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Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2024
♪ Gesang auf Norwegisch: "Die Internationale" ♪
* Applaus *
* Rhythmischer Applaus *
♪ Gesang auf Norwegisch: "Die Internationale" ♪
♪ Gesang auf Norwegisch: "Die Internationale" ♪
♪ Feierlicher Gesang ♪
♪ Unheilvoll dröhnende Musik ♪
* Hallende Schritte *
♪ Düsterer Gesang mit Bläsern ♪
♪ Düsterer Gesang mit Bläsern ♪
♪ Verzerrter Gesang: "Die Internationale" ♪
* Türklappen *
(stöhnt)
(stößt Luft aus)
♪ Düstere Klänge ♪
* Klackernde Wählscheibe *
* Hallo? *
* Hallo? *
Hey, Arvid.
* Lang ist es her. Bist du in Hamar? *
Ja. Auf dem Parteitag. Wir sind gerade fertig.
(stöhnt)
Also ...
Ich glaub nicht, dass die Genossen verstehen, was hier passiert ist.
Es fing im Hotel an, als wir eingecheckt haben.
* Was du nicht sagst. *
Wir waren nicht willkommen.
Wir kommen wieder, dann klären wir das.
Nein. Die müssen dir ein Zimmer besorgen. Sonst nimm meins.
Schon in Ordnung. Nein. Sie sind halt ausgebucht.
Warum ausgerechnet du? Weil du mich unterstützt.
Das kann passieren.
Wären sie mit Gros Vater auch so umgesprungen?
Mit irgendeinem Ingjald Wiktor Martinsen oder Gunnar Berge? Nie.
Gunnar Berge auch?
Hast du nicht gesehen, wie der um sie rumtanzt?
Wir müssen hier rauf, Gunnar.
Ihr Stellvertreter - man tut so, als wär es entschieden.
Ob du zurücktreten willst, weiß ja keiner.
Nein, aber sie beansprucht den Parteivorsitz.
Als Ministerpräsidentin.
Als wär das ein Naturgesetz,
sie sich auch ihren Vize bestellen könnte.
Als wäre der stellvertretende Vorsitzende ihr Butler,
der lächeln und nicken und den Kaffee holen darf.
Heißt das, du willst nicht zurücktreten?
Fang nicht auch noch damit an. Darum geht es nicht, Mann.
Darum geht es überhaupt nicht. Also nein?
Das entscheidet die Arbeiterpartei!
Nicht irgendeine Privatperson.
Kein Reiulf Steen, kein Einar Gerhardsen,
keine Ministerpräsidentin.
Schon gar nicht, wenn sie Gro Brundtland heißt.
Ich glaub, ich geh dann besser.
Ja. Sonst schaff ich's nicht mehr zur Eröffnung.
Ja. Warte, ich komm mit, Thorbjörn.
Wir kriegen das hin. Wir lösen das.
Stellvertretender Parteivorsitz
bedeutet eine zusätzliche Sitzung pro Woche.
Gut. Die Vorstandssitzung am Montag. Sehr gut.
Ich hoffe, das haut dich nicht um? Nein. Das klingt spannend.
Ja. Ja, ja.
Oh, sehr schönes Zimmer, wunderbar. Sag das den Genossen.
Sag: Stellvertretender Vorsitzender ist dir eine Ehre.
Und du bringst Energie und Leidenschaft mit.
Das wird ihnen gefallen. Energie und Leidenschaft. * Klopfen *
Hallo. Wiktor, komm rein. Gunnar, freut mich, dich zu sehen.
Mich auch. - Geht's gut? - Ja, ja. Und dir?
Was war das eben in der Lobby? Hm?
Warum hat sich Reiulf mit der Rezeption angelegt?
Ein Buchungsfehler.
Reiulf dachte, das wäre Absicht. Wie kommt er darauf?
Nichts. Hat sich geklärt.
Klingt, als ob er Streit sucht.
Das kann ja heiter werden, wenn der gegen den Strom schwimmt.
Er ist schon dabei, sagt nicht, ob er zurücktreten will.
Er tritt nicht zurück. Gibt es ein Bügeleisen?
Bei den Jungsozialisten hörte es sich nicht so an.
Was war?
Er hat behauptet, die Arbeiterpartei sei fast wie ein Industriekonzern.
Er schleimt sich dort ein, nicht neu.
Als Parteivorsitz braucht er die Stimmen.
Die helfen ihm wenig. Alle sehen, so geht es nicht weiter.
Kannst du helfen? Hm? Besorg mir ein Bügeleisen.
Natürlich. Sofort. - Schon, aber ... Was?
Auch die Gewerkschaft sprach sich auch für ihn aus. Die Gewerkschaft?
Ja. Aspengrens Leute haben so was ...
Die kommen mit Leuten wie mir nicht klar. Akademikerin.
Oder noch schlimmer.
Gunnar als Vize ist keine schlechte Wahl.
Gerader, bodenständiger Typ, das gefällt denen.
Ich glaub, wir werden ein gutes Team. Absolut.
Siehst du? Danke, Gunnar. * Klappern *
Muss ich mir Sorgen machen?
Er hat auch mit Jungsozialisten und Gewerkschaftern
nicht genug Stimmen.
Und du hast Gerhardsen hinter dir. Stimmt.
Reiulf überlegt, wie laut er die Tür hinter sich zuschlägt.
Das Gute: Einar Gerhardsen ist so ein Alphatier.
An dem kommt Reiulf nicht vorbei. (hustet) Bist du krank?
Nein, mir geht's gut. Gott sei Dank. Aber Gerhardsen ist krank.
Ja? Weißt du das nicht?
Nein. Ja. Gerhardsen ist nie krank.
Ja. Lungenentzündung oder so, er liegt im Reichskrankenhaus.
Soll das heißen, er nimmt nicht am Parteitag teil?
