallhin folgen.

Ich hoff nur, dass das die Kinder nicht in Angst versetzt.

Wir haben jetzt sogar eine Geheimnummer. Ist doch gut.

Ja, schon. Ja.

Und du? Alles schön? Wie war dein Tag?

Ja, bestens.

Okay - also Käsebrot?

Mach ich dir.

Und wenn du Hunger hast, isst du es.

Nächstes Mal geh ich in die Initiative.

Da läuft das nach meinen Regeln. Aromat? Ja.

Also, vor allem muss ich offenbar meine Mimik in den Griff kriegen.

Warum das denn? Damit ich nicht verbiestert wirke.

Ich find es schön, dass du deine Gefühle zeigst.

Was in dir vorgeht.

Das geht mir mit dir auch so.

Ich muss dir was sagen ...

Dafür bin ich dir so dankbar, dass wir zwei über alles reden können.

Von Gleich zu Gleich, mein kleiner Olav.

Hm?

Gucken wir ein bisschen Fernsehen? Nein.

Ich muss Wirtschaftszahlen lernen.

Willoch ist stark mit den Zahlen.

Bis zu den Spätnachrichten.

* Schwerer Atmer *

* (TV) Aufgrund des Streiks herrscht Chaos auf den Flughäfen. *

* Fluglotsen und Piloten protestieren *

* gegen die laut ihnen mangelhaften Sicherheitsbedingungen. *

* Neue Regelungen für die Ausstellung *

* von Geburtsurkunden durch die Standesämter. *

* Das Ministerium für Gesundheit und Soziales *

* plant eine Neustrukturierung. *

* Plätschern *

Mama, brauchst du noch lange? Nein. Gib mir noch 'ne Minute.

Sie sind da. Wer? Äh, ach, so! Ja. Was? Wo?

Vor der Tür.

Kein Klopapier.

♪ Trommelmusik ♪

Gro, die neusten Konjunkturindikatoren.

Spät, aber besser als nie.

Wie viel Zeit haben wir, Wiktor? Wir schaffen es.

Gott, was ist denn? Sicherheitsbriefing.

Es gibt eine Gefahrenlage, Frau Ministerpräsident.

Können wir auf der Fahrt ...?

Nein, es geht um eine Bombendrohung. Bombendrohung?

Unsere Beamten suchen den Veranstaltungsort mit Spürhunden ab.

Ihre Sicherheit hat oberste Priorität.

Das ist Frank, Ihr neuer Fahrer.

Und Ihr neuer Wagen, ein gepanzertes Sonderschutzfahrzeug.

Sie werden von zwei bewaffneten Teams eskortiert.

Bewaffnete Teams, muss das wirklich sein? Ja.

Aber fix, wir sind so schon spät dran.

Sie sind unterwegs? Sicher? Das ist der Stand.

Bringt Sie das zeitlich ... Nein, kein Problem.

Mir macht das nichts aus. Gott sei Dank.

Die Arbeiterpartei lässt uns nicht erst seit gestern zappeln? Hm, ja.

* Ghost Recon, Tom Clancy, Delta Bravo. *

Was ist denn? Na ja, Verstopfung halt.

Ja, schön - nur, morgens um elf? Ich versteh's auch nicht.

Vielleicht wegen dem Fernfahrerstreik.

Schaffen wir's? Wenn nicht, warten sie.

Das ist eine Live-Debatte.

Die warten nicht, während wir im Stau stehen.

Glaubst du, Willoch darf stundenlang neoliberales Lob singen?

Genau das wird passieren.

Wir müssen es schaffen, trotz Verstopfung.

Na, ich wüsst schon, wie.

Wozu haben wir Blaulicht?

Aber wie ich es verstanden hab,

dürfen wir es nur nutzen, wenn ich in Gefahr bin.

Theoretisch schon, ja.

Mit Blaulicht zur Fernsehdebatte? - Nur am Stau vorbei.

Weil wir getrödelt haben? Wie sieht das aus?

Andere müssen auch wohin.

Sind wir schuld, dass die Fernfahrer streiken?

Und wenn wir zu spät zur Debatte kommen, wie sieht das aus?

Nie hätte Gerhardsen so was akzeptiert.

Das ist weit hergeholt, Wiktor.