Leider ja. Mist, das glaub ich nicht.
Warte! Gro! Warte. Warte.
♪ Metallisch-hämmernde Percussion ♪
Was ist los? Du kommst nicht zum Parteitag?
Nein. Ich komm nicht, ich muss im Bett bleiben. Zum Kotzen.
Du siehst gar nicht krank aus.
Doppelte Lungenentzündung.
Fieber hast du keins. Gott sei Dank.
Der Blutdruck ist normal. Ja.
Mach den Delegierten klar, dass sie mich wählen.
Die Zeit von Reiulf Steen ist abgelaufen.
Das weiß er selbst am besten. Eben nicht, das ist das Problem.
Es ist wichtig, ihnen zu sagen, wie du die Dinge siehst.
Du sparst uns allen eine Menge Ärger. Ja, ja, dumme Sache, das.
Auch wenn es aufs Gleiche rauskommt. Ich gewinne die Abstimmung.
Bloß keine Abstimmung.
Wir haben seit 1923 nicht mehr über den Parteivorsitz abgestimmt.
Ich seh schon die Schlagzeile:
"Die Partei ist gespalten." Das können wir uns nicht leisten.
Und deshalb, wie gesagt ...
... ja, muss der Parteitag wissen, was ich zu sagen hab.
Das wäre die beste Lösung.
(lacht wissend) Ja, kann ich mir vorstellen.
Wir werden das Kind schon schaukeln. * Klopfen *
Brunvald? Komm rein.
Hi.
Setz dich.
(hustet schwer)
Soll ich später wiederkommen? - Nein, du bleibst hier.
Ja. Ich hab ein paar Fragen zu ... - Schreib auf, was ich dir sage.
Gro ... muss natürlich ... ... gewählt werden.
Ja?
Schreib! - Okay. - Das war die Überschrift. Und weiter:
Wie die Dinge liegen,
haben die Parteitags-Delegierten nur eine Option:
Dass Gro Harlem Brundtland neben dem Amt des Ministerpräsidenten
auch den Parteivorsitz übernimmt.
Mir selbst kommt die Aufgabe zu,
Reiulf Steen einen freundschaftlichen Rat zu erteilen:
Dass er den Parteivorsitz freiwillig niederlegt.
Mir ist nicht entgangen, dass manche Genossen meinen,
Reiulf wäre von der Partei schäbig behandelt worden.
Das ist völliger Quatsch.
Er wurde von der Partei besser behandelt als viele andere.
Besser als dieser Penner verdient,
mit seinem ewigen Gelaber, mit seinen Frauengeschichten.
Mit seinen alkoholischen Abstürzen.
Ja ...
Du meinst, wir sollen das morgen drucken?
Natürlich. - Na ja ...
Das könnte einen Flächenbrand auslösen,
wenn du ihnen am ersten Tag so Feuer gibst.
Das ist nicht das Feuer in meinen Worten,
sondern das in meinem Herzen.
Für "Penner" kannst du dir was anderes ausdenken,
obwohl es verdammt gut formuliert ist.
Los, Junge. Mach dir keine Sorgen. Das Leben ist keine laue Sommernacht.
Ja, das kann man so sagen.
Gute Besserung.
* Arvid, ich kann nicht einfach so zurücktreten. *
* Diese Leute warten nur aufs Stichwort, das Messer zu zücken. *
* Nicht nur Madame Brundtland. *
Da ist er. Morgen.
Von dir geht eine Energie aus als Chefredakteur.
So eine natürliche Autorität, eine genialische Aura. Ja?
Und du hast abtrainiert. Ich? Übertreib mal nicht.
Mir machst du nichts vor. Sieht man. Okay. Hast du 'ne ... Was?
Gewerkschaftskarte? Ja. Ja.
Hier.
Viel los, was?
Ja, sehr viel los. Verdammt.
Scheiße, klappt nicht. Hast du 'nen Tacker?
Nein. Hat jemand 'nen Tacker? Gib her, danke.
Das haben wir gleich. Name, Unterschrift.
Und fertig.
Hm? Sieht gut aus.
Ja, super. Danke dir. Fehlt noch der Stempel.
Wo krieg ich den her? Gewerkschaftshaus.
Sie müssen gucken, ob du Beiträge bezahlst.
Ich bezahl, aber ich kann nicht wegen 'nem Stempel ...
Was willst du damit? Trägt doch keiner.
Eben. Deshalb verliert man sie ständig, so wie ich.
Typisch. Typisch, ja.
♪ Synthetischer Rhythmus ♪
* Stimmengewirr *
Gro. Hey. Hast du zugenommen? Ich? Ja. Findest du?
Das liegt am vielen Kuchen. Hast du Zeit?
Ich brauch deine Meinung zum Grundsatzprogramm.
Ich bin nicht im Arbeitskreis, der ... Eben.
Ich versteh schon, du hältst dir den Rücken frei.
Falls wir was entscheiden, was du nicht ... Zum Beispiel?
Keine Ahnung.
Irgendwann heißt es: "Wo ist Gro?" "Die ist schwer beschäftigt!"
Möglich, ich bin beschäftigt. Sag ich ja. Hi, Gunnar!
Schläft der bei dir auf der Matratze? Nein.
Nein, ich hab ein eigenes Zimmer. Ja? Ja, absolut.
Schöne Krawatte. Ja? Ist die neu? Sehr extravagant.
Steht dir gut.
Kannst du Gunnar in Ruhe lassen? Ich sag nur, der sieht klasse aus.
Wo ist Sissels Zimmer? Warum? Ich muss mit ihr reden.
Red woanders mit ihr. Kantine. Oder Konferenzraum.
Du brauchst nicht zu wissen, wo ihr Zimmer ist.
Kantine? Es ist wohl nichts Privates.
Ist es nicht. Verzeihung, wo ist Sissels Zimmer? Da vorne rechts.
Findest du, ich hab zugenommen?
Nicht. Nein.
Hab ich aber. Ja. Fast zehn Pfund, oder zwölf.
Martin meint, keine Diät im Wahlkampf.
Das ist nicht ganz verkehrt. Ja? Ja.
Ja. Mit leerem Magen kann man nicht arbeiten.
Hat jemand Sissel Ronbeck gesehen?
Frag die Damen. Ja. Ja, okay.
♪ Gesang auf Norwegisch: "Wir sind viele" ♪
♪ Gesang auf Norwegisch: "Wir sind viele" ♪
(flüstert) Sissel.
Hast du mal 'ne Sekunde?
Nein, siehst du doch.
Euer Geträller klingt auch nicht besser, wenn eine Frau fehlt.
Könnt ihr draußen weiterreden? Danke. Natürlich.
Also, mach schnell. So schnell wie möglich, versprochen.
Deine Genossinnen wollen die Forderung
nach dem Sechsstundentag auf die Tagesordnung setzen.
Das ist doch bekannt. Richtig. Und?
Was ist damit? Was soll damit sein?
Das Grundsatzprogramm ist bestimmten Leuten wichtiger.
Grundsatzprogramm.
Im Arbeitskreis sitzt ein schlauer Fuchs:
Der weiß, dass Frauen nicht acht Stunden arbeiten
und die Hausarbeit machen können.
Also sechs Stunden Arbeit und dann Haushalt.
Davon steht nichts im Programm. Wegen der Ministerpräsidentin.
Gro ist kein Fan des Sechsstundentages.
Der schlaue Fuchs
hat den Arbeitskreis von den Ideen überzeugt.
Schlägt jemand den Sechsstundentag vor ...
Die Stimmung hat sich geändert, der Vorsitzende packt Dinge an.
Worauf willst du raus?
Ich? Was willst du wirklich? Gleichberechtigung.
Gerechtigkeit. Solidarität. (lacht) Ja, ja.
Später könnte es heißen:
Shit, der schlaue Fuchs wäre ein guter Stellvertreter geworden.
Verstehe. Ja, nein.
Du willst stellvertretender Parteivorsitzender werden.
Hab ich das gesagt? Würde mich jemand bitten ...
Gunnar wird es. Hat der je was für Frauen getan?
Was sagst du?
Es wäre ein Verlust für die Partei, Reiulf zu verlieren.
Wir müssen dafür sorgen, dass die Partei ihr Herz nicht verliert.
Nicht?
Wenn ich die Parteifrauen hinter mir habe, ist das ..
Du brauchst die Gewerkschaft.
Die hab ich. Verarsch mich nicht, du bist nicht mal drin.
Ich, nicht drin?
Hat sich jemand 'nen Witz erlaubt? Das hast du selbst gesagt.
Und was ist das, bitte schön? Meine Mitgliedskarte. Nummer 24601.
Hm?
Sagt jemand, Einar Förde ist nicht in der Gewerkschaft,
sag ihm, er spinnt. Ja, ja.
Schreib einen Antrag. Morgen tagt der Arbeitskreis.
Okay? Ja.
Du gehörst zu denen, die vom Sechsstundentag profitieren.
Denk drüber nach, es lohnt sich.
♪ Percussion-Rhythmen ♪
Ich brauch 'ne Schnur, um mir das um den Hals zu hängen.
♪ Percussion-Rhythmen ♪
* Du kennst Förde. *
* Der sagt klar, was er denkt und was er will. *
Sie an, er ist auch schon da.
Die Partei hat nichts Wichtigeres zu tun,
als die Vorzüge meines Abgangs zu diskutieren.
Brunvald sagt, Gerhardsen hätte dem Arbeiterblatt
einen Wutausbruch gegen mich in die Feder diktiert.
Ich dachte, ich zeig's dir mal.
* Besser als der Penner verdient. *
* Mit seinem Gelaber, seinen Frauengeschichten. *
* Seinen alkoholischen Abstürzen. *
♪ Monotonales Schrillen ♪
Ja, weil ...
Es gibt ja auch noch so was wie journalistische Ethik.
Ja.
Stimmt.
Ja.
Hat Gerhardsen ... hat Einar das wirklich gesagt?
Ja. Ich war heute früh bei ihm im Reichshospital.
Er hat eine Lungenentzündung, und ihr wollt ein Interview?
Das war sein Wunsch. Er hat mich eingeladen.
Ich muss kotzen. Ich weiß, warum du mir das zeigst.
Nein, ich dachte, bevor es in Druck geht morgen ...
Morgen?
Ja.
Unverschämtheit. Vor dem Parteitag.
Du weißt, was er damit bezweckt.
Natürlich, aber mit so einem Ausraster hab ich nicht gerechnet.
Ich frag mich, ob wir das drucken sollen. Beziehungsweise müssen.
Ich mein, wenn du sowieso zurücktrittst ...
(zögernd) Was hat das damit zu tun?
Was hat das für einen Sinn?
Die Debatte um die Führung der Partei weiter hochzuschaukeln,
wenn das Thema für dich gegessen ist ...
Verstehst du?
Nein.
Ich habe mich so an das Geschaukel gewöhnt.
Und dass ihr macht, was ihr wollt.
Hm?
Wollt ihr mich erpressen? Nein, wie kommst du darauf?
Nein? (schreit) Für wie blöd haltet ihr mich?
Das heißt: Gib auf, oder wir drucken es.
Das ist Erpressung.
Oder wie nennst du das?
Ich bin hergekommen, um eine Lösung zu finden.
Die einzige Lösung in diesem Spiel wäre,
dass ich mich davonschleiche.
Ich wollte nur ... Es war so:
Ihr habt einem Mann, der fast im Sterben liegt,
ein wirres Wutgeheul gegen mich entlockt.
Und dann glaubt ihr, ich tanze nach seiner Pfeife?