Freu dich auf Fotos,

auf denen du mit Blaulicht und Eskorte am Stau vorbeifährst.

Ich hör grad, der Stau geht bis zum Studio. Leute!

Wir können nicht ewig diskutieren. Okay, halten Sie mal. So!

* Sirene * Ah!

Raus damit! - Raus mit dem Ding.

Raus! - Sag's doch gleich.

Was ist noch? Ich dachte, die Bombendrohung wäre geklärt?

Ist die Bombendrohung geklärt? - Die ist vom Tisch.

Das ist die Ministerpräsidentin. Beruhigend.

Keine Bombe, bloß Gro Harlem Brundtland. * Lachen *

* Sirene *

♪ Druckvolle Trommelmusik ♪

Stellen Sie das bitte ab, die Presse ... - Ja schon dabei.

Gro! Hallo, Gro!

Ein Foto!

Noch Zeit für ein Statement? - Eine Frage.

Da sind sie, kann losgehen.

Frau Ministerpräsident. Hey, Ole.

Ja, Frau Brundtland. Willoch.

Nehmen Sie Platz. Ja, danke.

Limo? Ja, danke.

Übrigens, ich freue mich, dass Arne Olav bereit ist,

für einen Parlamentssitz zu kandidieren.

Nein, das war ein Missverständnis.

Er schien bei unserem Gespräch sehr angetan von der Idee.

Er hat mit Ihnen gesprochen? Ja, ja.

Er versorgt uns mit Analysen, die wir nützlich finden. Freut mich.

Es ging im Gespräch um eine Stelle in unserem Team,

die wir ihm möglicherweise bald anbieten können.

Das wäre eine Position,

für die parlamentarische Erfahrung nützlich ist.

Aber das wissen Sie ja selbst.

Ich erlaube mir die Frage, Frau Brundtland,

ob Sie dem zustimmen.

Als Ministerpräsidentin müssten Sie eine antworten können.

Frau Ministerpräsident? Ja, sehr gern.

Ich habe Sie gefragt, welche Ausgaben Sie kürzen wollen.

Welche Steuersenkungen Sie planen,

welche Sozialleistungen und andere öffentlichen Leistungen entfallen.

Auch wenn Sie dem norwegischen Volk das Gegenteil versprochen haben.

Gut gemacht, Gro.

Herr Willoch, bitte.

Zu den Staatsausgaben.

Die Antwort kann die Regierungschefin

im Gesetzesvorschlag nachlesen, den wir im Parlament eingebracht haben.

Ich vermisse auch eine Antwort, auf eine Frage,

die die Frau Ministerpräsident im ersten Durchgang abgeblockt hat.

Sie hat 296 Wörter gebraucht – wir haben gezählt:

Um die Antwort zu vermeiden. Herr Willoch, Sie schweifen ab.

Das Wort hat die Ministerpräsidentin.

Wir sind uns einig, jeder von uns hat hier eine bestimmte Zeit.

Ich rede über Dinge, die mir wichtig sind.

Und nicht über Dinge, die Ihnen wichtig sind.

Sie können die Fakten nicht verleugnen.

Die Industrieproduktion zwischen 1974 und 1980 war rückläufig.

Sie war nicht rückläufig. Nicht? Nein, sie war nicht rückläufig.

Ich meine Angaben des Arbeitgeberverbandes.

Demzufolge die Industrieproduktion im fraglichen ...

Ich hab mir die Zahlen des Arbeiterverbandes angesehen.

Aus denen geht ein Wachstum hervor, von jährlich einem Prozent.

Wenn ich etwas sagen darf. Darf ich, Frau Brundtland? Bitte.

Erscheint der Wirtschaftsbericht Ihrer Partei Ihnen vertrauenswürdig?

Natürlich.

Ich darf zitieren - wörtlich. Nur zu!

"Festzuhalten ist,

dass die Industrieproduktion in Norwegen stagniert, seit 1974.

In der Schifffahrt sind Umsätze und Gewinne sogar rückläufig."

Was sagen Sie dazu, Frau Ministerpräsident?

Was!?

Ihr habt mir falsche Zahlen gegeben.

Erst mal sehen, ob er das richtig wiedergegeben hat.