Es macht mich krank, dass ihr versucht,
reale Probleme auf so banale Weise abzuräumen.
Wieder und wieder und wieder!
Okay, macht weiter so, wenn ihr wollt.
Bringt mich dazu, ans Rednerpult zu treten
und meinen Amtsverzicht bekanntzugeben.
Aber ich werde noch mehr sagen. Verlass dich drauf.
Dann wird abgerechnet.
Alles auf den Tisch. Der ganze Mist.
Das wird unangenehm für eine ganze Reihe von Genossen.
Ist dir das klar?
Ja, aber wir sollten uns erst mal beruhigen.
Das wär gut, weil ...
Wie meinst du das? Ich bin ruhig.
In der Situation hab ich Nerven wie Stahl.
Sag ihr das. Ich hab doch nur ...
Was sagen - wem?
Du weißt schon, wem.
Ah, Per.
Gut, dass ich dich erwische.
Ich wollte nur sagen, ich hab da so was gehört:
Du hättest oder hattest ein Interview mit Gerhardsen?
Ja. Ja? Super, super. Was hat er gesagt?
Nein. Muss nicht sein, verstehe, ist gut. Aber ... druckt ihr es?
Also, morgen?
(zögerlich) Ja.
Ja?
Wir überlegen noch. Was überlegt ihr?
Wann und ob es gedruckt werden soll.
Diese Überlegungen finden in Reiulf Steens Zimmer statt?
Das Interview enthält Äußerungen über ihn,
zu denen er das Recht hat, sich zu äußern.
Ja. Das muss gedruckt werden.
Alle müssen wissen, was Gerhardsen denkt. Wenn es relevant ist.
Aus redaktionellen Entscheidungen halten sich Ministerpräsidenten raus.
Ja, natürlich.
* Irritierende Geräusche *
* Brunvald ist von Gro ferngesteuert? *
Ja.
Brunvald und Gro sind ein Herz und eine Seele.
* Gerharden hätte das nie gesagt,
hätte ihm nicht jemand den Kopf vernebelt. *
Die CIA kriegt am Ende doch, was sie wollte.
Die versuchen seit neun Jahren, mich abzuservieren.
Jetzt gibt es genügend Idioten,
die sich für ihre Zwecke einspannen lassen.
An Förde werden sie nichts auszusetzen haben.
Der Mann ist nicht gerade KGB. (lacht)
Der wirft nur mit radikalen Parolen um sich.
Tut so, als wäre er weiß Gott wie links.
Aber er will den Sozialismus als gesellschaftliches Ziel
aus dem Grundsatzprogramm streichen.
Ja, das ist durch.
Die Arbeiterpartei hat sich vom Sozialismus verabschiedet.
Förde und Gro haben das so gedreht.
(räuspert sich) Richtig, wir haben es neu formuliert, sagen nicht:
Sondern:
Seht ihr? Hier.
Grundsatzprogramm.
(räuspert sich)
Die Arbeiterpartei steht
einer starken konservativen Bewegung gegenüber.
Die Leute haben Geld und wollen alles, bloß keine Weltrevolution.
Sozialismus als Schreckgespenst.
Die abgeschwächte Formulierung gilt: Sozialismus als Prozess.
Man darf nicht den Fehler machen,
die Werke von Marx und Lenin als sakrosankt aufzufassen.
Die geben nur Grundsätze und eine Richtung vor. Nicht?
Marx sagte: "Ich hab eiserne Prinzipien.
Gefallen Sie Ihnen nicht, hab ich andere."
Groucho Marx hat das gesagt. Hast du uns vergessen?
Bist du verrückt? Wir haben doch was vor, oder?
Unser Sechsstundentag. Genau, warte. Gleich.
Hast du mal 'n Stift, dann ... Nein. Hab ich nicht.
Vielen Dank. Bitte.
Wir brauchen die notwendige Mehrheit dafür.
Die sind so mit Reiulfs Nachfolge beschäftigt,
das läuft von allein, wird schon klappen.
Du meinst, es klappt?
Bei mir klappt alles.
Dass du stellvertretender Vorsitzender wirst.
Zwei Akademiker ... Ich bin kein Akademiker, ich bin Realist.
Kannst du das dem Arbeitskreis ... Ich hab keine Ahnung davon.
Das muss von dir ... Von euch! Nein. Ich kenn mich da nicht aus.
Tüdelü!
♪ Unruhige Musik ♪
Jagland?
Ja? Hi.
Hey, Thorbjörn, könntest du das dem Arbeitskreis ...?
Ja.
Es ist ein Antrag der Parteifrauen. - Okay. Ja.
Er ist ausgerastet, das wäre Erpressung.
Ich glaube, wir warten ab mit der Veröffentlichung.
Förde?
Hm?
Das ist irgendwas von Sissel.
Hat wohl mit dem Grundsatzprogramm zu.
Der Arbeitskreis kümmert sich. Du bist deren Vorsitzender.
Ich hab keine Zeit, ich muss ... Das ist deine Aufgabe.
Frag jemand anders. Gab sie's dir oder mir?
Sie hat es dir gegeben, lass mich damit in Ruhe.
Was liegt denn da?
Pass auf mit deiner Karre da. Was ist heute los?
Idioten.
Okay.
♪ Nervöse Klänge ♪
Ich hab das besprochen.
Das Interview wird morgen nicht gedruckt.
Sehr gut. Du hast Zeit, dir alles zu überlegen.
Wir dachten, wir drucken's Freitag. Was? Ja.
Freitag? Das wird nicht gedruckt.
Nicht du entscheidest das. Doch, das entscheide ich!
Du weißt, was passiert, wenn es gedruckt wird.
Du mit deinen Drohungen. Das lass ich mir nicht bieten.
Nein, Brunvald. Ich lass ich mir das nicht gefallen.
Alles hat seine Grenzen.
Das ist ein Komplott.
Dieser ewige Intrigensumpf in der Partei.
Und Gro Harlem Brundtland ...
Seit Jahren geht das so:
(gepresst) Konspiration, Diskrimination, und ...
Hey, hey! Jagland, komm her. Ja? Ich muss mit Berntsen sprechen.
Der hat eine Besprechung. Was ist denn?
Das Arbeiterblatt druckt ein Interview ...
Nein, ein Attentat.
Was für ein Interview? Mit Gerhardsen.
Brunvald hat ihn interviewt, sie wollen mich erpressen.
Aber sie gehen zu weit.
Die Jungsozialisten stehen hinter mir.
Aber ich zieh dich nicht mit rein. Ich rede mit Berntsen.
Dann geht die Arbeiterpartei in Oslo auf die Barrikaden.
* Schritte *
Was hat er?
Habt ihr noch Kontakt?
Nein.
Ist er ...
Er kommt nicht drüber weg.
Was?
Er ist erledigt.
♪ Nervöser Klangteppich ♪
* Schritte *
♪ Nervöser Klangteppich ♪
♪ Irritierende Klänge ♪
Ihr druckt es nicht? Doch. Und warum hör ich das dann ständig?
Nicht morgen, sondern Freitag.
Weil Reiulf Steen es so wünscht? So einfach ist das nicht.
Er brachte sich in die Lage, über die er klagt. Der Gipfel:
Der Parteivorsitzende manipuliert die freie Presse. Nein, Gro.
Gerhardsens Äußerung wird veröffentlicht.
Es geht um den Zeitpunkt. Reiulf verdient Rücksicht.
Rücksicht? Wir haben lange genug Rücksicht auf ihn genommen.
Ist dir klar, wie wichtig es ist,
dass ich von Einar Gerhardsen unterstützt werde?
In sechs Monaten sind Wahlen,
bis dahin muss die Partei geeint sein.
Während meine Beliebtheitswerte in den Keller rauschen.
Gerhardsens Unterstützung macht mir das Leben leichter.
Nicht mir, der Partei.
Vorschlag: Vergiss alles, was Einar Gerhardsen über Reiulf sagt.
Bring nur das, was er an mir gut findet.
Gro, ich mach doch nur meinen Job. Reiulf muss weg. Das wissen wir alle.
Die Frage ist nur, wie. Das kann er nur selber entscheiden.
Konzentrier dich auf Wichtigeres. Zum Beispiel? Keine Ahnung.
Auf den Wahlkampf. Oder wie wär's damit:
Dass Förde allen weismachen will,
was für ein wackerer Gewerkschafter er immer war.
Das hab ich gehört. Was will er werden?
Stellvertretender Parteivorsitzender.
Einar Förde stellvertretender Parteivorsitzender?
Gunnar wird Stellvertreter.
Ich hab's geahnt, am Grundsatzprogramm ist was faul.
Und was?
Der Arbeitskreis diskutiert den Sechsstundentag mit Förde.
Der soll ins Grundsatzprogramm?
Er kriegt die Stimmen der Parteifrauen, die haben einen Deal.
Reiulf tritt zurück, ich werd Parteivorsitzende,
Gunnar Stellvertreter.
Und alles ist okay.
Nein. Reiulf schreit "Rache" und "Verschwörung".
Und Förde ärgert mich, weil ich dicker werde.
* Gläser klingen * Auf das Grundsatzprogramm. Ja, Prost.
Ein wichtiger Schritt. Genau, das wird ein großes Ding.
Einar? Ein großes Ding. Hi. Komm her, setz dich. Ein Bier?
Kann ich dich kurz sprechen?
Entschuldigt mich.
Die Ministerpräsidentin gewährt mir Audienz.
Was spielst du für ein Spiel? Du willst mein Stellvertreter werden?
Ich reiß mich nicht darum. Aber es wär mir eine Ehre.
Du kannst davon ausgehen, dass ich mit Leidenschaft ...
Du kannst dich bewerben, um was immer du willst.
Aber es ist Korruption, die Parteifrauen zu nutzen.
Korruption, pass auf, was du sagst.
Ich hab mich mit ihnen ausgetauscht und ihnen Argumente vorgetragen,
die dafür sprechen ...
Und was ist das?
Ein Prozess, der ...
Nicht anfassen.
Trinkt doch ein Glas mit uns.
Sorry, ich muss da wieder hin.
Also denk darüber nach. Wir zwei wären ...
Ich, du, wir beide ...
Rein hypothetisch.
So, Mädels, wieder da. Entschuldigt mich.
Skal.
Sissel?
Also, du würdest für Förde stimmen? - Ja.
Zur Abwechslung Tequila Shots? Was sagt ihr?
Sissel, was ist hier los? Was soll sein?
Dir ist klar, er benutzt dich.
Entschuldige, aber ich muss mal. Natürlich, ja.
Sieh's pragmatisch,
der Sechsstundentag ist nicht machbar.
Das darf nicht ins Programm.
Aber die Forderung ist richtig.
Kommt eine Frau heim, heißt es: von vorn das Ganze.
Dass das im Grundsatzprogramm anerkannt wird, ist gut.
Aber eure Forderung ist naiv.
Wir erkennen an, Hausarbeit ist den Herren nicht zumutbar.
Das ist nicht gesagt.
Nicht bei dir zu Hause.
Wir brauchen eine Perspektive für die Gleichberechtigung der Frauen.
Das Thema beschäftigt dich doch auch.
* Wasserrauschen *
Ja. Dieses Thema beschäftigt mich sehr.
Sonst wär ich nicht die erste Frau,
die hier Ministerpräsidentin wurde.
Nach sechs Stunden gehen, das geht nicht.
Das gilt auch für meine Mitarbeiter. Auch und gerade Frauen.
Sie müssen bereit sein, alles zu geben, genau wie ich.