Ich habe ein Team, an das ich nichts delegieren kann.

Das war ein Missverständnis. Halt den Mund, Wiktor.

Ich muss Auseinandersetzungen bestehen.

Warum lege ich mich mit diesem arroganten Arschloch an,

wenn ihr eure Arbeit nicht macht.

Wir finden den Fehler. Ein bisschen spät, Ingjald.

Ihr habt mir diese Zahlen untergejubelt.

Außerdem muss ich pinkeln.

Zu viel Limo getrunken.

Er schiebt mir welche hin, das war ein mieses Spiel.

Ich mach mir fast in die Hosen,

während ich seine Steuersenkungen bekämpfe.

Gro, ich glaub, die Toilette ist da drin.

Lasst mich in Ruhe.

Darf ich alleine aufs Klo? Wenn ich Papier brauch, schrei ich.

* (Funk) Achtung, Einsatzeinheit: Gefahrenstufe rot. *

* Schusswaffen in Gefechtsbereitschaft. *

♪ Bedrohliche, basslastige Klänge ♪

Wer ist das? - Wieder dieser Paparazzo.

Könnt ihr aufhören, mit den Kanonen rumzufuchteln? - Ja, ist ja gut.

Hallo.

Warum laden Sie Ihre Waffen?

Vorschrift. Wo ist die Ministerpräsidentin?

Auf dem Klo!

Gerade ist eine Meldung reingekommen:

Vorfall an ihrem Wohnsitz.

Was? - Mehr wissen wir nicht.

Schlechte Nachricht, Gro, irgendwas bei dir zu Hause.

♪ Dissonante, treibende elektronische Musik ♪

Großer Gott. Ja. Was ist los? Keine Sorge.

Die Kinder sind im Bett, die schlafen schon.

Aber was ist passiert? Das wissen sie noch nicht.

Vielleicht Teenager, die Steine geworfen haben.

Mehr wohl nicht, sagt die Polizei.

Also, äh, wir waren alle unten, als es passiert ist.

Wir sind erschrocken.

Aber die Polizei war gleich da.

Ich hab den Kindern Kakao gemacht,

ihnen was vorgelesen und sie schlafen.

Aber ... Was?

Was haben sie gesagt? Sie werten die Informationen aus.

Oder meinst du die Kinder? Ja. Die Kinder sind ...

Es geht um mich, damit kann ich umgehen, aber ...

Wird schon gutgehen.

Keine Angst, wir schaffen das, wir beide. Nicht?

Wie ist es gelaufen? Was? Mit Willoch.

Ach, der. Nein, nicht gut. Nicht gut?

Totale Blamage. Er hat mich vorgeführt.

Dass er so was versucht, war klar.

Es ging los, als ich ankam.

Wie gut ihr euch versteht, wie toll deine Analysen wären,

er hätte dir ein Amt angeboten usw.

Dann hab ich ihm mit falschen Zahlen widersprochen.

Hast du die Ortsgruppe verständigt? Den Wahlausschuss?

Weil du nicht kandidierst. Nein, muss ich doch nicht.

Ich brauch die nicht zu informieren. Wozu?

Wenn sie mich nominieren, kann ich die Kandidatur ablehnen.

Und? Lehnst du sie ab? Äh, ja. Wahrscheinlich.

Was heißt "wahrscheinlich"?

An dem, was Einar Förde sagt, ist was dran.

Staatssekretär im Außenministerium, das wäre spannend.

Du willst Staatssekretär werden?

Nicht jetzt, aber man muss ja nicht die Tür zuschlagen.

Vielleicht ergibt sich was - aber lassen wir das.

Was lassen wir? Gibt es was? Ja, nein, weiß nicht.

Nicht gerade jetzt, oder?

Doch, jetzt, und dafür gibt es Gründe. Gründe?

Was ist, Arne Olav? Bist du blöd? Du kannst dich nicht wählen lassen.

Die benutzen dich, merkst du das nicht?

Willoch weiß, warum er dir ein Amt schmackhaft macht.

Wie das ankommt, wenn er es verbreitet.

Das wär verheerend für mich.

Wenn du das nicht siehst, bist du naiv.

Komm du damit zurecht, dass Leute finden, dass ich was nütze.

Es dreht sich nicht alles um dich.