Und dass ich ihnen vertrauen kann.
Das ist bei Einar Förde nicht der Fall. Nein.
Aber die Delegierten wählen die Parteispitze.
Nicht du. Da hast du natürlich recht.
Aber an meiner Einschätzung von Einar Förde ändert das nichts.
Müsst ihr euch ausgerechnet mit ihm zusammentun?
Einar ist ein Großmaul und eine Nervensäge. Aber dumm ist er nicht.
Manchmal meint er sogar, was er sagt.
Es heißt immer, wir wären weltfremd, müssten pragmatisch denken.
Also bitte. Das war ein Versuch.
* Türschlagen *
Da bist du ja wieder. Fertig? Ich musste nicht. Sissel musste.
Ah.
Ich hab ... noch mal nachgerechnet.
Hat Förde die Stimmen der Frauen und der Jungsozialisten
und es wird abgestimmt ...
Aber die Gewerkschaft will Gunnar.
Gute Wahl.
Und die gefälschte Mitgliedskarte hilft ihm nicht.
Da ist nicht mal ein Stempel.
Ich kann nicht mit ihm arbeiten. Ja.
Der Führungsstreit in der Partei dauert zwei Jahre.
Wer sagt, dass er mit Einar weitergeht?
Der gibt sich als Stellvertreter nicht zufrieden.
Dann will er den Parteivorsitz
und ich muss mein Amt gegen seine Schachzüge verteidigen.
Das ist zermürbend.
Deshalb brauch ich Gunnar, er hat keinen Ehrgeiz.
Ja, verstehe.
Ich finde auch, Gunnar ist ein echt guter Typ.
Aber es wird nicht einfach, ihn durchzusetzen.
Ja. Also wartet, ich brauch mal fünf Minuten Pause, okay?
Lässt sich das machen? Cut, oder wie das heißt.
Das soll Satire sein, aber Gunnar ist kein Idiot.
Andre kommt menschenverachtend rüber.
* (Regie) Ja. *
Ich mach, was Johan sagt.
* Wird Gunnar falsch gezeigt? * Ja. - Wie 'ne Karikatur.
Faktisch mag es stimmen. Sollte ich ihn anders ...?
Nein, meiner Meinung nach liegt es am Drehbuch.
* (Regie) Was in Gunnar vorgeht, darauf können wir nicht eingehen. *
Und ich werd zur Betriebsnudel im Irrenhaus.
Der Gunnar im Drehbuch hat kein Innenleben.
Das seh ich auch so. Ja. * Können wir das später diskutieren? *
* Und weiterdrehen? Bei: *
* "Es wird nicht einfach, ihn durchzusetzen." *
Ich weiß nicht, was ich anders machen soll.
Ihr wisst es auch nicht. Kannst du auch nicht wissen.
* Halt die Klappe. * Okay. * Auslöser *
Es wird nicht einfach, ihn durchzusetzen.
(zögerlich) Also, pass auf, Gunnar.
Das läuft nicht so, wie wir uns das denken.
Also erst mal tief durchatmen.
Und dann machen wir uns bereit für den ...
... Kampf. Mhm.
Es läuft auf ein Duell zwischen dir und Einar Förde raus.
Dafür braucht es ein paar Dinge, zum Beispiel ... Charme.
Dann klappt das schon.
Charme und Enthusiasmus. Verstehe.
Dann klappt das. Ja. Also los.
Du meinst - vorwärts.
Charme, genau.
Ich werd nie vergessen, als ich zum ersten Mal im Gewerkschaftshaus war.
Ich kam rein, war wie vom Donner gerührt: Das ist es.
Meine Heimat.
Entschuldigung? Ein Bier für Gunnar.
Wie meinst du das, ein Duell mit Einar Förde?
Der ist doch ein guter Mann.
Du musst aus deinem Schneckenhaus rauskommen.
* Frauenlachen * Siehst du, wie er das macht?
Flirtet mit ihnen.
Erzähl einen frauenfeindlichen Witz. Die kommen gut an.
Nein. Das will ich nicht. Nicht so, nein.
Nicht unbedingt frauenfeindlich.
Frech, sodass er gerade noch durchgeht.
Na komm.
Hi!
Ah, Dick und Doof. Bin ich Dick oder Doof?
Ich bin offen für alle Interpretationen.
Wie geht's dir, Gunnar? Gut, danke. Und dir?
Mir? Großartig, ich unterhalt mich gerade mit dem Damenchor.
Die Parteifrauen haben einen Damenchor,
der hat morgen einen Auftritt auf dem Parteitag.
"Wir sind viele, wir sind die Hälfte" - kennst du?
"Wir sind viele, wir sind die Hälfte" ...
"Wir haben verdammt viel ..." Komm schon, Gunnar.
"Wir sind verdammt gut ..."
Nein, Gunnar.
"Wir sind die Hälfte aller Menschen in der Stadt und auf dem Land."
Wenn sie zusammenhalten, kriegen sie alles, was sie wollen.
Sie bringen das Patriarchat zu Fall. Ist das nicht toll? Ich will weg.
Frauen sind so einfallsreich. Ja. Und das Lied ist schön.
Kennst du's? "Wir sind viele"? Ich geh schlafen. Ja.
Setz dich zu uns, Gunnar. Danke, gern. Vielen Dank.
Wenn Platz ist auf dem Sofa. Hol dir einen Stuhl.
Guten Abend. - Vielleicht ein andermal.
Wir gehen an die Bar.
Ja. - Bis dann. Macht's gut, Jungs. Wir sehen uns.
Ich trink ein Bier. Und du? - Ich auch.
♪ Geheimnisvoll-irritierende Töne ♪
♪ Geheimnisvoll-irritierende Töne ♪
♪ Geheimnisvoll-irritierende Töne ♪
* Stimmengewirr *
* Papierknistern *
* (Brunvald) Ich hab getan, was ich konnte. *
* Kein Störfeuer von Gerhardsen, wenn du den Parteitag eröffnest. *
* Sag in deiner Rede, was du willst. *
* Das Interview kommt erst am Freitag raus. *
♪ Nervöse Klänge ♪
Was soll ich machen, Arvid?
Ich bin so oder so am Arsch.
* Klopfen *
* Klopfen *
(Sissel) Reiulf?
* Langsame Schritte *
Hi. Hi.
Darf ich reinkommen?
Ja, klar. Oder ...
Nein, komm ruhig.
Wie geht's?
Gut, gut. Ich schreib gerade meine Rede.
* Türschlagen *
Ja.
Und, was machst du so?
Ich? Ähm ...
Eine Fortbildung, "Tricks und Intrigen".
Aha. Du auch?
wir haben durch Förde den Sechsstundentag im Programm.
Ui.
Und was will er dafür?
Hm ... Ja. Dumme Frage.
Aufsteigen, was sonst.
Kommt er damit durch?
Ja ...
Er wäre besser als Gunnar Berge.
Sie braucht jemanden, der ihr was entgegensetzt.
Ihr was entgegensetzt? Ja.
Dir nicht?
Heißt das, du gibst auf?
(seufzt)
Ich weiß noch nicht.
Du weißt noch nicht, ob du zurücktrittst.
Nein.
Aber dass sie deine Nachfolgerin wird.
Ja. Das weiß ich.
Und du wärst eine gute Stellvertretende.
Ja. Nein ...
Ich weiß nicht, ob man sich das antun soll.
Ja.
Das schmerzt mich im Rückblick am meisten.
Ich weiß, wie das auf euch gewirkt haben muss.
Zusehen, wie wir uns zerfleischen.
Wie die Hyänen uns an die Gurgel gehen.
Du warst immer unser Vorbild, Reiulf.
Ich hoffe trotzdem, du machst weiter.
Ja.
Das wünsche ich mir, aber ...
... ich glaub, es wär nicht gut für dich.
Weil ... Ja.
Ich hab Angst, nicht zu wissen, wer ich bin, wenn ich aufgebe.
Nein.
Wir vergessen das nicht.
Und das wird immer so bleiben.
Treffen wir uns im Sommer auf Utoya?
Machen wir, ja.
Ich komm nach Utoya. Versprochen? Ja. Ja?
Wenn Ines mitkommt, ist das okay? Ines? Aber ja.
Dann zeigen wir ihr alles. Sie kennt Utoya nicht? Nein.
* Verhallende Worte *
* Das hab ich Sissel klargemacht: Dass ich das unfair finde. *
* Alle sagen, ich klammere mich an den Posten. Das stimmt nicht. *
* Ich bin froh, wenn ich ihn los bin. *
* Die Debatten um meinen Rücktritt, da waren sie dabei. *
* Die Presse, Jagland. *
* Aber es geht nicht um meinen Rücktritt, *
* es geht um die Zukunft der Partei. *
* Dass meine politische Karriere am Ende ist ...
... tut weh. *
* Aber ich muss dafür zu sorgen, dass allen Genossen klar ist,
in welchem Zustand ich die Partei hinterlasse. *
* Das raubt mir den Schlaf, Arvid. *
Wenn ich einfach so gehe, als ob nichts wäre,
so tue, als ob ich mit allem einverstanden, was passiert ist ...
Das könnte ich mir nicht verzeihen, das wäre der größte Fehler.
♪ Geheimnisvoll-mystischer Klangteppich ♪
♪ Geheimnisvoll-mystischer Klangteppich ♪
* In regelmäßigen Abständen wiederkehrendes Piepsen *
* In regelmäßigen Abständen wiederkehrendes Piepsen *
* Fernes Verkehrsrauschen *
* In regelmäßigen Abständen wiederkehrendes Piepsen *
* In regelmäßigen Abständen wiederkehrendes Piepsen *
* In regelmäßigen Abständen wiederkehrendes Piepsen *
* Fernes Verkehrsrauschen *
(Deshalb sage ich: Wenn wir, diese Partei, nicht nur funktionieren,
sondern die Speerspitze der Arbeiterbewegung bleiben wollen:
Dann müssen wir die Kraft und den Mut haben, uns treu zu sein.
Und weiter ...
... auf der Brücke ... ... zu stehen.
Auch und gerade, wenn das Schiff in stürmische See geraten ist.
Sobald wir uns von unseren Grundsätzen verabschieden,
haben wir aufgehört, eine politische Macht zu sein.
Dann sind wir nur noch eine Art ...
... Firma.
Ein Parteikonzern.)
(spricht norwegisch)
* Rauschen *
* Rauschen *
* Reiulf? *
* Reiulf? *
* Hörst du mich? *
Ja, ja. Ja, ja.
Tja, dann, so musste es also enden.
Was ich noch hätte sagen können, wär nicht verstanden worden.
* Was soll man dazu sagen? *
Das hab ich befürchtet:
"Es würde mir widerstreben, in der Partei Zwiespalt zu säen."
Das macht er seit Jahren.
Dann stellt er sich hin und sät noch mehr Zwiespalt.
"Die Partei darf kein Konzern werden."
Ja, nur, Gro ... Was darf die Partei nicht werden?
Eine Versammlung reiferer Herrn, die auftauchen, wenn ihnen danach ist.
Dann lassen sie ideologische Tiraden über großartige Themen vom Stapel,
ohne irgendwas zu bewegen.
Würde Reiulf Steen was an der Partei liegen,
hätte er nicht so eine Rede gehalten.
Und wir alle haben ihn auch noch beschützt, ihn und die Partei.
Aber wir sind ihm egal, die Partei auch,
Hauptsache, er kann den Märtyrer spielen.
Gro, das ist vorbei.
Er hat aufgegeben.