Hab ich bestritten, dass du was nützt?

Aber hier geht's um mich, die wollen mich alt aussehen lassen.

Das wird bloß akut, falls du die Wahl verlierst.

Du hast weniger zu tun und ich eine Chance.

Es ist nicht gesagt, dass ich verliere. Nein.

Und auch dann bleibe ich Vorsitzende der Arbeiterpartei.

Dann machen wir weiter wie bisher, kein Problem.

Das hörst sich anders an. Doch, kein Problem.

Okay, dann sitzt du im Parlament und schmachtest Willoch an.

Papa? Ich mach das. Aber ... Nein, ich mach das.

* (Radio) Der Besuch Robert Mugabes ist die Meldung des Tages.*

* Der Premierminister von Simbabwe *

* ist auf dem Flughafen Oslo gelandet. *

* Ihn erwartet ein umfangreiches Programm *

* mit Gesprächen auf Ebene der Regierungschefs *

* Mit dem Staatsbesuch verbinden sich Erwartungen *

* hinsichtlich der Beziehung zwischen beiden Ländern. *

* Deren Themenschwerpunkte hat Ministerpräsidentin Brundtland ... *

♪ Getragene Gitarrenklänge ♪

So, heute steht Ihnen ja ein großes Spektakel bevor, wie man liest. Ja.

Ja, sieht so aus.

"Frau Ministerpräsident hier, Frau Ministerpräsident da!"

Sind Sie nicht nervös? Ich wär's. Schon.

Wie spricht man sich an bei so was?

"Herr Mugabe"? Oder "Mister Prime Minister"?

* Räuspern *

Fertig zum Smalltalk mit Bobby?

Hm?

Robert Mugabe - ich sag einfach "Bobby".

Ja.

Sehr witzig, ja.

Übrigens, hast du das mit dem Paparazzo

und seinen Fotos geklärt?

Ich hab der Zeitung die Bedrohung klargemacht.

Sie haben den Ernst der Lage verstanden. Sie drucken sie nicht?

Wir sind zurzeit auf eine gewisse Medienpräsenz angewiesen.

Aber, nein. Sie drucken sie nicht.

Danke, Wiktor.

Und wann ist der Empfang? Wann müssen wir los? Um sechs.

Könntest du jemand bei mir zu Hause vorbeischicken?

Wir haben einen Schrank, darin hängt hinten rechts ein Smoking.

Den brauch ich.

Danke.

Hey. Hey!

Arne Olav. Ja.

Hey, komm rein. Danke.

Nein, dazu sage ich nichts mehr.

Darauf hab ich schon geantwortet.

Wir wollen doch unsere Zeit nicht verschwenden oder?

Ja.

Willoch meint, dass Fragen offen sind?

Es gibt nächste Woche die Debatte in Trondheim. Okay, danke.

Hm ...

Also, ich hab deinen, äh, Smoking kommen lassen.

Mhm. Und das Hemd gebügelt, das Smokinghemd.

Ich wollte über die Meinungsverschiedenheit reden,

zu Hause, nach dem Zwischenfall.

Die ist unglücklich verlaufen.

Okay, und was wird das nun? Eine Entschuldigung?

Ich will nur klarstellen,

dass du vielleicht etwas missverstanden hast.

Dass da vielleicht Emotionen aufgekommen sind ... Ich liebe dich.

So, also dann.

Das wär geklärt.

Ja. Soll ich mich umziehen?

Ja. Wenn du Lust hast, mitzukommen? Ja, und wie.

Ja. Ja.

Ich hab gelogen, ich hab das Hemd nicht gebügelt. Nein?

Das war, äh, also: Wiktor. Ja. Ja. Ja.

Aber ich hab ihn gebeten, es zu bügeln. Auch gut.

Der kann wahrscheinlich noch besser bügeln. Ja, eindeutig.

Riecht nach Weichspüler.

Wie soll ich Mugabe ansprechen?

Wiktor hat ihn am Telefon "Bobby" genannt .

Sag erst mal "Mister Prime Minister",

wir sehen, wie der Abend läuft. Viel Spaß!

Und immer einen Meter Abstand! Natürlich.

♪ Gefühlvoller Rock-Song ♪

Copyright Untertitel: NDR 2024

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