Du musst nicht mehr mit ihm arbeiten.
Du hast den Parteivorsitz. Mit Einar Förde als Stellvertreter.
Die Partei weint Reiulf hinterher und verdächtigt mich,
sie in einen Konzern zu verwandeln.
Das sagt doch niemand.
Und seine Rede, na ja ...
Ja.
Die ist eine gute Vorlage, schreit nach einer Erwiderung.
Als pietätvoller Nachruf. Wie stellst du dir das vor?
Ohne Bitterkeit und Polemik, ich hab mir Notizen gemacht.
Aber du kennst ihn besser als ich.
Wir sehen uns. Okay, bis dann.
Wow!
Da ist sie ja: "Vorsitzende". Vorsitzende - klingt nach Mao.
Wie meinst du das?
Wenn schon "Parteivorsitzende", oder?
Parteivorsitzende, Stellvertreter. Hm? Und was machen wir jetzt?
Dein Mundwerk ist nicht schlecht, das muss man dir lassen.
Der Rest ist nicht zu gebrauchen?
Im Gegenteil,
Wiktor und ich ringen um Worte für meine Rede zu Reiulfs Rücktritt.
Ja? Dann schieß mal los.
Ja. Lass hören.
Reiulf Steen ist seit 20 Jahren im Vorstand,
sechs als Vorsitzender, zehn als Stellvertreter.
Es waren gute und schwierige Jahre.
Und weiter?
Weiter sind wir nicht. Das ist schon alles?
Ja.
Zeig mal.
Vielleicht noch was über sein außenpolitisches Engagement.
Und ein paar Worte zu ...
Siehst du? Ja.
Reiulf, du standest unerschütterlich zu einer Idee,
zum kompromisslosen Kampf gegen Unterdrückung.
Aber eins ist wichtig: Du musst "kompromisslos" betonen.
Okay: zum kompromisslosen Kampf gegen Unterdrückung.
Ja, das ist der Reiulf.
Ich weiß noch, wie du Trygve Bratteli verabschiedet hast.
Hast du ihre Rede gehört, Arvid?
Das war eiskalt kalkuliert, bis zum letzten Komma.
Totale Manipulation.
Und dann dieser einstudierte Kummerton.
Wir werden mit aller Energie versuchen ...
Warte. Da muss was passieren. Was?
Du musst Gefühl reinlegen. Versuch zu weinen.
Das kann man nicht erzwingen, oder? Versuch's.
* Langanhaltender Applaus *
* In der Politik geht es um Menschen, oder? *
Ah, Gunnar, hi!
* Sie will Menschen nur für ihre Zwecke benutzen. *
Vielleicht eine andere Stelle. Versuchen wir den Schluss.
Das Fundament für den Sieg ist da.
Ein harter Wahlkampf kommt - aber das kann auch Spaß machen.
Auf zum letzten Gefecht, Genossen.
Moment, was war das am Ende?
Was? Was war das da am Schluss?
"Auf zum letzten Gefecht, Genossen"?
Eine Anspielung auf die Internationale liegt darin.
Ja, gute Idee, nur es spricht sich nicht einfach.
Das hat man dir angemerkt. Was kommt vorher?
"Ein harter Wahlkampf kommt.
Aber Wahlkampf kann auch Spaß machen."
"Wahlkampf macht Spaß. "Auf zum letzten Gefecht, Genossen."
Sollen wir das ändern? Nein. Von vorn, los.
Auf zum letzten Gefecht, Genossen. Schon besser.
Steh auf. Das ist der Schluss? Ja, ja. Kämpferisch. Na komm!
Auf zum letzten Gefecht, Genossen! Ich spür deinen Ernst nicht.
Zum letzten Gefecht! Mehr! Genossen. Einmal noch.
Auf zum letzten Gefecht! Genossen. Besser, merkst du's? Von vorn.
Auf zum letzten Gefecht! Genossen.
Stell dir vor, es ist eiskalt.
Da draußen stehen die Genossen, streiken.
Sie frieren, ihre Kinder haben Hunger.
Ihre Hoffnung ist eine Frau: Gro Harlem Brundtland, verdammt, du!
Lass es raus. Auf zum letzten Gefecht! ... Ja! ... Genossen.
Das war gut, oder? Besser. Besser?
Wer ist das? Martin Tranmael.
Guck dir den Mann an.
Spürst du seine Energie? Hm? Siehst du sie? Ja. Die Energie? Ja.
In der Hand. Die ganze Energie ist in der Hand. Genau.
Was sagt sie dir?
"Zum letzten Gefecht"? Ja, nicht nachlassen!
Im Tromsö-Dialekt. (zögernd) Te kamp, kamerata!
Te kamp, kamerata! Sehr gut. Noch mal!
Te kamp, kamerata!
Komm her. Te kamp, kamerata! Und noch mal!
Te kamp, kamerata! Weg damit! Te kamp, kamerata!
Lass es raus! Te kamp, kamerata! Das ist es! Te kamp, kamerata!
Komm, Gro! Te kamp! Lass es mich spüren.
Ich will Gänsehaut spüren. Te kamp, kamerata!
Da tut sich nichts.
Fang an bei "Wahlkampf macht Spaß".
Wahlkampf kann Spaß machen. Auf zum letzten Gefecht, Genossen.
Zum Kampf, Genossen! Sag, was du von ihnen willst.
(schreit) Was willst du von ihnen? Auf zum Gefecht!
(schreit langgezogen) Kampf! Auf ins Gefecht! Noch mal!
Auf zum letzten Gefecht, Genossen.
Zum Kampf, Genossen.
Ja? Zum Kampf, Genossen.
Zum Kampf, Genossen. Ja.
Das fand ich richtig gut. Ja? Ja.
Okay, war's das für heute? Ja. Ja?
♪ Hämmernder Beat ♪
Copyright Untertitel: NDR 2024
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